Anleitung: Dimensionierung eines geschlossenen Subwoofers

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FoLLgoTT
Stammgast
#1 erstellt: 26. Okt 2013, 08:11
Das hier soll eine einfache Anleitung werden, wie ein geschlossener Subwoofer so dimensioniert werden kann, dass sein Potential voll ausgenutzt wird und er gleichzeitig nicht beschädigt werden kann. Ich gehe dabei bewusst nicht auf die Gesamtgüte Qtc ein, da sie dank Entzerrung keine Rolle spielt. Mit einer Linkwitztransformation sind Güte und untere Eckfrequenz beliebig einstellbar. Mit einem parametrischen Equalizer + Shelvingfilter gelingt dies meist auch relativ gut, auch wenn es nicht dasselbe ist. Die Entzerrung senkt übrigens auch gleichzeitig die Gruppenlaufzeitverzerrungen, die das Transientenverhalten widerspiegeln. Also vergesst die ganzen Qtc -Weisheiten! Die gehören in das letzte Jahrtausend!

Annahmen
1. Der Subwoofer ist im unteren Frequenzbereich mechanisch limitiert (Xmax) und im oberen elektrisch. So sieht die Maximalpegelkurve aus, die beide Faktoren berücksichtigt.
Maximalpegel 01

2. Es soll eine Endstufe eingesetzt werden, die die maximale Leistungsaufnahme des Treibers (Pe) nicht überschreitet. Es gilt also:

PEndstufe = Pe

Problem
1. Wenn das Gehäuse zu groß ist, schlägt der Treiber bei niedrigen Frequenzen an.
Maximalpegel 02

2. Wird die Endstufe von vornerein kleiner dimensioniert (also < Pe), so kann im oberen Frequenzbereich der mögliche Maximalpegel nicht erreicht werden. Es wird Potential verschwendet.
Maximalpegel 03

3. Wenn das Gehäuse zu klein ist, reicht die Leistung der Endstufe nicht aus, um Xmax zu erreichen. Eine Erhöhung der Endstufenleistung würde den Treiber thermisch beschädigen.
Maximalpegel 04

Ziel
Die Gehäusegröße zu finden, in der der Treiber mit der gegebenen Endstufe gerade so eben Xmax erreicht. Es soll also für alle Frequenzen gelten:

X (P) <= Xmax

Das hat zur Folge, dass die maximale mechanische und elektrische Leistung zusammenfallen. Dadurch kann der Treiber bei tiefen Frequenzen nicht anschlagen und bei hohen steht trotzdem die volle elektrische Leistung zur Verfügung. Wenn also später eine höhere untere Eckfrequenz gewünscht ist, kann die Entzerrung einfach umgeschaltet werden und die Endstufe passt weiterhin optimal. Der Maximalpegel kann bei jeder Frequenz ausgeschöpft werden. Die Maximalpegelkurve behält ihre ideale Form.

1. Im Simulationsprogramm einen geschlossenes Gehäuse beliebiger Größe mit gewünschtem Treiber konfigurieren.
2. Die Gehäuseverluste Ql auf ca. 30 setzen, die Befüllung mit Dämpfungsmaterial Qa auf 5 (dicht gefüllt). In WinISD sind diese Punkte unter "Advanced" zu finden.
3. Das anliegende Signal auf die maximale elektrische Leistungsaufnahme des Treibers (Pe) setzen.
Geschlossen 1

4. Die Membranauslenkung betrachten und das Volumen so lange verkleinern, bis Xmax erreicht ist.
Geschlossen 2

Zur Sicherheit sollte man die Auslenkung noch ein bisschen reduzieren, da Endstufen kurzzeitig mehr Leistung abgeben können. Damit ist sichergestellt, dass der Treiber niemals anschlagen kann. Ein Hochpass oder ein Limiter zum Schutz des Treibers sind mit dieser Dimensionierung nicht mehr notwendig.

