Fonum 301 defekte Frequenzweiche - Wie reparieren?

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sebi_s
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 15. Mrz 2015, 13:48
Hallo!

Ich habe kürzlich ein (weiteres) Paar Canton Fonum 301 ersteigert. Ein Exemplar davon funktioniert problemlos und zeigt praktisch denselben Frequenzgang wie das Paar 301er, das ich schon schon länger bei mir habe. Das andere Exemplar zeigt ab 2 kHz einen Höhenabfall von ca. 12 dB (die Übergangsfrequenz sollte bei 3 kHz liegen):

1

Die gestrichelte Linie gehört zum defekten Exemplar. Die Messungen wurden nacheinander durchgeführt, an derselben Position.

Ich glaube eher nicht, dass der Hochtöner selbst defekt ist, denn dann dürfte er wohl gar keinen Ton mehr von sich geben, oder? Praktischerweise habe ich einen MiniDSP, den ich auch als aktive Frequenzweiche nutzen kann. Aktiv getrennt bei 3 kHz (12 dB/Oktave) sieht der Frequenzgang so aus:

aktivweiche

Das sieht meines Erachtens ab 300 Hz ganz gut aus, sogar besser als eine Fonum 301 mit intakter Weiche (im Originalzustand haben die eine starke Höhenbetonung bei ca. 4 kHz). Ich denke, dass man den Hochtöner als Fehlerquelle damit ausschließen kann.

Äußerlich kann ich an der Weiche nichts Fehlerhaftes erkennen, das folgende Foto zeigt die Weiche des intakten Exemplars (das vermutlich defekte Exemplar sieht gleich aus, mit dem einzigen Unterschied, dass der 4,7-Ohm-Widerstand am Plastikgehäuse nicht mehr ganz so "schön" aussieht...Bei beiden Exemplaren messe ich mit meinem Billig-Multimeter 5,2 Ohm). Die Kabel links oben gehen zum Hochtöner, die Kabel rechts unten zum Anschlussfeld.

DSC_1149_klein

Kapazitäten kann ich mit dem Billig-Multimeter leider nicht messen, ich kann aber Widerstände vergleichen (mit dem intakten Exemplar). Hier habe ich keine Unterschiede festgestellt. Übrigens scheint es verschiedene 301er-Baureihen zu geben: Mein altes Paar (höhere Seriennummer) hat andere Schraubklemmen und lässt sich gar nicht öffnen, hier ist anscheinend der Tieftöner zusätzlich noch verklebt.

Nun die Fragen:

1) Wie kann ich mit meinen bescheidenen Mitteln herausfinden, welches Bauteil der Weiche defekt ist (gut, ich könnte Bauteil für Bauteil auf die jeweils andere Weiche löten und schauen, bei welchem dann das Problem auftritt )?

2) Kann ein Widerstand defekt sein und trotzdem noch Strom durchlassen und den korrekten (+- 10%) Widerstandswert haben?

3) Wenn ich beim intakten Exemplar die Widerstände an den Kondensatoren messe, höre ich nur vom Tieftöner ein leichtes Kratzen. Wenn ich dasselbe am defekten Exemplar mache, höre ich das Kratzen entweder aus dem Tief- ODER aus dem Hochtöner (je nachdem, bei welchem Kondensator ich messe). Was hat das zu bedeuten?

4) Sonstige Einfälle, Ratschläge..?
Manni_L.
Stammgast
#2 erstellt: 15. Mrz 2015, 16:07
um die Bauteile vernünftig messen zu können musst du sie eh auslöten, dann kannst du auch gleich tauschen. Ich persönlich hätte erst mal den HT getauscht und eine Vergleichsmessung gemacht.
b_orla
Stammgast
#3 erstellt: 15. Mrz 2015, 16:21
die Vermutung liegt bei einem defekten HT. Hast du mit 1,5 V Batterie getestet ob er klickt?
sebi_s
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 15. Mrz 2015, 18:05
Danke für die Antworten! Auf die Idee, den Hochtöner einfach zu tauschen, hätte ich auch kommen können...
Am Hochtöner liegt das Problem jedenfalls nicht, ich erhalte den gleichen Frequenzgang, wenn ich den anderen (auf jeden Fall intakten) Hochtöner einbaue:

