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Geige

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-MCS-
Inventar
#1 erstellt: 08. Jul 2011, 15:10
Hallo!

Ich habe schon länger mit dem Gedanken gespielt, mir eine Geige zuzulegen.

Die Frage richtet sich an alle Geigenbesitzer und -spieler.

Da man die Geige ja nur auf einer Körperseite spielt, meist ja auf der linken; beeinträchtigt sie euer Gehör?

Ich liebe den Klang der Geige, Streichinstrumente faszinieren mich generell, sie sind auch kompliziert in der Herstellung.

Bitte helft mir weiter. Die Frage gehört nicht ins Kaufberatungsthema, da ich mir keine Geige (vorerst) zulegen möchte und daher auch über kein bestimmtes Modell informiert werden möchte.
MBurock
Ist häufiger hier
#2 erstellt: 12. Jul 2011, 20:02
Genau sagen kann ich das nicht. Aber ich kann sagen, dass ich auf dem linken Ohr wesentlich schlechter höre, was definitiv nicht schon immer so ist.
Kann vielleicht auch einen anderen Grund haben, praktisch ist es jedenfalls nicht, vor allem nicht im Orchester.
Eigentlich sollte es keine Probleme machen und als Anfänger bekommt man die Geige im Regelfall sowieso nicht sonderlich laut.

Gruß
-MCS-
Inventar
#3 erstellt: 12. Jul 2011, 20:09
Habe vor längerer Zeit schon mal eine Geige angespielt... War schon nicht gerade leise...


Habe mehrere Freunde, die Musikinstrumente spielen. Bei allen kann ich einen Gehörverlust feststellen (Ich spiele Piano auf einem Yamaha-Keyboard, von daher kann ich die Lautstärke justieren).


Einer spielt seit Jahren Tuba. Er ist schon ziemlich schwerhörig, spricht sehr laut.

Ein anderer spielt Trompete, bei dem ist es nicht ganz so extrem, jedoch ähnlich. Beide spielen im Orchester.

Ein anderer spielt Kontrabass, spielt aber auch Bassgitarre, Gitarre, Ukulele, Posaune, Keyboard (Klavier), kann sein, dass er noch etwas spielt/ gespielt hat, bin mir da nicht so sicher.

Er ist auch extrem schwerhörig, ohne sehr laut zu sprechen, versteht er mich einfach nicht.

Er ist jedoch sehr talentiert; er wurde ins bayerische Landesjugendorchester aufgenommen.





Einer meiner freunde spielt Geige, jedoch macht er noch einige Fehler, er spielt auch noch nicht allzu lange, vielleicht 4 Jahre.
Kann ihn mal fragen, wie es bei ihm ist.


Werde die Geigen-Pläne wohl verwerfen...



Mein Gehör ist mir da doch zu wichtig.
MBurock
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 13. Jul 2011, 11:00
Also viele der Geiger, die ich kenne haben keine Hörprobleme. Es kann bei mir wirklich reiner Zufall sein, dass das linke Ohr betroffen ist. Ich hatte auch schon einen Hörsturz, bin also nicht zwingend als Referenz zu betrachten.
Blech ist sowieso immer verdammt laut, da kann ich mir das bei einem entsprechenden Übeetablisement oder durch die anderen Spieler im Orchester schon eher vorstellen. Aber auch hier kann man sicher aufpassen.

Du kannst es auch so sehen: Kaum eine Kombination liefert dir eine bessere Hörbildung als Streichinstrument und Klavier. Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass man so ein nahezu absolutes Gehör erlernen(!) kann. Das Klavier hat ein sehr großes Tonspektrum und durch die temperierte Stimmung wird dir die Tonbestimmung anfangs stark erleichtert, später weiß man auch irgendwie unabhängig von der Stimmung, welcher Ton welcher ist (natürlich ohne Referrenzton, rein vom hören) und kann dann auch ein C ansingen. Die Geige ist ein starkes Training für die Intonation. Ich glaube, jeder halbwegs ordentliche Geiger kann auf jeder Aufnahme schiefe Töne finden, unabhängig vom Instrument. Zumindest wenn ich in meinen Bekantenkreis schaue scheint das so zu sein. Für Blech und Holz kann ich das, natürlich nur wieder für meinen Bekanntenkreis gestützt, so nicht behaupten. Untermauert finde ich das bei jedem Konzertbesuch, Bläser sind meist intonationsunsauberer als Streicher, egal ob Solisten oder Orchesterspieler. Und ich rede jetzt nicht nur von schwierigen Tönen sondern auch von der Korrektur bei langen Tönen. Gut, viele Streicher gleichen das einfach mit einem Vibrato aus, wodurch es zumindest genauer wirkt.
Der Punkt ist, denke ich, dass bei Streichern im Unterricht einfach von Anfang an der Fokus stärker auf Intonation als bei anderen Instrumenten liegt. Zumindest wenn ich an meinen Unterricht zurückdenke, war das zu Begin eher eine Qual.

