Rachmaninov Klavierkonzerte 1-4 / Argerich ?

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Halcyon
Neuling
#1 erstellt: 20. Mai 2005, 02:24
Hallo Leute,

suche von obiger Einspielung das gesamte Werk auf Schallplatte, möglichst als Box, muss aber nicht sein. Bin leider nicht so fündig geworden, was wohl daran liegt, dass ich nicht recht weiß, wo ich suchen soll.

Hat jemand dieses Werk zufällig oder etwa einen DGG Katalog der letzten 50 Jahre?


Bin für jeden Hinweis dankbar.
Gruß
Halcyon
Hüb'
Moderator
#2 erstellt: 20. Mai 2005, 06:02
Hi und willkommen hier im Forum!

Hier ist das 3. KK:

http://www.jpc.de/jp.../rk/home/rsk/hitlist

Ob sie den Rest aufgenommen hat, kann ich nicht sagen. Glaube es aber eher nicht.

Grüße,

Frank
AcomA
Stammgast
#3 erstellt: 20. Mai 2005, 19:36
hallo,

martha argerich hat 'lediglich das 3. rachmaninov-konzert aufgenommen. es gibt gute gesamteinspielungen von vladimir ashkenazy (decca) und zoltan kocsis (philips). der 'letzte schrei' soll wohl die aufnahme auf 2 sacds von hyperion records mit dem exzellenten stephen hough sein. ich hab viel gutes davon gehört, selbst jedoch nur kleine ausschnitte. wenn ich die konzerte nicht schon alle in sehr guten interpretationen hätte, würde ich mir diese einspielung besorgen.



gruß, siamak
Chris_G
Stammgast
#4 erstellt: 21. Mai 2005, 05:33
Hallo Gemeinde,

ich habe mir folgende Gesamteinspielung gekauft. Leider kann ich erst Morgen etwas zur Qualität sagen.



Gruß
Christoph
Hüb'
Moderator
#5 erstellt: 21. Mai 2005, 08:58
Von der Stephen Hough-Aufnahme hat mir schon ein anderer Freund begeistert berichtet.
Glemser ist vom pianistischen her auch klasse und sollte trotz des günstigen Naxos-Preises nicht unterschätzt werden.

Viele Grüße,

Frank
AcomA
Stammgast
#6 erstellt: 21. Mai 2005, 11:02
hallo frank,

da stimme ich dir absolut zu. bernd glemser ist ein exzellenter pianist. seine aufnahmen der scriabin-sonaten z.b. sind auf 'champions league'-niveau, auch klanglich. ich habe seine aufnahme des 3. klavierkonzertes von rachmaninov gehört. auch hier pianistisch top. aber leider ist die qualität des orchesters und die aufnahmequalität überhaupt nicht mit aufnahmen der großen labels vergleichbar. schade für den pianisten ! und gerade bei rachmaninov fungiert das orchester nicht nur als klangteppich im hintergrund.

gruß, siamak
Chris_G
Stammgast
#7 erstellt: 21. Mai 2005, 12:04

aber leider ist die qualität des orchesters und die aufnahmequalität überhaupt nicht mit aufnahmen der großen labels vergleichbar. schade für den pianisten ! und gerade bei rachmaninov fungiert das orchester nicht nur als klangteppich im hintergrund.

gruß, siamak



Hallo Siamak,

soll dann wohl für mich heissen, dass ich die Bestellung zurückschicke und eine von Deinen Empfehlungen lieber nehme, auch wenn diese ADD sind?

Ich werde dann wohl den Glemser zurückschicken und dafür eine andere CD nehmen. Rachmaninov kann ich dann später auf SACD kaufen.

Vielen Dank für den Tip!

