Multimeter für Messungen an der PA Anlage

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stoneeh
Inventar
#1 erstellt: 07. Apr 2021, 22:02
Hallo liebes Forum.

Sooo.. jetzt dürft ihr mich mal beraten , bei einem Thema in dem ich nicht versiert bin bzw. auch nicht sonderlich viel Lust habe es zu sein.


Ich habe mit einem vorhandenen, alten Multimeter ("Model DM-301" steht oben) über ca. die letzten 18 Monate diverse kleinere Messungen an Teilen der Signalkette durchgeführt. ZB das Gerät parallel zum Lautsprecher hängen, um die Output-Spannung des Amps zu messen. Oder um den Output einer Soundkarte zu messen. Etc.

Zuletzt hab ich es des Interesse halber bei Maximalpegelmessungen mitlaufen lassen, um durch die Spannung des Verstärkers und der zuvor separat gemessenen Impedanz des Subs die Leistung berechnen zu können.
Hier bin ich allerdings mitunter durch die Trägheit der Anzeige limitiert. Die Signale sind jeweils unter 1s lang. Ich zeig mal einfach wie das aussieht, dass ich nicht lang und breit in Worten schildern muss:



Die Werte sind zwar insofern kohärent, als dass die 0,5 dB Schritte, die in der Messsoftware am PC eingestellt sind, vom Multimeter auch so gemessen wurden. 0,5 dB Spannungsdifferenz sind 6%; der gemessene Spannungszuwachs beträgt jeweils 6% - 5 x 1,06 = 5,3 x 1,06 = 5,6 etc. Aber ich weiss trotzdem nicht, ob die hier angezeigten Werte die Spitzenspannung, oder ein kurzfristiges Mittel darstellen.


Was ich mir konkret wünsche:

- kleinerer Bereich, zmd. 2 Kommastellen
- wählbare Schnelligkeit der Anzeige - von langfristigem Mittel bis Peak-Werten
- evtl. Logging-Funktion, Datenübertragung auf den PC
- bessere Genauigkeit? Was ich bis jetzt laienhaft recherchieren könnte sind zwar auch billige Multimeter bei Wechselspannung mit niedriger Frequenz genau genug, aber bei höherer Frequenz nicht mehr
- "True RMS" seh ich oft in den Raum geworfen, was wohl mit einer genauen Messung der Stromaufnahme zu tun hat? Kann mich aber auch täuschen. In jedem Fall möchte ich exakt die Stromaufnahme eines Amps aus dem Netz messen können, ohne Verzerrung der Werte durch mangelnde PFC des Amps.


Was ich mir weiters wünsche:

- weiss ich noch nicht D.h. bitte gerne auch freiwillig Information bereitstellen, nach der ich nicht explizit gefragt habe, die wichtig sein könnte! D.h. wenn euch noch ein Feature, eine Funktion, sonstwas einfällt, die ich noch brauchen könnte, ohne mir dessen aktuell bewusst zu sein, bitte ansprechen.


Preis erstmal sekundär; aber grundsätzlich kaufe ich gerne das Gerät mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis.


Thx!

Beste Grüsse
Stoneeh
ohne_titel
Inventar
#2 erstellt: 08. Apr 2021, 06:51
Die True RMS Funktion bezieht sich normalerweise auf Netzfrequenz. Im NF Bereich passiert da bei den meisten Geräten Blödsinn. Für aussagekräftige NF Spannungsmessungen ist ein Oszilloskop zweckmäßiger, das kann man ja auch für andere Dinge brauchen. Sowohl bei den Multimetern als auch bei den Oszis ist die Chinaware (Mastech etc.) erst mal durchaus verwendbar, allerdings in der Haltbarkeit deutlich eingeschränkt. Ein durchschnittliches Chinamultimeter hält hier ca. 3 Jahre, die Flukes zeigen nach 15 Jahren noch keine Schwächen. Zusatzfunktionen wie ein Bauteiletester treiben den
Preis in die Höhe, erleichtern aber das Leben, z.B um mal schnell
Kondensatoren zu testen.
stoneeh
Inventar
#3 erstellt: 08. Apr 2021, 07:50
Hey ohne_titel. Witzigerweise hab ich grad vorhin einen Forenthread von vor ein paar Jahren zum selben Thema ergooglet in welchem die letzte Antwort deine war
Thx soweit. Ich hoffe ich hab deine Antwort halbwegs verstanden.