Wenn jetzt im Nachhinein eine Linkwitztransformation eingesetzt wird, so wird auch dann Xmax nicht überschritten, denn die Endstufe kann ja nicht mehr Leistung zur Verfügung stellen. Eine Linearisierung des Amplitudengangs nach unten hin bewirkt nur, dass der mögliche Pegel bei linearem Amplitudengang sinkt. Natürlich ist weiterhin im oberen Frequenzbereich deutlich mehr möglich, wenn man die Endstufe lauter dreht. Sobald dann aber ein tieffrequenter Signalanteil anliegt, aktiviert die Endstufe ihre Schutzschaltung. Der Treiber bleibt jedoch unbeschädigt.


[Beitrag von FoLLgoTT am 26. Okt 2013, 14:59 bearbeitet]
SRAM
Inventar
#2 erstellt: 26. Okt 2013, 16:53

Die Entzerrung senkt übrigens auch gleichzeitig die Gruppenlaufzeitverzerrungen, die das Transientenverhalten widerspiegeln. Also vergesst die ganzen Qtc -Weisheiten! Die gehören in das letzte Jahrtausend!


Einspruch Euer Ehren !

Ein antriebsschwaches Chassis wird bei einer solchen Abstimmung einen heftigen Überschwinger produzieren und gleichzeitig wird der Abfall unterhalb der Reso steiler als "normal".

Ein sehr antriebsstarkes Chassis wird deutlich flacher als gewollt auslaufen, auch hier verliert man ggf. performance.

Zieht man nun auf die "Normkurve", so arbeiten Verstärker und dessen Gegenkopplung in den kritischen Bereichen gegen die sich ergebende Kurve des Chassis, was ebenfalls Leistung bzw. maximale Aussteuerung kostet.

Für Chassis, die vom Hersteller für geschlossene Gehäuse ordentlich designed wurden geht das natürlich, aber sowohl für die Kraftzwerge- wie -riesen gilt es eben nicht......


Gruß SRAM
FoLLgoTT
Stammgast
#3 erstellt: 26. Okt 2013, 17:05

SRAM (Beitrag #2) schrieb:
Für Chassis, die vom Hersteller für geschlossene Gehäuse ordentlich designed wurden geht das natürlich, aber sowohl für die Kraftzwerge- wie -riesen gilt es eben nicht......


Ok, bei den Extremausreißern gebe ich dir Recht. Der Treiber sollte schon halbwegs für geschlossene Gehäuse geeignet sein. Ich schrieb ja auch Qtc und nicht Qts. Es ging mir also nur um ohnehin für geschlossene Gehäuse geeignete Treiber.

Natürlich wird ggf. mehr Endstufenleistung benötigt als bei dem vorgeschlagenen (meist zu großen) Gehäuse, aber dafür kann diese Leistung im oberen Frequenzbereich eben auch in einen höheren Maximalpegel umgesetzt werden.


[Beitrag von FoLLgoTT am 26. Okt 2013, 17:07 bearbeitet]
Joker10367
Inventar
#4 erstellt: 27. Okt 2013, 13:52
Schöner Beitrag

Die Frage ist doch, wofür benötigt man im Oberen Frequenzbereich dann mehr Maximalpegel als im Untren Bereich? 100Hz mit 120dB und 30Hz nur noch mit 100dB? Musik,Filme etc. verlangen in der Regel auf Grund des Isophonenkurvenverlaufs doch eher 120dB bei 30Hz und nur 100dB bei 100Hz
FoLLgoTT
Stammgast
#5 erstellt: 27. Okt 2013, 16:01

Joker10367 (Beitrag #4) schrieb:
Schöner Beitrag


Danke!


Die Frage ist doch, wofür benötigt man im Oberen Frequenzbereich dann mehr Maximalpegel als im Untren Bereich?


Mir fallen da zwei Szenarien ein:

1. Variable untere Grenzfrequenz durch Entzerrung: bei Bedarf kann sie angehoben werden, um mehr Maximalpegel zu erreichen. Das klappt nur, wenn die Endstufe ausreichend Leistung besitzt.

2. Den maximalen Pegel aus dem Quellmaterial herausholen: wenn keine tieffrequenten Anteile vorhanden sind, kann einfach lauter gedreht werden.

Beides funktioniert bei einer Dimensionierung mit zu großem Gehäuse und auf Xmax angepasster Endstufe nicht.


