Sie sind bereits Community-Mitglied? Dann loggen Sie sich hier ein!

Auto-Login
Passwort vergessen?


Gehe zu Seite: Erste Letzte |nächste|

Orchester - Gehalt

+A -A
Autor
Beitrag
Pati333
Hat sich gelöscht
#1 erstellt: 13. Jun 2004, 23:45
Servus zusammen,

ich wollte hiermit mal fragen, ob vielleicht jemand weiß, wieviel man in welchem Orchester verdient und ie gut man sein muss, um in verschiedene Orchester aufgenommen zu werden.
In Deutschland ist es so (das habe ich bisher herausgefunden), dass nach tvk bewertet wird. Dieses unterteilt sich wieder a-d, wobei tvk a das höchste gehalt darstellt. Ich meine gelesen zu haben, dass z.B. die Philarmonie Essen nach tvk a bewertet. Aber was heißt denn genau, tvk a? 3000 €? 4000 €?
Aber wieviel verdient dann z.B. ein Orchestermusiker in der Berliner Philarmonie?

Ich selbst spiele auch geige und frage mich, ob ich dieses später mal zu meinem beruf machen sollte, aber da ich der meinung bin, dass man als musiker sich sein brot hart erarbeiten muss, will ich vielleicht doch auf jura umsteigen.

P.S.: Weiß vielleicht auch jemand, wieviel man in diesen Orchestern verdient: New Yorker Philharmonie, Chicago Symphony und Boston Symphonie?


mfg Patrick H.
Astrid
Ist häufiger hier
#2 erstellt: 14. Jun 2004, 01:13
Hej,

Du willst ja hoch hinaus !

"da ich der meinung bin, dass man als musiker sich sein brot hart erarbeiten muss, will ich vielleicht doch auf jura umsteigen."

Ich glaube - lasse mich da aber gern eines Besseren belehren - daß Juristen für ihr Geld auch arbeiten müssen ...

Ich habe mal eben gegooglet und folgende Angaben für deutsche Orchestermusiker gefunden:

Orchestermusiker/in
Durchschnittsgehalt in Euro (brutto)*:
Anfangsgehalt (monatlich):
2.096 EURO
Gehalt nach fünf Jahren (monatlich):
2.301 EURO
(Quelle: Süddeutsche Zeitung)


In der Vergütungsordnung zum Tarifvertrag für die Musiker/innen in Kulturorchestern kommt es in der Vergütungsgruppe B zu Grundvergütungen von € 1.470 bis € 2.290, zu Tätigkeitszulagen von € 114 bis € 458 und zu einem Ortszuschlag von € 502 bis € 700.

Quelle:
Tarifsammlung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Gesundheit


Die meisten Orchestermusiker leben aber, glaube ich, nicht allein von diesem Gehalt, sondern verdienen zusätzlich mit Solo- oder Kammermusikengagements, Unterricht usw.


Es ist allerdings gar nicht so leicht, Orchestermusiker zu werden: Erstens bekommt man nicht so ohne weiteres einen Studienplatz (gerade gute Geiger gibt es jede Menge...), und außerdem werden natürlich nicht unbedingt so viele Stellen frei, wie es Absolventen gibt.

Wenn man das aber schafft und die Musik außerdem wirklich liebt, ist das, glaube ich, ein Beruf, in dem man sehr glücklich sein kann!

Grüße,

Astrid
Markus
Inventar
#3 erstellt: 14. Jun 2004, 06:52
Hi Patti,

es tut mir leid, dass ich Dir keine genauen Zahlen nennen kann. Allerdings kann ich Dir sagen, dass die meisten professionellen Musiker sehr idealistisch sind und ihren Job - trotz eines im Vergleich mit anderen Hochschulabsolventen eher niedrigen Gehalts - über alles lieben. Allerdings muss man um in entsprechend attraktive Orchester zu kommen wirklich sehr gut sein. Ich habe in dieser Beziehung schon ganz hervorragende Instrumentalisten scheitern sehen (bzw. hören). Auch gibt es in diesem Bereich extrem viel Ungerechtigkeit, Vetternwirtschaft, etc. Zitat eines Professors an seine Schülerin, die eine solistische Laufbahn anstrebte: "Sie spielen zwar toll, haben aber ganz sicher nicht das Gesicht für Plattenaufnahmen..."

Ich habe mich auch mal irgendwann gegen ein Musikstudium entschieden und bin heute froh, ein schönes Hobby zu haben, welches man neben dem "normalen" Broterwerb betreiben kann.

Gruß,

Markus.
Werner_B.
Inventar
#4 erstellt: 14. Jun 2004, 08:59
Patrick,


..., dass man als musiker sich sein brot hart erarbeiten muss, will ich vielleicht doch auf jura umsteigen.


Ähemmm ... da kann ich mich nur Astrid anschliessen: es gibt unzählige Juristen, die knapp am Sozialhilfeniveau leben. Etliche der grösseren Städte in Deutschland sind geradezu mit Juristen überschwemmt. Dito bei Architekten ...

Schau mal vielleicht lieber kritisch, wo Deine Stärken liegen, wähle dann eine Ausbildung / Beruf, in denen Du diese Stärken intensiv nutzen kannst - dann wirst Du auch richtig gut, und das ist immer noch die beste Grundlage für Erfolg.

Das ist sicher nicht immer ganz einfach, hol Dir dazu auch Beratung.

Gruss, Werner B.
Pati333
Hat sich gelöscht
#5 erstellt: 14. Jun 2004, 21:29
servus,

danke für all die antworten.

ja, ihr habt recht, ich hätte das vielleicht anders ausdrücken sollen: Ein guter, fest angestellter Jurist verdient normalerweise mehr als ein guter, fest angestellter Geiger.

@Markus: Dir muss ich voll und ganz zustimmen. Es zählt nicht nur das wirkliche Können, vielmehr zählen fast die Connections zu guten geigern und renommierten musikern. Auch andere faktoren, wie z.B. wie gut (teuer) das instrument ist, spielt eine große rolle!