Bauteiletester brauch ich glaub ich keinen. Wenn was zu reparieren ist kann das sowieso nicht ich, aber hab ich gsd. einen Elektronik-Spezi mit entsprechendem Equipment im Bekanntenkreis.
Oszilloskop halte ich inzwischen ebenso für sehr sinnvoll, würde aber doch beide Funktionen haben wollen - d.h. Multimeter und Oszi in einem.
Wichtig ist mir auch besonders dass es portabel und halbwegs unkompliziert ist. Ist halt doch nur für gelegentliche Hobby-Nutzung.

Ich hab mir inzwischen mal ein Gerät mit dem entsprechenden Featureumfang bestellt. Amazon, Chinaramsch. Ich denke / hoffe es wird für mich reichen. Derweil mal bitte nicht von weiteren Empfehlungen absehen - zurücksenden im Falle des Falles geht ja.

Zur Alterung, was geht denn da bitte kaputt in den Dingern? Ich denke du meinst 3 Jahre bei intensiver Nutzung? Ansonsten kann ich mir das grad auf die Schnelle nicht vorstellen.
Mir fallen grad Kondensatoren oder kalte Lötstellen als übliche Fehlerquellen bei Elektronikgeräten ein, aber das passiert alles üblicherweise nicht in einem solchen Zeitraum. Aber gut, du wirst mich sicher gleich erleuchten

Aja, und über den Namen Fluke bin ich inzwischen auch gestolpert. Ein spezifisches Gerät von der Firma, das alles könnte, was ich will, hab ich noch nicht gefunden - aber da eigtl. alles was ich von Fluke finde den Rahmen dessen, was ich bereit wäre für den gelegentlichen Hobby-Spass auszugeben, deutlich übersteigt, brauch ich mich wohl dort auch nicht viel umschaun.
ohne_titel
Inventar
#4 erstellt: 08. Apr 2021, 18:01
Die Chinamultimeter sind meistens einfach schlecht verarbeitet, dadurch verschleißen die elektromechanischen Komponenten recht schnell. Und dann habe ich es im Laufe der Jahre mehrfach erlebt, dass einfach irgendwelche Meßbereiche plötzlich Unfug messen, mal der Widerstand, mal die Wechselspannung, mal irgendwas anderes.
Beruflich nutze ich vier der einfachsten Flukes, die sind uralt, aber wie neu und einige Chinesen, die selten länger als wenige Jahre überleben. Dazu kommt, dass ein Satz brauchbarer Meßleitungen samt Spitzen und Klemmen den Preis den Multimeters übersteigt. Privat nutze ich auch nur Billigware, das chinesische WLAN-Oszilloskop hat so seine Softwaretücken, arbeitet aber völlig korrekt. Von gebrauchten Markenmultimetern würde ich eher die Finger lassen, sowas wird verkauft, wenn es einen Knacks hat...
the_flix
Inventar
#5 erstellt: 08. Apr 2021, 19:36
Wenn ich deine Anforderungen richtig verstehe, wirst du aus meiner Sicht mit einem Multimeter nicht glücklich. Schau dir so was mal an:
R&S HMC8015

Sobald es von sinusförmigen Signalen weg geht, tun sich einfache Messgeräte schwer.
Ein Oszi ist zwar gut geeignet, um sich Spannungen im Zeitverlauf anzuschauen, hat aber Einschränkungen bei der Messung von Strömen und bei der Genaugkeit (meist nur 8 bit, effektiv noch weniger).
Für genaue Spannungsmessungen im Audio-Bereich nutzt man am besten einen Audio-Analyzer. Dieser bietet dann auch die bei ClassD-Endstufen unumgänglichen Filter (Stichwort AES17). Mehr als 2 Kanäle sind damit aber auch nicht drin und Ströme gehen auch nicht direkt.
Sofern man weiß, was man tut, kann man auch eine entsprechend hochwertige Soundkarte nutzen und sich die Auswertung selbst programmieren. Preislich ist das sicher attraktiv, da die Audio-Analyzer gut ins Geld gehen.

