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IMD-Messungen - Sammelthread

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hermes
Inventar
#51 erstellt: 12. Feb 2009, 18:40

Christoph schrieb:
IMD hat nach meinen Erfahrungen umso mehr Einfluß, desto komplexer und energiehaltiger des Musiksignals ist.
Bei kleinen Besetzungen fallen Fehler kaum auf, Metallica in mittlerer bis großer Lautstärke geht über meine Küchenboxen z.B. gar nicht...


Exakt so gehts mir auch, deshalb messe ich grade immer mit metallica.
Ich finde das auch relativ logisch: Je komplexer die Musik, desto mehr Töne liegen übereinander und desto mehr kann intermodulieren.
Bei einer kleinen Besetzung von sagen wir einer Trompete ist die Anregung doch sehr schmalbandig und auf einzelne Obertonpeaks begrenzt. Da fallen so einige Fehler nicht so auf.

Da der Wunsch weiter vorne geäußert wurde hier noch Messungen mit niedrigerem Cut off:

Alcone AC 8 He bei 700 Hz abgetrennt:


Bei 250 Hz abgetrennt:


Interessant dazu der Audax 13erauch bei 250 Hz cut off:


Der Alconer zeigt bei so niedrigem Cut off keine Probleme mehr. Daraus könnte man folgende Regel ableiten: Man kann Metaller so einsetzen dass man weder über K3/K5 noch über IMD erster Ordnung die Resonanz anregt. Das bedeutet bei Steiler Trennung ca. 2 Oktaven unter der Resonanz.
Einschränken muss ich diese Regel mit meinen Ohren: Selbst beim 250 Hz Cut off ist das mir gut bekannte Kratzen der Membranresonanzen noch leicht hörbar während der Messung. Sollte allerdings mit Hochtonüberdeckung irrelevant werden. Vermutlich sind das die IMD höherer Ordnung order Breitbandgeräusche aus dem Antrieb, der Luft, der Spinne etc.
Interessant ists wenn die Membran in den Grenzbereich fährt was Hub angeht. Dann ist der Cut off in der Messung nichtmehr zu identifizieren und die Membranresos sind sehr deutlich hörbar. D. h. klare Ansage aus dieser Erfahrung heraus: Wer Bässe an die Grenze betreibt erntet eine Anregung über das gesamte Frequenzspektrum und daraus folgend für Subwoofer Ortbarkeit und Anregung der Membranresonanzen. Wers nicht glaubt: Arta runterladen und ausprobieren...

Interessant ist auch die Messung des kleinen Audax: Pegel war bei dieser Messung die 90db-Stellung am Verstärker die ich sonst für 90db-Klirrmessungen nehme. Also durchaus im Zimmerlautstärkebereich, vor allem in den Peaks. Schon in dieser Lautstärke liegen beim Audax die Verzerrungen im Grundton ca. 10db über dem 8"er. Die Höhe des Sichtbaren Cutoff in der Messung ist deutlich geringer. Ein schöner Messtechnischer Hinweis weshalb große Boxen den klareren Grundton produzieren. Eigentlich kennt das jeder aus eigener Hörerfahrung: Solang kein Bass vorhanden ist spielen die 13er erwachsen und zufriedenstellend. Kommt Belastung unter 200 Hz hinzu leidet die Durchhörbarkeit und mit zunehmendem Pegel klebt der Klang an der Box.
Der hier gemessene Effekt dass die kleinen Membranen deutlich mehr Klirr und IMD aus dem Bass nach oben übertragen ist imho auch der Grund weshalb große Membranen tiefer klingen auch wenn sie nicht tiefer abgestimmt sind als kleine Boxen. Ihr Frequenzspektrum das sie abgeben während eines Basstons enthält weniger höherfrequente Anteile.

Edit:

Noch was. Fällt euch auch auf, dass speziell beim Audax die Störungen rechts vom Cutoff erheblich lauter sind als in der Klirrmessung? Da scheint sich bei der Musikmessung doch einiges noch hinzuzufügen an Effekten. Der Audax ist ein wirklich guter TMT mit ca. 1% THD in diesem Bereich aber in der Messung hier ist der Cutoff gerade mal 20db hoch! Das entspricht über 10% Verzerrungen im Grundton. Was ist da los? Liegts vielleicht daran dass ich hier die Peaks messe und bei Musik unter Überlagerung mehrerer Töne auch mal 95db-Peaks kommen?