Insgesamt weiß ich daher nicht, ob man wirklich von Schädigung des Gehörs sprechen kann. "Ledeglich" die Lautstärkeempfindlichkeit könnte abnehmen, das Hörvermögen im Gesamten nimmt im Regelfall durch erlernen eines Instrumentes eher zu. Ansonsten überlege dir Cello zu spielen, da wird der meiste Klang nach vorne weggetragen und deine Ohren können geschont werden.

Zu guter letzt: Ich will hier keine Bläser beleidigen und die Geige nicht als das ultimative Instrument darstellen. Ich treffe hier auch keine Aussagen, die auf jede Person zutrifft, alle Aussagen über Hörvermögen der Instrumentengruppen sind statistisch zu sehen. Viele Geiger hören extrem schlecht und viele Bläser extrem gut. Nur glaube ich einen Trend wahrzunehmen.

Ich hoffe, ich bin damit niemanden auf den Schlips getreten.

Grüße
hifikeks
Stammgast
#5 erstellt: 18. Okt 2011, 12:51
ist zwar alles schon sehr alt hier, aber trotzdem muss ich mal was dazu sagen: negative auswirkungen des Geigenspiels auf das Gehör sind absoluter quatsch. Ich habe jahrelang Geige gespielt, auch im lauten Orchester als Konzertmeister und habe überhaupt keine Probleme mit den Ohren, was auch durch diverse Hörtests bewiesen ist. Übrigens genau so bei allen die ich kenne die Streichinstrumente spielen. Schlagzeug ist da sicher was anders und ggf. auch das ein oder andere laute blasinstrument...
-MCS-
Inventar
#6 erstellt: 18. Okt 2011, 14:06
Danke für die Antwort
Papa_Bär
Inventar
#7 erstellt: 19. Okt 2011, 17:39
Da berichten langjährige Berufsmusiker aber definitiv andres...
Und wenn man den Pegel am Ohr misst kann man auch nachvollziehen, dass es nicht gesund sein kann...

MfG Björn
-MCS-
Inventar
#8 erstellt: 19. Okt 2011, 17:57
Sehr interessant.

Der Pegel der Geige in ein paar Metern Entfernung ist ja schon
sehr laut. Da möchte ich mir gar nicht ausmalen, wie hoch der
Pegel der Geige direkt am Ohr ist.

Hast du da ein paar Messwerte?


Mir ist in letzter Zeit bei meinem Geige spielenden Freund aufgefallen,
dass er mich, wenn ich ihn von der linken Seite anspreche,
des öfteren nicht versteht, wenn ich leise spreche.

Von der rechten Seite angesprochen versteht er mich einwandfrei.

Als ich ihn fragte, ob er merke, dass einen Hörschaden hätte,
meinte er, sein Gehör sei nicht beeinträchtigt.


Ich werde wohl beim Klavier bleiben

Als ich neulich meine Blockflöte, welche ich jahrelang
nicht benutzt habe, angesetzt habe, merkte ich, dass selbst
die mir zu laut ist.

