Beendet: Onkyo Tx-7830 gibt keinen Ton aus

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Micromot
Neuling
#1 erstellt: 01. Jan 2026, 18:08
Der besagte Onkyo Verstärker wird in Kombination mit einem Plattenspieler verwendet. Manchmal funktioniert der Ton nach einem Kaltstart für kurze Zeit, dann ist ein Klicken hörbar, woraufhin kein Ton mehr da ist. Danach hilft auch kein Neustarten etc. Egal ob Kopfhörer oder Lautsprecher angeschlossen sind.

Was könnte hier das Problem sein? Ich habe bereits alle Kabelverbindungen überprüft und Optionen auf dem Verstärker ohne Erfolg ausprobiert.

Ich bin leider nicht besonders erfahren in diesem Thema und habe mich deswegen noch nicht getraut das Gerät zu öffnen o.ä.
Rabia_sorda
Inventar
#2 erstellt: 01. Jan 2026, 18:39
Moin,


Manchmal funktioniert der Ton nach einem Kaltstart für kurze Zeit, dann ist ein Klicken hörbar, woraufhin kein Ton mehr da ist. Danach hilft auch kein Neustarten etc. Egal ob Kopfhörer oder Lautsprecher angeschlossen sind.


Das deutet erstmal auf einen DC-offset der Endstufen hin und dies lässt das Schutzrelais abfallen ("Klick") um die Lautsprecher vor einem Schaden zu schützen.

Ein DC-offset bedeutet eine Gleichspannung an den Lautsprecherausgängen und dies ist ein Defekt.
Hier vermute ich den Defekt aber erstmal im internen Phono-Entzerrer-Vorverstärker des Onkyo.
Dies können defekte Elkos oder auch Halbleiter sein, wie aber auch einfach nur gebrochene Lötstellen.

Test:
Falls alle anderen Eingänge ohne Ausfälle funktionieren sollten, dann wird es wirklich "nur" am Entzerrer-Vorverstärker liegen und nicht ein größerer Defekt der Endstufen vorliegen.
Micromot
Neuling
#3 erstellt: 01. Jan 2026, 19:59
Wie teste ich denn die anderen Eingänge? Was kann so einen Defekt auslösen, da der Verstärker vorher schon einmal für längere Zeit funktioniert hat, aber manchmal das gleich Problem hatte?

Worauf muss man achten, wenn man so einen Verstärker öffnen möchte?


[Beitrag von Micromot am 01. Jan 2026, 22:04 bearbeitet]
Chaos62
Stammgast
#4 erstellt: 02. Jan 2026, 06:51
Wenn ich lese, dass Du keine Ahnung hast technisch, dann lasse den 25 Jahre alten Verstärker ruhen und besorge Dir einfach einen neuen oder gebrauchten Verstärker.
Alternativ kann man auch einen Phono Vorverstärker am Plattenspieler zwischenschalten und so ein anderen Eingang des Onkyo nutzen. Das funktioniert aber eben nur, wenn die Phono-sektion alleine betroffen ist.
Rabia_sorda
Inventar
#5 erstellt: 02. Jan 2026, 11:18

Wie teste ich denn die anderen Eingänge?


Mit irgendwelchen anderen Quellgeräten (CD-/DVD-/BD-Player, Tapedeck/Tonbandgerät, usw.).


Was kann so einen Defekt auslösen, da der Verstärker vorher schon einmal für längere Zeit funktioniert hat, aber manchmal das gleich Problem hatte?


Nochmals:

Dies können defekte Elkos oder auch Halbleiter sein, wie aber auch einfach nur gebrochene Lötstellen.



Worauf muss man achten, wenn man so einen Verstärker öffnen möchte?


Definitiv muss dazu erst der Netzstecker gezogen werden!
Dann achtet man zuerst auf "Unregelmäßigkeiten" bei sämtlichen Bauteilen. Dies ist allerdings für eine ungeübte/ungelernte Person müßig zu erkennen.
Danach werden systematische Messungen durchgeführt.

Du solltest es besser nur öffnen und dazu einige gute Bilder vom Innern des Gerätes machen und sie hier zeigen.
Dazu musst du allerdings einen externen Bilderhoster verwenden, weil es hier seit einem Jahr nicht mehr möglich ist.
Micromot
Neuling
#6 erstellt: 02. Jan 2026, 15:01
Ich konnte soweit keine unregelmäßigkeiten bis auf einen schiefen Elko erkennen, welcher aber auch akzeptable Lötverbindugen hatte

Die Rückseite der Hauptplatine:
https://cdn.discorda...1b0d085e11606dd19f0&

Oberseite der Hauptplatine:
https://cdn.discorda...ad043e656bab628e6f9&

Durchpiepen zeigt bei den vier elkos unten rechts immer 1 an, mache ich was falsch. Irgendwie sind viele von den blauen elkos gleich. Sie zeigen also beim durchpiepen nichts an.


