Suche alternative für 6j1 Röhre

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Beitrag
M.Edens
Neuling
#1 erstellt: 04. Feb 2019, 12:41
Hallo,

ich habe mir einen günstigen China Einsteiger "Röhrenverstärker" gekauft, wo 2x 6j1 "Standard Röhren" platziert sind.
Möchte gerne meine Erfahrungen mit anderen Röhren machen, mit welchen Typen an Röhren kann ich diese ersetzten?
Bitte keine Kommentare wie bringt nichts oder sch...ß China Produkte!

Vielen Dank im voraus

Grüße
pragmatiker
Administrator
#2 erstellt: 04. Feb 2019, 13:22
EF95 oder 6AK5.
Penzol
Schaut ab und zu mal vorbei
#3 erstellt: 05. Feb 2019, 16:21


Hallo,

Auf dieser Seite http://www.ak-modul-bus.de/stat/roehre_6j1.html steht: Die chinesische Röhre 6J1 ist für HF- und NF-Anwendungen geeignet und kommt mit einer kleinen Betriebsspannung und einer geringen Heizleistung aus. Sie ist baugleich zur Röhre EF95/6AK5 und zur Röhre 6SH1P.

Benutzt du Google nicht?

Grüße - Manfred


Vollzitat aus einem anderen Faden.

Und wo würdet ihr diese Röhren kaufen? Zum Beispiel aus russischer Produktion? Danke!
pragmatiker
Administrator
#4 erstellt: 05. Feb 2019, 17:01
EF95: Wird neu überhaupt nicht mehr gebaut - also braucht man die ach so beliebten NOS-Röhren. Wurden in Europa gebaut - und nie in der UDSSR.

6AK5: Wird neu überhaupt nicht mehr gebaut - also braucht man die ach so beliebten NOS-Röhren. Wurden in USA gebaut - und nie in der UDSSR.

Beiden Röhren ist zu eigen, daß sie für sehr ernsthafte Anwendungen entwickelt wurden (die saßen z.B. im HF-Teil dieses Militärempfängers: https://www.radiomus...eiver_r_110_grc.html ) - gegen diese Anwendungen ist "a bisserl Audio vorverstärken" wirklich Kindergarten. Und: die EF95 fand sich (meiner Kenntnis nach) nie in Consumer-Ware wie Radios. Entsprechend hoch war die Fertigungsqualität - und allein deswegen ist es vielleicht einen Versuch wert, mal solche NOS-Äqivalenzröhren zu testen.

Das kann auch deswegen reizvoll sein, weil die "Audiophilen Goldohren" diese Röhren noch nicht "entdeckt" haben und es deswegen auch (noch) keinen Hype um sie gibt - d.h. die Dinger sind derzeit noch bezahlbar:

https://www.ebay.de/...SwrpJcLxwb:rk:3:pf:0
https://www.ebay.de/...Sw11BcWGjo:rk:6:pf:0
https://www.ebay.de/...w6j1bm24q:rk:10:pf:0

Ob's klanglich auch nur irgendwas bringt? Keine Ahnung, ich bin Techniker mit einem Faible für Meßwerte - kein Goldohr.

Grüße

Herbert
Penzol
Schaut ab und zu mal vorbei
#5 erstellt: 05. Feb 2019, 18:52
Vielen Dank!

Goldohr hin oder her, die Röhren sind in vielen billigen China- Preamps eingebaut. Diese Amps liefern die Klangverbesserung, die versprochen wird.

Und die mechanische Quali der eingebauten China-Röhren ist wie man leicht optisch erkennen kann, sehr bescheiden. Das wird einfach kein Vergleich sein zu für kommerziellen Einsatz etwa in Raumfahrzeugen! unf Flugzeugen! gedachten Altbeständen.

Wenn der Röhrentausch also bezahlber ist, dann mal los...
pragmatiker
Administrator
#6 erstellt: 05. Feb 2019, 23:46
Was man vielleicht noch anmerken sollte: Die EF95 bzw. 6AK5 sind ausgemachte (V)HF-Röhren - die sind für ein knappes halbes Gigahertz gut (genau: bis zu ca. 400[MHz]). Das sind Nachfahren entsprechender professioneller HF-Entwicklungen aus dem zweiten Weltkrieg - u.a. der "legendären" RV12P2000. Wenn die also in ein NF-Gerät "eingestöpselt" werden, das über keinerlei "HF-Züchtigungsmaßnahmen" (u.a. HF-taugliche Verdrahtung mit sehr kurzen und dicken Drähten, Schwingschutzwiderstände unmittelbar an den Steuer- und Schirmgitteranschlüssen, entsprechende Masseführung und dergleichen mehr) verfügt, dann ist es durchaus nicht unmöglich, daß die "echten" NOS EF95 / 6AK5 in so einer NF-Verstärkerschaltung ein unerkanntes Eigenleben entwickeln - sprich: daß sie im VHF- oder unteren UHF-Gebiet (wild) schwingen - und das ggf. mit sehr prominenter Amplitude.