Ich werde wohl bei Geigen/ Orchestermusik von meiner
Stereoanlage bleiben. Da kann ich die Lautstärke wenigstens
regulieren
Papa_Bär
Inventar
#9 erstellt: 19. Okt 2011, 20:04
Ich hatte mal Werte.....
War aug jeden fall nciht sehr leise...
Bei Gelegenheit wollte ich aber eh mal eine eigene Messreihe mit verschiedenen Instrumenten machen, da wird auch meine Geige mit dabei sein.
Grundsätzlich tut man als Musker gut daran, sich anständige, über das gesamte Spektrum gleichmäig dämpfende Ohrstöpsel zu kaufen. Kosten nicht die Welt und sparen wenigstens ein Paar Jahre das Hörgerät

MfG Björn
XphX
Inventar
#10 erstellt: 23. Okt 2011, 21:02
Wenn du alle zwei Tage 20 Minuten übst und sonst nicht lautem Schall (Verkehr zB) ausgesetzt bist, wird dein Ohr das mühelos verkraften. Übst du jeden Tag deutlich mehr als eine halbe Stunde und bist oft Lärm ausgesetzt (das summiert sich ja alles...), so wie ich, gibt es eine einfache Abhilfe: Watte.

Ohropax funktioniert nicht, da kann man nicht mehr spielen. Einfach in beide Ohren ein bisschen zusammengepresste Watte stecken und du hörst sämtliche Töne so präzise wie zuvor, nur eben leiser. Es gibt zwar auch professionellen Hörschutz, aber Watte ist genauso effektiv (du kannst die Lautstärke mit der Menge der Watte gut dosieren, wirklich) und kostet wenig.

Fang unbedingt mit Geige an, es lohnt sich durchaus. Ich spiele auch Klavier und kann dir garantieren, dass die Geige dir ein ganz neues Erlebnis bieten wird, da du den Ton wirklich selbst erzeugst und modifizierst. Wenn dir deine Ohren wichtig sind, spielst du von Anfang an mit Watte im Ohr und musst dich da um deine Ohren wirklich nicht sorgen.
andrasalfrd
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 12. Nov 2011, 19:05
Hi,

ich habe im Alter von 7 mit der Geige begonnen und bis Mitte zwanzig regelmäßig gespielt. Auch jahrelang im Orchester. Auch einige Jahre Flöte und Flügelhorn.
Trotzdem war keinerlei Verlust der Hörfähigkeit zu beklagen.

Selbst jetzt in Richtung des Seniorentums höre ich noch alles, was der Ohrenarzt mir anbietet.

Liegt wohl daran, dass ich verglichen mit meinen Altersgenossen weniger Diskos besucht habe, ebenso keinen Walkman, bzw. MP3-Player im Ohr hatte.

Da gab es früher in Diskos unglaubliche Lautstärken, denen der Gesetzgeber dann später einen Riegel vorgeschoben hat.
Gehörschädigend ist alles, was mit hohen Pegeln und Dauerbelastung zu tun hat. Z.B. auch Motorradfahren.

Aber Vermutungen über Bekannte bringen einen nicht weiter.
Die sollen sich mal bei einem Ohrenarzt testen lassen und ihre Hobbys überdenken, die sie neben der Geige noch ausgeübt haben.

Übrigens können die Sinneszellen im Ohr schon nach einer Extrembelastung in kürzester Zeit kaputt gehen, und zwar ohne wieder zu gesunden. Kaputt ist kaputt.
An der Geige liegt es meistens nicht, zumindest solange man nicht hauptberuflich jeden Tag über viele Stunden spielt.

Gruß an alle Geiegenfans,
Andrasalfrd
anton.b
Neuling
#12 erstellt: 12. Dez 2011, 16:34
Hallo zusammen,

ich spiele auch Geige. Jetzt nicht relativ gut und auch nicht mehr viel. Beeinträchtigt wurde mein Gehör auf jeden Fall nicht. Da gibt's sicher viel schlimmeres: Disco udgl.

