Altes Thema - aktueller Stand: Ersatz für Japan-Halbleiter

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CarlM.
Inventar
#1 erstellt: 13. Aug 2019, 11:28
Die Frage taucht immer wieder auf: Welche Quellen sind seriös bzgl. des Ersatzes für nicht mehr produzierte "Original-Halbleiter" (z.B. Sanken).

Mir geht es dabei um einen seriösen auf tatsächliche Erfahrung gestützten Informationsaustausch und nicht "ich glaube", "ich meine", "man liest immer wieder" etc.

Konkret:
Bereits 2008 wurde hier im Forum über die Qualität von China-Halbleitern diskutiert. Hat sich nun in den vergangenen mehr als 10 Jahren qualitativ wirklich nichts geändert? Schließlich sind es Nachbauten aber keine Fakes (= minderwertiges Plagiat). Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass die Chinesen eine teure Fabrik bauen, um dann langfristig wegen Qualitätsproblemen keine Abnehmer mehr zu finden. Ich kann mich erinnern, dass wir in den 60er Jahren über japanische Autos gelacht haben ...

Nehmen wir ein Beispiel:
Es gibt als Original das Endstufenpaar NEC 2SA1227 und 2SC2987. Es wird in geringen Stückzahlen für ca. 10 EUR (pro Halbleiter) angeboten.
Der chinesische Nachbau kostet im Handel ca. 2 EUR pro Stück.
Zudem gibt es aus US-Fertigung das Paar NTE 36 / NTE 37 mit sehr ähnlichen Werten: Preis: ca. 5 EUR pro Stück.

Mir liegt nun daran, nicht Meinungen dazu zu hören, sondern Fakten zu bekommen. Mein Vorschlag: Falls jemand ein Feedback zu einer Reparatur postet, sollte zukünftig auch mitgeteilt werden, wenn Ersatztypen Verwendung fanden. Ebenso sollte auch z.B. nach einem Jahr mitgeteilt werden, ob das Bauteil noch funktioniert oder nicht.
Uwe_1965
Inventar
#2 erstellt: 13. Aug 2019, 14:58
Hallo Carl,
kleines Feedback von mir. Habe vor 2 Jahren bei Reichelt ISC 2SC3519A/2SA1386A in eine BA 2000 gebaut und sie wird etwa 3x in der Woche zum Radio hören gebraucht, desweiteren musste sie schon bei +37 Grad eine Party letztes Jahr ertragen und bisher alles ohne Schaden überstanden. Vielleicht Glück gehabt
Das obengenannten Pärchen wäre auch ein idealler Ersatz für Deine gesuchten.
Gruß Uwe

Ersatzvorschlag für 2SA1227


[Beitrag von Uwe_1965 am 13. Aug 2019, 15:01 bearbeitet]
CarlM.
Inventar
#3 erstellt: 13. Aug 2019, 16:37
Hallo Uwe,

danke. Sehr hilfreich.

Eigentlich wäre das Thema ja auch gut geeignet für Studierende in einem entsprechenden Studiengang - z.B. als Bachelor- oder Masterarbeit.
Ich mag Qualifizierungsarbeiten, die auch einen Nutzen haben und deshalb gelesen werden ...
Uwe_1965
Inventar
#4 erstellt: 13. Aug 2019, 21:24

CarlM. (Beitrag #1) schrieb:
...
Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass die Chinesen eine teure Fabrik bauen, um dann langfristig wegen Qualitätsproblemen keine Abnehmer mehr zu finden. Ich kann mich erinnern, dass wir in den 60er Jahren über japanische Autos gelacht haben ...
...

Mir liegt nun daran, nicht Meinungen dazu zu hören, sondern Fakten zu bekommen.


Also bei den Chinesen kann ich mir Alles vorstellen, es wird erst noch interessant wenn sie ihre Eigenen Produkte faken, dann bekommen sie intern Ärger

Ich habe oben auch nur meine Meinung oder Erfahrung wider gegeben, ob das Fakten sind?

Gruß Uwe
_ES_
Administrator
#5 erstellt: 13. Aug 2019, 21:56
Hi,

Wir (Firma in der ich arbeite) unterlagen vor einigen Jahren ebenfalls einen Fake.
In dem Fall war es ein BUZ84, ehemals von Siemens.
Die Charge, die unser Einkauf orderte, hatte sogar ein Siemens Zeichen auf dem Gehäuse....
Die damit bestückten Netzteile fielen reihenweise während des Prüfens aus.
Grund dafür war recht schnell gefunden, sie konnten die anliegende Spannung nicht ab.
Maximaler Wert laut Datenblatt 800Vdc, die Fakes brannten in den drauf folgenden Tests zwischen 200 und 300V durch...
Ergo wurden alle im Lager befindlichen FETs gemäß den Angaben im Datenblatt überprüft.
Danach wurde ein anderer Anbieter aus einer Liste der zertifizierten Nachbauer ausgesucht(es stellte sich heraus, das der Einkäufer diese ignoriert hatte) und dessen Lieferung gem. ursprünglichen Datenblatt überprüft und für gut befunden.
Was bedeutet dies für den Hobby-Bastler ?
Wer Nachbauten nicht traut, sollte diese vor Verwendung gem. den Angaben im originären Datenblatt hin testen.
Bestimmte Eigenschaften wie z.B. Stromverstärkung können durchaus abweichen, ein "Manko" mit dem wir hier ab und an zu kämpfen haben, die heutigen Halbleiter sind schlicht "besser" gefertigt als die originalen vor zig Jahren.
Wichtig sind u.a. die maximalen Werte, die sollte man testen.


[Beitrag von _ES_ am 13. Aug 2019, 21:57 bearbeitet]
Mechwerkandi
Inventar
#6 erstellt: 16. Aug 2019, 11:51
O-Ton aus der Nachricht eines chinesischen Lieferanten (hier: mechanische Ersatzteile für Offshore-Bohrinseln, Metallverarbeitung):
"Wir haben keine Originale!"


[Beitrag von Mechwerkandi am 16. Aug 2019, 11:51 bearbeitet]
CarlM.
Inventar
#7 erstellt: 17. Aug 2019, 17:44
Nochmals zur Präzisierung:
Dass es heute bei bestimmten Halbleitern keine Originale mehr gibt (außer wirklichen Altbeständen) ist doch klar.
Ich bin aber der Auffassung, dass es grundsätzlich auch gute Nachbauten geben kann. Das sind dann keine Fakes also Fälschungen, sondern heute z.B. in China gefertigte Halbleiter, die auch nicht mit gefälschten Labels sondern mit korrekten Herstelleraufdrucken versehen sind.

Und diesbezüglich interessiert mich, ob es von 2008 (= Datum der ursprünglichen Diskussion) bis heute deutliche Verbesserungen der Qualität gegeben hat - belegt durch eigene Erfahrung. Manchmal wirkt ja ein ursprünglich zu recht erworbener schlechter Ruf lange nach ... ich denke da z.B. an die Korrosionsanfälligkeit bestimmter Autos.
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