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Vinyl-Reinigung per Ultraschall -Erfahrungsbericht

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Einfach_Supi
Stammgast
#1 erstellt: 30. Mai 2020, 19:05
Fast jeder hat für sich ein Verfahren zur Reinigung von seinen Schallplatten. Von Cheap-Thrill, über Knosti, Okki Nokki bsi zu den High End Geräten ist alles vertreten und jeder schwört auf sein System. Ich habe lange Jahre mit der Knosti rumgekurbelt, mit eher nur befriedigenden Ergebnissen.

Ich besitze recht viele Schallplatten, die nach 2010 gekauft wurden, darunter auch diese limitierten, farbigen Versionen. Hier hat man das Knistern quasi mit dazu gekauft. Auch ältere Scheiben aus den 70er und 80er sind manchmal echt übel, da damals sehr gern nass abgespielt wurde und die Pampe jetzt natürlich tief in den Rillen hängt.
Leider höre ich viel mit Kopfhörer und momentan aus Gründen von genug Freizeit, auch recht viel quer durch die Sammlung. Da ärgern die knisternden und krachenden Scheiben einen schon sehr. Leider bin ich der Sache mit der Knosti nicht Herr geworden und habe mich deshalb nach Alternativen umgeschaut. Am Ende bin ich bei Ultraschall gelandet...hier ist eine Seite, dich mich angefixt hat: Good-Vinyl

Da mein Budget nicht für eine Gläss ausgelegt ist und ich kein Talent zum Selbstbau besitze, habe ich mich etwas tiefer mit den Möglichkeiten beschäftigt.
Am Ende ist es ein einfaches Ultraschallgerät mit 6L Fassungsvermögen aus der Bucht geworden (momentan zwischen 110,- und 130,- zu bekommen). Einfach, robust und erfüllt seinen Zweck. Klar geht es bestimmt besser ausgestattet und komfortabler, doch das ist dann reine Geschmackssache. Dazu kam dann der Plattenantrieb aus Polen: Ultrasonic Vinyl Record Cleaner
Dort gibt es auch fertige Kombinationen, doch so war ich doch um einiges günstiger.

Jetzt folgt die Bilderserie:
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Hier das Gerät. Ich lasse es so 10 Minuten auf 30°C vorheizen
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Währendessen stapele ich 6 Schallplatten auf die Spindel. Klar sieht das mit den Gurkenglasdeckeln etwas billig aus, doch im Falle eines Defektes, bekommt man Ersatzteile in jedem Supermarkt! Dann fest zusammendrücken und die Madenschraube der Klemme festziehen (hier sind insgesamt 4 Ersatzschrauben im Paket gewesen!)
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Inzwischen habe ich meine Reinigungsmischung (siehe unten) eingefüllt. Hier nicht ganz voll, sonder lieber noch nachfüllen, wenn die Platten drin hängen. Maximal bis zum Deckel/Etikett, allerdings lässt es sich nicht ganz vermeiden, dass die Label etwas feucht werden. Die Maschine (Motor ist auf der Rückseite) wird auf das Gerät aufgeklemmt, ausgerichtet, dass die Platten nicht am Rand schleifen und leicht fixiert. Der rote Pfeil zeigt auf einen von mir dort angbrachten Magneten, wo ich bei Nichtgebrauch den Imbusschlüssel parke.
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Ich habe es einfach mal auf 10 Minuten eingestellt. Der Motor dreht sich mit 2,5 Umdrehunge /Min.und das Ultraschallbad surrt zufrieden vor sich hin. Laut ist es schon, aber erträglich
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Mein erster Versuch der Mischung: 700ml Iso-Propynol, 12ml Tetenal und den Rest mit destilliertem Wasser aufgefüllt (ca. 4Liter)
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Wenn die Maschine fertig ist, löse ich die Klemmen und hebe die Spindel mit den Platten aus der Maschine und stelle diese in eine kleine Wanne, die Klemmschraube löse ich und starte den Ventilator
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Nach ca. 10 Miuten stelle ich die Platten zum Nachtrocknen in die Knosti-Halterung und bestücke alles wieder neu.

Was soll ich zum Ergebnis sagen? Begeisterung? Ist noch zu milde augedrückt!
Zuerst habe ich u.a. eine ganz schlimme Platte von Peter Gabriel gewaschen. Wahrscheinlich nass abgespielt worden, zumindest war sie unter Kopfhörer unhörbar. Nach dem o.g. Prozedere war lediglich in den Leerrillen noch ein leises Knistern zu erahnen.
Das gleiche Ergebnis mit einer aktuelleren farbigen Platte. Auch diese hat unter Kopfhörer sehr laute Knackser und Knisterer gehabt...und jetzt? Absolute Ruhe.

Am Ende ärget es mich schon, dass ich jetzt alle Platten nochmal nachreinigen darf, doch das Ergebnis begeistert. Und am Ende bin ich inklusive der Reinigungsflüssigkeiten mit 250,- Euro recht günstig davon gekommen. Das ganze ist absolut sauber, da schmiert und kleckert nichts, man muß keine Kurbeln drehen oder mit Bürsten reiben und wischen. Lediglich das Trocknen mag für den einen oder anderen unbefriedigend sein und eine Lösung zum Filtern der verschmutzten Reinigungsflüssigkeit muß ich mir auch noch überlegen.

Insgesamt ist die Ultraschallreinigung absolut zu empfehlen, der Motorantrieb aus Polen ist sauber verarbeitet (mit ein, zwei baulichen Schwächen, die eventuell anders gelöst werden könnten, die für die Anwendung und dem Ergebnis aber unwichtig sind), das Ultraschallgerät schallert ohne zu heiß zu werden (Habe 5 Durchgänge gemacht mit 10 Minütigen Trocknungspausen).
Bezüglich der Reinigungsflüssigkeit kann jeder seine eigene bevorzugte Mischung wählen und auch wie man letztendlichTrocknen möchte.

