Kopfhörerverstärker mit EF95

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-Pjotr-
Neuling
#1 erstellt: 05. Aug 2006, 14:13
Hi!

Ich bin ein Neuling im Bereich Röhrenverstärker, und dachte mir ich baue mir zum Einstieg einfach mal einen Kopfhörerverstärker nach dieser Anleitung -> http://www.elexs.de/ef954.htm . Ich haben den Verstärker in der Triodenschaltung für 32 Ohm-Kopfhörer gebaut.

Der Verstärker funktioniert nun, hat auch einen schönen Klang, ist aber an 32 Ohm viel zu leise. Könnte ich die Spannung von 12 Volt einfach erhöhen (vielleicht auf 20 Volt), wenn ich einen entsprechenden Vorwiederstand vor die Heizdrähte setze, oder muss ich dann auch noch etwas anderes verändern, und bringt eine Erhöhung der Spannung überhaupt eine bessere aussteuerung der Kopfhörer (eigentlich müsste sie das ja tun oder?)?

Wäre es nicht so kompliziert an neue Röhren zu kommen, würde ich einfach mal Ausprobieren, aber ich dachte mir ich frage mal lieber hier nach.

Vielen Dank schonmal für die Antworten!
richi44
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 06. Aug 2006, 14:42
Diese Schaltung ist genau der gleiche Stumpfsinn wie jene mit der ECC81 und 40V Betriebsspannung. Warum kann man nicht eine Röhre so betreiben, wie sie konstruiert wurde?!

Wer eine Röhre mit einer positiven Gitterspannung betreibt kommt mir vor, wie wenn er dem Kanarienvogel den Schnabel zuklebt und ihn über dessen Notausgang füttert. Das ist artwiedrig und für den Vogel (und die Röhre) lebensgefährlich.

Wenn man sich (das gilt für ALLE Röhrenbastler) vorher schlau macht
http://www.hifi-foru...orum_id=42&thread=83

http://files.hifi-fo...k/Roehrentechnik.pdf

und die Datenblätter der jeweiligen Röhren anschaut, baut man etwas vernünftiges und nicht solchen Stuss

Philetta
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 08. Aug 2006, 20:22
Hallo Pjotr,
schön, das Du mit der Bastelei in Röhrentechnik angefangen bist. Ich kenne einige der in Deinem geposteten Link beschriebenen Röhrenschaltungen. Diese sind für Einsteiger gedacht und arbeiten mit einer ungefährlichen Betriebsspannung (gemeint ist hier die Anodenspannungsversorgung) von in der Regel 12 Volt. Damit kann man einige Grundschaltungen der Röhrentechnik gefahrlos ausprobieren, was ansich ja auch gut ist. Für ernsthafte Anwendungen wirds schwierig, da bis auf ganz wenige Ausnahmen die Röhren höhere Anodenspannungen benötigen. (Kann von 60 Volt bis weit über 1000 Volt gehen). In Deiner Verstärkerschaltung wurde mit dem positiv vorgespannten Gitter die Röhre trotz der viel zu geringen Anodenspannung zum "Laufen" gebracht, so das Du was hören kannst. Ein Erhöhen der Spanunng in dieser Schaltung bringt nichts. Ein hochohmiger Kopfhörer würde aufgrund der besseren Anpassung höhere Lautstärke geben (z.B. AKG K 141 Monitor mit 600 Ohm Impdedanz, leider ein Auslaufmodell). Aber vom Kauf eines anderen Kopfh. würde ich absehen, das lohnt für diese Schaltung nicht. Einen ernsthaften Erfolg wird man nur mit ausgereiften Schaltungen erreichen, die mit den typischen (leider für den unbedarften und unvorsichtigen Laien u.U. tödlichen) Betriebsspannungen arbeiten, z.B ca. 250 Volt , was für viele Standartschaltungen kleiner Leistung typisch ist. Am besten schaust Du z.B. mal bei www.jogis-roehrenbude.de rein und verschaffst Dir eine Überblick. Dort gibts auch Literaturtips für Einsteiger. Einige Grundkenntnisse sind schon erforderlich, denn das bloße Nachbauen ohne Hintergrundwissen kann auch zum teuren Mißerfolg werden, denn unter 100 Euro inkl. Gehäuse wird man kaum einen Röhrenkopfhörerverstärker hinbekommen. Ich habe den Verstärker mit 2 Röhrern C3g, welcher in jogis-roehrenbude beschrieben ist, nachgebaut und bin sehr zufrieden damit, auch wenn hier im Forum die Meinungen über übertragerlose Verstärker geteilt sind... Aber auch dieser arbeitet mit ca. 250 Volt Anodenspannung, im Netzteil liegt die Spannung über 300 Volt, also nichts für den Steckbrett-Versuchsaufbau...
EL156
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 12. Aug 2006, 19:44

