Regelbare Gittervorspannung für El504 Amp

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dllwurst
Stammgast
#1 erstellt: 23. Feb 2007, 18:54
Hallo Forum!



(ca.200v-300v)
Ich wollte wissen, ob man bei der Schaltung eine regelbare Gittervorspannung mit dem LM337T einbauen kann.
Falls ihr noch Verbesserungsvorschläge habt, immer her damit.

MfG Elektro Matze
E130L
Inventar
#2 erstellt: 24. Feb 2007, 11:53
Hallo Matze,

das hängt davon ab, ob der Netztrafo über eine geeignete (ungenutzte) Wicklung verfügt aus der man den LM337 speisen kann.
Warum willst Du denn eine neg. Gitterspannung, die Endstufe hat doch automatische Gitterspannungserzeugung mit den 40 Ohm Widerständen?

Um die Arbeitspunkte individuell einstellen zu können, kannst Du auch den Kathodenwiderstand aufteilen in 10R + 22R +22R Drahttrimmer entsprechender Belastbarkeit, der 10R Widerstand dient als Messwiderstand für den Kathodenstrom.

MfG Volker
dllwurst
Stammgast
#3 erstellt: 24. Feb 2007, 14:42
Ich habe noch ein paar von den LM337T hier rumliegen (ca.10St.). Der Netztrafo hat noch eine 6,3V Wicklung ca.2,5A.

P.S. Wenn das nicht klappt mit den LM337T, wieviel Watt müstte dann der Trimmer haben?

MfG Elektro Matze
E130L
Inventar
#4 erstellt: 24. Feb 2007, 15:19
Hallo,

die 6,3V dürften nicht reichen für die Gittervorspannung,

der Trimmer müßte >= 2W bei Imax = 0,2A haben.

MfG Volker
dllwurst
Stammgast
#5 erstellt: 25. Feb 2007, 09:37
Schade, aber wieviel Volt brauchte ich denn theoretisch??


MfG Elektro Matze

P.S. wenn noch grundsätzliche Verbesserungsvorschläge da sind bitte geben
richi44
Hat sich gelöscht
#6 erstellt: 25. Feb 2007, 11:17
Wenn Du uns nicht nur dieses Fragment lieferst, sondern die ganze Schaltung, kann man Dir eher raten (inkl. Bestellnummer des Trafos)
Sicher ist mal so viel: Für Klasse A ist eine Gittervorspannung von mindestens 13,5V nötig, bei Klasse B dürfte das bei etwa -24V liegen. Das ist aber abhängig von der Speisespannung und kann im Extremfall auch wesentlich mehr sein.
Und ob Klasse B möglich ist, kann nur durch das totale Schaltbild beantwortet werden. Tatsache ist, dass die EL34 normalerweise bis 150mA Anodenstrom betrieben werden darf. Bei 40 Ohm Kathodenwiderstand und 100mA Strom ergäbe dies eine Gittervorspannung von 4V, was nur bei einer Anodenspannung von 20V möglich ist.
Mir scheint, dass Du entweder nur einen Teil einer bestehenden Schaltung kopiert hast oder dass derjenige, der die Schaltung gezeichnet hat, von Röhrentechnik keine Ahnung hat.
Ich würde Dir empfehlen, Dich mal über Röhrentechnik im Allgemeinen schlau zu machen und dann das Datenblatt der EL34 zu konsultieren. Das, was ich jedenfalls hier gesehen habe, ist von vorne bis hinten falsch.
richi44
Hat sich gelöscht
#7 erstellt: 25. Feb 2007, 11:22
Nachtrag:
Aber nicht gleich verärgert sein, wenn ich so direkt war.
Aber es ist wirklich so, dass man für Röhrenschaltungen schonmal das Datenblatt lesen und verstehen sollte. Und im Zweifelsfall früh genug fragen, nicht erst, wenn unnützes Material eingekauft ist (100V Trafo)

Und hier noch etwas Werbung in eigener Sache:
http://files.hifi-fo...k/Roehrentechnik.pdf
Lies das mal durch und wenn Unklarheiten entstehen, dann frag. Wir helfen nämlich gerne!!
dllwurst
Stammgast
#8 erstellt: 25. Feb 2007, 12:44
Danke für die Tipps!