Gern stehe ich für Fragen und Diskussionen zur Verfügung, jedoch bin ich schon nach den ersten Versuchen zu 100% von dem System überzeugt


[Beitrag von Einfach_Supi am 30. Mai 2020, 22:44 bearbeitet]
Hüb'
Moderator
#2 erstellt: 30. Mai 2020, 19:15
Toller Bericht, vielen Dank!

laut-macht-spass
Inventar
#3 erstellt: 30. Mai 2020, 19:26
Gratulation zum Eigenbau!

Evtl. kann man das Problem mit den feuchten Lable-Bereiche umgehen, in dem man sich dünne Gummimatten zuschneidet und zwischen klemmt, selbst wenn dann eine Platte weniger auf die Spindel / Achse passt wäre es einen Versuch wert.
Einfach_Supi
Stammgast
#4 erstellt: 30. Mai 2020, 22:38
Solche Moosgummischeiben sind dabei. Doch das Konstruktionsprinzip bedingt leider, dass von Aussen insgesamt zu wenig Druck ausgeübt wird. Ich überlege, dies durch entsprechende Schlosserscheiben links und rechts, den Druck auf eine größere Fläche zu verteilen.
Doch feuchte Labels waren bei der Knosti auch nicht zu vermeiden, dazu müßte die Platte halt waagerecht liegen, dass die Feuchtigkeit nicht von Oben auf Label läuft.
toddy1976
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 02. Jun 2020, 12:28
Hallo,

ich habe fast den gleichen Aufbau vor Jahren gemacht und bin ebenfalls sehr begeistert.
Ich habe aber keine Deckel verwendet sondern mit Scheiben aus geschäumten Kunststoff geschnitten und diese mit Moosgummi beklebt, wenn ich die Platten vorsichtig aus dem Bad hebe und sie noch langsam nachdrehe, so dass das Wasser gut ablaufen kann, habe ich keine Probleme mit nassen Etiketten. IMG_2303
Einfach_Supi
Stammgast
#6 erstellt: 02. Jun 2020, 15:13

toddy1976 (Beitrag #5) schrieb:
habe ich keine Probleme mit nassen Etiketten. IMG_2303

Ich hatte nur zuviel Wasser drin. Wenn man darauf achtet, nur bis kurz unter den Moosgummischeiben zu befüllen, bleiben die Etiketten auch trocken.

Wielange lässt du deine Platten durchlaufen? Heizt du auch das Wasser vor? Hast du eine Idee für besonders hartnäckige Fälle?
Einfach_Supi
Stammgast
#7 erstellt: 18. Jun 2020, 17:11
Hier mal ein Foto von der Reinigungsflüssigkeit nach ca. 60 Schallplatten, die bis auf 2-3 Ausnahmen bereits mal mit der Knosti gereinigt wurden...
IMG_1559

Ohne Worte!


Ansonsten gibt es nichts zu beanstanden, die Konstruktion läuft, ich schaffe so ca. 18 Schallplatten in einer Stunde und die meisten Platten sind hinterher knisterfrei oder zumindest unter Kopfhörer sehr gut hörbar
hoehne
Inventar
#8 erstellt: 19. Jun 2020, 07:46
Tipp zur (Verun-)Reinigungsflüssigkeit: Um diese nochmals verwenden zu können, wenn mal keine Waschorgien mit bis zu 60 Platten anfallen bzw. ich die Brühe wieder zurück in ihren Kanister kippen möchte, habe ich mir einen Kaffeefilteraufsatz bekauft und nehme handelsübliche Kaffeefilter der Größe 4. Auf den (bei mir 5l) Kanister aufgesetzt und die Flüssigkeit dort durch laufen lassen, kann man die Flüssigkeit mehrmals nutzen.
/OMEGA/
Hat sich gelöscht
#9 erstellt: 19. Jun 2020, 08:03
@ Einfach_Supi, mir gefällt Deine Maschine.
Einfach_Supi
Stammgast
#10 erstellt: 19. Jun 2020, 10:42
Danke

@hoehne: Genau das habe ich nach dem Foto so gemacht...jetzt ist die Flüssigkeit wieder klar und der Kaffeefilter innen schwarz!

Erschreckend sind aber nicht unbedingt die dicken Flusen, sondern dieser ganz feine Staub, der sich auch im geleerten Ultraschallgerät am Boden gesammelt hat. Da sieht man erst einmal, was das alles aus den Rillen noch rauskommt.

Am Ende sind aber auch nicht alle Platten perfekt, da sind dann halt einfach Kratzer oder Mikro-Beschädigungen der Rille oder miese Pressqualität. Doch selbst bei den schlimmsten Knisterern ist eine deutlich Verbesserung zu hören. Ich behaupte mal, wenn ich es statt über KH über Boxen abspiele, hört man größtenteils nichts mehr
Einfach_Supi
Stammgast
#11 erstellt: 29. Jun 2020, 10:43
Habe dann doch noch einen Dauerfilter nachgerüstet. Ein einfacher, externer Aquariumfilter und die Schläuche werden einfach nur eingehängt. Erster Eindruck ist sehr gut, nach einer Reinigungssitzung von 18 Platten ist die Reinigungsflüssigkeit optisch sehr sauber. Eventuell tausche ich noch die Tonscherben gegen Filterwatte?
Und es bleibt noch die Überlegung, ob die Reinigungsleistung schlechter ist, wenn das Wasser permanent in Bewegung ist. Also, ob es sinnvoller ist, während der Reinigung die Pumpe aus zu lassen?
IMG_1584


[Beitrag von Einfach_Supi am 29. Jun 2020, 10:44 bearbeitet]
#13
Ist häufiger hier
#12 erstellt: 14. Jul 2020, 15:27
Habe eine ähnliche Konstruktion, allerdings den Aufsatz selbst gebaut aus LEGO mit einem Getriebemotor.

