Dvorak: Die Sinfonien - gute Einspielung gesucht

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jn_wp
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 20. Apr 2007, 20:01
Hallo zusammen!

Ich bin im Internet über eine Einspielung aller Dvorak Symphonien gestolpert und zwar von Supraphon mit der Tschechische Philharmonie unter der Leitung von Vaclav Neumann. Kennt jemand diese Einspielung. Ist die gut oder gibt es bessere? Momentan gibt es das Set nämlich für gut die Hälfte des normalen Preises. Da weiß man ja immer nicht, ob das ein echtes Schnäpchen oder doch eher Ramsch ist.
Vielen Dank für eure Hilfe und viele Grüße!
lydian
Stammgast
#2 erstellt: 20. Apr 2007, 20:12
Hallo,

ich habe diese Gesamtaufnahme auf LP. Sie ist gut, ganz sicher kein Ramsch, dennoch gibt es bessere. Mein Favorit ist die Decca-Gesamtaufnahme von Istvan Kertesz mit dem London Symphony Orchestra. Auch klanglich ist sie, obwohl älter, der Supraphon deutlich überlegen. Desweiteren kann ich für die Sinfonien 7-9 ganz besonders George Szell mit dem Cleveland Orchestra empfehlen.

Gruß,
Steff
daniel5993
Hat sich gelöscht
#3 erstellt: 21. Apr 2007, 10:48
Hallo!

Ich schließe ,ich an!
Dvorak-Symphonien unter Istvan Kertesz = Hervorragend!
Vaclav Neumann und Dvorak, kenne ich nicht.

Gruß
daniel
Hüb'
Moderator
#4 erstellt: 21. Apr 2007, 11:08
Hi!

Die Sinfonien unter Neumann auf Supraphon sind eine gute Wahl.

Ebenfalls zu nennen wären, neben Kertesz, Kubelik und (für ganz kleines Geld) Suitner.

http://www.jpc.de/jp.../rk/home/rsk/hitlist
http://www.jpc.de/jp.../rk/home/rsk/hitlist
http://www.jpc.de/jp.../rk/home/rsk/hitlist

Im Thread zur 9ten Sinfonie finden sich mW ebenfalls Hinweise.

Grüße

Frank
teleton
Inventar
#5 erstellt: 24. Apr 2007, 10:00
Hallo Dvorak-Freunde,

welche Dvorak-Sinfonien - GA an der Spitze stehen wurde hier schon teilweise angesprochen:
Kertez(Decca) und Neumann (Supraphon).

Auf keinen Fall sollte man nun die Kubelik-GA vergessen, die ich Kertez´s Glanzleistung gleichsetzen würde.

amazon.de
Dvorak: Sinfonien Nr.1-9
Berliner PH / Rafael Kubelik
DG, ADD

Die Umsetzung des böhmischen Elementes ist Kubelik für seinen Landsmann hervorragend gelungen.
Die DG-Klangqualität der Analogaufnahmen aus den 70er-Jahren ist überdurchschnittlich hoch und rauschfrei.

Zur Schallplattenzeit hatte ich die Philips-LP-Kassette mit Witold Rowicki, die durchweg als nur mittelmäßig einstufen würde (die Nr.9 war lasch).
Welch eine positive Überraschung als ich mir dann zu CD-Zeiten, als Umstieg auf CD, dann die Kubelik-CD-BOx kaufte.
Das gleiche gilt auch für die Kubelik-DG-Aufnahmen der Sinfonischen Dichtungen von Dvorak.

Die meistgespielten TOP-Sinfonien Nr.7-9 favorisiere ich ohnehin in Einzelaufnahmen, obwohl hier Kubelik auch Spitzenprodukte abliefert.

Favoriten der Sinfonien Nr.7-9:
Sinfonie Nr.7 Dohnanyi (Decca)
Sinfonie Nr.8 Dohnanyi (Decca)
Sinfonie Nr.9 Fricsay (DG), Szell (SONY), Kondraschin (Philips), Dohnanyi (Decca), Maazel (DG).
Hüb'
Moderator
#6 erstellt: 25. Apr 2007, 05:17
Hallo Wolfgang!

Sinfonie Nr.9 Fricsay (DG), Szell (SONY), Kondraschin (Philips), Dohnanyi (Decca), Maazel (DG).