@Werner_B.: Sicher ist es so, dass es zuviele juristen gibt. Ich glaube aber, dass dieses Problem bei Musikern noch viel schlimmer ist. Wie Astrid schon sagte ist die konkurrenz enorm hoch (vor allem in japan und co. wachsen viele aussergewöhnliche techniker heran)und die studienplätze sind begrenzt.

Dennoch denke ich, dass wenn man wirklich gut übt und es oft genug probiert man in einem orchester aufgenommen wird. Doch die frage ist nur in welchem!

Auch werden in letzter zeit viele renommierte orchester aus dem etat gestrichen, sodass viele gehälter bzw. die anzahl der musiker gekürzt werden.

Aber wenn man in der tvk b grade mal 2000€ verdient und die ganze kindheit damit verbracht hat, geige zu üben, bewerte ich dieses gehalt doch als relati wenig. Zumal man bedenken muss, dass in den b-orchestern auch wirklih gute geiger sitzen.

Weiß zufällig auch zufällig jemand, wie der ungefähre leistungsstand der berliner phiharmonie ist? stimmt es, dass fast alle aus diesem orchester preise (jugend musiziert auf bundesebene, wieniawski wettbewerb etc.gewonnen haben?
Astrid
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 15. Jun 2004, 01:19
Hej Patrick,


Weiß zufällig auch zufällig jemand, wie der ungefähre leistungsstand der berliner phiharmonie ist? stimmt es, dass fast alle aus diesem orchester preise (jugend musiziert auf bundesebene, wieniawski wettbewerb etc.gewonnen haben?


das weiß ich zwar nicht, aber ich gehe ganz stark davon aus! Bei den angehenden Musikstudenten, die ich kenne, sind so viele Preisträger (und wo die mal landen - ob es nach dem Studium zum Orchestermusiker überhaupt reicht - steht ja in den Sternen!), daß ich sicher bin: In den ganz großen Orchestern sitzen hauptsächlich Leute, die auch als Solisten reüssiert hätten!

Grüße,

Astrid
Albus
Inventar
#7 erstellt: 15. Jun 2004, 10:19
Morgen,

was unter dem postulierten 'Jeder befähigt zur Solistenkarriere' heraus, typisch aber abweichend herauskommt, kommt gelegentlich zu Gehör: Dann, wenn der Mann/die Frau vom 1. Pult meint, auch das Violinkonzert von Herrn L. van Beethoven als Solist zur Aufführung bringen zu wollen (wozu er vertraglich häufiger das Recht hat) - oh je; oder der 1. Trompeter macht sich über Hummel her, der Stimmführer der Cellisten über A. Dvorak usw. usf. Begabungen spendet der Himmel, viele wählen den Beruf - aber nur einige sind berufen. Sie wissen mehrheitlich was ihnen bestimmt ist: 'Tuttischwein' - so die Orchesterleute, die sich über das Können der Dirigenten ihre Gedanken machen.
Zur Kammermusik, zur Trauermusik, satzweise zur Abdankung bestellt und teuer bezahlt von den Trauernden, dahin zieht es die tüchtigen Orchesterleute. Und - gelegentlich, in schwachen oder sentimentalen Momenten, träumen sie den Traum eines Geistersehers: meine Solistenkarriere. Musik als Beruf ist verschieden von Musik als Berufung. Preise gibt's wie Sand am Meer. Aber Musiker sind etwas Seltenes.

Piatigorsky kam sZt. als hungernder Russe nach Berlin, abgemagert spielte er mit Artur Schnabel Kammmermusik, in dessen berliner Domizil, der Orchestervorstand der Berliner Philharmoniker, ein Herr ... (Name entfallen), Violinist, war der Dritte. Der Herr Orchestervorstand, hingerissen wie Schnabel von Piatigorskys Musik (Musik, nicht Interpretation) engagierte Piatigorsky auf der Stelle auf die Stelle des 1. Cellisten, die Stelle war gerade frei.

So spielt das Leben. - Nachsatz 2: Der Flötist Paul Bose, Geschäftsführer der Berliner, war derjenige, der Piatigorsky von Schnabel zu den Berliner Ph. mitgebracht hat, zum Vorspielen (Schumann, Bach, Dvorak, Don Quixote etc). Furtwängler, begeistert, umarmte P. und bot ihm die Stelle als Solocellist an, der Vertrag ward sofort ausgefertigt.

MfG
Albus

NS: Brendel meinte, viele, die eine Pianistenkarriere anstrebten, könnten als Klavierstimmer mehr für ihre geliebte Kunst tun. Schnabel meinte, heutzutage kommt eine als schaumgeborene Venus daher und schon ist man ein Star. - Orchestermusiker ist ein schöner Beruf, wenn man seine Bestimmung ernst nimmt. Das Leben als Orchestermusiker hat reichlich Schwierigkeiten, man denke nur an die Gehörprobleme, die Gruppendynamik. Alles Phänomene, die man nicht sieht (die Hintertreppe), was es aber leider gibt.
A.


[Beitrag von Albus am 16. Jun 2004, 08:39 bearbeitet]
AquaOne
Neuling
#8 erstellt: 15. Jun 2004, 12:18
Der Herr hieß Furtwängler
Astrid
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 15. Jun 2004, 13:07
Hallo Albus,

ich stimme Dir zu, was Orchestermusiker im allgemeinen betrifft. Ganz sicher hat es da bei so manchem zur Solistenkarriere nicht "gereicht", und nun fühlt er sich im Orchester eigentlich fehl am Platze. Beziehst Du das aber auch auf die Berliner Philharmoniker, von denen ja die Rede war?


Orchestermusiker ist ein schöner Beruf, wenn man seine Bestimmung ernst nimmt


Da stimme ich Dir vollkommen zu. Die Probleme, die Du erwähnst, liegen allerdings auf der Hand!

Grüße,

Astrid
Albus
Inventar
#10 erstellt: 15. Jun 2004, 13:59
Tag erneut, Tag Astrid,

auch die Herrschaften der Berliner Philharmoniker sind mit gemeint. Herr Hans Maile als Violinsolist, die Kammermusik-Ensembles, die 12 Cellisten (der Berliner ...).