Ich kenne kein Messgerät von der Stange, mit dem man umfassend Endstufen vermessen könnte. Bei einer 4-Kanal-Endstufe wären das 4x Ausgangsspannung, 4x Ausgangsstrom, 1x Netzspannung und 1x Netzstrom.
stoneeh
Inventar
#6 erstellt: 09. Apr 2021, 01:54
ohne_titel: alles klar. Ich nehm derweil mal an dass ich wohl meine eigenen Erfahrungen mit Chinazeugs sammeln werde, bzw. einfach hoffen werde dass es mit einem der Geräte gut geht.
Ich schrieb zwar eingangs "Preis sekundär", aber das sollte man in dem Kontext sehen dass ich a) kurz gegooglet hatte und Geräte von 10-50€ gefunden hatte b) es meiner Beschreibung nach offensichtlich um Anwendung im Hobbybereich geht. Der Funktionsumfang den ich will zu einem Preis den ich für akzeptabel halte scheint's nur bei Chinaware zu geben. Das MM/Oszi-Kombigerät das ich bestellt habe kostet etwas über 100€.

Wie lange ein jeweiliges Produkt hält kann man wohl nur selbst herausfinden. Die jeweiligen China-Billiggeräte sind idR gar nicht lang genug am Markt, dass sich Langzeiterfahrungen dazu ansammeln könnten.

Messhardware nicht gebraucht zu kaufen ist mir intuitiv schon so mehr oder weniger bewusst gewesen... man weiss einfach nicht, was der Vorbesitzer schon damit angestellt hat, und ob die Genauigkeit noch passt. Ich schätze wenn man vorm Kauf umfangreich testen könnte wäre das Risiko akzeptabel, aber dazu bräuchte man wieder ein weiteres Gerät zur Referenz ...


the_flix: ich denke wenn das Gerät bei Sinussignal uneingeschränkt funktioniert reicht mir das. Genauigkeit aufs Prozent brauch ich derweil auch nur um 2,83V bei der jeweiligen Endstufe herauszufinden, um repräsentative Wirkungsgradmessungen an Lautsprechern durchzuführen. Das hab ich bisher mit 50 Hz Sinussignal gemessen, wo angeblich auch billige Multimeter genau genug sein sollten... die eine Kommastelle hat mir halt gefehlt, d.h. bisher war ich nur auf 2,8V genau.
Beim Grosssignal, bei den angesprochenen Maximalpegelmessungen, muss es wirklich nicht auf Kommastellen genau sein.

Ein Oszilloskop sollte mir anzeigen können, wann eine Endstufe clippt - die Welle sollte oben und unten abflachen. Ich hoffe das funktioniert mit dem Gerät, das derzeit zu mir unterwegs ist, ausreichend.
Weiters interessieren mich wie gesagt Peak-Werte und die Möglichkeit diese zu loggen. Auch das kann das Chinagerät in Frage laut Produktbeschreibung.

Zu Filtern bei Class D: kurz recherchiert haben die Amps solche selbst an Bord, um Emissionsregulationen zu erfüllen. Der hochfrequente Noise wird nicht komplett entfernt, aber zmd. ausreichend in der Intensität abgesenkt. Ich denke nicht dass mir das verbleibende in die Messung dreinspucken wird?

Um eine umfassende Vermessung von Endstufen geht's mir nicht; ein paar Eckdaten wären interessant. Die Leistungsaufnahme aus dem Netz so zu messen hab ich mir sowieso gleich wieder selbst aus dem Kopf geschlagen, da ich als Elektronik-Laie sowieso nicht mit blanken 230V-Drähten hantieren will Dazu wäre ein separates Gerät interessant, als Zwischenstecker zwischen Amp und Steckdose ausgeführt; also so wie diese Baumarkt-Stromzähler, nur halt genauer.. falls es sowas gibt.
the_flix
Inventar
#7 erstellt: 09. Apr 2021, 12:11

stoneeh (Beitrag #6) schrieb:

the_flix: ich denke wenn das Gerät bei Sinussignal uneingeschränkt funktioniert reicht mir das. Genauigkeit aufs Prozent brauch ich derweil auch nur um 2,83V bei der jeweiligen Endstufe herauszufinden, um repräsentative Wirkungsgradmessungen an Lautsprechern durchzuführen. Das hab ich bisher mit 50 Hz Sinussignal gemessen, wo angeblich auch billige Multimeter genau genug sein sollten... die eine Kommastelle hat mir halt gefehlt, d.h. bisher war ich nur auf 2,8V genau.
Beim Grosssignal, bei den angesprochenen Maximalpegelmessungen, muss es wirklich nicht auf Kommastellen genau sein.

