Zu niedriger Basisspannung PP 4xEL84 ?

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Welturlaub
Stammgast
#1 erstellt: 23. Jul 2010, 18:05
Hi,

ich habe in meinem Amp den AÜ, und die Endröhren getauscht,
nun liegt die Basisspannung bei o,7V - soll laut Datenblatt 1,3V sein (Messpunkt).
Der AÜ ist Orginalersatzteil, die Röhren auch,
der Verstärker spielt wieder wunderbar.

Ist der einzige Nebeneffekt ein höherer Klirrfaktor und ne längere Lebensdauer der Röhren,
oder irre ich mich?

Bitte um Rat...

Gruß...


[Beitrag von Welturlaub am 23. Jul 2010, 18:10 bearbeitet]
rorenoren
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 23. Jul 2010, 18:18
Moin,

mit Basisspannung meinst du sicher den Spannungsabfall am Widerstand für die Ruhestrom- Messung.

Der hat im Allgemeinen 10 Ohm.

0,7V sind daher 70mA Ruhestrom.
(1,3V 130mA)

Der Ruhestrom lässt sich auf den richtigen Wert einstellen.

Dazu müssten irgendwo Potis sein.

An deiner Stelle würde ich das einem Fachmann überlassen, oder zumindest einem, der sich damit auskennt.

Mit dem zu niedrigen Ruhestrom machst du nichts kaputt.

Die Verzerrungen sind hauptsächlich bei niedriger Lautstärke höher.

Man hört sie aber nicht direkt, sondern es kann einfach nur weniger klar oder detailärmer sein.
(was nicht ohne Weiteres auffällt)

Da du mit 70mA nur knapp über der Hälfte des richtigen Ruhestromes liegst, besteht schon Handlungsbedarf.

Wichtig ist weiterhin, dass alle Ruheströme der Endröhren gleich sind.
(plusminus 5mA oder so)

Vielleicht schreibst du noch dazu, was für ein Gerät es ist, vielleicht kennt es jemand.


Gruss, Jens
Welturlaub
Stammgast
#3 erstellt: 23. Jul 2010, 19:09
Hi, Danke für die ausführliche Antwort...
vielleicht habe ich ja auch falsch gemessen, die gestrichelte Linie verwirrt mich. (DSL402)
Habe zwichen dem mittleren und den aüßeren gemessen - ist vielleicht die Summe gemeint?
(Dann würde es ja passen).
Angerühert habe ich dieses Poti bisher nicht, alles Herstellereinstellung und orginal Ersatzteile, da sollte sich ein solcher Wert doch nicht so extrem verändern?

Das Poti steht fast ganz auf + viel erhöhen kann ich vermutlich nicht.


Herstellerangaben Basis...:
http://www.drtube.com/schematics/marshall/dl40-68-00-iss2.pdf

Schaltplan:
http://www.drtube.com/schematics/marshall/dl40-60-02-iss9.pdf

Gruß...


[Beitrag von Welturlaub am 23. Jul 2010, 19:24 bearbeitet]
rorenoren
Hat sich gelöscht
#4 erstellt: 23. Jul 2010, 19:34
Moin,

in der Schaltung sollten die Röhren möglicht gleiche Werte aufweisen, da sie paarweise eine Gittervorspannung bekommen.

Sie sollten also "gematcht" sein.

Zusätzlich lässt sich der Ruhestrom nur für alle Röhren gemeinsam messen.

Das ist ungünstig.

Bei exakt gleichen Röhren muss die Gittervorspannung für beide Röhrenpaare einfach gleich sein und sich so der Ruhestrom von 130mA einstellen.

Das einzustellen dürfte aber recht fummelig werden.

Gemessen wird an CN5, bzw. über den Widerstand R33.
(da müssen dann 130mV, bzw. 0,13V anliegen, ungefähr genügt (zw. 110 und 130mV, denke ich, wären ok))

Wenn der Wert weiterhin nicht stimmt, muss halt der Ruhestrom eingestellt weden.