Die Soziologie von Kulturorchestern macht vor Spitzenvereinigungen nicht Halt. Dann die verbreitete Geldgier, neben der ganz furchtbaren Eitelkeit. Dirigenten, die keine lukrativen Schallplatten-Verträge mitbringen sind uninteressant, darüber streitend, wurden schon Verhältnisse zersetzt. Ja, zwischen Spitzenorchester und dem Chef-Dirigenten.

Die Banalität des Lebens ist unzerstörbar wie eine Plastikflasche (Danilo Kis). Alltag, die Form schließt auch den Musikeralltag ein, auch den so genannten Star-Alltag.

MfG
Albus


[Beitrag von Albus am 16. Jun 2004, 08:23 bearbeitet]
Astrid
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 15. Jun 2004, 14:09
Hej Albus,

Zustimmung, was die Soziologie betrifft. Aber wir sprachen ja von der Qualifikation!

Grüße,

Astrid
Werner_B.
Inventar
#12 erstellt: 15. Jun 2004, 14:44
Albus,


Dann die verbreitete Geldgier ...


Deine geschätzten Worte in Ehren, nur wo ist sie nicht? Es ist keine Eigentümlichkeit des Musikbetriebes an sich ausser vielleicht einer graduell höheren Ausprägung denn an anderen Orten.

Rechne ich schnell Astrid's Zahlen zusammen, so ist die Spitzenangabe EUR 3448 pro Monat. Ein übliches Salär, zu dem in meiner Branche (Software, Professional Services) bis vor 4 Jahren Universitätabsolventen zur Arbeit gelockt wurden (teilweise gar höher). Es ist nicht sooo furchtbar niedriger heute. Bei Geldgier denke ich ebenfalls an all die Vertriebsaufgaben in unserer Wirtschaft, bei der Eitelkeit an Werbeagenturen, Medien und etliche Spitzenmanager. Die Frage ist eher: wo nicht?

Und, ja, - Astrid - es ging um die Qualifikation - das Menschliche ist überall mehr oder weniger ausgeprägt. Kein schwarz-weiss, nur ein mal helleres, mal dunkleres Grau (ich habe im Laufe meines Berufslebens so um 25 Unternehmen intensiv, jeweils mehrmonatig von innen gesehen, im Service kommt man rum).

Gruss, Werner B.
stadtbusjack
Inventar
#13 erstellt: 15. Jun 2004, 15:29
Moin,

professioneller Musiker (ich kenne den ein oder anderen) kann man IMHO eigentlich nur werden, wenn eine riesige Portion Idealismus dabei ist. Wegen des Geldes macht das wohl keiner. Die Bezahlung ist zwar nicht so schlecht, aber der Aufwand extrem hoch und die Arbeitszeiten mies. Ich spreche jetzt nicht nur von Orchestermusikern, aber wann hat denn ein U-Musiker (und vielfach auch ein Orchestermusiker) seine Auftritte? Richtig, Samstags abends. Als Musiker kann man eigentlich davon ausgehen, dass (zumindest inder Hochsaison) so ziemlich jedes Wochenende verplant ist. IMHO ist die Bezahlung für diesen gewaltigen Aufwand viel zu gering.
Albus
Inventar
#14 erstellt: 15. Jun 2004, 16:14
Tag,

Qualität? Man muss zum Vorspiel zugelassen werden und das Vorspiel vor dem Auswahl-Ausschuß gewinnen. Das letzte Wort hat der Chef-Dirigent, Veto, vertraglich zugesichert. Menschlich-allzumenschliche Beweggründe bestimmen die Entscheidung: man erinnere den Fall Sabine Meyer, Klarinette.

Qualität hat Routine zur ständigen Bedrohung. "Sie kennen das Werk, ich kenne das Werk, wir sehen uns beim Konzert." Das ist die Veralltäglichung, bis hin zur Probenaversion und puren Verrichtungsmechanik. "Mucke, ich hab' 'ne Mucke, die lass' ich mir nicht kaputt machen! Ich muss los. Das hat er alles schon mal gesagt."

MfG
Albus
TobeyW
Ist häufiger hier
#15 erstellt: 16. Jun 2004, 10:50

ja, ihr habt recht, ich hätte das vielleicht anders ausdrücken sollen: Ein guter, fest angestellter Jurist verdient normalerweise mehr als ein guter, fest angestellter Geiger.


Vielleicht hast Du zu viele Filme gesehen und meinst Jurist/Anwalt = viel Geld !

Ich würde mich an Deiner Stelle lieber mal ernsthaft erkundigen. Nur drei kurze Anmerkungen noch :

1. Schau mal auf der Internetseite des Arbeitsamtes das durchschnittliche Einkommen nach !

2. Juristen gehören zu den sog. Freiberuflern, was idR auch schamlos vom "Arbeitgeber" ausgenützt wird. 50-60 Stundenwoche und alle Versicherungen selbst bezahlen ist die Regel !

3. Erkundige Dich mal bei Versicherungen, wer in den Rechtsabteilungen so als einfacher Sachbearbeiter arbeitet. Überqualifizierte Volljuristen die lieber einen geregelten Arbeitstag mit sozialer Absicherung haben wollen.

Da wünsche ich Dir viel Spass beim Studium und Glück danach !!!



Dann die verbreitete Geldgier ...


Auf Hochschuldozenten/Professoren stimmt dies leider sehr oft voll zu. Wenn ich mir z.B. einen mir bekannten Blechprofessor ansehe, der sich schon so vorstellt (das ist kein Witz !) :

Grüß Gott, Professor....C 4 !

Der hat gerade mal drei Hauptfach-Studenten, aber noch eine weitere Professur in Österreich !
Pati333
Hat sich gelöscht
#16 erstellt: 16. Jun 2004, 15:52
Hallo TobeyW,

vielleicht hättest du mal ordenlticher lesen und denken sollen, bevor du so etwas schreibst:

zufälligerweise habe ich mich in sachen jura ziemlich genau erkundigt, was das gehalt angeht, weil das in der schule in form eines aufsatzes und eines referates gefordert wurde!

