Welche Aufnahmemedien?

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katlow
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 23. Feb 2004, 20:56
Hmmmm, ich weiss nicht so recht, in welches Forum ich diese Frage einstellen soll, aber da es sich um was Technisches handelt hoffe ich mal, ich wende mich hier an die Spezialisten:

Mich würde mal interessieren, auf welchen Aufnahmemedien ältere Musikaufnahmen aufgenommen worden sind, und welches Aufnahmeverfahren ab wann generell eingesetzt wurde. Es geht mir also nicht um die Wiedergabemedien wie LP und CD, sondern darum, welches Medium ursprünglich eingesetzt wurde, um die Musik erst mal "festzuhalten" (und von dem dann später die Kopien als zuerst Tonrollen (Phonographen) dann Schellackplatten, LPs, CDs usw. gezogen wurden).

Mir stellt sich die Frage weil ich einige Aufnahmen aus den 50er Jahren auf CD habe, die beim Abspielen so einen leichten LP-Touch habe. Nicht nur das LP typische Knistern ab und zu sondern irgendwie auch das Gefühl des Rundlaufs, wie eben bei einer Schallplatte. Liegt das daran, dass die Aufnahme selbst damals noch auf Schallplatte festgehalten wurde, oder kann ein derartiger Effekt auch dann entstehen, wenn die ursprüngliche Aufnahme auf Tonband gebannt worden ist?

Rätselnd

katlow
wolfi
Inventar
#2 erstellt: 25. Feb 2004, 12:50
Hallo,
was ist " das Gefühl des Rundlaufs " ? Meinst Du etwa Gleichlaufschwankungen ? In den 50ern dürfte der Normalfall eine Bandaufnahme gewesen sein - immerhin gab es die Bandmaschinen schon seit den 30ern.
LogicDeLuxe
Stammgast
#3 erstellt: 25. Feb 2004, 14:26

immerhin gab es die Bandmaschinen schon seit den 30ern.
Ohne Bias aber sicher nicht so sehr von Bedeutung. Damals wurde wohl hauptsächlich direkt mit einem Plattenschneider ein Master erstellt, oder für den Rundfunk auch nur ein Einzelstück. In welchen Materialien geschnitten wurde, weiß ich aber nicht so. Das wurde ja bis in die 90'er kontinuierlich verfeinert.
In den 40'ern wurden dann wohl auch Tonbänder immer brauchbarer.
Ab wann generell irgendeine Technik eingesetzt wurde, kann man sicher auch nicht sagen. Das hängt immer vom Label ab. Genauso wie die Weise, auf die abgemischt wird.
katlow
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 25. Feb 2004, 17:27
@ wolfi:
Mit "Rundlauf" meine ich dieses leichte Beigeräusch beim Abspielen einer LP, an dem man die Rotation des Plattentellers selbst hört. Und bei einigen Klassik CD-Aufnahmen aus den 50ern die ich habe, meine ich ein ähnliches Beigeräusch, wenn auch sehr viel leiser, wahrzunehmen. Das kann z.B. ein mit einer gewissen Regelmäßigkeit auftretendes Knistern sein (sprich: bei jeder "Umdrehung" einmal) oder auch das Gefühl eine minimale "Unwucht" in der Abspielung wahrzunehmen.

Eine weitere Erscheinung, die ich zum Teil auch bei gar nicht so alten Aufnahmen (70er Jahre, laut CD-Cover: remastered at 96 kHz in 24-bit digital stereo from the original analogue mastertapes) feststellen zu können meine, sind Minimalaussetzer - was sich dann für mich wieder ein bisschen so anhört, wie wenn eine LP springt, bloss viel kürzer.

Oder ist das schlichtweg ein Zeichen, dass die Fehlerrate der betreffenden CD hoch bzw. die Fehlerkorrektur meines Players nicht die allereffizienteste ist?

Grüße

katlow


[Beitrag von katlow am 25. Feb 2004, 21:27 bearbeitet]
wolfi
Inventar
#5 erstellt: 25. Feb 2004, 19:25
Hallo katlow,
Ursachen könnten sein: Es wurde tatsächlich von einer alten Platte kopiert. Das Band kann mechanische Defekte aufweisen,z.B. durch Beschädigungen an der Capstanwelle oder mitdrehenden Bandführungen. Ebenso denkbar sind Effekte durch magnetisierte Rollen bzw. externe Magnetfelder. Auch dropouts wegen Schäden der Magnetschicht sind vorstellbar.
LogicDeLuxe
Stammgast
#6 erstellt: 25. Feb 2004, 22:43
Bei einem ordentlichen Remastering, wo man praktisch vom Mehrspurmasterband alle Spuren einzeln digitalisiert um sie dann neu zu mischen, hat man die Möglichkeit Knackser und Dropouts durch Interpolieren zu entfernen. Mit FFT-Filter bekommt man auch das Bandgrundrauschen und evtl. Pfeiftöne, die z.B. von Bildschirmen aus der Nähe reingestreut sind, ganz gut reduziert.
Leider sind ordentliche Remasters noch seltener als überhaupt ordentliche CDs. Statt Schäden, Rauschabstand und evtl. die Dynamik zu verbessern, was für mich eigentlich der Hauptgrund des Remasterns wäre, wird es oft noch totkomprimiert und klingt dadurch dann schlechter als die Erstauflage. Z.B. die 1996'er-Erscheinungen der Dire Straits-Alben. Die kann die Musikindustrie gerne für sich behalten.
Gleichlaufschwankungen von alten Bändern, die entstehen, weil die Maschine nicht genau lief, oder auch, weil die Bänder ausgeleiert sind, sind allerdings ein wesentlich größeres Problem, was man auch beim Remastern nicht einfach so rausbekommt. Das ist natürlich auch mit 24/96 nicht anders.
katlow
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 25. Feb 2004, 22:57
Super, Logic,
das hat meine nächste Frage gleich beantwortet!

