Dämmatrial in Bassreflexboxen

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HorstGas
Neuling
#1 erstellt: 04. Nov 2005, 16:59
Hi! Wie kann ich meine Bassreflexboxen (3Weg) mit Dämmaterial ausstopfen, nur an den Wänden oder auch in der Mitte (Visatonbuch sagt, kann auch in der Mitte Dämmaterial platzieren, Pflaumbuch sagt; nur an den Wänden)
Was stimmt jetzt??
Bitte Euch um eure Meinung,Rat oder gute Tipps.
Vielen Dank Horst
richi44
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 05. Nov 2005, 10:40
Hallo Horst, eigentlich gehörte das ins DIY Lautsprecher...
Aber: Eine generelle Empfehlung ist nicht möglich.
Das Dämpfungsmaterial bedämpft Resonanzen, wie der Name vermuten lässt. Und eine Bassreflexbox ist einfach gesagt ein Kasten mit abgestimmtem Resonanzrohr. Durch das Dämpfungsmaterial wird einmal die Abstimmung leicht verändert und zweitens die Resonanzüberhöhung, also die Güte der Konstruktion beeinflusst.
Eine Box mit hoher Güte neigt zum dröhnen, hat dafür aber eine höhere Energieausbeute (Schalldruck) bei der Abstimmfrequenz. Eine geringere Güte ergibt demnach einen geringeren Schalldruck, aber weniger Dröhnen, also gesammthaft eine sauberere Wiedergabe.
Je nach Lautsprecherchassis, Gehäusevolumen und Reflexrohrabstimmung kann jetzt Deine Box dröhnen (Güte über 0,7), ausgewogen abgestimmt sein (um 0,7) oder eine zu geringe Güte aufweisen (um 0,5). Was in Deinem Fall zutrifft, kann man ohne Angaben nicht wissen oder errechnen.
Daher mein Vorschlag: Ausprobieren. Wenn ein kräftiger, trockener Bass raus kommt, der nicht dröhnt, hast Du die ideale Abstimmung gefunden.
peregrin
Stammgast
#3 erstellt: 14. Dez 2005, 22:39
Ich hab auch eine Frage zu Dämpfungsmaterial:

Für die Libra aus HH 1/2006 wird Sonofil von Intertechnik empfohlen.

Oft les ich auch vom Einsatz von Schafwolle zur Hohlraumbedämpfung, also die sogen. High-Ender benutzen anscheinend lieber Schafwolle als Synthesefasern. Hat das nur ästhetische Gründe, oder ist das tatsächlich gescheit?

Gibt es von euch Erfahrungswerte, was den Unterschied ausmacht (ich meine technisch, nicht den Preis)?

Da gleich zwei Bekannte von mir Schafbauern sind, komm ich etwas ins Überlegen ;-)
A._Tetzlaff
Inventar
#4 erstellt: 14. Dez 2005, 23:24
Das Sonofil befindet sich bei der Libra nur im IHA! Der komplette Innenraum wird nur mit Damping 30 bestückt (das, nebenbei, sauteuer ist [Recyclingmatte!!!!!] - ein halber m² [Obacht, im alten Katalog Druckfehler!]kostet fast 40€). Dass Timmi auf jeglich andere Dämmung verzichtet, wundert mich zwar, aber es scheint zu funktionieren. Schafwolle bringt nicht viel, auch im Stark-Buch nachzulesen, "da sie mitschwingt, aber viel schlechter Stehwellen u.ä. absorbiert." Daher ist sie in einer TML besser aufgehoben, im IHA tut es Polyesterwatte besser.
Jogi42
Inventar
#5 erstellt: 14. Dez 2005, 23:57
Meine Pascal habe ich in der Mitte bedämpft und ganz unten im sogenannten akustischen Sumpf. Wichtig ist, dass man mit dem Material nicht zu nah an das Bassreflexrohr herankommt. Ansonsten würde ich die Empfehlungen des Konstrukteurs folgen und von dieser Abstimmung aus selber testen. Habe selber mit meiner Pascal viele Tests gemacht und würde das auch allen empfehlen.
UglyUdo
Inventar
#6 erstellt: 15. Dez 2005, 01:15
Aye HorstGas,

wenn eine BR nicht bedämmt wird unterstelle ich dem Entwickler entweder Kostendruck, Faulheit oder Absicht.
Eine korrekte Bedämmung - oder auch nicht erfolgte, dies kann ebenso korrekt sein - gehört von Anfang an zum Konzept.