[Beitrag von hermes am 12. Feb 2009, 18:46 bearbeitet]
Christoph_Gebhard
Inventar
#52 erstellt: 12. Feb 2009, 19:17
Hi Hermes,

zu Metallica: Eigentlich höre ich kaum Heavy. Metallica habe ich mir die letzten Wochen trotzdem vermehrt gegeben.
Im Auto habe ich den MHT über die Autoradioendstufen laufen, der Sub hat eine eigene Endstufe. Bei der Musik, die ich normalerweise höre, reicht die Leistung der Radioendstufen mit Hochpassfilterung vollkommen aus, das Gleichgewicht stimmt. Bei Metallica ist der Energieanteil im Grundton und Mittelton aber so hoch, dass die IM-Verzerrungen der Radioendstufen sich schnell über das gesamte Klangbild legen.
Zudem habe ich heute Karten für das Metallica-Konzert in Köln geschenkt bekommen und zur Feier des Tages Metallica direkt mal in der Küche aufgelegt - das war mehr als enttäuschend
Da ist mir auch noch die Vorführung der Thunderstruck auf HMW eingefallen. Drei Wege, viel Membranfläche, das ging mit Heavy richtig gut vorwärts.
Hinzu kommen deine Erfahrungen. Heavy ist der ultimative IMD-Tester!
Edit: Danke für deine Messungen

Mir ist aufgefallen, dass IMD-Störungen durch verzögertes Ausschwingen und Klirrspitzen nur auf die "direkte Nachbarschaft" modeliert werden.
Hubbedingter Klirr bei tiefen Frequenzen wird aber deutlich weiter nach oben modeliert. Zu sehen ist das in den Messungen der drei PHL-17ern (von denen einer eigentlich ein reiner Mitteltöner ist) oder auch bei der Küchenbox.
Bei dir ist das beim Audax oder beim TB aus dem ersten Post gut zu sehen.

Gruß, Christoph


[Beitrag von Christoph_Gebhard am 12. Feb 2009, 19:51 bearbeitet]
dazydee
Stammgast
#53 erstellt: 12. Feb 2009, 19:47

Hermes schrieb:
Der Audax ist ein wirklich guter TMT mit ca. 1% THD in diesem Bereich aber in der Messung hier ist der Cutoff gerade mal 20db hoch! Das entspricht über 10% Verzerrungen im Grundton. Was ist da los? Liegts vielleicht daran dass ich hier die Peaks messe und bei Musik unter Überlagerung mehrerer Töne auch mal 95db-Peaks kommen?


Bei 300 Hz sind der K2 von 150 Hz, der K3 von 100 Hz, der K4 von 74 Hz,....

Addiere die doch mal alle zusammen. Kommt das ungefähr hin?


[Beitrag von dazydee am 12. Feb 2009, 19:50 bearbeitet]
hermes
Inventar
#54 erstellt: 12. Feb 2009, 21:59
Moin zusammen,

@ Christoph

Mir ist aufgefallen, dass IMD-Störungen durch verzögertes Ausschwingen und Klirrspitzen nur auf die "direkte Nachbarschaft" modeliert werden.
Hubbedingter Klirr bei tiefen Frequenzen wird aber deutlich weiter nach oben modeliert.

Jep stimmt. Sehe ich hier ähnlich.

Ich hab jetzt hier was, da würde ich dich oder jemand anders bitten das bei Gelegenheit mal nachzutesten:


Das ist eine Messung des AL 130, cutoff bei 2,2 khz, getestet mit einem Lifekonzert von Avril Lavigne. Die Aufnahme ist normalerweise etwas "kreischig" aber man kanns noch anhören.
Das krasse ist nun, dass sich da wirklich extrem viel abspielt oberhalb des Cutoff. Eine Zeit lang steht der Cutoff so bei ca. -25db und zieht dann bei noch mehr Pegel relativ schnell hoch bis die Stufe in der Messung nichtmehr zu sehen ist! Wie kann das sein? Ich hab extra den AL 130 hier gewählt weil er wirklich extrem wenig klirrt (k3, 1,5khz, 90db 0,1% in meiner Messung) aber ähnliches passiert auch beim Audax und den Alcone 8"ern, nur bei etwas mehr Pegel.
Meine Frage nun an dich ist ob du sowas auch beobachtest, dass ab einem gewissen Pegel solch extreme Verzerrungen entstehen. Ich bin mir noch nicht 100%ig sicher ob da nicht irgendwas anderes übersteuert, das Mikro vielleicht, aber dann würden die Verzerrungen wohl nicht so schön gleichmäßig nach oben abfallen.

Und was mich auch erstaunt: Trotz niedrigstem Klirr ist der AL 130 in diesem Punkt das schlechteste meiner Chassis. Sowohl der Audax als auch der Alcone erreichen diesen Punkt wo die Stufe verschwindet später obwohl sie deutlich mehr klirren. Sind das also alles IMD? Was is da los, messe ich Müll und gehe ner übersteuernden Soundkarte auf den Leim?

