3dLut Laserprojektoren?

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Steven69
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 27. Jul 2021, 13:40
Hallo,

Mit einem i1 display pro kann man ja sehr gut, bei lampenbasierte Projektoren, eine 3dlut erstellen.

Nun habe ich hier einen Epson LS10000 Laser Phosphor und da funktioniert es ja nicht, weil das Spektrum des blauen Laser (Spike) zu kurz ist.

Ich kenne nur den sehr teuren Weg (10000Euro) über ein Spektrometer was dann eine Korrekturtabelle für das Colorimeter erstellt.

Das wird ja auch ein Problem bei den zukünftigen JVC Laser Projektoren werden.

Kennt jemand einen bezahlbaren Weg zum erstellen einer 3dlut bei Laserprojektoren?

Danke
Steven
*KarlKlammer*
Schaut ab und zu mal vorbei
#2 erstellt: 28. Jul 2021, 04:54
Hi,

auch mit (Hybrid-)Lasern ändert sich nichts daran, dass man als "Field"-Sensor ein Colorimeter verwendet. Nur ist die Notwendigkeit, das Colorimeter gegen ein gutes Spectro zu profilieren, größer, als bei Lampen-Projektoren.

Du musst Dir aber nicht gleich selbst ein Spectro kaufen. Bei JeTi kannst Du Dir auch eins für eine Woche ausleihen (kostet natürlich auch etwas Geld).
vonswiss
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 28. Jul 2021, 07:40
Hallo.

Wusste ich nicht dass Mann bei Jeti Spectrometer mieten kann.
Steht das irgendwo auf der WebPage?

MfG
*KarlKlammer*
Schaut ab und zu mal vorbei
#4 erstellt: 28. Jul 2021, 08:44
Nein, sie bewerben das nicht auf der Website.
Ich hatte per Mail angefragt.
Omardris
Hat sich gelöscht
#5 erstellt: 28. Jul 2021, 09:49
Hi Steven,
es ist nicht so, dass ein EODIS3 bei einem Laser bzw. Hybridlaser völlig falsch misst, denn all diese Geräte sind auf die CIE1931-Norm abgestimmt. Es misst halt "etwas" ungenauer. Das gilt aber auch für andere Colorimeter, selbst hochpreisige.

Und genau in solchen Fällen hilft eine Profilierung, aber auch da stellt sich dann wieder die Frage nach der Genauigkeit.
Reicht ein i2pro2 von Xrite aus oder ist da ein Spectraval 1501 von Jeti besser, oder nimmt man nicht lieber gleich ein CS2000 von Minolta? Da beißt sich die Katze in den Schwanz und jeder Biss wird teurer.

Wie Karl() richtig geschrieben hat, kann man sich gute Spektrometer auch leihen. Dann muss man aber auch in der Lage sein, diese zu bedienen und vor allem braucht man die Software, um sie anzusteuern. Oft werden die Profi-Spektros nur von den (teuren) Profiversionen der Messprogramme unterstützt. HCFR z. B. kann mit einem Jeti 1501 nichts anfangen, DisplayCal aber schon.

Daher wird oft das i1pro2-Spektro von Xrite als Referenz verwendet. Wenn man sich so ein Teil von einem Freund oder Händler ausleihen kann, ist das bestimmt schon mal hilfreich.
Leider hat die Firma Xrite die grundsätzlich tolle Option des "Spektralsample-Abgleichs" des EODIS3 lizenzrechtlich derart zugemauert, dass es keine wirklich brauchbaren EDR-Dateien für Laserprojektoren gibt.

Allgemein reicht aber das Interesse am Thema "Sensor-Profilierung" von Null bis ca. minus Einhundert.
Lohnen tut sich der Aufwand für einen Epson LS10000 auf jeden Fall. Ein tolles Gerät, also nicht aufgeben!!

Hier mal - als Appetizer - das Ergebnis eines "mehrjährigen" LS10000, den ich fest auf DCI, D65 mit Gamma 2.4 kalibriert habe, um dann den Lumagen Radiance Pro von HDR BT2020 mit dynamisches Tonmapping auf SDR DCI umrechnen zu lassen. Hierzu wurde das Colorimeter (K10A) vorher mit meinem Programm "Profiler1" und dem Jeti 1501 auf den LS10000 profiliert.

