Gibt es einen Nachfolger für Jackie Chan?

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TrangleC
Neuling
#1 erstellt: 11. Jan 2007, 14:46
Es gibt ja grob gesagt 3 Kategorien von Kampfsportfilmen:
1.) Der phantastische Kung Fu Film nach Hong Kong Art bei dem die Protagonisten 30m Sprünge machen und übers Wasser laufen und solche Sachen.
2.) Der realistischere Kung Fu Film nach Hong Kong Art in dem die Kämpfe zwar spektakulär aber auch physikalisch möglich sind.
3.) Der Karatefilm amerikanischer Machart in dem die Kämpfe im Vergleich zu 2. einfach nur lahm und armseelig aussehen und fast nur aus dämlichen Drehtritten bestehen.

Jackie Chan ist, würde ich sagen, die Galeonsfigur der zweiten Kategorie. Da das die einzige der drei Kategorien ist die ich gerne sehe und da Chan langsam aber sicher zu alt ist um noch solche Filme zu drehen, frage ich mich wie es um diese Art von Film bestellt sein wird wenn Chan endgültig aufhört, bzw. nur noch ebenfalls vergleichsweise lahme Amifilme ala Rushhour und Shang Hai Noon dreht.

Gibt es irgendjemanden dem Chan die Fackel übergeben könnte? Ich kenne niemanden, aber hab auch zugegebenerweise kaum Ahnung von der aktuellen chinesischen Actionfilmszene.

Als ich zum ersten Mal Jet Li in Lethal Weapon 4 gesehen habe, dachte ich er könnte vielleicht weitermachen wo Chan bald aufhören wird, wenn auch wohl ohne komödiantisches Talent. Aber abgesehen davon dass Li ja anscheinend jetzt schon in Frührente gegangen ist, war er offenbar doch mit ein oder zwei Ausnahmen ein Mann der Kategorie 1.
Nachdem ich einige seiner Filme gesehen hab denk ich dass der Mann eher ein Tänzer war als ein Kampfsportler.

Wird Kategorie 2 wirklich ausserhalb von China aussterben wenn Chan Schluss macht oder ist das sogar schon passiert?
Fu_Sheng
Ist häufiger hier
#2 erstellt: 11. Jan 2007, 19:51
Einen zweiten Jackie Chan wird es meiner Meinung nach wohl nie geben.
Aber es kommen ja immer wieder andere nach (siehe Tony Jaa), solange eine Nachfrage für Kampfsportfilme besteht.

Eine Person zu kopieren bringt sowieso nichts. Das wollten sie ja auch damals von Jackie Chan.
Er sollte "Bruce Lee" kopieren. Das haute aber nicht hin, und Jackie wollte das auch nicht.
Anfangs hatte er zwar mit ernsten Kung Fu-Filmen keinen Erfolg, der stellte sich aber dann mit den Drunken Master und Knochenbrecher-Filmen ein, als Jackie Kung Fu mit lustigen Elementen kombinierte. Die Kung Fu-Komödie war geboren! Jackie Chan war damals auf diesem Gebiet der Erste und es folgte dann eine richtige Welle an Kung Fu-Komödien.
Das geht solange gut bis sich das Publikum daran sattgesehen hat. Dann muss wieder was Neues her.

Nochmal zu den einzelnen Kampfsportlern.

Bruce Lee ist Einzigartig, das ist klar!
Genauso Jackie Chan, aber er ist kein Ersatz für Bruce Lee und sollte das auch nicht sein.
Das Selbe gilt für Tony Jaa. Tony Jaa ist kein zweiter Bruce Lee und auch kein zweiter Jackie Chan und ich denke er wird von seinen Fans so akzeptiert wie er ist. Auch wenn manche über seine schauspielerischen Künste meckern. Aber mal ehrlich, man will doch bei Tony Jaa tolle Kämpfe sehen und keine anspruchsvolle Schauspielkunst. Wenn man tolle Schauspieler sehen will, sieht man sich keinen Tony Jaa-Film an.