Gruß
Christoph


[Beitrag von Hüb' am 22. Mai 2005, 08:44 bearbeitet]
AcomA
Stammgast
#8 erstellt: 21. Mai 2005, 20:03
hallo christoph,

verstehe mich nicht falsch, ich denke auch, dass unter berücksichtigung des preises dieser kauf ein guter ist. wenn man aber sehr hohe ansprüche auf aufnahmequalität und orchesterleistung legt, wird man eben mehr investieren müssen. diese entscheidung musst du natürlich treffen. solltest du bereit sein, mehr geld auszugeben, dann wäre die gesamtaufnahme mit stephen hough wohl ideal. soweit ich informiert bin, gibt es dies z.zt. nur als sacd. es handelt sich um DDD-aufnahmen von live-konzerten in dallas. von nebengeräuschen soll man wohl nichts mitbekommen. alternativ wäre noch die DDD-gesamteinspielung (studio-produktion) von decca mit jean-ives thibaudet am flügel, dem cleveland orchestra unter der leitung vladimir ashkenazys, der ja selbst vor jahren die konzerte als pianist einspielte. aus diesem zyklus habe ich rachmaninovs 4. konzert. wirklich grandios interpretiert und tolle akustik.

gruß, siamak
Chris_G
Stammgast
#9 erstellt: 22. Mai 2005, 06:31

AcomA schrieb:
alternativ wäre noch die DDD-gesamteinspielung (studio-produktion) von decca mit jean-ives thibaudet am flügel, dem cleveland orchestra unter der leitung vladimir ashkenazys, der ja selbst vor jahren die konzerte als pianist einspielte. aus diesem zyklus habe ich rachmaninovs 4. konzert. wirklich grandios interpretiert und tolle akustik.

gruß, siamak :)


Hallo Siamak,

könntest Du mir bitte sagen, wo ich die CD's noch bekomme? Bei jpc werden die nicht geführt und bei Amazon nur noch gebraucht...

PS: Dein Wissen um die verschiednen Aufnahmen und die Informationsbereitschaft auch an Anfänger wie mich ist einfach grandios


Gruß
Christoph
Cliowa
Ist häufiger hier
#10 erstellt: 22. Mai 2005, 07:01
Rachmaninovs Klavierkonzerte haben wir (unter anderem) schon in diesem Thread: http://www.hifi-foru...rum_id=68&thread=166
ausführlich besprochen. Ich kann die von AcomA ausgesprochene Empfehlung für Hough nur unterstützen, wenn's denn alle Klavierkonzerte in einem sein sollen. Sonst kann ich im wesentlichen nur den alten Thread zitieren. Empfehlenswerte Aufnahmen sind:
Klavierkonzerte Nrn. 1,2: Krystian Zimermam, Boston Symphony Orchestra, Seiji Ozawa, DG
Klavierkonzerte Nr. 2: Sviatoslav Richter, Warswa Philharmonic Orchestra, Stanislav Wislocki, DG
Klavierkonzert Nr.3: Martha Argerich, Radio-Symphonie-Orchester Berlin, Ricardo Chailly, Philips50
Klavierkonzert Nr.3 (zusammen mit einem weniger begeisternden 2.Kl.konzert): Byron Janis, London Symphony Orchestra, Antal Dorati, Mercury Living Presence

Das 4. Klavierkonzert gefällt mir bei Hough am besten. Von Ashkenazy/Previn oder Thibaudet/Previn würde ich allerdings abraten, die haben mir überhaupt nicht gefallen.
Hough ist sehr extrem, er versuchte ja die Spielart von damals wieder auf zu nehmen. Das ganze ist dann auch sehr feurig, alle Kl.konzerte ziemlich schnell. Am auffälligsten ist das für mich beim Anfang vom 2., den man sich so richtig langsam gewohnt ist. Hough baut da nach einen kleinen "upbeat" ein, der sich auch bei Rachmaninov findet; ein Vergleich mit den Aufnahmen von Rachmaninov selber lohnt sich sowieso. Argerich im dritten ist sehr energisch, teilweise fast überstürzt, aber einfach himmlisch. Byron Janis' Aufnahme ist da deutlich feiner, er trifft für mich sehr gute Tempi, der Klang ist sehr transparent, die Pizzicati gegen Ende des dritten Satzes sind richtig gut heraushörbar, und auch diese Einspielung ist furios, wenn auch etwas langsamer. Zimerman und Richter kann man sowieso bloss empfehlen bzw. im Thread selber nachlesen.
Grüsse...Cliowa
AcomA
Stammgast
#11 erstellt: 22. Mai 2005, 19:07
hallo christoph,