Zweitens: Ich habe bei einem Rchtsanwalt ein Betriebspraktikum absolviert, also wage ich zu behaupten, dass ich einen tiefen einblick in die arbeitswelt eines rechtsanwaltes bekommen habe, die nicht nur auf der basis des internets beruht!

Drittens: Ich habe geschrieben, dass die rechtsanwälte in einer kanzlei gemeint sind, deren job "gesichert" ist. Also spreche ich nicht von freiberuflern!

Viertens: geld ist in relation zu setzen! im gegensatz zu orchestermusikern in c-orchestern verdienen auch juristen viel. und da dir ja sicherlich nicht entgangen ist, dass es in dieser sparte um orchester geht, hättest du dir das ja auch denken können!

mfg Patrick H.
Albus
Inventar
#17 erstellt: 16. Jun 2004, 16:10
Tag,

wie gut bist Du potentiell - als Geiger, als Jurist? Hattest Du schon berühmte Lehrer? Hattest Du schon Kompositionsunterricht? Hast Du schon ein Hochbegabten-Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes oder einer anderen Einrichtung, die außerordentliche Talente und Begabungen monetär und ideell fördert? Spielst Du im Schulorchester? Hast Du schon Kontakte zu Orchesterleuten? - Überleg' Du nur gut und verschaffe Dir 'tiefe Einblicke' in lebenspraktischer Absicht. Warst Du schon bei der Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit? - Oder doch lieber Beamter im Schuldienst: Oberschulrat? Oder - hast Du einen Genietraum?

MfG
Albus


[Beitrag von Albus am 16. Jun 2004, 16:11 bearbeitet]
TobeyW
Ist häufiger hier
#18 erstellt: 16. Jun 2004, 17:45
Lieber Patrik

Du klingst gleich so beleidigt. Man beantwortet Deine Frage und Du bist beleidigt ???

Ich sagte doch : Viel Spass beim Studium und Glück danach !

P.S. : Jeder ist ja bekanntlich seines Glückes Schmied
Jazzy
Inventar
#19 erstellt: 17. Jun 2004, 13:33
Hallo Patrick!
Bevor du Jura studierst,könntest du noch eine Entscheidung in der Groß/Kleinschreibung herbeiführen ,nichts für ungut......
Pati333
Hat sich gelöscht
#20 erstellt: 17. Jun 2004, 14:47
...hahahahaha!

als wenn ich nicht wissen würde, dass man orchester groß schriebt. Nur bin ich zu faul jedes mal die großbuchstabentaste zu drücken, wenn du mehr zeit hast, kannst du es ja machen!
Oder ich schreib ab jetzt so:
AB JETZT SCHREIBE ICH ALLES IN GROSSBUCHSTABEN; DAMIT AUCH ALLE ZUFRIEDEN SIND!
Astrid
Ist häufiger hier
#21 erstellt: 17. Jun 2004, 15:11
Hej Patrick,

investierst Du Deine Zeit lieber ins Geige-Üben ? Sehr vernünftig !

Aber nach Deinem letzten Satz klingelt's mir in den Ohren - vielleicht solltest Du das mit den Großbuchstaben doch lieber lassen, ich selbst werde jedenfalls nicht gern angeschrieen!

Grüße,

Astrid
Jazzy
Inventar
#22 erstellt: 17. Jun 2004, 15:24
Hallo Patrick!
Dann sei mutig und konsequent: schreibe alles klein
Alfred_Schmidt
Hat sich gelöscht
#23 erstellt: 17. Jun 2004, 15:26
Es war bisher in diesem Forum nicht üblich User auf Rechtschreibmängel aufmerksam zu machen (in anderen sehr wohl), und es wird auch in Zukunft nicht üblich sein.
Neue User mögen sich bitte an die Gepflogenheit in diesem Forum anpassen, umgekehrt wird das nicht der Fall sein.
Bitte beim Thema bleiben.
Wir möchte hier keine Anpassung an andere Foren.

(und bitte auch nicht in Großbuchstaben schreiben, das bedeutet im Internet nämlich schreien, also nur Posten, wenn man gerade mal nicht zu faul ist. Postings die ohne ersichtlichen Grund in Großbuchstaben gesandt werden, werden von mir abgelehnt)

Um den Thread nicht weiter abdriften zu lassen, allfällige Kommentare via PM an mich.

Gruß
a.s.
Moderator
Astrid
Ist häufiger hier
#24 erstellt: 17. Jun 2004, 15:38
Verehrter a.s.,

na, was denn nun: Machen wir auf "Rechtschreibmängel" aufmerksam oder nicht?

Ich schicke diese Frage nicht als pm, weil aus Deinem Beitrag für mich (und vielleicht auch für Patrick?) nicht so recht hervorgeht, wie Du's nun gern hättest. Willst Du keine Kritik an seiner Schreibweise oder forderst Du ihn auf, sich anzupassen (an wen dann aber, denn nicht jeder hier ist in der Rechtschreibung sattelfest?). Beides könnte man herauslesen.

Erwartungsvolle Grüße von

Astrid
nullchecker
Hat sich gelöscht
#25 erstellt: 17. Jun 2004, 16:02
2 Dinge:
(i) Halte den "ernsthaften" Musiker durchaus fuer einen Berufenen, d.h. ohne eine gewisse Leidenschaft (die fehlte mir wohl etwas, denn auch ich stand einmal vor der Entscheidung Musik zu studieren) ist da IMHO nicht viel drinn.
Sicher spielt die Reputation eine nicht unwesentliche Rolle, doch sorry, das ist doch in anderen Bereichen nicht grundsaetzlich anders.
Die Frage nach dem moeglichen Verdienst ist m.E. sicher legitim, aber darf IMHO nur einer von vielen Aspekten sein.
Wenn man davon ueberzeugt ist, das Musikstudium durchziehen zu wollen und koennen, sich dem staendigen Pruefungsstress aussetzen zu wollen, auch im "Mittelmass" (was Orchester und Repertoir betrifft) aufbluehen zu koennen, ... dann soll man es doch machen (oder doch nicht ?).