Wenn mir jemand ein gutes Programm zum Schaltplan zeichnen geben könnte, würde ich euch den kompletten Schaltplan geben.

MfG Elektro Matze

P.S. Die Übertrager(Artikel-Nr.: 516104 - 62) habe ich mal geschenkt bekommen. Als Alternative habe ich noch zwei Ringkern Trafos da.


[Beitrag von dllwurst am 25. Feb 2007, 12:51 bearbeitet]
sidolf
Inventar
#9 erstellt: 25. Feb 2007, 12:52

richi44 schrieb:
Und im Zweifelsfall früh genug fragen, nicht erst, wenn unnützes Material eingekauft ist (100V Trafo)



Hallo Richi, hallo Matze,

also, die komplette Schaltung interessiert mich auch brennend! Was is'n das für ein Wunderding?

@Richi44

Matze meinte nicht die EL34 sondern die EL504! Siehe Titel des Thread! Aber das ändert am Sachverhalt auch nicht mehr viel.

Liebe Grüße


[Beitrag von sidolf am 25. Feb 2007, 12:59 bearbeitet]
dllwurst
Stammgast
#10 erstellt: 25. Feb 2007, 13:06
Also so, wie ich das jetzt kapiert hab(hoffentlich), muss ich mindestens -20V Gittervorspannung bei 130V haben. Dann müsste das einen Kathodenwiederstand von ca.250 Ohm entsprechen. Oder?

MfG Elektro Matze
sidolf
Inventar
#11 erstellt: 25. Feb 2007, 13:10

dllwurst schrieb:
Also so, wie ich das jetzt kapiert hab(hoffentlich), muss ich mindestens -20V Gittervorspannung bei 130V haben. Dann müsste das einen Kathodenwiederstand von ca.250 Ohm entsprechen. Oder?

MfG Elektro Matze :)


Kannst Du das Datenblatt der EL504 mal ins Forum stellen. Ich hab' keins gefunden und kenne die EL504 leider nicht. Dann kann Dir geholfen werden. Warum nur 130V Anodenspannung? Ist die EL504 eine Niedervoltröhre?

Gruß
dllwurst
Stammgast
#12 erstellt: 25. Feb 2007, 13:15
Das Datenblatt der EL504 verweist auf die PL504:

PL504

Sie ist keine Niedervoltröhre ich wollte wissen, ob ich richtig gedacht habe.

MfG Elektro Matze
sidolf
Inventar
#13 erstellt: 25. Feb 2007, 13:46

dllwurst schrieb:
Das Datenblatt der EL504 verweist auf die PL504:

PL504

Sie ist keine Niedervoltröhre ich wollte wissen, ob ich richtig gedacht habe.

MfG Elektro Matze


Hallo Matze,

bei ca. 140V UA

Ug1 = -20 Volt Ia = 40mA RK etwa 480 Ohm
Ug1 = -15 Volt Ia = 80mA RK etwa 170 Ohm
Ug1 = -10 Volt Ia = 160mA RK etwa 60 Ohm
Ug1 = -5 Volt Ia = 280mA RK etwa 17 Ohm

Bei RK konnten nur etwa Werte angegeben werden. da Ig2 mal geschätzt wurde. Seltsame Röhre, wurde die überhaupt für NF-Anwendungen entwickelt?

Vielleicht kann sich Rich44 mal dazu äussern.

gruß


[Beitrag von sidolf am 25. Feb 2007, 13:49 bearbeitet]
dllwurst
Stammgast
#14 erstellt: 25. Feb 2007, 14:10
Hier ist das Schaltbild.
http://img155.imageshack.us/img155/7901/schaltungel504ui0.jpg


Könnte es sein das die Anodenspannung von 130V auf 20V zusammengebrochen ist, weil der Kathodenwiderstand zu klein war??