richi44 schrieb:
Wer eine Röhre mit einer positiven Gitterspannung betreibt kommt mir vor, wie wenn er dem Kanarienvogel den Schnabel zuklebt und ihn über dessen Notausgang füttert. Das ist artwiedrig und für den Vogel (und die Röhre) lebensgefährlich.


Hallo Richi,

unabhängig von deiner Abneigung, wendet man, um wegen Röhrenstreuungen bei Röhren mit einer Steilheit von > 10 mA/V den Arbeitspunkt zu stabilisieren, gezielt die positive Vorspannung des Gitters an, ein uraltes Handwerkszeug.

Das ist weder artwidrig noch für die Röhre lebensgefährlich, sondern stellt Grundlagenwissen dar, was man sich aber nachträglich noch aneignen kann, auch wenn man meint, schon Alles zu kennen. Ein speziell diesem Thema gewidmetes Kapitel findet man in dem Buch

Heinrich Schröder, Elektrische Nachrichtentechnik, Band 2, 1963/1968, Verlag für Radio - Foto - Kinotechnik, Berlin.

MfG, EL156
-Pjotr-
Neuling
#5 erstellt: 13. Aug 2006, 14:30
Vielen Dank für eure Antworten,
ich werde mich mal bei Jogis Röhrenbude umsehen, bis jetzt habe ich nur Verstärker mit tda-ics gebaut, aber vielleicht bringt mir die seite die röhrentechnik ein wenig näher...

Was mich aber noch interessieren würde, würde die Schaltung, die ich nachgebaut habe mit einer negativen Gitterspannung (elkos umdrehen und dann negative spannung anlegen) ein hörbares ergebnis bringen, oder würde es aufgrund der niedrigen anodenspannung oder einer dann falschen Schaltung garnicht funktionieren?
EL156
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 13. Aug 2006, 15:24

-Pjotr- schrieb:
Vielen Dank für eure Antworten,
ich werde mich mal bei Jogis Röhrenbude umsehen, bis jetzt habe ich nur Verstärker mit tda-ics gebaut, aber vielleicht bringt mir die seite die röhrentechnik ein wenig näher...

Was mich aber noch interessieren würde, würde die Schaltung, die ich nachgebaut habe mit einer negativen Gitterspannung (elkos umdrehen und dann negative spannung anlegen) ein hörbares ergebnis bringen, oder würde es aufgrund der niedrigen anodenspannung oder einer dann falschen Schaltung garnicht funktionieren?



Hallo Pjotr,

wenn du schon vorhast, dich auf Philettas Empfehlung in Jogis Röhrenbude umzusehen, dann stell doch dem Autor Burkhard Kainka in Jogis Röhrenforum http://www.f23.parsimony.net/forum45451 deine Eingangsfrage. Er wird dir dort sicherlich antworten, zumal er die Schaltung ja selbst entworfen hat.

MfG, EL156
richi44
Hat sich gelöscht
#7 erstellt: 13. Aug 2006, 16:51

EL156 schrieb:

richi44 schrieb:
Wer eine Röhre mit einer positiven Gitterspannung betreibt kommt mir vor, wie wenn er dem Kanarienvogel den Schnabel zuklebt und ihn über dessen Notausgang füttert. Das ist artwiedrig und für den Vogel (und die Röhre) lebensgefährlich.


