Welches Lötgerät kann man noch kaufen?

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Edelfonso
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 21. Nov 2020, 09:21
Hallo zusammen,

um in das Lötthema einzusteigen und dann auch zu veritefen würde ich mir gerne ein Lötgerät zulegen.

Die Auswahl ist groß und es gibt auch scheinbar viel Schrott im Preisbereich bis 150 Euro. Auch Marken, wie Weller und Ersa, scheinen da keine Ausnahme zu bilden.

Was kann man aber noch bedenkenlos kaufen?

Grüße

Edelfonso
Bollze
Inventar
#2 erstellt: 21. Nov 2020, 11:18
Ich nutze eine ERSA RDS80. Im Vergleich zu allen anderen Stationen und Lötkolben die ich bis heute hatte und die billiger waren, also Noname usw, sehe ich folgende Vorteile : Die mitgelieferte Lötspitze lebt sehr lange, der Lötkolben lebt lange. Manchmal nervt, dass sie sich nach einer gewissen Zeit einfach in den Standby 150 Grad geht und nach einer weiteren Zeit sich ausschaltet, obwohl man das Gerät benutzt. Vielleicht wurde das Problem bei neueren Geräten schon behoben, Ich löte relativ viel und habe die Station schon mehr als zehn Jahre, noch die originale Lötspitze und wenn ich Dummkopf den Lötkolben nicht selbst zerstört hätte, dann wahrscheinlich noch den originalen Lötkolben. Vor kurzen habe ich mal die Bedienungskontakte putzen müssen, jetzt läuft das Ding wie neu.
Der Lötkolben kann mit der mitgelieferten Lötspitze ziemlich viel Wärme an die Lötstelle ranschaffen, bei Lötstellen die sich in einer grossen Massenfläche auf der Platine befinden, ist dies ein Vorteil.
Ich bin damit zufrieden.

Bollze


[Beitrag von Bollze am 21. Nov 2020, 11:22 bearbeitet]
Edelfonso
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 21. Nov 2020, 11:26
Super, das ist doch schon mal was. Vielleicht versuche ich es damit mal. 150 Euro wären verschmerzbar, wenn ich eine "nachhaltige" Lötstation erhalte.
Ste_Pa
Stammgast
#4 erstellt: 21. Nov 2020, 14:10
Ich nutze einen "normalen" Lötkolben und bin mit meinem ERSA Lötkolben 30 S 30W 230V eigentlich sehr zufrieden. Ersatzlötspitzen gibt es für ca. 6 Euro.

Basteln und damit auch Löten tue ich eigentlich viel und oft, hatte aber bisher nicht das Gefühl, dass ich eine Lötstation missen würde. Das mag aber auch daran liegen, dass ich keinen stationären Arbeitsplatz habe, sondern mit den Arbeitsplatz immer temporär am "Küchentisch" aufbaue. Bei dieser Konstellation ist eine Lötkolben dann von der Bauform und Verstaumöglichkeit auch praktischer als eine Lötstation.

Es ist immer die Frage, was man "vor hat". Um größere Flächen Löten zu können, macht der Temperaturschub, den eine Lötstation bieten kann schon Sinn, auch beim Löten mit SMD-Teilen hat eine spezialisierte Lötstation Vorteile.

Viele Grüße
Steffen
Bollze
Inventar
#5 erstellt: 21. Nov 2020, 17:26
Für Freude am Löten ist auch Markenlötzinn zu empfehlen. Hab mal Noname-Lot im Baumarkt gekauft, naja das war mehr Kleistern als Löten. Bleihaltiges Lot lötet sich besser als bleifreies. Man sollte jedoch bei Geräten die bleifrei gelötet wurden auch bleifreies Lot einsetzten. Ist auch gesünder, auch gut für die Umwelt. In aller Regel reicht Lötdraht mit 1mm Durchmesser.

Bollze


[Beitrag von Bollze am 21. Nov 2020, 17:29 bearbeitet]
jonath
Stammgast
#6 erstellt: 21. Nov 2020, 17:40
JBC Lötkolben mitsamt DIY Controller.

https://www.eevblog....5-handle-controller/

Gibt diverse Projekte, teils kann man auch einfach fertig bestückte Controller vom Chinesen umflashen. Einen besseren Lötkolben wirst du für dein Geld nicht bekommen, da kommt keine Weller ran.
ZeeeM
Inventar
#7 erstellt: 21. Nov 2020, 17:49
90% löte ich mit einer Weller Magnastat die > 40 Jahre alt ist.
Kleinere Sachen mit einer Ersa iCon ...
sealpin
Inventar
#8 erstellt: 21. Nov 2020, 17:55
Nachdem meine 30 Jahre alte Weller vor ein paar Jahren sich mit einer Rauchwolke verabschiedet hat und ich derzeit nicht so viel löte, nutze ich seit dem eine ELV Lötstation AT-80D für bummelig €85,-.

Ich wollte unter €100,- bleiben und eine temp. geregelte Station haben.