Das du Jet Li für einen Tänzer hältst, ist fast schon eine Beleidigung. Schliesslich errang er von 1974 bis 1979 fünfmal in Folge den Sieg der chinesischen Meisterschaften in modernem Wu Shu !!! Wu Shu (chin. 武术/武術 „Kampfkunst“) ist ein Sammelbegriff für alle chinesischen Kampfkünste !

In seinem ersten Film "Shaolin - Kloster der Rächer" sieht man sehr gut, das er das klassische Kung Fu perfekt beherrscht, incl. Schwert und Stockkampf.
Aber auch in all seinen anderen Filmen kann man doch erkennen, dass er wirklich kämpfen kann und kein ehemaliger Darsteller der Peking-Oper ist. Von da wurden ja damals viele Shaw Brother-Stars geholt. Die Shaw-Studios hatten aber ihre eigene Kampf-Trainings-Schule um ihre Darsteller speziell für die Filme auszubilden, da ja die Kampf-Bewegungen bei der Peking-Oper sehr tänzerisch und weich sind.

Wenn man kleinlich ist könnte man natürlich noch wesentlich mehr Kategorien von Kampfsport-Filmen aufzählen.

Zum Beispiel sind ja die japanischen Filme mit denen aus Hongkong bzw. China kaum zu vergleichen. (Samurai, Ninja etc.)
Die amerikanischen Kampfsport-Filme sind überwiegend wertlos. Jede Kampfbewegung wird einzeln aufgenommen.
Das ist dann wirklich keine Kunst mehr. Da zählen hauptsächlich nur schnelle Schnitte wie in einem MTV Music-Video. Dazu kommt dann noch etwas Stroboskop-Blitzgewitter, damit das ganze schön hektisch aussieht. Eine Katastophe war das in Resident Evil 2. Man konnte gar nicht mehr sehen wer eigentlich was macht.
Da lob ich mir die langen Einstellungen bei den Shaw Brothers-Filmen. Auch die in einem Stück gedrehte vierminütige Kampfszene in "Revenge of the Warrior" ist Wahnsinn. Habt ihr das "Making of" gesehen? Sie mussten das Ganze fünfmal drehen bis alles perfekt geklappt hat.

Um zum Schluss zu kommen...

Es wird zwar keinen zweiten Jackie Chan geben, aber warten wir mal ab was kommt...


____________________________________________________________


[Beitrag von Fu_Sheng am 11. Jan 2007, 20:12 bearbeitet]
TrangleC
Neuling
#3 erstellt: 11. Jan 2007, 20:35
Ja, ich meinte auch garnicht dass es einen zweiten Jackie Chan im Sinne einer Imitation oder Kopie geben könne oder müsse, nur einfach dass es jemanden mit einer vergleichbaren Kombination von Kampfkunst und Starqualitäten braucht um ausserhalb von China Kung Fu Filme sozusagen "am Leben" zu erhalten. Ohne Bruce Lee und Jackie Chan wäre der Kung Fu Film ausserhalb Asiens nie so erfolgreich geworden und hätte keine solche Verbreitung gefunden. Deshalb fürchte ich dass nach Chans Karriereende der Kung Fu Film ausserhalb Asiens stark an Bedeutung verlieren wird wenn es keinen richtigen Star als Galleonsfigur und Zugpferd mehr dafür geben wird.
Klar, Hardcorefans werden auch weiterhin über verschlungene Pfade an die neuen Kung Fu Filme kommen, aber ich fürchte es wird einfach keine richtigen Blockbuster-artigen solchen Filme mehr geben wenn nicht irgendjemand mit den entsprechenden Qualitäten in Chans Fusstapfen tritt.