Schau' doch bitte noch einmal nach, ob diese Angabe richtig ist. Ich kenne nur die Aufnahme für Decca mit den Wienern. Gibt es noch eine 2. Einspielung mit Kondrashin? Gar aus seiner nur kurzen Tätigkeit mit dem SO d. Bayerischen R.?

Grüße

Frank
teleton
Inventar
#7 erstellt: 25. Apr 2007, 06:17
Hallo Hüb,

korrekt was Du schreibst.
Danke für den Hinweis. Ich habe mich geirrt - die Kondraschin-Aufnahme der Dvorak: Sinfonie Nr.9 ist auf Decca mit den Wiener PH.

Auf jeden Fall eine Spitzenaufnahme mit den anderen genannten.
op111
Moderator
#8 erstellt: 26. Apr 2007, 17:14

teleton schrieb:
...die Kondraschin-Aufnahme der Dvorak: Sinfonie Nr.9 ist auf Decca mit den Wiener PH.

und zwar als Decca 430 702 oder 448 245 in anderer Kopplung.
Leider nicht mehr im Programm.
Hüb'
Moderator
#9 erstellt: 26. Apr 2007, 17:22

Franz-J. schrieb:

teleton schrieb:
...die Kondraschin-Aufnahme der Dvorak: Sinfonie Nr.9 ist auf Decca mit den Wiener PH.

und zwar als Decca 430 702 oder 448 245 in anderer Kopplung.
Leider nicht mehr im Programm. :(

Hier noch zu haben:
http://www.amazon.de...id=1177608088&sr=8-3
Moritz_H.
Stammgast
#10 erstellt: 26. Apr 2007, 17:25
Hallo,
möchte einmal die GA-Aufnahme nennen, welche ich persönlich sehr schätze (und zwar wegen des Super-Klanges):

Scottish National Orchestra
Neeme Järvi




Sicher spielen die bereits genannten Aufnahmen in der Oberliga; diese jedoch möchte ich nicht mehr missen.
stravinsky
Stammgast
#11 erstellt: 07. Dez 2010, 19:01
Hallo Dvorak-Freunde,

letztgenannte GA von Neeme Järvi gibt es derzeit als MP3-Download in 320 kB-Qualität bei Mediamarkt für sehr günstige 9,90.

Grüße

s.
op111
Moderator
#12 erstellt: 27. Jul 2012, 12:16
Kürzlich bin ich auf alte Supraphon-Aufnahmen von Václav Talich aufmerksam geworden.
Talich erscheint mir als der Begründer einer klaren, sachlichen Interpretationshaltung, die den Bombast und das Schmalz so mancher neueren Aufnahme vermeidet.
So möchte ich Dvorak hören.
Auf gleich hohem Niveau erscheinen mir nur die Aufnahmen Kertesz und Szell.
Die ebenfalls sehr guten Aufnahmen von Ancerl, Neuman und Kubelik sind für mich nur auf Platz 2.

Vaclav Talich
Tschechische Philharmonie
6. & 7.

jpc.de

8. & 9.
jpc.de

Aufnahmetechnisch gelungen und erste Wahl sind m.E. unter den unüberschaubar vielen Aufnahmen nur noch:

7., 8., 9.Sinfonie
George Szell
Cleveland Orchestra

Epic/CBS/Sony
jpc.de

9 Sinfonien
Istvan Kertesz
London Symphony

Decca
jpc.de

Joachim49
Inventar
#13 erstellt: 23. Jan 2013, 15:57
jpc.de
Nimm an du suchst eine erstklassige Aufnahme der Dvorak'schen 9ten. Würdest Du die Aufnahme des Malaysian PO mit Claus Peter Flor auch nur in Erwägung zu ziehen? Wahrscheinlich nicht. Ich auch nicht, oder besser: ich hätte es bis heute auch nicht getan. Aber zufällig las ich auf klassik.com eine begeisterte Besprechung und dank spotify war ich in der Lage mir selbst einen Eindruck zu verschaffen. Die Aufnahme ist in jeder Hinsicht grossartig. Ein grossartiges Orchester (kein viertel Jahrhundert alt). Ein Dirigent, der offensichtlich unterschätzt ist. Wunderbare Balance und Aufnahmetechnik (BIS - SACD), so manches aus der Partitur habe ich offensichtlich noch nie bewusst wahrgenommen, dramatisch zupackend, bewundernswert differenziert in der Dynamik, nie gehörte Klangfarben, weil nichts durch eine permanente Vibrato-Sahnehaube zugedeckt wird. Oft berührend. Und natürlich auch: eine grossartige Komposition.
Im Malaysian PO gab es offensichtlich vor einiger Zeit grosse Probleme wegen Massenentlassungen und Neubesetzungen, die vom Chefdirigenten (Flor) veranlasst oder toleriert wurden.
Die anderen Dvorakaufnahmen Flors haben wahrscheinlich dasselbe Niveau wie seine 9te.