@ Dazydee
Kann ich schwer sagen ob das mit dem Klirr hinkommt weil der Spektrumanalyzer im Peak-hold-Modus misst und ich nie genau weiß wieviel db die Peaks der Musik haben.
Ich sehe den Grund dafür dass ich im Spektrumanalyzer deutlich mehr Verzerrungen messe in dieser Dynamik der Musik. Wenn ich ein Multitonsignal mit insgesamt 90db auf die Boxen gebe, dann liegen die 90 db gleichmäßig an. Wenn ich aber Musik mit DURCHSCHNITTLICH 90db ausgebe, dann hab ich vermutlich auch 100db-Peaks drin und dementsprechend messe ich relativ extreme Verzerrugen. Anders kann ichs mir grade nicht erklären.
Daraus folgt eigentlich, dass wer mit 90db Klirr misst eigentlich nur mit 80db Musik hören sollte...

Grüße
Hermes


[Beitrag von hermes am 12. Feb 2009, 22:03 bearbeitet]
tiki
Inventar
#55 erstellt: 13. Feb 2009, 01:01
Hallo Hermes,
danke für die Messungen. Ziemlich interessant, was für Schwachstellen der Treiber Du hiermit noch auftust. Die zwar möglicherweise aus der Multitonantwort auch herauslesbar sind, hier aber sehr viel prägnanter auftreten. Womit trennst Du so steil, das habe ich überlesen?
W. Klippel ist neben anderen Größen auf der ALMA anläßlich der prolight&sound in Frankfurt, komm doch auch hin! Der Eintrittspreis beinhaltet den Tagungsbesuch.

edit:
Vielleicht noch interessant zur gelegentlichen Hörbarkeit von (T)IMD


[Beitrag von tiki am 13. Feb 2009, 01:13 bearbeitet]
hermes
Inventar
#56 erstellt: 13. Feb 2009, 13:06
Hey Tiki,

danke für den Link. Hab da auch schon rumgelesen und es scheint gar nicht einfach zu sein die Hörschwelle von IMD klar festzulegen. Da gefällt mir ein Post von dem Franzosen in dem Thread am besten: Er sagt sinngemäß, dass IMD und überhaupt Verzerrungen umso hörbarer sind je mehr sie dem widersprechen was das Hirn erwartet. Das Hirn ist kein linearer IMD Filter sondern hört Fehler wenn eine Verzerrung nicht passt und toleriert relativ extreme Fehler wenn sie dem entsprechen was das Gehirn in einer bestimmten Klangsituation erwartet. Das macht den Lautsprecherbau natürlich extrem subjektiv aber ist eine gute Erklärung warum sich so viele Philosophien und Soundings halten ohne das jemand sagen kann was wirklich besser ist.

Das deckt sich eigentlich auch mit meiner Hörerfahrung. Jedes Membranmaterial hat bestimmte Instrumente/Geräusche als Vorlieben. Z. B. klingen Metaller mit Trompeten oder Gitarre klasse während diesen Instrumenten mit Gewebekalotten und anderem Schwabbelkram oft der Glanz abhanden kommt während andere Klänge wiederrum mit anderen Materialien besser rüber kommen. Vielleicht verzerren die Metaller sogar weniger als Papier aber ich empfinde sie als unpassend weil die meisten Geräusche keinen MEtallcharakter vertragen.
Meine seit einiger ZEit feste Meinung ist auch, dass Papiermembranen relativ hohe Verzerrungen aufweisen, vor allem IMD im Mittelton aber das scheint ok zu sein, weil die Verzerrungen in ihren Eigenschaften zu vielen Instrumenten passen, ganz besonders zu Stimmen. Ich habe viele IMD-MEssungen von Papiermembranen gemacht, auch 30 JAhre alte Yamaha-Boxen mit exzellenter Sprachqualität und gerade die Boxen mit ach so realistischen Stimmen hatten im Mittelton ein regelrechtes IMD-Feuerwerk.

Also hat man eigentlich zwei Möglichkeiten. Entweder man lebt mit den Verzerrungen und optimiert sie eben durch Materialwahl und anderes so dass sie zum gewählten Programm passen oder man versucht wirklich alle Verzerrungen unter sämtliche Hörschwellen zu drücken.
Der erste Fall ist das was zu 95% hier im Forum passiert. Mit dem Nachteil dass das gute Endergebnis immer nur für einen mehr oder weniger begrenzten Programmanteil gilt. Wer Boxen will die mit jeglichen Programm gut sind muss dann einen recht extremen Aufwand fahren was Verzerrungen angeht. Die in dem Thread genannten 0,03%-0,003% als Hörschwelle je nach Widerspruch der Verzerrung zum Programmmaterial halte ich da für realistisch. Aber das ist mit normalen Chassis und normalem Aufwand kaum mehr umzusetzen.

Ich werd mal sehen ob ich nach Frankfurt kommen kann, das ist ne gute Idee.

Den Cutoff mache ich mit dem shibatch DEQ, ein Equalizer-Plug-in für Winamp. Klanglich nicht unbedingt die beste Hifiqualität wie ich finde aber er trennt super wenns ums Messen geht.