Die Maschine steht auf einer Werkbank. Wenn die Wäsche durch ist, lasse ich die Flüssigkeit über den Hahn (Schlauch ist montiert) ab, in einen Kanister. Dabei durchläuft sie einen am Ende übergestülpten Teefilter (mit Gummiband befestigt). Das funktioniert so gut, das der Filter nach zwei durchläufen verschoben werden muß, weil er dicht ist

Oben drauf habe ich zum Trocknen noch einen PC-Lüfter montiert. Der Lüfter bläst Luft über die sich drehenden Scheiben, bis sie trocken sind.
Das Becken ist dann ja leer. Habe auf diesem Wege bisher ca. 800 Platten gewaschen und bin absolut zufrieden.

Nach jedem Waschgang wird das Becken mit Lappen und Bremsenreiniger sauber gemacht.
ParrotHH
Inventar
#13 erstellt: 16. Jul 2020, 20:32
Tach,

einfach supi, der Thread!

Schon ein bisserl her, da hatte ich bei dem oben verlinkten polnischen Bastler seine kleine Ultraschallwaschmachine gekauft. Ich habe sie immer dann genutzt, wenn ich mehr als eine Platte reinigen wollte.

Irgendwann funktionierte sie aber nicht mehr richtig. Ich hatte sie dann auseinandergebaut, und nicht schlecht gestaunt... das war schon eine übel zusammengestoppelte DIY-Kiste. Aber was soll´s. Leider war die Elektronik defekt, aber da ich es nicht übers Herz brachte, sie zu entsorgen, stand sie noch in der Wohnung herum.

Dieser Thread hier hat mich dann dazu gebracht, mir ein neues 6,5l Ultraschallgerät zu besorgen. Kostet ja fast nichts, jedenfalls im Vergleich zu kompletten Ultraschallwaschmaschinen. Und dann habe ich ein wenig bei Thingiverse geschaut, ob da nicht schon andere was entworfen haben, was ich mir drucken kann, und damit den bisherigen Motor, die Achse und die Deckel weiterverwenden kann.

Treffer! Das passt genau für den 220V-Motor, den ich hier habe. Wer ohnehin einen Motor kaufen muss, kann sich natürlich auch einen 12V-Motor kaufen mit anderen Abmessungen. Auch da hat die Maker-Gemeinde bereits ausdruckbare Lösungen parat.

Von dem verlinkten Design brauchte ich mir nur die beiden "Lager", das Schaltergehäuse und - nicht wirklich nötig - die Griffe für die Schrauben zu drucken.

IMG_20200716_201119

Habe es noch nicht alles zusammen ausprobiert, aber es wird ganz sicher funktionieren. Bin gespannt, da die Kiste ja deutlich mehr Leistung hat, als das schwachbrüstige Ding, das ich vorher hatte. Und da meine Freundin zuletzt einen Thorens TD 280 inkl. mehrerer voller Tüten mit Platten am Wegesrand gefunden und anschließend brav in mehreren Gängen nach Hause getragen hat, gibt es demnächst auch was zu tun.

Was für ein Adapter/Gewinde braucht man zum Ablassen?
Meine Idealvorstellung wäre, da einen Schlauch reinzuschrauben.

Parrot

Edit: Link korrigiert!


[Beitrag von ParrotHH am 16. Jul 2020, 21:51 bearbeitet]
ParrotHH
Inventar
#14 erstellt: 16. Jul 2020, 20:41
Ergänzung: wer einen 12V-Motoren einsetzen will, kann sich dieses Projekt ansehen. Sieht auch gut aus. Werde ich bei Gelegenheit mal ausprobieren.

Parrot


[Beitrag von ParrotHH am 16. Jul 2020, 20:54 bearbeitet]
tbc67
Stammgast
#15 erstellt: 16. Jul 2020, 20:53

ParrotHH (Beitrag #13) schrieb:
Was für ein Adapter/Gewinde braucht man zum Ablassen?

Ich tippe auf 1/2 Zoll. Hier eine Tabelle zum Nachschauen.
Einfach_Supi
Stammgast
#16 erstellt: 16. Jul 2020, 21:17
Ich Pumpe alles mit der Aquariumpumpe raus, geht in einer Minute.
Ansonsten ist der Motor sicherlich kein Highlight, doch gegenüber älteren Fotos ist das Konstrukt ausgereifter geworden.
ParrotHH
Inventar
#17 erstellt: 16. Jul 2020, 21:37

Einfach_Supi (Beitrag #16) schrieb:
Ich Pumpe alles mit der Aquariumpumpe raus, geht in einer Minute.

So eine Pumpe hatte ich damals auch gekauft, fand das aber immer irgendwie nicht so gut handhabbar. Daher habe ich mich schon auf das Ablassventil gefreut. Eben mal ausprobiert, man kann die Flüssigkeit recht gut und dosierbar wieder ablassen. Wahrscheinlich brauche ich gar nichts zusätzlich. Man muss das Gerät halt irgendwo draufstellen, damit man dann einen Kanister drunterhalten kann.

Ansonsten ist der Motor sicherlich kein Highlight, doch gegenüber älteren Fotos ist das Konstrukt ausgereifter geworden.

Der Motor inkl. Gehäuse sieht identisch zu dem aus, was bei meinem Gerät ursprünglich verbaut war. Das Plastikgehäuse brauchte ich nicht mehr, habe nur den wertvollen Motor (6 Euro ) behalten.

Dieser Teil fes Gerätes war der am beste gemachte Teil. Der Rest war in einen einfach Ikea-Eimer gebastelt, die dazu notwenigen Öffungen waren eher auf die robuste Art erzeugt. Aber es hat ja funktioniert.

Parrot
Neuplattler
Stammgast
#18 erstellt: 22. Jul 2020, 17:55
Mich würde ja ein Vergleich mit einer anerkannt guten Plattenwama interessieren, also okki nokki oder ähnliches.
Gibt es da jemanden mit Erfahrungswerten?

Gruß Martin
tbc67
Stammgast
#19 erstellt: 22. Jul 2020, 18:52
Neuplattler
Stammgast
#20 erstellt: 22. Jul 2020, 22:19
Super, Danke

Gruß Martin
Einfach_Supi
Stammgast
#21 erstellt: 22. Jul 2020, 22:45
Ist eindeutig, oder?