100Hz mit 120dB und 30Hz nur noch mit 100dB? Musik,Filme etc. verlangen in der Regel auf Grund des Isophonenkurvenverlaufs doch eher 120dB bei 30Hz und nur 100dB bei 100Hz :)


Das stimmt zwar, aber Ziel ist ja ein linearer Amplitudengang. Und da ist es zumindest bei Musik so, das die Amplitude unterhalb von ca. 30 Hz in der Regel sinkt. Bei Filmen ist das natürlich etwas anderes.

Und leider ist noch kein brauchbarer Subwoofer erfunden worden, dessen Belastbarkeit mit sinkender Frequenz steigt.


[Beitrag von FoLLgoTT am 27. Okt 2013, 16:02 bearbeitet]
-goldfield-
Inventar
#6 erstellt: 27. Okt 2013, 16:41
Vieleicht mach ich was falsch, oder hab was falsch verstanden, ...

Ich hab jetzt mal zwei Chassis (die mir sehr gut bekannt sind, und in der Praxis auch in CB gut funktionieren) nach der Methode simuliert.

Für beide Chassis komme ich dann erstmal auf schon verdächtig kleine Gehäusegrößen.
- Infinity G1310a kommt so auf 7L (läuft bei mir in 36L sehr gut)
- Monacor SPH-300KE kommt so auf 30L (läuft hier in 70L hervorragend)

Durch diese sehr kleinen Gehäuse nimmt natürlich der Tiefgang deutlich ab.
Entzerre ich hier jetzt per L/R-Transform auf vergleichbare/identische Werte, steigt die Auslenkung wieder deutlich über Xmax
Wenn ich jetzt die Leistung wieder an Xmax anpasse, liegt der Maximalpegel bei etwa den gleichen Werten, wie bei den ursprünglichen/größeren Gehäusen.
Einen Vorteil kann ich so bisher nicht erkennen.


[Beitrag von -goldfield- am 27. Okt 2013, 16:43 bearbeitet]
FoLLgoTT
Stammgast
#7 erstellt: 27. Okt 2013, 16:53

nr.4820 (Beitrag #6) schrieb:
Durch diese sehr kleinen Gehäuse nimmt natürlich der Tiefgang deutlich ab.
Entzerre ich hier jetzt per L/R-Transform auf vergleichbare/identische Werte, steigt die Auslenkung wieder deutlich über Xmax


Genau, weil die Leistung nicht angepasst ist. Das machst du ja korrekterweise im nächsten Schritt.


Wenn ich jetzt die Leistung wieder an Xmax anpasse, liegt der Maximalpegel bei etwa den gleichen Werten, wie bei den ursprünglichen/größeren Gehäusen.


Du darfst in WinISD nicht die Maximalpegelkurve betrachten, denn die geht immer von dem Ideal aus. In ihr stecken lediglich Xmax und Pe, aber nicht die Gehäusegröße.

Welcher Maximalpegel mit einem bestimmten Volumen möglich ist, ist nicht so einfach sichtbar. Um das für eine bestimmte Frequenz herauszufinden, müssen die Diagramme "Cone Excursion" und "Amplifier apparent load power" herangezogen werden. Man gibt eine Leistung vor und erhöht sie solange, bis bei der betrachteten Frequenz entweder Xmax erreicht ist oder Pe. Das muss man natürlich für jede Frequenz einzeln machen.

Wenn man dies für mehre Frequenzen macht und die Kurve aufzeichnet, sieht sie ähnlich aus wie die MAximalpegelkurve in WinISD, nur eben bei jedem Volumen ein bisschen anders.


[Beitrag von FoLLgoTT am 27. Okt 2013, 18:55 bearbeitet]
SRAM
Inventar
#8 erstellt: 27. Okt 2013, 18:35

Du darfst in WinISD nicht die Maximalpegelkurve betrachten, denn die geht immer von dem Ideal aus. In ihr stecken lediglich Xmax und Pe, aber nicht die Gehäusegröße.


Zumindest für 0.50a7 gilt dies nicht: der Knickpunkt der Kurve liegt durch das Volumen bestimmt genau da, wo P_max abzufallen beginnt.


