Soundsystem selbstbau für Bollerwagen/Festival

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finnnnn
Neuling
#1 erstellt: 10. Jan 2019, 14:31
Moin Leute,

ich würde mir gerne für Bollerwagentouren und Festival besuchen eine Soundanlage selbst bauen.
Da die Anlage schon ein ganzes Festival halten soll würde ich diese auch mit einer 12v 190Ah LKW Batterie bzw. zwei Autobatterien betrieben.

Jetzt bin ich etwas tiefer in die Lautsprecher/Verstärker Materie eingetaucht und komplett verwirrt ...

Frage 1:
Ausgeschrieben wird häufig, gerade auf eBay, die PMPO Leistung welche aber ja wertlos ist.
Die RMS hingegen, die häufig fehlt, ist anscheinend die, nach der ich mich richten sollte oder?

Frage 2:
hat ein Lautsprecher nun folgende Beschreibung als Schalldruck 100dB/w/m (ausgedachter Wert als Rechenbeispiel) und RMS von 50 watt, beträgt die maximale Lautstärke des Lautsprechers dann 115dB?

Frage 3:
Kann man die maximale Lautstärke des Lautsprechers auch anders ermitteln, wenn der Schalldruck dB/w/m nicht mit angegeben ist?

Frage 4:
Wie errechne ich den Stromverbrauch der Anlage wenn ich 2x 60RMS Lautsprecher und eine dafür ausgelegten Verstärker nehme? Die Eingangsleistung des Verstärkers ist leider auch selten beschrieben.

Schonmal vielen Dank im vorraus, ich hoffe ihr könnt mir helfen!
VG Finn
Bananensplit12
Stammgast
#2 erstellt: 10. Jan 2019, 17:55
Schau mal nicht so sehr auf die Leistungsangaben, die sind gar nicht so wichtig. Der Kennschalldruck/Wirkungsgrad in db/W/m hingegen schon. Aber auch da darfst du auf keinen Fall den Datenblättern oder dubiosen Beschreibungen auf eBay vertrauen. Der Wirkungsgrad ist nämlich frequenz- und gehäuseabhängig. Was nützt es dir, wenn ein Subwooferchassis bei 1000hz 100db/W/m macht, wenn du ihn nur bis 150hz spielen lässt? Der Hersteller wird aber wohl den höchsten Wert angeben.

Hast du schon ein Konzept? Ich hoffe du hast noch nicht wild irgendwelche Lautsprecher gekauft?

Am wichtigsten wäre erstmal:
Wie hoch ist dein Budget?
Wie groß darf es werden?
Wie schwer darf es werden?
finnnnn
Neuling
#3 erstellt: 10. Jan 2019, 18:13
Gekauft habe ich noch nichts, ich habe nur versucht mich diese Woche richtig zu informieren bevor ich eben genau das mache.

Das Budget liegt so bei 300€.
Der Bollerwagen hat eine Grundfläche von 90cm x 60cm. Da ich den Kasten erst dann bauen wollte wenn ich weiß welche Maße der Schallkörper hat, bin ich aber auch da relativ flexibel.
Da ich gedanklich ja schon bei der LKW Batterie gelandet bin ist das mit gewicht wohl auch relativ. Zur not wird das Fahrwerk verstärkt ziehbar sollte er dennoch bleiben.

Irgendwie bin ich derzeit an den Visaton BG 17 hängengeblieben, da diese ja anscheinend einen guten Sound sowohl im Tiefen als auch Hohen Bereich haben.
lässt sich mit 4 solcher LS inklusive diesem Verstärker Basetech AP-4012 schon brauchbarer Sound generieren?
In der Kombination hat die Anlage gar nicht so einen hohen Stromverbrauch wie ich dachte.
B-MoN
Stammgast
#4 erstellt: 10. Jan 2019, 20:38

finnnnn (Beitrag #3) schrieb:

Irgendwie bin ich derzeit an den Visaton BG 17 hängengeblieben, da diese ja anscheinend einen guten Sound sowohl im Tiefen als auch Hohen Bereich haben.