(ii) die penetrante Kleinschreibung geht mir persoenlich dermassen auf den Wecker (sorry, es ist eine Unverschaemtheit gegenueber den Lesenden), dass ich mich dazu garnicht mehr aeussern mag.
NC
Alfred_Schmidt
Hat sich gelöscht
#26 erstellt: 17. Jun 2004, 16:04
Für alle zum Mitschreiben:

Es widerspricht den Gepflogenheiten des Internets Rechtschreibmängel auszubessern. (Netiquette)

Es widerspricht auch den Gepflogenheiten der Netiquette in Großbuchstaben zu schreiben. Falls dies dennoch aus Unwissenheit doch geschieht, wird jener Moderator, den das betrifft,wenn er es für angebracht hält, den User diskret via PM (im Wiederholungsfalle je nach Gegebenheit auch Öffentlich)darauf aufmerksam machen.

Eine PM folgt
a.s
Moderation
Astrid
Ist häufiger hier
#27 erstellt: 17. Jun 2004, 16:35
Hallo nullchecker (also ehrlich, was für ein Nick - so möchte ich eigentlich niemand ansprechen ),


Halte den "ernsthaften" Musiker durchaus fuer einen Berufenen, d.h. ohne eine gewisse Leidenschaft (die fehlte mir wohl etwas, denn auch ich stand einmal vor der Entscheidung Musik zu studieren) ist da IMHO nicht viel drinn.


da stimme ich Dir zu! Es ist traurig, so manche Orchestermusider zu beobachten; die gelangweilten, unbeteiligten Gesichter zu sehen und im Gegensatz das - auch für mich die Freude steigernde - Engagement, mit dem Leute spielen, denen offensichtlich wirklich etwas an der Musik liegt. Ich denke, wem es hauptsächlich darauf ankommt, gut Geld zu verdienen (damit meine ich nicht, daß das bei Dir der Fall ist, Patrick!), für den ist das wegen der Arbeitszeiten, der notwendigen engen Zusammenarbeit mit anderen (das beinhaltet ja eine enorme Kontrolle: durch Dirigenten, Kollegen...) etc. ein undankbarer Beruf.

Grüße,

Astrid

(P.S. Schau' doch mal diese Seite an:
http://www.vandenhoe...schreibung_text.html

Ich persönlich finde, man kann sich dran gewöhnen. Und als Unverschämtheit ist's sicher nicht gemeint!)


[Beitrag von Astrid am 17. Jun 2004, 16:35 bearbeitet]
Elric6666
Gesperrt
#28 erstellt: 17. Jun 2004, 16:46
Hallo Pati333,
Hallo Miteinander,

eigentlich verstehe ich die Frage nicht wirklich.

Ob Musiker oder Anwalt – oder was noch! Mittelmäßig begabte, fleißige .... werden
eben mittelmäßig verdienen und ggf. auch als erste durch das Raster fallen.

Als Musiker, hat man aber sicher wesentlich mehr Möglichkeiten sein Gehalt
aufzubessern. Nur – dann müsste man auch wieder fleißig sein – aber nicht
überragend gut.

Gruss
Robert

PS: (Netiquette) – steht da nicht auch etwas über das Hallo/ Hi/ Servus xxxxx
Susanna
Hat sich gelöscht
#29 erstellt: 17. Jun 2004, 21:18
Albus:

Oder - hast Du einen Genietraum?



Bravo, Albus! Deine Worte sind hart, ehrlich und vielleicht nützlich! Es ist manchmal nicht zu fassen, was potentielle Musiker von sich geben! Ich meine jetzt gar nicht unbedingt den Pati. Viele sind wirklich zu blauäugig; man spielt gern und recht gut ein Instrument, hat mal einen Regionalwettbewerb "Jugend musiziert" gewonnen, studiert sein Instrument an einer MusHS, dann - nach 50 (fünfzig) und mehr vergeblichen Versuchen, bei einem Orchester unterzukommen, das große Jammern.

@ Pati: Wenn Du allerdings meinst, Musiker und nur Musiker käme für Dich in Frage, solltest Du das auch versuchen. Dann rate ich Dir aber, ganz schnell jeden Gedanken an eine Juristenlaufbahn schleunigst zu verbannen. Er (der Gedanke) lähmt das Musizieren.

Gruß,
Susanna
Pati333
Hat sich gelöscht
#30 erstellt: 17. Jun 2004, 21:47
Ich kriege ja ordentlich was drauf in diesem Forum!

An alle: Es geht mir nicht darum, möglichst viel Geld zu verdienen und dabei die Musik zu vergessen. Nur überlege ich, was ich für eine Karriere ich anschlagen soll, weil ich sowohl in der Schule als auch im Geigen gleich gute Leistungen bringe! Geige spielen würde ich natürlich weiterhin, nur eben nicht im Beruf.

Ausserdem trifft es bei mir nicht zu, dass ich gelangweilt spiele. Derzeit bin ich sogar dabei zu lernen, langweiliger zu spielen. Einige Profs haben bei mir bemängelt, mit zu viel hingabe, emotion und leidenschaft zu spielen und so muss ich das jetzt ändern!

Arbeitszeiten sind mir ebenfalls egal, ich übe alleine ja schon sehr lange!
Pati333
Hat sich gelöscht
#31 erstellt: 17. Jun 2004, 21:54
Und wenn ich ein Stück spiele, stehe ich auch voll und ganz dahinter und versetze mich in die Lage des Komponisten. Nur ist es beim Studieren im Geigen und Musik so eine sache... (es zählt eben nicht nur das Können). Aber genauso ist es bei Schulprojekten....

Übrigens danke an Astrid, sie ist bisher die einzige, die mich hier nicht kritisiert...

An Alfred: So sehr ich deine gehobene Art des Schreibens auch schätze, gefällt mir das Wort "Rechtschreibmängel" in deiner Erörterung nicht. Denn Mängel liegen nur vor, wenn Fehler unwillentlich geschehen und ich bin einfach nur zu faul, die Wörter alle groß zu schreiben. Da kann man nicht von Mängeln sprechen! Übrigens: Welche Noter hattest du eigentlich in Deutsch?


[Beitrag von Pati333 am 17. Jun 2004, 21:55 bearbeitet]
Susanna
Hat sich gelöscht
#32 erstellt: 17. Jun 2004, 22:05

Übrigens danke an Astrid, sie ist bisher die einzige, die mich hier nicht kritisiert...