es kann tatsächlich sein, dass decca die thibaudet-aufnahmen aus dem programm genommen hat. sicher wäre ich mir da aber nicht. wenn du über den internet-versand bestellen willst, wäre noch eine andere exzellente und dabei auch aktuelle alternative die aufnahme der konzerte mit nikolai lugansky am flügel bei warner. ich kenne die cd mit dem 1. und 2. konzert. famos, auch vom orchester her. das problem bei thibaudet und lugansky ist, dass man sich die konzerte auf 2 oder drei einzel-cds zulegen muss. da wäre die doppel-sacd mit hough natürlich schon deshalb vorzuziehen. aber du willst ja keine live-mitschnitte ! warum cliowa sich gegen thibaudet ausgesprochen hat, weiß ich nicht.

gruß, siamak
teleton
Inventar
#12 erstellt: 24. Mai 2005, 08:38
Hallo Forianer,

mich wundert, das viele die Ashkenazy-Aufnahme auf Decca nicht für empfehlenswert halten. Mir gefallen die Aufnahmen sehr gut und auch die Decca-Klangqualität ist sehr gut. Ich hatte früher andere Aufnahmen, die mir im Orchester immer zu abgehackt klangen - hier wird von Previn/Ashkenazy ein runder angenehmer Orchestersound geboten.
Die gab es früher als Doppel-CD bei Decca:

Ashkenazy ist absoluter Kenner der Klavierkonzerte, er hat vorher die Konzerte schon mit Kondraschin aufgenommen und später digital mit Haiting (auf Decca zu finden).

Aber es ist kein Fehler, wenn man die Rachmaninow-Klavierkonzerte auch in Einzelaufnahmen hat:

Ein ganz großer Wurf vom Klavierkonzert Nr.3 ist Horowitz mit Ormandy, diesesmal mit den new Yorker PH auf RCA:


Die Aufnahme ist nach dem ersten Hören etwas gewöhnungsbedürftig, wenn man Ashkenazzy gewöhnt ist, aber es ist eine energiegeladene, tolle Aufnahme.

Von den beiden Klavierkonzerten Nr.1 und 2 kann ich nur uneingeschränkt diese DG-Aufnahme mit Krystian Zimmermann empfehlen, was Zimmermann aufnimmt hat "Hand und Fuß":
Hüb'
Moderator
#13 erstellt: 24. Mai 2005, 08:47

teleton schrieb:
...später digital mit Haiting...


Bitte, bitte nicht sauer sein, aber der Dirigent heißt

H A I T I N K mit einem "K" am Ende.

Grüße,

Frank

Siehe auch

http://www.google.de/search?hl=de&q=%22bernard+haitink%22&meta=

vs.

http://www.google.de/search?hl=de&q=%22bernard+haiting%22&meta=
teleton
Inventar
#14 erstellt: 24. Mai 2005, 09:03
Hallo Hüb,

ich weiß, ich weiß, aber mache es immer wieder falsch.
Es muß an der englischen Sprache liegen, da heißt es immer ......ing und nicht ..........ink !

Haitink - so ist es richtig !
Hüb'
Moderator
#15 erstellt: 24. Mai 2005, 09:07
Will ja gar nicht so ein Erbsenzähler sein (ich verschreibe mich ja auch ständig). Es geht mir nur darum, das man den guten Bernard auch über die Suchfunktion finden kann.

Grüße,

Frank
Halcyon
Neuling
#16 erstellt: 26. Mai 2005, 02:27
Hallo!

Danke für die vielen Antworten.
Und bitte für die vielen Antworten.