Hallo Richi,

unabhängig von deiner Abneigung, wendet man, um wegen Röhrenstreuungen bei Röhren mit einer Steilheit von > 10 mA/V den Arbeitspunkt zu stabilisieren, gezielt die positive Vorspannung des Gitters an, ein uraltes Handwerkszeug.

Das ist weder artwidrig noch für die Röhre lebensgefährlich, sondern stellt Grundlagenwissen dar, was man sich aber nachträglich noch aneignen kann, auch wenn man meint, schon Alles zu kennen. Ein speziell diesem Thema gewidmetes Kapitel findet man in dem Buch

Heinrich Schröder, Elektrische Nachrichtentechnik, Band 2, 1963/1968, Verlag für Radio - Foto - Kinotechnik, Berlin.

MfG, EL156


Schaltungen mit positiver Gittervorspannung oder wenigstens Gittervorspannung NULL kennt man tatsächlich schon lange und diese werden bei Audions eingesetzt. Durch die Gittervorspannung Null wird auf diese Weise ein AM-HF-Signal gleichgerichtet, das ja das Gitter bei positiver Signalhalbwelle Strom zieht. Ausserdem kann damit das gleichgerichtete Signal als NF-Signal verstärkt werden. Tatsächlich bildet sich aber daduerch eine negative Mittelspannung.-

Das ist aber eine der wenigen Schaltungen. Die zweite Möglichkeit ist der Sperrschwinger. Auch hier wird der Gitterstrom zur Erzeugung einer negativen Spannung genutzt.
Die dritte Möglichkeit ist die Vorspannungserzeugung durch einenn hohen Gitterableitwiderstand.

Alles andere ist erst in den letzten Jahren "Mode" geworden und hat mit richtigem Einsatz der Röhre nun gar nichts zu tun. Wenn man sich den Kopfhörerverstärker mit der ECC81 und den 40V Betriebsspannnung anschaut und die Beiträge dazu liest, was da alles unternommen werden muss, um einen einigermassen brauchbaren Frequenzgang und Klirr hinzubekommen, nur weil die Funzel durch die positive Gittervorspannung gleichrichtet und damit einen extrem tiefen Eingangswiderstand bekommt, der sieht sofort, dass da etwas im Argen liegt. Hätte ich in der Lehre eine solche Schaltung entickelt, ich wäre im hohen Bogen raus geflogen!!
EL156
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 13. Aug 2006, 19:12

richi44 schrieb:

EL156 schrieb:

richi44 schrieb:
Wer eine Röhre mit einer positiven Gitterspannung betreibt kommt mir vor, wie wenn er dem Kanarienvogel den Schnabel zuklebt und ihn über dessen Notausgang füttert. Das ist artwiedrig und für den Vogel (und die Röhre) lebensgefährlich.


Hallo Richi,

unabhängig von deiner Abneigung, wendet man, um wegen Röhrenstreuungen bei Röhren mit einer Steilheit von > 10 mA/V den Arbeitspunkt zu stabilisieren, gezielt die positive Vorspannung des Gitters an, ein uraltes Handwerkszeug.

Das ist weder artwidrig noch für die Röhre lebensgefährlich, sondern stellt Grundlagenwissen dar, was man sich aber nachträglich noch aneignen kann, auch wenn man meint, schon Alles zu kennen. Ein speziell diesem Thema gewidmetes Kapitel findet man in dem Buch

Heinrich Schröder, Elektrische Nachrichtentechnik, Band 2, 1963/1968, Verlag für Radio - Foto - Kinotechnik, Berlin.

MfG, EL156


Schaltungen mit positiver Gittervorspannung oder wenigstens Gittervorspannung NULL kennt man tatsächlich schon lange und diese werden bei Audions eingesetzt. Durch die Gittervorspannung Null wird auf diese Weise ein AM-HF-Signal gleichgerichtet, das ja das Gitter bei positiver Signalhalbwelle Strom zieht. Ausserdem kann damit das gleichgerichtete Signal als NF-Signal verstärkt werden. Tatsächlich bildet sich aber daduerch eine negative Mittelspannung.-

Das ist aber eine der wenigen Schaltungen. Die zweite Möglichkeit ist der Sperrschwinger. Auch hier wird der Gitterstrom zur Erzeugung einer negativen Spannung genutzt.
Die dritte Möglichkeit ist die Vorspannungserzeugung durch einenn hohen Gitterableitwiderstand.