Wer hat dir denn das erzählt?
Der BG17 hat weder Bass, noch einen "guten" Hochton. Ich habe die selber schon verbaut und würde dir davon abraten.
finnnnn
Neuling
#5 erstellt: 10. Jan 2019, 20:50
Naja, die werden unteranderem in dem Thread für neulinge vorgeschlagen und auch in anderen Threads, wo es allerdings eher um kleinere Anlagen ging.

welche sind denn stattdessen zu empfehlen?
Sollten es dann eher seperate Tief und Hochtöner sein?
B-MoN
Stammgast
#6 erstellt: 10. Jan 2019, 22:59
Wieviele Leute willst du denn beschallen? Ich würde wahrscheinlich zu einem fertigen Bausatz Richtung PA greifen, oder Breitbänder mit Subwooferunterstützung. Nur Breitbänder alleine würde ich nicht machen, da fehlt dir einfach der Bass.

Ich baue momentan eine Box auf Grundlage des LF-Sat12, den könntest du dir mal anschauen. Der ist zwar etwas größer, aber sollte gut auf einen Bollerwagen passen. Dazu dann optional ein Subwoofer, je nachdem, wieviel Wert du auf Bass legst.
finnnnn
Neuling
#7 erstellt: 11. Jan 2019, 13:34
Beschallen möchte ich Schätzungsweise einen Bereich von 10 x 10 Meter im freien.
Danke, gucke ich mir nachher mal an. Sitze derzeit in der Mittagspause :).

Was benutzt du denn für Batterien für deine Box und was hast du damit für Laufzeiten?
Bananensplit12
Stammgast
#8 erstellt: 11. Jan 2019, 13:45

finnnnn (Beitrag #5) schrieb:
Naja, die werden unteranderem in dem Thread für neulinge vorgeschlagen und auch in anderen Threads, wo es allerdings eher um kleinere Anlagen ging.


Die Empfehlungen da sind uralt.

Wenn du es richtig gut machen willst, kaufst du dir Topteil Bausätze + Subwoofer. Z.b Open1001, JbSat10, BS.L10, LF-Sat8 oder ähnliches. Die sind besonders in Hochton und Abstrahlung besser als jeder Breitbänder. Allerdings kosten diese Bausätze auch wesentlich mehr. Musst du wissen.
Wenn das Budget nicht reicht, nimm 2 BG20 + Sperrkreis, die sind schon etwas besser als die BG17er. Jeweils 5L geschlossen + Watte rein.

Als Sub den 15LB75-UW4 im Gehäusevorschlag von Reference.

Dazu ne GEBRAUCHTE! 4 Kanal Autoendstufe. Sowas brauchst du nicht neu kaufen, gibts zu hauf auf ebay/kleinanzeigen für kleines Geld.

Würdest du wie von dir vorgschlagen 4 mal BG17 nehmen, würde dir das nur die Ohren wegfräsen, dabei schlecht klingen und null Bass haben.
finnnnn
Neuling
#9 erstellt: 11. Jan 2019, 16:22
Die Bausätze sehen schon mal SEHR gut aus. Wusste gar nicht das es solche fertig sets so zu kaufen gibt.
Mit was für einer Endstufe müsste ich bspw. den Open 1001 Betreiben?
Wäre diese Endstufe angebracht für diesen Lautsprecher?
muss ich bei der Endstufe irgendetwas beachten bzgl. des Tiefdöners?

Ich habe gerade Aussicht auf 4 Gelbatterien a 45Ah für geringes Geld, was natürlich dem Budget entgegen kommt. Wie lange meint ihr hält die Anlage mit diesen durch?
finnnnn
Neuling
#10 erstellt: 11. Jan 2019, 16:26
Tiefdöner... Autokorrektur lässt grüßen
Reference_100_Mk_II
Inventar
#11 erstellt: 11. Jan 2019, 16:38
Hier Mal was auna sonst so baut:
https://www.amp-performance.de/1067-Auna-AB-650.html

Wieder die alte Mär große Boxen bräuchten große Amps: falsch.
Genau anders rum ist es.