[Beitrag von Joachim49 am 23. Jan 2013, 15:58 bearbeitet]
op111
Moderator
#14 erstellt: 23. Jan 2013, 16:03
Hallo Joachim,
unter den (zumindest von mir) ungezählten Aufnahmen dieses Hits kenne ich nur einen winzigen Bruchteil. Ich denke, dass es auch unter prof. Kritikern nur wenige geben dürfte, die mehr als 1/3 des Angebots ausreichend oft gehört haben um ein fundiertes Urteil abgeben zu können.
Insofern besteht eine gute Chance, dass sich auf diesem weiten Feld unentdeckte Perlen finden lassen.
Hüb'
Moderator
#15 erstellt: 23. Jan 2013, 16:42
Die Sinfonien Nr. 7+8 hat CPF ebenfalls für BIS eingespielt.
Ich kenne eigentlich nur seinen Mendelssohn-Zyklus für RCA einigermaßen oberflächlich. Der hatte seinerzeit ebenfals mEn gute Besprechungen erhalten.

Grüße
Frank
teleton
Inventar
#16 erstellt: 03. Feb 2013, 17:04
Mut zu einer neuen GA der Dvorak-Sinfonien.

In den letzten Tagen habe ich mal alle Sätze der frühen Sinfonien Nr 1- 6 nur in den Hörschnipseln in den beiden GA Kertesz (Decca) und Kubelik (DG) miteinander verglichen. Angeregt wurde ich zu dem Vergleich von Alfred, der dies bei der Sinfonie Nr.4 zugunsten Kertez empfohlen hatte.
Aber es ist wahr: Kertesz hat aber auch überall mehr Spielfreude, mehr Schmackes, mehr Feuer unterm Ar....
*** Jetzt muste es sein - ich habe nämlich nie so richtig und wirklich gefallen an 1 - 6 gefunden.
Ich habe die Kertesz-GA (Decca) bestellt und lasse mich überraschen ob die mir mehr geben wird, als meine Kubelik-GA (DG), die ich schon seit dem vorigen Jhd habe.

Bei den Sinfonien Nr. 7 - 9 gibt es für mich keine Frage mehr, welches mein Favorit ist:
7 und 8 mit Dohnanyi (Decca)
9 mit Bernstein (SONY), Fricsay (DG), Szell (SONY).

Aber auch hier bin ich auf "Kerty" gespannt !


[Beitrag von teleton am 03. Feb 2013, 17:08 bearbeitet]
Hüb'
Moderator
#17 erstellt: 19. Apr 2013, 06:12
Hallo zusammen,

hier ein Beitrag, denn ich unter "Was hört ihr gerade jetzt" gepostet habe und dessen "Konservierung" an dieser Stelle vielleicht lohnt:

jpc.de


Ich habe mich nun durch den kompletten Zyklus gehört. Für meinen Geschmack komme ich zu dem Ergebnis, dass es eigentlich keine Gesamtaufnahme braucht. Die Sinfonien 1 bis 3 sind IMHO recht belanglose Frühwerke. Durchaus kann man diese Musik als "schön" und "angenehm konsumierbar" bezeichnen, allerdings fehlt es ihr an einer eigenständigen Sprache, überdurchschnittlichen Ideen und an Wiedererkennungswert. Da zündet nix, da bleibt nix haften.
Die vierte Sinfonie lässt dann erstmalig aufhorchen und in der Folge jedes weitere Werk, wobei die Sechste, Achte und die alles überstrahlende Neunte die Highlights sind. Dvorak hat 28 Jahre gebraucht, um von seiner ersten zu seiner neunten Sinfonie zu gelangen. Diesen Weg und die darauf zurückgelegte Entwicklung kann man Schritt für Schritt mit jeder Sinfonie nachvollziehen. Die Fürsprecher der Achten kann ich übrigens nicht wirklich verstehen, zumindest diejenigen nicht, die diese Sinfonie oberhalb der (zu Recht) überpopulären Neunten ansiedeln.