Solange der Sinus lange genug anliegt, dann ja. Sobald es transient wird, wird es mit dem Multimeter schwierig.


stoneeh (Beitrag #6) schrieb:

Ein Oszilloskop sollte mir anzeigen können, wann eine Endstufe clippt - die Welle sollte oben und unten abflachen. Ich hoffe das funktioniert mit dem Gerät, das derzeit zu mir unterwegs ist, ausreichend.
Weiters interessieren mich wie gesagt Peak-Werte und die Möglichkeit diese zu loggen. Auch das kann das Chinagerät in Frage laut Produktbeschreibung.

Ja, grobe Dinge siehst du mit dem Oszi. Sobald du aber Dinge wie Rauschen oder Verzerrungen < 1 % messen willst, wird es schwierig.
Ein Oszi hat im Grunde für Audio-Messungen viel zu viel Bandbreite, selbst die günstigen sind im MHz-Bereich. Dadurch und durch die geringe Auflösung hast du automatisch vergleichsweise viel Rauschen im Signal. Dafür kannst du 4 Signale direkt im Zeitbereich betrachten.
Vergesse nicht, dass du für Messungen an Verstärkerausgängen einen differentiellen Tastkopf verwenden solltest bzw. je nach Endstufe musst. Viele Endstufen laufen intern als Vollbrücke, das heißt, du darfst keinen Ausgangskontakt auf Masse ziehen.


stoneeh (Beitrag #6) schrieb:

Zu Filtern bei Class D: kurz recherchiert haben die Amps solche selbst an Bord, um Emissionsregulationen zu erfüllen. Der hochfrequente Noise wird nicht komplett entfernt, aber zmd. ausreichend in der Intensität abgesenkt. Ich denke nicht dass mir das verbleibende in die Messung dreinspucken wird?

Auch hier wieder: Kommt drauf an. Sobald es genau werden soll (Rauschen, THD etc.) sind zusätzliche Filter notwendig.
Audio Precision ist hier eine gute Quelle:
AP Aux-0025
When to use a pre-analyzer filter
Die bauen meiner Ansicht nach die besten Audio-Analyzer, man findet dort aber auch gute, generell gültige Informationen zum Thema Audiomessungen.


stoneeh (Beitrag #6) schrieb:

Um eine umfassende Vermessung von Endstufen geht's mir nicht; ein paar Eckdaten wären interessant. Die Leistungsaufnahme aus dem Netz so zu messen hab ich mir sowieso gleich wieder selbst aus dem Kopf geschlagen, da ich als Elektronik-Laie sowieso nicht mit blanken 230V-Drähten hantieren will Dazu wäre ein separates Gerät interessant, als Zwischenstecker zwischen Amp und Steckdose ausgeführt; also so wie diese Baumarkt-Stromzähler, nur halt genauer.. falls es sowas gibt.

Genau das kann das von mir verlinkte R&S, mit dem zugehörigen Steckdosenadapter HZC815. Ein anderer Hersteller wäre Zimmer:
ZES
Fluke hat in der Richtung sicher auch was.

Bei Messgeräten wird es recht schnell teuer, besonders wenn es genau sein soll, wenn Ströme gemessen werden sollen oder wenn es wie bei Audio besondere Anforderungen gibt.
Vermutlich gibt es auch günstigere Alternativen der Marktführer, da kenne ich mich nicht so gut aus. Da ein Messgerät aber mit die höchsten Anforderungen an die Technik stellt (es muss ja immer um Größenordnungen besser sein, als das DUT), sehe ich es eher so, dass es eben "Spielzeug" gibt und dann die richtigen Geräte (AP, R&S etc.).
DB
Inventar
#8 erstellt: 09. Apr 2021, 15:21
Ich würde ein Wechselspannungsvoltmeter nehmen, z.B. HP 3400A, C&G MV20, MV21. Dazu ein
DMM können langsame Spannungsverläufe nicht schön anzeigen, Bargraph hin oder her.
Ein einfaches Oszi reicht für die NF-Sachen auch völlig aus.

Wenn man nicht gerade Forschung und Entwicklung treiben will, braucht man eigentlich keinen Klirrfaktormesser. Falls doch: für Verstärker reicht eine Klirrfaktormeßbrücke, die zusammen mit einem klirrarmen Tongenerator hat auch Hameg hergestellt.

