Barber, Samuel

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Martin2
Inventar
#1 erstellt: 28. Feb 2007, 22:40
Was haltet ihr von der Musik von Samuel Barber? Das berühmte Adagio für Streichorchester ist natürlich sehr bekannt, aber ist da nicht noch viel mehr?

Vielleicht sollte ich ihn kurz vorstellen. Barber lebte von 1910 - 1981 und war Amerikaner. Seine Musik ist recht konservativ. Nun ja, sein Zeitgenosse Howard Hanson war auch recht konservativ. Liebhaber spätromantischer Musik dürften keine Schwierigkeiten mit der Musik Barbers haben.

Mein Einstieg in den Barber war diese schöne CD.




Die erste Sinfonie ist ein echter Hammer, aber auch die School for Scandal ouvertüre ist toll und auch der First Essay für Orchester ( alle auf der CD). Die 2. Sinfonie ist spröder. Samuel Barber hat sie später zurückgezogen, aber ich glaube sie lohnt sich doch, wiewohl ich sie noch mal hören müßte.

Dann habe ich in letzter Zeit gerne das Violinkonzert gehört. Das ist meine zweite Naxosscheibe. Anfangs mochte ich das Konzert nicht so sehr, aber inzwischen habe ich mich eingehört und es gefällt mir doch sehr gut.

Welche Werke von Barber gefallen euch, was kennt ihr von Barber?
Fressbacke
Stammgast
#2 erstellt: 28. Feb 2007, 23:17
Hallo Martin!

Barber's Tonsprache sagt mir (meistens) auch sehr zu. Die von dir genannte Aufnahme ist wirklich empfehlenswert.

Mein Favorit bei Barber ist imer noch jenes Stück, das mich dem Komponisten schlagartig näher gebracht hat, als es das Adagio jemals konnte:

Knoxville - Summer of 1915 ... z. B. in der Einspielung mit der wundervollen Dawn Upshaw

amazon.de

Seitdem ich dieses Stück mal Live erlebt habe (und ich komme einfach nicht drauf, wer damals gesungen hat )läßt es mich nicht mehr los!


Ralf
Martin2
Inventar
#3 erstellt: 28. Feb 2007, 23:26
Samuel Barber natürlich, nicht Samual Barber, bitte diesen Tippfehler zu entschuldigen und bitte die Moderation den Titelthread dahingehend zu korrigieren.

Lieber Ralph,

danke für den Tip. Aber ich fürchte, diese Aufnahme mit Dawn Upshaw ist Hochpreis?

Dawn Upshaw hat ja mal die britischen Pop (!) -Charts gestürmt mit ihrer Einspielung von Goreckis 3. Die fand ich auch recht schön, aber die Naxoseinspielung ist auch nicht schlecht. Aber so ein großer Fan von Goreckis 3. bin ich eh nicht.

Ist die Naxosreihe mit Marin Alsop eigentlich mal fortgesetzt worden? Ürigens eine Dirigentin, also die Frauen dringen doch auch in solche Männerdomänin vor.

Gruß Martin
Fressbacke
Stammgast
#4 erstellt: 28. Feb 2007, 23:37

Martin2 schrieb:
danke für den Tip. Aber ich fürchte, diese Aufnahme mit Dawn Upshaw ist Hochpreis?
Gruß Martin


Na ja - 9,11 Euro plus 3 Euro Versand bei Amazon Marktplatz. Das ist die CD schon wert *g*. Gibt das Werk aber auch von Alsop:

amazon.de


Ralf
alidoro
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 28. Feb 2007, 23:56
Barbers "Adagio for Strings" ist zwar schön, aber bis zum Erbrechen abgenudelt und hart an der Grenze zum Edelkitsch. In der Originalfassung als langsamer Satz eines Streichquartetts gewinnt es aber plötzlich wieder ungemein an Reiz (EmersonQ uf DG!). Und hört Euch doch mal das A-Capella-Chorwerk "Agnus Dei" an - Ihr werdet überrascht sein! Das Violinkonzert ist schon klasse, vor allem mit Gil Shaham oder Joshua Bell. Daneben gefällt mir noch die Canzonetta für Oboe und Klavier (Wakao/Eschenbach)

