Multimeter / LCR Empfehlungen

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choolio
Stammgast
#1 erstellt: 14. Jan 2026, 17:05
Guten Tag zusammen,

Ich bin aktuell auf der Suche nach einem Multimeter bzw. LCR um vornehmlich
Weichen- und Verstärkerbauteile durchzumessen.
Mir geht es dabei nicht um Abstimmung mit exakte Ergebnisse, sondern um eine
Genauigkeit, die mir erlaubt zu beurteilen, ob ein Teil defekt ist oder nicht.

Daher möchte ich auch keine hunderte Euros ausgeben, eigentlich noch nicht mal
1-hundert.
Habt ihr generell eine Empfehlung, ob ein Multimeter reicht oder ich dich besser nach
einem LCR suche und eventuell sogar eine Empfehlung, gerne so um die 59,60€?

Vielen Dank euch !
CarlM.
Inventar
#2 erstellt: 14. Jan 2026, 17:41
Die wesentlichen Bauteile auf passiven Frequenzwichen sind Widerstände, Kondensatoren und Spulen (Induktivitäten).
Insbesondere Spulen können mit vielen Multimetern nur auf Durchgang oder ohm'schen Widerstand geprüft werden, weil sie die Messung von L in mH (milli Henry) nicht ermöglichen.
Bzgl. der Kondensatoren können Multimeter nur die Kapazität messen. Andere Kennzahlen wie den ESR und VLoss (Spannungsverlust während der Messung) werden nicht erfasst.
Weniger wichtig ist hingegen die Messgenauigkeit und die Anzahl der angezeigten Nachkommastellen. Beispiel: wenn Kondensatoren eine Toleranz von 5% haben ist es unerheblich, ob die Kapazitätsmessung 50µF oder 49,9999998µF anzeigt.

Ich würde deshalb zusätzlich zum Multimeter noch einen Tooltester (Bauteile-Tester) kaufen, der auch ESR und VLoss anzeigt.
Ebenso solltest Du an gute Messkabel mit 4mm Bananen-/Facetten-Steckern denken, auf die man z.B. Krodilklemmen oder Messklemmen aufstecken kann.

Hier sinnvolle Beispiele:
https://www.reichelt...eraturmessung-301632
https://www.reichelt...joy-it_lcr-t7-298554
https://www.reichelt...l-set_8-teilig-63481


[Beitrag von CarlM. am 14. Jan 2026, 17:52 bearbeitet]
Bollze
Inventar
#3 erstellt: 16. Jan 2026, 07:32
Der Bauteiltester für ca. 20 Euro ist eine feine Sache. Jedoch bei den ESR -Messung was gerade bei der Prüfung Elkos in hochfrequenten Schaltung angeht, nach meiner Erfahrung eher blind, im Vergleich zum ELV-ESR 1 Messgerät. Hängt wahrscheinlich von der Messfrequenz ab, mit der der ESR bestimmt wird. Bei den Elkos scheinen erhöhte Leckströme ( Vloss) auch die Kapazitätsangaben nach oben zu verfälschen, so mein Eindruck bei den Bauteiltester. Gilt wahrscheinlich auch für viele andere einfachen Kapazitäts-Messgeräte.
Der Bauteiltester ist aber einer der wenigen Messgeräte, die den Leckstrom der Elkos anzeigen, auch deswegen ist es ein sehr nützlicher Helfer
Nebenbei Elkos werden meist dort verbaut, wo es nicht um eine exakte Kapazität geht.

Mein Multimeter ist billig , uralt, wahrscheinlich ein Metex-Clone, das Ding hat noch Trimmer drin, man kann es leicht nachjustieren. Ganz genaue Spannungsmessung braucht ich eigentlich fast nie, vielleicht mal zum prüfen von Akku-Ladeschaltung, um die Ladeschlussspannung zu prüfen etc. Um das Messgerät mal zu checken zu können vor allen für den Spannungsmessbereich von 0-20 Volt DC nutze ich einen Spannungsreferenz IC für 10 Volt.
u.a.
https://www.reichelt...quellen-8694?&PAGE=0

Bollze


[Beitrag von Bollze am 16. Jan 2026, 07:47 bearbeitet]
CarlM.
Inventar
#4 erstellt: 16. Jan 2026, 13:03

Bollze (Beitrag #3) schrieb:
Der Bauteiltester für ca. 20 Euro ist eine feine Sache. Jedoch bei den ESR -Messung was gerade bei der Prüfung Elkos in hochfrequenten Schaltung angeht, nach meiner Erfahrung eher blind, im Vergleich zum ELV-ESR 1 Messgerät.


Ich besitze auch ein ELV-ESR70 (das "Violette", das aktuell wohl nicht mehr erhältlich ist). Aus meiner Sicht ist es nicht sehr zuverlässig. Der Messstrom wird über ein SMD-Miniaturrelais geschaltet. Jenachdem wie hoch der Übergangswiderstand an den Kontakten gerade ist, erhalte ich deutlich unterschiedliche ESR-Werte (z.B. 35 oder >40 anstelle von 2,8).
3 Messungen, 3 Werte. Ich habe sogar schon das Relais gewechselt und trotzdem bleibt das Problem bestehen. Manchmal muss ich das Gerät sogar kurz auf die Werkbank klopfen, um dann wieder deutlich niedrigere ESR angezeigt zu bekommen.