Hallo Pati!

....und Susanna ist die Zweite, die Dich nicht kritisiert! Du wolltest unsere Meinungen, leider sind die z. T. nicht "weich gespült". Sei doch froh, wenn Dir Kenner hier nichts vormachen! Ein arbeitsloser Musiker ist nun mal nicht so schön!

Grüße,
Susanna

P.s. Laß' Dich nicht unterkriegen! Rechtschreibung ist zwar schon wichtig, aber nicht alles!
Alfred_Schmidt
Hat sich gelöscht
#33 erstellt: 17. Jun 2004, 22:30
Wenngleich ich der Meinung bin, daß meine privaten Sachen nicht hierhergehören antworte ich *ausnahmsweise* in Bezug auf meine Deutsch-Note trotzdem: (ob man mirs glaubt oder nicht). Ich hatte fast ausnahmslos: Sehr gut.
Ich verbesserte bereits mit 13 einen 22jährigen Deutsch-Lehrer an der Tafel, der da nicht so gut drauf war. Er zog sich gänzend aus der Affaire (bewusst eine alte Schreibweise benutzt ):
Er sagte des öfteren: "Im Zweifelsfall brauche ich ja nur Herrn Schmidt zu befragen, den ewig ironischen Lächler.
Und bitte keine solche privaten Fragen in die Threads.
Sie zerstören den Fluß und senken das Niveau.
Geantwortet hab ich, damit ein ellenlanger Thread über meine Deutschnote unterbleibt. Wer darüber diskutieren will kann das im Forum Allgemeines OT tun. Hier wird alles vom Therma abweichende gelöscht, eventuell auch dieser Beitrag von mir, wenn er sich als störend herausstellen sollte.

Damit Du aber auch von mir was mitbekommst:

http://www.wienerphilharmoniker.at/german/werdegang.htm


PM folgt

Gruß
Alfred
nullchecker
Hat sich gelöscht
#34 erstellt: 17. Jun 2004, 22:34
Oh je, mal abgesehen, von der der Gross- und Kleinschreibung:
Wollte nur darauf aufmerksam machen, dass einfach einige Dinge auf einen Berufsmusiker zukommen koennen.
Nach der 2365-ten Auffuehrung eines Musicals oder bei einem der ueblichen Auftritte mit dem Kurorchester ... kann man IMHO von dem Musiker nicht verlangen, dass er dann noch voller Elan immer bei der Sache ist.
Da sitzen ebenso Menschen, die einer (durchaus harten) Arbeit nachgehen.
Solche Dinge sind m.E. eben durchaus zu beruecksichtigen, ebenso dass man (auch nach hervorragenden Abschluessen) im Normalfall (gilt natuerlich auch fuer andere Bereiche) halt "ganz klein" anfaengt ...
All das sollte die Liebe zur Musik (auch wenn sie nicht so gespielt wird, wie man es gerne haette)"ueberbruecken" koennen ...
NC
TobeyW
Ist häufiger hier
#35 erstellt: 17. Jun 2004, 23:28
Hallo

was zeichnet eigentlich einen guten Juristen aus ?

Er bleibt beim ursprünglichen Gedanken bzw. bei der ursp. Frage und springt nicht hin und her !!!

Man stellt zuerst die Frage nach dem Verdienst eines Musikers, will aber eigentlich wissen, was man aus seinem Leben machen soll. Dann beschwert man sich darüber, dass man ordentlich was darauf bekommt !

Nun sollte man sich vielleicht mal fragen :
Ist man für das juristischen Antwort/Frage-Spiel überhaupt geeignet ???
Werner_B.
Inventar
#36 erstellt: 18. Jun 2004, 09:41
Touchè!
BassTrombone
Inventar
#37 erstellt: 18. Jun 2004, 10:53
hey nullchecker.....hallo an alle....

in einem punkt hast du völlig recht...mein ehemaliger, erster und seeliger Posauenlehrer berichtete mal , dass er insgesamt in seinem leben ca. 250 mal My fair Lady gespielt hat, und das er ab dem 50. mal das ganze Stück auswendig konnte. Also seine Stimme sowieso, aber auch alle anderen Gesangsstimmen...er hätte quasi als Souffleur tätig werden können......man sieht es gibt hier Ausweichreaktionen um die extremen Wiederholungsraten zu ertragen um nach wie vor eine untadelige Leistung anzuliefern.....und die armen "Tuttischweine" tun mir sowieso leid.....

richtig leid taten mir die Kollegen, die vor mir saßen, die mussten bei Brucknersinfonien und Abständen von lediglich einem Meter zu meinem Schallbecher Schalldrücke von weit über 100 db ertragen....aber was soll Instrumentalist machen, wenn der dirigent mehr Substanz fordert ?

Leider bin auch ich immer lärmempfindlicher als Musiker geworden, denn nur unweit vom meinem rechten Ohr befand sich das Schlagwerk...und das "Eingedudel" im Orchstergraben ist schlichtweg nicht ertragbar.....

Viele Streicher sind ab einem gwissen Alter auf dem linken Ohr hörgeschädigt und haben durch die Zangshaltung HWS Probleme oder schwerwiegende Haltungsschäden...das betrifft auch Contrabassisten....

Der immense Stress bei Solostellen und vor allem die Schelte bei einer, na sagen wir mal Grenzleistung, ist immens hoch und dem ist nicht jeder gewachsen, legt man als Musiker doch nicht nur eine Arbeitsleistung hin, sondern offenbart mit jedem Ton sein innerstes musikalisches Empfinden, ja seine gesamte musikalische Persöhnlichkeit und in Jahrzehnten erworbenes Können....diesem Stress ist nicht jeder gewachsen...manche schämen sich schon bevor sie den ersten Ton gespielt haben.....

Gerade im Orchster werden aus Sachzwängen heraus geltende Arbeitsschutzrichtlinien permanent übertreten (geht ja auch garnicht anders), insbesondere die Lärmschutzvorschriften...die zuständige Verwaltungs-Berufsgenossenschaft als Ersatzpflichtiger für Berufskrankheiten kann ein Lied davon singen....