Senti, senti! Alidoro


[Beitrag von alidoro am 01. Mrz 2007, 00:10 bearbeitet]
Martin2
Inventar
#6 erstellt: 28. Feb 2007, 23:58
Hallo Ralph,

kennst Du denn die Naxosscheibe mit der Aslop und weißt wie sie im Vergleich mit der Dawn Upshaw abschneidet? Was für eine Plattenfirma ist das denn überhaupt? Und wie mir scheint hat die Upshaw Scheibe keine Kopplung? Also die Essays für Orchester 2 und 3 würden mich doch auch sehr interessieren.

Aber so furchtbar teuer ist diese Upshaw Scheibe ja nicht. Also vielleicht hole ich sie mir mal.

Gruß Martin
Fressbacke
Stammgast
#7 erstellt: 01. Mrz 2007, 00:33
Die Naxos-Scheibe kenne ich noch nicht. Bei Upshaw handelt es sich nicht um eine reine Barber-CD:

Dawn Upshaw singt Orchesterlieder
Barber:Knoxville, Summer of 1915
+Menotti:What a Curse for a Woman is timid
Man
+Harbison:Mirabai Songs
+Strawinsky:No Word from Tom
Upshaw, St. Luke's Orch.,Zinman

Auch noch empfehlen kann ich die hier:

amazon.de
Mit denn Essays 1 & 2, Adadio for Strings u.a. - Sylvia McNair ist ebenfalls eine sehr gute Interpretin!


Ralf
Hüb'
Moderator
#8 erstellt: 01. Mrz 2007, 05:51
Hi!

Neben dem abgenudelten "Adagio" finde ich das bereits genannte Violinkonzert klasse.

Ein günstiger CD-Tipp:
http://www.jpc.de/jp.../rk/home/rsk/hitlist

Bei Naxos sind sämtliche Orchesterwerke unter Alsop erschienen. IMHO ein mindest solider Zyklus und eine gute Investition, wenn man das orchestrale Gesamtwerk preiswert erstehen möchte.

Rezensionen findet man u. a. bei www.klassik-heute.com.

Weiterhin gibt es bei Naxos eine CD mit Klavierwerken:
http://www.jpc.de/jp.../rk/home/rsk/hitlist

Chormusik:
http://www.jpc.de/jp.../classic/rsk/hitlist

Die Oper Vanessa:
http://www.jpc.de/jp.../classic/rsk/hitlist

Sowie die Aufnahme eines interessant gekoppelten Bläserquintetts:
http://www.jpc.de/jp.../classic/rsk/hitlist

Grüße

Frank
teleton
Inventar
#9 erstellt: 01. Mrz 2007, 08:15
Hallo martin,

ich bin auch großer Anhänger des Komponisten Samuel Barber und habe alle sinfonische Werke.

Die Sinfonien Nr.1 und 2 mit Marin Alsop auf NAXOS habe ich auch. Eine hervorragende Aufnahme.
Du fragst ob M.Alsop die Barber-Serie fortgesetzt hat. Auf jeden Fall - es sind auch alle Konzerte (Violinkonzert, Cellokonzert, Klavierkonzert) in sehr guten Aufnahmen, die sich von der sonstigen Naxos-Qualität deutlich abheben, dabei:

NAXOS 1999-2002 DDD

Von den Sinfonien Nr.1 und 2 finde ich aber die Zinmann-Aufnahmen noch begeisterungsfähiger:

Symphonie Nr. 1 op. 9
+Adagio for Strings; Essays Nr. 1 & 2;
Music for a Scene from Shelley op. 7;
The School for Scandal - Ouvertüre

Baltimore SO, Zinman
ARGO 1991 DDD

Die Medea-Suite oben mit Alsop (Naxos) beim Klavierkonzert, ist eine sehr gute hochemotionale Aufnahme. Dort zwar nur ein Ausschnitt aus Medea, aber die wichtigen Sätze Meditation und Rachetanz der Medea, wird man kaum irgenwo so fetzig hören.