Gruß SRAM
FoLLgoTT
Stammgast
#9 erstellt: 27. Okt 2013, 18:50

SRAM (Beitrag #8) schrieb:
Zumindest für 0.50a7 gilt dies nicht: der Knickpunkt der Kurve liegt durch das Volumen bestimmt genau da, wo P_max abzufallen beginnt.


Ich habe eben noch mal nachgeschaut, du hast völlig Recht. Ich hatte es falsch in Erinnerung. Also vergesst diesen Satz.

Was die Maximalpegelkurve dagegen wirklich nicht berücksichtigt, ist die zur Verfügung stehende Verstärkerleistung. Wird die Endstufe nach Xmax für ein großes Gehäuse dimensioniert, so müsste die Kurve obenrum früher abknicken und nicht so hohe Werte erreichen. Eine Verdopplung des Volumens macht dabei ca. 3 dB weniger aus.


[Beitrag von FoLLgoTT am 27. Okt 2013, 18:58 bearbeitet]
detegg
Inventar
#10 erstellt: 28. Okt 2013, 01:35

Linkwitztransformation - Mit einem parametrischen Equalizer + Shelvingfilter gelingt dies meist auch relativ gut, auch wenn es nicht dasselbe ist.


Moin Nils,

da ich gerade länger nach einer Lösung suche - hast Du hierzu Infos?

Detlef
FoLLgoTT
Stammgast
#11 erstellt: 28. Okt 2013, 07:15

detegg (Beitrag #10) schrieb:
da ich gerade länger nach einer Lösung suche - hast Du hierzu Infos?


Hier sind einige interessante Links.

Analog:
Excel-Tabelle zur Dimensionierung der Linkwitztransformation
Leerplatinen bei ebay
Marchand WM8

Digital:
Linkwitztransformation mit MiniDSP


[Beitrag von FoLLgoTT am 28. Okt 2013, 07:33 bearbeitet]
detegg
Inventar
#12 erstellt: 28. Okt 2013, 10:52
Danke Nils!

meine Frage bezog sich eher auf die Nachbildung mit PEQ + Shelving

;-) Detlef
FoLLgoTT
Stammgast
#13 erstellt: 28. Okt 2013, 11:24

detegg (Beitrag #12) schrieb:
meine Frage bezog sich eher auf die Nachbildung mit PEQ + Shelving


Achso.

Ich habe das selbst noch nicht gemacht, aber grundsätzlich geht es darum, den Überschwinger (also die Überhöhung) des Gehäuses mit einem parametrischen Equalizer auszugleichen und dann den Abfall zu tiefen Frequenzen mit einem Shelving-Filter anzuheben. Siehe hier.
detegg
Inventar
#14 erstellt: 29. Okt 2013, 17:54
Hi Nils,

genau so einen Link habe ich gesucht - Danke!
Ausprobiert und funktioniert

Detlef
Ezeqiel
Inventar
#15 erstellt: 29. Okt 2015, 12:44
Ich habe es zwei Jahre später auch gefunden.

Auch mein Controller kann keine dedizierte LT-Funktion, aber so kann ich sie notfalls auch mal nachbauen. Auch von mir daher dankeschön.

Viele Grüße,
Ezeqiel
*blubberbernd*
Stammgast
#16 erstellt: 29. Okt 2015, 17:39
Das Problem an der Sache ist, das man gewöhnlich im LFE-Kanal nicht nur auf der einen Frequenz rumrockt, bei der elektrische und mechanische Belastbarkeit zusammen fällt. Stopft man den Treiber nun in ein so kleines Gehäuse, das dieser Punkt erst bei der angestrebten unteren Grenzfrequenz erreicht wird, hat man bei normalen Signalen (die eben nicht nur aus dieser einen Frequenz besteht) ein Problem das mechanische Limit auszuloten, denn der von der so ausgesuchten Endstufe vorgegebene Spannungshub verteilt sich auf die gesamte Bandbreite.

Mein Leitsatz für geschlossene Subwoofer ist daher ganz einfach: Mach es so groß es geht. Dadurch braucht das Chassis für gleichen Hub in tiefen Lagen weniger Eingangsleistung, und das senkt, neben dem größeren Luftpolster das mehr Wärme abführen kann, deutlich die Powercompression.