Und: In diesen Frequenzbereichen schwingende Röhren entdeckt der - ggf. "audiophile" - (mit keinerlei Meßtechnik ausgerüstete und technisch auch nicht vorgebildete) Laie nicht so ohne weiteres (es sei denn, die schwingende EF95 / 6AK5 bläst ihm direkt den UKW- oder DAB+ - Empfang völlig zu): Das einzige, was der Laie dann mokieren kann, sind erhöhte Verzerrungen und / oder ein erhöhter Grundgeräuschpegel. Sowas (also die völlig stümperhaft ausgelegte Verstärkerschaltung, die dann halt schwingt) wird dann gerne den "nicht-audiophilen" Eigenschaften der neu eingestöpselten Röhre zugeschoben, weil "die ja überhaupt nicht klingt".

Wollt' ich der Vollständigkeit halber nur mal gesagt haben......

Grüße

Herbert
*Tubeli*
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 06. Feb 2019, 01:25
Hi Herbert,

sag mal, warum machst Du Dir die ganze Arbeit ............. ?

Das bringt doch rein gar nix ...

Ist das eine Art von Masochismus ?

Viele Grüße
Marcus
pragmatiker
Administrator
#8 erstellt: 06. Feb 2019, 11:40
Servus Marcus,

*Tubeli* (Beitrag #7) schrieb:
Ist das eine Art von Masochismus ?

Nein, beileibe nicht. Nur: Ich stehe u.a. fachlich jetzt da, wo ich stehe, weil ich am Beginn meiner fachlichen Karriere (das ist jetzt einige Jahrzehnte her) das Riesenglück hatte, auf den "Schultern von Riesen zu stehen" - sprich: Ich durfte von enormer Erfahrung und enormem Weitblick meiner Altvorderen lernen, was mich sehr viel weiter gebracht hat. Nun bin ich selbst in einem Alter, in dem man allmählich zu den "grauen Panthern" gehört. Deswegen möchte ich ein Stück weit das, was ich jetzt weiß - wenn irgend möglich, ohne erhobenen Zeigefinger und mit Humor und Spaß an der Sache - auch an Andere weitergeben. Das mache ich persönlich mit Jüngeren in meiner persönlichen Umgebung - aber eben ab und an auch hier im Forum. Ich weiß, ich bin da zuweilen recht ausführlich (und damit umfangreich). Mir ist es allerdings wichtig, mich in den potentiellen Leser hineinzuversetzen (welche Fragen könnten bei ihm aufkommen?). Damit nach Möglichkeit keine Rückfragen kommen (deren Antwort dann ja u.U. - forentypisch - Tage auf sich warten lassen kann), versuche ich eben auch Randaspekte mit abzudecken - was zum häufig größeren Umfang meiner Beiträge führt. Muß man ja nicht lesen, wenn man nicht will - und das bisserl Speicherplatz und Datenübertragungskapazität, das meine Beiträge kosten, fällt bei dem Gesamtmüll, der im Internet so rumsaust, überhaupt nicht ins Gewicht.

Und, zur Ziegruppe: Natürlich könnte man bei manchen Leuten, die zuweilen in Threads schreiben (und das meine ich jetzt völlig allgemein und über alle Foren gesehen), schon ins Grübeln kommen, ob das die Mühe Wert ist. Nur: Jeder fachlich halbwegs interessante Thread wird von mindestens zehnmal so viel Leuten gelesen (die müssen dazu ja nicht mal angemeldet sein) wie von denjenigen, die als direkte Protagonisten in einem Thread sichtbar in Erscheinung treten - und da ist dann vielleicht der eine oder andere dabei, den die eine oder andere Information weiterbringt.

Grüße

Herbert


[Beitrag von pragmatiker am 06. Feb 2019, 11:48 bearbeitet]
*Tubeli*
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 06. Feb 2019, 12:09
Wow, das ist sehr selbstlos von Dir. Hut ab !

Möge Dir die Energie, als unermüdlicher "Rufer in der Wüste", nicht so schnell ausgehen :-)
pragmatiker
Administrator
#10 erstellt: 06. Feb 2019, 12:12

*Tubeli* (Beitrag #9) schrieb:
Wow, das ist sehr selbstlos von Dir. Hut ab !

Na ja - vielleicht nicht ganz. Erstens hab' ich ja selbst in meiner Jugend was bekommen - und zweitens sind in solchen Threads ja hin und wieder auch ausgewiesene Fachleute unterwegs.....und von solchen Kollegen kann man dann immer selbst auch noch was lernen.