Sehr empfehlenswert um die Barber-Sammlung komplett zu machen ist auch die EMI-Doppel-CD mit Leonard Slatkin/St.Louis SO :


Essays for Orchestra Nr. 1-3;
Overture "The School for Scandal" op. 5;
Adagio for Strings op. 11;
Medea's Dance of Vengeance op. 23a;
Violinkonzert op. 14;
Cellosonate op. 6; Canzone für Flöte & Klavier
op. 38a; Excursions op. 20; Nocturne;Summer
Music op. 31; Souvenirs op. 28

Oliveira, Margalit, Le Clair, Drucker, Myers,
St. Louis SO, Slatkin

EMI 1986-1994 DDD

Hier fallen ganz besonders die wunderbaren Essays Nr.1-3 heraus, die zu den ganz großen Barber-Werken gehören.
Die Slatkin-Aufnahmen stehen den o.g.Zinman-Aufnahmen (Nr.1+2) in nichts nach und sind ebenfalls sehr gut.
sound67-again
Gesperrt
#10 erstellt: 01. Mrz 2007, 12:08

teleton schrieb:

Von den Sinfonien Nr.1 und 2 finde ich aber die Zinmann-Aufnahmen noch begeisterungsfähiger:

Symphonie Nr. 1 op. 9
+Adagio for Strings; Essays Nr. 1 & 2;
Music for a Scene from Shelley op. 7;
The School for Scandal - Ouvertüre

Baltimore SO, Zinman
ARGO 1991 DDD


Die kraftvollste Aufnahme der Symphonie, und zwar "hands down". Beachten sollte man auch Bruno Walter, dessen Einspielung ist aber natürlich mono.

Das neben dem Adagio am Häufigsten gespielte und aufgenommene Werk bleibt das Violinkonzert. Hier würde ich zwei stark kontrastierende, aber in beiden Fällen brillante Einspielungen empfehlen:


Sehnig, sensibel, kammermusikalisch.


Vollblütig-fetzig, fett!

Beide Lesarten sind sicher relevant. Das Cello- und das Klavierkonzert sind weniger zugänglich.

Gruß, Thomas
Frank1970
Stammgast
#11 erstellt: 01. Mrz 2007, 17:01
Die genannten Empfehlungen für das Barber-Violinkonzert kenne ich leider (noch) nicht. Von meinen etwa 5 Aufnahmen, war mir immer diese hier die liebste:
amazon.de
Huh Kun, William Boughton, English String Orchestra

Kennt vielleicht noch jemand diese Aufnahme und kann mit anderen vergleichen?

Viele Grüße
Frank
teleton
Inventar
#12 erstellt: 02. Mrz 2007, 11:09
Weenn es um das Barber:Violinkonzert geht habe ich mittlerweile 3 gute Aufnahmen mit denn man zufrieden sein kann.

1.) Elmar Olivera / St.Louis SO / Leonard Slatkin
EMI 1989 DDD

Dies ist eine in Amerika hochgepriesene Aufnahme, die ich aber wegen der anderen Barber-Werke in der von mit bereits oben abgebildeten 2CD-EMI-Box habe.

2.) Weitaus besser ist Slatkins-RCA-Aufnahme von 1996 mit der Geigerin
Kyoko Takezawa / St.Louis SO / Leonard Slatkin
RCA 1996 DDD


Die Orchesterbegleitung ist hier viel fabiger, ausdrucksstärker und klanglich durchsuchiger als 7Jahre zuvor. Die gleichen positiven Wote gelten auch für die unbekannte Solistin.
Das enthaltene Barber:Cellokonzert mit Steven Isserlis ist auch sehr gut.