Alles andere ist erst in den letzten Jahren "Mode" geworden und hat mit richtigem Einsatz der Röhre nun gar nichts zu tun.



Hallo Richi,

bevor wir weiterhin aneinander vorbeireden, empfehle ich dir noch einmal, das entsprechende Kapitel von Heinrich Schröder durchzuarbeiten. Falls du keinen Zugriff dazu haben solltest, sende ich dir gern die entsprechenden, eingescannten Seiten an deine E-Mail-Adresse. Ansonsten fehlt die gemeinsame Diskussionsgrundlage.

Denn diese Schaltungstechnik kam nicht erst in den letzten Jahren in Mode, sondern war schon Bestandteil des Studienfachs Elektrotechnik vor mehr als 40 Jahren. Nur wurde sie selten oder gar nicht genutzt, weil z. B. die Grundig-Truhen schon allein durch ihre äußere Schönheit den Klang verbesserten...

Es geht hier also nicht um Audion, Sperrschwinger oder Gewinnung der negativen Vorspannung durch einen 10-MOhm-Ableitwiderstand, sondern einzig und allein um die Potenzialverhältnisse bei erhöhtem Katodenwiderstand, um den Streubereich sehr steiler Trioden einzuengen. Dabei sind die Potenziale von Gitter und Katode beide sehr positiv bei gleicher Differenz wie bei herkömmlicher Gewinnung, also fester oder automatischer Gittervorspannung.

Auch für den Telefunker Dr. Karl Steimel ("Elektronische Speisegeräte") mit seinen unzähligen Patenten war für hochwertige Anfangsstufenverstärker die zusätzliche, positive Gittervorspannung geradezu ein Muss.

MfG, EL156
richi44
Hat sich gelöscht
#9 erstellt: 14. Aug 2006, 07:29
Also, über das Buch verfüge ich nicht und habe auch keinen Zugang dazu, daher komme ich gerne auf Dein Angebot zurück.


Dabei sind die Potenziale von Gitter und Katode beide sehr positiv bei gleicher Differenz wie bei herkömmlicher Gewinnung, also fester oder automatischer Gittervorspannung.


Den Kathodenwiderstand grösser machen und das Gitter an Plus legen ist doch kein Problem. Und dass man mit der entstehenden grösseren Stromgegenkopplung die Datenstreuung einengen kann, ist auch kein Thema. Das ist Allgemeinwissen.
Aber hier geht es in BEIDEN FÄLLEN darum, dass KEIN Kathodenwiderstand vorhanden ist, sondern die Kathode an Masse liegt und das Gitter über einen Widerstand an Plus, um überhaupt einen Anodenstrom zu erzeugen.
Hier nochmals das Schaltbild.

Das hat nun gar nichts mit dem zu tun, was Du erwähnst. Hier wird auf biegen und brechen ein Anodenstrom bewirkt bei einem Gitterstrom von rund 1,2 mA.
Dass ein Steuergitter nicht dafür gebaut ist, solche Ströme zu übernehmen, ist ja wohl bekannt. Ausnahmen sind lediglich die Röhren (PCF82), die für Sperrschwingerschaltungen gebaut wurden. Und dass bei der Schaltungsart im Schaltbild eine unsymmetrische Belastung des Quellgerätes entsteht, daher also Klirr, und dass der Anodenstrom nicht mehr proportional der Gitterspannung verläuft, sondern eine zusätzliche Krümmung besitzt, ist auch bekannt.

Dass es Autoradioröhren (HF, ZF) für 12V Anodenspannung gab, ist bekannt. Diese sind aber für kleinste Ströme gebaut und wurden entgegen dieser Schaltung und auch jener mit der ECC81 mit 40V Betriebsspannung normal, also mit negativer Gittervorspannung betrieben.

