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zu wenig VA/230V

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Autor
Beitrag
miculix
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 23. Apr 2012, 00:51
Hallo

Kann mir jemand sagen,ob ich ein PA System mit max.Aufnahmeleistung von 1000VA/230V
bei mittlerer Lautstärke mit 700VA/230V betreiben kann?
Mein Notstromaggregat gibt leider nicht mehr her.

Vielen Dank
michael


[Beitrag von miculix am 24. Apr 2012, 05:33 bearbeitet]
AlexG1990
Inventar
#2 erstellt: 23. Apr 2012, 01:18
Hallo!

Ich hoffe du hast ein Inverter-Aggregat (ja, die teureren mit Wechselrichter). An sonsten würde ich da überhaupt keine leistungsstarke HiFi-/PA-Anlage dranhängen, die ist nämlich sonst ziemlich schnell kaputt!
Gerade die billigen 99€-Baumarkt-Aggregate sind tödlich für elektronische Geräte!!

Warum erkläre ich vielleicht morgen...
miculix
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 23. Apr 2012, 01:31
Hallo und Danke

Ja es ist leider ein billiges 200€ aus dem Baumarkt. (Jg.2002)
Mein altes System, billig PA (300W) hat es verkraftet,ohne Probleme.

Ich habe mir gerade ein Inverter-Aggregat bestellt. 1300VA für 299€

Nochmals DANKE für Deinen Hinweis und den ersparten Ärger.
Ohne Deinen Tipp,wäre dass wohl ziemlich schief gegangen.

Gruss
michael


[Beitrag von miculix am 24. Apr 2012, 05:34 bearbeitet]
AlexG1990
Inventar
#4 erstellt: 23. Apr 2012, 22:14
Bitte bitte!

Nochmal kurz zur Erklärung:

Diese billigen "Aggis" sind Asynchrongeneratoren. Dabei hängt die Ausgansspannung von der Drehzahl (dem Gas) ab. Diese wird automatisch nachgeregelt. Aber diese Regelung ist (da mechanisch darauf reagiert werden muss) träge.

Das hat mehrere fatale Folgen:
Angenommen du startest den Aggi im Leerlauf. Er dreht genau so hoch (gibt so viel "Gas"), damit eine Ausgangsspannung von 230V anliegt. Dann schaltest du im einfachsten Fall eine 100W-Glühbirne ein. Die Spannung bricht durch die Last ein Stück weit ein, da sich die Drehzahl verringert. Die Steuerung regelt dann das Gas innerhalb von Sekundenbruchteilen nach, um wieder auf 230V zu kommen. Alles ist gut - denkt man! Denn dann schaltest du die Glühbirne wieder aus und die Last am Motor fällt schlagartig ab. Dadurch geht die Drehzahl und damit auch die Spannung kurz deutlich nach oben, bis die Regelung das Gas wieder abregelt. Die Spannung kann dabei einen kurzen Moment weit über 230V ansteigen! In dem Fall wäre das egal, denn die Lampe ist ja bereits wieder aus...

Nun nimmst du aber eine potente Musikanlage:
Musik ist dynamisch und der Bass nimmt den mit Abstand größten Teil der Leistung auf. Die Stromaufnahme der Anlage "pumpt" also SEHR deutlich im Takt der Musik. Ist die Anlage im Leerlauf, gibst du plötzlich ein Signal drauf. Nehmen wir im ersten Beispiel eine harte Metal-Aufnahme, die ein relativ konstantes "Brett" an Soundleistung abgibt. Wenn das Signal einsetzt, bricht die Spannung am Aggi ein. Dadurch "clippt" (verzerrt) die Endstufe für einen kurzen Moment, da diese an verminderter Betriebsspannung nicht die geforderte Leistung bringen kann. Dann regelt die Generatorsteuerung die Drehzahl nach und die Endstufe ist wieder auf normaler Betriebsspannung und funktioniert normal. Dann schaltest du die Musik schlagartig ab (oder der Titel ist zu Ende) - und jetzt passierts! Die Last fällt ab, und die Netzspannung schnellt nach oben. Arme Endstufe! Und nicht nur diese, sondern alle weiteren Verbraucher am Aggi sind mitbetroffen! Das mag kurzzeitig mal gutgehen...
Jetzt nimmst du aber sehr dynamische Musik mit viel Bass (z.B. House o.a.). Bei jedem Bassschlag versucht die Generatorregelung nun das Gas nachzuregeln und fängt dabei an zu schwingen. Alle Verbraucher bekommen nun wechselweise Über- oder Unterspannung. Nach jedem Bassschlag folgt eine scharfe Spannungsspitze deutlich über 230V - der Tod für so manche Gerätschaften!