Die kleineren Orchesterwerke sind toll und ideenreich und vielleicht DASS Argument für den Kauf ausgerechnet dieser Box, denn sie sind im Katalog nicht so häufig vorhanden.

Was bleibt als Grund für den Kauf einer Gesamtaufnahme im Allgemeinen? Reiner Pragmatismus :D. Einzelaufnahmen der Sinfonien sind mit Ausnahme der Neunten schließlich nicht sehr gängig und das (mühsame) Zusammensuchen der "lohnenden" Werke (Sinfonien Nr. 4 bis 9) dürfte mehr kosten, als selbst zwei hochkarätige Gesamtaufnahmen.

An der gezeigten Neumann-GA, die seit nunmehr Jahrzehnten im Katalog verfügbar gehalten wird, gibt es wenig zu kritteln. Der Klang ist gut, die Interpretation passend und nicht im Wege stehend, im Falle der 9. absolut konkurrenzfähig, was angesichts des Angebots absolut was heißen will.

Viele Grüße
Frank
Joachim49
Inventar
#18 erstellt: 19. Apr 2013, 07:59

Hüb' (Beitrag #17) schrieb:
Die vierte Sinfonie lässt dann erstmalig aufhorchen und in der Folge jedes weitere Werk, wobei die Sechste, Achte und die alles überstrahlende Neunte die Highlights sind.


Merkwürdig, dass Du die wunderbare, etwas dunkle Nr. 7, die ich jederzeit der Nr. 8 vorziehen würde, so ausdrücklich unerwähnt lässt.
mit freundlichem Gruss
Joachim
Hüb'
Moderator
#19 erstellt: 19. Apr 2013, 08:07
Hallo Joachim,

ja, die blieb bei mir (der Text ist schon wieder einige Wochen alt) nicht so recht hängen. Aktuell beschäftigte ich mich mit dem Rowicki-Zyklus (LSO) und da werde ich hinsichtlich der Siebten noch einmal ganz genau hinhören, versprochen.

Mittlerweile muss (kann/darf) ich meine doch recht negative Haltung zur 1. auch ein Stück weit revidieren. Auch das ist ordentliche Musik, die Freude macht.

Grüße
Frank


[Beitrag von Hüb' am 19. Apr 2013, 08:15 bearbeitet]
Hüb'
Moderator
#20 erstellt: 30. Apr 2013, 06:48
Hallo zusammen,

und auch hier, für's Archiv und die Suche:

jpc.de


David Hurwitz nässt sich fast ein vor Erbauung: KLICK

Gehört habe ich in den letzten Tagen diesen unter Leitung des polnischen Dirigenten Witold Rowicki mit dem LSO entstandenen Dvorak-Zyklus, der als 6-CD-Box bei Decca/Universal vorliegt.
Die Einspielungen entstanden zwischen 1965 und 1971 für Philips - und nicht Decca, wie auf dem Cover zu lesen ist; das Label Philips existiert leider nicht mehr, seit der Universal-Konzern seine Klassik-Aktivitäten marketingseitig auf die Label Decca und DG fokusiert. Das erklärt auch, warum ein nur unwesentlich jüngerer Zyklus mit dem selben Orchester auf dem (vermeintlich) selben Label existiert, nämlich die vielgerühmte Kertesz-Gesamtaufnahme. Letztere ist zwar ebenfalls günstig, liegt preislich aber leicht oberhalb der Rowicki-Box. Über den günstigen Preis gilt es die gestalterisch miese Optik der Box (der ganzen Serie eigentlich) zu verschmerzen. Ein weiterer Wermutstropfen ist die Aufteilung der 2. Sinfonie auf 2 CDs (wer sich daran stört, kann diese ja "umbrennen"; das wäre zumindest mein Tipp).
Die Rowicki-Aufnahmen waren für doch einige Jahre vom Markt verschwunden. Die letzte Inkarnation, an die ich mich erinnern kann, war eine Veröffentlichung im Rahmen der ebenfalls nur noch antiquarisch verfügbaren Philips-Duo-Doppel-CD-Reihe:

21S2ZYVMTEL 41TQ93K6VBL 61VZGPWQ6RL


Ob es meine wachsende Hörerfahrung mit den frühen Dvorak-Sinfonien ist, die tolle Interpretation durch Rowicki und das LSO oder auch eine Mischung aus beiden Faktoren kann ich gar nicht sagen. Jedenfalls sind vor allem die Sinfonien Nr. 1 und 2 in meinem Ansehen mit Hören diese Zyklus ganz erheblich gewachsen. Das ist wirklich tolle, anhörens- und wiederhörenswerte Musik, die zwar sicher ihre Vorbilder hat, die aber bei weitem nicht beliebig und austauschbar ist und die nicht so sehr im Schatten der Spätwerke und der alles überstrahlenden 9. Sinfonie stehen sollte, wie es die Popularität dieser Werke anzeigt.

Es wurde bereits angemerkt: auch die Siebte ist ganz wundervolle Musik, auf einem Level mit der Achten und der berühmten Neunten. Die achte Sinfionie scheint mir insgesamt exemplarisch für den Reiz, den Dvoraks Sinfonik ausmacht, nämlich das Spannungsfeld und Auf und Ab aus emotional-melancholischen Weisen und schmissiger Lebenslust. Dieser Kontrast wird hier besonders gut erfahrbar und Rowicki und das LSO folgen dieser Musik so selbstverständlich hinreißend, dass es eine Lust ist, ihnen zuzuhören. Das strahlende Blech ist in meinen Ohren herausragend und Rowicki lässt das LSO mit einer Wärme und Anteilnahme musizieren, die dem Hörer die Musik Dvoraks ganz, ganz nahe bringt.

Mein Fazit: Wenn jemand eine exzellente Gesamtaufnahme der Dvorak-Sinfonien sucht, dann wäre es sträftlich, am vergleichsweise unbekannten und unterschätzten Rowicki vorbeizugehen. Für mich gehört dieser Zyklus unbedingt zum schmalen Kanon der Referenzaufnahmen. Für Dvorak-Fans und entdecker gleichermaßen ein Must-have!

Grüße
Frank
Martin2
Inventar
#21 erstellt: 30. Apr 2013, 10:03
Hallo Frank,

danke für Deine Einschätzung des Rowickizyklus. Ich werde drüber nachdenken. Ich denke schon seit einiger Zeit über den Kerteszzyklus nach, aber der Rowickizyklus scheint ja auch sehr gut zu sein. Ich habe bisher nur den Zyklus mit der Slowakischen Philharmonie, der in der Dvorak Brilliantbox mit drin ist.

Es ist interessant, daß nun auch die ersten beiden Sinfonien Dvoraks mit dem Rowicki bei Dir gezündet haben. Das muß nicht unbedingt am Rowicki liegen, Du sagst es ja selbst, daß das auch an wachsender Hörerfahrung liegen kann.

Ich komme im moment nicht an mein Spotify heran, aber ich weiß, daß die zumindestens den Kertesz und den Kubelik haben, möglicherweise ja auch den Rowicki. Intensives Vergleichshören wäre dann mal angesagt, ich möchte irgendwann mal einen besseren Dvorakzyklus auf CD haben, aber ich denke ich brauche wirklich nicht alle.

Gruß Martin
teleton
Inventar
#22 erstellt: 10. Mai 2013, 21:32
Hallo martin,

die positive Beurteilung die Frank der Rowicki-GA zu Teil werden lässt, teile ich nicht. Das liegt bei mir daran, dass meine LP-Erst-GA der Dvorak-Sinfonien unter Rowicki bei mir wenig erfolgreich angekommen ist:


Damals in den 80ern hatte ich auf LP Einzelaufnahmen der Sinfonien Nr. 8 und 9 mit Ozawa/San Francisca SO. Um nicht allen weiteren Sinfonien hinterherzurennen kaufte ich die GA mit Rowicki.
Ehrlich gesagt haben mich damals die frühen Dvorak-Sinfonien unter Rowicki wenig angesprochen und der Vergleich mit den beiden letzten Sinfonien ging auch für Rowicki in Richtung langweilig ohne Pepp.
((Im Prinzip war das mein Anfang immer öfter Interpretationsvergleiche zu ziehen und nicht mehr nur eine Aufnahme von einem Werk haben zu wollen.))


