Concordant Röhrenvorverstärker

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audianer90
Stammgast
#1 erstellt: 21. Mrz 2011, 22:47
Hallo,

mir ist da ein ziemlich alter und offensichtlich auch ziemlich seltener Röhrenvorverstärker in die Hände gefallen.

Es ist ein Concordant valve pre amplifier CA.3004.

Die Informationen die ich im Netz über den Hersteller finden konnte sind sehr dürftig, über dieses Geräut gleich null. Vielleicht wisst Ihr mehr über Marke und Gerät ?

Leider ist der Verstärker nicht funktionsfähig. Die Powerleuchte geht an und zwei der sechs Röhren leuchten nach kurzer Zeit. Verbaut sind ECC803S im Phonoteil, ECC81 und welche ohne Bezeichnung im Verstärkerteil.

Ich habe schon das eine oder andere Transistorgerät zum Leben erweckt. Meine Erfahrung mit Röhrengeräten ist ziemlich gering.

Könnt Ihr mir hier ein paar Tips geben ?

Danke, Michael


[Beitrag von audianer90 am 21. Mrz 2011, 23:13 bearbeitet]
Ingor
Inventar
#2 erstellt: 22. Mrz 2011, 15:28
Röhrenverstärker sind leicht zu reparieren. Wenn eine Röhre nicht glüht (der Heizfaden) dann funktioniert sie auch nicht. Daher einfach mal schauen, ob die Heizdrähte Strom bekommen. Fotos helfen auch weiter um dir zu helfen.
audianer90
Stammgast
#3 erstellt: 22. Mrz 2011, 20:41
Hallo Ingor,

danke für die Antwort.

Ich hab das Gerät geöffnet und nochmal eingeschaltet.
Der Verstärker hat ein externes Netzeil.
Als ich den Verstärker bekommen habe hat gar nichts funktioniert. Kein Licht, nichts. Die Ursache dafür war der Ein/Aus-Schalter. Der war hochohmig und hat nicht sauber durchgeschaltet. Das geht wieder.
Ich habe daraufhin alle Röhren rausgenommen und nach verkokelten Stellen geschaut, war aber nix. Sieht alles aus wie neu. Ich habe ihn jetzt zum fotografieren nochmal eingeschaltet.
Die Röhren glühen doch - aber nur ziemlich leicht. Ist von aussen fast nicht zu sehen. Funktion habe ich trotzdem keine.
Ich habe dann das gemessen was ich für die Versorgungsspannung halte. Am Gehäuse und einem Punkt auf der Platine auf dem "+" steht. Ergebnis 330 Volt =. Kann das i.O. sein ?

Hier noch die Bilder.

Röhre ECC803S ECC803S

Röhre unbekannt Röhre unbekannt unbekannte Röhre

ECC81 ECC81

Verstärker Verstärker

Netzteil Netzteil
RoA
Inventar
#4 erstellt: 23. Mrz 2011, 07:35

audianer90 schrieb:
Funktion habe ich trotzdem keine.


Das ist in etwa so präzise wie "Mein Auto fahrt nicht, was soll ich tun?". Anyway, das Teil sieht aus wie selbstgebaut (eine Hinterhof-Manufaktur?), schon etwas älter, wie die verbauten Teile zeigen. Wenn die Röhren glühen und die Versorgungsspannung (330V sind zumindest plausibel) auch bei den Röhren ankommt, ist es nicht so schlimm. Wenn überhaupt nichts, also nicht einmal ein leichtes Rauschen oder Brummen aus dem Gerät kommt und die Röhren unter Strom stehen, ist die Signalverbindung irgendwo unterbrochen (Relais oder Poti defekt/verschmutzt, Kabel gebrochen, kalte Lötstelle). Aus den Bildern ist ansonsten nicht viel zu erkennen, und Ferndiagnosen sind immer schwierig. Eine etwas detailiertere Beschreibung von "Funktion habe ich keine" wäre vielleicht noch hilfreich.
Ingor
Inventar
#5 erstellt: 23. Mrz 2011, 09:08
Überprüfe zunächst, ob du den Verstärker richtig angeschlossen hast, dann suche mal nach möglichen Ausgangsrelais, die verzögert einschalten sollen. Um Einschaltploppen zu vermeiden werden die Ausgänge gerne kurzgeschlossen. Wenn beide Kanäle die gleichen Fehler zeigen ist ein Fehler im Netzteil wahrscheinlich. Liefert das Netzteil vielleicht 2 Gleichspannungen?
audianer90
Stammgast
#6 erstellt: 23. Mrz 2011, 13:11
Hallo,