hochtöner getauscht

Es muss also an der Weiche liegen...Jedes Bauteil auszulöten, auszutauschen und dann zu sehen, ob es funktioniert, ist halt ein bissl mühsam, gibts da keine bequemere Lösung (vielleicht durch das Fehlerbild ersichtlich)?
sebi_s
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 15. Mrz 2015, 20:04
Habe mir jetzt noch einmal die beiden kleinen Kondensatoren angeschaut...Interessanterweise sind die nicht identisch (beide 6,8 µF, einmal bis 35 V, einmal bis 23 V; auch die Baulängen sind unterschiedlich). Beim genaueren Hinsehen habe ich dann entdeckt, dass einer der beiden an einer Sollbruchstelle aufgebrochen war (sehr sauber, deshalb ist es mir nicht gleich aufgefallen). Testweise habe ich dann den Kondensator der intakten Weiche in die defekte Weiche eingebaut. Jetzt ist der Höhenabfall weg!

Ich brauche also einen Ersatzkondensator (oder 2, damit in beiden Weichen dieselben verbaut sind) mit 6,8 µF. Der defekte Kondensator trägt die Aufschrift 35 V, der intakte 23 V (beide bis 85°C). Die angegebene Spannung ist eine Maximalspannung und sollte mindestens 23 V betragen, (deutlich) mehr ist aber auch in Ordnung, oder? Muss ich die Kapazitätstoleranz beachten?
Soundy73
Inventar
#6 erstellt: 15. Mrz 2015, 20:21
Moin erstmal!

Gerade im Hochtonbereich würde ich stets auf Folienkondensatoren setzen
Hat auch den Vorteil der relativ geringen Alterung. So'n Elko hält nun mal nicht ewig, technisch erklärt, die Elastomere ("Gummis") der Verschlüsse werden porös und das (flüssige) Elektrolyt tritt aus => Kapazitätsverlust => exitus.

Um sich mal über Kondensatoren in Frequenzweichen ein objektives Bild machen zu können, kann man bei Jobsti den richtigen Überblick erhalten.
herr_der_ringe
Inventar
#7 erstellt: 15. Mrz 2015, 20:38
da die kondensatoren im direkten signalweg liegen: tausche beide kondensatoren gegen einen MKT oder MKP aus. hält sich preislich mit 5~6€ in erträglichen grenzen.
sebi_s
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 15. Mrz 2015, 21:27
Gut, dann erhalten die 25 Jahre alten Kisten eben neue "Luxuskondensatoren".

Einer dieser drei (würde wohl den billigsten nehmen, 63 V sind ja bei weitem ausreichend) würde passen, oder (bei so günstigen Kleinteilen lohnt sich der Versand aus Deutschland nicht)? http://www.distrelec...5&page=1&pageSize=10
herr_der_ringe
Inventar
#9 erstellt: 15. Mrz 2015, 21:46
genau den würde >ich< jetzt nicht nehmen

nur zur info: puredynamics hat den mundorf-vertrieb für österreich...
Soundy73
Inventar
#10 erstellt: 16. Mrz 2015, 07:44
Ja nee, Schuricht ist schon in Ordnung aber SOWAS sollte sich auch erheblich entspannter montieren lassen
Bei den Impulskondensatoren sind die Anschlussdrähte einfach meist zu kurz.
sebi_s
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 16. Mrz 2015, 12:35
Ok, das klingt vernünftig. Der wird es werden, danke!

Habe kurz im Mundorf-Katalog geblättert...Erstaunlich, wie phantasievoll man Elektronik-Bauteile beschreiben kann.
Sheep-Track
Stammgast
#12 erstellt: 16. Mrz 2015, 18:18
Und, war das Ersteigern denn jetzt ein richtiges Schnäppchen?
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