Und - das ist jetzt allerdings als eher philosophischer Kommentar von mir zu verstehen: Wenn man sich ansieht, was heute zuweilen mit einem Bachelor- oder Mastertitel die Hochschulen verläßt und sich anschickt, im Ingenieursberuf zu arbeiten, dann kann einem teilweise schon angst und bange werden. Und der Versuch, diese jungen Herrschaften (wenigstens partiell) hinsichtlich ihrer in der beruflichen Praxis wirklich relevanten Fähigkeiten zu "ertüchtigen" (weil die Hochschulen hier - mindestens teilweise - versagt haben), ist zum Teil auch rein egoistisch motiviert: Wer soll später denn unsere Rente zahlen, wenn nicht diese Jungakademiker mit ihren (noch) vergleichsweise hohen Einkommen (und damit verbunden auch vergleichsweise hohen Rentenbeiträgen)?

Grüße

Herbert


[Beitrag von pragmatiker am 06. Feb 2019, 12:25 bearbeitet]
Penzol
Schaut ab und zu mal vorbei
#11 erstellt: 06. Feb 2019, 16:54
Also, vielen dank an Dir!

Ich verstehe das so: Dei NOS-Röhre ist eigentlich ein HF-Teil. Deswegen schwingt sie auch gerne mal mit der Hochfrequenz.
Um das zu kompensieren müßte der billige China-Amp Schutzschaltungen wie etwa Dämpfungswiederstände haben. Hat er aber nicht. Und zwar deswegen nicht, weil die billigen China-Röhren für die er gemacht ist, so mies sind, daß sie niemals HF-mäßig schwingen würden und somit keinen HF-Schutz brauchen.

Nun können also die viel besseren NOS-Röhren schwingen. Dadurch klingt der Amp schlecht. Außerdem können sie etwa den UKW-Empfang stören.

Meine Frage: Kann das richtig unangenehm werden? In welchem Umfeld, wie viele Meter im Umkreis könnte das stören?

Man kann es ja nicht merken außer am Klang. Heißt das umgekehrt: Guter Klang da, also wird es auch keine Störung geben?

Und welche Röhren währen unter diesen Umständen wohl am besten geeignet?


PS: Der Amp, um den es mir hier geht:

https://www.ebay.de/itm/Mini-6J1-Rohren-Vorverstarker-Hi-Fi-Tube-Preamplifier-Stereo-Treble-Bass-Schwarz/272567225270?hash=item3f7645cbb6:g:8AsAAOSwetBbxahY:rk:37:pf:0

Da sind auch Fotos von die Innereien. Alles Hochwertig mit SMD aufgebaut. Was sagst du da als hilfreicher Experte, Herbert. Und nein, daß ist keine Perlen vor die Säue...
pragmatiker
Administrator
#12 erstellt: 06. Feb 2019, 17:51
Zu den Fragen kann ich nichts sagen - dazu müßte ich das Gerät (und vor allem seine Schaltung) kennen. Das einzige, was man aus den Bildern zu diesem eBay-Angebot rauslesen kann, ist, daß ein 12[V] Steckernetzteil dabei ist und man eine Rollenkerndrossel auf den Bildern sieht --> d.h. die Anodenspannung wird vermutlich mit einem Schaltwandler gemacht, der seinerseits möglicherweise Störungen in die Schaltung eintragen kann. Und: Mit der Qualitätssicherung scheint es auch nicht so toll auszusehen - sonst wäre denen der schief stehende Widerstand unterhalb des linken der beiden schwarzen Elkos zwischen den beiden Röhrenfassungen nicht durchgerutscht.

Ach ja: "Digital Pre-Amp" - wie es vollmundig in der Beschreibung steht - ist natürlich Quatsch. Wo soll denn da was digital sein?

Grüße

Herbert


[Beitrag von pragmatiker am 06. Feb 2019, 17:52 bearbeitet]
Penzol
Schaut ab und zu mal vorbei
#13 erstellt: 06. Feb 2019, 18:32
Das "Digital" ist an dieser Stelle schon richtig. Die Quelle ist digital, ein Computer oder MP3-Player oder ähnliches. Und der Amp dahinter ist auch digital, meißt ein billiger Class D. Der Amp ist auch kein richtiger Preamp, der Verstärkungsbereich ist eigentlich zu klein. Man schaltet das Teil dazwischen, um den Röhrensound zu bekommen und um eine Klangregelung zu haben. Und das funktioniert auch.

Das Teil kostet halt nur wenig. Bei dem Preis reden wir nicht über HiFi. Und dafür ist es echt gut im Klang selbst mit den 1€ China-Röhren incl. Porto.

Danke für deine Einschätzung!
Penzol
Schaut ab und zu mal vorbei
#14 erstellt: 07. Feb 2019, 15:54
Der Tausch gegen gematchte NOS VALVO CV850 aus 7/67 für 15€/2 Stck incl. Porto hat sich definitiv gelohnt! Irre! Der Klang saugt sich regelrecht im Ohr fest! LoL.
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