Welcher Vorverstärker ?

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Michael_FW
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 26. Apr 2004, 17:36
Hallo,

ich brauche ein bischen Hilfe: Ich betreibe meine BM 12 schon lange mit einem Accuphase C 222 und würde mir gerne einen neuen Vorverstärker zulegen. Leider ist mein Hörraum sehr hallig (alles glatte Flächen, kaum Möbel). Mir ist klar, dass kein Vorverstärker dieses Problem lösen kann; ich möchte es aber nicht auch noch durch einen besonders agressiven VV erweitern. Ich habe einmal vorläufig folgende Modelle in Betracht gezogen: Restek Vector, AVM V 2, Primare Pre 30, Bryston BP 25 MC, Rotel RC-1090. Nun wäre es natürlich am besten, diese Teile probezuhören, aber: Ein Händler, der seinen Vorführraum akustisch so abgestimmt hat wie meinen Wohnraum, wird demnächst Pleite anmelden, d.h. umgekehrt: Mir bringt es überhaupt nichts, den VV zu kaufen, der beim Händler am besten klingt. Dieser VV kann für mein Wohnzimmer der 100 %ig falsche sein. Zum anderen wird es mir kaum gelingen, einen Händler zu finden, der mehr als 2 der genannten Geräte führt. Erst recht wird es mir nicht gelingen, die VV alle zu mir nach Hause zu bekommen.

Kann mir jemand einen Tipp für die Vorauswahl geben ? Ich bin übrigens in der Geräteauswahl völlig frei: Für Hinweise auf andere, etwas "wärmer" klingende VV bin ich ebenfalls dankbar. Der VV müsste aber schon einigermaßen ausgestattet sein (5 Hochpegel, Phono MC/MM, Kopfhörerausgang, 1 Tape, FB zumindest für Lautstärke), wobei natürlich einzelne fehlende Punkte durch Zusatzteile ausgebügelt werden könnten.

Für Hinweise bin ich sehr dankbar.

Grüsse

Michael
Oliver67
Inventar
#2 erstellt: 26. Apr 2004, 18:07
Hallo Michael,

es ist wirklich unsinnig über einen neuen Vorverstärker nachzudenken, bevor Du Deinen Hörraum nicht in den Griff bekommen hast.

Schau mal unter http://www.schalltechnik-mm.de/ oder bei anderen Absorberlieferanten.

Der C222 ist sehr schön neutral, was willst Du mehr? Lass ihn bei PIA mal durchmessen, dann bist Du auch beruhigt, dass er immer noch Spitzenklasse ist.

Oliver
Michael_FW
Schaut ab und zu mal vorbei
#3 erstellt: 26. Apr 2004, 18:37
Hallo Oliver,

zunächst einmal vielen Dank für die prompte Antwort. Hinsichtlich des Hörraums habe ich schon alles nur Menschenmögliche gemacht. Ich hatte sogar einen Tontechniker bei mir, mit dem alle denkbaren Alternativen durchgegangen bin, und wir haben durch komplette Änderung der Aufstellung und andere Maßnahmen auch eine deutliche Verbesserung erzielt; gleichwohl: Mein Hörraum ist offensichtlich völlig daneben. Dabei scheint es auch noch daran zu liegen, dass das Wohnzimmer zur Küche und zum Treppenaufgang offen ist (ich amüsiere mich heutzutage immer wieder köstlich, wenn ich ähnlich "gestylte" Wohnräume in Werbeanzeigen für Audio-Produkte sehe). Ich habe das Problem in der Bauphase total unterschätzt und hätte mich in dieser Phase an einen Fachmann wenden müssen. Im Moment ist ohne aufwändige Umbaumaßnahmen (und erhebliche Enttäuschung bei meiner besseren Hälfte) nicht mehr viel zu machen.

Gleichwohl hat mich Dein Hinweis auf die Qualitäten des C 222 sofort wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Meinst Du wirklich, dass die neuen VVs dem C 222 nicht deutlich überlegen sind ? Nachdem ich Deine Antwort gelesen habe, wäre es mir eigentlich tatsächlich am liebsten, den Accuphase zu PIA zu schaffen und überprüfen bzw. ggfs. auch wieder in den Top-Zustand versetzen zu lassen (die BM 12, der C 222 und mein TD 126 MK III gehören zu meinen "persönlichen Freunden", die nicht verkauft werden können); ich weiß aber nicht wie ich den C 222 unbeschadet von Köln nach Weiterstadt bringen kann (die Original-Verpackung habe ich nicht mehr). Hat das schon einmal jemand gemacht und ggfs wie ?