MfG Elektro Matze
DB
Inventar
#15 erstellt: 25. Feb 2007, 15:29
Hallo,

die PL500/504/509 sind Röhren für Horizontalablenkung. Nichtsdestotrotz lassen sich mit ihr auch NF-Verstärker bauen.
Die Schaltung geht allerdings so nicht:

Erstens ist das Schirmgitter der Eingangspentode nicht nach Masse abgeblockt und zweitens sieht eine Katodyn-Phasenumkehrung gänzlich anders aus (so wie im Bild ist die Ansteuerung äußerst unsymmetrisch). In Jogis Röhrenbude einfach mal suchen.

Drittens sind die Gitterableitwiderstände mit 27k zu klein, um mit den Koppelkondensatoren (22n) noch so was Ähnliches wie Baß durchzulassen.

Viertens müssen die Katodenwiderstände zumindest der Endröhren kapazitiv überbrückt werden, weil sonst hier eine enorme Gegenkopplung entsteht und den größeren Steuerspannungsbedarf kann die Vorstufe sicher nicht decken.

Um zu sagen, warum die Anodenspannung zusammengebrochen ist, müßte man erst mal wissen, wie sie zustandekommt und ob das Netzteil leistungsfähig genug ist.

MfG

DB
dllwurst
Stammgast
#16 erstellt: 25. Feb 2007, 16:02
Hallo,

Zu 1) Habe vergessen den einzuzeichnen. Ich habe 22n drin, kommt 0,3uF rein.
Zu 2) Könnte ich diese nehmen??(nur 2.Triode)


Zu 3) Was sollte ich denn für Widerstände nehmen??

Zu 4) Ich könnte 47uF oder 100uF einbauen.

MfG Elektro Matze


[Beitrag von dllwurst am 25. Feb 2007, 16:11 bearbeitet]
DB
Inventar
#17 erstellt: 25. Feb 2007, 17:41
Hallo,

ja, so sieht eine Katodynstufe aus.

Die maximale Größe der Gitterableitwiderstände ist im Datenblatt angegeben, ca. 470kOhm kannst Du schon machen.

Die Katodenkondensatoren müssen auch berechnet werden, aber zum Probieren kannst Du erstmal die 100µF nehmen.

MfG

DB
dllwurst
Stammgast
#18 erstellt: 25. Feb 2007, 18:11
Hallo

Ich habe die Arbeiten fertig gestellt.



Zu 1) Habe jetzt 0,3uF/630V MKP drin.

Zu 2) Siehe Schaltbild.

Zu 3) Hab das Datenblatt der PL504 studiert stand max 0.5M.
Ich habe 470k, 0,25W.

Zu 4) 2x 1k/5W parallel + 47uF/250V Kondensator. Genau so Vorstufe 47uF/250V + 1,5k Trimmer 0,25W oder 0,5W.

MfG Elektro Matze
richi44
Hat sich gelöscht
#19 erstellt: 26. Feb 2007, 08:08
Einfach mal generell:
Der Ausgangstrafo ist für 100V und maximal 10W gebaut. Und das ohne Gleichstrom-Vorbelastung. Ausserdem sehe ich nicht, wo Du da 2 Wicklungen hättest, um ihn gegentakt zu betreiben. Und für Eintaktbetrieb mit der entstehenden Vormagnetisierung (also Einsatz von 2 Trafos) ist er absolut unbrauchbar, genau wie auch ein Ringkern-Netztrafo. Ohne anständigen Ausgangstrafo geht da nichts!
Mit diesen Dingern wirst Du gerade mal eine Leistung von etwa 2W klirrfrei rauskitzeln können.

Die EL504 ist eine Zeilenendröhre und darum nicht auf eine gerade Ia/Ug-Kennlinie gezüchtet. Das bedeutet, dass sie ohne Gegenkopplung stark klirrt. In einer so primitiven Schaltung macht sie keine Freude.

