Canton Fonum 301 -> Frequenzweiche defekt

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walraslaw
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 22. Feb 2008, 01:27
Hallo zusammen,

ich bin neu hier und beginne meine Mitgliedschaft gleich mal mit einem Frage-Thread , mit meinem Laien-Wissen könnte ich Euch wahrscheinlich eh nicht weiterhelfen

Es geht um Folgendes:

Ich habe gerade ein paar gebrauchte Canton Fonum 301 (diese hier: klick) erworben bei denen anscheinend die Frequenzweiche kaputt ist (an beiden Boxen ). Nachdem dem ersten Anschliessen stellte ich fest, dass die Hochtöner keinen Mucks von sich geben. Mit Hilfe meines Mitbewohners (der in solchen Sachen etwas fitter ist als ich) habe ich festgestellt, dass die Hochtöner eigentlich funktionieren, also scheinen wohl die Weiche defekt zu sein.

Die Boxen gefallen mir recht gut und ich würde sie daher noch gerne zum Laufen bekommen. Daher wollte ich zwei neue Weichen kaufen und die Dinger dann (zusammen mit meinem Mitbewohner ) anlöten. Nun meine Frage:

Kann ich dabei 2 ganz einfache 2-Wege-Weichen à 4 Ohm verwenden (z.B. klick)? Da ich nicht mehr als ~20€ ausgeben wollte stelle ich auch keine großen Anforderungen. Die originalen Weichen sehen auch sehr simpel aufgebaut aus. Wenn ich eine finde, die ungefähr den gleichen Übergangsbereich sowie eine ähnliche Eingangsleistung hat, müsste man ja fast keinen Unterschied hören, oder?

Vielen Dank im Voraus,

gruß Walraslaw

ps: Bilder können auf Wunsch gerne nachgereicht werden
Granuba
Inventar
#2 erstellt: 22. Feb 2008, 01:41
Hi,


ps: Bilder können auf Wunsch gerne nachgereicht werden


die sind auch wichtig! Die originale Weiche sollte wieder hergestellt werden, dafür muss evtl. ein Widerstand oder ein Kondensator ausgetauscht werden, dürfte für beide Boxen keine 10 Euro kosten. Bitte KEINE Ersatzweiche einbauen, daß akustische Ergebnis danach ist Mist.

Harry
MBU
Inventar
#3 erstellt: 22. Feb 2008, 01:48
Hallo Walraslaw,

stelle mal Bilder von der Weiche hier rein, auf denen man die Aufdrucke der Bauelemente lesen kann. Die Weiche bitte von beiden Seiten knipsen.
walraslaw
Schaut ab und zu mal vorbei
#4 erstellt: 22. Feb 2008, 02:18
So hier mal auf die Schnelle geknipst
Ich hoffe man kann Alles erkennen, da ich die Bildgröße einigermaßen klein halten wollte.

http://www.abload.de/img/seite1xzwm.jpg

http://www.abload.de/img/seite2x5f0.jpg

http://www.abload.de/img/vonobenxrlk.jpg

http://www.abload.de/img/vonuntenxbm2.jpg

Nun muss ich doch nochmal fragen (auch wenn ich dafür hier vielleicht gesteinigt werde ):

Wäre es denn grundsätzlich möglich so eine Fertig-Weiche zu verwenden? Natürlich ist mir klar, dass der Klang nicht derselbe wäre, aber bei einem ähnlichen Frequenzübergang müssten ja Hoch- und Tieftöner mit ähnlichen Frequenzen angesteuert werden? Worin besteht dann der klangliche Unterschied? (Ich weiss dass es ihn gibt, aber ich kann mir das aufgrund meines (gefährlichen ) Halbwissens nicht besser erklären).

Danke schon mal für die fixen Antworten.