Abdeckung DCI-Farbraum LS10000:

DCI-LS10000

Graustufen, Gammakurve:

Graustufen

Gruß
PF
Steven69
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 28. Jul 2021, 14:35
Vielen Dank für das Feedback!

@Ormardris Anhand von deinem Equipment sehe ich , du weisst wovon ich spreche.

Ich glaube es führt hier jetzt zu weit eine Lanze zu brechen, für eine ordentliche 3dlut Kalibrierung.

Zum LS10000 kann ich nur sagen, dass ich das Bild dermaßen "flach" fand mit einer so geringen Dynamik, dass ich (obwohl eine Kalibrierung mit Messprotokoll vom Händler vorhanden) nur von einer unzureichenden Einstellung ausgehen kann.

Ich kann aber verstehen, dass die Leute von dem neuen Lumagen entzückt sind. Der wird vernünftig mithilfe einer 3dlut auf den Projektor eingestellt.

Thats the way to go!

Grüße
Steven


[Beitrag von Steven69 am 28. Jul 2021, 14:39 bearbeitet]
Armin289
Stammgast
#7 erstellt: 28. Jul 2021, 15:24

Steven69 (Beitrag #6) schrieb:
Vielen Dank für das Feedback!

Zum LS10000 kann ich nur sagen, dass ich das Bild dermaßen "flach" fand mit einer so geringen Dynamik, dass ich (obwohl eine Kalibrierung mit Messprotokoll vom Händler vorhanden) nur von einer unzureichenden Einstellung ausgehen kann.

Grüße
Steven


Von Kalibrierung wird auch schon gesprochen wenn nur RGB-Offset und -Gain eingestellt wurden. Wurde auch der Gamma-Verlauf eingestellt? Der Farbraum vermessen und eingestellt? Die Farbsättigungen justiert? Erfolgte die Kalibrierung aktuell oder beim Neugerät? Auch die Epson driften, insbesondere beim Gamma. Eine 3D-Lut kann auch nur den Farbraum nutzen den der Projektor mit seinen gewählten Einstellungen zur Verfügung stellt.


Wenn Du ein i1display besitzt kannst Du dies mit HCFR auch zunächst selbst prüfen und ggfls. am PJ einstellen. Für eine Gamma-Messung ist die Laser-Lichtquelle zunächst mal nicht relevant. Die Option einer 3D-LUT hast Du dann immer noch, sofern Du einen HTPC (oder Lumagen) als Zuspieler nutzt.


[Beitrag von Armin289 am 28. Jul 2021, 15:31 bearbeitet]
AmigoHD
Stammgast
#8 erstellt: 30. Jul 2021, 12:14

Steven69 (Beitrag #1) schrieb:
Kennt jemand einen bezahlbaren Weg zum erstellen einer 3dlut bei Laserprojektoren?


Meinen i1 Display Pro habe ich durch meinen Händler mit einem Jeti profilieren lassen. Die Abweichungen des Originalzustandes gegenüber einem profilierten K-10A waren allerdings vernachlässigbar gering.
Die 3D Lut Erstellung habe ich für meinen LS10000 dann mittels DisplayCAL selber vorgenommen.
Steven69
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 31. Jul 2021, 09:46
@AmigoHD
wenn es mal nur so einfach wäre.
Die Messqualität des x1 pro reicht mir völlig, das muss man nicht unbedingt profilieren lassen.

Es geht aber darum, dass der x1 Display Pro NICHT in der Lage ist, von Haus aus, einen Phosphor Laser zu kalibrieren.

Nicht das er etwas ungenauer wäre, sonder er mißt Mist.
Die 3dLut ist unbrauchbar.
Wenn Du damit zufrieden bist, hast du vielleicht Glück gehabt.

Ich glaube x1 kann nur bis 10nm messen.
Wenn du Dir dass Farbspektrum eines Lasers (bitte nicht pauschal für alle Laser anwenden) dann ist Blau im 5nm Bereich mit einem deutlichen Spike.
Rot und Grün haben einen deutlich breiteres Spektrum (vielleicht weil sie durch das Phosphor Rad gehen?).

Darum muss man bei einem Laser ein Spektrometer für LASER haben und den zu kalibrierenen Projektor vermessen und diese Daten im Programm ( z.b. Displaycal) als Korrektur auf das Colorimeter anwenden.

Bei Lampenbasierte kannst du nur mit x1 display oder um es noch besser zu haben mit dem pro2 eine Korrektur erstellen.