Gehen wir davon aus, daß der Bass recht tief getrennt wird.
Eine Dämmung wird sich lediglich an den Wänden finden, wenn überhaupt. Das Material wird von hoher Dichte und damit schwer sein und soll lediglich dazu dienen, die Wände zu beruhigen.
Ob sie überhaupt notwendig ist, kommt auf den Einzelfall an.

Wird der Bass jedoch höher getrennt, bleiben Mitteltonanteile, die sich den Weg durch BR- Rohr und duch die Membran suchen.
Wollen wir jedoch nicht und versuchen diese zu reduzieren.
Die Dämmung wird sich i.d.R. an den Wänden, je nach speziellen Fall auch hinter Treiber bzw. zwischen Treiber und Rohr finden. Der Raum um das Rohr bleibt immer frei.
Mit dieser Bedämpfung werden einerseits unerwünschte Mitteltonanteile unterdrückt, andererseits läßt sich der Bass auf Raum + Aufstellung einstellen.
Dabei gilt je mehr Dämmung desto weniger Bass.

Typischer BR: Dämmung Sonofil/Polyesterwatte

schwarz: keine
rot: lockerst hinter dem Treiber
grün: etwas/deutlich kompremiert, Raum hinter dem Treiber gefüllt
violett: Füllung vollständig,erhöhte Kompremierung, die dazugehörige Impedanzkurve zeigt die Annäherung an ein geschlossenes System


grün würde ich für die Bekämpfung eines Notfalls halten, violett für eine Fehlkonstruktion
Notwendige Bedämpfung erfolgt über Ohr + Impedanzmessung.
Auf Schafwolle möchte ich nicht eingehen, da ich keinen Kurs über " Wie zupfe ich Schafwolle richtig" belegt habe

Tip: Ich setze vorraus, daß der Raum/die Aufstellung keine gravierenden Probleme erzeugen.Bei einem 3-Wegerich würde ich mich nur mit den Wänden beschäftigen. Fehlt untenrum etwas ist es zu viel, dröhnt es, ist zu wenig.
A._Tetzlaff
Inventar
#7 erstellt: 15. Dez 2005, 02:11
Frage: Kennt jemand günstige Alternativen zu Dämmzeugs?

Ich fang´ mal an: Polywatte aus dem Bastelladen (zum Ausstopfen von Stofftieren u.ä.), gibts rollenweise, ist exakt das Gleiche, was z.B. IT als Sonofil teuer verkauft!

Filz kann man z.T. aus Matratzen ausschlachten. Eventuell eignet sich sogar Teppich als Ersatz, hat da jemand Erfahrungen mit?
psone
Hat sich gelöscht
#8 erstellt: 15. Dez 2005, 13:55
sehr schön UglyUdo!

...und wie ist das bei dem geschlossenen Gehäuse -- was sagen Theorie und Erfahrung, und wie gehe ich am besten in meiner kleinen Realität vor um das Optimum zu finden?

gruß, matze
V.I.B
Stammgast
#9 erstellt: 15. Dez 2005, 14:10

UglyUdo schrieb:
Gehen wir davon aus, daß der Bass recht tief getrennt wird.
Eine Dämmung wird sich lediglich an den Wänden finden, wenn überhaupt. Das Material wird von hoher Dichte und damit schwer sein und soll lediglich dazu dienen, die Wände zu beruhigen.
Ob sie überhaupt notwendig ist, kommt auf den Einzelfall an.

Wird der Bass jedoch höher getrennt, bleiben Mitteltonanteile, die sich den Weg durch BR- Rohr und duch die Membran suchen.
Wollen wir jedoch nicht und versuchen diese zu reduzieren.
Die Dämmung wird sich i.d.R. an den Wänden, je nach speziellen Fall auch hinter Treiber bzw. zwischen Treiber und Rohr finden. Der Raum um das Rohr bleibt immer frei.
Mit dieser Bedämpfung werden einerseits unerwünschte Mitteltonanteile unterdrückt, andererseits läßt sich der Bass auf Raum + Aufstellung einstellen.
Dabei gilt je mehr Dämmung desto weniger Bass.