3.) Die CBS-Aufnahme von Isaac Stern/New Yorker PH/ Bernstein immer noch die ansprchenste und spieltechnisch perfekteste.
Ich halte diese Aufnahme für die Autentischste, da Barber die beiden Interpreten Stern und Bernstein persönlich kannte und mit ihnen über Interpretationsfragen diskutieren konnte.
Die SONY-CD gibt es in zwei Aufmachungen (die zweite kostet nur 5,99E(Listenpreis)) und enthällt die gleichen Werke:


Violinkonzert op. 14;
Adagio for Strings
;
Schuman:To thee old Cause;In Praise of Shahn
Isaac Stern, Gomberg, New York PO, Bernstein
SONY, Aufnahmen CBS 1964 - 1971 ADD

Adagio for Orchestra
An den bisher von mir aufgeführten CD´s sieht man wie oft das Adagio für Orchester dabei ist - es wird praktisch fast überall mitgeliefert.
Die beste und fastzinierenste Aufnahme dieses großen Werkes, das ich niemals "abgenudelt" finden werde (wie ich hier bereits lesen mußte), ist die alte Bernstein-Aufnahme, die sich auf den o.g.SONY-CD´s mit dem Violinkonzert, befindet.

Die neuere Bernstein-Aufnahme auf DG mit dem Los Angeles SO ist zwar auch Klasse, aber dieser Sturm, dieser Wahnsinn beim Höhepunkt der NewYorker Aufnahme wird nicht ganz erreicht.

Amerikanische Orchesterwerke
Gershwin:Rhapsody in Blue
+Barber:Adagio for Strings
+Copland:Appalachian Spring
Los Angeles PO, Bernstein
DG, 1982 DDD
Martin2
Inventar
#13 erstellt: 02. Mrz 2007, 12:40
Lieber Wolfgang,

Danke für die Tips. Ich persönlich habe ja nur die Naxoseinspielung des Violinkonzerts. Schon nicht schlecht, aber ich denke, da muß es besseres geben.

Ich habe gestern schon mal in ein Schnipsel bei JPC reingehört ( dummerweise nicht gemerkt welche Aufnahme das war) und das klang viel schöner als der Buswell. Also diese zweite CD von Sony ist mit ihren 5,99 ja wirklich nicht teuer. Die werde ich bei Gelegentheit mal bestellen.

Ich entdecke einfach, daß ich sehr viel und vielleicht auch zuviel Naxos CDs habe. In den letzten Jahren habe ich wenig Naxos gekauft, aber es gab so eine Zeit und ich bin ja auch 45 und sammle lange CDs, da habe ich ohne viel Überlegung zu Naxos gegriffen, einfach auch weil ich auf Musik gespannt war. So nach dem Motto: Besseres kaufen kannst Du immer noch. Wobei ich die Naxos CDs mit inzwischen 6 Euro auch ganz schön teuer finde ( früher waren es 10 Mark). Da war der Euro wirklich ein Teuro.

Was natürlich mich reizt, meine beiden Naxos CDs weiter zu vervollständigen, ist, daß Du auf diese Weise wirklich alles bekommst.

Gruß Martin
Fressbacke
Stammgast
#14 erstellt: 02. Mrz 2007, 17:18

teleton schrieb:


2.) Weitaus besser ist Slatkins-RCA-Aufnahme von 1996 mit der Geigerin
Kyoko Takezawa / St.Louis SO / Leonard Slatkin
RCA 1996 DDD


Die Orchesterbegleitung ist hier viel fabiger, ausdrucksstärker und klanglich durchsuchiger als 7Jahre zuvor. Die gleichen positiven Wote gelten auch für die unbekannte Solistin.



Das wundert mich jetzt etwas mit der "unbekannten" Solistin *g*. Frau Takezawa ist eine sehr arrivierte Geigerin, von der ich auch einige Einspielungen (im Bereich des Standardrepertoires) habe. Zu ihren Aufnahmen greife ich eigentlich bedenkenlos (die Barber-Einspielung kenne ich allerdings nicht.

Was Barber angeht: Ich habe da eine Aufnahme, die sicher etwas unbekannter ist und leider gestrichen - hab da auch kein Foto im Moment:
Barber / Bruch: Violinkonzerte; Anne Akiko Meyers; RPO / Seaman / Canyon Classics 1988
Hat mir jedenfalls immer sehr gut gefallen (nicht nur wegen der aparten Geigerin *g*).