Grüße
Hermes
ton-feile
Inventar
#57 erstellt: 13. Feb 2009, 15:11
Hallo hermes,

schön, dass Du wieder hier aktiv bist.

Deine Musikmessung mit dem AL130 würde ich gerne nachvollziehen.
Wie weit warst Du denn mit dem Mikro weg und wie steil war Dein Tiefpass?

Ich würde mich an Christoph orientieren und in 30cm Abstand messen.
Das scheint mir in meinem Raum auch günstig zu sein.

Was hast Du denn von Metallica zum Messen genommen?

Gruß
Rainer
hermes
Inventar
#58 erstellt: 13. Feb 2009, 15:44
Hey Tonfeile,

mein Mikroabstand bei der Messung war ca. 25 cm, Mikro direkt auf TMT-Höhe. Wie steil der EQ trennt kann ich leider nicht genau sagen, ist ein software EQ allerdings sieht man es ja in den oberen Messungen, ich würde sagen das sind mind. 96db/oct.

Kannst du Pegelkalibriert messen? Mich würde sehr interessieren ab welchem Pegel diese extremen Verzerrungen auftreten. Der Verstärkerstellung nach sollten es zwischen 10 und 20 Volt gemittelt gewesen sein was das arme Teil abgekriegt hat. Es war viel aber andererseits eine Lautstärke mit der ich schon ab und zu Musik höre, auch mit 13ern.

Gemessen hab ich bei Metallica mit verschiedenen Songs, Whiskey in the jar, enter sandman, Prince Charming usw.

Die Messung mit dem AL 130 wurde mit "Avril Lavigne - Anything but ordinary" von my world life (2003) gemacht. ICh hab den Song gewählt weil die Aufnahme in meinen Ohren recht verzerrt ist.
Prinzipiell passiert das aber mit jedem Musikmaterial und jedem Treiber dass die Verzerrungen ab einem bestimmten Pegel relativ schnell auf Bezugspegel ansteigen. Nur in diesem Fall war es schon etwas über Zimmerlautstärke der Fall.

Grüße
HErmes
dazydee
Stammgast
#59 erstellt: 13. Feb 2009, 16:58
Mich würde die Messung des AL 130 mit nem zusätzlichen Hochpass bei 150 Hz stark interessieren.

Vielleicht lässt der Pegel den AL 130 schon hubmäßig gegen die Wand fahren.
hermes
Inventar
#60 erstellt: 13. Feb 2009, 17:27
Hab ich probiert, gleiches Ergebnis, fast gleich.
dazydee
Stammgast
#61 erstellt: 13. Feb 2009, 18:30
Mist! Falsch geraten...

Dann mal mit Rosa Rauschen als breitbandiges Signal ohne große Leistungsschwankungen probieren?

Wenn das dann imernoch so aussieht, dann ginge ich doch mal auf die Suche, ob da irgendwo was in der Messkette clippen tut.
hermes
Inventar
#62 erstellt: 13. Feb 2009, 19:23
@ dazydee
ICh hab schon fleißig gesucht nach solchen quellen. Nix gefunden bisher. Gegen Clipping spricht imho auch dass es nicht nach Clipping klingt und dass die Wirkungsgradstärkeren Chassis erst bei höheren Pegeln dieses Problem zeigen.

Einzige Möglichkeit wäre, dass deR Verstärker das Produziert aber das kann ich mir nicht denken. Das ist Stufe 16, ich höre manchmal genüsslich mit Stufe 22 Musik und das klingt nicht nach Verstärkerclipping. Ich steh vor einem Rätsel. Jetzt warte ich mal ob das andere auch finden, wenn das bei Tonfeile oder Christoph nicht auftritt leg ichs ad acta.

Gruß
Hermes
hermes
Inventar
#63 erstellt: 20. Feb 2009, 18:45
Bin hier grade auf meiner Platte über die IMD-Messung von den alten Yamaha NS-615 gestoßen und die will ich euch nicht vorenthalten. Die NS-615 sind geschlossene Zweiweger mit Papier-Bässen in einer Zwischengröße zwischen 17er und 22er und Gewebekalotte bei 2khz getrennt. Ich weiß es nicht genau, schätze aber dass die Lautsprecher jetzt ca. 30-40 Jahre alt sind.



Beeindruckend finde ich vor allem die extrem niedrigen IMD im Grundton. Das schaffen selbst meine 8" Bässe nicht ganz so gut. Man kann nicht genug Respekt vor den Leistungen der damaligen Ingenieure haben die das alles ohne computer und ohne ordentliches Messsystem erreicht haben.
Klanglich gefallen mir diese alten LS ausgesprochen gut. Die Sprachverständlichkeit ist exzellent und eben der Grundton unglaublich klar und deutlich. Vor allem Frauenstimmen profitieren davon. Die Abstimmung ist auf einen neutralen Energiefrequenzgang ausgelegt. Einzig der Klirr ist im Mittelton zu hoch mit ca. 2%.