Das Teil tut seinen Dienst.
Edelfonso
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 21. Nov 2020, 18:22
Danke für die zahlreichen Hinweise. Mir scheint es so als sollte ich mal eines der empfohlenen Geräte kaufen und dann das beste hoffen.

Bleihaltiges Lot habe ich noch bei ebay gesichtet. Scheinbar wird es ja dieser Tage weniger verkauft. Droht ein Verbot?


[Beitrag von Edelfonso am 21. Nov 2020, 18:22 bearbeitet]
sealpin
Inventar
#10 erstellt: 21. Nov 2020, 18:25
"Mit der Richtlinie 2002/95/EG vom 27. Januar 2003 zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten (RoHS) sind ab 1. Juli 2006 für neu in Verkehr gebrachte Elektro- und Elektronikgeräte Stoffverbote zu Blei, Cadmium, Chrom (VI), Quecksilber und bromierten Flammschutzmitteln in Kraft getreten. Damit verbunden ist auch das grundsätzliche Verbot des Verwendens von Bleiloten."

irgendwie ist das also schon verboten.

Bei der von mir genutzten ELV Station musst Du checken, ob die auch heiß genug wird (wird sie bei mir).
Für das gelegentliche Hobby Löten reicht mir die, auch wenn eine amtliche Weller sicher ein anderer Schnack sein wird (ist aber auch sehr viel teurer...).
jonath
Stammgast
#11 erstellt: 21. Nov 2020, 22:51
Er wird wohl kaum Geräte in den Verkehr bringen.

Daher findet diese Regelung keine Anwendung. In der Entwicklung darf man genauso mit Bleilot arbeiten, ist alles halb so wild. Im Privatbereich interessiert das eh niemanden.

In der Serie ist es dann etwas anderes, aber da fragt man nicht in einem Hifi Forum nach einer Lötstation.


[Beitrag von jonath am 21. Nov 2020, 22:53 bearbeitet]
Ste_Pa
Stammgast
#12 erstellt: 22. Nov 2020, 00:00
Dennoch ist es sehr schade, dass die bekannten hiesigen Elektronik-Distributoren (Völkner, Conrad, Reichelt und selbst bei Pollin) kein bleihaltiges Lötzinn mehr im Sortiment haben. Ich musste daher auf die e-Bucht ausweichen und habe mir bleihaltiges Lötzinn direkt aus China bestellt. Damit lötet es sich um Längen besser als mit Blei-freiem Zinn.
jonath
Stammgast
#13 erstellt: 22. Nov 2020, 10:02
Uwe_Mettmann
Inventar
#14 erstellt: 22. Nov 2020, 10:35
@Edelfonso
Die Frage ist doch, wozu du das Lötgerät brauchst und wie häufig?

Ich bevorzuge einen temperaturgeregelten Lötkolben ohne Trafostation. Das hat den Vorteil, dass der Lötkolben sehr leicht transportabel ist. Ich brauche nicht häufig einen Lötkolben, dann aber nicht unbedingt bei mir zu Hause. Ein temperaturgeregelter Lötkolben muss es unbedingt sein, weil er nur so für alle möglichen Lötaufgaben geeignet ist.

Weiterhin löte ich sehr selten SMD-Bauteile, so dass ich keinen feinen Lötkolben brauche. Das, was ich an SMD löte bekomme ich auch mit meinem Lötkolben hin. Ich brauche aber einen Lötkolben, mit dem ich Kabel an Stecker löten kann und auch Masseflächen.

Um also eine für dich passende Empfehlung zu bekommen, solltest du uns schon mitteilen, was du mit dem Lötkolben anstellen möchtest.


Gruß

Uwe
Ste_Pa
Stammgast
#15 erstellt: 22. Nov 2020, 14:27
@jonath:

Dank Dir für die Links. Dann hat das "blaue C" ja doch noch das bleihaltige Lötzinn und ich kann es dann von dort beziehen. (*gefällt mir*)

Viele Grüße
Steffen
ZeeeM
Inventar
#16 erstellt: 22. Nov 2020, 15:36
Ich habe hier so eine Kilo Spule, damit werde ich mal meinen Sarg zulöten.
PS: Warum ist morgen schon wieder Montag?
ESELman
Stammgast
#17 erstellt: 22. Nov 2020, 16:17
Hi,

