KEF goes digital – Die LS50 Wireless im User-Test

Am 22. und 23. April 2017 erhielt die GP Acoustics GmbH, deutsche Vertriebsfirma der britischen Lautsprechermarke KEF, Besuch aus dem HIFI-FORUM. Fünf Community-Mitglieder durften hinter die Essener Kulissen schauen und erhielten spannende Infos zur neuen LS50 Wireless – Heimtest inklusive!

GP Acoustics und seine Marken

Bereits im Herbst 2015 fühlte die HIFI-FORUM Community der Marke KEF auf den Zahn: Während eines gleichermaßen exklusiven wie außerordentlich informativen zweitägigen Aufenthalts im Vereinigten Königreich lernten einige unserer Foristen begleitet von GP Acoustics die charmanten britischen Audio-Profis sowie die KEF-Niederlassung in Maidstone persönlich kennen. Nun folgte die zweite Begegnung jenseits der Insel, in deren Fokus die neue LS50 Wireless stehen sollte.

Als Markenbotschafter nebst Vertriebstätigkeit für KEF in Deutschland hat man sich seitens GP Acoustics mit Essen einen zentralen Firmenstandort ausgesucht. Im Herzen der westdeutschen Ruhrmetropole befindet sich unmittelbar neben der A40 der in typischer Achtziger-Jahre-Architektur errichtete Gebäudekomplex, in dessen Erdgeschoss das Team von GP Acoustics die Geschicke des englischen Lautsprecherherstellers maßgeblich mitgestaltet. Die GP Acoustics GmbH, eine Tochterfirma der 1964 in Hong Kong gegründeten Goldpeak Group, zeichnet allerdings nicht nur für KEF, sondern auch für die Elektronikspezialisten Arcam und Hegel in Sachen Marketing und Vertrieb verantwortlich. Mit Arcam kam es übrigens 2015 in Cambridge ebenfalls zu einem kurzweiligen Stelldichein zwischen Hersteller und HIFI-FORUM.

Die Vorgeschichte der LS50 Wireless

Nach einer ersten Vorstellungsrunde startete die kleine, aber feine Gruppe Hi-Fi-Enthusiasten inmitten von Lautsprechern, Büroutensilien und leckerem Fingerfood in einen audiophilen Nachmittag rund um die LS50 Wireless, moderiert von Frank Eschholz (Produktmanager GP Acoustics) und seiner Kollegin Ellen Hüning (Marketingmanagerin GP Acoustics).

Willkommen in Essen… Die LS50 Wireless auf dem Prüfstand.

KEF, 1961 durch Raymond Cooke ins Leben gerufen, hat sich mit dem Leitsatz „Innovators in Sound“ hohe Ziele gesteckt und diese auch stets erreicht, darf sich der Lautsprecherhersteller im Audio-Premiumsegment doch immerhin zur weltweiten Elite zählen. Hohe Einsatzbereitschaft, ausgeprägtes Fachwissen und enorme Freude an technischen Fragestellungen und Entwicklungen sind die Zutaten, aus denen die Macher im Hause KEF ihre Produkte formen. Hierzu zählt die legendäre BBC LS3/5A genauso wie die in den siebziger Jahren erstmalig gelaunchte Reference-Serie, der Bestseller Coda 7 und Großbritanniens initialer Vorzeige-Center-Speaker Model 100. Eindrucksvoll abgerundet wird diese Liste durch die futuristisch anmutende KEF Blade und die nicht minder imposante Muon. Und dann wäre da noch… ja, genau, die LS50 Wireless – eine logische, dem Zeitgeist entsprechende Weiterentwicklung der preisgekrönten LS50, ihres Zeichens Jubiläumsausgabe zum fünfzigjährigen Geburtstag der Marke. Beide Varianten gehen auf die oben erwähnte BBC-Edition zurück und schreiben damit im wahrsten Sinne Lautsprechergeschichte.

Vorstellung der LS50 Wireless

KEF-typisch sticht die LS50 Wireless in Sachen Design direkt ins Auge. Die dezent abgerundeten Kanten verleihen dem kompakten Lautsprecher eine geschmeidige Kontur. Schön anzuschauen auch die „Color Spots“ der Chassis – ob in Kupfer, Rot oder Blau – eingebettet in weiße, titangraue oder schwarze Gehäuse. Speaking of spots: In Sachen Sweet Spot und Klangqualität überzeugt die LS50 Wireless nicht weniger als ihr passives Pendant. Den Entwicklern in Maidstone gelang der Sprung ins digitale Zeitalter mit einem neuen Produkt, das nicht „nur“ Lautsprecher ist, sondern getrost als ein hervorragendes, gänzlich aktives Studio-Monitor-System für die Heimanwendung bezeichnet werden darf. „Ist ja gar kein Lautsprecher…“, schmunzelt Frank Eschholz denn auch, während er nach dem abgeschirmten Cat-6-Kabel greift, dessen Einsatz der Bandbreiten- und Performance-Optimierung sowie der Unterbindung von Störgeräuschen dient.