Nun ergibt sich aber eine weitere Frage: wer hat alles meinen Thread gelesen?
AcomA
Stammgast
#17 erstellt: 26. Mai 2005, 11:23
hallo teleton,

bzgl. deiner empfehlung der aufnahme des 3. konzertes mit horowitz/ormandy anfang der 70er jahre (live-mitschnitt) möchte ich gerne etwas bemerken. diese aufnahme ist sicherlich erstaunlich dahingehend, welche energie in dem über 70-jährigen horowitz steckte. gerade die polymelodik im zweiten satz mit hervorheben der mittelstimmen konnte keiner wie horowitz meistern. aber die aufnahme ist doch eher etwas für horowitz-fans. gerade in den ecksätzen klingt vieles maniriert. besonders übel sind die schon karikaturhaften 'martellato'-ausbrüche des pianisten ('gehämmere'). extreme temposchwankungen und eine unangenehme steifigkeit in den läufen. das zusammenspiel mit dem orchester ist auch nicht gut. horowitz selber mochte diese aufnahme auch nicht. vor allem kein vergleich mit seinen darbietungen aus den 30er jahren. anfang der siebziger jahre befand sich horowitz technisch-pianistisch und auch psychisch in einer krise. möglicherweise stand er auch unter tabletteneinfluss. der späte horowitz der 80er jahre war wieder ganz auf der höhe. daher würde ich die besagte aufnahme des 3. konzertes nicht als erstanschaffung empfehlen.

gruß, siamak
Wolf-D.
Ist häufiger hier
#18 erstellt: 09. Jun 2005, 18:48
moin, moin,
mit etwas Glück hatte ich vor einigen Tagen die Aufnahme mit Byron Janis / Antal Dorati von Mercury Living Presence als Schallplatte in einem recht guten Zustand bei ebay ersteigern können.
Ich habe bisher nur kurz "hinein gehört", weil ich mir dieses Erlebnis für das Wochenende aufsparen möchte.
Aber was ich bisher gehört habe, konnte einem die Tränen in die Augen treiben...

Gruß
Wolf-Dieter
AcomA
Stammgast
#19 erstellt: 09. Jun 2005, 18:54
hallo Wolf-Dieter,

das kann ich gut nachvollziehen. ich habe zwar nicht die living mercury-aufnahme, jedoch aufnahmen mit folgender besetzung aus der rca victor living-stereo-reihe: 1. konzert byron janis/chicago symphony orchestra/fritz reiner; 3. konzert byron janis/boston symphony orchestra/charles munch. top of the top, auch heute noch.

gruß, siamak


[Beitrag von AcomA am 09. Jun 2005, 19:21 bearbeitet]
Deukalion
Inventar
#20 erstellt: 11. Okt 2008, 15:51
Hallo!
Ich suche nach einer Gesamtaufnahme der Klavierkonzerte Rachmaninov´s.

Vom 3. KK habe ich auf LP und CD eine Aufnahme mit dem griechischen Pianisten Dimitris Sgouros und den Berliner Philharmonikern unter Yuri Simonov.





By the way: Um Sgouros, in jungen Jahren als Wunderkind gefeiert und 1982 schon im Alter von 12 Jahren mit Rachmaninovs 3. KK in der New Yorker Carnegie Hall debutierend, ist es dann später eher still geworden.

Seine Rachmaninow- Aufnahme gefällt mir vom Pianistischen gut, in Tutti- Passagen geht jedoch bei dieser Aufnahme aus den Frühtagen der Digitaltechnik (1984) die Durchhörbarkeit verloren.

Die Ashkenazy/ Haitink- Aufnahmen kenne ich auch, hab´ ich vor Urzeiten mal auf Cassette aufgenommen: sehr klangwogend romantisch- schwelgerisch - für manche Stunden genau das Richtige.