Ich empfehle Istvan Kertesz (Decca) dessen Dvorak - GA ich seit Februar 2013 habe:
Über die Jahrzehnte habe ich einen ziemlich langen Weg gebraucht, auch die frühen Dvorak-Sinfonien so gebührend zu schätzen, wie seit eh und je die Nr. 7 - 9 !
Die frühen Sinfonien haben heute einen deutlich höheren Stellenwert für mich, was ich deutlich auf meine jeweiligen GA zurückführe.

Nach der von mir weniger geschätzten Rowicki-GA (Philips-LP-Box), dann die Kubelik-GA auf CD (DG) habe ich seit ein paar Tagen die Kertesz-GA (Decca), von der ich mehr als positiv überrascht bin.

Zitat von »teleton« aus einem Sinfonie Nr.4-Thread

Ich glaube ich übertreibe nicht, wenn ich jetzt schreibe: Ich hatte mich auch bei Kubelik wieder für die "falsche" GA entschieden. (Der Kauf erfolgte nach der Kubelik-GA der Sinf.Dichtungen, die mit dem Bayerischen RSO erfolgten und noch mehr überzeugen.)
Denn Kertesz ist nicht nur hier der Sinfonie Nr.4 vorzuziehen, sondern so ziemlich bei allen anderen Sinfonien auch ... ich bin platt. Kertesz bringt ein nie gehörtes Herzblut mit ein, eine genaue Abstufung von Lautstärkegraden, eine fastzinierende spannungsgeladene Emotion, die einfach nur Freude macht. Die Klangqualität im anspruchsvollen Decca-Analog-Sound der 60er Jahre (es rauscht auch nur gering) ist ohnehin ganz mein Ding !

Die Kertesz-GA hatte mit Versand um die 20€ (neu) gekostet ...
Wir hatten 2009 eine kleine Auseinandersetzung, bei der die Kubelik-Aufnahmen unangemessen schlecht beurteilt wurden. Würde es die Kertesz-Sinfonien-Aufnahmen nicht geben, wäre man auch mit Kubelik sehr gut bedient sein. Seine GA der Sinf.Dichtungen mit dem Bayerischen RSO finde ich aber noch besser gelungen, als bei den Sinfonien mit den Berliner PH, weil Kubelik hier das Herzblut und die genau nachvollziehbare Probenarbeit mit einbringt, die die Kertesz-Aufnahmen so umwerfend empfehlenswert machen.

Die Sinfonien Nr. 1 - 6 lassen mich jetzt unter Kertesz erstmals wirklich aufhorchen ! Kertesz schaft es den Hörer im Verlauf dauernd angeregt zum weiterhören anzuregen.

Die Sinfonien Nr. 7 und 8 sind mit Dohnanyi (Decca) meine Favoriten. Ich war platt, dass Kertesz diesen in keinster Weise nachsteht. Im Gegenteil, in der Sinfonie Nr.7 baut Kertesz eine unglaubliche Spannung auf, die das Werk noch deutlicher neben die Brahms-Sinfonien stellt. Klasse !
Die Sinfonie Nr.8 genauso, wenn auch die Pauken bei Dohnanyi noch eindrucksvoller tönen; aber bei Kertesz auch voll da ! Das ist Beises referenzverdächtig !

Die vielgespielte Sinfonie Nr.9 "AdnW" ist neben Fricsay (DG) mit Kertesz als fabelhaft gelungen zu bezeichen. Im Prinzip auch eine "Insel-Aufnahme", wie die ganze Box. Das ich hier den Bernstein- oder Szell-Wahnsinn (SONY) noch mehr schätze steht auf einem anderen Blatt.

amazon.de
Decca, 1963-1967, ADD
soberholzers
Ist häufiger hier
#23 erstellt: 21. Jul 2013, 19:29
Kenne einige Aufnahmen seiner populärsten Symphonie AdNW, welche wirklich ein klassisches Highlight darstellt (Baltimore SO, Marin Alsop; Philadelphia Orchestra, Wolfgang Sawallisch; Chicago SO, Solti).