Schlussbemerkung,
wer einmal eine korrekte 3dlut auf seinem Anzeigegerät gesehen hat, der möchte nicht wieder zurück, so groß ist der Unterschied.
AmigoHD
Stammgast
#10 erstellt: 31. Jul 2021, 14:35

Wenn Du damit zufrieden bist, hast du vielleicht Glück gehabt.


Nicht das er etwas ungenauer wäre, sonder er mißt Mist. Die 3dLut ist unbrauchbar.

Passt einwandfrei. Vom Händler des Vertrauens nochmals nachgemessen (sowohl mit dem Jeti als auch dem profilierten Klein). Die Abweichungen liegen alle im Toleranzbereich. Ich verlasse mich zu 100% auf die Profis und meine Augen.


wer einmal eine korrekte 3dlut auf seinem Anzeigegerät gesehen hat, der möchte nicht wieder zurück, so groß ist der Unterschied.

Dem stimme ich zu 100% zu. Ohne gibt's bei mir nicht mehr.
toto8080
Hat sich gelöscht
#11 erstellt: 31. Jul 2021, 17:30

Schlussbemerkung,
wer einmal eine korrekte 3dlut auf seinem Anzeigegerät gesehen hat, der möchte nicht wieder zurück, so groß ist der Unterschied.


Wenn man die Möglichkeit hat und die entsprechende Hardware zum "ablegen" von einem 1D/3D Lut ist es der Weg, der am wenigsten Stress bereitet. Wir sind aber immer noch im "Hobby Bereich" und da macht es keinen Sinn wenn das Spectro dann mehr kostet, als das Display oder der Projektor.
An eine Korrekturmatrix kann man auch anders kommen
Omardris
Hat sich gelöscht
#12 erstellt: 02. Aug 2021, 12:13

Steven69 (Beitrag #9) schrieb:
Es geht aber darum, dass der x1 Display Pro NICHT in der Lage ist, von Haus aus, einen Phosphor Laser zu kalibrieren.
Nicht das er etwas ungenauer wäre, sonder er mißt Mist.


Hi,
also ganz so schlimm ist es m. E. dann doch nicht, insbesondere mit dem neuen i1 Display Pro Plus.

Daher hier einmal eine konkrete Messung eines Sony VW790ES Hybrid-Lasers.
Referenzsensor ist ein Jeti 1501 und Target-Sensor ein Xrite i1 Display Pro Plus Retail. Pattern liefert ein Radiance Pro.
Gemessen werden RGBW mit ca. 95% Stimulus, damit die Messergebnisse mit denen der Firma Light Illusion (ColourSpace/LightSpace) kompatibel sind.
Die Messung erfolgte parallel, also beide Sensoren messen gleichzeitig das gleiche Patch an der gleichen Leinwandstelle mit dem gleichem Messkreis 5 Mal und liefern dann jeweils den Durchschnitt als Ergebnis. Dadurch werden minimale Schwankungen der Lichtquelle und der Sensoren minimiert.

Jeti_EODIS3

So tragisch sind die Abweichungen des EODIS3 doch gar nicht. Da sieht ein K10A auch nicht besser aus.
Die Abweichung zwischen Target und Referenz sollen laut NIST bei x- und y-Koordinaten den Wert +-0,001 und bei Y (L) +- 1,5% nicht überschreiten.
Und ja, da muss sich das EODIS3 dann doch noch etwas strecken.

Und hier nun das Ergebnis der Kontrollmessung, bei der eine Korrekturmatrix nach dem NIST2-Verfahren auf das rohe Ergebnis des EODIS3 angewendet wurde.

Jeti_EODIS3_Result

Die Wirkung der Korrektur ist gut messbar und die NIST freut sich, wobei auch hier jeweils 5 Messungen gemittelt wurden.
Natürlich ist eine Profilierung des EODIS3 hilfreich, aber Mist misst es nun wirklich auch ohne nicht.
Ein ordentlicher Messaufbau ist da oft entscheidender.
PF
toto8080
Hat sich gelöscht
#13 erstellt: 02. Aug 2021, 15:52
Da man reflektiv über die Leinwand misst sehe ich das auch nicht soo tragisch, im Lichtstrom wird es anders ausschauen. Effektives DeltaE >/= 3 werden wir wohl kaum mit bloßem Auge ausmachen
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