Grüße
Hermes
mxxi
Hat sich gelöscht
#64 erstellt: 21. Feb 2009, 11:17

hermes schrieb:

Christoph schrieb:
IMD hat nach meinen Erfahrungen umso mehr Einfluß, desto komplexer und energiehaltiger des Musiksignals ist.
Bei kleinen Besetzungen fallen Fehler kaum auf, Metallica in mittlerer bis großer Lautstärke geht über meine Küchenboxen z.B. gar nicht...


Exakt so gehts mir auch, deshalb messe ich grade immer mit metallica.


Hallo,

Um die Messungen nachvollziehbarer zu gestalten, kann man doch auch spektral angepasstes Rauschen nehmen? Ausserdem fehlt bei der obigen Methodologie der an der Intermodulation wesentlichere Teil, nämlich die Komponenten unterhalb der Anregungssignale. Die werden weder von der ohreigenen Verdeckung, noch von den Obertönen der Instrumente maskiert.

Tschau
hermes
Inventar
#65 erstellt: 21. Feb 2009, 14:20
Auch wenn der Teilnehmer sich schon gelöscht hat für die anderen:

Man kann die unteren Komponenten mit dieser Methode ja auch sichtbar machen indem man statt eines Tiefpass cutoffs eben einen Hochpass nimmt...
hermes
Inventar
#66 erstellt: 23. Feb 2009, 02:18
Ermuntert durch die Box von Timo aus dem Visatonforum hab ich mir mal meine GF250 vorgenommen und daraus quick and dirty nen Zweiweger in OB gebaut. Ich bin ziemlich erstaunt wie gut der GF 250 als TMT funktioniert.

Ich hab auch mal ne IMD-Messung im Nahfeld gemacht:



Auffällig sind die extrem niedrigen IMD im Grundton. Ich hab das Gefühl dass die dort einfach nur runter gehen mit Fläche. Jedenfalls klingt der GF250 auch äußerst gut durchhörbar im Grundton.
An sonsten zeigt sich die Resonanz bei 3khz noch in der Messung.

Grüße
Hermes
Christoph_Gebhard
Inventar
#67 erstellt: 23. Feb 2009, 13:56

hermes schrieb:
Auffällig sind die extrem niedrigen IMD im Grundton. Ich hab das Gefühl dass die dort einfach nur runter gehen mit Fläche.


Hört man ja auch
Trotzdem ist nicht nur die Fläche entscheidend.
Ich hatte bei den PHL-Messungen beim 1320 eine Störung um 200Hz und auch der 8NMB420 hatte da eine Problemstelle. Diese Störungen waren aber auch in anderen Messwerten erkennbar, von daher war die Aussagekraft durchs IMD überschaubar.

Gruß, Christoph
hermes
Inventar
#68 erstellt: 23. Feb 2009, 15:43
Weißt du was mich mal interessieren würde:

Erreichen mehrere kleine Chassis die selben Werte wie ein großes Chassis gleicher Fläche? Also z. B. ob sich vier 5"er genau so messen wie ein 10"er. Mir schwebt nämlich schon seit ich den große-Boxen-Thread aufgemacht hab so ein Coax aus vier 5"ern und ner 1" Kalodde vor...

Ich hab leider nur Pärchen von kleinen LS hier und da scheinen die verzerrungen schon runter zu gehen wenn man man zwei gleichzeitig misst aber der Unterschied ist zu gering als dass ich ne klare Aussage treffen könnte ob vier kleine so gut sind wie ein großer im Grundton und Bass. Weißt du da was?

Das Thema scheint ja auch bei den Fertigherstellern grade wichtig zu sein, dort ist es im Moment "in" viele kleine Membranen zu kombinieren, wird ja von Nubert über Canton bis Focal gemacht. Nur tun die das aus klanglichen oder ästhetischen Gründen? Ich hab da so die Ästhetik im Verdacht. Andererseits haben viele kleine im Mittelton schon Vorteile gegenüber einem großen.

Gruß
Hermes


[Beitrag von hermes am 23. Feb 2009, 15:45 bearbeitet]
hermes
Inventar
#69 erstellt: 23. Feb 2009, 19:34
Ich hab mal selbst versucht dieser Frage mit meinen kleinen Audaxen nachzugehen.

Ich dachte mir, wenn ich wissen möchte ob 4 13er gleich gut sind wie ein 25er dann muss ich einen einzelnen 13er 12db leiser messen als den 25er. Theoretisch sollten sich ja sowohl Verzerrungen als auch Bezugspegel jeweils um 6db erhöhen wenn ich die Zahl der 13er verdopple.

Das interessante ist jetzt, die 13er sind bei -12db weit weg davon die Messwerte des 25ers zu erreichen! Zwar profitieren die Verzerrungen ein wenig wenn man statt einem einzelnen eben mehrere kleine Chassis benutzt allerdings erreichen die kleinen nie die Messwerte des 10"ers, egal wie weit ich mit der Lautstärke runter gehe!

