Welche Musikqualität beim Auflegen

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-Flow-
Inventar
#1 erstellt: 06. Mrz 2012, 19:15
Hallo miteinander,

da ja einige hier regelmäßig die Diskotheken beschallen, wollte ich mal fragen, ob ihr einen Tipp bezüglich der Musikqualität geben könnt.

Reicht 320 kbit/s mp3 aus, oder sollte es Flac/Apple Lossless oder sogar Wav sein?
Die Preisunterschiede sind ja doch nicht von der Hand zu weisen.

Grüße

Flo
Danny_DJ
Inventar
#2 erstellt: 07. Mrz 2012, 00:28
das hängt von folgenden faktoren ab:

1. deinem quellmaterial: es gibt sounds, die kommen mit weniger bitrate klar, anderes leidet unter zu geringen bitraten hörbar.
2. den technischen gegebenheiten: anlage und dem raum.
3. deiner hörfähigkeit: physiologie und hörerfahrung und kenntnis des quellmaterials.

99% dürften keinerlei unterschied zwischen ner 320er mp3 und nem unkomprimierten file hören, auch nicht unter guten bedingungen und mit erfahrung. tests haben das wiederholt bewiesen und dazu waren nicht mal 320er bitraten nötig.

um die frage für dich zu beantworten, müsstest du nen ABX-test (siehe wikipedia) machen.
encodier dir von ner CD nen track, den du gut kennst, mit lame in mp3 in einer bitrate deiner wahl (oder mach mehrere abzüge) und lege es in nen multitrack editor parallel zur wav. dann schalte die spuren abwechselnd solo.

lass die files am besten von jemand anderem umbenennen, sodass du nicht weißt, was was ist.

und dann lausche, ob du unterschiede hörst.

ich kam einst zu dem ergebnis, dass ich bei lame 3.93 ab 224 kbits keinen unterschied zu wav mehr höre. testanlage war mein motu 828 MK2 und sennheiser HD25 sowie blue sky pro desk monitore.

also codierte ich fortan immer mit 256 und bin auf der sicheren seite. lame ist noch etwas weiterentwickelt worden seitdem, also effizienter. bin inzwischen auf den nachfolger AAC umgestiegen, auch bei 256.

bei wav ist der nachteil zudem, dass es nicht taggingfähig, also durchaus unpraktisch für digitales DJing ist. AIFF ist klanglich exakt gleich, unterstützt aber tags.


[Beitrag von Danny_DJ am 07. Mrz 2012, 00:33 bearbeitet]
kallekenkel
Stammgast
#3 erstellt: 07. Mrz 2012, 07:02
Ich bin auch der Meinung, dass man losless erst hört, wenn wirklich alles in der Signalkette stimmt: Von der Quelldatei (viele moderne Songs sind bereits für Kompression ausgelegt!) über das gesamte Equipment inkl. Mixer, Kabel, Verstärker und Lautsprecher bis hin zum Raum und den Zuhörern.

Das - so meine "humble opinion" - ist so selten gegeben (vielleicht in 0,01% der Clubs dieser Welt), dass FLAC und WAV für die meisten DJs keine Sinn macht... Außer vielleicht man möchte sich damit profilieren; Aber das ist ein anderes Thema.

Ich selbst nutze auch 256AAC.
-Flow-
Inventar
#4 erstellt: 07. Mrz 2012, 10:00
Danke für eure Antworten.
Mir geht es in erster Linie darum, ob die mp3 bzw. AAC irgendwelche Sauerreien auf großen PA veranstalten. Ich kenne meine Musik halt nur auf meinen Monitoren.
Handelt sich übrigens nur um gekaufte Titel von Beatport und Co.

Meine CDs importiere ich ohnehin nur in Apple Lossless.

Zu wav und den Losslessformaten: Es gibt Stimmen in "Highendkreisen", die meinen dort einen Unterschied zu hören.
Wohl ein wenig Voodoo.
Das Tagging ist jedenfalls ein starkes Argument gegen wav. Stimmt.

Danke nochmals.

Gruß

Flo
Danny_DJ
Inventar
#5 erstellt: 08. Mrz 2012, 14:32

kallekenkel schrieb:
viele moderne Songs sind bereits für Kompression ausgelegt!


woran machst du das fest?

verwechsle bitte nicht audiokompression mit datenratenkompression.
kallekenkel
Stammgast
#6 erstellt: 08. Mrz 2012, 16:10
Also bei David Guetta höre ich den Unterschied von 320kbps zu 128kbps weniger als bei.. sagen wir mal klassischer Musik.
Danny_DJ
Inventar
#7 erstellt: 08. Mrz 2012, 18:38
das stimmt, tendenziell sind organischere und dynamischere klänge speicherplatzaufwändiger, wenn man sie originalgetreu abbilden will.

"moderne" musik hingegen ist mit ihrer audiokompression um einiges weniger komplex.

aber dass es darauf hin produziert wird, um als mp3 gut zu klingen, wage ich zu bezweifeln. das ist eher so eine koinzidenz.

was hingegen festzustellen ist, ist das produzieren hin auf auffälliges, auch auf billigen anlagen nett klingendes, komprimiertes material.

siehe Loudness war

schlimmstes beispiel IMHO dafür: die RHCP mit ihren populären alben, da kann man das fast durchgängige clipping auf guten KH/LS tatsächlich hören.
-Flow-
Inventar
#8 erstellt: 08. Mrz 2012, 19:24
Ich hatte letzte Woche auch so ein Aha-Erlebnis mit David Guetta.
Auf wirklich guten Lautsprechern klang seine Musik plötzlich nur noch blutleer und einfach schwach. Es fehlte an Dynamik.
War selbstverständlich auch deutlich lauter als die zuvor gehörten CDs und Vinyl.

Gruß

Flo
kallekenkel
Stammgast
#9 erstellt: 08. Mrz 2012, 20:50
@Danny: Du hast das, was ich ausdrücken wollte in bessere Worte gekleidet Merci!
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