Toll anzuschauen und anzuhören: Die KEF LS50 Wireless

Das Plus der Wireless-Version gegenüber der klassischen LS50 liegt in der integrierten Verstärkerleistung sowie den erweiterten Anschlussmöglichkeiten wie z.B. Dual-Band-WLAN oder Bluetooth 4.0 mit aptX Codec. Doch es sei an dieser Stelle nicht zu viel vorgegriffen… Wie sich die LS50 Wireless im Heimtest der Teilnehmer schlug, verraten die zugehörigen User-Reviews hier im Forum. Für Erheiterung sorgte indes nicht nur Frank Eschholz‘ Aussage „Ich staubsauge übrigens auch gerne und spüle…“, nachdem man sich mehrheitlich darauf verständigt hatte, dass sowohl für die werte Hausfrau als auch den Hausmann das Touch Panel der LS50 Wireless äußerst unkompliziert zu reinigen sei. Der kleine Fauxpas bei der Positionierung der Geräte führte ebenso zu ausgelassener Stimmung: „Wer solche Kollegen hat, braucht keine Feinde mehr“, konstatierte Frank Eschholz augenzwinkernd die charmante Neckerei seiner Kollegin Ellen Hüning, die keck mit einem „Aus Fehlern lernt man(n)!“ konterte. Präsentiert wurden die hübschen Schmuckstücke schließlich auf zweiundzwanzig Kilogramm schweren Ständern – letztere eigens für KEF in Italien gefertigt.

Sachen gibts…

Deutlich weniger wiegt übrigens dieses interessante Tool, das zunächst bei der Frage, worum es sich handeln könnte, mit recht ratlosen Blicken begutachtet wurde:

Rate, rate, was ist das?

Die Auflösung nahte jedoch schnell und mit einem adäquaten Hinweis auf die rückwärtige Seite des Testraumes, der sich wie folgt darstellte:

Custom Installation made by KEF

Also doch kein professioneller Re-Setter für die LS50 Wireless, sondern ein praktisches Hilfsmittel zum Ablösen der Wandlautsprecher-Abdeckungen… Man lernt nun einmal nie aus im Leben!

Hörtest in der Kruppstraße

Ob Custom Installation oder digitales Aktiv-Monitor-System – was wären hervorragende Lautsprecher ohne gute Musik? Natürlich wurde auch schon in Essen fleißig getestet und gelauscht. Mit dabei die legendären Beatles, Anastacia mit gewohnt markanter Stimme, Pump Up The Volume von MARRS, The Art Of Noise mit Camilla, der Klassiker Money For Nothing von den Dire Straits, AC/DC mit Thunderstruck, Machine von Mara & David und Hugh Masekela mit Stimela – ein bunter Strauß musikalischer Impressionen also, um ein erstes Gefühl für den Klangcharakter des neuen KEF-Nachwuchses zu bekommen. Apropos Nachwuchs, der fühlt sich laut Frank Eschholz ganz gerne mal genötigt, den mit etwas Fantasie an eine Mandarine erinnernden Tangerine* Wave Guide (das vor der Hochtonkalotte befindliche, aus kreisförmig angeordneten Finnen konstruierte Schallführungselement) genauer zu inspizieren: „Kinder fassen da rein wie bei Dick und Doof, nur nicht ins Auge, sondern in die Kalotte…“, so Eschholz.

Italien mitten im Ruhrpott

Versorgt mit jeder Menge spannender Informationen zur LS50 Wireless ging es am späten Nachmittag für die Tester zunächst zurück ins Hotel und von dort aus zum Il Mulino, einem gemütlichen Restaurant mit erfrischend italienischen Flair mitten im Essener Stadtzentrum. Bei delikater Küche sowie angeregten Gesprächen und Anekdoten, z.B. den tierischen Begegnungen von Frank Eschholz bei der Jagd, klang der Tag entspannt und in bester Stimmung aus.

In hungriger Erwartung: Unsere fleißigen Reviewer mit Frank Eschholz und Ellen Hüning

Ein herzliches Dankeschön geht an GP Acoustics / KEF für dieses zweite gemeinsame Event, die gute Betreuung vor Ort und die Testmöglichkeit für die Community sowie natürlich an unsere Reviewer für ihren Besuch in Essen und ihre spannenden Berichte zur KEF LS50 Wireless!

*engl. für Mandarine
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