Hüb'
Moderator
#22 erstellt: 23. Jul 2020, 07:59
Danke für den Link aus 2016!
Sehr eindrucksvoll...

Neuplattler
Stammgast
#23 erstellt: 23. Jul 2020, 08:46

Einfach_Supi (Beitrag #21) schrieb:
Ist eindeutig, oder?

:prost


Absolut.



Gruß Martin
Einfach_Supi
Stammgast
#24 erstellt: 27. Jul 2020, 19:32
@Neuplattler:

Würde mich freuen, von deinem Projekt etwas zu sehen und zu hören. Wenn du einen eigenen Thread aufmachst, kannst du den hier mal verlinken!
Neuplattler
Stammgast
#25 erstellt: 27. Jul 2020, 22:32
Ja, sobald ich alles habe was ich brauche.
ParrotHH
Inventar
#26 erstellt: 28. Jul 2020, 09:57

Neuplattler (Beitrag #23) schrieb:

Einfach_Supi (Beitrag #21) schrieb:
Ist eindeutig, oder?



Absolut.

Guten Morgen!

Auch wenn ich der Ultraschallmethode einen gewissen Vorteil attestiere, finde ich es nicht so eindeutig. Cheap Thrill ist immer noch meine Alltagsreinigung, mit der sich ebenfalls hervorragende Ergebnisse erzielen lassen.

Im verlinkten Thread muss man dann auch etwas weiter lesen. Ich hatte damals Fragen zur verwendeten Bürste gestellt, und die Antworten waren auch der Grund für die mangelhafte Reinigungsleistung. Denn eine teure Bürste vomn Levin-Design mit ihrem groben Ziegenhaar, wie im ersten Versuch genutzt, ist schlicht ungeeignet, um in die Rillen zu kommen. Ich habe selbst eine, und habe einige völlig erfolglose Versuche damit unternommen, Platten zu säubern.

Während ich das hier schreibe, denke ich wieder mal darüber nach, diese teure blöde Drecksding einfach wegzuwerfen, damit es aus meinen Augen ist.

Bisher habe ich - Holger folgend - immer die Clearaudio Pure Groove für Cheap Thrill empfohlen, trotz ihres Preises und des Mega-Fails bei der Verklebung des Samtbelags. Zumindest letzteres ließ sich leicht durch erneutes Ankleben des Belags mit Pattex lösen.

Zuletzt habe ich mir bei dienadel.de diese ganz einfache Bürste gekauft. Der Samtbelag ist etwas breiter, daher braucht es initial etwas mehr Flüssigkeit auf der Platte, weil der Belag sich erst mal vollsaugen muss. Ansonsten funktioniert die Bürste tadellos und der Belag scheint sich auch nicht abzulösen.


Weiterhin halte ich es bei so einem Vergleich für praktisch unmöglich, für vergleichbare Bedingungen zu sorgen. Man müsste ja dann möglichst immer die selbe LP mit einer Art "Normverschmutzung" versehen, um die Reinigungsleistung objektiv vergleichbar zu machen. In der Realität ist jede Platte aber anders schmutzig, und dazu hat man meist immer eine Mischung aus Verschmutzung und mechanischen Beschädigungen.

Kurzum: wenn Dreck auf der Platte der Staatsfeind Nr. 1 des Vinylisten ist, dann kann man ihn mit einer Flugabwehrkanone bekämpfen, oder auch einfach mit einer Giftspritze. Richtig gemacht, ändert das nach meiner Erfahrung in hunderten Fällen am Ergebnis nicht viel. Wenn man mehrere Platten waschen will oder muss, ist natürlich die Ultraschallmethode klar im Vorteil, da man dort dann mehrere LPs gleichzeitig einspannen kann.

Parrot


[Beitrag von ParrotHH am 28. Jul 2020, 10:11 bearbeitet]
Einfach_Supi
Stammgast
#27 erstellt: 28. Jul 2020, 11:11
Am Ende hat jede Reinigungsmethode seine Freunde. Und wenn sie gründlich durchgeführt wird, bekomme ich mit allen Methoden die Schallplatten sauber. Ich werde mich hier nicht ums Staubkörnchen streiten

Die Cheap Thrill Methode hatte ich mir auch angeschaut. Doch das ganze Prozedere war mir mit zu viel Aufwand und "Schmiererei" verbunden. Dann liest man etwas von alten Plattenspielern, die man dafür verwenden kann, von Kärcher Fenstersaugern und von anderen "Höllenmaschinen". Am Ende benötigt man viel Platz und Geld kostet es trotzdem (ausser man reinigt auf seinem 1000 + X Euro teurem Spieler und wischt mit Zewa trocken. Mein Ding ist das nicht.
Ultraschall ist unwidersprochen sehr gründlich und hat wenig Platzbedarf und auch der Arbeitsplatz bleibt trocken und sauber.
Zudem, wie du auch geschrieben hast, reinige ich nicht ab und an mal eine LP, sondern reinige meine Sammlung durch und meine Neukäufe, die teilweise auch in höherer Stückzahl bei mir aufschlagen.

Fazit: Ich bin mit Ultraschall zufrieden, du mit Cheap Thrill...passt doch
ParrotHH
Inventar
#28 erstellt: 28. Jul 2020, 12:13

Einfach_Supi (Beitrag #27) schrieb:
Am Ende hat jede Reinigungsmethode seine Freunde. Und wenn sie gründlich durchgeführt wird, bekomme ich mit allen Methoden die Schallplatten sauber. Ich werde mich hier nicht ums Staubkörnchen streiten

Ausnahme: Knosti!

Die Cheap Thrill Methode hatte ich mir auch angeschaut. Doch das ganze Prozedere war mir mit zu viel Aufwand und "Schmiererei" verbunden. Dann liest man etwas von alten Plattenspielern, die man dafür verwenden kann, von Kärcher Fenstersaugern und von anderen "Höllenmaschinen". Am Ende benötigt man viel Platz und Geld kostet es trotzdem (ausser man reinigt auf seinem 1000 + X Euro teurem Spieler und wischt mit Zewa trocken.

