Quellenwahl direkt mittels kurzschließendem Drehschalter

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GüntherGünther
Inventar
#1 erstellt: 03. Dez 2025, 20:04
Hallo zusammen,

ich möchte eine schon aufgebaute Schaltung in ein neues Gehäuse bringen und das Gerät zum Vollverstärker mit 3 Quellen umbauen.

Meine Idee war es, einen kurzschließenden Drehschalter mit 4 Positionen und 3 Ebenen zu nutzen, über den ich direkt die Line-Pegel schalten will (ohne Relais oder dergleichen).
1. Stellung Mute (Masse)
2. Stellung Phono (Schalter erst nach Phono Amp)
3. & 4. Stellung Line

Geht das so oder muss es unbedingt so sein, dass ich mit dem Drehschalter zunächst Relais schalte, die dann wiederum die Quellen schalten?

Beste Grüße
P@Freak
Inventar
#2 erstellt: 04. Dez 2025, 18:38
Hallo,

ob das geht und sinnig ist hängt von der Qualität des Umschalters ab und wie hochwertig das werden soll. Üblicherweise nimmt man auch unterbrechende Umschalter und keine mit 'nicht-trennende Kontakten'. Hochwertige Signal Relais kosten nämlich auch richtig Geld. Signalführung ist auch zu beachten ... Ein- Ausgangswiderstände DC-gekoppelt nach Masse können auch von Vorteil sein um Umschaltgeräusche zu meiden. Dazu sollte man auch schon bisserl Ahnung haben von Ein- Ausgangsverstärkerschaltungen / Schaltungsdesign ...

P@Freak
GüntherGünther
Inventar
#3 erstellt: 04. Dez 2025, 19:49
Hallo,


P@Freak (Beitrag #2) schrieb:
ob das geht und sinnig ist hängt von der Qualität des Umschalters ab und wie hochwertig das werden soll.

ich bediene mich für gewöhnlich Industrie-Standardware, in diesem Fall Lorlin Drehschalter Baureihe CK.

P@Freak (Beitrag #2) schrieb:
Üblicherweise nimmt man auch unterbrechende Umschalter und keine mit 'nicht-trennende Kontakten'.

Interessant - ich war bisher immer der Meinung, dass die Drehschalter kurzschließend sein sollten, damit es nicht zu Störgeräuschen (z.B. Knacken) kommt. Aber gut zu wissen, dann wird es ein unterbrechender Schalter.

P@Freak (Beitrag #2) schrieb:
Hochwertige Signal Relais kosten nämlich auch richtig Geld.

...und brauchen vor allem Platz, den ich nicht habe. Deshalb kommt eigentlich eine Relaisschaltung nicht in Frage.

P@Freak (Beitrag #2) schrieb:
Signalführung ist auch zu beachten

Idee: von den Line-Eingängen bzw. vom Ausgang der Platine des RIAA-Vorverstärkers DC-gekoppelt mit LIYCY zum Drehschalter.
Vom Drehschalter mittels LIYCY zum Koppelkondensator und von dort aus zum 50k Lautstärke-Motorpoti. Von dort aus dann wieder mit LIYCY direkt zum Schwingschutzwiderstand der Eingangsstufe des eigentlichen Endverstärkers.

P@Freak (Beitrag #2) schrieb:
Dazu sollte man auch schon bisserl Ahnung haben von Ein- Ausgangsverstärkerschaltungen / Schaltungsdesign

Mein Wissen bisher beschränkt sich auf den jahrelangen (mit Unterbrechung seit 2013) Selbstbau von Röhrenverstärkern, auch selbst berechnete/ausgelegte Schaltungen. Die waren bisher aber immer reine Endstufen. Nun möchte ich einen dieser von mir gebauten Verstärker in einem neuen Gehäuse neu aufbauen und sowohl einen Eingangswahlschalter (um den es in diesem Thread gehen soll) als auch einen selbst ausgelegten RIAA-Vorverstärker integrieren. Das ist eigentlich die ganze Geschichte dazu.

Das muss kein HiFi-Voodoo sein, bei dem ich für einen Drehschalter 50€ zahle und dann nochmal 50€ für die Relais-Platine. Das soll einfach, unkompliziert, kompakt, aber so störarm wie möglich (natürlich in Relation zum Aufwand und den Restriktionen!) sein.
Rabia_sorda
Inventar
#4 erstellt: 05. Dez 2025, 13:59


P@Freak (Beitrag #2) schrieb:
Üblicherweise nimmt man auch unterbrechende Umschalter und keine mit 'nicht-trennende Kontakten'.


Interessant - ich war bisher immer der Meinung, dass die Drehschalter kurzschließend sein sollten, damit es nicht zu Störgeräuschen (z.B. Knacken) kommt. Aber gut zu wissen, dann wird es ein unterbrechender Schalter.