Habe nun eine wirklich tolle Aufnahme gefunden, welche insgesamt den allerbesten Kompromiss darstellt. Vielleicht ist ja der 1. Satz bei Alsop knackiger und bei Solti zügiger, doch beim 3. Satz war ich vom LSO unter Sir Colin Davis (live) vollends überzeugt. Und das erst noch bei einer Live Aufnahme!

Cover LSO Dvorak Symphony No. 9

Für die nicht so geliebte 1. Symphonie empfehle ich das Scottish National Orchestra unter Neeme Järvi.
Cover Symphonie No. 1 Dvorak Järvi

Viel Spass beim reinhören. Gibt es auch bei Society of Sound als HD Download - oder fast gratis, wenn man dort Mitglied ist.
chris1312
Stammgast
#24 erstellt: 24. Nov 2014, 15:37
Hallo zusammen,

nachdem ich vor ein paar Monaten in Bonn die neunte von Dvorak gehört habe (Dirigent: Semyon Bychkov; Münchner Philharmoniker) bin ich auf diesen Thread aufmerksam geworden. Es soll nun die Version von Kertesz mit dem LSO werden. Auf Amazon sind allerdings 2 zu finden. Einmal die bekannte, mit den Sinfonien 1-9 für 24€ + Versand und noch eine Box, wo noch Ouvertüren Dvoraks dabei ist für 29,97€ incl. Versand. Da dort das äußerst schöne Stück Carnival Ouvertüre dabei ist, würde ich diese eigentlich bevorzugen. Ich wollte nur sichergehen, dass die Aufnahmen (vom Tontechniker) nicht irgendwie viel schlechter Abgemischt sind, als bei der hier vorgeschlagenen. Vielleicht kann mir einer (hoffentlich) meine Sorgen zerstreuen.
Vielen Herzlichen Dank.
http://www.amazon.de...iveASIN%3DB00H5DNAPM
Hüb'
Moderator
#25 erstellt: 24. Nov 2014, 18:00
Die Aufnahmen sind identisch und das Mastering dürfte es ebenfalls sein.

Grüße
Frank
spawnsen
Inventar
#26 erstellt: 30. Jan 2015, 21:55
Hallo Leute,

hänge mich hier mal dran: Habt ihr eine CD-Empfehlung speziell für eine Einspielung der 7. Sinfonie mit guter Aufnahmequalität?

Ich habe die Box Kertesz/Londoner (Decca), die hier ja auch schon genannt wurde. So genial die Interpretationen musikalisch insgesamt sind, gerade bei der Einspielung der 7. - und nur bei dieser! - ist ein leiser Grundton (Hintergrundrauschen) zu hören, der mich mit meinen "Kopfhörer-Lupen" doch ziemlich stört. Habt ihr denn noch andere "Referenz-Empfehlungen" nur für die 7.? Wie gesagt, nicht das Gesamtwerk...

Danke,
Kai

Joachim49
Inventar
#27 erstellt: 30. Jan 2015, 22:20
Bernsteins New Yorker Aufnahme der 7. ist sehr sehr gut. Allerdings kein DDD. Weiss nicht ob da auch was rauscht.
Kreisler_jun.
Inventar
#28 erstellt: 30. Jan 2015, 22:30
Es würde mich wundern, wenn Bernstein/NY besser klänge als Kertesz/London... normalerweise klingen Decca-Orchesteraufnahmen der 60er/70er durchweg deutlich besser als CBS.

Ich kenne selbst leider auch keine einschlägige Empfehlung aus dem Digitalzeitalter, aber ich glaube Dohnanyi (Decca), Harnoncourt (Teldec/Warner) und Ivan Fischer werden häufig empfohlen.
Moritz_H.
Stammgast
#29 erstellt: 30. Jan 2015, 23:44

spawnsen (Beitrag #26) schrieb:
Habt ihr eine CD-Empfehlung speziell für eine Einspielung der 7. Sinfonie mit guter Aufnahmequalität?