Selbst bei 50db Bezugspegel und Messung im Nahfeld erreichen die kleinen nicht die -60 bis -65db Verzerrungsniveau wie der GF 250. Das ist schon ziemlich krass finde ich. Der 10"er hat bei 90db weniger Verzerrungen als der 13er jemals erreicht!

Daraus kann man eigentlich schlussfolgern dass der aktuelle Trend viele Chassis in schlanke Boxen zu bauen klanglich nicht zielführend ist sondern ein Tribut ans Design ist. Zwar ist eine Box mit vielen kleinen Chassis besser als mit einem einzelnen, vor allem bei hohen Pegeln, allerdings erreicht sie niemals die Messwerte von großen Membranen, unabhängig vom Pegel.

Die Frage ist jetzt: Woran liegt das überhaupt?

Ich bin grade dabei das selbe mit den Alu-Treibern hier zu testen und es zeichnen sich ähnliche Ergebnisse ab. Was is da los? Da ich die kleinen sogar im Nahfeld messe kann es eigentlich nicht sein, dass ihnen der Rauschteppich des Messequipments zu schaffen macht. Die Ergebnisse zeigen sich auch wenn ich das Mikro mit sinkender Lautstärke an die MEmbran heransetze sodass in der Messung immer der selbe Bezugspegel erscheint.

@ Christoph
Könntest du das mal überprüfen wenn du die nächste Messsession startest?

Gruß
Hermes

Edit: So ganz ohne Bildchen kommt das vielleicht n bisl unglaubwürdig. Hier is eine der besten Messungen der Audaxe. Vergleicht das mal mit der Messung vom GF 250 weiter vorne. Der GF 250 wurde bei 90db gemessen, die Audaxe bei ca. 50-60 db mit Mikro ca. 5cm vor der Membran.



[Beitrag von hermes am 23. Feb 2009, 19:41 bearbeitet]
Christoph_Gebhard
Inventar
#70 erstellt: 25. Mrz 2009, 17:28
Hallo,

neuer Stoff:

Diese Box:
http://www.diy-hifi-...mid=58&pictureid=350

und IMD bei zwei verschiedenen Pegeln:



Der erhöhte IMD um 450Hz kommt von einer Problemstelle des Treibers und ist auch im Impedanz- und Frequenzverlauf sowie im Ausschwingen erkennbar.
Im oberen Hochton streuen die Membranresonanzen der Treiber-Horn-Kombi und erklären die leicht verschmierten obersten Höhen.
Beim Pegeln muss der Tieftöner schon mächtig ackern, so dass sich der Hubstress auf den ganzen Grund- und Mittelton legt (bis zu 2%). Aber auch das Horn zeigt deutlich erhöhten IMD beim Pegeln. Hier fällt dann wohl doch die - im Vergleich zu amtlichen PA-Hörnern - kleine Membranfläche langsam ins Gewicht. Die Klirrwerte überschreiten 0,5% aber kaum.
Um 2kHz am Ende des Übertragunsgbereichs des Mitteltöners gibt es noch kleinere Auffälligkeiten. Die Spitzen werden nach unten sehr breit. Sind das Dopplerverzerrungen?

Edit: Man sollte beim Vergleichen der IMD-Diagramme nicht vergessen, dass die Grundwelle sich auch um 10dB geändert hat. Man muss sich also zum Vergleich der relativen Klirrwerte 10dB hinzudenken bzw. abziehen. Vielleicht sollte ich beim nächsten Mal zur besseren Vergleichbarkeit auch die Skalierung um 10db verschieben...

Gruß, Christoph


[Beitrag von Christoph_Gebhard am 25. Mrz 2009, 18:10 bearbeitet]
hermes
Inventar
#71 erstellt: 26. Mrz 2009, 18:27
Hi Christoph,

wie laut war denn die zweite Messung? Sind die angezeigten Pegel geeicht und absolut?

Ich finde es erstaunlich dass der Hochtöner so zulegt in den IMD. IMD von Hörnern hab ich bisher noch kaum gemessen aber werd mich mal dranmachen, ich habe sowieso grade ein Waveguideprojekt am laufen.

Meine Erfahrung ist, dass normale Metallkalotten mit zunehmendem Pegel hauptsächlich Dopplerverzerrungen produzieren. D. h. man sieht dann neben den Peaks so leichte "Geröllhänge". Dass der allgemeine breite IMD-Teppich mit dem pegel so hochgeht hab ich bisher nicht gemessen.

Gruß und danke für die Messung.
Hermes
Christoph_Gebhard
Inventar
#72 erstellt: 26. Mrz 2009, 23:41
Hi Hermes,

hör mir auf mit der Lautstärke bei IMD-Messungen. Das ist für mich ein Buch mit mindestens einem Siegel, auch wenn du dich schon mal in einer Erklärung versucht hast.
Eigentlich ist ja auch "nur" der Abstand zwischen den Spitzen der Anregungsfrequenzen und dem Klirrgrund entscheidend.