Beim Geigespielen muss man sich aber überlegen, dass es ein mühsamer Weg ist, bis man eine einfache Melodie melodisch hinbekommt. Das geht bei Instrumenten wie Klavier oder auch Gitarre wesentlich einfacher. Und eine Geige allein klingt leider nicht so toll. Man braucht immer jemanden zum Zusammenspiel.
Reignman79
Ist häufiger hier
#13 erstellt: 01. Feb 2012, 10:30
Auch von mir ein Hallo,

ich habe in meiner Kindheit auch Geige gelernt, und spiele noch gelegentlich. Eine Beeinträchtigung der Ohren kann ich nicht bestätigen. Ich würde da inzwischen aber auf mögliche Hals- und Nackenverspannungen achten aufgrund der Haltung.
DetM.
Stammgast
#14 erstellt: 01. Feb 2012, 10:49

Reignman79 schrieb:
Auch von mir ein Hallo,

ich habe in meiner Kindheit auch Geige gelernt, und spiele noch gelegentlich. Eine Beeinträchtigung der Ohren kann ich nicht bestätigen. Ich würde da inzwischen aber auf mögliche Hals- und Nackenverspannungen achten aufgrund der Haltung.


Das kann ich nur unterschreiben. Ich habe auch viele Jahre gespielt und bezweifle, daß eine einzelne Geige im Normalfall Hörschäden verursacht. Dazu ist sie einfach nicht laut genug. Nicht umsonst treten sie im Orchester im Rudel auf ...

In großen Orchestern sieht die Sache ggf schon anders aus. Dort kann es laut werden, was aber im Zweifelsfalle beide Ohren gleichmäßig betrifft. Aber als Hobbyspieler, der vielleicht einmal die Woche im Orchester probt, würde ich mir da keine Sorgen machen.

LG,
Stefan
vielzulaut
Ist häufiger hier
#15 erstellt: 10. Okt 2012, 17:40
An der Stelle mal eine Frage, sind professionelle Orchestermusiker mittlerweile zum tragen eines Gehörschutzes verpflichtet?
Denn in der Industrie wird von der Berufsgenossenschaft schon bei vergleichsweiße niedrigen Pegeln Gehörschutz gefordert.
Ich habe in meinem Bekanntenkreis einige Orchestermusiker, die jetzt nach vielen Jahren Beruf zum Teil Hörgeräte brauchen.
Ab 85dB(A) muss ein Gehörschutz getragen werden und ab 80dB(A) vorhanden sein.


[Beitrag von vielzulaut am 10. Okt 2012, 17:42 bearbeitet]
XphX
Inventar
#16 erstellt: 11. Okt 2012, 09:40
Dazu sind sie nicht verpflichtet. Wer sollte das auch kontrollieren koennen?
vielzulaut
Ist häufiger hier
#17 erstellt: 13. Okt 2012, 18:30
Schwerhörigkeit ist eine anerkannte Berufskrankheit, dass heißt, die Berufsgenossenschaft (neu Unfallversicherungsträger) muss zahlen wenn Gehörschutz getragen wurde... Blöderweiße gibt es wohl noch keine Regelung bezügl. Verpflichtung... wenn die Berufsgenossenschaft überhaupt zuständig ist. Wenn nicht, wer dann?
nextloop
Ist häufiger hier
#18 erstellt: 02. Jan 2013, 16:04
Spiele auch Geige, Bratsche, Klavier und Orgel.
Natürlich kann man sich auch mit unplugged Instrumenten das Gehör schädigen.
Bei Streichern ist das Problem eher weniger das Üben alleine, sondern das Spielen im Orchester. Als Bratscher hat man z.B. oft den Trompeten-Trichter direkt am Ohr dran.
Viele Profis tragen deshalbt in Proben und manchmal auch auf Auftritten Gehörschutz. Das ist nicht nur einfach Watte oder Ohropax, sondern Gehörschutz vom Ohr-Akusiker, der schnell mehrere hundert Euro kostet, aber den Klang nur leiser macht und nicht verzerrt, und weitgehend frequenzgangneutral ist.

Als Organist achtet man schon darauf, mit möglichst leiser Registrierung zu üben. Dabei hört man auch viel mehr Details und es ist auch viel entspannter.
Natürlich muss man das ganze dann auch ein paarmal mit der Registrierung wie es gehört üben, um ein Gefühl für den Nachhall zu bekommen, die Registrierung zu testen, und einfach um das Weiterschalten am Sequenzer/Freie Kombination zu trainieren.
Esmeralda80
Neuling
#19 erstellt: 02. Apr 2014, 09:10
Das stimmt nicht nein. Das ist niemals dauerhaft so dominant, dass es schädlich werden kann. Gott sei Dank. Spiele es seid Jahren.
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