nachdem meine alte treue Weller vor kurzem das zeitliche segnete, habe ich mir testweise aus Ebayanien eine Noname Station der Reihe T12 kommen lassen.
Das ist eigentlich schon ein Klon einer China-Kopie von KSGER (bei alibaba zu finden, ab ca. 65€).
Im Grunde ist das ein Schaltnetzteil mit einem Controllerplatinchen in einem kleinen hübschen Alu-Gehäuse mit OLED-Display.
Was die Sache interessant macht sind die Lötspitzen, bei denen der Chinamann bei JBC und Hakko abgeschaut hat.
Durch die Unterbringung von Heizelement und Temperatursensor in der Lötspitze sind die Aufheizzeiten sehr kurz und die Temperaturregelung genauer und schneller.
Hinzu kommen die genial einfache Wechselmöglichkeit der Spitzen im laufenden Betrieb und die zwischenlötzeitliche Temperaturabsenkung und Sensor gesteuerter Wiederaufheizung.
JBC wäre sicher das derzeitige Nonplusultra .... mein Chinastatiönchen kostet dafür nur etwa 1/10tel (unter 40€).
Und ein 10er Pack Lötspitzen kostet etwa soviel wie eine JBC Spitze.
Ich bin insgesamt äußerst angetan von der Station, unabhängig von deren Preis.
Mein Arbeitskollege, der täglich löten muss ebenfalls.
Er würde keine Weller mehr nutzen wollen, wenn es solche Stationen gibt ... statt dessen eine JBC oder eine KSGER.

DerESELman


[Beitrag von ESELman am 22. Nov 2020, 16:18 bearbeitet]
vVegas
Stammgast
#18 erstellt: 22. Nov 2020, 16:50
Sehe ich ähnlich. Die QUICKO oder KSGER T12-XXX Stationen (40-50€ mit 6 Spitzen) sind für den Heimanwender sehr gut brauchbar. Ggf. die Spitzentemperatur abgleichen, ansonsten gibt es nicht viel auszusetzen.
Oder auch nen TS100 Lötkolben, macht auch was er soll wobei mir da der Abstand Griff bis Spitze nicht so gut gefällt.

Meine alte RDS80 läuft auch problemlos und ich mag die Ersadur Spitzen.

Weller Magnastat hab ich nicht mehr in Benutzung, aber auch viel mit gelötet, ob ich mir heute nochmals eine kaufen würde.... glaube nicht.

Also Auswahl gibt es genug.
Edelfonso
Ist häufiger hier
#19 erstellt: 23. Nov 2020, 19:14

vVegas (Beitrag #18) schrieb:
Sehe ich ähnlich. Die QUICKO oder KSGER T12-XXX Stationen (40-50€ mit 6 Spitzen) sind für den Heimanwender sehr gut brauchbar.
.

Klingt doch hervorragend. Welche Spitzen ("Bleistift", "Meissel"?) empfehlen sich eigentlich oder ist das egal? Es gibt es ja auch eine Riesenauswahl an Spitzen zum kaufen.

Diese Lötstation hier ist schon fast zu günstig. Ich interessiere mich aufgrund der kurzen Lieferfrist. Aber das Angebot scheint ok zu sein, oder täuscht das?
Lötstation Aliexpress

Welcher Lötzinn ist zu empfehlen? Das hier scheint laut Bewertungen brauchbar zu sein: Lötzinn Aliexpress

Ich habe eigentlich ganz gute Erfahrungen mit Aliexpress gemacht. Von daher wäre das eine Überlegung wert für mich.
ZeeeM
Inventar
#20 erstellt: 23. Nov 2020, 19:29
Ich verwende in der Regel eine Meisselspitze mit 2,5mm Breite. Zu klein sollten die Spitzen nicht ohne Not sein.
Kann Jemand zu Lötstationen dieses Herstellers sagen? Reine Neugierde.

https://www.reichelt...?&trstct=pol_0&nbc=1
burkm
Inventar
#21 erstellt: 23. Nov 2020, 19:33
Die Form und Größe der Lötspitze hängt von zwei Dingen ab: Zugänglichkeit des Lötpunktes und Masse bzw. Größe des zu bearbeitenden Lötpunktes. Die Lötspitze muss genügend Masse und Fläche im Kontakt aufweisen, um die gewünschte Temperatur und Wärmemenge so übertragen zu können, dass der Lötzinn sich durchgehend und schnell verflüssigen kann, da sowohl die Leiterbahn als auch das jeweilige Bauteil hier bestimmte Grenzwerte nicht übersteigen darf, ansonsten "kaputt"... Dabei muss man natürlich auch beachten, dass die dem Lötpunkt zugehörige "Kühlfläche" (groß/klein) entsprechend Wärme abtranportiert, die man durch den Lötkolben fortlauifend ersetzen muss.

Letztlich heißt das, dass ein großer und massiger Lötpunkt auch eine große Lötspitze erfordert und ein kleiner eben das Gegenteil. Wobei eben auch die dahinter befindliche Lötarmatur die entsprechende Wärmemenge bereitstellen können muss. Dadurch ergibt sich automatisch, dass "große" Lötarbeiten auch entsprechend Watt-starke Lötkolben erfordern und "kleine" Lötarbeiten eben geringe Wattleistungen des Lötkolbens erlauben. Dabei ist zwar die Schmelztemperatur des Lötzinns mit meist 180°C eher niedrig, aber der thermische Übergangswiderstand und die zugehörige Lötfläche und Lötmasse erfordert dann doch eine deutlich höhere Arbeitstemperatur (ROH-kompatibel sogar höher), damit das entsprechend funktioniert.
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