[Beitrag von Micromot am 02. Jan 2026, 15:35 bearbeitet]
Rabia_sorda
Inventar
#7 erstellt: 02. Jan 2026, 16:14
UUUAAA.....du hast ihn ja schon zerlegt!

Puh, damit kannst du aber nun auch alles zerschießen, denn wahrscheinlich hast du die vier größeren Puffer-Elkos zuvor nicht entladen und nun kann die Lötseite bei Berührungen mit dem Bodenblech die noch geladene Spannung auf empfindliche Bauteile leiten.

Ich dachte du kennst dich damit nicht aus und wolltest daher nur erstmal den Deckel zum Fotos machen abnehmen.


Durchpiepen zeigt bei den vier elkos unten rechts immer 1 an, mache ich was falsch. Irgendwie sind viele von den blauen elkos gleich. Sie zeigen also beim durchpiepen nichts an.


Elkos kann man nicht so einfach ohmisch prüfen (zumindest nicht ohne dabei auch die Rechenformeln anzuwenden).
Um (u.a.) die Kapazität zu prüfen braucht es ein Kapazitätsmessgerät.

Auf der Lötseite sehen einige Lötstellen nicht mehr so ganz gut aus und sollten überprüft/nachgelötet werden.
Auf alle Fälle sollte man sich die Lötstellen der beiden schwarzen Puffer-Elkos näher ansehen.

P.S.:
Du hast auch noch die Endstufentransistoren gelöst, was keine gute Idee war.
Die Glimmerplättchen sind zur Isolation vorgesehen und dürfen nicht beschädigt werden. Zudem müssen sie auch wieder mit Wärmeleitpaste versehen werden und auf dem Kühlkörper korrekt platziert sein, sodass keine Kurzschlüsse zwischen Transistoren und Kühlkörper entstehen.

Leider sehe ich das Gerät jetzt nun nur noch als Türstopper ....


[Beitrag von Rabia_sorda am 02. Jan 2026, 16:24 bearbeitet]
fplgoe
Inventar
#8 erstellt: 02. Jan 2026, 16:21
Und eingebaut lässt sich ein Bauteil ohnehin schlecht prüfen, denn das sind ja nun viele Bauteile im Verbund.

Außerdem kann man mit einem Durchgangstest auch schnell empfindliche Bauteile (z.B. IC's auf dem Board) zerstören. Gerade mit -ich sagen mal- günstigen Testgeräten.
Micromot
Neuling
#9 erstellt: 02. Jan 2026, 16:30
Anders kam man an die Lötseite leider garnicht heran, die Durchgangsprüfung habe ich nur vereinzelt ausprobiert, habe schnell gemerkt, dass da nicht bei rum kommt. Mit den Transistoren hatte ich glaube ich Glück, es sieht so weit unbeschädigt aus. Das mit dem Auseinanderbauen war leider etwas missverständlich formuliert, da ich mit meiner Frage eigentlich sowas wie Pufferkondensatoren auch abfragen wollte. Die Lötseite liegt bis jetzt immer auf Plastikstäbchen, welche die Platine auch vorher befestigt hatten, so hat die Platine keinen kontakt zum Bodenblech.

Das Testen mit DvD-Player vor dem Auseinanderbauen gab auch keinen Ton aus.

Ich hoffe ich habe nicht wirklich das Ding komplett beschädigt...
Rabia_sorda
Inventar
#10 erstellt: 02. Jan 2026, 16:41

Auseinanderbauen war leider etwas missverständlich formuliert ...


Das lässt sich definitiv nicht bestreiten.
Aber nun ist es so ...


Die Lötseite liegt bis jetzt immer auf Plastikstäbchen, welche die Platine auch vorher befestigt hatten, so hat die Platine keinen kontakt zum Bodenblech.


Das sieht auf dem ersten Bild aber ganz und gar nicht danach aus.


