Tipps bei Phono Röhrenpreamp erbeten

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schlutopia
Stammgast
#1 erstellt: 05. Dez 2025, 17:44
Moin,
habe mit nach unten stehendem Schaltbild eine Vorstufe aufgebaut.
Funktion ist gegeben, ich nutze nur MM. Das Klangbild an sich scheint sehr klar und differenziert, alles kling sehr räumlich.
Problem ist allerdings, dass die Tiefenanhebung/Höhenabsenkung nicht im richtigen Verhältnis zu sein scheint.
Die tiefen Frequenzen sind eindeutig im Hintergrund, währen die Höhen zu massiv aufspielen.
Die 15K/12K und 8,2K/10K Widerstände oben habe ich schon in allen Kombinationen geändert.
Ansonsten ist sie so aufgebaut, wie im Bild ersichtlich.
MC Eingangswiderstand und Kondensator sind nicht verbaut, da ich nur MM nutze

Danke







P@Freak
Inventar
#2 erstellt: 05. Dez 2025, 22:26
Hallo,

erst mal prüfen ob die Röhren wirklich richtig beschaltet sind und ob die Spannungen / Arbeitspunkte passen und dann ob die einzelnen Röhren Stufen für sich richtig verstärken / arbeiten. Dann das ARTA Messprogramm besorgen und nutzen weil man damit unter der zu Hilfename der zu ladenden RIAA Verzerrungskurve genau prüfen kann ob die RIAA Entzerrung passt oder nicht. Alles andere ist stochern im dunkeln ...

P@Freak


[Beitrag von P@Freak am 05. Dez 2025, 22:41 bearbeitet]
Kay*
Inventar
#3 erstellt: 06. Dez 2025, 02:11

Die tiefen Frequenzen sind eindeutig im Hintergrund, währen die Höhen zu massiv aufspielen.


Tonabnehmersystem korrekt abgeschlossen?
Widerstand 47k ist Standard
Kondensator abhängig vom Tonabnehmersystem
schlutopia
Stammgast
#4 erstellt: 06. Dez 2025, 08:46
Ja, mehrere TAs ausprobiert. Auch mehrere Preamps. Phasenrichtigkeit per Testplatte und Oszilloskop kontrolliert.
Wie gesagt, den MC Eingang benötige ich nicht, daher ist er nicht am Eingang bestückt.
Der Eingangswiderstand für MM beträgt ca. 48,7K, sollte nicht derart dramatische Auswirkungen haben.
Kay*
Inventar
#5 erstellt: 06. Dez 2025, 09:55

Der Eingangswiderstand für MM beträgt ca. 48,7K, sollte nicht derart dramatische Auswirkungen haben.


wichtiger ist die Abschluss-Kapazität
(fehlt in obiger Schaltung)
schlutopia
Stammgast
#6 erstellt: 06. Dez 2025, 10:43
Ja, stimmt. Hatte ich als"wird schon stimmen" angesehen. Würde mal einen 470nano in Reihe zum Phonosignal schalten und einen 47piko parallel zum Widerstand.
Kay*
Inventar
#7 erstellt: 06. Dez 2025, 12:25
noch ein Tip,
am Ende das Relais brücken, wenn die Umschaltung nicht gebraucht wird
schlutopia
Stammgast
#8 erstellt: 06. Dez 2025, 12:26

Kay* (Beitrag #7) schrieb:
noch ein Tip,
am Ende das Relais brücken, wenn die Umschaltung nicht gebraucht wird


hatte ich schon anfangs gemacht, da mir ein falsches Reed Relais geliefert wurde. War ein Schliesser anstelle des Wechslers...
schlutopia
Stammgast
#9 erstellt: 12. Dez 2025, 16:23
Hab noch mal ein wenig verglichen, es scheint dass Platinenlayout und Schaltbild unterschiedlich sind. Werde das erstmal weiter verfolgen.
schlutopia
Stammgast
#10 erstellt: 13. Dez 2025, 08:52
Noch ein Punkt:
Habe anstelle der ECC88 die 6N23P verbaut. Soll voll kompatibel sein, und qualitativ den ECC in nichts nachstehen.
Kann es sein, dass die etwas geringere Verstärkungsleistung gegenüber der ECC ausreicht, um die tiefen Frequenzen nicht genug anzuheben?
P@Freak
Inventar
#11 erstellt: 13. Dez 2025, 13:34
Hallo,

die Verstärkung hat hier erst mal nichts mit der RIAA Entzerrung zu tun.