Aus heutiger Sicht kann ich einem jungen Musiker nur empfehlen, sich eingehend mit der frage zu beschäftigen, ob man ein Orchesterleben will, mag und meint es auch Jahrzehnte lang durchstehen zu könnnen...meine ersten Posaunenlehrer haben mir immer davon abgeraten !!!!!!!

Zum Verdienst kann ich sagen:
Der Verdienst ist wirklich der Applaus und die Selbstbestätigung "heute war ich richtig gut und der Dirigent hat mich als einzelnen beim Applaus rausgepickt und ich musste alleine aufstehen"....das ist eine besondere Ehre und mit Geld nicht aufzuwiegen...

natürlich brauch man auch Geld zum Leben....das ist in deutschland je nach orchstereinteilung a-d gestaffelt und dann noch Unterschied Tuttisau, Pult oder Solostelle....an Orchster A hat man ausgesorgt (z.b. alle Radiosinfonierorchster und große Opernhäuser) in B kann man gut leben (z.B. städtische Orchster) in C wirds knappp uund man brauch doch einige Mucken nebenbei.....in D wird haarig.....

Feststellen muss man auch: Je höher das Orchster, desto weniger Dienste hat man für mehr Geld...oder umgekehrt...je niederiger die Kategorie....mehr Dienste für weniger Geld....

So ich hoffe der Einblick und Erfahrungsbericht war für einige hier interessant....

grüße


[Beitrag von BassTrombone am 18. Jun 2004, 10:55 bearbeitet]
Albus
Inventar
#38 erstellt: 18. Jun 2004, 11:11
Tag,

auch noch etwas Empirie? Etwas Lektüre zum besseren Verständnis des Musikerlebens? Dies:

Maximilian Piperek, Stress und Kunst. Gesundheitliche, psychische, soziologische und rechtliche Belastungsfaktoren im Beruf des Musikers eines Symphonieorchesters, Wilhelm Braumüller, Universitäts-Verlagsbuchhandlung, Wien: 1971. Mit Messungen während Konzerten und vergleichsweise während Proben (Dirigenten Josef Krips und Yuri Temirkanov).

"Da sprach der alte Häuptling der Indianer: Wild ist der Westen, schwer ist der Beruf, ugh!" - Die Banalität des Lebens ist unzerstörbar ...

MfG
Albus


[Beitrag von Albus am 18. Jun 2004, 11:12 bearbeitet]
Astrid
Ist häufiger hier
#39 erstellt: 18. Jun 2004, 12:52
Hallo Heiko,

wichtig, daß Du was aus eigener Erfahrung dazu geschrieben hast!

In meinen Ohren klingt es aber ein bißchen zu negativ. Die (zugegeben wenigen) Orchestermusiker, die ich kenne, machen eigentlich den Eindruck, als seien sie richtig glücklich in ihrem Beruf. Es sind allerdings alles Leute - und das spielt meiner Meinung nach eben die entscheidende Rolle - die mit großem Engagement und deutlicher Liebe zur Musik bei der Sache sind (naja, und es handelt sich um ein A-Orchester - und wenn die Gehaltsunterschiede so gravierend sind, wie Du sagst, trägt das sicher zur Zufriedenheit bei ).

Ich glaube einfach, daß es, wenn man die Musik, die man dann spielen muß, wirklich liebt, ein wunderbarer Beruf ist. (Etliche Musikschüler aus meiner Bekanntschaft haben überhaupt keinen Draht zur Klassik, im Konzert sehe ich sie nur, wenn ein Solist auf "ihrem" Instrument spielt - sollten die mal im Orchester landen, sehe ich schwarz...).

Ich bin übrigens nicht ganz uneigennützig darin, die positiven Seiten an diesem Beruf zu betonen, weil es das Traumberufsziel meines Sohnes ist und ich ihn darin bis jetzt bestärkt habe. Wir wollen uns doch nicht unsere Illusionen rauben lassen !

Grüße von

Astrid
BassTrombone
Inventar
#40 erstellt: 18. Jun 2004, 13:24
hey astrid....

ich hätte natürlich auch noch die schönen Orchsterreisen, die symphatischen Kollegen, mir angenehme Arbeitszeiten (nie vor Zehn Uhr, und meist abends), die Freude am Instrument, Glücksgefühle für eine gut gemeisterte besonders schwierige orchsterstelle...etc .....beisteuern können.....wichtig war mir nur, das man nicht blauäugig in den Beruf geht und vor allem vorbereitet ist, das die Trennung Spreu vom Weizen schon beim Probespiel an der Musikhochschule anfängt und das es wirklich hart ist mehrfach abgelehnt zu werden und das nur nach 3 - 8 Tönen......ich denke dein Nachwuchs sollte trotz aller toller Förderung deinerseits auch über die negativen Seiten informiert sein...

grüße heiko
Markus_Berzborn
Gesperrt
#41 erstellt: 18. Jun 2004, 13:50
Zum Thema "Berufsmusiker oder nicht" würde ich gerne Leonard Bernstein zitieren: If you even ask: "Should I become a musician?" the answer is no.

Gruß,
Markus
Astrid
Ist häufiger hier
#42 erstellt: 18. Jun 2004, 14:06
Hallo Heiko,

da hast Du natürlich recht! - und Markus' Zitat trifft genau den Punkt!

Grüße,

Astrid
Kakapofreund
Inventar
#43 erstellt: 18. Jun 2004, 15:12
Ich kann da nicht ganz zustimmen!

Sicher, ihr kennt mich nicht, aber wenn ich seitens meiner eigenen Person sprechen darf, so muss ich sagen, dass ich, egal um welche Entscheidung es geht (ausgenommen so elementaren Dingen wie Essen und Schlafen), IMMER Zweifel habe.

Also ist doch wohl auch der Zweifel, ob man Musiker werden sollte, oder nicht, als ein Wesenszug desjenigen, der sich die Frage stellt, anzusehen.

Ich selber denke mir, dass alles was man tut Risiken mit sich bringt. Ja, das ganze Leben ist ein einziges Risiko.

