HECO Ersatzteilservice schlecht

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drezon
Neuling
#1 erstellt: 31. Aug 2020, 09:06
Hallo,

ich lese hier schon eine Weile mit und wollte mal meine Erfahrung mit Heco mitteilen. Mir ist vor kurzem ein Hochtöner einer Celan XT 301 kaputt gegangen.
Ich habe also eine Anfrage beim HECO Service gestellt (sisc.de). Dort teilte man mir mit, dass man weder das Originalchassis (Teilenr. 3001500) noch einen möglichen Ersatz (3001075) liefern könne. Ich habe extra noch einmal gechaut: Die Lautsprecher sind gerade mal 6 Jahre alt. Ich finde es gerade zu unverschämt, dass nach gerade mal 6 Jahren keine Ersatzteile mehr lieferbar sind. Bei anderen Herstellern bekommt man nach 20 Jahren noch teilweise die Originalchassis (oder wenigstens vergleichbare Ersatztypen). Canton z.B. schreibt, dass sie alle jemals gebauten Lautsprecher reparieren können. Nubert kann, soviel ich weiß, ebenfalls für nahezu alle Modelle Ersatz anbieten.

HECO ist damit für mich als möglicher Hersteller von dem ich nochmal etwas kaufe komplett gestrichen (Magnat, zu denen Heco ja offenbar aktuell gehört, natürlich auch). Die scheinen eh nur noch eine Marke zu sein und mit dem ursprünglichen Hersteller nichts mehr zu tun zu haben. Das hier ist als eine Warnung an alle Interessierten: Wenn man langlebige Laustsprecher kaufen möchte lieber von Heco/Magnat abstand nehmen. Andere machen das wesentlich besser.

Grüße,
Stefan
ton-feile
Inventar
#2 erstellt: 31. Aug 2020, 18:14
Hallo Stefan,

bist Du denn sicher, dass der HT defekt ist?
Hast Du ihn ausgebaut und den Schwingspulenwiderstand gemessen?

Gruß
Rainer
Denon_1957
Inventar
#3 erstellt: 31. Aug 2020, 19:16
Hallo Stefan
Das Heco nach der kurzen Zeit keine Ersatzteile mehr liefern kann ist natürlich nicht Kundenfreundlich bei Canton zB bekommst du noch für 25 Jahre alte LS Ersatzteile.
Rainer hat aber Recht bist du dir sicher das der HT kaputt ist es könnte ja auch an der Freuqenzweiche liegen.
Hast du niemand in deinem Umfeld (Kumpel,Arbeitskollegen) der die Weiche mal durchmessen könnte bzw das von Rainer geschilderte.
drezon
Neuling
#4 erstellt: 01. Sep 2020, 08:18
Hallo,

Erstmal vielen Dank für die Antworten.
Ich bin nicht zu sehr ins Detail gegangen, weil ich dachte es wäre vielleicht besser das im Reparaturunterforum zu machen.

Aber gut: Der Hochtöner ist definitiv defekt. Allerdings nicht so, dass er keinen Ton mehr von sich gibt. Mein (3 Jahre alter) Sohn ist so "clever" geworden, dass er durch Einsatz diverser Möbel an die Lautsprecher kam und hat den einen Hochtöner ein wenig eingedrückt. Der ist von selbst wieder zurück gesprungen und sieht jetzt ganz normal aus. Ich habe dann aber gemessen und im Bereich von etwa 2 kHz bis 5 kHz ist deutlich erhöhter Klirr (THD teilweise über 10%). Wenn ich die Hochtöner tausche tritt das dann eben bei der anderen Box auf. Liegt also ausschließlich am Hochtöner.

Schöne Grüße,
Stefan
ton-feile
Inventar
#5 erstellt: 01. Sep 2020, 12:08
Hallo Stefan,

oh je, dann ist das ein klarer Fall.
Durch die Knicke bricht die Kalotte in Partialschwingungen auf.
Hatte ich auch mal bei einer Dynaudio Kalotte.

Wenn Du die originalen HT nicht bekommst, kannst Du vielleicht den Ersatztypen versuchen und die Weiche evtl. anpassen.
Gibt es zB. hier.

Viele Grüße
Rainer
xutl
Inventar
#6 erstellt: 01. Sep 2020, 12:21
Wenn Du Glück hast, kannst Du eine Ersatzkalotte (mit Spule) in der Bucht kaufen.

Habe ich mit einem Cabasse-HT gemacht.
War zwar fummelig, aber es funzt.