Damit fahre ich ziemlich gut, denn was viele vergessen ist, das auch wenn dann mal böse tiefe Freuquenzen volles Brett kommen, der Treiber zwar aus dem Xlin geraten kann, aber Xmech ist wenn man sein Equipment ein wenig kennt und nicht komplett übertreibt noch weit weit weg.


[Beitrag von *blubberbernd* am 29. Okt 2015, 17:41 bearbeitet]
Ezeqiel
Inventar
#17 erstellt: 29. Okt 2015, 18:07
Yep, so ähnlich, nur nicht ganz so fundiert, habe ich mich eben in einem anderen Thread auch mal geäußert. Mir kommen die resultierenden Volumina teilweise auch absurd klein vor. Von der elektrischen Belastbarkeit würde ich mich eher fern halten wollen und bei der mechanischen Belastbarkeit hoffe ich einfach mal, dass ich es rechtzeitig hören würde.....

Viele Grüße,
Ezeqiel
Gerdo
Inventar
#18 erstellt: 29. Okt 2015, 19:43

Mein Leitsatz für geschlossene Subwoofer ist daher ganz einfach: Mach es so groß es geht. Dadurch braucht das Chassis für gleichen Hub in tiefen Lagen weniger Eingangsleistung, und das senkt, neben dem größeren Luftpolster das mehr Wärme abführen kann, deutlich die Powercompression.


Eine gute Faustformel!

Ich denke,es wäre auch bei CBs zusätzlich sinnvoll,einen Lowcut zu setzen,in Bereichen,die die Konstruktion überfordern.


Mir kommen die resultierenden Volumina teilweise auch absurd klein vor.


Die URPS-Fraktion mag ja genau sowas;)
(Achtung Sarkasmus!!)
Ezeqiel
Inventar
#19 erstellt: 30. Okt 2015, 09:15
Nein, die Anleitung hat schon ihre Berechtigung. Sie zeigt z.B., dass man sich bei der Konstruktion einer CB nicht an TSP gebunden fühlen muss, wenn aus ihnen etwa unpraktikabel große Gehäusevolumina resultieren, Mess- und Entzerrungsmöglichkeiten vorausgesetzt, und sie zeigt auch, wo da Grenzen gesetzt sind. Der URPS-Gedanke spielte bei ihr m.E.n. überhaupt keine Rolle.

Bei mir ergäbe sich nach der Anleitung für meine Lab 12 ein Volumen von etwa 30 Litern. Damit liegt das Impendanzmaximum noch voll innerhalb des Übertragungsbereiches und die entsprechende Box wäre damit kein URPS, außer ich nähme das ganze schon bei unter 50 Hz aus dem Rennen. Das wiederum macht für mich zumindest keinen Sinn.

Ein Lowcut ist bei CB eher nicht nötig. Ein Stück unterhalb der unteren Grenzfrequenz beginnt der Membranhub nämlich zu stagnieren, d.h. nur die Verhinderung von zu hohen Leistungen könnte den Treiber schützen, ein Lowcut eher nicht.

Bei Bassreflex sieht das natürlich ganz anders aus. Was da unterhalb von fb passiert, sieht auf dem entsprechenden Diagramm (Cone Excursion) geradezu furchterregend aus.....

Viele Grüße,
Ezeqiel

*edit*:

*blubberbernd* (Beitrag #16) schrieb:
Damit fahre ich ziemlich gut, denn was viele vergessen ist, das auch wenn dann mal böse tiefe Freuquenzen volles Brett kommen, der Treiber zwar aus dem Xlin geraten kann, aber Xmech ist wenn man sein Equipment ein wenig kennt und nicht komplett übertreibt noch weit weit weg.

Dem könnte man entgegenhalten, dass man sich mit der obigen Methode ja auch einfach an Xmech orientieren kann, anstatt an Xlin (bzw. Xmax), wenngleich dann kein "mechanischer Headroom" mehr da wäre.


[Beitrag von Ezeqiel am 30. Okt 2015, 09:53 bearbeitet]
Gerdo
Inventar
#20 erstellt: 30. Okt 2015, 12:56

Der URPS-Gedanke spielte bei ihr m.E.n. überhaupt keine Rolle.