Die Argumente finde ich halt immer komisch. Denn bei mir ist es exakt anders herum.

Die Ultraschallmaschine ist ein zusätzliches Gerät und braucht daher zusätzlichen Platz. Ich muss sie erst aufstellen und befüllen. Ich muss die LPs einspannen. Nachher muss ich die Maschine wieder entleeren und wieder abbauen - weil ich den spärlich vorhandenen Platz nämlich meist anders nutze. Ich habe also Rüstzeiten. Beim Einfüllen aus dem 5l-Kanister habe ich immer irgendwie eine kleine Pfütze irgendwo, wahrscheinlich weil der Flüssigkeitsstrahl aufgrund des zugefügten Netzmittels nicht vollständig von der Ausgussöffnung abreißt, und daher etwas seitlich herunterläuft. Und wenn ich die Platten aus der Maschine hole, tropft es ebenfalls immer irgendwo hin.

Du brauchst dann zusätzlich noch die Wanne (Platz, Material), die Höllenmaschine Ventilator (Platz, Gerät), und dann nochmal den Ständer zum Nachtrocknen (Platz, Material).

Ich will Dir ja gar nix, und finde Ultraschall auch einfach supi, aber wie zum Teufel kann man Cheap Thrill im Vergleich unterstellen, es brauche viel Platz und Aufwand...???

Bei Cheap Thrill benutze ich einen meiner vorhandenen Plattenspieler, appliziere ein wenig Flüssigkeit, lasse das einwirken, sauge es ab, und das alles, während ich die Platte höre.

Aufbauzeit: Null
Zusätzlicher Platzbedarf: Null
Sauerei/Schmiererei Null

Kosten: Bürste und Flüssigkeit

Siehe hier.


Fazit: Ich bin mit Ultraschall zufrieden, du mit Cheap Thrill...passt doch

Ich nutze halt beides, je nach Bedarf. Mein Einwand ging gegen die vermeintlich deutliche Eindeutigkeit, was die Überlegenheit einer Methode angeht.

Parrot


[Beitrag von ParrotHH am 28. Jul 2020, 12:25 bearbeitet]
tbc67
Stammgast
#29 erstellt: 28. Jul 2020, 23:56

ParrotHH (Beitrag #28) schrieb:
Mein Einwand ging gegen die vermeintlich deutliche Eindeutigkeit, was die Überlegenheit einer Methode angeht.


Das Wort Überlegenheit würde ich in diesem Zusammenhang nicht benutzen wollen. Ultraschall ist einfach die beste Reinigungsmethode. Gerade bei Platten, bei denen man nicht sicher ist, ob die Störgeräusche durch Schmutz oder Beschädigungen verursacht werden. Nach dem Ultraschall gibt es keine (Rest)Verschmutzung mehr. Vorausgesetzt es wurde gescheit getrocknet/abgesaugt. Ich habe alle Reinigungsmethoden (außer Knosti) an mittlerweile hunderten von Platten durch. Sämtliche Wässerchen und Tinkturen ausprobiert. Ich möchte mich daher als sehr erfahren bezeichnen.
Was allerdings auch stimmt, ist, dass für eine Vielzahl von Verschmutzungen die anderen Reinigungsmethoden völlig ausreichen. Entscheidend ist das Trocknen/Absaugen.

Bei mir übrigens:
Aufbauzeit: Null
Zusätzlicher Platzbedarf: Null (Für mich gehört das zum Equipment. Daher schaffe ich mir den Platz.)
Sauerei/Schmiererei: Null (Ein Außgießstutzen für ein paar Cent für Kanister hilft.)
ParrotHH
Inventar
#30 erstellt: 29. Jul 2020, 20:37

tbc67 (Beitrag #29) schrieb:
Nach dem Ultraschall gibt es keine (Rest)Verschmutzung mehr. Vorausgesetzt es wurde gescheit getrocknet/abgesaugt.

Dazu noch folgendes: zum Trocknen benutze ich auch nach der Ultraschallreinigung die Höllenmaschine von Kärcher. Dann verbleibt auf den Platten nämlich (fast) keine Flüssigkeit mehr, in der Schmutz herumschwimmt. Außerdem muss ich nicht ewig warten.

Sauerei/Schmiererei: Null (Ein Außgießstutzen für ein paar Cent für Kanister hilft.)

Habe gestern auch wieder eine Session gemacht. Da habe ich es dann auch mal geschafft, ohne Sauerei die Flüssigkeit einzugießen. Ob es Glück war, oder ich den Dreh raus hab, wird sich zeigen.

Beim Beobachten mit einer bis sechs LPs in der Waschmaschine habe ich mich gefragt, ab wann die Reinigungsleistung des Ultraschalls beeinträchtigt wird. Wenn nur eine Platte im Bad hängt, kann ich die Tornados mit bloßem Auge sehen, die in der Flüssigkeit und auf der LP-Oberfläche toben. Da ist die Kavitation also deutlich sichtbar. Sobald es drei oder mehr LPs werden (mit zwei Stück habe ich es nocht nicht probiert), ist das nicht mehr so. Sowohl die Wasseroberfläche ist dann ruhig, als auch im Bad ist nichts mehr zu erkennen, außer am Boden der Wanne.

Am Rande: die Ultraschallmaschine hat ja auch eine (schwache) Heizung. Wenn man nicht aufpasst, und sich beim Waschen der Platten interessiert über die beheizte Wanne beugt, ist es im Grunde gleichgültig, ob die LPs nachher sauber sind oder nicht. Der verdampfende Alkohol versetzt einen in einen Zustand, in dem man auch mit Knistern gut leben kann...

Parrot
Einfach_Supi
Stammgast
#31 erstellt: 30. Jul 2020, 10:32
Wie du oben sehen kannst, nutze ich einen kleinen, aber leistungsstarken Ventilator. Die Platten stelle ich in eine mit Handtuch ausgelegte Wanne, davor den Ventilator und darüber ein Handtuch (Tunnel-Effekt). Hui, nach nur 5 Minuten ist alle Flüssigkeit weggeblasen.