Mag sein dass Jet Li gut ist, aber irgendwie sieht bei ihm, anders als bei Jackie Chan, alles irgendwie immer so extrem choreographiert aus. Achte mal auf seine Augen. Der sieht nichtmal hin wo er blockt und zuhaut. Bei Chen sieht man (vorallem wenn man selber mal Kampfsport gemacht hat) dass er sich selbst in den genau so choreographierten Kämpfen immernoch aktiv und aufmerksam mit dabei ist und sich so bewegt als ob er wirklich nicht schon vorher wüsste welche Bewegungen sein Gegner als nächstes machen wird. Das ist bei Jet Li anders. Da fehlt es irgendwie an Seele... ich kann es nicht recht in Worte fassen was ich meine, aber irgendwie ist das ganze bei ihm so Ballett-artig. Er zieht einfach seine eingeübten Bewegungen durch und es scheint als ob es letzlich egal wäre ob ein Gegner dabei ist oder ob er die Bewegungen alleine machen würde. Bei Chen hat man das Gefühl dass ein Kampf wirklich ein Kampf ist bei dem er auf seinen Gegner reagiert.


Fu_Sheng schrieb:
Wu Shu !!! Wu Shu (chin. 武术/武術 „Kampfkunst“) ist ein Sammelbegriff für alle chinesischen Kampfkünste !

Xie xie
Ich weiß. Hab mal ein Jahr lang in China gearbeitet (Qingdao um genau zu sein) und hab seit dem mehr chinesische Freunde als deutsche. War sogar mit einer Chinesin verlobt und wäre heute mit ihr verheiratet wenn ich nicht zu lange mit dem Studieren gebraucht hätte.
Hab damals leider nur einige wenige Worte Chinesisch gelernt weil ich zu beschäftigt mit der Arbeit war und vieles davon inzwischen wieder vergessen.

Kung Fu heisst eigentlich nur soviel wie "harte Arbeit", richtig?
Das hab ich aber nicht in China nachgefragt, sondern das hat mir lange davor schon mein Wing Tsun Lehrer erzählt, kann also auch falsch sein.

zaijian


[Beitrag von TrangleC am 12. Jan 2007, 11:23 bearbeitet]
TrangleC
Neuling
#4 erstellt: 11. Jan 2007, 20:58

Fu_Sheng schrieb:

Wenn man kleinlich ist könnte man natürlich noch wesentlich mehr Kategorien von Kampfsport-Filmen aufzählen.

Zum Beispiel sind ja die japanischen Filme mit denen aus Hongkong bzw. China kaum zu vergleichen. (Samurai, Ninja etc.)
Die amerikanischen Kampfsport-Filme sind überwiegend wertlos. Jede Kampfbewegung wird einzeln aufgenommen.
Das ist dann wirklich keine Kunst mehr. Da zählen hauptsächlich nur schnelle Schnitte wie in einem MTV Music-Video. Dazu kommt dann noch etwas Stroboskop-Blitzgewitter, damit das ganze schön hektisch aussieht. Eine Katastophe war das in Resident Evil 2. Man konnte gar nicht mehr sehen wer eigentlich was macht.
Da lob ich mir die langen Einstellungen bei den Shaw Brothers-Filmen. Auch die in einem Stück gedrehte vierminütige Kampfszene in "Revenge of the Warrior" ist Wahnsinn. Habt ihr das "Making of" gesehen? Sie mussten das Ganze fünfmal drehen bis alles perfekt geklappt hat.

Ehrlichgesagt hab ich noch nie einen reinen japanischen Kampfsportfilm gesehen. Ich hab zwar japanische Filme mit Kampfkunstelementen darin gesehen, aber das waren alles eher Historienfilme und/oder Samuraifilme die ich eher als Äquivalent zum westlichen Ritterfilm betrachte. Einen richtigen japanischen Karatefilm in dem es wirklich vorallem um Karatekämpfer oder Ninjas geht und wo die Kampfkunst im Vordergrund steht, hab ich nie gesehen.