Noch was: ich würde auf Chinazeugs verzichten und mir lieber gebrauchte gute Ware von hier kaufen.


MfG
DB
stoneeh
Inventar
#9 erstellt: 10. Apr 2021, 02:36
DB: danke für die Empfehlungen. Die genannten Geräte sind halt nicht wirklich das, was ich als mobil bezeichnen würde. Mein Elektronik-Spezi im Bekanntenkreis hat eh zig ähnlicher Dinger herumstehen - kenn ich, will ich nicht

NF = Niederfrequenz? Sorry, bin mit den Fachtermini in dem Gebiet nicht vertraut.

Zu China-Neuware vs. gebrauchte Markenware - ich wurde bisher ja eigtl. vor beidem gewarnt. Chinaware hätte angeblich eine begrenzte Lebensdauer und/oder sonstige Makel, Gebrauchtware wäre meist erst am Markt wenn sie schon (teil)defekt ist.


flix: vielen Dank für den informativen Post. Vieles brauch ich nicht kommentieren, sondern hab ich einfach nur zur Kenntnis genommen.

Noise und Verzerrungen (Klirrfaktoren) will ich als solches nicht unbedingt messen. Clipping würde mich interessieren, was ich an der Signalform im Oszi erkennen will.
Stromaufnahme des Amps aus dem Netz ist jetzt nicht so der Knackpunkt. Wenn das akkurat zu messen aufwendig / teuer werden würde, lass ich es. Hätte mich interessiert, ist aber nicht unbedingt notwendig zu wissen. Bzw. hab ich, wenn ich schnell nachdenke, eigtl. sogar mind. zwei Leute mit Elektronik-Background im Bekanntenkreis, bei denen ich bei Bedarf evtl. ein geeignetes Gerät für eine solche Messung finden könnte.

Wärst du so lieb das Statement "Vergesse nicht, dass du für Messungen an Verstärkerausgängen einen differentiellen Tastkopf verwenden solltest bzw. je nach Endstufe musst. Viele Endstufen laufen intern als Vollbrücke, das heißt, du darfst keinen Ausgangskontakt auf Masse ziehen." weiter zu erläutern? Als Quasi-Laie in dem Gebiet kann ich nicht nachvollziehen, was hier genau das Problem ist - würde aber natürlich gerne die Hintergründe als auch etwaige konkrete Probleme / Risiken wissen, da es bei mir durchaus mal zu der Situation kommen könnte.



Da Amazon bei der Lieferung des erwähnten China-Kombigeräts unüblich schnell war, kann ich dazu auch gleich was schreiben.

Aalso. Funktionsumfang wie versprochen. Die gemessenen Werte machen Sinn. Bedienung etwas "grob", aber für gelegentliche Nutzung akzeptabel. Dass Oszi und Multimeter einen separaten Plus-Eingang haben ist etwas unpraktisch. Und Batterien frisst das Ding wie sonst nix. Aber was will man sich erwarten ...

Hier was im Oszilloskop-Modus passiert wenn ich den Output meiner Soundkarte langsam übersteuere:



Derweil mal genau was ich will. Hofftl. taucht nicht noch eine böse Überraschung auf.

Zu der Langzeithaltbarkeit kann ich natürlich nichts sagen; aber ich geh mal davon aus dass das bei meiner sehr sporadischen Nutzung & Lagerung bei konstanter Temperatur (= keine ständige Ausdehnung und Zusammenziehung des Materials = keine kalten Lötstellen) kein Thema sein wird.
Böötman
Inventar
#10 erstellt: 10. Apr 2021, 03:38
Ich mache es mal Kurz:

- Strommessung mittels Oszi ist kein Problem, dafür gibt's beispielsweise "LEM-Wandler" oder man greift zu einem normalen Stromwandler und schließt den dauerhaft mit einem Widerstand kurz, gemessen wird die Spannung direkt über den Widerstand (bei kluger Wahl vom Widerstandswert entfällt das Umrechnen der Messwerte)