Auch insoweit bin ich für alle Tipps dankbar

Viele Grüsse

Michael
EWU
Inventar
#4 erstellt: 26. Apr 2004, 19:56
Hallo Michael,
Pappkartons gibt es bei jeder Post, nehme evntl. 2 St. damit sie dicker sind.
Dann nimmst Du Zeitungspapier und rollst Würste daraus.
Auf einige stellt du den VV, mit dan anderen polsterst du alles tüchig aus.Geht super, ist sehr stabil, und alles kommt unbeschadet an.
Zweite Möglichkeit, rufe mal bei PIA an, ob sie dir eine Umverpackung schicken, Kostet ca. 50 EUR.
Dritte Möglichkeit, du gehst einfach in einen Supermarkt zur Warenannahme,gibst dem Lageristen 5 EUR und suchst Dir Verpackungsmaterial aus.
Gruß Uwe
Michael_FW
Schaut ab und zu mal vorbei
#5 erstellt: 26. Apr 2004, 20:25
Hallo Uwe,

auch Dir vielen Dank für die Antwort. Ich habe gerade mit dem Routerplaner geprüft, dass es 182 km nach Weiterstadt sind. Ich werde einmal mit PIA telefonieren. Vielleicht kann ich das ja mit denen so vereinbaren, dass ich an einem Tag hin und zurück komme. Das Problem ist: Ich hänge wirklich an dem C 222 und ich habe mein Studium als Paketfahrer verdient .

Viele Grüsse

Michael
Oliver67
Inventar
#6 erstellt: 26. Apr 2004, 22:44
Hallo Michael,

gut verpackt (STABILER Karton und viel Zeitungspapier, so dass der Verstärker fest, nicht locker und weich, verkeilt ist, dann sollte nichts passieren. Ich bekam schon diverse Tuner und Verstärker (auch teure) so per Post und UPS, keine schlechten Efahrungen.

Deine Kombination ist auch heute sicher nicht leicht zu toppen. Welchen Tonabnehmer und Tonarm hast Du?

Gruß

Oliver
Michael_FW
Schaut ab und zu mal vorbei
#7 erstellt: 27. Apr 2004, 18:57
Hallo Oliver,

ich habe den Original-Thorens TP 16 III mit zwei Tonarmen TP 63. An einem habe ich das Ortofon VM red und an dem anderen mein "altes" ADC TRX-1. Das VM red ist das bessere System und holt Sachen aus der Platte, die man mit dem ADC nicht hört. Wenn aber Wayne Shorter mit dem Sopran-Saxophon auf den Weather-Report-Scheiben richtig loslegt, dann hat das früher im Altbau so ein angenehmes "Kribbeln" ausgelöst. Im Neubau geht dieses "Kribbeln" gelegentlich schon in ein gewisses "Aua" über (auch wenn ich dieselben Stücke über CD höre, das VM red ist also völlig in Ordnung und gibt originalgetreu wieder). Das ADC bleibt weicher und schont daher in diesen Passagen das Trommelfell etwas. Ich wechsel jetzt je nach Platte den Arm, was ja durch den Drehverschluss am TP 16 zügig möglich ist. Sollte ich einmal ein TMC 63 für einen vernünftigen Preis bekommen können, würde ich wahrscheinlich zuschlagen.

Tipps hinsichtlich anderer Tonabnehmer nehme ich gerne entgegen (dürfen für den TP 16 nicht allzu schwer sein). Das Schöne am C 222 ist demgegenüber, dass dieser wegen der vielfältigen Einstellmöglichkeiten beim Phono-Eingang mit jedem TA klarkommen müsste.

Grüsse

Michael
dai
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 27. Apr 2004, 19:47
Hallo Michael,
ich denke auch, das man zuerst versuchen sollte die Raumakkustik zu verbessern.

Mein Wohnzimmer ist nach links auch teilweise offen und mündet zu einem Treppenhaus in den 1. Stock, die Probleme sind aufgrund der Einrichtung aber nicht so gravierend.

Ich betrieb meine Backes und Müller Omega an einem Restek V2 und habe auf einen Tessendorf TE3 gewechselt. Im Vergleich klingt der Restek "kälter" und der Tessendorf "wärmer" oder besser "stimmiger" und angenehmer.

Heute bin ich sehr zufrieden mit der Kombination B&M/Ramses-NF/Tessendorf.

Ich würde versuchen die IST-Situation zu verbessern und ggf. danach mal einen TE3 oder den Vorläufer TE1 probieren. Wende dich doch mal an Tessendorf.de oder Jessen-Highend.de vielleicht geht da mal was mit einem Testgerät, beide antworten prompt und sind sehr hilfsbereit.

Grüße
dai
Oliver67
Inventar
#9 erstellt: 27. Apr 2004, 20:34
Hallo Michael,

ja das war bei guten, alten Verstärkern fast selbstverständlich die Anpassbarkeit der Phonoeingänge.

Ich habe übrigens auch eine offenes Wohnzimmer, mit zwei Durchgängen in die Küche und offenem Treppenhaus. Im Sommer kingt es hallig (da sind die Unmengen Grünzeug draußen) im Winter passt es. Deshalb werde ich diesen Sommer mit Dämmplatten experimentieren. Ist mir aber nicht ganz so wichtig, denn im Sommer höre ich wenig und bin viel draußen.

An meinem TD 147 läuft ein Shure V15V mit Bürstchen, aber nur noch selten. Ich habe fast alle Platten auf CD aufgenommen und höre dann die.