Ralf


[Beitrag von Fressbacke am 02. Mrz 2007, 18:06 bearbeitet]
Martin2
Inventar
#15 erstellt: 09. Mrz 2007, 20:18

teleton schrieb:

Sehr empfehlenswert um die Barber-Sammlung komplett zu machen ist auch die EMI-Doppel-CD mit Leonard Slatkin/St.Louis SO :


Essays for Orchestra Nr. 1-3;
Overture "The School for Scandal" op. 5;
Adagio for Strings op. 11;
Medea's Dance of Vengeance op. 23a;
Violinkonzert op. 14;
Cellosonate op. 6; Canzone für Flöte & Klavier
op. 38a; Excursions op. 20; Nocturne;Summer
Music op. 31; Souvenirs op. 28

Oliveira, Margalit, Le Clair, Drucker, Myers,
St. Louis SO, Slatkin

EMI 1986-1994 DDD

Hier fallen ganz besonders die wunderbaren Essays Nr.1-3 heraus, die zu den ganz großen Barber-Werken gehören.
Die Slatkin-Aufnahmen stehen den o.g.Zinman-Aufnahmen (Nr.1+2) in nichts nach und sind ebenfalls sehr gut.


Mit der Anschaffung dieser Doppel CD spiele ich in der Tat. Die ist ja nun wirklich sehr günstig, 12 Euro für 2 CDs für ein so ausgefallenes Repertoire, das sind ja Naxospreise. Ich hatte auch mal bei JPC ein paar Schnipsel gehört, das machte gerade beim Violinkonzert einen sehr guten Eindruck.
sound67-again
Gesperrt
#16 erstellt: 10. Mrz 2007, 08:18

Ich halte diese Aufnahme für die Authentischste, da Barber die beiden Interpreten Stern und Bernstein persönlich kannte...


Da sage ich: Aua!

Nicht umsonst sind Schriftsteller niemals gute Interpreten ihrer eigenen Werke, noch Maler, noch Komponisten.

Gruß, Thomas
babelizer
Stammgast
#17 erstellt: 25. Mrz 2007, 15:33
Hervorragender Thread mit für mich vielen, neuen Infos rund um Barber. Werde mir demnächst auch die eine oder andere CD von ihm zulegen.
Nochmals Danke, prima gemacht.

Gruß
Torsten
teleton
Inventar
#18 erstellt: 26. Aug 2010, 14:37
Liebe Barber-Freunde,

heute möchte ich auf eine fabelhafte Aufnahme des Klavierkonzertes aufmerksam machen, die durch einen Klassikkenner (an anderer Stelle), eine bekannter Cellist, als Referenzaufnahme (mit diesem Wort bin ich sehr vorsichtig - aber hier trifft es absolut zu) empfohlen wurde.

Barber-Klavierkonzert op.38 mit Browning/Szell(SONY, 1964, ADD).

Durch diese Empfehlung zum Barber-Klavierkonzert bin ich auf die abgebildete Referenz-CD gekommen, die sich in ihrer Referenzwürdigkeit auf jedes der enthaltenen Barber-Werke bezieht:
Es sind mit Bernstein, Szell, Ormandy und Schippers die besten Barber-Dirigenten am Werk.

amazon.de
SONY, 1957-1965, ADD

Klavierkonzert op.38
Die Referenzaufnahme des KK mit dem Widmungsträger John Browning, auf den Barber die enthaltene Virtuosität des Konzertes in Absprache entsprechend zugeschnitten hat, scheint unter der Leitung von Szell/Cleveland Orchestra wirklich unübertroffen zu sein. Mit solcher Spannung und einen atemberaubenden Tempo im 1. und 3.Satz ist es bislang ungehört.
Das einzige was man der Aufnahme ankreiden könnte, wäre die nicht mehr ganz zeitgemäße Klangqualität. Dadurch gehen so manche Einzelheiten im rasenden 3.Satz verloren, die in der sehr guten Aufnahme mit Prutsman/Alsop (Naxos, 2002, DDD) einfach klarer zu hören sind.
Die SONY-Aufnahme vom Januar 1964 bleibt aber dennoch in ihrer ungestümen Ausdruckskraft unerreicht. Im 1. und 3.Satz sind Browning/Szell je eine ganze Minute schneller als Prutsman/Alsop. Brownings spätere Aufnahme mit Slatkin (RCA, 1990, DDD) bleibt leider Längen hinter diesen Glanzleistungen zurück (offenbar altersbedingt) - der 1.Satz dauert dort sogar 14:24.
Spielzeiten SONY: 12:47 – 7:03 – 5:46