Warum kauft man sich die Platinen nicht fertig bestückt und Röhren die dafür direkt gedacht sind wenn man nicht die benötigte Ahnung hat für solche Projekte ?

Du musst erst mal sehen das die einzelnen Röhren Stufen im Arbeitspunkt sind und das tun was sie sollen.

Dann schaut man ob die RIAA Kennlinie passt. Lese dazu noch mal Beitrag #2 !!!

Mal schauen wann deine Lernkurven nun ansteigen ...

P@Freak


[Beitrag von P@Freak am 13. Dez 2025, 13:35 bearbeitet]
schlutopia
Stammgast
#12 erstellt: 13. Dez 2025, 13:52
1. Bin davon ausgegangen, dass RIAA gemäss die tiefen Frequenzen verstärkt werden, was aktiv durch die Röhre passiert. Die Höhen werden passiv bedämpft. Daher der Gedanke, der zu geringen Verstärkung.
2. Dann hätte ich mir gleich ein fertiges Gerät kaufen können... ein wenig Ahnung ist schon vorhanden, hab vor fast 40 Jahren mal Fernsehtechniker gelernt. Allerdings war die einzige Röhre im Programm die Buntbildbirne im TV. Und ich bin seeeehr lange raus, aus dem Geschäft. Um das ganze besser zu verstehen, und weil es Spass macht, habe ich dieses und andere Projekte in Angriff genommen. Sorry, wenn ich hier um Rat frage. Ich bin davon ausgegangen, dass dieses Forum dafür da ist. Ich dachte ich hätte bei der Schaltung was wesentliches übersehen.
3. Leider gibt es kein Schaltbild mit entsprechenden Messpunkten, daher werde ich mir mal das Kennblatt der Röhren zu Gemüte führen und einige Spannungswerte messen und hier posten.
4. Beitrag zwei ist mir durchaus noch im Kopf, allerdings muss ich mir dafür ein wenig Zeit nehmen...
5. Mit Mitte 50 ist die Lernkurve schon recht flach, besonders wenn man noch 1000 andere Dinge im Kopf haben muss... dann dauerts ein wenig.
P@Freak
Inventar
#13 erstellt: 13. Dez 2025, 16:04
Na,

dann sollte das mit der systematischen Arbeitsweise doch bekannt sein. Auch ist an der Schaltung nun wirklich nichts besonderes außer das das RIAA Netzwerk über einen zusätzlichen Kathodenfolger angesteuert wird.

P@Freak
schlutopia
Stammgast
#14 erstellt: 13. Dez 2025, 16:55
Naja, systematisch schon.
Hab vielleicht das falsche System. Bin auch noch mit den Werten im RIAA Pfad am hadern. Passt der 31,6K Widerstand tatsächlich zu 23nF.
schlutopia
Stammgast
#15 erstellt: 14. Dez 2025, 09:28
Habe mal mit ARTA rumexperimentiert...
Kann jemand dazu vielleicht eine Kurzanleitung geben?
Wie sage ich ARTA, dass es mir die Signale RIAA verzerrt ausgibt?
Habe noch REW ausprobiert...
P@Freak
Inventar
#16 erstellt: 14. Dez 2025, 13:11
Hallo,

also man muß schon mal auf ARTALABS die deutsche Anleitung runter laden.

Die RIAA Verzerrungsdatei muss als .mic Kompensationsdatei in das Programm geladen werden.

Klick !

