Teufel Subwoofer M3000 Aktivmodul defekt/fehlerhaft

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m4712
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 10. Feb 2020, 20:32
Hallo liebes Forum,

neulich hat mein Teufel M3000 plötzlich angefangen zu zicken.
Beim Musik hören hat er angefangen zu knacken, wenn die Lautstärke höher wird.
Zunächst dachte ich, dass das Chassis kaputt wäre, weil sich das Geräusch nach einem mechanischen Defekt angehört hat.
Als wäre die Spule nicht mehr zentriert.
Daraufhin habe ich die Membran ausgebaut und einfach mal an eine andere Endstufe gehängt und siehe da: funktioniert einwandfrei.
Dann habe ich einen passiven Subwoofer an das Aktivmodul gehängt und wenn die Musik etwas lauter wurde traten auch bei diesem die komischen Knackgeräusche auf. Mit zunehmender Lautstärke werden die Geräusche auch häufiger.
Der Fehler muss also beim Aktivmodul des Subwoofers liegen und ich habe die Hoffnung, dass er nicht so schlimm ist, weil es ja weiter seine Leistung bringt, nur etwas verzerrt leider.
Nach Ausbau und Begutachtung sind mir aber keine Defekte direkt ins Auge gesprungen.
Die Elkos sehen alle gut aus und bei den anderen Teilen ist mir auch nichts aufgefallen.
Nun bin ich auf Eure Tipps angewiesen. Hatte jemand schon mal ähnliche Probleme und weiß eine einfache Lösung?
Wäre sehr dankbar über Tipps.
Da ich das Geräusch nicht beschreiben kann, was aus dem Subwoofer kommt, zeige ich euch hier einfach ein Video davon und entschuldige mich jetzt schon mal für die Musik, ich musste Musik ohne Copyright benutzen.
Hier das Video vom Problem: https://www.youtube.com/watch?v=TpwdzaXyqgw

MfG
m4712
PBienlein
Inventar
#2 erstellt: 11. Feb 2020, 07:44
Hallo,

kannst Du mal bitte ein paar Bilder der Elektronik hier einstellen? Dann kann man ggf. etwas mehr zu einer möglichen Fehlerquelle sagen.

Gruß
PBienlein
m4712
Schaut ab und zu mal vorbei
#3 erstellt: 11. Feb 2020, 12:58
Stimmt, habe ich vergessen sorry!

Ganze Rückseite

Verstärkereinheit

Ich hoffe die Bilder passen so
LG
PBienlein
Inventar
#4 erstellt: 12. Feb 2020, 11:44
Tja, ohne ein paar Messungen kann man ja nur raten, denn es gibt m. E. durchaus mehrere Fehlermöglichkeiten. Zum Einen könnte der Bereich zwischen den beiden rechten Emitter-Widerständen und dem rechten großen Siebelko interessant sein. Dort werden die beiden symmetrischen Kleinspannungen erzeugt - vermutlich +/-15 Volt. Dort könnte ein defekter Elko ursächlich sein. Auch eine schlechte (kalte) Lötstelle wäre in diesem Bereich denkbar, denn dort entsteht meist viel Hitze die schlecht abgeleitet wird und dann zu solchen Ausfällen führen kann.

Wahrscheinlicher aber wird ein Halbleiter in der Endstufe defekt sein. Den könnte man mit ein paar Messungen relativ rasch finden. Es muß noch nicht mal ein Endstufentransistor defekt sein - es kann auch durchaus ein Treiber- oder sogar "davor" sein.
m4712
Schaut ab und zu mal vorbei
#5 erstellt: 12. Feb 2020, 12:36
Kann ich da mit meinem Multimeter etwas ausrichten?
Also ja die Widerstände kann ich abklappern aber ich habe leider keinen Kapazitätenmesser und wie könnte ich die Transistoren checken? Bin leider nicht so bewandert auf dem Gebiet der angewandten Elektrotechnik...
PBienlein
Inventar
#6 erstellt: 12. Feb 2020, 14:30
Sofern das Multimeter über eine Diodenmessfunktion verfügt, sollte das machbar sein. Eine einfache Erklärung ist hier zu finden. Es ist allerdings mit etwas "Aufwand" verbunden. Zunächst muss geschaut werden, um welchen Transistor es sich jeweils handelt (PNP oder NPN-Typ). Dann muss die Beinchenfolge, das sog. "PinOut" ermittelt werden. Da hilft meist das Internet weiter. Zum Schluss folgt die eigentliche Überprüfung des Halbleiters, wobei es ehrlicherweise auch immer Messergebnisse gibt, die nicht ganz eindeutig zu werten sind. Da hilft meist die Erfahung oder man lötet den Prüfling zum Testen aus.