Das macht jeder Hersteller anders - der eine so und der andere so. "Üblich" sind bei analogen Schaltern aber hauptsächlich nur Öffner.
Aber wenn man ungenutzte Eingänge nur öffnet und nicht noch zusätzlich gegen GND kurzschließt, dann kann es durchaus auch zu einem "Übersprechen" führen......zumindest wenn das gerade ungebrauchte Quellgerät noch ein Signal führt.
Kay*
Inventar
#5 erstellt: 06. Dez 2025, 02:04

GüntherGünther (Beitrag #3) schrieb:
Hallo,


P@Freak (Beitrag #2) schrieb:
ob das geht und sinnig ist hängt von der Qualität des Umschalters ab und wie hochwertig das werden soll.

> ich bediene mich für gewöhnlich Industrie-Standardware, in diesem Fall Lorlin Drehschalter Baureihe CK.


P@Freak (Beitrag #2) schrieb:
Üblicherweise nimmt man auch unterbrechende Umschalter und keine mit 'nicht-trennende Kontakten'.

> Interessant - ich war bisher immer der Meinung, dass die Drehschalter kurzschließend sein sollten, damit es nicht zu Störgeräuschen (z.B. Knacken) kommt. Aber gut zu wissen, dann wird es ein unterbrechender Schalter.



Die "alten" offenen Messing-Schalter sind besser,
ich würde mal bei aliexpress suchen

Sofern du auch die Masse umschaltest ist Kurzschliessend notwendig,
aber, es ist nicht sinnvoll die Masse umzuschalten.
Kay*
Inventar
#6 erstellt: 06. Dez 2025, 09:52


[Beitrag von Kay* am 06. Dez 2025, 10:09 bearbeitet]
GüntherGünther
Inventar
#7 erstellt: 07. Dez 2025, 17:49
Hallo,


Rabia_sorda (Beitrag #4) schrieb:
Aber wenn man ungenutzte Eingänge nur öffnet und nicht noch zusätzlich gegen GND kurzschließt, dann kann es durchaus auch zu einem "Übersprechen" führen......zumindest wenn das gerade ungebrauchte Quellgerät noch ein Signal führt.

das bedingt ja aber eine Relais-Wechslerschaltung und ist mit einer direkten Steuerung durch einen Drehschalter nicht möglich - oder?

Kay* (Beitrag #5) schrieb:
Die "alten" offenen Messing-Schalter sind besser,
ich würde mal bei aliexpress suchen

okay, inwiefern? Ich hätte vermutet, dass diese anfälliger für Verstaubung usw. sind.

Kay* (Beitrag #5) schrieb:
Sofern du auch die Masse umschaltest ist Kurzschliessend notwendig,
aber, es ist nicht sinnvoll die Masse umzuschalten. ;)

Die Masse der Cinch-Buchsen geht direkt auf die Sternmasse des Verstärkers.

Kay* (Beitrag #6) schrieb:
vlt. überlegenswert [...] oder billig fertig

für solche Relaissteuerungen habe ich leider wirklich gar keinen Platz im Gehäuse. Eine externe Quellenwahl wollte ich auch nicht haben - ich wollte ja einen Vollverstärker bauen, der das alles integriert hat.

Ich stelle die Frage mal anders - ist der Gewinn einer Relaisschaltung so groß, dass es sich auf jeden Fall lohnt, den Platz dafür irgendwie zu schaffen oder ist die direkte Quellenwahl per Drehschalter nur unwesentlich schlechter?
Kay*
Inventar
#8 erstellt: 07. Dez 2025, 23:45

ist der Gewinn einer Relaisschaltung so groß, dass es sich auf jeden Fall lohnt, den Platz dafür irgendwie zu schaffen

Ja!
die Kontakte sind komplett ohne Umgebungseinfluss
Staub alleine ist das geringere Problem
Rabia_sorda
Inventar
#9 erstellt: 08. Dez 2025, 09:10

das bedingt ja aber eine Relais-Wechslerschaltung und ist mit einer direkten Steuerung durch einen Drehschalter nicht möglich - oder?


Dass kommt ja ganz auf den manuellen Schalter an, ob es mit diesem funktioniert oder nicht.
GüntherGünther
Inventar
#10 erstellt: 08. Dez 2025, 10:01
Hallo,


Rabia_sorda (Beitrag #9) schrieb:
Dass kommt ja ganz auf den manuellen Schalter an, ob es mit diesem funktioniert oder nicht.


welche Drehschalter gibt es denn, die nicht aktive Belegungen kurzschließen?

@Kay - Mit so einem fertigen Relaismodul habe ich aber das Problem, dass ich nicht einfach einen RIAA-Vorverstärker "dazwischen" hängen kann.
Mein derzeitiger Ansatz sieht vor, direkt nach den Phono-Eingängen einen RIAA-Vorverstärker einzubringen und danach erst gesammelt auf die Eingangswahl zu gehen. Ergo müsste ich entweder bei den fertigen Relaismodulen die auf der Platine befindlichen Cinch-Buchsen auslöten und dort die Verbindung mittels Kabeln schaffen (dann eben für den Phono-Eingang über den RIAA-Vorverstärker) oder eine eigene Eingangswahl-Platine entwerfen.

Beste Grüße
Rabia_sorda
Inventar
#11 erstellt: 08. Dez 2025, 12:35
Fertige Schalter kenne ich nicht.
Dazu nimmt man halt einen handelsüblichen, mehrpoligen Schalter und verdrahtet ihn passend.
Zumindest habe ich es immer so gemacht.
GüntherGünther
Inventar
#12 erstellt: 08. Dez 2025, 12:41
Hallo,

wie sieht das Schaltplanmäßig aus? Könntest Du das bitte mal schnell skizzieren?

Vielen Dank!
Rabia_sorda
Inventar
#13 erstellt: 08. Dez 2025, 16:54
Ne, dazu braucht es ja zumindest erstmal einen Kontaktplan eines von dir "akzeptierten" Schalters - zumindest ob es ein Dreh- , Druck- oder Kippschalter sein soll und danach kann man optional einen Schaltplan anfertigen.
Aber für diese "Aufgabe" hätte ich jetzt gerade sowieso auch keine Nerven, denn da kann man schon mal lange drüber grübeln.
Ich verwendete Drehschalter z.B. von Lorlin.
Kay*
Inventar
#14 erstellt: 08. Dez 2025, 17:47
https://sound-au.com/project88.htm
figure 1

p.s.
bitte selbst mal suchen
(es lohnt sich !!!!)
https://sound-au.com/projects.htm

p.s.s
"handelsübliche" Drehschalter arbeiten unterbrechend,
nicht kurzschliessend


[Beitrag von Kay* am 08. Dez 2025, 17:48 bearbeitet]
GüntherGünther
Inventar
#15 erstellt: 08. Dez 2025, 18:48
Hallo,

irgendwie gibt es hier scheinbar ein Verständigungsproblem.


Rabia_sorda (Beitrag #13) schrieb:
zumindest ob es ein Dreh- , Druck- oder Kippschalter sein soll
[...]
Ich verwendete Drehschalter z.B. von Lorlin.

ich habe doch oben im 1. Beitrag geschrieben, dass es ein Drehschalter sein soll und im 3. Beitrag, dass es einer von Lorlin werden soll.

Kay* (Beitrag #14) schrieb:
https://sound-au.com/project88.htm
figure 1
[...]
p.s.s
"handelsübliche" Drehschalter arbeiten unterbrechend,
nicht kurzschliessend

Exakt genau so, wie es in Figure 1 dargestellt ist, wollte ich es machen, siehe mein 1. Beitrag. Da kam aber (auch von Dir) der Einwand, dass es über Relais deutlich besser ist, deshalb war ich unsicher. Mehr als eine Sinnabschätzung wollte ich in diesem Thread eigentlich gar nicht..
Von Lorlin gibt es sowohl kurzschließende, als auch unterbrechende Schalter.

Zum Abschluss des Threads möchte ich gerne alles zusammenfassen:
- die direkte Verwendung eines Dreh-Stufenschalters, z.B. von Lorlin, ist unproblematisch
- wenn keine Masse geschaltet wird, sollte der Drehschalter unterbrechend sein. Wenn Masse geschaltet wird, sollte er kurzschließend sein
- man braucht nicht unbedingt eine Relaisschaltung, sondern es reicht auch die direkte Quellenwahl mittels Drehschalter

Bitte korrigiert mich, wenn ich mit dieser Zusammenfassung falsch liege.
Kay*
Inventar
#16 erstellt: 08. Dez 2025, 19:57
deine Zusammenfassung ist korrekt
Rabia_sorda
Inventar
#17 erstellt: 09. Dez 2025, 01:06
Also, es gibt verschiedene Schalter-Varianten von z.B. Lorlin und da kommt es halt auf die eigenen technischen Umsetzungen und Fähigkeiten an, ob und wie man diese Schalter technisch kombiniert. Ich verwendete vor Jahren mal einen doppelten (2 getrennte Kontaktplatten hintereinander) Drehschalter und damit habe ich die nicht gebrauchten Eingänge getrennt und zeitgleich auf Masse verschaltet.
Um sowas realisieren zu können habe ich zuvor lange überlegen müssen, um da den richtigen Schalter zu finden und dazu eine passende Schaltung aufbauen zu können. Damals hatte ich halt mal viel Zeit....
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