P@Freak


[Beitrag von P@Freak am 14. Dez 2025, 13:12 bearbeitet]
schlutopia
Stammgast
#17 erstellt: 14. Dez 2025, 14:09
Danke!!
Hatte nur die englische im netz gefunden...
DB
Inventar
#18 erstellt: 19. Dez 2025, 16:09
Ich würde an den Ausgängen der 7806 die Elkos auf 10µ verkleinern und dafür von Ein- und Ausgang zur Masse kurz je einen Kerko von vielleicht 100n legen.
Ansonsten zunächst mal die Spannungen an den Röhren messen. Zuerst müssen die Gleichstromverhältnisse stimmen, dann kann man sich weiter Gedanken machen.

MfG
DB
schlutopia
Stammgast
#19 erstellt: 20. Dez 2025, 15:09
Ich glaube, ich habe das Problem lokalisiert...
Ein falscher Kondensator im RIAA Netzwerk.
Anstelle von 22nano wurden mir 2,2nano zugeschickt.
Laut Platinenaufdruck sollte der Spannungsfest bis 1200V sein. Zwecks Probebetrieb sollten vorerst wohl aber 450V reichen, oder?

Danke und schöne Feiertage
schlutopia
Stammgast
#20 erstellt: 20. Dez 2025, 16:59
Tja...
Immer den Aufdruck auf dem Bauteil kontrollieren und sich nicht blind auf die Verpackung verlassen.
Nun klingt die ganze Sache rund...
DB
Inventar
#21 erstellt: 20. Dez 2025, 19:39
Einfach mal nachdenken. Es ist ein Verstärker mit Widerstandskopplung und nicht mal 300 V Versorgungsspannung. Wieviel Volt kann der Kondensator dann im schlimmsten Fall sehen?
schlutopia
Stammgast
#22 erstellt: 20. Dez 2025, 20:25
Nun, natürlich habe darüber nachgedacht...
Ich Frage mich halt nur, was waren des Entwicklers Beweggründe...
DB
Inventar
#23 erstellt: 20. Dez 2025, 21:03
Was eben noch so in der Wühlkiste herumlag...
schlutopia
Stammgast
#24 erstellt: 20. Dez 2025, 22:54
Oder es soll die Kondensatoren schonen, so werden sie nicht am Limit betrieben. Immerhin gibt es die Vorstufe so für teuer Geld zu kaufen. Ob sie es wert ist, sei dahingestellt. Natürlich edles Gehäuse und selektierte Komponenten... Irgendwas hat sich Onkel Klimo wohl bei gedacht.
P@Freak
Inventar
#25 erstellt: 21. Dez 2025, 03:50
Hallo,

was der China Mann da an bekannten Namhaften Sachen nach klöppelt sollte man immer hinterfragen. Umsatz steht da an erster stelle und danach kommt erst mal nichts ... . Würde mich hier erst mal um eine einstellbare Röhrenheizspannung kümmern für die verwendeten anderen Röhren so wie genug Vorspannung an den Reglern ! Nur um mal paar Punkt zu nennen ... so als 1. Angang.

P@Freak


[Beitrag von P@Freak am 21. Dez 2025, 03:51 bearbeitet]
schlutopia
Stammgast
#26 erstellt: 21. Dez 2025, 09:36
Welche verwendeten "anderen" Röhren meinst du?
Ich verwende lediglich 1XECC88, bzw. Russenersatz und 1XECC81 pro Kanal.
Röhrenspannung ist fest bei 6V Gleichspannung.

Vertiefen werde ich die Schaltung in jedem Fall.
Jetzt, wo sie scheinbar das tut was sie soll kann ich ans Finetuning gehen.
Habe sie nun auch erst mit einem Dreher und einem Tonabnehmer (Shelter201) gehört.
Hab ja noch das Nagaoka JT80bk, ein Empire und ein älteres Nagaoka MP...


[Beitrag von schlutopia am 21. Dez 2025, 09:41 bearbeitet]
DB
Inventar
#27 erstellt: 21. Dez 2025, 09:45
Die Spannung über den Reglern für Uf reicht nicht. Deswegen werden wohl auch 10mF am Reglerausgang hängen statt der vorgesehenen 10 uF .
Der nicht abgeblockte Katodenwiderstand der ersten Stufe erhöht das Rauschen und senkt die Verstärkung gerade dort, wo sie am nötigsten ist.