Ich würde eine Raveland xca 1200 oder 1600 auftreiben.
Die leisten was im Datenblatt steht und sind sehr preiswert.
Bananensplit12
Stammgast
#12 erstellt: 11. Jan 2019, 16:38
Auna ist der größte Dreck. Wie gesagt, ebay/kleinanzeigen in deiner Nähe, gebrauchte 4-Kanal Endstufe eines namhaften Herstellers. Guck mal bei dir in der Nähe, wir sagen dir dann ob brauchbar.

Ne open1001 wäre für Hoch und Mittelton zuständig, muss so nachgebaut werden wie es der Plan vorsieht und kommt dann an einen Kanal des 4 Kanal Verstärkers, eine zweite evtl an den zweiten Kanal. Dieses Kanalpaar wird mit einem Hochpassfilter (in der Endstufe eingebaut) versehen und spielt dann nur noch hohe und mittlere Töne. Eine Open1001 kostet 130€ ohne Holz, das ist dir bewusst? Dachte das ist nicht in deinem Budget.

Der Subwoofer kommt gebrückt an Kanal 3+4, bekommt nen Tiefpassfilter und spielt dann nur noch tiefe Töne. So einfach ist das.

Alle vernünftigen 4-Kanal Auto Endstufen haben genügend Leistung und die nötigen Filter integriert, guck einfach was du möglichst günstig gebraucht bekommst. Aber kein Auna, Hollywood oder Skytec, das ist billigster Müll.
finnnnn
Neuling
#13 erstellt: 11. Jan 2019, 17:24
Alles klar ich schaue mich mal um :).
Ja ist mir bewusst habe das Set bei H-Audio gesehen für das man nur noch den "the box 10-250/8-A" dazu bestellen muss.
Mein Budget liegt wie oben Beschrieben bei ~300€. Wenn ich die Batterien für lau bekomme und die 4 45Ah ausreichend sind ist da ja noch einiges an Luft nach oben .
B-MoN
Stammgast
#14 erstellt: 11. Jan 2019, 20:05

finnnnn (Beitrag #13) schrieb:
Wenn ich die Batterien für lau bekomme und die 4 45Ah ausreichend sind


Was hast du damit genau vor? Für eine eintägige Tour sollte das locker reichen.
JSON
Stammgast
#15 erstellt: 12. Jan 2019, 15:55
Ich würde das ganze wie folgt gestalten:
2x LF Sat12 --> sollte als Paar für knapp 250€ möglich sein
Dazu dann noch einen 2.1 Verstärker, welcher mit 24V arbeiten kann. Dort dran dann einfach zwei Batterien in Reihe geschaltet. Das alleine gibt schonmal ordentlich Output und sollte für den Anfang reichen.
Wenn noch Geld da ist bzw. der Bass zu dünn rüberkommt, nochmal 120-150€ zusammen sparen und zwei 15er Bässe mit dem 15lb075 uw4 von Thomann bauen. Dazu dann am besten die anderen zwei Batterien ebenfalls in Reihe schalten, und diese zwei Batterie-"Packs" parallel schalten. Somit hast du dann 24V mit 45Ah. Das sollte auf jeden Fall relativ lange halten!
Reference_100_Mk_II
Inventar
#16 erstellt: 12. Jan 2019, 17:21
Er hat auch it nur einem Akkupack schon 24V und 45Ah
Ein zweites Pack parallel und es werden 90Ah.

Interessant ist auch immer die Energie anzuschauen.
24V x 45Ah sind schon über 1.000 Wattstunden.
Nicht ganz entladen, sonst gehen die kaputt.
Rechne Mal mit 650Wh

So ein Class D Board nimmt im Leerlauf vielleicht 2W auf.
Die LF-Sat12 haben massiv Wirkungsgrad, für infach nur Musik kommst du mit maximal 10W aufgenommener Leistung locker hin.
Macht 65h.

Klar, drehst du 3dB weiter auf sind nur noch 32,5h
Noch Mal 3dB und es sind nur noch 16,25h

Aber Musik ist ja kein sinus und hier und da.
Mit zwei Akkupacks kommst du so auf jeden Fall das ganze Festival hin.
Locker.
finnnnn
Neuling
#17 erstellt: 14. Jan 2019, 20:26
Danke schon mal für die vielen Antworten in meiner Abwesenheit!