Zudem bewährt sich der Aquariumfilter. Zum Einen kann man mit ihm prima die Ultraschallwanne in einen leeren Kanister abpumpen, zum Anderen ist die Reinigungsleistung des Filters schon beeeindruckend. Die Reinigungsflüssigkeit bleibt absolut sauber. Die Tonscherben habe ich nach Gebrauch einfach in Spüli-Wasser gewaschen, gespült mit Klarwasser und wieder in den Filter getan. Klingt alles nach viel Aufwand, ist es für mich aber irgendwie nicht. Am Ende muß es jeder für sich beurteilen, ob es von Vorteil ist, jede LP einzeln zu waschen und hinterher einzeln mit einem Kärcher abzusaugen...ich denke wir reden hier um die letzten 0,1% Verbesserung
hoehne
Inventar
#32 erstellt: 31. Jul 2020, 09:05
Watt'n Aufwand. Chapeau. Das wäre für mich zuviel Sackgang...
Ich mag ja auch US-Reinigung. Bereits dabei nervt mich der Gestank in der Bude, danach das Zurückschöpfen der Waschbrühe in einen Kanister durch einen Kaffeefilter (Ablaufhahn hat meine Polenmaschine der ersten Generation noch nicht) sowie das Trocknen (hier nehme ich zum Beispiel ein gaaaaanz feines Microfasertuch - nein zwei: eins liegt unter der Platte - welches dann, kreisförmig geführt, die restliche Flüssigkeit der Platten, welche kurz im alten Knosti-Ständer getrocknet sind, aufnimmt).
Nachteil auch: wegen ein, zwei Platten, die gebraucht dazukommen, lohnt sich der ganze Aufbau nicht. Da ist die Cheap-Thrill-Methode sicherlich effektiver. Zugegebenermaßen habe ich das aber auch noch nicht praktiziert, da ich mir die Dreher mit ins-Gerät-reinlaufender Flüssigkeit nicht schrotten will.
ParrotHH
Inventar
#33 erstellt: 31. Jul 2020, 09:29

hoehne (Beitrag #32) schrieb:
Zugegebenermaßen habe ich das aber auch noch nicht praktiziert, da ich mir die Dreher mit ins-Gerät-reinlaufender Flüssigkeit nicht schrotten will.

Auch so ein unausrottbarer Mythos.

Kauf Dir eine einfache Laborflasche (sowas), damit kann man die Menge supergenau dosieren. Wenn Du es damit schaffst, ein Gerät zu schrotten, dann bist Du für den Betrieb von Plattenspielern insgesamt ungeeignet, weil Du beim Auflegen einer Platte vorher noch aus Versehen über sie läufst.

Ich hatte es anderswo mal so geschrieben:

Ich bin auch schon dafür angemacht worden, dass ich ca. 20ml einer praktisch nichtleitenden Flüssigkeit auf eine nichtleitende Kunststofffläche aufgebracht habe, die auf einer nichtleitenden Gummimatte lag, die auf einem geerdeten Stück Metalldruckguss lag, das sich auf einem nichtleitendem Holzgehäuse drehte, weil da irgendwo räumlich auch abgesichterte Kleinströme in der Nähe waren.

Praktisch vergleichbar mit einem Fön, mit dem man in die Badewanne steigt.

Parrot


[Beitrag von ParrotHH am 31. Jul 2020, 09:30 bearbeitet]
hoehne
Inventar
#34 erstellt: 31. Jul 2020, 11:41
okay, das könnte gehen.
Roman78
Ist häufiger hier
#35 erstellt: 31. Aug 2020, 12:55
Ich wollte jetzt auch mal anfangen diverse Platten zu reinigen und hätte da mal ein paar Fragen.

Also 6L Ultraschallreiniger (110€) und den Plattendreher aus Polen (72€+20€) oder selber basteln. Hmmm ich glaube ich kaufe das Ding aus Polen.

Aber mit der Flüssigkeit, 700mL Isopropylalkohol und 12ml Mirasol 2000 Antistatic auf 4L destilliertem Wasser, ist das so das Beste? Der Alkohol verfliegt doch, ich stelle mir das lustig vor nach reinigen einiger Platten in geschlossenen Räumen.

Zum reinigen der Flüssigkeit lese ich öfters, das Kaffeefilter benutzt werden. Kann ich mir gut vorstellen, aber der Alkohol wird noch nach ein paar Nutzungen verflogen sein und muss nachgefüllt werden, oder wie macht ihr das?

/edit: Wo ich das geschrieben habe, ist der Preis für das Ultraschallgerät auf 93,89 gesunken :D... gleich bestellt.


[Beitrag von Roman78 am 31. Aug 2020, 12:59 bearbeitet]
ParrotHH
Inventar
#36 erstellt: 31. Aug 2020, 13:16

Roman78 (Beitrag #35) schrieb:
IAber mit der Flüssigkeit, 700mL Isopropylalkohol und 12ml Mirasol 2000 Antistatic auf 4L destilliertem Wasser, ist das so das Beste? Der Alkohol verfliegt doch, ich stelle mir das lustig vor nach reinigen einiger Platten in geschlossenen Räumen.

"Lustig" wird es nur dann, wenn die Flüssigkeit beheizt wird, und man seine Nase direkt über die Wanne hält. Ansonsten habe ich da bisher keine Probleme festgestellt.

Zum reinigen der Flüssigkeit lese ich öfters, das Kaffeefilter benutzt werden. Kann ich mir gut vorstellen, aber der Alkohol wird noch nach ein paar Nutzungen verflogen sein und muss nachgefüllt werden, oder wie macht ihr das?