Violinkonzert op.14
Das Violinkonzert mit Stern / New Yorker PH / Bernstein ; Aufnahme April 1964 habe ich bereits in einer anderen SONY-Kopplung mit aktuellerem und etwas besserem Remastering. Diese CD ist von C 1997. Für mich immer noch die beste Aufnahme des VC.

Adagio op.11
Das Adagio wird von Ormandy/Philadelphia Orchestra gespielt; Aufnahme 1957

Es ist doch nicht die Schippers-Aufnahme, wie ich vor dem CD-Kauf angenommen hatte.
Ormandy´s schon fast historische Aufnahme kommt der Spitzenaufnahme mit Thomas Schippers, die ich leider nur in einer Tonbandaufnahme besitze, an Intensität des Ausdruckes schon sehr nahe; ähnlich wie Bernsteins beide Aufnahmen – Referenzklasse trotz des Aufnahmedatums.

Second Essay op.17 und Ouvertüre The School for Scandal op.5 mit
Thomas Schippers / New Yorker PH; Aufnahmen Januar und Februar 1965
Nie habe ich beide Stücke derart perfekt gehört, wie in dieser absolut perfekten und niederschmetternden Interpretation.
Kaddel64
Hat sich gelöscht
#19 erstellt: 27. Aug 2010, 10:54
Danke, Wolfgang, für die Empfehlung. Habe sie gleich vorgemerkt und bin sehr gespannt.


In dem Zusammenhang bemerkte ich, dass die weiter oben von Dir ebenfalls empfohlene Reihe der Orchesterwerke mit dem RSNO unter Marin Alsop bei Naxos jetzt als 6-CD-Box herauskommt:

amazon.de

Ab Montag bei Amazon (und gewiss auch woanders).
Da werde ich wohl schwach werden.
Martin2
Inventar
#20 erstellt: 27. Aug 2010, 12:05
Also für mich ist dieses Angebot nicht ganz so attraktiv, da ich zwei CDs aus der Box schon habe. Ich weiß aber sowieso nicht, ob diese Aufnahmen wirklich so gut sind. Ich habe nur keinen Vergleich. Ich warte mit großer Freude auf diese Box:

amazon.de

Da sind zwei Werke drauf, die ich auch mit Marin Alsop habe, und zwar die 1. Sinfonie mit Bruno Walter und den New Yorker Philharmonikern und der 1. Essay mit Eugene Ormandy und dem Philadelphia Orchester. Und auf diesen Interpretationsvergleich bin ich schon gespannt. Weil ich nämlich von den Naxosaufnahmen letzlich doch nicht vollkommen überzeugt bin - lethargisch sind sie zwar keinesfalls, ein "humanistisches Ethos" vermittelt sich mir aber auch nicht und vielleicht vermittelt sich mir da doch noch eine emotionale Seite dieser Werke, die ich bei Marin Alsop so nicht höre. Ich werde berichten.

Es ist nämlich doch merkwürdig, daß ich Barber zwar "irgendwie gut" finde, aber doch eigentlich nie das Bedürfnis hatte, diese Aufnahmen wiederzuhören.

Gruß Martin
teleton
Inventar
#21 erstellt: 28. Aug 2010, 10:27
Hallo Kaddel und martin,

die Barber-Naxos-Aufnahmen mit Alsop sind alle wirklich gut-sehr gut, besonders alle Konzerte. Schon wegen der wirklich hervorragenden aktuellen Klangqualität dieser Naxos-CD ragen diese heraus.