Mfg Walraslaw
Granuba
Inventar
#5 erstellt: 22. Feb 2008, 02:27
Hi,

Frequenzweichen kann man berechnen, daß entspricht grob einer Fertigweiche. Nur findet diese Berechnung unter der Annahme statt, daß z.B. ein Bass einen Widerstand darstellt, was nicht der Realität entspricht und somit stimmen die Trennfrequenzen bzw. die gesamten akustisch wichtigen Dinge nicht mehr. Oder kurz: Es klingt sch....
Deine Weiche sieht generell unverdächtig aus, sicher, daß die Hochtöner noch funktionieren?

Harry
walraslaw
Schaut ab und zu mal vorbei
#6 erstellt: 22. Feb 2008, 02:37
Aus den Hochtönern kommt kein Mucks wenn an die Anlage angeschlossen. Und an der laufen normalerweise 2 Canton Fonum 330 die fast baugleich sind. Daran kanns also nicht liegen. Da klingt dann nur der Tieftöner und Höhen sind komplett weg, also zumindest das kann ich im Rahmen meiner Möglichkeiten feststellen.

Wir haben dann mal die Boxenkabel direkt an den ausgebauten Hochtöner gehalten und siehe da: Es kam (zwar leise) Musik. Demnach schliesse ich, dass die Hochtöner eigentlich funktionsfähig sind und daher die Weiche dsa Problem darstellt. Zugegeben: den Hochtöner-Test habe ich bisher nur bei einer Box durchgeführt. Da die Symptome bei beiden aber gleich sind, schliesse ich bei der andern auf die gleiche Problematik.

Nun ja, die Weiche sieht optisch auch ganz in Ordnung aus. Dazu muss ich vielleicht sagen, dass die Boxen wahrscheinlich beim Transport den Schaden erlitten haben. Ich habe sie auf Ebay ersteigert, ausgepackt und den Defekt festgestellt. Nach Rücksprache mit dem Verkäufer meinte, der, dass bei ihm die Hochtöner noch in Ordnung waren. Habe von ihm die Hälfte des Kaufpreises erstattet bekommen, das ist alles noch ganz gut gelaufen. Aber deshalb denke ich, dass die wohl n Stoss aufm Transport abbekommen haben. Der Karton (geschätzte 15 Kilo) sah auch ein wenig zerfelddert aus den der DHL-Mann in den zweiten Stock schleppen durfte (Originalzitat: "Holy Shit! Was is da drin?" )

Btw: Lohnt es sich bei Canton anzufragen ob die noch was ähnliches auf Lager haben? Sind immerhin über 20 Jahre her...


[Beitrag von walraslaw am 22. Feb 2008, 02:50 bearbeitet]
matsumoto
Hat sich gelöscht
#7 erstellt: 22. Feb 2008, 12:11
Der 6.8µF-Elko könnte schon ein "Ding" abbekommen haben. Auf dem Foto sieht es aus, als ob die Kunststoffhülle gerissen/geschrumpft wäre. Hitze? Auch eines der AnschlussBeinchen sieht komisch aus. Irgendwie wie "angelötet". Der Austausch kostet nur ein paar Cent.


Wir haben dann mal die Boxenkabel direkt an den ausgebauten Hochtöner gehalten und siehe da: Es kam (zwar leise) Musik. Demnach schliesse ich, dass die Hochtöner eigentlich funktionsfähig sind und daher die Weiche dsa Problem darstellt.


Das ist sehr gefährlich, ohne Hochpass. Was bedeutet "sehr leise"? Könnte auch sein, dass das Ferrofluid eingetrocknet ist...und der HT nur ohne Weiche etwas von sich gibt, weil niederfrequente Signale wie blöde an der Schwingspule rütteln.

Teste einen neuen 6.8µF-Elko (glatt). Kannst Du für 30 cent erstehen.

Wenn das nicht läuft, ist der HT wahrscheinlich hin. Dann könntest Du versuchen, das Teil zu zerlegen, und das verharzte FF zu entfernen/ersetzen.