Und nochmals merci an Wolfi!

Für mich war's halt auf Anhieb - nach einem gerade vollzogenen Anlagen-Upgrade - verblüffend, bei einigen meiner CDs eine Art "LP-Effekt" wahrzunehmen. Na, ich hoffe mal dass da auf Dauer eine gewisse Hör-Gewöhnung eintreten wird, da ich die Aufnahmen selbst nicht missen mag.

katlow
wolfi
Inventar
#8 erstellt: 26. Feb 2004, 13:01
Hallo,
im Frühjahr 1928 führte Fritz Pfleumer in Berlin sein Magnettongerät vor und benutzte ein Papierband mit Eisenpulver als Datenträger ( DRP 500 900 ). Nach Weiterentwicklung des Systems durch die AEG unter Mitwirkung der I.G. Farben, die das Papierband durch Acetylcellulose ersetzte, konnte dann zur Funkausstellung 1935 ein " Magnetophon " genanntes Gerät ( sollte erst "Ferroton " heißen ) präsentiert werden. 1935/36 wurde bereits das transportable " Magnetophon K 3 " präsentiert ( über ein Zentner in zwei Koffern ). Schon 1936 erreichte man eine so hohe Aufnahmequalität, dass der damalige " Stardirigent " Sir Thomas Beecham von einer Bandaufnahme seines Gastkonzertes bei BASF begeistert gewesen sein soll. Eine Vormagnetisierung -allerdings mit Gleichstrom- fand schon in den Dreißigern statt, die überlegene Wechselstrom-Vormagnetisierung kam Anfang der Vierziger auf.
Anfang der dreißiger Jahre - wohl weil man beim Rundfunk auf einfache Weise eigene Programme speichern wollte - verwendete man dort zunächst Wachsplatten, die später durch Schallfolien ersetzt wurden. Auf einem Träger aus Metall, Glas oder Kunstharz war eine Schicht aus Gelatine oder Nitrolack aufgebracht. In diese wurde mittels eines Schneidstichels die Information eingebracht.
Weitere Auskünfte sollte man u.a. beim Archiv des R.d.T. erhalten könne.
cr
Inventar
#9 erstellt: 26. Feb 2004, 13:25

Oder ist das schlichtweg ein Zeichen, dass die Fehlerrate der betreffenden CD hoch bzw. die Fehlerkorrektur meines Players nicht die allereffizienteste ist?


Das sind entweder
Schnittstellen oder
DropOuts (bei Analogbändern)

Am CDP liegts mit 99,99% nicht
Markus_Berzborn
Gesperrt
#10 erstellt: 01. Apr 2004, 18:07


Das sind entweder
Schnittstellen oder
DropOuts (bei Analogbändern)


Bei Dropouts "springt" aber nichts.
DB
Inventar
#11 erstellt: 01. Apr 2004, 21:16
@wolfi:

Du hast Valdemar Poulsen vergessen, der sein Drahttongerät (Telegraphone) 1898 herausbrachte

MfG

DB
bloop
Hat sich gelöscht
#12 erstellt: 02. Apr 2004, 13:53

Bei einem ordentlichen Remastering, wo man praktisch vom Mehrspurmasterband alle Spuren einzeln digitalisiert um sie dann neu zu mischen...


Das ist kein Remastering, sondern ein Re-Mix.
Beim Remastern wird nur das analoge 2-Spur-Masterband digitalisiert (und in der Gesamtsumme mehr oder weniger, gut oder schlecht, bearbeitet).
cr
Inventar
#13 erstellt: 02. Apr 2004, 14:08
@berzborn
Er spricht aber auch von Minimalaussetzern und das können Dropouts sein.

Ferner ist meine Aussage mit einem logischen ODER verknüpft. Eins von beiden wirds schon sein und das genügt, dass die Aussage korrekt ist.
Memphishifi
Ist häufiger hier
#14 erstellt: 13. Jul 2004, 23:01
Hallo,

tut mir leid, falls es der falsche Beitrag zu dem Thema ist, aber es ist auch mein erster.

Ein Bekannter von mir möchte seine ganzen LP (Schallplatten) digitalisieren.
Dazu braucht er ein Program (windows), das außer einer Entrauschung und konvertierung in irgendein gängiges musikformat (.ogg .mp3 .wav) nichts weiter können muss.

Hat sowas schon mal jemand gemacht?

Würde mich über eine Antwort sehr freuen!

Danke im Voraus.

mfg
Memphishifi
dj_ddt
Inventar
#15 erstellt: 15. Jul 2004, 22:53
GOLDWAVE

aber auch mit CDEX kann man gut direkt in eine MP3 oder OGG aufnehmen, nur nachbearbeiten kann das nicht. dazu ist aber auch dann wieder GOLDWAVE gut.
Memphishifi
Ist häufiger hier
#16 erstellt: 17. Jul 2004, 13:54
danke für die rasche antwort.

werde ihm das Programm empfehlen.

schließt man den Plattenspieler dann an LINE-IN oder ans MIC (Microfon) an?

mfg
Memphishifi
dj_ddt
Inventar
#17 erstellt: 18. Jul 2004, 21:37
den plattenspieler kannst du nicht direkt anschließen. du braucht einen entzerrvorverstärker. oder einen normalen verstärker, da schließt du ihn normal an phono an und dann am tape out (also rec) ein kabel mit cinch und am anderen ende klinke 3,5 für line in am pc.
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