Sarkasmus,wie gesagt...
Hier spielt es keine Rolle...im anderen Lager wird dafür mit besonders kleinen Volumina konstruiert,damits ein URPS wird.
diese unterschiedliche Zielsetzung ist echt interessant,da ja jeder immer das beste bauen will.


Ein Lowcut ist bei CB eher nicht nötig. Ein Stück unterhalb der unteren Grenzfrequenz beginnt der Membranhub nämlich zu stagnieren, d.h. nur die Verhinderung von zu hohen Leistungen könnte den Treiber schützen, ein Lowcut eher nicht.


sicher?
Wo kann man das mal detaillierter nachlesen?
Interessiert mich!

BR unter Tuningfrequenz....logisch!Aber nicht das Thema.
Ezeqiel
Inventar
#21 erstellt: 30. Okt 2015, 13:05

Gerdo (Beitrag #20) schrieb:
Wo kann man das mal detaillierter nachlesen?
Interessiert mich!

Man kann es nachsimulieren. In diesem Fall bestätigen Beobachtung und Simulation einander. Du kannst es sogar sehen, wenn du zum ersten Beitrag von FoLLgoTT scrollst. Dort sind Screenshots des Membranhubs in CBs zu sehen.

Viele Grüße,
Ezeqiel


[Beitrag von Ezeqiel am 30. Okt 2015, 13:06 bearbeitet]
Gerdo
Inventar
#22 erstellt: 30. Okt 2015, 13:07
Danke!
Joker10367
Inventar
#23 erstellt: 30. Okt 2015, 20:35

Hier spielt es keine Rolle...im anderen Lager wird dafür mit besonders kleinen Volumina konstruiert,damits ein URPS wird.
diese unterschiedliche Zielsetzung ist echt interessant,da ja jeder immer das beste bauen will.


Das kommt halt immer auf den Lautsprecher an, den man nutzen will. Bei mir bspw. steht der Bau mit Chassis an, die für ihr Verschiebevolumen eine relativ geringe elektrische Belastbarkeit mitbringen. In einem geschlossenen Gehäuse mit Qtc=0.707 erreicht das Chassis bis unter 6Hz hinab immer zu erst seine elektrische Belastbarkeit. Wird das Gehäuse noch kleine, bzw. steigt die EInbaugüte weiter an, sinkt diese Frequenz weiter. Die Hubfreuigkeit des Chassis bringt mit in einem solchen Gehäuse also rein gar nichts. Erhöhe ich das Volumen jedoch auf eine Einbaugüte von 0,5, kann ich den maximalen Membranhub immerhin bis 30Hz vollständigen nutzen. Daraus ergibt sich dann im direkten Vergleich bei meinem Chassis zwischen Qtc= 0,5 und 0,707 ein zusätzlicher Maximalpegel von 4dB für das größere Gehäuse. Und das sogar bei deutlich geringere Leistung unterhalb der 30Hz. Eine Urps-Konstruktion (bspw. 120Hz Einbauresonanz) würde mich glatte 10dB Maximalpegel kosten, weil die Lautsprecher vorher durchgeschmorrt sind.

Ist es umgekehrt, und der Lautsprecher verträgt viel Leistung im Verhältnis zu dessem Verschiebevolumen, kann man auch das Urps-Konzept in betracht ziehen Natürlich muss man die Leistung dann auch bereitstellen können

Ich stimme da dem Blubberbernd seiner Meinung zu. Lieber weniger Leistungbedarf des Chassis und wenns sich nicht mehr gut anhört, dann nicht noch weiter aufdrehen

Aber Lautsprecherbau ist halt in so ziemlichen allen Belangen eine Kompromissangelegenheit. Einfach zu sagen, das eine ist besser als das andere, ist wohl eher falsch. Richtig wäre es eher zu sagen, das eine passt in diesem Fall besser als das andere.
Gerdo
Inventar
#24 erstellt: 30. Okt 2015, 22:46

Richtig wäre es eher zu sagen, das eine passt in diesem Fall besser als das andere


Genau!
Je nach Anwendung


Ist es umgekehrt, und der Lautsprecher verträgt viel Leistung im Verhältnis zu dessem Verschiebevolumen, kann man auch das Urps-Konzept in betracht ziehen


Für welche Anwendung macht URPS überhaupt so wirklich Sinn?