Bei den Sinfonien gibt es tatsächlich noch stärkere Aufnahmen.
1. Die erwähnte und bereits abgebildete und referenzwürdige ARGO-CD mit David Zinman
Symphonie Nr. 1 op. 9
+Adagio for Strings; Essays Nr. 1 & 2;Music
for a Scene from Shelley op. 7; The School
for Scandal - Ouvertüre

Baltimore SO, Zinman
ARGO, 1991, DDD

2. Für die Sinfonie Nr.2 die Aufnahme mit Järvi / Detroit SO (Chandos)
Kaddel64
Hat sich gelöscht
#22 erstellt: 28. Aug 2010, 19:40
Hallo Wolfgang,

danke für Deine nochmalige Einschätzung.

Schön, dass Du noch den Järvi erwähnst. Seine beiden CDs mit dem Detroit SO habe ich bereits, und sie gefallen mir außerordentlich gut.

jpc.dejpc.de

Dann werde ich die Alsop-Box liegen lassen und mir lieber noch den Slatkin (RCA/Sony) mit den Konzerten bestellen sowie die ARGO-CD mit Zinman. Die Overture op. 5 und die Sinfonie Nr. 1 sind einfach genial.
Bei Ormandy schreckt mich augenblicklich noch das Alter der Aufnahme ab...

Gruß, Kaddel
teleton
Inventar
#23 erstellt: 30. Aug 2010, 12:55

Zitat von Kadddel zu seiner Konzertbestellung:
mir lieber noch den Slatkin (RCA/Sony) mit den Konzerten bestellen


Hallo Kaddel,

Du hast es vielleicht nicht genau genug gelesen. Sieh nochmal meinen Beitrag zum Klavierkonzert mit dem Widmungsträger Browning.

Mit der RCA-CD mit Slatkin bist Du, was das Violin- und Cellokonzert anbetrifft ja sehr gut bedient.
!!! Leider ist wegen Brownings Alter zum Zeitpunkt der Aufnahme das KK sehr langsam (und leider auch sehr langweilig geraten) - er hat es nochmal versucht, aber sein Ziel technisch nur bedingt erreicht ... siehe auch die angegebenen Spielzeiten ... wenn es Dir auf aktuelle Klangqualität ankommt, dann kommst Du an der Naxos-Aufnahme des Klavierkonzertes mit Prutsman/Alsop nämlich nicht vorbei, die sehr gut ist und nur von den Neueren die Beste.

Es könnte qualitativ zwischen der RCA-Browning-Aufnahme kaum einen größeren Unterschied zu der empfohlenen Erstaufnahme des KK mit Browning/Szell (SONY) geben, die einen als Hörer einfach weghaut. Browning war damals ein ungeheuer virtuoser Pianist - unvorstellbar wie man den 3.Satz des Barber - KK so phänomenal meistern kann.
Das hat nach ihm keiner mehr geschafft (er selber auch nicht).


[Beitrag von teleton am 30. Aug 2010, 12:57 bearbeitet]
Martin2
Inventar
#24 erstellt: 30. Aug 2010, 12:58
Die weiter oben abgebildete Quadromania CD Box ist bei mir angekommen. Wie zu befürchteten war und wie ich nicht erhofft hatte tatsächlich sehr alte Aufnahmen aus den 40 ern was den Barber betrifft ( und auch den Hanson). Das Adagio mit Toscanini klanglich grauenhaft, der 1. Essay mit Ormandy und die 1. Sinfonie mit Bruno Walter besser, aber anfang der 50er konnte man schon wesentlich bessere Aufnahmen machen.