Die ECF80 ist NICHT als NF-Röhre konstruiert. Auch sie hat eine recht krumme Kurve, was zu weiterem Klirr führt. Ausserdem ist die Triode für einen Anodenstrom von rund 14mA entwickelt, ebenso die Pentode für rund 10mA. Da ist mit den verwendeten Widerständen keine vernünftige Funktion möglich. Wenn man sie denn einsetzen wollte, müsste man die ganze Schaltungsberechnung richtig durchführen.

Das Schaltbild hat nach wie vor Fehler, so ist das Schirmgitter der ECF80 nicht abgeblockt und der Siebwiderstand liegt ohne Elko an beiden Anoden gemeinsam, was das Schwingen garantiert.

Jetzt konkret: Hast Du die EL504 und die ECF80 und sonst nichts oder soll das Ganze irgend etwas brauchbares werden? Oder möchtest Du einfach mal mit Röhren basteln? Und hast Du schon mit Transistoren gebastelt?
Wenn Du das über die Röhrentechnik gelesen hast, wirst Du verstehen, dass mit diesem Material nichts vernünftiges anzufangen ist.
Also, was soll es werden?
dllwurst
Stammgast
#20 erstellt: 26. Feb 2007, 16:28
Hallo

Es sollte eingendlich was vernünftiges werden(die EL504 hatte ich noch, sowie Sockel). Hört sich auch schon ziemlich gut an. Hätte denn jemand eine Schaltung, die ich besser nehmen könnte (möglichst wieder mit EL504). Sollte man vielleicht die ECF80 gegen ECL82/86 austauschen???



MfG Elektro Matze

P.S. Die Übertrager sind nicht nur bis 100V, war bei Conrad und hab nachgefragt.


[Beitrag von dllwurst am 26. Feb 2007, 16:49 bearbeitet]
dllwurst
Stammgast
#21 erstellt: 26. Feb 2007, 16:48
Gerade erneuter Test mit CD-Player: enttäuschend. Bei 2/3 der Lautstärke blubbern und krächtzen.


MfG Elektro Matze
sidolf
Inventar
#22 erstellt: 26. Feb 2007, 17:49

dllwurst schrieb:
Gerade erneuter Test mit CD-Player: enttäuschend. Bei 2/3 der Lautstärke blubbern und krächtzen.


MfG Elektro Matze


Hi Matze,

ich lehne mich jetzt mal ganz weit aus dem Fenster: Aber Dein Ausgangstrafo kann einfach so nicht passen. Ich habe auch ein Selbstbau-Projekt hinter mir und ich weiß, was ich da mit dem AÜs für einen Aufwand hatte bis der Klang und die Messdaten passten!

Mein Rat an Dich, überdenke das Projekt nochmals und hole Dir von unseren Experten hier im Fo viele gute Tipps dazu.

Liebe Grüße
.:Bulli:.
Ist häufiger hier
#23 erstellt: 26. Feb 2007, 18:47
Hallo !

Da ich auch immer noch nach einer (zumindest halbwegs) vernüftigen Schaltung für die 504 suche bin ich neulich über das hier gestolpert: Tubeland.de Schaltung

Vielleicht hilft das ja weiter...

Gruß
Markus
dllwurst
Stammgast
#24 erstellt: 26. Feb 2007, 19:27
Hallo

Die Schaltung hatte ich auch schon gesehen. Wollte die nicht nehmen, weil die als Trioden geschaltet sind. Werde es aber jetzt mal damit probieren. Könnte mann anstatt der PCF82 auch gegn ECF80 tauschen?? Und als

Übertrager
bzw.
Übertrager2

Und als

Trafo
pragmatiker
Administrator
#25 erstellt: 26. Feb 2007, 20:10

dllwurst schrieb:
Hallo

Die Schaltung hatte ich auch schon gesehen. Wollte die nicht nehmen, weil die als Trioden geschaltet sind. Werde es aber jetzt mal damit probieren. Könnte mann anstatt der PCF82 auch gegn ECF80 tauschen?? Und als