Für welche Anwendung macht impulskompensierter CB Sinn?
(ausser bei Car Hifi,wenn ich wirklich nichtmal die letzten 5Liter beim Einbau fürs optimale Volumen konstruktiv bereitstellen kann)

Das sind auch Kompromisse,ist nur fraglich,was man gewinnt?
Dann doch lieber eine CB mit optimalem Volumen!


Lieber weniger Leistungbedarf des Chassis und wenns sich nicht mehr gut anhört, dann nicht noch weiter aufdrehen


Man sollte mechanisch und elektrisch immer genug Headroom haben,was gar nicht sooo schwierig ist.
Einfach mehr Kisten stellen!
Dann werde ich gar nicht erst zu miesen Kompromissen genötig

Vor allem wird das ja alles um so kritischer,wenn sich die Spulen erwärmen,wenn man mal etwas länger Gas gibt und die Chassis dann in die Power Compression gehen.
Dann brauche ich immer mehr Leistung,es kommt immer weniger raus und am Ende fackel ich die Spule ab...
wus
Stammgast
#25 erstellt: 02. Dez 2017, 18:20
Ich grab den Thread mal nochmal aus, weil ich auch demnächst einen Subwoofer bauen will. Auf die Idee, das Volumen so anzupassen, dass weder der Treiber überlastet noch Output verschenkt wird bin ich vor langer Zeit auch schon mal gekommen. Das Problem was bleibt ist, dass man sich auf eine untere Grenzfrequenz festlegen muss.

Schon vor langer Zeit - ich meine das muss in den 90ern gewesen sein - habe ich von Lautsprecher-Controllern aus dem professionellen Bereich (PA) gelesen, die einen Subwoofer Tieftöner so betreiben, dass er bei nicht ganz so hohen Pegeln bis zu sehr tiefen Frequenzen hinab linear arbeitet. Steigt der geforderte Pegel, so dass der Treiber bei derart tiefen Tönen aufgrund seiner mechanischen Limits anschlagen würde, limitiert der Controller das Signal - aber nur im untersten Frequenzbereich. Effektiv ergibt sich ein Hochpassfilter mit signalabhängig gleitender Grenzfrequenz - je höher der geforderte Tieftonpegel, umso höher die Grenzfrequenz.

Wie das ganze realisiert war weiß ich nicht, und kann mich auch leider nicht erinnern, von welchem Hersteller das war. Weil es schon so lange her ist, vermute ich dass es ein analoges System war.

Kann man sowas mit den heute üblichen (mini-) DSPs realisieren?
Big_Määääc
Inventar
#26 erstellt: 03. Dez 2017, 08:47
nennt sich Dynamik EQ

je nach Gerät gehen da mehrere Stufen oder halt gleitend.

was ich bei der "richtigen" Auslegung ein CB Gehäuses vermisse,
ist das Verhältnis Verschiebevolumen/Gehäusevolumen,
was je nach gewünschter Klirr Qualität zwischen 1/50 und 1/100 betragen sollte,
was auch für URPS gilt.

und Erwärmung je nach Einsatz/-art wird auch nicht angesprochen,
denn es ändert die Güte,
was dann auch zum Filter bedacht werden sollte,
oder halt ein Kompromiss gefunden/tolleriert werden muss.
wus
Stammgast
#27 erstellt: 03. Dez 2017, 17:12

Big_Määääc (Beitrag #26) schrieb:
nennt sich Dynamik EQ

je nach Gerät gehen da mehrere Stufen oder halt gleitend.

Danke!

Kannst Du da vielleicht mal 1, 2 Geräte beim Namen nennen? Oder gibt's das als Software für DSPs? Welche?
thonau
Inventar
#28 erstellt: 04. Dez 2017, 07:57
Moin wus,

im Behringer DCX2496 sind dyn. Eq´s drin. Von den analogen Systemcontrollern her, kenne ich das von einem alten BELL System.
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