- Verstärker und Vollbrücke kann man sich wie folgt Vorstellen: Du hast üblicherweise zwei Endstufenkanäle, Ch 1 arbeitet dann z.B. im Bereich +10 V ("+"-Klemme für Phasengleichheit der Kanäle) bis 0 V ("-") und Ch 2 von 0 V ("+") bis -10 V ("-"); werden die nun beide Kanäle gebrückt dann resultiert ein Einzelkanal welcher im Bereich +10 V bis -10 V Arbeitet (Ch 1 "+" und Ch 2 "-", beide Ch sind über den gemeinsamen 0 V Punkt miteinander verbunden), das ist dann die Vollbrücke wo's rummst wenn man einen der beiden Messpunkte (Lautsprecheranschlüsse) auf Masse zieht

Ich hoffe das hilft etwas weiter.
the_flix
Inventar
#11 erstellt: 11. Apr 2021, 15:13

stoneeh (Beitrag #9) schrieb:

Wärst du so lieb das Statement "Vergesse nicht, dass du für Messungen an Verstärkerausgängen einen differentiellen Tastkopf verwenden solltest bzw. je nach Endstufe musst. Viele Endstufen laufen intern als Vollbrücke, das heißt, du darfst keinen Ausgangskontakt auf Masse ziehen." weiter zu erläutern? Als Quasi-Laie in dem Gebiet kann ich nicht nachvollziehen, was hier genau das Problem ist - würde aber natürlich gerne die Hintergründe als auch etwaige konkrete Probleme / Risiken wissen, da es bei mir durchaus mal zu der Situation kommen könnte.

Vorneweg: Ich bin kein Leistungselektroniker, ein solcher könnte das noch wesentlich besser erklären.
Bei einer Vollbrückenschaltung hast du ein differentielles Ausgangssignal, im Grunde wie das Eingangssignal auf XLR. Den Schirm spart man sich hier.
Das heißt, keiner der zwei Pins ist mit Masse bzw. dem Schutzleiter verbunden. Und er darf auch nicht mit Masse/PE verbunden werden, denn damit hätte man direkt einen Kurzschluss. Was bei einem Line-Signal noch recht harmlos ist (ist dann halt nicht mehr differentiell), ist bei einem Ausgang, der nennenswert Strom liefern kann, gar keine gute Idee.
Die normalen Oszi-Eingänge (BNC) haben in der Regel eine direkte Verbindung zu Masse/PE. Nimmst du jetzt also einen normalen Tastkopf und schließt die übliche Masseklemme an einen der Ausgangspins an, na ja, die Folgen kannst du dir vermutlich inzwischen selber vorstellen.
DB
Inventar
#12 erstellt: 11. Apr 2021, 16:22
Dazu nimmt man dann einen Differenztastkopf oder zwei Tastköpfe und den Differenzverstärker vom Oszi.
Anstelle mir irgendwelche Billigschätzeisen zu kaufen, würde ich immer älterer, sehr guter, damals teurer Meßtechnik den Vorzug geben.
Böötman
Inventar
#13 erstellt: 11. Apr 2021, 16:31
Zumindest ich kenne es nur so, das der Massepunkt am Oszi mittels Krokoklemme an einem der Tastköpfe erfolgt. Alle Mess- und Anzeigewerte beziehen sich ausschließlich auf diesen einen frei wählbaren Punkt. Gefahr besteht immer dann wenn aus Unachtsamkeit mehrere Massepunkte gesetzt werden da es hierüber zum ungewünschten Stromfluss kommen kann.
ohne_titel
Inventar
#14 erstellt: Gestern, 22:25
Für die hier geführte Diskussion bist du mit einem batteriebetriebenen Gerät fein heraus. Wenn das Messgerät sowieso in der Luft hängt und keinen Massebezug hat, erübrigt sich das.
Zum Verständnis des Problems: Der Massepunkt der Brückenschaltung liegt in der Mitte der beiden gebrückten Enstufenblöcke. Legst du jetzt einen Ausgang auf Masse, schließt du diesen Endstufenblock kurz.
stoneeh
Inventar
#15 erstellt: Gestern, 23:26
Thx für die Klarstellung ohne_titel. Ich hatte mich ja schon etwas gewundert warum beide Geräte bis jetzt bei Messungen an der gebrückten TA 2400 nicht explodiert sind

Genauigkeit des Chinageräts ist laut BDA je nach Modus und Bereich so 1, 2%. Demnächst komm ich dazu das Gerät beim angesprochenen Bekannten mit frisch kalibrierten Geräten abzugleichen. Bin neugierig ob die Angaben stimmen; Genauigkeit im niedrigen einstelligen Prozentbereich würde mir für meine Messungen auf jeden Fall mehr als reichen.
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