Übertrager
bzw.
Übertrager2

Und als

Trafo


Servus dllwurst,

jetzt meld' ich mich auch mal zu Wort: Mit den 100[V] Übertragern als Ausgangsübertrager wird das - nimm' es mir nicht übel - mit allergrößter Wahrscheinlichkeit nichts, weil:

  • die Dinger mit einem angegebenen Verpackungsgewicht von ca. 210[g] bzw. ca. 350[g] leistungsmäßig VIEL zu klein sind.
  • Bei dieser Kerngröße selbst bei optimaler Anpassung keinerlei ernsthafter Baß zu erwarten ist - auch bei kleiner Aussteuerung nicht.
  • Die Übertrager impedanzmäßig auf der 100[V] Seite mit einiger Sicherheit überhaupt nicht zum anzustrebenden R(aa) der EL504 passen.
  • Diese Übertrager nicht für Gleichstromvorbelastung gemacht sind (kein Luftspalt) und deswegen bereits kleine Ruhestromunsymmetrien übel nehmen würden.

Zu diesen Übetrageren gibt es nur ein eindeutiges - wenn auch hartes Wort zu sagen: Vergiß es.

Nachdem sich bei mir der Eindruck verfestigt, daß Du besonders den Kostengesichtspunkt bei der Bauelementeauswahl in den Vordergrund stellst, sei an dieser Stelle gesagt: Für ein ordentliches Pärchen Ausgangsübertrager, die R(aa)-mäßig halbwegs zur EL504 / PL504 passen, wirst Du mindestens etwa EUR 150,-- bis EUR 200,-- los sein - drunter wird's auf keinen Fall gehen. Dies liegt unter anderem ganz einfach darin begründet, daß (es wurde weiter oben von DB schon erwähnt) diese Röhren Zeilenendrohre sind und typischerweise nicht als Audioendstufen eingesetzt wurden. Nun sind die Anforderungen an Zeilenendrohre ganz andere als an Audioendröhren: Niederohmigkeit (damit das Teil schnell und impulsstromergiebig ist), höchste Spannungsfestigkeit (um den Zeilenrückschlagimpuls unbeschadet zu überstehen) etc. Das heißt auch, daß Zeilenendröhren - als Audioendstufenröhren eingesetzt - erheblich andere Eigenschaften haben, was den erforderlichen R(aa) eines Ausgangsübertragers angeht. Nur: Für Audioendröhren vom Schlage einer EL84, EL34, KT88, KT77 usw. gibt es jede Menge Schaltungen und auch viele Hersteller, die dazu passende Ausgangsübertrager liefern. Das ist bei genau für Zeilenendröhren passenden Ausgangsübertragern nicht so - hier ist die Auswahl dünn bis nicht mehr vorhanden....und genau deswegen wird es dann hier zumindest nicht preiswert...eher wird es teurer als normal.

Du kannst auch nicht an einen Unimog ein Hochgeschwindigkeits-Porsche-Getriebe anflanschen....das wird nichts....genauso wie mit einem Unimog-Getriebe an einem Porsche-Motor keine rechte Freude aufkommen wird. Und so ist das mit den Ausgangsübertragern nun mal auch - sie sollten:

  • leistungsmäßig
  • spannungsfestigkeitsmäßig
  • impedanzmäßig
  • frequenzgangmäßig
  • vormagnetisierungsmäßig

schon zur geplanten Anwendung, zur Endröhre und in Grenzen auch zum verwendeten Lautsprecher passen - sonst ist nur ein Haufen Geld und Arbeitszeit sinnlos verbraten.

Wenn Du diesen Punkt noch einmal überdenkst und dann immer noch der Meinung bist, daß Du mit EL504 / PL504 mit passenden Ausgangsübertragern eine Endstufe aufbauen möchtest, dann können wir gerne den Rest Deiner Schaltung näher diskutieren.


dllwurst schrieb:
P.S. Die Übertrager sind nicht nur bis 100V, war bei Conrad und hab nachgefragt.