Letztlich ist für mich Vloss für die Praxis (= Fehlersuche) der wichtigere Wert, weshalb ich das Joy-it-Tool bevorzuge. Absolutwerte sind dann für mich auch nicht so relevant, weil man mit der Zeit Erfahrungswerte (ggf. im Vergleich zu Neuware) gewinnt. In krassen Fällen zeigt das Joy-it Testtool sogar "Bauteil nicht erkannt" an, wenn der Elko völlig ausgelutscht ist.

Bei großen Siebelkos nutze ich mein Labornetzgerät und messe Entladekurven händisch.


[Beitrag von CarlM. am 16. Jan 2026, 13:06 bearbeitet]
Steve71x
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 17. Jan 2026, 02:03
Hier 2 Tipps für Dich:

FNIRSI lc1020e

https://youtu.be/y-NsZp-3_hk

Oder etwas günstiger aber auch super:

FNIRSI lcr-st2

https://youtu.be/ox7PW-9L6dg
Bollze
Inventar
#6 erstellt: 17. Jan 2026, 09:35
@ CarlM.
Meinste dieses hier ?
https://eleshop.de/peak-electronics-esr70.html

Das ESR 1 von ELV hat kein Relais, ein völlig anderes Gerät und auch eine Eigenentwicklung von ELV, meines Erachtens ist das Gerät von einen Techniker entwickelt worden, der sich oft mit Reparaturen beschäftigt. Die meisten Elkos kann man mit ESR1 im eingebauten Zustand prüfen, da die Messspannung sehr niedrig ist, so das die Halbleiter kaum durchschalten und somit die Messung beeinflussen können. Das spart Zeit und man kann sich innerhalb kurzer Zeit sich ein Bild über den Zustand der Elkos in einen Gerät machen. Ich hatte vor kurzen ein Gerät ( Funkmikroempfänger) , da waren quasi alle 10 uF Elkos des gleiche Typs platt, seine Kollegen der selben Marke und Serie mit anderen Kapazitätswerten waren alle noch okay... Das Gerät hatte ca. 30 Elkos , nur etwa eine Minute hat diese erste Analyse gedauert.
Man sollte jedoch hochwertige Messstrippen für ESR 1 verwenden und auch die Bedienungsanleitung lesen
Ich möchte weder auf den Bauteiltester noch auf das ESR 1 von ELV verzichten.


Bollze


[Beitrag von Bollze am 17. Jan 2026, 09:43 bearbeitet]
choolio
Stammgast
#7 erstellt: 18. Jan 2026, 20:59
Vielen Dank für eure Antworten,

Ich hatte geahnt, dass ich hier antworten bekomme, die ich nicht verstehe.
Was ich meine : ich bin absoluter Laie und kann mit den meisten Begriffen gar nichts anfangen.

Kurz was ich mir vorgestellt habe und warum:

Ich habe zwei Selbstbaulautsprecher, von denen ich schon länger meinte, dass sie unterschiedlich
Klingen. Ich hatte die weichen nach Jahren dann nocheinmal ausgebaut und uberprüft, sind aber identisch.
Einen Kondensator habe ich auchsgetauscht. Der wurde mir schon etwas eingedrückt geliefert, was aber angeblich
Kein Problem war, weshalb er verbaut wurde.

Ich wollte eigentlich nur uberprüfen, ob alle Bauteile das hergeben, was drauf steht. Viel mehr nicht.

Am liebsten wäre mir natürlich eine Messung, mit der ich feststellen kann, ob die Lautsprecher gleich
Klingen oder ob ich mir das nur einbilde. Aber da komm ich schon nicht weiter mit meiner Fantasie.

Audessey hat kein Receiver zwar, und die angezeigten Kurven sehen tatsächlich unterschiedlich aus,
Aber das kann auch am Aufsrellort liegen.

Deshalb danke nochmal für eure Antworten. Wenn ich Zeit habe, versuche ich Sie mir verständlich zu
Machen 😉
CarlM.
Inventar
#8 erstellt: 18. Jan 2026, 21:47
Die von mir angegebenen Geräte erlauben diese Messungen. Die vertiefende Diskussion ist etwas "off topic" geraten - zwar zum Thema aber nicht in Anbetracht Deiner Interessen.

Zu Deinem Problem.
Höre Dir bestimmte aussagekräftige Musikstücke an.
Mache die Geräte aus und tausche die Boxen von rechts nach links und umgekehrt. Die Kabel und die genutzten Anschlüsse am Verstärker lässt Du unverändert. Die Boxen werden also am Ende des Kabels und nicht am Verstärker umgesteckt, so dass L weiterhin L bleibt und R bleibt R.

Wenn es nun keine Änderungen gibt, liegt es am Aufstellort oder dem Verstärker (incl. angeschlossener Quelle).

Eine gute Hilfe liefern auch gute Kopfhörer. KH kann man auch auf dem Kopf anders herum nutzen (L/R getauscht). Damit bekommt man auch unterschiedliches Hörvermögen der Ohren heraus.


[Beitrag von CarlM. am 18. Jan 2026, 21:49 bearbeitet]
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