Pubs, Punting Boats und Produktpräsentationen: Willkommen bei Arcam in Cambridge!

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Am 22. & 23. November 2015 fand sich eine Gruppe eingefleischter Hi-Fi-Experten in Großbritanniens Elite-Hochburg Cambridge, genauer im Premier Inn Cambridge East, zum gemeinsamen Check-in und ersten Kennenlernen ein. Ziel der Mission: Besuch des Arcam Headquarters.

Neben GP Acoustics, vertreten durch Marketing & Sales Director Leander Hader, trafen sich Profis aus der Online-Medien- und Verlagsbranche sowie die beiden HiFi-Forum-Mitglieder und Arcam-Gewinnspielteilnehmer Donsiox und Öderland. Angeführt wurde die illustre Runde durch einen ebenso unterhaltsamen wie charmanten George Robertson, seines Zeichens Export Sales Manager im Hause Arcam, der die Besucher mit auf eine erste Erkundungstour durch die circa 123.000 Einwohner zählende Universitätsstadt nahm. Kalte Luft – ja, man spürte den nahenden Winter wahrlich in allen Knochen – wirkt appetitfördernd. Und so war eine erste zünftige Stärkung mittels obligatorischer Fish & Chips samt Malzgetränk in einem der urigen Pubs im Stadtzentrum unumgänglich.

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Landestypisch: Fish & Chips

Wer Cambridge besucht, für den gehört eine Besichtigung der Universität zum Pflichtprogramm. Wer dabei das Glück hat, einen pädagogisch routinierten Stadtführer wie Tony – Official Cambridge City Walking Tour Guide – zu haben, vergisst die Anzahl der Cambridge Colleges auch im nächsten Leben sicherlich nicht ;-).

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Kennt Cambridge wie seine Westentasche: Tour Guide Tony

Es sind 31 an der Zahl. Das drittälteste, gegründet 1347, hört auf den Namen Pembroke College und beherbergt inmitten seiner selbst im Winter erstaunlich grünen Außenanlage eine Statue des britischen Politikers William Pitt. Manch einer munkelt, dass dieser elegant gewandete Herr in verwandtschaftlichem Verhältnis zu einem namhaften US-Schauspieler steht… Die Wahrheit kennt wohl nur die Familie Pitt selbst.

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Innenhof des Pembroke College

 

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Vorfahre von Brad?

Kaum zu glauben, aber Fakt: Auch Cambridges Bildungselite drückt vor dem Beginn der universitären Karriere erst einmal die Schulbank… Ein bedeutender Name im englischen Schulwesen ist der des britischen Physikers und Philantrophen Stephen Perse, Gründer der nach ihm benannten Stephen Perse Foundation.

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Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir…

Abgerundet wurde die Stadtbesichtigung bei Einbruch der Dunkelheit umhüllt von warmen Decken in einem der traditionsreichen Cambridge Punts, dessen britischer Gondoliere mit spürbarer Hingabe historische Anekdoten zum Besten gab. Für eine kurze Verschnaufpause ging es anschließend zurück ins Hotel und von dort später zum hervorragenden Dinner ins Cambridge Chop House, ein wahres Mekka für Liebhaber der britischen gehobenen Cuisine. Im Premier Inn fand dieser erste erlebnisreiche Tag zu guter Letzt bei weiteren interessanten Gesprächen einen gelungenen Abschluss.

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Blick vom River Cam auf die College Backs

 

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Der perfekte Ort zum Schlemmen

Ran ans Eingemachte hieß es am Montagmorgen: Im Stirling House, einem ehemaligen Luftwaffenstützpunkt mit angrenzender Startbahn, wo der britische Hi-Fi-Spezialist Arcam seit nunmehr 2 Jahren neben einigen weiteren Firmen residiert, lud Andy Moore, langjähriger Arcam-Produktentwicklungsexperte, zu einer Reise in die Geschichte des Unternehmens sowie einer audiovisuellen Entdeckungstour ein. „Facts, not hifi fiction“, darum geht es im Arcam Headquarter, betont Andy Moore. Vom Wahrheitsgehalt dieser Aussage konnten sich die Event-Teilnehmer im hauseigenen Home Cinema mit allen Sinnen überzeugen.

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Arcam Headquarter im Stirling House

Die Region um Cambridge gilt als Silicon Valley der Hi-Fi-Branche. Schon zu Gründungszeiten des Unternehmens in den 70er Jahren galt für den Briten, der etwas auf sich hielt, die goldene Regel „Mein Haus, mein Auto, meine Stereoanlage, mein TV“ und während in Oxford hauptsächlich über Literatur diskutiert wurde, widmete sich Cambridge den zentralen naturwissenschaftlich-technischen Fragen des Lebens. So auch Gründungsvater John Dawson, der seinerzeit das Trinity College besuchte und 1976 die Marke A&R Cambridge ins Leben rief. Eine Bezeichnung, die sich als zunächst etwas unglücklich erwies, denn man erhielt ratsuchende Anrufe von Kunden der Konkurrenz ähnlichen Namens, was schließlich zur Umbenennung in Arcam führte. Mit dem A60, hochgelobt im Magazin HiFi Answers, startete die Erfolgsserie der englischen Hi-Fi-Schmiede. Es sei sehr präzise am A60 gearbeitet worden, so Andy Moore. Kabel seien nicht einfach ins Gehäuse „geworfen“ worden, wie das andernorts schon ab und zu passiere.