Es geht hier also nicht um eine positive Spannung am Gitter als solches, denn die steht nicht zur Diskussion, es geht darum, dass die Röhre wegen der tiefen Betriebsspannung mit einer POSITIVEN GITTERVORSPANNUNG zu einem Strom gezwungen wird.
Basteltante
Inventar
#10 erstellt: 14. Aug 2006, 12:48
ich würde eher dazu tendieren die Kathode über einen Widerstand an Masse zu legen und das gitter ebenso. Daraus ergäbe sich wegen dem Spannungsabfall an der Kathode eine neg. Vorspannung die über besagten Widerstand einstellbar ist. Wie man es eben auch bei FETs macht ... Alternativ würde sie mit einer neg. Hilfsspannung versorgt.
richi44
Hat sich gelöscht
#11 erstellt: 14. Aug 2006, 14:04

Basteltante schrieb:
ich würde eher dazu tendieren die Kathode über einen Widerstand an Masse zu legen und das gitter ebenso. Daraus ergäbe sich wegen dem Spannungsabfall an der Kathode eine neg. Vorspannung die über besagten Widerstand einstellbar ist. Wie man es eben auch bei FETs macht ... Alternativ würde sie mit einer neg. Hilfsspannung versorgt.


Normaler Gitterableitwiderstand und Kathodenwiderstand ist die einzig vernünftige Schaltungsart für den vorliegenden Fall. Nur bekommt man dann einen vernünftigen Anodenstrom erst bei 120V Anodenspannung.
Es ist und bleibt Tatsache, dass eine Röhre mit den im Datenblatt angeführten Voraussetzungen zu betreiben ist, also mit einer negativen Gittervorspannung und einer Anodenspannung, die angemessen ist. Und wenn man sich das Datenblatt der EF95 anschaut
( http://frank.pocnet.net/sheets/030/e/EF95.pdf ) ist klar, was verlangt wird.
Die vorliegende Schaltung ist und bleibt Murks und Pfusch, mag dies erfunden haben, wer will. Weiter ist es leichterer Blödsinn, den Kopfhörer direkt als Arbeitswiderstand zu nutzen. Mit diesem Gebastel kann man nur nachweisen, dass man den Röhrensockel richtigt verdrahtet und richtig herum die Beinchen gezählt hat. Alles weitere ist von diesem Ding nicht zu erwarten.
Basteltante
Inventar
#12 erstellt: 15. Aug 2006, 13:28

richi44 schrieb:
Normaler Gitterableitwiderstand und Kathodenwiderstand ist die einzig vernünftige Schaltungsart für den vorliegenden Fall.

Noch eine Alternative: Ich schalte zwischen VCC und den Anodenwiderstand nochmals eine Triode und verbinde deren Gitter mit der Anode der eigentlichen Verstärkerröhre. Den ausgang bildet nun die Kathode der oberen Triode. Dieses Ding würde bei korrekter Bemessung so funzen daß die beiden Röhren stetig von einem recht konstanten Strom durchflossen würden was ich für vorteilhaft halte. Ein solcher aufbau bleibt zumindest stets innerhalb seiner Kennliniengeraden..
richi44
Hat sich gelöscht
#13 erstellt: 15. Aug 2006, 15:16

Basteltante schrieb:

richi44 schrieb:
Normaler Gitterableitwiderstand und Kathodenwiderstand ist die einzig vernünftige Schaltungsart für den vorliegenden Fall.

Noch eine Alternative: Ich schalte zwischen VCC und den Anodenwiderstand nochmals eine Triode und verbinde deren Gitter mit der Anode der eigentlichen Verstärkerröhre. Den ausgang bildet nun die Kathode der oberen Triode. Dieses Ding würde bei korrekter Bemessung so funzen daß die beiden Röhren stetig von einem recht konstanten Strom durchflossen würden was ich für vorteilhaft halte. Ein solcher aufbau bleibt zumindest stets innerhalb seiner Kennliniengeraden..