Ich versuchs mal greifbarer zu machen: Abstand bei der Messung ist bei mir auf jeden Fall immer 30cm, so dass man 10dB auf einen Meter abziehen muss.
Das heisst für die "normale" Klirrmessung brauchen wir 100dB in 30cm, um die Werte für 90dB auf einen Meter zu bekommen.
Wenn ich die IMD-Messung mit dem gleichem Pegel mache, sind die Spitzen bei der IMD-Messung aber ca. 10dB niedriger (also dann 90dB, auf einem Meter also 80dB).
Die beiden Diagramme müssten dann "eigentlich" 70db bzw. 60dB entsprechen, der Pegelsteller steht dabei auf dem Pegel wie wie der 70dB bzw. 80dB-Klirrmessung.
Bei 80dB macht der Vifa laut AJ-Horn-Simu bei 20Hz ca. 2mm Hub. Das korrespondiert ganz gut mit dem optischen Erscheinungsbild. Würde ich den Pegel nochmal um 10dB anheben (also so laut wie eine 90dB-Klirrmessung) würde der Vifa schon seinen linearen Auslenkungsbereich verlassen...

Ich hatte auf der HMW darüber auch mit dem CPT. gesprochen. Er war der Meinung, dass man die Pegel der Anregungsfrequenzen variieren müsste (nach oben und unten geringer werdend, dafür gibt´s wohl auch ne Norm), um der Verteilung der realen Musik näher zu kommen.
Ich habe das bis jetzt aber erstmal gelassen, um überhaupt ein Gefühl und Erfahrungswerte zu bekommen. Ich mache jetzt immer zwei Messungen, die 10dB auseinander liegen, um eine Aussage über die Veränderung bei 10-facher Leistung zu bekommen.
Die Höhe wähle ich spontan je nach Lautsprecher/Membranfläche, manchmal 70dB, machmal 80dB, manchmal 90dB, aber immer in der 10dB-Rasterung, um Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Alle meine bisher veröffentlichten Ergebnisse sind deswegen auch direkt vergleichbar, weil die Messbedingungen immer die gleichen waren. 70dB im Oktober 08 sind also genauso zu werten, wie die 70dB bei der obigen Messung.

Zum Horn: Selbst bei der "lauten" Messungen liegen die Verzerrungen noch unter 0,5%, sind also vermutlich nicht wahrnehmbar.
Der Eindruck täuscht aber auch deswegen, weil die Höhe der Anregungsfrequenzen um 10dB nach oben wandert. Ich habe heute bei Versuchen an meinen Tevion-PC-Lautsprechern die Skalierung bei der lauten Messung um 10dB nach unten verschoben, so dass die Anregungsfrequenzen auf gleicher Höhe sitzen. Da erscheint mir die Vergleichbarkeit besser zu sein...

Gruß, Christoph


[Beitrag von Christoph_Gebhard am 26. Mrz 2009, 23:43 bearbeitet]
hermes
Inventar
#73 erstellt: 27. Mrz 2009, 01:32
Hi Christoph,

ich sehe das ähnlich wie du. Ich messe auch inzwischen gerne die IMD mit Hochpass ab 100 Hz weil ich wie CPT denke dass sich ein Großteil der Musik darüber abspielt und mir die IMD während eines Bassbeats nicht so wichtig sein, da ist sowieso alles vom Beat überdeckt.

Wie du richtig schreibst liegt der Pegel der einzelnen Spitzen bei der IMD-Messung um 10db niedriger als bei der Klirrmessung (selbe Verstärkerstellung vorrausgesetzt). Deshalb spielt der Klirr meist auch keine große Rolle im IMD-Diagramm.

Zum Horn:
Was Hörbarkeit anbelangt halte ich zur Zeit lieber meine Klappe, darüber weiß ich zu wenig und es ist extrem schwer zu fassen. Ich halte mich da lieber an das was man sieht und ich sehe, dass die IMD mit dem Pegel stark ansteigen. Das Niveau mag zwar niedrig sein, es ging mir eher um die Steigung weil ich diese so nicht kenne. Ich schließe dann gerne von dem Sprung aus 70db auf 80db darauf, was passieren mag wenn der Pegel von 80db auf 90db steigt.

Je mehr ich Lautsprecher baue, desto mehr komme ich zu dem Schluss dass ein Großteil des unerwünschten Eigenklangs der Lautsprecher in den Peaks der Musik hörbar wird. Ist ja auch logisch, hier sind die Verzerrungen bei weitem am höchsten. Deshalb messe ich in letzter Zeit sowohl Klirr mit 100db als auch IMD mit 90db und dafür abgesenktem Bass. Die Unterschiede der Boxen werden so zum einen deutlicher und zum anderen ist es ja im musiksignal nichts außergewöhnliches dass mal zwei 95db-Wellen intermodulieren. Das lässt sich mit dem Multiton leider schon kaum mehr messen wegen der elektrischen belastbarkeit.