Kapazitäten lassen sich allerdings nur vernünftig mit einem entsprechenden Messgerät prüfen. Da wäre also der Ansatz bei den Halbleitern einfacher zu bewerkstelligen.


[Beitrag von PBienlein am 12. Feb 2020, 14:31 bearbeitet]
m4712
Schaut ab und zu mal vorbei
#7 erstellt: 12. Feb 2020, 14:51
Alles klar, danke für die Tipps. Dann lese ich mich mal ein und setzte mich nacher dran mal alles durchzumessen. Ich berichte später.
m4712
Schaut ab und zu mal vorbei
#8 erstellt: 12. Feb 2020, 23:02
Also, ich habe vorhin die Verstärkereinheit demontiert und mal geschaut, ob ich kalte Lötstellen sehe. Dem war leider nicht so. Die Transistoren habe ich danach mit dem Diodentester geprüft und konnte keinen finden, der auffällig ist. Auf den Bildern sehen sie eigentlich auch ganz gut aus. Bei den beiden großen Kondensatoren habe ich vor dem Entladen die Spannung getestet, beide hatten ~14v, ich denke das sollte normal sein.

Platine von unten

Ich konnte jetzt leider keinen Fehler bisher finden. Gibt es vielleicht noch weitere bekannte Schwachstellen oder kann jemand einen Möglichen Fehler auf dem Bild erkennen?
Würde mich weiterhin über jede Hilfe freuen.

LG
M4712
PBienlein
Inventar
#9 erstellt: 13. Feb 2020, 09:27
Das sieht alles soweit unverdächtig aus.

Frage: kann eine machanische Ursache ausgeschlossen werden? Also keine kleinen Spielzeuge, die da auf wundersame Weise ins Gehäuse gelangt sein können oder sonst irgendetwas im Gehäuse, das klappern oder klicken könnte?

Wenn dem nicht so ist, würde ich das Geräusch als elektronisches Abschalten der Endstufe deuten: die Endstufe geht also jeweils kurz in den Protectmodus. Eine optische Anzeige hat das Gerät ja wohl leider nicht, soweit ich das sehe. Typische Ursachen können gealterte Elkos in der DC-Protectschaltung oder eben die bereits angesprochenen defekten Transistoren, bzw. Dioden sein.

Das müsste sich dann ggf. jemand ansehen, der sattelfester in der Materie ist...

ACHTUNG! Beim wieder zusammenbauen unbedingt darauf achten, dass keine der Glimmerscheiben an den diversen Transistoren verrutschen oder gar verloren gehen, sonst könnte der Schaden noch viel größer werden, wenn das Gerät eingeschaltet wird.
m4712
Schaut ab und zu mal vorbei
#10 erstellt: 13. Feb 2020, 10:38
Im Gehäuse ist leider auch nichts, das habe ich auch zum Anfang schon getestet.
Okay, dann werde ich mit dem Modul mal zu einem Fachmann gehen, führt ja wohl leider kein Weg dran vorbei.
Vielen Dank für die vielen und hilfreichen Tipps!
Die Glimmerscheiben habe ich alle wieder eingesetzt und auch die Wärmeleitpaste zwischen den Transistoren und dem Kühlkörper ein wenig aufgefrischt, ich denke das sollte so passen.

Ich kann gerne im Nachhinein berichten, was der Fachmann gefunden hat.