Eindämmen kann man das Problem etwas, indem man eine ordentliche ohmsche Grundlast mit an den Generator hängt. Das kann z.B. ein 500W-Baustrahler oder ein kleiner Heizofen sein. Dadurch wird der Lastwechsel relativ zur Gesamtlast deutlich kleiner - und damit auch die Spannungsspitzen. Allerdings bleibt dann nicht mehr viel Restleistung für die Anlage übrig...

Ein weiteres Problem ist die Drehzahl-/Lastabhängige Frequenz, die teilweise deutlich von 50Hz abweichen kann! Außerdem ist die Ausgangsspannung kein reiner Sinus, sondern ein teils ziemlich verbogener (kann man hören, wenn man mit dem Ohr an einen herkömmlichen Transformater/Netzteil geht, das an einem solchen Aggi hängt). Diese beiden Aspekte (abweichende Sinusform und abweichende Frequenz) können bei Trafos grundsätzlich schon zu einer deutlich erhöhten Ausgangsspannung führen (selbst schon erlebt)...

Diese Billig-Aggis sind folglich praktisch nur für Elektrowerkzeuge oder konstante ohmsche Lasten (Glühbirnen, Heizöfen) geeignet...

Einzig Schaltnetzteile (z.B. von Laptops/Handys/PCs) sind auch an solchen unsauberen Spannungsquellen recht unkritisch. Diese haben prinzipbedingt einen recht weiten Eingangsbereich für Spannung und Frequenz, auch die Wellenform ist unbedeutend, da die Netzspannung erst gleichgerichtet und gepuffert wird.

Nach etwa diesem Prinzip arbeiten auch die Inverter-Generatoren: Da ist im Prinzip ein großes "Schaltnetzteil" eingebaut, welches den "Flatterstrom" des Generators zunächst gleichrichtet und stabilisiert (mit Kondensatoren), und anschließend über eine "digitale" Wechselrichterschaltung wieder in einen sauberen Sinus bei konstanter Spannung umwandelt - auch bei schnellen Lastwechseln. Soweit ich weiß, brauchen solche Generatorschaltungen nicht mal mehr eine Grundlast...

Ich hoffe mein Text war nicht zu lang...

Wenn du dir jetzt ein Invertergerät angeschafft hast, ist das schon mal der erste Schritt! Für 299€? Welches Teil hast du dir gekauft? Um deine Geräte musst du dir jetzt keine Sorgen mehr machen, eher um den Generator selbst - so hochwertig kann der zu dem Preis leider nicht sein, aber so lange er läuft...
Aber 1000x besser als eine einfache Asynchronmaschine!

Gruß
Alex


[Beitrag von AlexG1990 am 23. Apr 2012, 22:21 bearbeitet]
miculix
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 23. Apr 2012, 23:56
Hallo Alex

Vielen Dank für Deine Aufschlussreiche Antwort.
Ich habe mich für das ZIPPER ZI-STE 1000IV entschieden.Es liegt knapp im mittleren Preisegment mit 299€
Für meine Zwecke reicht das hoffentlich. (Spitzenmodelle mit 1000VA kosten schon 1000€+)
Dazu passend oder umgekehrt kaufe ich wohl das LD Dave10+
Passt alles schön auf meinen "Handanhänger", und mit 35+14Kg ideal um über Stock und Stein zu fahren.

Ich bin echt froh über Deinen Ratschlag,denn ohne wäre das schief gegangen.

Grüsse aus der Schweiz
michael


[Beitrag von miculix am 24. Apr 2012, 05:45 bearbeitet]
AlexG1990
Inventar
#6 erstellt: 24. Apr 2012, 00:15
Hey,

kein Ding! Ich habe mir das Agreggat angeschaut - sieht gar nicht mal so schlecht aus! Und klein und handlich ist es ja auch...

OK, wenn du das "nur" für eine Art größeren Bollerwagen brauchst (echt coole Idee! ), dann ist das wirklich OK dafür! Klar, ein 1000€ Honda-Gerät ist dann schon eher was für Profis und Wohnwagenbesitzer ...
Bei den etwas "preiswerteren" machen am ehesten mal die Motoren schlapp - aber du hast ja im Fall der Fälle Garantie...

Und meistens geht das auch mit den einfachen Billig-Dingern ohne Inverter "irgendwie" gut (weil vielleicht doch nicht bis zum Lastlimit aufgedreht wird), aber so kannst du dir recht sicher sein, dass deiner Anlage nix passiert...

Dann viel Erfolg beim Wagen basteln und viel Spaß beim Feiern!!

Liebe Grüße aus D-Land!
Alex


[Beitrag von AlexG1990 am 24. Apr 2012, 00:16 bearbeitet]
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