Um so schöner und beruhigender ist es für mich, dass man das Endziel des Lebens nie verpassen kann... *hug!... ich haben gesprochen*
Markus_Berzborn
Gesperrt
#44 erstellt: 18. Jun 2004, 16:12

Also ist doch wohl auch der Zweifel, ob man Musiker werden sollte, oder nicht, als ein Wesenszug desjenigen, der sich die Frage stellt, anzusehen.


Was Bernstein meinte, ist folgendes: Es gibt schon sehr viele Musiker und auch sehr viele gute. Wenn man da nicht im Mittelmaß versinken, sondern an die Spitze will, muss man im Prinzip "das Leben der Musik weihen". Natürlich gibt es immer ein paar genialische Ausnahmen und Multitalente, für die das alles eher ein Spaziergang ist, das sind aber wenige. Und wenn jemand mehrere Begabungen und Interessen hat, sollte er sich wirklich die Frage stellen, ob er nicht mit einem nicht-musikalischen Beruf finanziell und vom Arbeitsaufwand her besser fährt. Deswegen sagte Bernstein "Do it only if you're absolutely driven to it".

Gruß,
Markus
Pati333
Hat sich gelöscht
#45 erstellt: 18. Jun 2004, 22:59
Hallo Tobey W!

Falls es dir noch nicht aufgefallen ist, sind wir hier nicht im Gericht! Zeichnet es etwa auch jeden juristen aus, in seiner freizeit aus, seine Argumente streng zu verfolgen! (ich bleibe dabei, denk mal nach, bevor du so etwas schreibst!)

Zweitens: Würde ich auf meiner Anfangsfrage beharren, würde ich ewig aufeine antwort warten, weil keiner weiss, wieviel man in einem Orchester verdient! Und deswegen stelle ich eben andere Fragen. Ausserdem habe ich nur kurz eingeworfen, dass ich hier nur kritisiert werde (zufällig zeichnet auch dieses einen guten anwalt au, denn solche Angriffe gegen den Staatsanwalt schwächen sein Selbstbewusstsein und seine Offensive). Man wird ja wohl noch dazu beitragen können, dass es ein ordentliches Klima im Forum gibt, weil andere (Stänkerer wie du) es hier nicht gerade angenehm machen!

Drittens: Es entwickeln sich aus einer Anfangsfrage nunmal weitere Fragen! Ein Lehrer verharrt auch nicht den ganzen Physikunterricht auf einer Frage, sondern leitet aus dem gewonnen Wissen der Schüler weitere Fragen ab.

Nachdenken vorm Schreiben!

mfg Patrick H.
TobeyW
Ist häufiger hier
#46 erstellt: 19. Jun 2004, 00:13
Hallo

also wenn Du schon selbst sagst, dass keiner eine Antwort auf Deine Frage hat : Warum stellt Du sie dann überhaupt ?

Aber lass mal gut sein und fang nicht wirklich das stänkern an.

Ich halte mich jetzt bei diesem Thema raus (ist ja auch nicht wirklich so interessant).

Mach was Du denkst, stell Deine Fragen....

MfG TW

P.S.: Hoffentlich wissen die Orchestermusiker wenigstens wieviel sie verdienen.
Pati333
Hat sich gelöscht
#47 erstellt: 20. Jun 2004, 18:58
manche geiger sind aba auch vor aler genialität verrückt geworden! szeryng hat sich nach jedem mozart-konzert ne flasche champagner reingehauen, mustte mit kreide ein kreuz da machen, wo er stehen sollte, konnte dann aber genialer spielen als manch anderer! man sollte nicht zu verrückt werden!
Markus_Berzborn
Gesperrt
#48 erstellt: 20. Jun 2004, 18:59

szeryng hat sich nach jedem mozart-konzert ne flasche champagner reingehauen,


Was ist denn daran verrückt? Ein guter Champagner ist mir bei jeder Gelegenheit willkommen.

Gruß,
Markus
Pati333
Hat sich gelöscht
#49 erstellt: 20. Jun 2004, 23:33
Frage: Was ist denn daran verrückt?

Ja, nur das Problem ist, dass ihn während des Konzertes getrunken hat. Beim Applaus ist es ja üblich, dass man einmal die Bühne verlässt, um dann sich wieder zu verbeugen. Ja, und der Herr Szeryng hat sich eben in dieser Zeit, in der er nicht auf der Bühne stand, eine ganze Flasche reingehauen, konnte dann den Platz ohne seine Hilfe mit dem Kreidetrick kaum finden, spielte dann aber wieder genial!

Aber was ich eigentlich fragen wollte ist, ob du, Basstrombone selbst in einem Orchester spielst?
zoe
Ist häufiger hier
#50 erstellt: 07. Jul 2004, 17:02
zurück zum Thema:ein Artikel der New York Times zu den Orchester- und Dirigenten- und Verwaltergehältern.
http://www.nytimes.com/2004/07/04/arts/music/04TIND.html
Da kommt einem die Galle hoch.

zoe
AquaOne
Neuling
#51 erstellt: 13. Jul 2004, 15:39
der artikel geht net (ich registrier mich sicher nicht bei der nyt). Kannste ihn vllt direkt posten ?
Suche:
Gehe zu Seite: Erste Letzte |nächste|
Das könnte Dich auch interessieren:
Verschoben: Sinfonien und ähnliche Konzertwerke des 21. Jahrhunderts
Wann ist eine Neuproduktion von Standardrepertoire gerechtfertigt?
Klassik-Anfänger
Gründlicher hören
Kulturkritiker Karl Löbl gestorben
CD Aufnahmequalitäten weichen stark ab
Klassikempfehlungen
Richard Wagners Antisemitismus
Gute "klassische" Vorsätze für 2014?
Welches klassische Stück ist das?

Anzeige

Produkte in diesem Thread Widget schließen

Hersteller in diesem Thread Widget schließen

  • SEG

Forumsstatistik Widget schließen

  • Registrierte Mitglieder744.304 ( Heute: 60 )
  • Neuestes Mitgliedkuntakinte86
  • Gesamtzahl an Themen1.222.127
  • Gesamtzahl an Beiträgen15.524.940