Am Wochenende wollte ich die bisherige Flüssigkeit mal filtern, und habe es mit Kaffefilter und mit Teefilter probiert. Beides ist irgendwie scheiße, da es ewig dauert, bis die Flüssigkeit da durch ist. Man darf dann nämlich das Auslassventil nur noch ganz wenig öffnen, um die Ausflussmenge zu reduzieren. Das aber hat bei mir zur Folge, dass der Flüssigkeitsstrahl kein durchgängiger Strahl mehr ist, sondern ein Teil davon - wohl auch wegen des Netzmittels - am Ventil entlang und dann am Gehäuse herunterläuft. So hat man dann zwar einen Teil der Flüssigkeit gefiltert, aber eine riesige Pfütze unter dem Gerät.

Habe ich noch keine gute Lösung für!

Ansonsten geht m. E. mehr Flüssigkeit über die Reste auf den aus der Wanne gezogenen Platten verloren, als welche verdunstet. Ich habe zwar eine Flasche mit zusätzlicher Reinigungsflüssigkeit, aber oft kippe ich einfach ein wenig destilliertes Wasser nach. Das muss man m. E. nicht so eng sehen.

Parrot
Einfach_Supi
Stammgast
#37 erstellt: 31. Aug 2020, 13:46
Wenn du die Reinigungsflüssigkeit öfter verwendest, füllst du einfach ISO nach...mache ich frei nach Schnauzeund Nase. Ab und an eine Pipette Netzmittel dazu...bisher gab es keine Probleme.

Und das Filtern übernimmt bei mir eine einfache externe Aquariumpumpe für 28 Euro. Die pumpt dann die Flüssigkeit direkt wieder in den 5 Liter Kanister. Lediglich den Inhalt der Pumpe gieße ich dann durch den Kaffeefilter in den Kanister zurück Dort steht sie teilweise ein paar Wochen und es setzt sich nichts mehr ab...scheint also zu funktionieren mit der Filterung. Ist zudem sauber und einfach und schnell.
Roman78
Ist häufiger hier
#38 erstellt: 31. Aug 2020, 14:56
Das heißt, ich besorge mir am besten einen 5L Kanister mit Wasser und nutze den. Das müsste man doch im Baumarkt bekommen, oder? Bei 12ml Tetenal Mirsaol bräuchte man wohl noch eine kleine Spritze zum abmessen. Die müsste ich noch da heben.

So alles ist bestellt, dann kann es ja los gehen... sobald die Sachen da sind.
Einfach_Supi
Stammgast
#39 erstellt: 31. Aug 2020, 15:21
Es gehen nur etwas über 4 Liter destilliertes Wasser (das 5Liter-Teil gibt es überall zu kaufen) und 700ml Iso ins Ultraschall. Achte darauf, dass der Wasserspiegel bis knapp ans Etikett geht. Nicht zu viel Wasser, sonst werden die Etiketten zu nass.
hoehne
Inventar
#40 erstellt: 04. Sep 2020, 06:50

Roman78 (Beitrag #38) schrieb:
Bei 12ml Tetenal Mirsaol bräuchte man wohl noch eine kleine Spritze zum abmessen.

Das ist so ziemlich genau 1 Esslöffel.

Ich bin übrigens wieder vom Mirasol weg, da ich das Zeug in Verdacht habe, für die Schlieren verantwortlich zu sein, die sich bei mir auf den Platten in den gefütterten Innenhüllen bildeten. Irgendwas reagierte da.


[Beitrag von hoehne am 04. Sep 2020, 06:52 bearbeitet]
Roman78
Ist häufiger hier
#41 erstellt: 04. Sep 2020, 08:06
Ein Esslöffel... Und ich habe gestern ne halbe Stunde lang eine Spritze gesucht. Lag im Kinderzimmer

Gestern kam der Ultraschallreiniger an. Die Aufhängung aus Polen kam am Mittwoch schon. Der Rest ist auch da. Dann werde ich heute mal richtig testen. Gestern hatte ich mal eine Platte getestet ohne Mirasol, so ein Hörspiel was ich im Konvolut vom Flohmarkt habe (Fotos kommen heute Nachmittag noch).

Ich habe die Platte nach dem Ultraschallbad trocknen lassen, aber wenn man die da raus holt, ist die ja komplett nass. Ist es eventuell besser die dann abzusaugen? z.B. mit so einem Okki Nokki oder irgendwas selbst gebautes.

@hoehne, was nimmst du den jetzt? Hmmm gefütterte Innenhüllen? Ich habe nur so Papierhüllen mit durchsichtiges Plastikrund in der Mitte um das Label zu sehen. (kamen auch gestern an).
Einfach_Supi
Stammgast
#42 erstellt: 04. Sep 2020, 08:26
Unbedingt gefütterte Innenhüllen. Alle Platten bekommen die bei mir nach der Reinigung. Und selbst wenn es Voodoo ist, es fühlt sich zumindest besser an...nein, ehrlich, hat wsas mit der statischen Aufladung zu tun.

Absaugen kann man machen, doch erhöht dies den Aufwand ungemein. Ich habe einen recht starken Ventilator, der die Feuchtigkeit in wenigen Minuten von den Platten bläst. Habe mir dazu eine Art Tunnel aus einem Handtuch gebaut.

@hoehne: Bisher habe ich keine Schlieren und Veränderungen an den Innenhüllen bemerkt. Kannst du dies einmal mittels Foto zeigen, was bei dir passiert ist?
Hüb'
Moderator
#43 erstellt: 04. Sep 2020, 08:40

Ich bin übrigens wieder vom Mirasol weg, da ich das Zeug in Verdacht habe, für die Schlieren verantwortlich zu sein, die sich bei mir auf den Platten in den gefütterten Innenhüllen bildeten. Irgendwas reagierte da.

Das hatte ich auch schon mal. Man sollte sich tunlichst an die Dosierungsempfehlung im Bereich des Mischungsverhältnisses von 1:400 bis 1:700 halten. Einfach nach Gefühl reingekippt kann es zu besagten Rückständen kommen.
ParrotHH
Inventar
#44 erstellt: 04. Sep 2020, 09:16

Einfach_Supi (Beitrag #42) schrieb:
Absaugen kann man machen, doch erhöht dies den Aufwand ungemein.