Auch hier sei mir ein recht direkter Ausdruck erlaubt - der Mensch, der Dir diese Auskunft gegeben hat, war fachlich wohl nicht recht auf der Höhe. Dringen wir etwas ein in die Theorie der Beschallungstechnik und beleuchten die Spielart "100[V] Technik" - worum geht es hier? Die 100[V] Technik wurde eingeführt, um an EINER Audioendstufe VIELE Lautsprecher völlig unterschiedlicher Leistungsklasse parallel und gleichzeitig betreiben zu können - wie dies z.B. bei Großflächendurchsagesystemen wie in Krankenhäusern und Schulen erforderlich ist. Diese Beschallungssysteme zeichnen sich durch zwei Kerneigenschaften aus: a.) Die erforderliche Beschallungsleistung ist von Raum zu Raum (z.B. Klo / Turnhalle) völlig unterschiedlich, und b.) Die erforderlichen Kabel haben eine sehr große Länge. Um nun zur Reduktion der ohmschen Verluste (wegen der erforderlichen Ströme) keine armdicken Leitungen für die Lautsprecherverkabelung nehmen zu müssen, kam vor vielen Jahrzehnten ein schlauer Mensch auf die Idee, die Ausgangsspannung des Verstärkers so zu transformieren, daß eine relativ hohe Spannung auf der Sekundärseite des Ausgangsübertragers entsteht. Desweiteren kam er auf die Idee, die Ausgangsspannung auf der Sekundärseite zu normieren, damit diese bei der Vollaussteuerungsgrenze des Verstärkers einen einheitlichen und bekannten Wert hat (was natürlich einen gut gegengekoppelten Verstärker erfordert). Und diese normierte Ausgangsspannung beträgt eben 100[Veff] bei Vollaussteuerung des Verstärkers - daher der Name. Und sie beträgt auch 100[Veff] und nicht mehr - weil sonst alle anderen Komponenten für 100[V] Systeme der Überlastungsgefahr ausgesetzt wären. Der Verstärkerhersteller stellt also nun einen 100[V] Ausgang zuer Verfügung, der - sagen wir mal - eine Maximalleistung von 500[W] abgeben kann. Und an diese 100[V] Ausgangsstrippe kann sich nun jeder irgendwo im Gebäude draufklemmen - der Mann mit der 2.5[W] Druckkammertröte für's Klo genauso wie derjenige mit den fünf 40[W] Lautsprechern für die Turnhalle...Hauptsache, die Gesamtnennleistungsaufnahme aller Lautsprecher liegt nicht über der Maximalleistung des Verstärkers. Um hier natürlich Anpassung zu erreichen, muß vor jeden Lautsprecher ein 100[V] Übertrager geschaltet sein, der diese 100[V] auf ein für den jeweiligen Lautsprecher verträgliches Spannungsniveau runtertransformiert. Um beim obigen Beispiel zu bleiben (und unter kompletter Vernachlässigung der Übertragerverluste): Für eine 2.5[W] Klo-Druckkammertröte müßte dieser Übertrager auf der Primärseite (der 100[V] Seite also) eine Impedanz von ca. 4000[Ohm] aufweisen....für einen 40[W] Turnhallenlautsprecher dagegen bräuchte der 100[V] Übertrager eine Primärimpedanz von ca. 250[Ohm] - und das, obwohl ja beides 100[V] Übertrager sind. Du siehst schon - die Angabe "100[V] Übertrager" sagt ohne die Spezifikation der Maximalleistung überhaupt nichts über die Primärimpedanz des Übertragers bei gegebenen Randbedingungen aus - und genau diese Angabe der Primärnennimpedanz ist eine der Kardinalgrößen für Röhrenendstufen. Und genau diese Spezifikation der Maximalleistung fehlt bei den beiden von Dir verlinkten Übertragern (mal abgesehen davon, daß auf den Bildern der beiden Trafos auf der 100[V] Seite Abgriffe für 3[W], 5[W], 6[W] und 10[W] zu sehen sind - was schon einen Eindruck von der Leistungsklasse dieser Übertrager vermittelt).

Nehmen wir uns mal das (seriöse) Herstellerdatenblatt des ersten von Dir verlinkten Übertragers vor:

http://www.visaton.de/de/chassis_zubehoer/zubehoer/440.html

Da steht: Übertragungsbereich (-10[dB]): 50[Hz]...19[kHz] (-3[dB]). Primär 10[W]:1[kOhm]. Nun, was heißt das im Klartext:

  • Die maximal aus der 100[V] Kette entnehmbare Leistung mit diesem Übertrager beträgt 10[W].
  • Die Übertragungsbereichsangabe bezieht sich auf -10[dB], also auf 1[W].
  • Bezogen auf diese 1[W] Primärleistung liegt die Sekundärleistung bei 50[Hz] bereits bei -3[dB] - also bei 0.5[W].
  • Das ist also eindeutig ein Übertrager für Sprachübertragung - Kirche, Flughafen, Turnhalle oder eben Klo.

Beim zweiten von Dir verlinkten Übertrager sieht das (seriöse) Herstellerdatenblatt nicht viel besser aus:

http://www.visaton.de/de/chassis_zubehoer/zubehoer/441.html

Da steht: Übertragungsbereich (-10[dB]): 20[Hz]...20[kHz] (-3[dB]). Primär 10[W]:1[kOhm]. Nun, was heißt das im Klartext:

  • Die maximal aus der 100[V] Kette entnehmbare Leistung mit diesem Übertrager beträgt auch hier 10[W].
  • Die Übertragungsbereichsangabe bezieht sich auf -10[dB], also auf 1[W].
  • Bezogen auf diese 1[W] Primärleistung liegt die Sekundärleistung bei 20[Hz] bereits bei -3[dB] - also auch hier bei 0.5[W].
  • Das ist also auch eindeutig ein (besserer, weil etwas baßtauglicherer) Übertrager für Sprachübertragung - Kirche, Flughafen, Turnhalle oder eben Klo.

Zu dem von Dir in Deinem Schaltbild eingezeichneten Conrad-Übertrager "516104-62" hab' ich leider keine aussagefähigen Detaildaten zu Frequenzbereichen gefunden (das einzige, recht verwirrende Datenblatt gab's hier: http://www2.produkti...uenz-Uebertrager.pdf )....aber das Teil sieht von der Größe und vom Preis her viel zu mickrig aus, um als Ausgangsübertrager für eine veritable EL504 Gegentaktendstufe nur irgendwie in Betracht zu kommen....da deutet auch schon die Primärleerlaufinduktivität von 0.6[H] an der 10[W] Anzapfung auf der 100[V] Seite hin, die keinerlei bedeutsamen Tiefbaß erwarten läßt (das 20- bis 50- fache dieser Primärleerlaufinduktivität wäre eine vernünftige Diskussionsgrundlage).

Noch Fragen?

Da die 100[V] Angabe sich immer auf die Maximalleistung des vorgeschalteten Verstärkers bezieht, weiß auch jeder, der einen Lautsprecher für diesen 100[V] Zweig auslegen muß, daß er im Betrieb selbst bei der größten Lautstärke nicht mit einer Spannung von mehr als 100[V] rechnen muß - warum sollte er also einen Ausgangsübertrager für eine größere Spannung auslegen? Unter diesem Aspekt gesehen kann die Aussage des oben zitierten Mitarbeiters des großen Elektronikhauses als nur noch von Unwissen geprägt verstanden werden.

Und die oben von Dir verlinkten 100[V] Übertrager sehen vom Aussehen und vom Gewicht her ganz genau so aus, als ob sie für den Verwendungszweck "Druckkammertröte auf dem Klo mit einem Sprachfrequenzganz von 300[Hz] bis 3[kHz]" gemacht worden wären.