keine Funktion bedeutet: es liegt keine Signalausgabe vor, ein leichtes rauschen wenn der Lautstärkeregler voll aufgedreht wird ist aber schon zu hören. Ist aber wirklich nur ganz leicht und es ist keinerlei übersprechen oder knacken beim Signalquellenumschalten zu hören.
Relais sind im Verstärker keine - ist ja nur eine Vorstufe, das externen Netzteil hat eines aber das schaltet die Versorgungsspannung durch und ist i.O.
Angeschlossen habe ich einen CD-Player auf Aux1 und an die Ausgänge eine Transistorendstufe. Das sollte doch funktionieren oder ?
Das auf beiden Kanälen der gleiche Fehler vorliegt kommt mir auch merkwürdig vor, da der Verstärker offensichtlich symetrisch aufgebaut ist muss ja auf beiden Seiten der gleiche Defekt vorhanden sein.
Vom Netzteil kommt nur eine Versorgungsspannung die beide Kanäle versorgt.
Kann mir mal einer einen Link geben auf dem die Grundlagen der Röhrentechnik erklärt werden, bzw. auf welchen Kontakten mit NF-Signal, Hoch- oder Niederspannung zu rechnen ist ?

Michael
BushFeind
Stammgast
#7 erstellt: 23. Mrz 2011, 13:45
die Röhre ohne Bezeichnung scheint jedenfalls eine Gleichrichterröhre zu sein.

Roman
Ingor
Inventar
#8 erstellt: 23. Mrz 2011, 15:29
Das halte ich für eine gewagte Hypothese. Ich tippe eher auf eine Doppeltriode. Aber mit einem Bild seitlich auf die Röhre wäre das Rätsel schnell gelöst.
RoA
Inventar
#9 erstellt: 23. Mrz 2011, 16:32

audianer90 schrieb:
Kann mir mal einer einen Link geben auf dem die Grundlagen der Röhrentechnik erklärt werden, bzw. auf welchen Kontakten mit NF-Signal, Hoch- oder Niederspannung zu rechnen ist ?


Das ist die Sockelbeschaltung der ECC81 bzw. ECC803S (von unten aus gesehen, d.h. wenn man von oben auf den Sockel schaut ist es genau spiegelverkehrt):



Die "unbekannte Röhre" dürfte ebenfalls eine Doppeltriode sein, vermutlich ebenfalls eine ECC8x. An Sockel a und a' sollte gegen Masse eine Spannung im 3-stelligen Bereich anliegen (ohne Schaltplan/weitere Infos läßt sich das nicht genauer schreiben). Bei g bzw. g' sollten sich nur ein paar Volt (negativ einstellig, je nach Röhre -2 bis -8V) gegen KathodeMasse messen lassen (ohne weitere Info geht's leider auch nicht genauer). k und k' hängen über den Kathodenwiderstand an Masse, und die anderen Pins sind für die Heizung, und die funktioniert ja augenscheinlich. Wenn diese Messungen bei allen Röhren plausibel sind, muß am Ende mehr rauskommen als ein leises Rauschen, oder der Signalweg ist irgendwo unterbrochen/Kontaktproblem oder was auch immer. Eine Röhre ist in den seltensten Fällen mausetod, und das schon gar nicht auf beiden Kanälen gleichzeitig. Wenn alles richtig angeschlossen ist, die Spannungen stimmen, alle Schalter, Potis und Verbindungen geprüft sind, müßte man das Gerät mal systematisch durchmessen. Ein Oszi wäre da hilfreich, oder zumindest ein Multitester, mit dem man Testfrequenzen messen kann.

Edit: KathodeMasse


[Beitrag von RoA am 24. Mrz 2011, 06:53 bearbeitet]
selbstbauen
Inventar
#10 erstellt: 23. Mrz 2011, 17:42
Im Netzteil erkennt man die Dioden für die Gleichrichtung der Anodenspannung und den dicken Brückengleichrichter für die Gleichrichtung der Heizung - zumindest tippe ich auf diese Funktion. Die Elkos passen auch für diese Anwendung.