Udo hat ja fast schon alles gesagt. Je nach Grösse der Box bilden sich Gehäuseresonanzen die den FG versauen können.
Bei einer 1m hohen Box erhält man bei ca.170Hz die erste stehende Welle. Um diese zu bedämpfen platziert man die Wolle in der Mitte des Gehäuses da diese Resonanz dort gut unterdrückt wird (Schallschnelle).
Packt man die Wolle an die Gehäusewände hat sie nahezu keine Funktion da sich dort nur ein Druck aufbaut der von der Wolle so gut wie garnicht bedämpft wird.
An den Gehäusewänden macht also nur (wenn überhaupt) eine Bitumenmatte o.ä. Sinn die die Gehäuseschwingung etwas unterdrücken soll.


[Beitrag von V.I.B am 15. Dez 2005, 14:21 bearbeitet]
Cinch-Master
Hat sich gelöscht
#10 erstellt: 15. Dez 2005, 14:12
Tach...
Eine CB muss man schon stopfen um eine Dämpfung zu erreichen.Oder man schichtet das Material direkt hinter das Chassis.So bildet sich ein sog.Fliesswiderstand der die Güte ebenfalls beeinflusst.
rapunzel123
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 15. Dez 2005, 21:11
kann man die Mitten mit Bedämmung etwas hervorholen????
peregrin
Stammgast
#12 erstellt: 15. Dez 2005, 22:55

A._Tetzlaff schrieb:
Das Sonofil befindet sich bei der Libra nur im IHA! Der komplette Innenraum wird nur mit Damping 30 bestückt


Ich hab glaub ich nix Gegenteiliges gesagt.


(das, nebenbei, sauteuer ist [Recyclingmatte!!!!!] - ein halber m² [Obacht, im alten Katalog Druckfehler!]kostet fast 40€).


Das find ich auch ziemlich arg. Ich werd mir das Zeugs sicher nicht kaufen. Aber wie meinst du das genau mit der aufgerolltne Polyesterwatte? Ich hab sowas noch nie gekauft. Die ist also zu Würsten gesponnen, flach gedrückt und dann aufgerollt, wie Klopapier? Und wickelt man sie wieder ab, ist es eine (wenn sie zerpflückt wird) ganz normale Watte, wie auch für Medizin&Co?


Im IHA tut es Polyesterwatte besser.


Und wenn ich mehr reingeb, komm ich dann auf den gleichen Effekt, oder hat das dann Nachteile? Intuitiv würd ich sagen, ist wohl besser, wenn möglichst wenig Material in der Box drinnen "mitschwingt", das nicht gerade zur Dämpfung beiträgt.

Was anderes: Wegen der Intertechnik-Matten, die Hr. T1mmermanns an den Wänden empfiehlt: Komm ich da mit Nadelfilz auch genauso aus (hätte mir ein Freund empfohlen)? Ich werde wahrscheinlich die Seitenwände aus Beton gießen, muß ich dann der Dämpfung genausoviel Aufmerksamkeit schenken? Oder reicht dann Nadelfilz allenfalls?
Karsten_NE
Stammgast
#13 erstellt: 15. Dez 2005, 23:03
Nach meinem Empfinden (und meiner bescheidenen) Erfahrung ist gerade das Bedämpfen von BR-Boxen ein empirischer Vorgang, getreu dem Motto: ausprobieren und anhören. Gewisse Grundsätze wurden hier genannt, doch letztendlich sind die Einflüsse recht komplex und schwer zu quantifizieren (obwohl dies schon getan wurde ->visaton?).

Meine LS (Pontus) spielten im Bassbereich unsauber (Dröhnen). Dies war jedoch nicht den boxen, sondern dem raum anzulasten (wie ich später feststellte).
Ich machte mich dann an die Bedämpfung der "Dröhnfrequenzen". Try-and-error-Prinzip.

Was kam heraus? Nachdem ich das BR-Rohr bedämpft hatte, war das dröhnen deutlich vermindert, es ist fast verschwunden (freu ).