Sehr preisgünstig gibt es z. Zt. die ältere Ashkenazy Aufnahme mit Previn, die 4 KK auf 2 Einzel CDs, z. B.:



Aber der absolute Hammer ist wirklich die oben mehrfach erwähnte Aufnahme mit Stephen Hough: Ungeheuer expressiv, eher schnelle Tempi (so wie Rachmaninow selbst ja wohl auch eher schnelle Tempi bei seinen eigenen KK wählte!) und v. a. klanglich absolut top und ausgezeichnet durchhörbar (jedenfalls soweit ich das aufgrund der kurzen und datenreduzierten Klangproben beurteilen kann.)




Nun meine Fragen:

1. Kennt jemand die ältere Ashenazy/ Previn- Aufnahme, v. a. im Vergleich zur Einspielung mit Haitink?

2. Ich finde die Hough- Aufnahme bei Amazon gar nicht und bei JPC nur ausgesprochen hochpreisig: 34,99 € für eine Doppel- CD ist mir ein bißchen zuviel! Kennt jemand eine günstige Bezugsquelle?

3. Welche anderen interptetatorisch und klanglich guten Aufnahmen kennt ihr? Die früheren Einträge sind ja von 2005 und vielleicht gibt es inzwischen neue empfehlenswerte Aufnahmen, wenn nicht Gesamtaufnahmen, dann auch gerne Aufnahmen einzelner Klavierkonzerte von R.

Danke für eure Antworten
Gruß
Hartmut


[Beitrag von Deukalion am 11. Okt 2008, 15:53 bearbeitet]
WolfgangZ
Inventar
#21 erstellt: 11. Okt 2008, 19:10
Ich besitze Ashkenazy mit Previn, aber nicht mit Haitink. Das ist eine sehr solide Einspielung. Dennoch würde ich trotz des durchschnittlicheren Orchesters unter den modernen Einspielungen dem deutschen Spitzenpianisten Bernd Glemser den Vorzug geben - vielleicht wurde er hier auch schon genannt - oder gleich einer der älteren Platten mit Horowitz.

Im Übrigen ist die Auswahl erstklassiger Aufnahmen aus neuerer und neuester Zeit wohl sehr groß. Von daher wirst Du wahrscheinlich so manche Empfehlung bekommen.

Besten Gruß, Wolfgang

EDIT: Ich sehe gerade, dass natürlich schon von Glemser die Rede war.


[Beitrag von WolfgangZ am 11. Okt 2008, 19:16 bearbeitet]
s.bummer
Hat sich gelöscht
#22 erstellt: 11. Okt 2008, 19:24
Kleine Anmerkung.
Der von mir sehr geschätzte Kollege Teleton hat die Ormandy/Horowitz Aufnahme des 3. KK übern grünen Klee gelobt.
Wohl denn.
Aber es gibt Horowitz/Reiner aus den 50igern, und da war Horowitz noch der Horror! am Klavier und nicht der wunderliche Alte und Fritz Reiner war sowieso Champions League. Verglichen mit Ormandy war er also zwei bis drei Klassen besser. Er hatte eben mehr drauf als Wohlklang. wobei Ormandy keineswegs schlecht war, nur Fritze Reiner war eben "a class of its own"!
Und das hört man!
Was will man also mehr??

Also, wenn schon Horowitz (und der ist notwendig für Sammler), dann bitte nicht diese wunderliche Aufnahme aus den 70igern.

Gruß S.
Martin2
Inventar
#23 erstellt: 12. Okt 2008, 17:04
Ich höre nun mal gerade Zoltan Koscics mit dem San Franzisco Sinfony Orchestra unter de Waart. Pflichtgemäß, da ich die große Piano Masterworks Deccabox gekauft habe. Schon sehr beeindruckend. Hörte Klavierkonzert 2 + 3. Wobei ich 2 noch in einer anderen Einspielung habe.