Liebe Grüße,
M4712


[Beitrag von m4712 am 13. Feb 2020, 11:08 bearbeitet]
Rabia_sorda
Inventar
#11 erstellt: 14. Feb 2020, 13:52
Schau doch bitte noch mal über diese Lötstellen (rot):

Unbenannt

Warum ist da ein Loch (blau)?
m4712
Schaut ab und zu mal vorbei
#12 erstellt: 14. Feb 2020, 14:09
Ich habe das Modul jetzt leider schon verschickt, deshalb kann ich die Lötstellen nicht prüfen.

Das Loch hat mich auch gewundert, ist aber oben auf der Platine als Ground eingezeichnet und es geht kein Kabel rein. Ich denke dass das so gedacht ist?
Das kann man auch auf dem Bild mit der Aufsicht auf die Verstärkereinheit sehen, das Loch ist direkt rechts neben dem großen Kondensator unten links.


[Beitrag von m4712 am 14. Feb 2020, 14:10 bearbeitet]
PBienlein
Inventar
#13 erstellt: 28. Feb 2020, 17:49
Hallo zusammen,

ich will doch schnell noch des Rätsels Lösung hier posten, da es sich um einen Fehler handelt, der grundsätzlich in jedem ähnlich konstruierten Subwooferverstärker so vorkommen kann: einer der beiden großen Siebelkos war defekt, denn intern waren beide Kontaktierungen zu den Anschlußpins abgerissen! Das hatte zur Folge, dass bei etwas höheren Pegeln die negative Halbwelle nicht mehr korrekt wiedergegeben wurde. Letztlich hört man das auch, wenn man sich aufmerksam mit dem Video beschäftigt. Da ich von Natur aus neugierig bin, habe ich den Becher aufgesägt:

IMG_9096

Ich bin kein Spezialist für Elkos, aber mir kommt es so vor, als wäre das Innenleben geschrumpft. Zuvor konnte man beim Schütteln des Ekos auch fühlen, dass das Elektrolyt beweglich war, was beim anderen Elko nicht der Fall war - der hatte "nur" rund ein Drittel seiner Kapazität eingebüßt. Abgerissen sind die Anschlüsse möglicherweise durch starke Vibrationen, Altersschwäche oder einen Sturz. Letzteres ist aber wohl nicht der Fall gewesen. Die Verarbeitung des Moduls ist ansonsten einwandfrei und stammt offenbar noch aus einer Zeit, in der bei Teufel Qualität groß geschrieben wurde.

Ach ja: Lötstellen waren alle ebenfalls einwandfrei, auch wenn das auf den Fotos anders erscheinen mag. Die beiden Massepunkte in der Nähe der beiden großen Elkos, die die Entwickler vorgesehen hatten, wurden zumindest in dieser Variante nicht genutzt. Deswegen hat auch das weiter oben angesprochene Loch im Lötzinn nichts zu bedeuten.

In der Kleinspannungsstabilisierung sitzen keine Längsregler, sondern 7812 und 7912.

Gruß
PBienlein


[Beitrag von PBienlein am 29. Feb 2020, 07:20 bearbeitet]
burkm
Inventar
#14 erstellt: 28. Feb 2020, 18:39
@PBienlein
Nun überrascht Du mich aber: 7812 als auch 7912 sind integrierte Längsregler, die heutzutage für "einen Appel und ein Ei" (fast) überall zu bekommen sind...
PBienlein
Inventar
#15 erstellt: 28. Feb 2020, 18:47
Da habe ich mich wohl falsch ausgedrückt: Ich meinte diese ICs, aber im Gegensatz zu einer konventionellen Schaltung mit Transistoren und Z-Dioden.


[Beitrag von PBienlein am 29. Feb 2020, 07:17 bearbeitet]
Rabia_sorda
Inventar
#16 erstellt: 28. Feb 2020, 23:47
Moin Harald,

danke für die Aufklärung!

Solch ausgetrocknete Elkos (das sie beim schütteln klappern) hatte ich einmal an einem alten aktiven Tonsil-Sub. Diese Elkos hatten gemessene "0" Kapazität und einen ohmschen Kurzschluß. Beide Sekundärsicherungen lösten daher aus. Leider erinnere ich mich nicht mehr an den Hersteller der Elkos.
Mit neuen Panasonic´s läuft er nun schon wieder 2 Jahre....
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