In der Zwischenzeit habe ich noch Aussicht auf einen alten Autosubwoofer bekommen, den ich für relativ wenig Geld bekommen könnte.

Die erschwinglichste Endstufe hier in der Gegend ist eine Blaupunkt GTA400 für 35 Euro.
Ansonsten ist da nicht viel zu finden in meiner direkten Umgebung. Taugt die was?
Der Kollege mit dem Subwoofer hat seine zerschossen und keine Lust gehabt sich eine neue anzulegen daher will er den los werden :P.
Bei 24v Verstärkern sieht es noch schlechter aus. Am Wochenende gehts noch mal kurz auf den Autoschrotthof... viel verspreche ich mir da aber nicht.

Wenn der Verstärker gut ist, werde ich mir den besorgen und erst mal bei einem LF Sat12 Bausatz zuschlagen und mir die ganze Geschichte mal anschauen.

Bis zu 65 Stunden Laufzeit höheren sich schon mal sehr gut an!
Wie groß die Batterien sind, weiß ich leider noch nicht, es sind wohl irgendwelche Kranbatterien, aber ich habe sie schon mehr oder weniger zugesichert bekommen.

Ihr habt mir auf jeden Fall jetzt schon sehr geholfen! Gerade die Laufzeit war für mich immer ein großes Fragenzeichen.
Bananensplit12
Stammgast
#18 erstellt: 15. Jan 2019, 14:06
Du solltest dir gut überlegen, ob du ne Autoendstufe oder ein 24V Class-D Board nimmst, evtl sogar beides für unterschiedliche Anwendungsfälle.
Die Blaupunkt hat wesentlich mehr Leistung, damit kannst du lauter hören und hast bei höheren Lautstärken saubereren Klang. Dafür hat das Teil aber nur 50-60% Wirkungsgrad, heißt du musst für die Leistung, die auf den Lautsprecher geht entsprechend mehr aus den Akkus holen. Und der Ruhestrom, der einfach so anfällt, wenn das Teil eingeschaltet ist, fällt wesentlich höher aus als bei Class-D Boards.
Es gibt auch Class-D Autoendstufen, die haben nen besseren Wirkungsgrad, immer noch den hohen Ruhestrom sind aber vergleichsweise teuer. Hab meine vor Jahren für 140€ gebraucht geschossen, das passt im Moment nicht in dein Budget.

Ein empfehlenswertes Class-D Board ist dieses
Das hat wohl so 80-90% Wirkungsgrad, niedrigen Ruhestrom, aber auch nicht so viel Leistung. Mit den LF-Sat12 oder welches Top du nimmst, sollte es aber immer noch laut genug werden. Für ein Festival über mehrere Tage würde ich eher so was mitnehmen, dann kommst du mit deinen Akkus ganz locker hin. Mit der Blaupunkt könnte es trotz der großen Kapazität nach ein paar Tagen eng werden. Für einen Tag Bollerwagen fahren würde ich aber immer auf ne Autoendstufe setzen, da reicht die Akku-Kapazität locker aus.

Für den LF-Sat12 Bausatz musst du dich im Lautsprecherforum anmelden, dann kannst du die Gehäuse und Weichenpläne sehen und die passenden Teile bestellen. Über Jobst direkt ist scheinbar schwierig, der ist wohl schlecht erreichbar und hat lange Lieferzeiten.


finnnnn (Beitrag #17) schrieb:

In der Zwischenzeit habe ich noch Aussicht auf einen alten Autosubwoofer bekommen, den ich für relativ wenig Geld bekommen könnte.


Davon lass mal lieber die Finger, die sind in der Regel nicht für Outdoor geeignet, funktionieren nur im Auto (Druckkammereffekt) und haben nen deutlich niedrigeren Wirkungsgrad als die PA-Chassis. Wirkungsgrad ist bei Outdoor und Mobil das aller wichtigste.


[Beitrag von Bananensplit12 am 15. Jan 2019, 14:16 bearbeitet]
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