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Arcam „Newcomer“ A60

Ende 1985 folgte der Launch der Delta Black Box 1, einem High-End D/A-Wandler. Dass die Ära der Tape Decks mit der Sony Mini-Disk und dem Philipps CDR ein Ende fand, tat der Entwicklung des britischen Unternehmens keinen Abbruch. Getreu dem Motto „klein, aber fein“ konnte sich Arcam trotz geringerer Produktionsmenge im Laufe der Jahre gegenüber den „Großen“ der Branche durchsetzen, ging aber währenddessen auch nachhaltige Kooperationen ein. Dabei verlor das Unternehmen nie sein Ziel aus den Augen: authentischer Klang, der dem Zuhörer schlicht die Worte „My God, that sounds real!“ entlockt, wie Andy es beschrieb. Sein Vergleich zwischen einem Porsche GT 3 und einem CamperVan auf dem Nürburgring verbunden mit der Aussage „It’s what is around the system, that makes the difference.“ löste Schmunzler aus. Apropos Nürburgring: Auch in Arcams Vorführraum gibt es eine Pole Position – und die war während der gesamten Test-Session natürlich heiß begehrt. Der Begriff „AV People“ wurde zum Synonym für das Arcam-Team. Um auf ihre thematischen Wurzeln zu verweisen, folgte im Jahr 2012 als Antwort darauf der Vollverstärker A19. Sämtliche Amplifier, so auch die an diesem Tag präsentierten Modelle, wurden übrigens von John Dawson persönlich designt.

Im Rahmen der Hör-Session mit Verstärkern der G-Klasse (A 29 – A 49) gab es neben vielerlei technischer Expertise auch musikalisch einiges auf die Ohren, u.a. eine Cover-Version der britischen Band London Grammar von Chris Isaacs Wicked Game, die King’s Singers mit American Pie, Klassiker wie Lou Reeds Walk On The Wilde Side, Roxanne performt von DubXanne sowie FREq’s Stone Shaker. „At last a class amplifier named after me…“ kommentierte einst George Robertson diese Arcam-eigene Verstärkerklasse.

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Im Home Cinema

Für das leibliche Wohl zwischendurch sorgte ein liebevoll angerichtetes Buffet während der Mittagspause. Ein weiterer Höhepunkt offenbarte sich im „fridge“, einem kleinen Vorführraum, der sich der winterlichen Außentemperatur erfolgreich anpasste. Der dort ausgestellte SR250 Stereo A/V Receiver mit integriertem Dirac-Einmess-System ist ein echter Hochkaräter und man fühlte sich gemüßigt, auf dem vor ihm positionierten roten Sofa Platz zu nehmen und den Blues-Klängen von BB King und Stevie Wonder aus den beiden Arcam Muso-Lautsprechern zu lauschen – Hi-Fi und Wohnkultur in gelungener Symbiose. Arcam präsentiert mit dieser minimalistischen Kombination, die optimale Sound-Leistung, Top-Features und höchsten Verarbeitungsstandard vereint, ein echtes Nischenprodukt.

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Leckeres Finger-Food zur Stärkung zwischendurch

 

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Brit-Style im Hause Arcam

Innerhalb der High-End-Riege steht der ebenfalls vorgestellte Stereo-Vollverstärker C49 dem SR250 in nichts nach. Davon ließen sich alle Anwesenden beim atmosphärischen Doors-Song Riders On The Storm überzeugen und manch ein Zuhörer vergaß völlig Raum und Zeit – ein untrügliches Zeichen dafür, dass Arcam’s Mission in Sachen „authentischer Klang“ von Erfolg gekrönt ist.

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Und noch mal mit den Doors im Vorführraum…

Nach dermaßen intensivem Audio-Input rundete der Solo Movie die Produktpräsentationen ab. Ob exklusives Stevie-Wonder-Konzert auf Bluray Disc, Cameron Diaz und Tom Cruise in Knight and Day oder der neue Mad Max 4 – die Heimkino-Komponenten aus dem Hause Arcam machen in jeder Hinsicht eine gute Figur. Den Ritterschlag erhielt der Solo Movie übrigens von keinem Geringeren als dem Dolby-Atmos-Team persönlich, das ihn bei einem Besuch in Cambridge als das Beste lobte, was es in Sachen Heimkino & Dolby Atmos je gehört hatte.

Die Zeit flog nur so dahin an diesem mit Fachwissen gespickten Montag im Stirling House. Gegen 16 Uhr wurde zum Aufbruch geläutet – Airlines warten ungern, auch sie fliegen lieber. In Cambridge wird der Zahn der Zeit übrigens durch eine im Corpus Christi College installierte Skulptur verbildlicht, der böse Zungen den Spitznamen „Clockroach“ gaben.

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„Clockroach“ im Corpus Christi College

Wir bedanken uns bei den Teams von Arcam und GP Acoustics für zwei erlebnisreiche, spannende und informative Tage sowie bei allen weiteren Teilnehmern dieses Events für ihren wertvollen Input und Austausch!

Hier geht es zu den Reviews unserer beiden HiFi-Forum Mitglieder Donsiox und Öderland.

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