Das ist eine Serie-Gegentaktschaltung (SRPP) und ich habe bei den Bastelanleitungen ein solches Ding eingestellt.
Der Unterschied zum hier vorgestellten Gebastel ist, dass man jeder Röhre eine Betriebsspannung von mindestens 100V zubilligen muss, damit es brauchbar funktioniert. Und hier versucht man, mit 12V etwas zusammenzukleistern.

http://www.hifi-foru...rum_id=103&thread=34
Basteltante
Inventar
#14 erstellt: 15. Aug 2006, 15:53

richi44 schrieb:
Und hier versucht man, mit 12V etwas zusammenzukleistern.

tja liebe Herren, ich kann mich dem Richie nur anschließen: füttert mit den 12V einen Quietscher der erstmal eine vernünftig hohe Anodenspannung herbeischafft
Basteltante
Inventar
#15 erstellt: 16. Aug 2006, 14:03
ich hab mal über Niederspannungslösungen gegrübelt:
Wie wärs mit einer Kleinstendstufe ? Ich schlage vor das mit einer 3S4 aufzubauen. Die mag auch kleine Betriebsspannungen.
richi44
Hat sich gelöscht
#16 erstellt: 16. Aug 2006, 14:43
Alternativ auch irgend eine andere Batterieröhre, etwa die DL96.
Problem Nummer eins ist immer noch die Anodenspannung, die so zwischen 60 und 90V liegen sollte. Das ist nicht mehr unbedingt lebensgefährlich, aber für einen "Zwick" reicht es allemal.
Problem 2 ist die Heizung. Die alten Batterieröhren (so wie ich mich erinnere) waren relativ heikel auf unter- oder überheizen. Weiter muss natürlich die Heizung mit Gleichstrom erfolgen (1,4V, Heizung parallel) und symmetrisch gegen Masse gelegt sein. Man kann zwar die Kathode (gleichzeitig Heizung) auch mit Wechselstrom betreiben und hochlegen, nur sind dann Brummprobleme fast unvermeidlich.
Als Vergleich eine Schaltung mit der grossen Endtriode. Dort sind Aussteuerspannungen von rund 40V effektiv durchaus möglich, bei diesen Röhren aber liegen sie im Bereich bis etwa 3,5V, sodass sich Brummeinstreuungen negativer auswirken.
Ich kann mich ja mal dahinter klemmen und eine Schaltung entwickeln, die mit 60V betrieben wird.
richi44
Hat sich gelöscht
#17 erstellt: 16. Aug 2006, 16:16
Hier mal ein erstes Ergebnis:
Ich verwende die DL96, weil sie eine geringere Ansteuerspannung benötigt als die 3S4. Prinzipiell bleibt es sich aber gleich, allenfalls sind die Werte für die Widerstände zu verändern.
Betriebsspannung 60V
Nenn-Anodenstrom 4mA
Gittervorspannung 3V
Ra 11,4k
Ausgangsleistung (ohne Trafoverluste) 67mW
Klirr bei Nennleistung ca. 7%
Ansteuerspannung ca. 2,3V eff.

Mit der 3S4 wäre eine geringfügig höhere Ausgangsleistung möglich, allerdings müsste man dazu ein besseres Datenblatt haben, um die Rechnung genau durchzuführen. Durch die geringere Empfindlichkeit wird aber für diese höhere Leistung der Spannungsbedarf grösser, sodass in der Praxis ohne zusätzliche Verstärkerstufe keine höhere Lautstärke zu erzielen ist.

Wenn man jetzt bedenkt, dass man noch Ausgangstrafos braucht, die es so kaum von der Stange gibt und dass die Heizspannungs-Aufbereitung wie auch die Anodenspannung nicht ganz ohne Material zu bewältigen ist, so wird es vermutlich ein "rechter Brocken" für das bisschen Leistung mit der immer noch bescheidenen Tonqualität.

Bevor ich also weiter nach Möglichkeiten und Materialien suche, warte ich erst mal die Reaktionen der "Gemeinde" ab.
Basteltante
Inventar
#18 erstellt: 17. Aug 2006, 15:03
bei "Dietrich Drahtlos" hab ich ein nettes gefunden, damit läßt sich elegant ein kleines Ämpchen füttern
DB
Inventar
#19 erstellt: 17. Aug 2006, 17:43
Ich frage mich, wo das Problem einer sachgerechten Anodenspannung ist.
In den 30er - 70er Jahren haben fast alle Bastler mit Röhrenschaltungen angefangen, ohne sich wegen 250V einzupissen.
Wenn man ein paar Grundregeln zur Sicherheit beherzigt, ist das alles kein Problem.