Was die Ami-Filme angeht sind wir einer Meinung. Die kann man alle vergessen, finde ich. Schon wenn ich sehe dass Van Damme, Dudikof, Seagal oder wie die Typen alle heissen eine Hauptrolle in einem Film spielen, weiß ich dass ich den nicht sehen muss.
Das einzige was jemals aus Hollywood gekommen ist, irgendwie was mit Kampfkunst zu tun hatte und gut war, waren die Matrix-Filme (die Kämpfe zwischend en Helden und den Agenten sind teils schon ganz gut, nur der große Kampf am Ende von Teil 3 war mir schon wieder zu Superman-mäßig) und Equilibrium. In dem Film wird zwar vorallem Geballert, aber es gibt auch gute Kampfkunst-Szenen darin.
Fu_Sheng
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 11. Jan 2007, 21:50

TrangleC schrieb:
Kung Fu heisst eigentlich nur soviel wie "harte Arbeit", richtig?
Das hab ich aber nicht in China nachgefragt, sondern das hat mir lange davor schon mein Wing Tsun Lehrer erzählt, kann also auch falsch sein.


Es stimmt faßt, aber nicht ganz.

genau übersetzt heisst es nämlich "Etwas durch geduldige, harte Arbeit Erreichtes"
Dk91
Stammgast
#6 erstellt: 01. Feb 2007, 20:19
Ich hab gehört wenn Jackie aufhört will er neue Talente suchen um Tony Jaa Parolie bieten zu können.
smeed666
Schaut ab und zu mal vorbei
#7 erstellt: 23. Feb 2007, 17:12
JET LI
+ mehr Witz
= der evtl. Nachfolger






greetz
smeed
smeed666
Schaut ab und zu mal vorbei
#8 erstellt: 23. Feb 2007, 17:14
aber der machts eh noch ne Weile...

vorallem wird er in seiner Trickfilmserie nicht älter ;-)
Dk91
Stammgast
#9 erstellt: 23. Feb 2007, 20:06
Jet Li wird niemals der Nachfolger von JC. Auserdem geht Jet bald in Frührente...
Hobre0815
Stammgast
#10 erstellt: 10. Mai 2011, 19:05
Donnie Yen hat's noch voll drauf, ist aber leider auch nicht mehr der jüngste. Bin auch mal gespannt wer in 10 Jahren die besten wushu Filme macht. Ich bin absoluter Jackie Chan Fan und habe auch alle Filme auf DVD ( auch die seltene die sehr teuer sind). Ich hoffe das es jemanden geben wird der mich so begeistert wie Jackie Chan.
senselezz
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 07. Jun 2011, 18:23
Jackie Chan ist wie Chuck Norris. Gibts und wird es nur EINMAL auf dieser welt geben. Bin gespannt, wer der lustige kampfchinese sein wird, wenn meine Kinder später mal ins Kino gehen
NeuKat
Neuling
#12 erstellt: 24. Aug 2011, 10:24
es gibt nur ein Jackie Chan!
Hobre0815
Stammgast
#13 erstellt: 24. Aug 2011, 10:53

NeuKat schrieb:
es gibt nur ein Jackie Chan!


Da gebe ich dir recht. Was wäre die Welt nur ohne Jackie Chan. Meines erachtens prägte er dieses Filmgenre wie kein anderer.

Dennoch wird leider irgendwann mal die Zeit kommen, wo man den letzten Film von Jackie zu sehen bekommt.

Das macht mich sehr traurig
hansmayer
Ist häufiger hier
#14 erstellt: 12. Okt 2011, 20:45
Nicholas Tse würde mir am ehesten einfallen. Zwar kein außergewöhnlicher Kampfsportler aber das ist für den Film ja auch nicht unbedingt nötig. In seiner letzten Rolle in Shaolin hat er mir als Bösewicht sehr gefallen, Jackie hatte auch ne kleine Nebenrolle.

Für mich erweckt das den Eindruck, dass Jackie eventuell ihn als seinen Nachfolger sieht. 2004 haben sie ja auch schon auch schon in New Police Story zusammengespielt, damals aber noch mit gleichberechtigten Rollen. 2006 Cameo appearance im Jackie Film Rob-B-Hood.

2009 auch noch in Bodyguards and Assassins mit Donnie Yen.

Sonst würde mir momentan kein "neuling" einfallen.

MfG
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