Silbermann, G.: "Geprießner" Silbermann

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BigBerlinBear
Stammgast
#1 erstellt: 13. Mai 2004, 08:45
im Reisegepäck hatte er immer wenigstens 2 Dispositionen (eine teure und eine preiswertere), einen Packen in Auftrag gegebener Lobgedichte auf sich selbst und seine Arbeit und den Willen, den Auftrag, koste es, was es wolle, zu bekommen. Also machte sich Gottfried Silbermann (1683-1753), dessen 300. Geburtstag im vergangenen Jahr ausführlich befeiert wurde, in Sachen Orgelbau als Reisender durch sächsische Lande auf den Weg.
Wohlgemerkt: es gab bedeutendere Orgelbauer auch unter seinen Zeitgenossen. G.H. Trost sei hier stellvertretend für alle anderen genannt, aber es gab keinen, der es besser verstanden hat, sich selbst und seine Arbeit in ein verkaufsförderndes Licht zu rücken. Mit diesem Geschäftsgebaren hätte er auch gut in unsere Zeit gepasst. Nur einer flößte ihm Angst ein: deren landauf landab gefürchtete Orgelprüfer Johann Sebastian Bach.
Jedoch jenen verstand Silbermann, mit Geschick und anderen Mitteln von der Abnahme seiner Orgeln fernzuhalten. Bach, dem vor allem daran gelegen war, auf der Orgel in allen verfügbaren Tonarten spielen zu können,
missbilligte die die sogenannte Silbermannsche Stimmung, die dem Spieler nur begrenzte Möglichkeiten bei der Auswahl der spielbaren Tonarten lassen. Wer bis hierhin glauben sollte, dass ich mich daran begebe, eine ?Legende? zu demontieren irrt sich !
Silbermanns Verdienst besteht in erster Linie darin, die bis zu seinem Auftauchen eher als beiläufig
behandelte Kirchenorgel zu einer KÖNIGIN gemacht zu haben. Durch einige ?Extras? und vor allem dank grundsolider Verarbeitung wurden diese Instrumente gewaltig aufgewertet und damit kostbar. Wenn man heute von Freiberg in Richtung des mittleren Erzgebirges fährt, gibt es kaum ein Dorf am Wege, in dem Silbermann nicht seine Spuren hinterlassen hätte. Davon gibt die Einspielung des Labels ?Querstand?
eine Vorstellung, wo, über 8 CDs verteilt, sämtliche erhaltenen Orgeln Silbermanns vorgestellt werden;
ein klingendes Wunder und ein Sieg über die Vergänglichkeit.


Alfred_Schmidt
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 14. Mai 2004, 15:18
Ich hab mich natürlich sofort auf die Suche gemacht, aber in meiner kärglichen Orgel-Sammlung gibt es, man höre und staune, keine einzige Aufnahme mit einer Silbermann Orgel, zumindest auf CD nicht.

Ich errinnere mich aber an eine Analgaufnahme in meiner Sammlung "Lionel Rogg spielt an der Silbermannorgel zu Arlesheim"

Bei der Gelegenheit bin ich draufgekommen, daß diese "Arlesheimer Silbermannorgel" nicht von Gottfried, sondern von Johann Andreas Silbermann (1712-1783), einem Neffen von Gottfried Silbermann und Sohn von Andreas Silbermann (1678-1734) stammt.

Wie die Bachs in ihrem Metier, waren, so scheints die "Silbermänner" ebenso eine Dynastie.....

Über die Klanglichen Unterschieder zu Metzler oder Art-Schnittger-Orgeln hier zu lesen wäre zwar interessant, aber wahrscheinlich ein undankbares Thema, da die Gruppe zu klein ist.

Gruß
Alfred
Reinhard_H
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 14. Mai 2004, 16:02
Eine Fundgrube für Freunde der Silbermann-Orgeln ist die Reihe "Bachs Orgelwerke auf Silbermann-Orgeln" von ETERNA auf Vinyl. Wiederaufgelegt vom Label Berlin Classics:

amazon.de
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