Dann lernt man auch, daß das Schirmgitter in einer Pentode nicht zur Zierde da ist oder um den Schaltungsaufbau komplizierter zu gestalten...

MfG

DB
Basteltante
Inventar
#20 erstellt: 17. Aug 2006, 17:50
als "erste Röhrenbastelei" ist das Netzteil doch echt fein, kein spezieller Trafo, alles schön easy. Jetzt noch ein par kleine EL95 dazu und eine ECC83, schon wird da ein feines kleines Ämpchen draus. Es müßte machbar sein den mit simplen ELA Übertragern zu bestücken, die gibts an jeder Straßenecke.
richi44
Hat sich gelöscht
#21 erstellt: 17. Aug 2006, 18:03
Wenn Du mit ELA-Übertragern die 100V Dinger meinst, würde ich schon eher richtige Trafos verwenden, die auch für einen Ruhestrom gebaut sind. Die anderen kommen sehr bald in die Sättigung, aber man kann ja mal eine kurze Rechnung aufmachen.
Basteltante
Inventar
#22 erstellt: 17. Aug 2006, 18:06
so in der Richtung hatt ich mir das vorgestellt, wenn man einen kleinen 5 Watt ELA nimmt, der hat 3 W / 5W somit schon einen Abgriff den man fürs Schirmgitter nehmen kann. Ich wär da schon guter dinge daß es klingt. Vermutlich muß man den aber erst umschichten da er bestimmt wechselseitig gepackt ist.
richi44
Hat sich gelöscht
#23 erstellt: 17. Aug 2006, 18:16
Ich habe natürlich nicht die kompletten Daten der EL95, also für alle Spannungen. Aber man kann aus den Kurven Ia/Ua bei Ug2 200V etwa abschätzen, wo man mit einer Betriebsspannung von 120 landen wird. Immerhin sollten 425mW möglich sein, was ja für einen Kopfhörer reicht.
Aber die andere Frage: Wenn wir uns die Finger schon an den 120V heiss machen, warum nicht gleich mit den richtigen 250V (verbrennen)? Da könnte man immerhin noch ein Lautsprecherchen mit den gut 2W betreiben
Basteltante
Inventar
#24 erstellt: 17. Aug 2006, 18:19
wenn du Lust hast machen wir mal ein nachbaufähiges Design für EL95, ich hätte da schon spaß dran Vielleicht als Push-Pull, mit 2 pro Kanal ? Das könnte schön klein und niedlich werden. Bin aber momentan sehr krank, etwas wirds dauern.


[Beitrag von Basteltante am 17. Aug 2006, 18:19 bearbeitet]
richi44
Hat sich gelöscht
#25 erstellt: 18. Aug 2006, 16:08
Ich hab da mal was zusammengestellt. Das könnte man mit der 6AQ5 / EL90 oder mit kleinen Wert-Änderungen mit der EL95 realisieren. Leistung 10W bei 6AQ5 und 7W bei EL95.



Und mit den Röhren könnte das richtig schnuckelig werden (2 Mono-Amp und 1 Netzteil?)

Basteltante
Inventar
#26 erstellt: 19. Aug 2006, 09:53
jetzt noch 2 schnuckelige ATR dafür gefunden und die Versorgungsdaten dabei, dann ist es lötfertig
richi44
Hat sich gelöscht
#27 erstellt: 21. Aug 2006, 18:19
Ich glaube, da es sich mittlerweile zu einem richtigen kleinen Röhrenverstärker entwickelt und nicht mehr viel mit Kopfhöreramp zu tun hat, werde ich das Ding als Bauvorschlag veröffentlichen. Wer also daran Interesse hat, findet das Ganze unter http://www.hifi-foru...rum_id=103&thread=45
Basteltante
Inventar
#28 erstellt: 15. Feb 2007, 23:26
hab da was aus grauer Vorzeit entdeckt,
hier gehts um die von allen verpöhnte positive Gittervorspannung

Zu Zeiten wo HiFi noch aus Trichtern erklang nahm man sogenannte Raumladegitter-Röhren, u.a. eine "RE84"
sie mag +100V
richi44
Hat sich gelöscht
#29 erstellt: 16. Feb 2007, 18:46
Da hast Du natürlich wieder einmal recht

An diese alte Funzel habe ich schon gar nicht mehr gedacht, wie auch nicht an Dinger wie die Loewe Mehrfachröhre, wo ein ganzes Radio in einem Glaskolben vereint war.

Aber im Ernst: Es ist natürlich ein himmelweiter Unterschied, ob ich ein extrem weitmaschiges Gitter zur Vor-Beschleunigung der Elektronen verwende, oder ob ich einfach ein engmaschiges Steuergitter einer positiven Spannung aussetze, um den Anodenstrom künstlich zu vergrössern. Dass dies nicht der Röhrenkonstruktion entspricht, kann man sich leicht vorstellen, weil solche Raumladegitter-Röhren wie gesagt anders konstruiert waren.

In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an meine Lehrzeit, wo mir der Berufsschullehrer die Aufgabe stellte, ein altes Pendelaudion wieder zum Laufen zu bringen. Dieses Ding war mit normalen Trioden bestückt, die aber bereits so ausgelutscht waren (die ersten Oxydkathoden) dass selbst über drei Stufen keine Verstärkung zustande kam, die man zu einer Rückkopplung hätte verwenden können. Es war auch nicht möglich, mit dem Gitterstrom eine Gleichrichtung zu erzeugen. Letztlich half nur noch der versteckte Einbau einer Germaniumdiode, um der Kiste wenigstens einige Töne zu entlocken.

Das soll heissen, dass man damals (nicht zu meiner Lehrzeit von 1960, sondern zur Blütezeit dieser Funzeln) alle Tricks einsetzte, irgendwie einen einigermassen brauchbaren Anodenstrom hin zu bekommen. Die heutigen Röhren sind aber anders aufgebaut und wenn man ihnen eine positive Gitterspannung zuführt, so bekommt man sehr wohl einen recht kräftigen Gitterstrom, der somit gleichrichtend wirkt. Jedenfalls kann man das nur schon daran an der besagten ECC81-Schaltung erkennen, dass der Frequenzgang total in die Hose geht, weil die Eingangsimpedanz der Schaltung extrem niederohmig wird.

Aber immerhin, Du hast da beinahe vorkindliche Erinnerungen in mir geweckt. Wer weiss, was ich im früheren Leben einmal war, Erfinder der Raumladegitterröhre oder so?

Und nachzutragen ist, dass ja ein Schirmgitter auch ein Gitter ist, das positiv geladen ist und das eine Elektronen-Beschleunigung erzeugt. Auch dieses ist relativ weitmaschig aufgebaut, um nicht die Elektronen abzufangen und unnötigen Schirmgitterstrom zu erzeugen. Das positive Gitter ist also keineswegs tot, nur ist es nicht das Steuergitter (und war es auch bei der Raumladegitterröhre nicht), das positiv sein darf.
Und noch eine Gemeinsamkeit:
Bei einer Röhre mit Steuergitter und Schirmgitter gib es auch einen Bereich, in welchem ein negativer Ri entsteht. Darum hat man ja der Tetrode noch ein Bremsgitter eingefügt und daraus eine Pentode gemacht, um genau diesen Effekt und das damit verbundene Schwingen zu verhüten. Und wenn man die Schirmgitterstromkurve in Abhängigkeit der Anodenspannung betrachtet (bei üblichen Endpentoden), so ergibt sich eine ähnliche Funktion wie beim Raumladegitter, nämlich auch eine fallende Kurve.


[Beitrag von richi44 am 16. Feb 2007, 18:52 bearbeitet]
Basteltante
Inventar
#30 erstellt: 16. Feb 2007, 23:41
das ist jetzt nur passiert weil ich die alten Dampfbirnenradios mag (und repariere). Da kommen solche Dinge mitunter vor
War jetzt aber wirklich ein krasses Beispiel, die genannte Birne ist Vorkriegsware (mit Lieben-Sockel). Paßt irgendwie auchnicht hierher. Andererseits wer weis ? Vielleicht sind ja auch diese alten Dampfbirnen zu großen Klängen fähig?
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