Kurios dabei ist: erfolgreich war der Versuch, ca. die Hälfte der BR-Rohlänge mit mäßig verdichteten Sonofil zu füllen. Socken, Schaumstoff oder gar luftdichtes Verschließen führten entweder dazu, daß das Dröhne nicht und/oder der Bass komplett verschwand!

Ob das ganze nun theoretisch sinvoll oder erklärbar ist, weiß ich nicht! In der "alten" Wohnung war für guten Klang wiederum eine ganz andere Bedämpfung erforderlich.

ich denke, mit sinnvoller (und variabler) Bedämpfung läßt sich 'ne ganze Menge erreichen.
Cinch-Master
Hat sich gelöscht
#14 erstellt: 15. Dez 2005, 23:37
Es kommt immer drauf an mit was man wo wieviel dämpft und wie sich das Konstrukt dann verhält.
Theoretisch ist es auch möglich den TMT/MT mit schwerem Dämmaterial etwas aufzupeppen.Inwiefern das aber klappt kann ich mit bestimmtheit nicht sagen,da es bis jetzt immer "so gepasst" hat.
A._Tetzlaff
Inventar
#15 erstellt: 16. Dez 2005, 00:13

peregrin schrieb:
Das find ich auch ziemlich arg. Ich werd mir das Zeugs sicher nicht kaufen. Aber wie meinst du das genau mit der aufgerollten Polyesterwatte? Ich hab sowas noch nie gekauft. Die ist also zu Würsten gesponnen, flach gedrückt und dann aufgerollt, wie Klopapier? Und wickelt man sie wieder ab, ist es eine (wenn sie zerpflückt wird) ganz normale Watte, wie auch für Medizin&Co?

Nein, das Zeug ist wie eine Matte (Sonofil!)und dann als Rolle erhältlich. Ich weiß aber nicht, wie sie produziert wird.

peregrin schrieb:
Und wenn ich mehr reingeb, komm ich dann auf den gleichen Effekt, oder hat das dann Nachteile?
In der Ausgabe steht, wieviel Zeug in den IHA rein muss. Zuviel könnte die Wirkung ev. vermindern.

peregrin schrieb:
Was anderes: Wegen der Intertechnik-Matten, die Hr. T1mmermanns an den Wänden empfiehlt: Komm ich da mit Nadelfilz auch genauso aus (hätte mir ein Freund empfohlen)? Ich werde wahrscheinlich die Seitenwände aus Beton gießen, muß ich dann der Dämpfung genausoviel Aufmerksamkeit schenken? Oder reicht dann Nadelfilz allenfalls?

Wenn die Wände aus Beton sind, brauchen die sicher keine Bedämpfung - aber der Filz schluckt ja auch Schall, ist also unverzichtbar (u.a. wg. Stehwellen). Ansonsten hoffe ich, dass jemand meine Frage dazu beantworten kann.
Cinch-Master
Hat sich gelöscht
#16 erstellt: 16. Dez 2005, 00:33

Frage: Kennt jemand günstige Alternativen zu Dämmzeugs?....Eventuell eignet sich sogar Teppich ...


Sorry,ganz übersehen!
Hatte in meiner späten Jugend mal ein Frontloadet-Basshorn(ähnlich wie im Starck) gebaut,wo ich nicht drumrum kam das Horn zu teilen,später hab ich´s dann mit sowas wie einem Berber ausgeschlagen.Hat da auch was gebracht.
Um jetzt aber loszulaufen und einen zu opfern bin ich aber zu geizig
detegg
Inventar
#17 erstellt: 16. Dez 2005, 01:46
Allgemein, nicht nur für BR-Gehäuse:

Dämpfung von stehenden Wellen, etc.: "Polsterwolle" - damit polstert ein Polsterer z.B. Sitzmöbel mit Federkern. Material in Matten - ca. 5cm dick - textiles Abfallprodukt aus dem Recycling - billig bis umsonst - einfach mal fragen ....

Dämmung von Gehäusewänden, etc,: "Weichfaserplatte", gibt es im Trockenbau in den unterschiedlichsten Adsorptionsgraden und Stärken (10....50mm) - preisgünstig (4...8 EUR/qm), leicht zu verarbeiten, klebt nicht so wie Bitumen, Wirkung ähnlich - aber Volumen der Dämmung nicht relevant!!

Gruß
Detlef
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