Dann würde ich gerne diese Aufnahmen empfehlen – Hörschnipsel sind ja vorhanden –

jpc.de jpc.de


Diese Scheiben sollten Deinen Ansprüchen sehr wohl entsprechen …
spawnsen
Inventar
#30 erstellt: 31. Jan 2015, 00:15
Danke Euch. Schon ist auch die Bestellung für Fischer/Budapester raus.
op111
Moderator
#31 erstellt: 31. Jan 2015, 12:36
Auch wenn es jetzt zu spät ist:
Überdurchschnittlich gute Aufnahmen sind auch:

Symphonien Nr.7-9
Cleveland Orchestra
Ch. v. Dohnanyi
Decca, DDD, 84/85
jpc.de

und bis evtl. die Auskopplung aus der hervorragenden neuen Gesamtaufnahme bei Decca erscheint:
Symphonie Nr.7
+Nocturne op. 40; Der Wassermann op. 107
Czech Philharmonic Orchestra,
J. Belohlavek
Chandos, DDD, 1994
jpc.de

op111
Moderator
#32 erstellt: 31. Jan 2015, 12:42

spawnsen (Beitrag #26) schrieb:
.... die Box Kertesz/Londoner (Decca), ...
... gerade bei der Einspielung der 7. - und nur bei dieser! - ist ein leiser Grundton (Hintergrundrauschen) zu hören, der mich mit meinen "Kopfhörer-Lupen" doch ziemlich stört.

Zusätzlich gibt es ab etwa 100Hz einen deutlichen Baßabfall, eingeschränkte Dynamik, leichte Dropouts und Verzerrungen im ff (Bandsättigung). Einige Aufnahmen aus dem Digitalzeitalter haben eine deutlich bessere Klangqualität.
spawnsen
Inventar
#33 erstellt: 31. Jan 2015, 12:43
Danke.

Behalte ich auf dem Schirm, der nächste Kauf kommt bestimmt. Die Einspielung von Dohnanyi sieht auch interessant aus. Von Dohnanyi/Cleveland Orchester hab' ich soweit ich weiß noch keine Einspielung gehört...
op111
Moderator
#34 erstellt: 31. Jan 2015, 15:27
Hier die von mir erwähnte Gesamtaufnahme:

Symphonien Nr. 1-9; Cellokonzert op. 104; Violinkonzert op. 53; Klavierkonzert op. 33
Alisa Weilerstein, Cello
Frank Peter Zimmermann, Violine
Garrick Ohlsson, Klavier
Czech Philharmonic Orchestra,
Jiri Belohlavek

Decca, DDD 2014
jpc.de
Hüb'
Moderator
#35 erstellt: 22. Apr 2015, 10:02
Und auch hier noch einmal meine Eindrücke zur 4. unter Hengelbrock.

jpc.de

Antonin Dvorak (1841-1904)
Symphonie Nr.4 + Tschechische Suite op. 39

NDR Sinfonieorchester, Thomas Hengelbrock
Sony, DDD, 2012

Frisch und hochspannend zeigt die Aufnahme einmal mehr, welche Qualität im Frühwerk (op. 13 sowie 39) von Antonin Dvorak noch verborgen liegt. Beide Kompositionen werden zumeist als Bestandteile von Gesamtaufnahmen "mit abgearbeitet". Hier rücken sie in den Fokus - und das ist auch gut so.
Hengelbrock und das NDR SO sind ideale Interpreteten und präsentieren "ihren" Dvorak mit Schwung und Verve. Auch klanglich eine gelungene Aufnahme. Die Presse war sich recht einig:

FONO FORUM, Dezember 2012 schrieb:
"Diese Neueinspielung führt wieder einmal vor Augen, wie wenig von Antonin Dvoráks reichem kompositorischen Oeuvre im Konzertsaal gepflegt wird, oder allgemeiner: überhaupt landläufig bekannt ist."

Siehe auch z. B. bei Rondo oder beim NDR.
Allein die mit knapp 60 Minuten etwas geringe Spieldauer mag man bemängeln. Hier wäre vielleicht noch Platz für eine andere Tondichtung gewesen.

Viele Grüße
Frank
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armstrong am 23.04.2005  –  Letzte Antwort am 25.04.2005  –  3 Beiträge

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