Wenn das nicht geht, "Messschwein" auftreiben, und anderen HT integrieren. Ohne Messungen geht da aber garnix.

mfg
walraslaw
Schaut ab und zu mal vorbei
#8 erstellt: 22. Feb 2008, 13:34
Also das eine Beinchen ist angelötet, das ist 15µF-Elko aber genauso. Die Kunststoffhülle ist aufgeplatzt an der Vertiefung bzw. an der Kerbe. Auf dem Transport wird es dem Ding aber wohl eher zu kalt es zu warm geworden sein. Nur hinten am 6.8µF-Elko ist es ein wenig schwarz. Ich weiss zumindest von PC-Bauteilen her, dass Elkos ja auch auslaufen können. Könnte das die Ursache sein?

Dazu hier noch ein Bild vom Elko: http://www.abload.de/img/elko1xbaf.jpg

Habe jetzt beide Hochtöner getestet (ja, mit der Kabelmethode :cut). Beide geben Musik von sich, der eine war nur leise weil wir die Anlage auch nicht so laut hatten. Ich nehme mal an, dass beide funktionieren.
Ich hab jetzt auch mal die zweite Weiche angeschaut und da scheint irgendwas ausgelaufen zu sein :

http://www.abload.de/img/w21sqn.jpg
http://www.abload.de/img/w22tnu.jpg
http://www.abload.de/img/w23gy9.jpg
http://www.abload.de/img/w24uvn.jpg


Wäre es nicht vielleicht besser das Ding komplett nachzubauen als zu versuch den Defekt an jeder einzelnen Weiche festzustellen? Ich bräuchte ja doch nur 2 von "den Weißen" und 2 von "den Blauen" und 2 kleine Spulen wenn ich die beiden großen dunklen dinger wieder verwenden könnte, oder?
Wenn ja, was würde mich das ca. kosten?

Mfg Walraslaw
Morfeus
Stammgast
#9 erstellt: 22. Feb 2008, 13:53
Ich würde die Elkos mal erneuern, das wars dann warscheinlich:

15uF 100V
6,8uF 35V

Werte nochmal prüfen, beim 6,8uF sehe ich das nicht genau. Kannst auch bei beiden 100V Typen nehmen.

Gibst beispielsweise hier bei Intertechnik

Gruß,
Heinz
walraslaw
Schaut ab und zu mal vorbei
#10 erstellt: 22. Feb 2008, 21:49

Ich würde die Elkos mal erneuern, das wars dann warscheinlich


Was bei der zweiten Weiche da ausgelaufen ist stammt jedoch nicht von nem Elko. Das zwischen dem "großen Schwarzen" und dem länglichen weißen Teil, ein Widerstand, vermute ich. Was da auslaufen kann, keine Ahnung, aber n Elko ist das wohl nicht. (hier zu sehen: http://www.abload.de/img/w24uvn.jpg)


Außer den Elkos, was könnte denn groß kaputt gehen an der Weiche? Ist das die häufigste Ursache für den "Weichentod" bei so alten Dingern?
matsumoto
Hat sich gelöscht
#11 erstellt: 22. Feb 2008, 21:56
das grosse schwarze Ding ist eine Ferritglocke, darunter ist eine Spule. Da könnte etwas Kleber eingeschmolzen sein. Spulen gehen kaum kaputt.

Widerstände können schon mal abrauchen, aber die 10w-Teile sicherlich nicht.