Oliver
Michael_FW
Schaut ab und zu mal vorbei
#10 erstellt: 28. Apr 2004, 17:19
Hallo,

ich habe wirklich schon alles versucht, um die Akustik in den Griff zu bekommen. Außer der Beauftragung des Toningenieurs habe ich mich auch fast einen ganzen Tag hingesetzt und die Raumdaten in das CARA-Programm von Elac eingegeben. Ergebnis: CARA hat mir vorgeschlagen, die Decke abzuhängen und sämtliche Wände im Abstand von 2 cm von der Wandmauer zu verbrettern und den Hohlraum mit Dämmmaterial zu füllen. Meine bessere Hälfte war begeistert. Wenn ich dem Programm freie Hand gelassen hätte, hätte es die beiden Lautsprecher mitten in den Raum direkt nebeneinander auf den Schnittpunkt der Diagonalen gesetzt (hätte dann nur noch Mono-Platten gebraucht). Immerhin habe ich auf diese Weise schon einmal erkannt, dass meine ursprüngliche Aufstellung (Abstrahlen gegen die Breitseite des Zimmers) falsch war. Wenn man die BM mit der Längsseite laufen lässt, ist es schon viel besser. Eine Aufstellung mitten im Zimmer war trotzdem aus optischen und gesundheitlichen Gründen indiskutabel: Die Kühlrippen der BM 12 in der ursprünglichen Version sind derart scharfkantig, dass man für die Boxen eigentlich einen Waffenschein braucht. Das ist in einem Haushalt mit kleinen Kindern nicht machbar. Bei der aktuellen Version der BM 12 ist das auch geändert. Hier war dann der Tontechniker (der übrigens spontan und ohne dass ich etwas von den Berechnungen des Computers gesagt hätte, in etwa dieselbe Aufstellung vorschlug wie CARA) dem Computer deutlich überlegen: Er hat mir empfohlen, die Lautsprecher auf Filzplatten zu stellen. Jetzt kann ich sie schön über das Parkett schieben und nach Gebrauch in eine ungefährliche Ecke drücken.

Das alles hat viel gebracht; an die Akustik meines Altbaus kommt der Neubau aber bei weitem nicht heran. Ich habe irgendwie den Eindruck, als sei bei mir beim Bau irgendetwas besonders schief gelaufen, habe aber beim besten Willen keine Idee mehr. So leer wie in manchen Zeitungsanzeigen ist mein Wohnzimmer nämlich eigentlich gar nicht (eine große, nur halb geschlossene Schrankwand, bei der die offenen Teile mit Büchern gefüllt sind, ein großes Sideboard, 2 große Pflanzen, 2 Ledersofas - Tisch und Schwingstühle dürften kaum etwas bringen). Der Raum hallt nicht nur beim Musikhören, sondern bereits bei normalem Sprechen (irgendwie "kirchenähnlich"). Wenn ich Decken, Kissen, Matratzen u.ä. im Raum verteile, wird es mit jedem dieser "Absorber" besser; nur: so kann man den Raum ja nicht lassen.

Ich bin mit meinem Latein am Ende und deshalb für jede Anregung dankbar.

Gleichwohl möchte ich aber auch auf einen ganz anderen Punkt hinweisen: Ich habe eine recht große CD-Sammlung und habe erhebliche Klangunterschiede festgestellt, die mit dem Datum der Digitalisierung zusammenhängen. Je neuer die Digitalisierung ist, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die CD auch bei mir vernünftig klingt. So habe ich z.B. an den Sara K.-CDs klanglich nichts auszusetzen. 2001 hat unlängst die Volker Kriegel-Platten aus den 70er- und 80er-Jahren auf CD herausgebracht. Auch diese CD's sind "akustisch" in Ordnung, was beweist, dass es nicht mit dem Aufnahme-, sondern mit dem Digitalisierungs-Datum zusammenhängt.

Bei den zu schrill abgestimmten CD's aus der Anfangszeit der CD kommen bei meiner Kombination dann mehrere Punkte unglücklich zusammen: Die CD ist in den Höhen viel zu scharf - die Accuphase/BM 12-Kombination gibt diese Schärfe absolut präzise wieder - und der Hörraum schluckt das "Kreischen" nicht etwa, sondern wirft es auch noch mehrfach zurück.

Für den Hinweis auf die Tessendorf-VV bin ich dankbar. Ich habe mir gerade einmal auf der Homepage von Tessendorf den Hörbericht über die TE3 angesehen. Das ist einer der wenigen Fälle, in denen von einem "warm" klingenden Vorverstärker gesprochen wird (das hatte ich bislang nur über den Accuphase C 2800 gelesen, der mir dann doch zu teuer ist). Über die Restek- und AVM-Verstärker, die ich selbst leider noch nicht hören konnte, habe ich auch schon mehrfach gelesen, dass sie "kalt" klingen sollen (bei anderen VV sieht es aber auch nicht anders aus: oft wird von "analytischem" usw. Klang gesprochen). Ich werde daher den Namen "Tessendorf" im Kopf behalten, will aber zunächst einmal meinen Accuphase checken lassen.

Vielen Dank für die Anregungen und

Grüsse

Michael
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