Also: Beeindruckend, obwohl ich dieses vage Gefühl habe, daß das ganze irgendwie zu kontrolliert ist, könnte man an der einen oder anderen Stelle dem Affen mehr Zucker geben. Vielleicht fehlt da irgendwie dieser ganz satte Streicherklang. Aber trotzdem schon toll und wer wäre ich, dieses kritisieren zu wollen.
Joachim49
Inventar
#24 erstellt: 12. Okt 2008, 20:11

s.bummer schrieb:
Verglichen mit Ormandy war er also zwei bis drei Klassen besser. Er hatte eben mehr drauf als Wohlklang.


Hallo S.B.
ich weiss nicht ob du mit den zwei bis drei Klassen besser nur den Rach meinst oder generell Ormandy etwa im Vergleich zu Reiner einstufen willst. Ich glaube, dass man den Ormandy ein bisschen unterschätzt, wahrscheinlich weil er so viel gemacht hat und in nichts spezialisiert war.
Die Kombination Serkin-Ormandy in den Beethoven Klavierkonzerten steht hinter niemandem zwei oder drei Klassen zurück. Und die Mahler'sche 10 in der Cook'schen Fassung hat auf mich jedenfalls Eindruck gemacht. Und eigentlich hat Ormandy nichts gemacht, was wirklich nur zweit- oder gar drittklassig wäre.
Freundliche Grüsse
Joachim
s.bummer
Hat sich gelöscht
#25 erstellt: 13. Okt 2008, 19:16
Hallo Joachim,
eigentlich wäre Ormandy für Rach 1. Wahl, er hat ja immerhin den Komponisten persönlich belegleitet.
Aber Ormandy 1975 war nicht mehr der, der er 1940 war.

Da hatte sich der "Altersstil" schon sehr stark durchgesetzt, und der besteht für mich in diesem geigenseeligen Phillisound.
Daher die abwertende Meinung.

Abgesehen davon bin ich der Meinung, dass von den drei Ungarn in Amerika (Solti kam später) Reiner der wohl bedeutendste war, dann kam Szell und dann Ormandy.
Strawinsky hat im attestiert, dass unter seiner Leitung das CSO das präziseste und flexibelste Orchester der Welt war. Solti hat ein großes Erbe erhalten und pflegen müssen.
Es war Reiner, der das CSO geformt hat, mehr als jeder andere!
Und die Paarung mit Horowitz ist atemberaubend!
Hör es Dir an!

Nachtrag: In der Horowitz Biografie von Glenn Plaskin (deutsch bei Piper) ist auf den Seiten 440ff das Konzert von 1978 beschrieben.
Dort s. 440 heißt es: "die beiden früheren Schallplatteneinspielungen sind in jeder Beziehung bis ins letzte Detail ausgearbeitet...."
und weiter s441. Selbst Horowitz alter Freund Nathan Milstein war enttäuscht. "Die Aufführung war schlecht,... Sein Feuer brennt nicht mehr wie früher. Die Phrasierung war schlecht, zudem war in seinen physischen Gesten zuviel Prahlerisches. Immer versucht er, mit der Musik etwas zu machen, statt sie ganz simpel aus sich heraus wirken zu lassen.
Die Verantwortung von Ormandy wird dann da schon verkleinert.
Vor allem, wenn man liest, dass das "arme" Orchester auf einen solchen Stil nun nicht eingestellt war.
Dass die Aufnahme, die man an heutigen Maßstäben gemessen als "vergurkt" bezeichnen darf, dennoch erschien und dass auch noch "subito" liegt vor allem daran, dass es Horowitz erste Aufnahme seit 27 Jahren Pause war.
Der Hype war groß, die Gier auf große Umsätze auch!
Der Meister brauchte aber noch ein paar Monate, bis er wieder die gewohnte Form hatte.
Etwas später gab er das Konzert mit Mehta, welches allgemein viel besser aufgenommen wurde. Quelle Plaskin.
Dies mal so ergänzend.


Gruß S.

PS Ormandy/Serkin?: Ich kenne die beiden nur mit Regers Klavierkonzert. Eine Platte für die Insel!


[Beitrag von s.bummer am 14. Okt 2008, 19:10 bearbeitet]
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