Lass das aber besser jemanden machen, der deinen Verstärker kennt.

Wenn es ein Musikerverstärker (Gitarre?) ist, ist alles weniger kritisch (ausser einem zu hohen Ruhestrom), aber es ist immer besser, wenn man sich nach den Herstellerangaben richtet.

War der Ruhestrom mit den alten Röhren denn richtig?

Gruss, Jens
Welturlaub
Stammgast
#5 erstellt: 23. Jul 2010, 19:48
Hi,

Diese Werte verwirren mich noch stärker. die Herstellerangaben weichen davon deutlich ab...

Die Röhren sind gematcht.

Gemessen habe ich an CON5 zwichen Pin 1 und 2 0,7V,
zwichen 2 und 3 0,7V.

Leider ist mein English nicht so gut, daher bin ich nicht sicher ob ich richtig gemessen habe - und vielleicht sogar alles bestens ist.

Zudem verwirrt mich, das das Ergebniss genau zu 2xEL84 passt (DSL201), daher habe ich rund um die Endröhren alles ausgemessen - stimmt soweit. (Fehler vorbehalten)

So habe ich den Verdacht, das vielleicht nur 2 mitspielen - was würde passieren, wenn ich je eine rausnehme?
(Zum testen der These)

Die alten Röhren funktionieren nicht mehr, der AÜ war auf "einer Seite [P-]" im KOhm Bereich - bei Gleichstrommessung (Wicklungsbruch?, nix verschmort oder braun)

Neue Erkenntniss: Die Rötliche Leuchtstärke der EL84 ändert sich bei voller Leistung schnell im Rythmuss - nie gesehen...



Gruß...


[Beitrag von Welturlaub am 23. Jul 2010, 21:04 bearbeitet]
Ingor
Inventar
#6 erstellt: 23. Jul 2010, 21:23
Du kannst ruhig je eine Röhre rausnehmen, da passiert nichts. In der Anleitung steht übrigens nur, dass das liegende PR1 normalerweise immer auf Max steht und nur im Bedarfsfall zum Reduzieren des Ruhestroms genutzt wird. Zur Justage des Ruhestroms ist aber VR12 zuständig. PR1 ist VR12 vorgeschaltet. Bevor du etwas verdrehst, markiere die Position des Trimmers. Der Ruhestrom wird ohne Eingangssignal aber mit angeschlossenen Lautsprechern gemessen. Ein zu geringer Ruhestrom produziert tatsächlich einen höheren Klirrfaktor, bei Instrumentenverstärkern aber kein so großes Problem.
Welturlaub
Stammgast
#7 erstellt: 23. Jul 2010, 21:38
Vielen Dank für diese Antwort,
die beiden anderen Potis habe ich nur im Schaltplan gesehen,
nicht im Gerät (vermutlich "extra" auf der anderen Platinenseite, damit man nicht dran rumspielt).
Dann lasse ich den Wert so niedrig und hoffe auf eine längere Lebensdauer der Röhren.
(Wie das mit dem AÜ passieren konnte ist mir allerdings immer noch ein Rätsel)!

Vielen Dank für all die Hilfe...
E130L
Inventar
#8 erstellt: 23. Jul 2010, 21:51
Hallo,


Die Rötliche Leuchtstärke der EL84 ändert sich bei voller Leistung schnell im Rythmuss - nie gesehen...


Falls Anodenbleche glühen, hat der Verstärker noch einen kapitalen Fehler und die neuen Röhren sind auch bald hin!

Hast Du auch R33,C43 überprüft?

Pins 1 u.3 vom Teststecker sind verbunden.

Wenn man ohne Aussteuerung die Spannungsabfälle beider Seiten am AÜ misst, kann man die Symmetrie des Bias kontrollieren.
Vorausgesetzt die Wicklungswiderstände sind gieich.