Gruß
Hermes
Christoph_Gebhard
Inventar
#74 erstellt: 31. Mrz 2009, 16:14
Mahlzeit,

steter Tropfen hohlt den Stein :

PC-Lautsprecher Tevion MD85740 über eingebauten Verstärker in 10dB-Schritten (diesmal mit angepasster Skalierung zur besseren Vergleichbarkeit):




Die Störkomponenten steigen von ca. 0,5% bei kleinem Pegel, über ca. 1% bei mittlerem Pegel, auf über 5% bei hohen Pegel.
Im Bereich der Membranresonanzen sind die Störungen besonders ausgeprägt. Im Hochton sind Dopplereffekte zu erkennen.
Der Verstärker hat einen eingebauten 6dB-Hochpass mit f3 bei ca. 120Hz, der das Ergebnis mit Sicherherit zum Positiven beeinflusst.
Die nächsten Tage werde ich das Original-Chassis gegen den Aurasound austauschen und unter gleichen Bedingungen messen.
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Gruß, Christoph
Christoph_Gebhard
Inventar
#75 erstellt: 28. Apr 2009, 12:05
Hallo,

ich habe heute interessantes und für mich unerklärliches gemessen.
Kandidat ist immer die Dayton RS52 (Mitteltonkalotte) im Kugelwellenhorn, siehe hier
Dann habe ich eine Bandpassfilterung simuliert, indem ich die Anregungsfrequenzen nach hohen bzw. tiefen Frequenzen gleichmäßig abfallend im Pegel reduziert habe.
Die -6dB-Punkte lagen bei 400Hz bzw. 4kHz, einmal mit 6dB pro Oktave, einmal mit 18dB pro Oktave.

6dB-Filter:


18dB-Filter:


Erstaunlich ist, dass im Übertragungsbereich der IMD mit den flachem Filter sogar noch geringer ist. Das liegt wohl größtenteils daran, dass der Treiber oberhalb von 400Hz bzw. unterhalb von 4kHz mehr Pegel machen muss, da der steile Filter in diesem Bereich noch nicht wirkt (im Gegensatz zum früh und flach wirkenden 6dB-Filter).
Außerhalb des Übertragungsbereichs ist der IMD mit der flachen Filterung wesentlich höher (speziell natürlich im Hochton).
Hier habe ich eigentlich mit einem deutlicheres Ergebnis für die steilen Filter gerechnet. Es könnte auch daran liegen, dass der Treiber im Horn schon von sich aus den Übertragungsbereich begrenzt (mechanischer Filter).

Nun zum erstaunlichen Ergebnis:

Alle Anregungsfrequenzen mit gleichem Pegel, unterhalb von 315Hz gekappt um das Chassis vor Zerstörung zu schützen:


und dann mit Unterdrückung der Membranresonanz bei 13kHz (ähnlich einem Sperr-/Saugkreis, Anregungsfrequenz 12,5kHz -19dB, 16kHz -11dB):


...und im direkten Vergleich:


Wie zu erwarten, sinkt der IMD im Bereich der Membranresonanz deutlich. Außerdem verbessert dich der IMD hinunter bis ca. 4kHz (einem Drittel der Anregungsfrequenz) geringfügig.
Erstaunlich ist aber, dass der IMD darunter und bei tiefen Frequenzen stark ansteigt
Wie kann man das erklären?

Gruß, Christoph

P.S. Ich habe die Ergebnisse mehrfach gegengeprüft, die Messreihenfolge gewechselt und die Anregungsfrequenzen auch mal komplett ausgeschaltet - immer das gleiche Ergebnis.
Mit unterdrückter Membranresonanz liegen die IMD-Werte im unteren Bereich deutlich höher.


[Beitrag von Christoph_Gebhard am 28. Apr 2009, 12:34 bearbeitet]
hermes
Inventar
#76 erstellt: 28. Apr 2009, 13:10
Hi Christoph,

das ist wirklich eine erstaunliche Messung, sowas hatte ich bisher noch nicht!

Das einzige was mir dazu einfällt ist die Möglichkeit dass der Sperrkreis, EQ oder sonstwas diese IMD verursacht. Hast du schonmal verschiedene Methoden die Resonanz zu unterdrücken messtechnisch verglichen?
Mir wäre es neu dass das Dämpfen einer Anregungsfrequenz die IMD erhöhen kann. Aber vielleicht kann ja SRAM oder CPT oder ein anderer Theoretiker helfen?

Allgemein: Ich finde die Messung nicht gut für eine Kalotte im Horn. Gut, es ist ne Metallmembran und da war klar, dass die IMD höher ausfallen, aber so hoch? Du kommst auf ca. -50db. