Wie stark beeinflußt die Gleichrichterröhre(5U4)den Klang?

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Gelscht
Gelöscht
#1 erstellt: 24. Okt 2008, 13:18
Habe gerade bei Sophiaelectric eine 274 Röhre entdeckt,die eine Klangverbesserung gegenüber der 5U4 bewirken soll.
Kann hier jemand eine Aussage über diese Behauptung machen,da diese 274 ja auch preislich nicht ganz billig ist.
Ist da was dran oder nicht?

Diego
GorgTech
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 24. Okt 2008, 16:57
Hallo Diego,

eine Gleichrichterröhre kann unmöglich den Klang hörbar verbessern, genausowenig kann ein Lautsprecherkabel aus reinem Silber irgendwas am Klang verbessern. Wir reden hier von NF ( Niederfrequenz ) Verstärker, Silberhaltiges Lötzinn kann in der HF Technik durchaus einiges bewirken ( Oszilloskope und andere Präzisionsmessgeräte ).

Ich verwende zwar selber auch Gleichrichterröhren in meinen selbstgebauten Projekten ( wegen der unkomplizierten ) Anodenspannungeinschaltverzögerung.

Ich habe im Vergleich zu einer stinknormalen, einfachen Siliziumbrücke von Reichelt absolut keinen akustischen Unterschied wahrgenommen ( obwohl meine Ohren nicht diskogeschädigt sind ).

Lass dich nicht von diesen teueren "audiophilen" Hifi Artikeln und Beschreibungen blenden, vieles bringt nur einem etwas - dem Verkäufer.

Ein richtig designter Verstärker braucht keine Voodoo-Artikel um gut zu klingen

P.S: Wenn du die 5u4G Gleichrichterröhre wegen der Technik und der Optik ( oder auch wegen der Einschaltverzögerung ), kannst du dennoch eine einbauen, eine normale 5u4g Gleichrichterröhre ist nicht sehr teuer.

Gruß,

Georg
robeertm
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 24. Okt 2008, 17:23
Hi,

nach der Gleichrichterröhre und dem folgenden RC Siebglied, ist die Gleichrichtung beendet, danach werden die Karten neu gemischt. Nur sollte die Gleichrichterröhre so bemessen sein, das sie alles darauffolgende gut mit Strom versorgen kann, sost wirds ein "Gleich-riecht-er"

GdR
micha_d
Stammgast
#4 erstellt: 24. Okt 2008, 20:15
Wenn schon Gleichrichterröhre,dann Quecksilberdampfgleichrichter....alles andere ergibt ein "weiches" Netzteil,was ich zumindest für Endstufen als wenig Ideal ansehe...die Glättungskapazität ist arg begrenzt...die Röhre benötigt andere Eingangsspannung als ein Brückengleichrichter..ist wohl eher ein optischer Gag..

Durch das "weiche" Netzteil geht der Verstärker weicher in die Begrenzung.

Die Stinker bei Überlastung sind übrigens Selen-Gleichrichter..

Micha


[Beitrag von micha_d am 24. Okt 2008, 20:16 bearbeitet]
GorgTech
Hat sich gelöscht
#5 erstellt: 24. Okt 2008, 20:45
Die Glättungskapazität ist nicht begrenzt, wenn man sich zu helfen weiß. Ich habe in meinem Röhrennetzteil über 2000µF Glättungskapazität OHNE die Gleichrichterröhren zu überlasten ( Lademoment ). Vielleicht kommst du von alleine drauf wie man auch eine "altmodische" Röhre dazu überreden kann, mit solchen Kapazitäten umzugehen ohne im Einschaltmoment das zeitliche zu segnen

Gruß,

Georg
micha_d
Stammgast
#6 erstellt: 24. Okt 2008, 21:25
Willst du dafür noch die Spannung zum Elko langsam hochfahren??Oder gar über Widerstand vorladen?? Zuviel Krimskram für nichts..du kannst dir auch einen ganzen Zirkus Gleichrichterröhren verbauen...leuchtet schön...macht das Gerät schön voll und du kannst noch mehr Siebkapazität nehmen..

Micha


[Beitrag von micha_d am 24. Okt 2008, 21:26 bearbeitet]
GorgTech
Hat sich gelöscht
#7 erstellt: 24. Okt 2008, 21:56
Ich verwende Gleichrichterröhren nur für die idiotensichere Einschaltverzögerung der Anodenspannung 1 Gleichrichterröhre sieht in einem reinrassigen Röhrenprojekt schöner aus als ein schwarzer Siliziumgleichrichter

Widerstand war fast richtig, das Wundermittel nennt sich NTC
Gelscht
Gelöscht
#8 erstellt: 24. Okt 2008, 23:21
Vielen Dank erstmal für die Antworten.
Es ist so,daß ich bereits einen 300B Verstärker habe.
Beim stöbern im Internet hab ich bei Sophiaelectric reingeschaut,von denen ich bereits 2 Princess 300B(Mesh Plate)in meinen Amp eingestöpselt habe.Bin mit dieser Röhre von der Wertigkeit,der Verarbeitung und vor allem vom Klang sehr zufrieden.
Auf der Internetseite hab ich dann entdeckt,daß einer die Gleichrichterröhre von einem 300B Amp(ich vermute mal entweder eine 5U4,oder eine von Western Electric)mit der neuentwickelten 274 von Sophiaelectric getauscht hat und aufgrund des angeblichen"deeper soundstage"nicht mehr hergegeben hat.
Natürlich ist das Werbung in typisch amerikanischer Manier aber ich wollte nur mal wissen,ob da was dran sein kann... überhaupt.
Momentan bin ich mit meinem Sound sehr happy,nur ist es wirklich manchmal so,daß man noch etwas tunen kann.
In diesem Fall scheint es aber so zu sein,daß(laut Georg Tech)unmöglich eine Soundänderung mit der Gleichrichterröhre erzielt werden kann.
Also ist die gesparte Kohle besser in ein paar neue Platten investiert? oder??

An micha d.: Danke für den Tip mit dem Quecksilbergleichrichter,aber wie du oben lesen kannst ists dafür schon zu spät.
micha_d
Stammgast
#9 erstellt: 25. Okt 2008, 07:26
Die "Quecksilberröhre" hätte aber auch entscheidende Nachteile gehabt..die muss nämlich länger vorgeheizt werden,damit das Quecksilber verdampft..Produziert aber ein schönes Leuchten....das der einzige Vorteil gegenüber des Si-Gleichrichter wäre.....ansonsten liegen die Unterschiede der Gleichrichter am Aussteuerungsende in der Begrenzung(Clipping)...und es sind dort tatsächlich Klangunterschiede auszumachen...allerdings sollte man Röhrenverstärker,dessen Röhren am oberen Spezifikationsende betrieben werden mit einem "harten" Netzteil ausrüsten..da u.a auch die Gittervorspannung bei Überlastung in die Knie gehen kann,was die Röhren nicht mögen..

Bei meinen PP Endstufen bin ich zwingend auf Si angewiesen...

Micha


[Beitrag von micha_d am 25. Okt 2008, 07:27 bearbeitet]
richi44
Hat sich gelöscht
#10 erstellt: 25. Okt 2008, 07:44
Ein weiches Netzteil führt zu einer anderen Begrenzung und einer anderen Klirrverteilung über die Leistung. Es kann also sein, dass im ersten Moment eine laute Stelle etwas mehr Leistung hat, dafür aber nachher die Leistung zusammenfällt. Bei diesem Zusammenfallen nimmt der Klirr zu und das Ohr glaubt durch den höheren Klirr, es sei mehr Leistung da. Die Musik kann sich mit einem weichen Netzteil bei einem Röhrengerät dynamischer anhören.

So ein weiches Netzteil bekommt man aber auch mit Siliziumdioden und einem Vorwiderstand hin. Es ist also nicht die Frage der Röhre sondern nur die unstabile Versorgungsspannung. Und welcher Röhrentyp da verwendet wird (von Gasentladungsgleichrichtern abgesehen) ist absolut wurscht.
rorenoren
Hat sich gelöscht
#11 erstellt: 25. Okt 2008, 22:45
Moin,

wobei es zusätzlich interessant ist, welche Schaltungsart die Endstufe hat.

300B hört sich in den meisten Fällen nach Eintakt (SE) an.

Da bleibt die Leistungsaufnahme fast unabhängig von der Leistungsabgabe/Lautstärke.

In diesem Fall spielt die Geschichte eine noch geringere Rolle.

Das Problem bei der maximalen Siebkapazität ist nicht der Strom im Anlaufmoment, sondern bei den Spannungsspitzen.
(Sinuskurve)

Da entstehen je Halbwelle unzulässig hohe Ströme, die das Leben der Gleichrichterröhre verkürzen.

Dagegen hilft entweder ein Siebwiderstand nach der zulässigen Kapazität, oder eine Drossel.

Danach darf dann mehr oder weniger kommen was will.
(max. Strom soll natürlich nicht überschritten werden)

Ich würde dem Gleichrichter eine deutlich untergeordnete Rolle bei der ganzen Geschichte zuweisen.

Klangunterschiede durch Gleichrichter könnten, wenn überhaupt, durch höheren Innenwiderstand (niedrigere Betriebsspannung, bessere Siebwirkung) oder Störanteile bei Halbleiterdioden entstehen.

Es lohnt sich also eher nicht, dafür viel Geld auszugeben.
(besser neue Platten oder Reserve- 300B und 5U4 kaufen)

Gruss, Jens
DiegoDee
Ist häufiger hier
#12 erstellt: 12. Jul 2010, 16:38
Is ja jetzt schon ne Weile her seit dem letzten Post,aber hier mal meine Meinung:

Ich habe mir auch vor 2Jahren einen 300B SE gebaut.
Da habe ich gleich zu Anfang 2 Sophiaelectric 300 B Meshplate eingestöpselt.
Mit der 5U4 von Electroharmonix war ich rein optisch aber nicht zufrieden.

Habe dann eine 5U4 sowj. Produktion (NOS von 1964) mit schwarzen Platten für 17,90Euro hergetan.
Das war also ein rein optisches tuning.
Den Sound hat es auf jeden Fall nicht so verändert(wenn überhaupt),daß ich was gemerkt hätte,aber die"Flaschen" passen jetzt super zueinander....kann ich nur jedem raten,der eine runde 300B optik will.
rorenoren
Hat sich gelöscht
#13 erstellt: 12. Jul 2010, 16:51
Moin,

die Optik ist auch wichtig:

Das Auge hört mit.

Mit 300B oder 2A3 muss ich auch irgendwann mal bauen.

Gruss, Jens
Claudia_D
Ist häufiger hier
#14 erstellt: 12. Jul 2010, 19:09
ob man den Unterschied hört????

In meinem Projekt verwende ich eine GZ34. OK. Alternativ eine 5AR4. Bei der 5AR4 sinkt die Spannung von 450V (mit der GZ) auf knapp 425V mit der 5AR4. Macht in der Ausgangsleistung anstatt 17V nur noch 15,5V an den LS-Klemmen.

Vielleicht merkt man ja das und meint der Klang ändert sich.

Nur eine Anregung.

Liebe Grüße Claudia

Axo, fast vergessen. Überprüfe den maximalen Wert für den Ladekondensator. Da gibt es immense Unterschiede.


[Beitrag von Claudia_D am 12. Jul 2010, 19:12 bearbeitet]
istef
Inventar
#15 erstellt: 21. Jul 2010, 18:54
In anderen Foren wird seitenlang über den Klangunterschied von Gleichrichterröhren diskutiert. Ich kann keine Erfahrungswerte beitragen, es erstaunt mich aber sehr wie sich die allgemeine Meinung hier von der in anderen Foren unterscheidet.
rorenoren
Hat sich gelöscht
#16 erstellt: 21. Jul 2010, 19:25
Moin,

kommt halt sehr darauf an, ob das Forum/dessen Mitglieder eher "esoterisch" oder "bodenständig" angehaucht sind.
(die Bedeutung dieser Worte bitte nicht auf die Goldwaage legen!)

Natürlich kann es in Extremfällen Klangunterschiede geben.
(Defekt, starke Abweichung vom Datenblatt...)

Das ist aber wie bei anderen Dingen fast immer messbar.
(wie Claudia schrieb, z.B. an der Betriebsspannung)

Messbare Unterschiede werden übrigens andersherum oft gar nicht wahrgenommen.

Es gibt einfach zuviele Faktoren, die die Ohren/das Gehirn stärker beeindrucken als eine echte Klangveränderung.
("hübsche Röhre" "he, die Sonne scheint" "hatschi!")

Das verstärkt sich durch das in diesem Falle notwendige Umstecken und Warten, bis alles "steht".

Dabei vergeht soviel Zeit, dass das Gehirn Zeit findet, sich alle möglichen Gedanken zu machen, andere zu verwerfen, Fantasiegebilde für real erklären usw..

Wenn man dann noch zigmale umsteckt, wird man verwirrt.

Muss natürlich nicht bei jedem Menschen so sein, scheint aber bei vielen der Fall.

Das Ganze ist aber wie bei Religionen, alle haben immer Recht, nur die Anderen nicht.

Ich würde versuchen, mir aus den Argumenten beider Lager und eigenen Erfahrungen eine Meinung zu bilden.

In diesem Falle denke ich, wird diese Meinung nicht dauerhaft gleich bleiben.

Durch neue Erlebnisse kann sie sich zumindest in manchen Punkten sehr verändern.

Das ist aber wohl ein Teil des schönen Hobbys "HiFi".

Gruss, Jens
Claudia_D
Ist häufiger hier
#17 erstellt: 22. Jul 2010, 06:45
mooorgen,

schöner Beitrag Jens. Hat mir sehr gut gefallen.

Ja, die Gleichtrichterröhren. Ich mag sie. Aber wie ich schon angedeutet habe sind meine Erfahrungen eigentlich immer messbar. Bei dem oben erwähnten Beispiel (GZ34 zur 5AR4) ändert sich durch die sinkende Spannung nicht nur die maximale Ausgangsleistung an den LS-Klemmen sondern auch die komplette Verstärkung. Das bedeutet, die Endstufe ist bei gleicher zugeführter Eingansleistung eines Cd-Players leiser. Und das hört man direkt. Sie ist dann nicht mehr so luftig, stellt Stimmen nicht mehr präzise an den gewohnten Punkt und der "Druck" im Bassbereich sinkt.

PS: Übrigens ist das ein bekannter Trick von einigen unseriösen HiFi-Studios. Wenn man unbedingt die Endstufe A anstatt B verkaufen möchte wird beim Umschalten gerne ein wenig (ganz wenig) die Lautstärke korrigiert.

Auch ein Tausch der Endpenthoden ist messbar (zb KT88 auf 6550)

.... aber ein wenig Esoterik scheint auch im Spiel zu sein. Ich bilde mir immer ein den Wechsel von Audyn-Caps auf Standard MKT’s als Koppelkondensatoren zu hören. Messtechnisch nicht belegbar ..... da ist pure Emotion im Spiel. Aber das ist auch gut so.

Liebe Grüße Claudia
rorenoren
Hat sich gelöscht
#18 erstellt: 22. Jul 2010, 17:02
Moin Claudia,

wenn man die Emotionen als solche einfach hinnimmt und entsprechende "Verbesserungen" geniessen kann, ist doch alles im Lot.

Es wird erst dann unschön, wenn jemand meint, er müsse seine "Erfahrungen", die natürlich allgemeingültig sind, jedem um die Ohren hauen, der es anders macht.


Gruss, Jens
istef
Inventar
#19 erstellt: 22. Jul 2010, 17:57

Claudia_D schrieb:
Das bedeutet, die Endstufe ist bei gleicher zugeführter Eingansleistung eines Cd-Players leiser. Und das hört man direkt. Sie ist dann nicht mehr so luftig, stellt Stimmen nicht mehr präzise an den gewohnten Punkt und der "Druck" im Bassbereich sinkt.


Und somit beeinflusst die GRR den Klang also doch. Was genau der technische Hintergrund ist spielt für den Hörer ja keine Rolle....
E130L
Inventar
#20 erstellt: 22. Jul 2010, 20:16
Hallo,

istef schrieb:

Und somit beeinflusst die GRR den Klang also doch. Was genau der technische Hintergrund ist spielt für den Hörer ja keine Rolle..


Das tritt aber nur auf wenn die Daten der GRR erheblich abweichen, d.h. andere Type, die nicht in den Verstärker gehört.

MfG Volker
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