Trotzdem sehr interessant. Der Ormandy ist wirklich sehr gut. Und der Bruno Walter ist wirklich hochinteressant. Doch um einiges schneller als Marin Alsop, was dem langsamen Satz etwas sehr gesangliches gibt und dem Finalsatz ein Gefühl einer Musik, die auf Messers Schneide steht ( Bruno Walter braucht 17,5 Minuten, Marin Alsop etwas über 21). Da die Quadromania CDs nicht teuer war, gräme ich mich auch nicht allzusehr über das Alter dieser sicher sehr authentischen Aufnahmen.
Kaddel64
Hat sich gelöscht
#25 erstellt: 30. Aug 2010, 13:59

teleton schrieb:

Zitat von Kadddel zu seiner Konzertbestellung:
mir lieber noch den Slatkin (RCA/Sony) mit den Konzerten bestellen

Hallo Kaddel,
Du hast es vielleicht nicht genau genug gelesen. Sieh nochmal meinen Beitrag zum Klavierkonzert mit dem Widmungsträger Browning.

Hallo Wolfgang, genauso ist es - da hast Du wohl leider recht, wirklich dumm gelaufen...
Dabi war es mir in erster Linie um das KK und weniger um CK und VK gegangen. Ich fürchte nur, mit dem Alter der interpretatorisch gewiss interessanten Browning/Szell-CD werde ich nicht glücklich werden können. Es gelingt mir (noch) nicht, gewisse klangliche Defizite beim Hören einfach auszublenden und mich dafür an einer genialen Interpretation zu berauschen. Nun, dann muss ich wohl bei Gelegenheit noch die Einzel-CD von Naxos mit Prutsman/Alsop eintüten.
Danke für Deinen Hinweis!
Gruß, Kaddel
Kaddel64
Hat sich gelöscht
#26 erstellt: 13. Sep 2010, 15:23
Ich habe in den vergangenen Tagen mit wachsender Begeisterung diese beiden Barber-CDs gehört, die frisch eingetrudelt waren:


jpc.dejpc.de

Bei Slatkin (EMI) überzeugen mich vor allem die 3 Essays, die hier in sich stimmig musiziert werden. Hätte nicht gedacht, dass es eine Steigerung zu Järvi gibt.
Mit dem Violinkonzert muss ich mich wohl noch anfreunden. Und in die Kammermusik habe ich noch nicht hineingehört.

Zinmans 1. Sinfonie (nein, natürlich Barbers unter Zinman (Argo)) ist grandios. Diese CD macht schon wegen ihres schier unfassbaren Dynamikumfangs viel Freude! Übrigens auch bei der effektvollen School-for-Scandal-Overture. Zinman lässt extrem detailliert ausmusizieren, was ebenfalls von der Tontechnik adäquat unterstützt wird.

Die von mir so geschätzte, frühe Overture op.5 allerdings bringt keiner so schlüssig rüber wie Järvi mit dem Detroit SO (Chandos). Er wählt stets die richtigen Temporelationen, übertreibt das Rubato nicht und schafft mit seinem Drive eine soghafte Innenspannung.

Gruß, Kaddel
teleton
Inventar
#27 erstellt: 17. Sep 2010, 22:20
Hallo Kaddel,

mit diesen beiden neierwerbungen von ARGO mit Zinman und EMI mit Slatkin hast Du nun auch eines der bsten barber-schieben vorliegen.

Die Essay´s Nr.1-3 betreffend kann ich Dir zustimmen das Slatkin (EMI) da schonmal eine Steigerung zu Järvi (Chandos) darstellt - ich hatte Järvi auch zuerst.
Aber hör nochmal genau die Essays Nr.1 und 2 auf der ARGO-CD mit Zinman - das ist doch nochmal eine Steigerung in Richtung Innenspannung mit zudem noch besserer Präzision !

Ich habe aber noch eine "Steigerung" anzubieten:
*** Die umwerfende SONY-CD, die ich hier im August 2010 mit Abb vorstellte, mit der Superaufnahme des KK (Browning/Szell) enthält das Essay Nr.2 mit Thomas Schippers/New Yorker PH (SONY, 1965) - das ist IMO nochmal eine Steigerung in Richtung umwerfend. Der Klang ist zudem sehr gut !
Auf der CD ist auch eine weitere geniale Aufnahme der Ouvertüre The School for Scandal op.5auch mit Schippers enthalten. (In wie weit diese sich mit Järvi schlägt, müßte ich erst noch vergleichend hören.)
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