Klick
Dieser Verkäufer hat auch für andere HT Teile.
drezon
Neuling
#7 erstellt: 02. Sep 2020, 16:52
Also die Kalotte zu tauschen traue ich mir dann doch eher nicht zu. Davon mal abgesehen dass ich keine gefunden habe.
Den älteren Hochtöner hatte ich auch schon gefunden, war mir aber unsicher, ob der passt (physisch und technisch / Frequenzgang).
Ich habe aber hier in einem Thread (HECO Liebhaber) einen Bericht gefunden, wo der Hochtöner einer XT gegen den neueren GT getauscht wurde. Offenbar ohne Auffälligkeiten im Frequenzgang bei unveränderter Weiche. Das wäre ja mal ein Plan. Zur Not müsste ich die Weiche halt anpassen falls das doch nicht 100% passt.

Schöne Grüße,
Stefan
net-explorer
Inventar
#8 erstellt: 02. Sep 2020, 17:35
Dann hat sich der Hersteller an die "modernen Zeiten" angepasst!

Ich hatte noch zu "Schmittener Zeiten" (als sie noch im Taunus beheimatet waren!) das gänzlich umgekehrte Erlebnis, aber wirklich lang lang ists her!
Sockenpuppe
Inventar
#9 erstellt: 02. Sep 2020, 21:44

drezon (Beitrag #7) schrieb:
Also die Kalotte zu tauschen traue ich mir dann doch eher nicht zu.


I.d.R. sind die Anschlüsse gesteckt und nicht gelötet, so wie dass früher häufiger der Fall war, so dass sich die Kalotte ohne weiteres tauschen lässt.

mit frdl. Gruß
drezon
Neuling
#10 erstellt: 03. Sep 2020, 08:39

Sockenpuppe (Beitrag #9) schrieb:

drezon (Beitrag #7) schrieb:
Also die Kalotte zu tauschen traue ich mir dann doch eher nicht zu.


I.d.R. sind die Anschlüsse gesteckt und nicht gelötet, so wie dass früher häufiger der Fall war, so dass sich die Kalotte ohne weiteres tauschen lässt.

mit frdl. Gruß


Den Hochtöner zu tauschen traue ich mir natürlich zu. Ob gelötet oder nicht. Hab ich ja auch gemacht (siehe meine Ausführungen zur Messung). Ich bezog mich auf den Vorschlag von xutl die *Kalotte* (also die Membran) im Hochtöner zu tauschen.
Supernovae
Stammgast
#11 erstellt: 04. Sep 2020, 12:51
Das ist in der Tat bedenklich und danke für den Hinweis.
drezon
Neuling
#12 erstellt: 25. Sep 2020, 10:45
So. Von mir ein kleines Update.
Ich hatte die Celan GT Hochtöner bei HECO als Ersatzteil bestellt. Wurden auch beide geliefert. Leider war einer der gelieferten Chassis defekt (QC, anyone?): THD bei 5-12%, je nach SPL. Der andere war unauffällig. Leider ist es nicht so, wie hier woanders nahegelegt, dass man die einfach so nehmen kann. Hochton ist dann so um ca. 2.5 dB erhöht (nicht ganz exakt gemessen). D.h. die Weiche muss ich eh anpassen (bzw. mache ich es mir einfach und senke nur den Pegel mittels Spannungsteiler). Leider sind durch das viele Ein- und Ausbauen (zuletzt eben der defekt gelieferte Hochtöner) die Schraubenlöcher im MDF so abgenutzt, dass einige Schrauben nicht mehr greifen. Kann man evtl. reparieren in dem man dickere Schrauben nimmt oder Einschlaggewinde hinten anbringt oder so (oder gibt es da einen guten Standardtrick?).
Ich habe micht jetzt entschieden einfach ganz andere Tweeter zu nehmen (mit anderen Verschraubungen) und den Pegel ggf. anzupassen. Ich habe mich für den Scan Speak Discovery R2604/833000 enstschieden (den mit Doppelmagnet) und Pegel ca. 2.5 dB abgesenkt (1Ω/12Ω). Der kostet nur ca. die Hälfte.
Misst sich so auf Achse sehr linear und ohne Auffälligkeiten im Übergangsbereich und hört sich aus super an. Mit dem Hörgedächtnis ist es so eine Sache, aber ich habe schon den Eindruck deutlich besser als vorher (XT HT). Klirr natürlich verschwunden.
HECO trennt bei den XT sehr hoch (3.4 kHz). Bei dem "180er" (Aussenmaß) TMT schätze ich mal dass der schon ziemlich bündelt wärend der HT noch recht breit abstrahlt (ein Grund warum ich dachte Ringradiator wäre hier besser). Besser wäre wohl eine komplette Neuentwicklung der Weiche mit deutlich niedrigerer Trennfrequenz (aus dem Bauch: 2.4 kHz oder weniger, wenn der Tweeter das mit macht) um einen gleichmäßigeren Übergang zu haben. Aber das Problem war vermutlich auch schon im Original da. Der XT HT hat zwar ein Waveguide was das vielleicht etwas mildert, aber ich denke das war auch da schon nicht so ganz optimal. Ich habe das aber weder vorher noch jetzt genau gemessen.
Axial ist alles OK und im Raum an verschiedensten Positionen auch. Das reicht mir (für die Boxen).