Ich hatte ja bereits das Verfahren beschrieben: Die Platten sind auf der Spindel fixiert, die beim Aufbau auf einem Ständer gesteckt ist.

Ultrasonic Vinyl Cleaner

Nach der Waschung hole ich diesen Plattenburger aus der Waschmaschine, und stecke ihn mit den nassen Platten wieder auf den Ständer. Muss ich für den Abbau ohnehin tun, um die Platten nacheinander von der Spindel zu holen.

Und da liegen die Platten also perfekt für die Absaugung. Ich drehe dazu die jeweils oberste Platte per Hand unter dem Absauger durch. Das dauert ca. 5 bis 10 Sekunden pro Plattenseite. Dann nehme ich die Platte von der Spindel, drehe sie um und lege sie wieder auf die Spindel. Dauert ca. 5 Sekunden. Und dann sauge ich auch diese Seite ab. Ich brauche also maximal eine halbe Minute pro Platte.

Im Gegenzug ist sie dann praktisch trocken. Und ich habe über das Absaugen der Flüssigkeit auch alle Rückstände, die darin schwimmen, und die Schlieren bilden können, einfach weggesaugt! Letzteres finde ich fast noch wichtiger!

Bevor ich sie in eine Innenhülle stecke, stelle ich sie trotzdem noch ein paar Minuten irgendwo an die Seite, weil ein wenig Restfeuchte auch nach dem Absaugen in der Rille verbleibt. Die muss auch noch trocknen, sonst kleben die Platten in der Hülle fest. Aber das zählt für mich eigentlich schon nicht mehr, weil ich in der Zeit meist schon eine der gewaschenenen Platten anhöre.

So kann man vielleicht sagen: ja der Aufwand ist ein wenig mehr, aber dafür ist man trotzdem schneller fertig, vor allem mit einem potentiell besseren Ergebnis.

Parrot
Roman78
Ist häufiger hier
#45 erstellt: 04. Sep 2020, 09:23
Hmmm gefüttert.. ich bekomme schon wieder Hunger....

Die hüllen die ich gekauft habe, sind laut Beschreibung gefüttert: https://www.vinylner...-ohne-eckschnitt?c=0 Sehen aber irgendwie wie normale Papierhüllen aus.
Einfach_Supi
Stammgast
#46 erstellt: 04. Sep 2020, 09:29
@ParrotHH: Ich kann aber auch mit meiner Methode keine Schlieren feststellen und auch bleibt nach dutzenden abgespielter Platten die Nadel perfekt sauber. Klar absaugen ist gründlicher, doch merkt man dieses bischen am Ende wirklich?

@Roman78: Die sehen doch ordentlich aus und mit 90gr. schon recht stabil. Ich bevorzuge die 110gr-Variante, da ich meine Platten beim abspielen in den offenen Deckel stelle und die stärkere Hülle da nicht so labbert. Am Ende eine Geschmackssache.

Am Ende zählt doch das Ergebnis. Und wie es jeder hier erreicht...da gibt es viele Variable
Roman78
Ist häufiger hier
#47 erstellt: 04. Sep 2020, 10:04
@ParrotHH so hatte ich mir das auch gedacht. Bräuchte man nur einen Sauger der auch Wasser saugen kann und einen passenden Aufsatz für den Sauger.

So was hat ja der eBay-Verkäufer wo auch der Motor herkommt: https://www.ebay.de/...8:g:sWUAAOSwkWNZpqkj könne man aber auch selber bauen.
hoehne
Inventar
#48 erstellt: 04. Sep 2020, 10:43

Roman78 (Beitrag #41) schrieb:

@hoehne, was nimmst du den jetzt? Hmmm gefütterte Innenhüllen? Ich habe nur so Papierhüllen mit durchsichtiges Plastikrund in der Mitte um das Label zu sehen. (kamen auch gestern an).

Geschirrspülmittel - 1 oder 2 oder 3 Tropfen auf 5 Liter. Und: die Papierhüllen mit durchsichtigem Plastik innen sind "gefütterte Innenhüllen".
hoehne
Inventar
#49 erstellt: 04. Sep 2020, 10:47

Einfach_Supi (Beitrag #42) schrieb:

@hoehne: ... Kannst du dies einmal mittels Foto zeigen, was bei dir passiert ist?

Leider nein, da ich die Platten mittels destilliertem Wasser (ohne Zusätze) und einem sehr weichen Mikrofasertuch gereinigt habe. Dokumentiert hatte ich das damals nicht. Und es sah aus... wie beschreibe ich es? Als würde sich irgendwas leicht Öliges in den Luftfalten der gefütterte Innenhülle auf der Platte ablegen. Unregelmäßg, kein Muster, wie ... kennt ihr von Anfang/Mitte der 90er manche CDs im Digipak? Dort haben die mitunter einen Klebstoff für das Tray verwendet, der dann auch irgendwie ausdünstete und sich dann in Schlieren auf den CDs niederließ. Die konnte man aber auch problemlos abwaschen/wegwischen.


[Beitrag von hoehne am 04. Sep 2020, 11:47 bearbeitet]
hoehne
Inventar
#50 erstellt: 04. Sep 2020, 10:51

Roman78 (Beitrag #47) schrieb:
Bräuchte man nur einen Sauger der auch Wasser saugen kann und einen passenden Aufsatz für den Sauger.

Der hier soll sich ganz gut machen: https://www.obi.de/r...l-zubehoer/p/1679588
Und ja, es mutet zunächst grobschlächtig an.
Roman78
Ist häufiger hier
#51 erstellt: 04. Sep 2020, 11:14
Hnmm ein Fenstersauger, auf die Idee bin ich noch nicht gekommen. Die Dinger bekommt man gebraucht für um die 30€. Geht das dann gut mit der Gummilippe, oder müsste man sich da noch was drauf basteln? Auf solchen DiY-Saugern ist ja meist Samt oder so was drauf.
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