Das Testen mit DvD-Player vor dem Auseinanderbauen gab auch keinen Ton aus


OK, dann liegt der Fehler definitiv im Endstufenbereich und dazu zählen auch die beiden schwarzen Puffer-Elkos von Nichicon.
Deren Lötstellen sehen auf dem Bild merkwürdig aus, als ob sie gar nicht mehr korrekt verlötet sind und somit starke Restwelligkeiten (Wechselspannungsanteile) in den benötigten Gleichspannungen vorhanden sind. Dies lässt -normalerweise- die Schutzschaltung auslösen und dann kommt auch kein Ton.


Ich hoffe ich habe nicht wirklich das Ding komplett beschädigt...


Ich drücke dir dazu die Daumen.
Bitte baue es in aller Ruhe und auch Sorgfalt wieder zusammen, nachdem (von wem auch immer) ALLE Lötstellen kontrolliert und ggfls. nachgelötet wurden.

Achtung:
Bei einem nun selbst erzeugten Defekt kann beim Einschalten ein Bauteil explodieren!
Daher bitte den oberen Deckel zuvor wieder anbringen und/oder eine Schutzbrille tragen!


[Beitrag von Rabia_sorda am 02. Jan 2026, 16:55 bearbeitet]
Sunlion
Inventar
#11 erstellt: 02. Jan 2026, 16:46
Der TX-7830 ist auch nach heutigen Standards ein toller Receiver, damals das Spitzengerät von Onkyo. Normalerweise würde ich ihn zur Revision schicken, aber ob das jetzt noch was wird?
Micromot
Neuling
#12 erstellt: 02. Jan 2026, 16:48
Danke erstmal, ich verstehe dass ich einen Fehler gemacht haben könnte aber mir war eigentlich auch während dem Auseinanderbauen schon bewusst, dass Lötstellen kein anderes Metall berühren sollten.(Habe aber nur Erfahrung bei PCs und Laptops, daher ja die Frage hier). Für die Bilder hatte ich die Platine vorsichtig mit der Kante auf die Bodenplatte gestellt, ohne dass sichtlich irgendwo ein Kontakt entsteht.
Davon jetzt aber erstmal weg, dafür ist es jetzt eh zu spät.

Ich schaue mal, wie es aussieht nach Verbesserungen an den Lötstellen.

Vielleicht ein besseres Foto:
https://cdn.discorda...1c8cbf9a75fa3d41941&


[Beitrag von Micromot am 02. Jan 2026, 16:54 bearbeitet]
Rabia_sorda
Inventar
#13 erstellt: 02. Jan 2026, 16:52

Der TX-7830 ist auch nach heutigen Standards ein toller Receiver, damals das Spitzengerät von Onkyo.


Den TX-7830 hatte auch mal eine Ex von mir.
Ich fand beide sexy.


@Micromot

Lass es uns nachher bitte wissen.
Bis dahin erstmal noch viel Glück mit dem Gerät ...
Micromot
Neuling
#14 erstellt: 02. Jan 2026, 16:55
Ich habe bei der vorherigen Antwort nochmal ein näheres Bild hinzugefügt.

Gibt es bei der Kühlpaste besondere Eigenschaften oder kann man auch CPU-Kühlpaste nutzen? Habe auch Laptop Kühlpads.


[Beitrag von Micromot am 02. Jan 2026, 16:56 bearbeitet]
Rabia_sorda
Inventar
#15 erstellt: 02. Jan 2026, 17:02
Daran sieht es zwar nicht mehr ganz so schlimm wie zuvor aus, dennoch meine ich an der linken oberen Lötstelle eine "Schmauchspur" zu erkennen und daher solltest du sie dir mal näher ansehen.
Ich würde sie aber alle vier einmal ordentlich nachlöten. Irgendwie ist mir da zu wenig Lot dran ...

Aber es gab da noch so ein paar schlechte Lötstellen. Mit Lupe einmal alles absuchen ....



Gibt es bei der Kühlpaste besondere Eigenschaften oder kann man auch CPU-Kühlpaste nutzen?


Es gibt tatsächlich auch leitende WLP und diese sollte man dabei absolut nicht einsetzen!
Oftmals ist so eine Paste silbrig.


[Beitrag von Rabia_sorda am 02. Jan 2026, 17:03 bearbeitet]
Micromot
Neuling
#16 erstellt: 05. Jan 2026, 21:36
Nach dem Zusammenbau und Löten macht der Verstärker leider weiterhin die gleichen Probleme. Ich werde ihn vermutlich als defekt verkaufen oder reparieren lassen, mal schauen.

Danke für eure Hilfe
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