Du kannst das Ganze auch noch mit unserem Lichtnetz vergleichen: Hier haben wir eine Nennspannung von 230[V], auf der alle Verbraucher parallel draufhängen. Der eine verbraucht halt Kilowatts (und hat deswegen einen recht niedrigen Innenwiderstand bzw. eine niedrige Nennimpedanz) und der andere ist ein mickriges 2[W] Steckernetzteil (und hat deswegen einen recht hohen Innenwiderstand bzw. eine recht hohe Nennimpedanz). Trotzdem käme kein Hersteller eines 230[V] Gerätes auf die Idee, seinem Kunden zuzusichern, daß sein Gerät auch "erheblich mehr als 230[V]" unbeschadet bei voller Funktionsfähigkeit übersteht (Schaltnetzteile mit Weitbereichseingang vielleicht mal ausgenommen).

Um das oben gesagte noch einmal zu wiederholen: Wenn Du die vorstehenden Punkte allesamt noch einmal überdenkst und dann immer noch der Meinung bist, daß Du mit EL504 / PL504 mit passenden Ausgangsübertragern eine Endstufe aufbauen möchtest, dann können wir gerne den Rest Deiner Schaltung näher diskutieren.

Grüße

Herbert


[Beitrag von pragmatiker am 26. Feb 2007, 21:53 bearbeitet]
richi44
Hat sich gelöscht
#26 erstellt: 27. Feb 2007, 08:13
Hallo Matze, Du machst es einem wirklich nicht leicht.
Was willst Du mit einer ECL82 in Deiner Schaltung? Natürlich ist eine "L" auch eine Pentode, aber eine Endpentode. Die ist nicht als normale Verstärkerstufe zu gebrauchen.
Wenn Du Dich bemühen würdest, das Zeugs über Röhren (kann auch das Wikipedia sein) nur ansatzweise zu studieren, kämst Du nicht auf solche Fragen.
Und warum hat Dir Pragmatiker das Selbe zu den Ausgangstrafos erzählt, das ich schon erwähnt habe? Weil es stimmt.
Dann glaube das auch. Es bringt nichts, wenn Du wieder mit der gleichen Schaltung auffährst, die noch die selben Fehler hat und die immer noch mit diesen Trafos bestückt ist.

Wenn Du also ein Ding bauen willst, das funktioniert, dann brauchst Du eine vernünftige Schaltung, und da ist die verlinkte von Bulli auch alles andere als gut. Wenn ich nur schon einen Trimmer sehe, der die Symmetrie der Phasendrehstufe abgleicht, stellen sich mir die Haare auf. Sowas lässt sich anders lösen. Da müsstets Du ja dauernd kontrollieren und nachregeln, damit die Symmetrie gewahrt bleibt, weil jedes Bisschen Röhrenalterung diese Symmetrie verschiebt.

Also, lass uns das Ding langsam und vernünftig angehen. Wenn es denn unbedingt die EL504 sein muss, kann man Dir da schon helfen. Aber Du kommst nicht um einen vernünftigen Ausgangstrafo rum.
Und vor allem müssen wir mal wissen, wie viel Geld Du in so eine Konstruktion stecken willst.
dllwurst
Stammgast
#27 erstellt: 27. Feb 2007, 12:56
OK, OK!!

Dann werde ich mir ein Quartett EL34 JJ Red Label bei BTB bestellen.(kann wahrscheinlich noch bis Ende des Jahres dauern )
Als Übertrager
2xEL34
http://www.tubeland...._prod=22&xns_back=18
http://www.tubeampdo...7_48&products_id=165


Könnte man den Trafo von Reichelt nehmen???


MfG Elektro Matze


[Beitrag von dllwurst am 27. Feb 2007, 13:15 bearbeitet]
richi44
Hat sich gelöscht
#28 erstellt: 27. Feb 2007, 14:40
Bei mir funktioniert derzeit die Reichelt-Seite nicht.
Aber wie wärs mit Ritter? http://www.roehrenendstufen.de/
dllwurst
Stammgast
#29 erstellt: 27. Feb 2007, 16:21
Die sehen gut aus von Ritter!!
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