Das Ganze hat mich allerdings dazu gebracht mich intensiver mit Selbstbau zu beschäftigen. Das war vorher überhaupt nicht auf dem Schirm. Ich überlege die DXT-MON 182 zu bauen. Sehen mir super entwickelt aus. Aber das ist ein anderes Thema.
xutl
Inventar
#13 erstellt: 25. Sep 2020, 11:53

drezon (Beitrag #12) schrieb:
........einige Schrauben nicht mehr greifen. Kann man evtl. reparieren in dem man dickere Schrauben nimmt oder Einschlaggewinde hinten anbringt oder so (oder gibt es da einen guten Standardtrick?).

Flüssigholz und neue Löcher bohren

Den HT zu reparieren, indem man die Kalotte erneuert ist nicht bedenklich.

Es ist aber definitiv nichts für Grobmotoriker.
Weiterhin sollte man(n) schon wissen, wie so ein HT aufgebaut ist, wie er arbeitete und wie das Modell auf dem OP-Tisch verarbeitet ist.
Erfahrung im Feinlöten und Feinmechanik überhaupt sind durchaus hilfreich
Ich hatte extra 2 Kalotten bestellt.
Man weiß ja nie.
Glücklicherweise nicht gebraucht.

Falls jemand Interesse an einer Kalotte für einen DOM 4 von Cabasse und Einbautips hat.
PM mit Tel-Nr. und ich rufe an.

Trotzdem bleibt es eine Aktion des Typ "Tod oder Weltmeister!"
ton-feile
Inventar
#14 erstellt: 25. Sep 2020, 18:16
Hallo Stefan,

im Grunde ist der ScanSpeak ja bis auf den Zusatzmagneten der Vifa XT300.
Der lief wirklich erstaunlich breitbandig.

Hier ist eine 0 und 30 Grad Messung in einem ca 20cm breiten Gehäuse:
Vifa XT300 Amp 0 30 Grad

Impedanz:
Vifa XT300 IMP

Ich glaube, der Scan Speak (aka Vifa) ist eine gute Wahl, obwohl er bei der Feinabstimmung ein wenig zickig war.

Viele Grüße
Rainer


[Beitrag von ton-feile am 25. Sep 2020, 18:18 bearbeitet]
Rabia_sorda
Inventar
#15 erstellt: 25. Sep 2020, 19:39

Leider sind durch das viele Ein- und Ausbauen (zuletzt eben der defekt gelieferte Hochtöner) die Schraubenlöcher im MDF so abgenutzt, dass einige Schrauben nicht mehr greifen. Kann man evtl. reparieren in dem man dickere Schrauben nimmt oder Einschlaggewinde hinten anbringt oder so (oder gibt es da einen guten Standardtrick?).


Zahnstocher, Streichhölzer o.ä. in das Loch "einschlagen" und den übrigen Rest abkneifen/abbrechen. Normalerweise reicht das schon total aus, aber man kann sie auch mit etwas Holzleim einsetzen.
drezon
Neuling
#16 erstellt: 26. Sep 2020, 16:04
Hallo Rainer,

Ja, ich hatte etwas später nach meinem Post auch "entdeckt", dass es offenbar zig Bezeichnungen für das gleiche Chassis (mit oder ohne Doppelmagnet) gab / gibt. Etwas verwirrend.
Vielen Dank für die Messungen! Da sieht man ja schon, dass der HT um 3.4 kHz nocht nicht so stark bündelt.


Ich glaube, der Scan Speak (aka Vifa) ist eine gute Wahl, obwohl er bei der Feinabstimmung ein wenig zickig war.


Inwiefern war er zickig? Ich habe irgendwo gelesen man solle den linear auf 15° abstimmen.

@xutl, Rabia sorda:
Flüssigholz (PUR?) oder Zanhstocher + Leim. Gut zu wissen; danke für die Tipps. Vielleicht baue ich ja noch mal um. Allerdings bin ich mit dem Ergebnis aktuell ganz zurfrieden, von daher bleibt's wohl so.

Grüße,
Stefan
ton-feile
Inventar
#17 erstellt: 26. Sep 2020, 18:49
Hallo Stefan,

er war einfach subjektiv zickig.
Messung prima, Integration des HTs aber nicht befriedigend, weil es einfach nicht gut klang...
Irgendwann ist das Klangbild dann subjektiv in meinen Ohren eingerastet.

Sah dann so aus.
Rodappo Amplitudengang mit Bass 0_15_30 Grad LF-corr

Grüße
Rainer
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