Um die Funktion von Röhren zu prüfen kann man den Spannungsabfall an den Anodenwiderständen messen. Er muss einige Zig-Volt betragen. Und er muss rechts und links gleich sein.
hf500
Moderator
#11 erstellt: 23. Mrz 2011, 17:48
Moin,
Digitalkameras haben gerne so ihre Schwierigkeiten, gluehende Katoden in Roehren korrekt darzustellen. Hier sieht aber alles ok aus.

Im Gegensatz zu RoA denke ich nicht, dass an den Gitteranschluessen eine negative Spannung stehen soll. In der Regel liegt bei Kleinsignalstufen das Gitter ueber den Gitterableitwiderstand an Masse, die Gittervorspannung wird automatisch ueber den Katodenwiderstand erzeugt (Katode positiver als das Gitter durch den Katodenstrom, nur messbar mit der Roehre in der Schaltung). An den Gitteranschluessen sollte bei diesem Verstaerker keine Spannung zu messen sein, vor allem duerfen keine positiven Spannungen (gegen Masse oder Katode gemessen) auftreten.

73
Peter
BushFeind
Stammgast
#12 erstellt: 23. Mrz 2011, 18:55

Das halte ich für eine gewagte Hypothese. Ich tippe eher auf eine Doppeltriode. Aber mit einem Bild seitlich auf die Röhre wäre das Rätsel schnell gelöst.


stimmt, nach näherem Hinschauen halter ich diese These nicht mehr aufrecht.....

Roman
audianer90
Stammgast
#13 erstellt: 23. Mrz 2011, 21:41
Hallo,

gute Nachrichten.

Aber erstmal für die Rätselknacker unter euch das Bild seitlich von der Röhre. Ist nicht soo gut, aber ich hoffe es reicht.

unbekannte Röhre

Das Gerät liegt wie gesagt schon ziemlich lange, schon der Ein/Ausschalter hatte ja Kontaktprobleme. Das Problem war der Eingangswahlschalter, der hat schlichtweg nichts weitergegeben was verstärkt werden konnte. Es sind eben doch häufig die einfachen Dinge die einem das Leben schwer machen.

Danke an alle die ihr Hirnschmalz an mich verschwendet haben.

Kennt denn eigentlich jemand die Marke ?

Der Verstärker trägt übrigens innen die Seriennummer 85. Ich glaube viel mehr werden es wohl nicht gewesen sein.

Hier noch ein Bild von dem guten Stück.

Concordant

Gruß, Michael
tubescreamer61
Inventar
#14 erstellt: 23. Mrz 2011, 23:30
Hallo,
mal langsam mit den Pferden - wenn ich in der Fehlerbeschreibung lese, das ein leichtes "Rauschen" (abhängig von der Position des Lautstärkeregler der Vorstufe?) in den Lautsprechern zu hören ist, tippe ich erst einmal auf die Signalumschaltung der Vorstufe (solange ich davon ausgehen kann, das nur ein Ausgang - "pre out" - zur verbindung mit der Endstufe zur Verfügung steht).

MfG
Arvid
selbstbauen
Inventar
#15 erstellt: 24. Mrz 2011, 01:54
Das ist ein allerfeinstes Gerät! Sehr wertiger Aufbau.

Also wird es sicherlich lohnen, ihn wieder in Form zu bringen. Zunächst sollte man dann wohl alle offenen Kontakte reinigen. Es sieht ansonsten so aus, als wäre alles in Ordnung.

Die Röhre wird eine ECC81 oder 82 oder 83 sein. Lange Anode - also vermutlich eine 83.

Eine Doppeltriode für den Phonoverstärker, eine für die zentrale Verstärkung und eine für den Impedanzwandler im Ausgang.

Allein das Netzteil und die Tatsache, dass es außerhalb untergebracht ist, zeigt, dass hier Wert auf beste Qualität gelegt wurde.
audianer90
Stammgast
#16 erstellt: 24. Mrz 2011, 09:10
@tubescreamer61

tippe ich erst einmal auf die Signalumschaltung der Vorstufe

stimmt, das war das Problem, hatte ich schon geschrieben

Das Problem war der Eingangswahlschalter


oder meinst du etwas anderes ?

@selbstbauen
danke für den Hinweis. Es ist schon wirklich verwunderlich dass es Geräte gibt über die im Netz so überhaupt gar nichts zu finden ist. Vom Nachfolger oder Vorgänger Excelsior gibts wenigstens ein bisschen was.

Michael
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