MfG Volker
Welturlaub
Stammgast
#9 erstellt: 23. Jul 2010, 22:06
Hi,
glücklicherweise nicht die Anodenbleche, ehr wie die Aussteuerungsanzeige beim Röhren Tonband - nur das es halt in rot/orange ist.

Am AÜ messen - jetzt habe ich das Gerät schon wieder zusammengebaut.

Könnte "schlechte Symetrie" den AÜ zerstört haben?
Kein bläuliches leuchten, keine "roten Backen" bei Vollast.
Ich habe an allen EL-Sockeln den Wiederstand gemessen (mehr bietet mein Messgerät nicht, und ich wollte nicht unter Spannung messen, da auch viele Halbleiter verbaut sind).
Die Messwerte waren an allen Röhren gleich, somit sollte da doch alles stimmen?

Gruß...
rorenoren
Hat sich gelöscht
#10 erstellt: 23. Jul 2010, 23:31
Moin,

entweder keine Sorgen machen: "Lass brennen, AÜ kost ja nix!"

Oder wie schon geraten:


Lass das aber besser jemanden machen, der deinen Verstärker kennt.

(oder sich damit auskennt)

Gruss, Jens
Welturlaub
Stammgast
#11 erstellt: 23. Jul 2010, 23:53
Hi,

nix soll brennen, nix hat gebrannt, daher frage mich mich auch noch immer, wie es dazu kommen konnte.
Geld für einen Profi habe ich leider nicht.
Ich bin dankbar für jeden Tipp, der mir hilft dem Gerät ein langes und gutes Leben zu garantieren...
Doch klar kommen muß ich mit dem Teil selber!

Derzeit zeigt das Teil keinerlei Fehlfunktionen, alle symetrichen und somit vergleichbaren Teile der Schaltung zeigen die selben Messwerte.
Der AÜ wird nicht sonderlich warm, die Lautstärke ist wie früher, 2Stunden auf voller Leistung gespielt - nix auffälliges

Gruß..


[Beitrag von Welturlaub am 24. Jul 2010, 00:05 bearbeitet]
Dynacophil
Gesperrt
#12 erstellt: 24. Jul 2010, 00:02
Ich hab mich mal totgesucht weil eine Endröhre rote bäckchen machte - JETZT checke ich immer erst mal die Fassung der Röhre... die war der Grund.
Welturlaub
Stammgast
#13 erstellt: 24. Jul 2010, 00:12
Hi,

wie gesagt, glücklicherweise keine roten Backen, verfärbte Wiederstände, stinkenden Trafos oder kochende Elkos.
"Nur" ein seltsammerweise hochohmig (Gleichstrom) gewordene Wicklung des AÜ und ein sehr niedriger "Ruhestrom".

AÜ und Röhren getauscht.

Die Suche nach der Ursache lässt mich nicht wirklich los, könnte eine ausgefallene Phasenumkehr bzw, nur eine "Pull-Belastung" bei ausgefallenem "Push" den Ausfall des AÜ und den niedrigen Ruhestrom erklären?
Oder gäbe es dann drastiche Anzeichen wie rote Backen, rauchende wiederstände...?

Der beschriebene "Leuchteffekt" ist kaum erkennbar und tritt nur bei plötzlich eintretender "Maximallast" auf.
(Alles auf Maximum und Basseite anschlagen).
Vielleicht geht ja die Anodenspannung etwas in die Kniee.
Diese Beobachtung stufe ich nur als interresant ein - vermutlich werden wahre HiFi-Fans solche Belastungen Ihrem Gerät nicht zumuten,
doch mich würde interresieren, ob dies sonst noch jemand beobachtet hat.
(Werde auch mal anderen Guitarrenamps in die Röhre schaun...)


Gruß...


[Beitrag von Welturlaub am 24. Jul 2010, 03:59 bearbeitet]
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