Die Elkos sind der Schwachpunkt. Machs einfach, dann bist Du einen Schritt weiter. Wie gesagt, der Elko wird etwa 30cent verschlingen.

mfg
martinthali
Ist häufiger hier
#12 erstellt: 22. Feb 2008, 22:07
N'Abend,

wenn du ohnehin ein unverfrorener Pionier der Kabelmethode bist könntest du auch den angelöteten Hochtöner wie zuvor incl. Frequenzweiche anschließen und den 6,8uF Kondensator mit einem kurzen Kabel überbrücken - wenns an ihm liegt wird der Hochtöner dann einen Laut von sich geben.
Sei aber vorsichtig mit der Lautstärke.
Grüße
Martin
Bärlina
Hat sich gelöscht
#13 erstellt: 23. Feb 2008, 01:32
Also wenn hier jemand Weichenbauteile benötigen sollte .....
walraslaw
Schaut ab und zu mal vorbei
#14 erstellt: 23. Feb 2008, 01:36
Bin gerade mitten im Klausurenstress (armer Student ), werde wohl frühestens ab Montag wieder dazu kommen an den Dingern rum zu fummeln. Ich halt Euch auf dem Laufenden

Mfg Walraslaw
Morfeus
Stammgast
#15 erstellt: 23. Feb 2008, 13:45

walraslaw schrieb:

Was bei der zweiten Weiche da ausgelaufen ist stammt jedoch nicht von nem Elko. Das zwischen dem "großen Schwarzen" und dem länglichen weißen Teil, ein Widerstand, vermute ich. Was da auslaufen kann, keine Ahnung, aber n Elko ist das wohl nicht.


das einzige was auf der Weiche auslaufen kann, sind die Elkos. Außerdem sind sie das einzige auf der Weiche, was alterungsbedingt kaputt gehen kann. Widerstände und Spulen können nur durchbrennen, müsst man sehen...

Gruß,
Heinz
walraslaw
Schaut ab und zu mal vorbei
#16 erstellt: 26. Feb 2008, 19:55

martinthali schrieb:
N'Abend,

wenn du ohnehin ein unverfrorener Pionier der Kabelmethode bist könntest du auch den angelöteten Hochtöner wie zuvor incl. Frequenzweiche anschließen und den 6,8uF Kondensator mit einem kurzen Kabel überbrücken - wenns an ihm liegt wird der Hochtöner dann einen Laut von sich geben.
Sei aber vorsichtig mit der Lautstärke.
Grüße
Martin


Danke für den Tipp!

Habe nun den 6,8 uF bei beiden Boxen mit ner Notizklammer überbrückt und siehe da: beide Hochtöner tönen

Die Ursache wäre damit festgestellt. Morgen werde ich mal beim örtlichen Elektronik-Laden vorbeischauen und gucken ob ich das dort direkt bekommen kann. Dazu werde ich auch gleich zwei 15uF Elkos kaufen, damit die Dinger noch bissl halten.

Ich danke Euch schon mal für Eure Ratschläge und melde mich sobald ich die neuen Elkos eingelötet habe.

Mfg Walraslaw
matsumoto
Hat sich gelöscht
#17 erstellt: 26. Feb 2008, 20:05

Ich danke Euch schon mal für Eure Ratschläge und melde mich sobald ich die neuen Elkos eingelötet habe.


für den HT kannst Du auch eine Folie nehmen, die haben kein dielektrikum, das wegtrocknen oder auslaufen kann.

Beispielsweise MKP Q4 / Intertechnik (zum beispiel bei plus-elektronik.de) Costa: 2.80€

viel Erfolg!
walraslaw
Schaut ab und zu mal vorbei
#18 erstellt: 07. Mrz 2008, 02:38
So da bin ich wieder. Es hat etwas gedauert, aber ich hatte ein bissl viel um die Ohren

Die Reparatur der Boxen ist auch schon letzte Woche Freitag erfolgt, kam nur bisher nicht zum Schreiben.

Also: Habe mit meinem Mitbewohner auf beiden Weichen neue Elkos eingelötet. Ausbauen, auslöten, einlöten, testen, einbauen, fertig

Die Boxen sind mittlerweile in Betrieb und klingen (für mein Verständnis) recht anständig

Mit neuen Elkos sollten die noch ein paar Jährchen halten.

Danke an alle Ratgeber, ihr habt mir sehr geholfen
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