[Beitrag von DB am 21. Dez 2025, 09:51 bearbeitet]
schlutopia
Stammgast
#28 erstellt: 21. Dez 2025, 09:50
Danke.
Werde alles mal nach und nach durchgehen.
schlutopia
Stammgast
#29 erstellt: 21. Dez 2025, 10:53
Mit meiner Heizung muss ich ohnehin noch schauen. Bisher ist kein Softstart vorgesehen. Da muss ich das Netzteil noch etwas modifizieren. Da kam auch nur eine bedruckte Platine aus China. Ohne Schaltbild...
DB
Inventar
#30 erstellt: 21. Dez 2025, 13:37
Wozu Softstart? Vertane Mühe.
Ich habe die Schaltung mal schnell simuliert. Die RIAA-Kennlinie wird sehr gut getroffen. Die Verstärkung bei 1 kHz liegt bei etwa 38 dB.
schlutopia
Stammgast
#31 erstellt: 21. Dez 2025, 13:52
Danke.
Meinst du also nicht, dass der hohe Einschaltstrom der Heizung sie vorzeitig ins Jenseits befördert?
Ein wenig puffern sicherlich die großen Elkos beim Einschalten ab.
Mit 38dB liegt er ja im Normbereich.


[Beitrag von schlutopia am 21. Dez 2025, 13:53 bearbeitet]
P@Freak
Inventar
#32 erstellt: 21. Dez 2025, 14:14
Hallo,

Röhren beheizt man halt nicht 'irgend wie' sondern zunächst genau nach Datenblatt. Zu Röhren und Heizen gibt es auch im Web genug zu lesen ... so neu ist die Technik nämlich nicht. Russen Röhren sind auch nicht unbedingt direkt kompatibel. Ohne gewisse Grundkenntnisse ist es auch immer schlecht mit Röhren gleich RIAA oder Mikrofone zu machen.

P@Freak
schlutopia
Stammgast
#33 erstellt: 21. Dez 2025, 14:31
Genau deshalb habe ich ja auf einen Bausatz zurückgegriffen. So kann ich am lebenden Objekt lernen. Rainer zur Linde Literatur habe ich auch. Ich lerne lieber aus der Praxis heraus, Fehler bleiben dann besser im Gedächtnis.
DB
Inventar
#34 erstellt: 21. Dez 2025, 14:53
DIe 7806 sind intern geschützt. Man sollte aber darauf achten, daß sie nicht überhitzen, dann schalten die sich ab.
Die Heizspannung sollte in einem Fenster von +/- 10% liegen, wobei Überheizen deutlich schädlicher ist.
Auch interessant: http://www.schenk-au...izung_glass_2_89.gif
schlutopia
Stammgast
#35 erstellt: 21. Dez 2025, 15:02
Die Heizspannung ist ja fest 6V=. Das Netzteil hat ein 7808 verbaut, und liefert damit die 8V für die 7806. Um die mache ich mir auch keine Sorgen. Die Heizungen haben generell eigene Kreise, keine Mittelanzapfungen.
DB
Inventar
#36 erstellt: 21. Dez 2025, 23:40

schlutopia (Beitrag #35) schrieb:
Die Heizspannung ist ja fest 6V=. Das Netzteil hat ein 7808 verbaut, und liefert damit die 8V für die 7806. Um die mache ich mir auch keine Sorgen. Die Heizungen haben generell eigene Kreise, keine Mittelanzapfungen.

Zwei Stabis hintereinander, wozu das denn? Für die Heizung? Irgendwie wird es jetzt abwegig.
schlutopia
Stammgast
#37 erstellt: 22. Dez 2025, 09:03
Japp.
Ich kann aber nicht sagen warum. Es gibt kein Schaltbild oder sonstige Erklärungen aus China.
Netzteilplatine mit Aufdruck...

Auch B+ wird zwei mal per Zenerdioden Stabilisiert.
Ich vermute, dass das Netzteil auch für andere Schaltungen herhält...
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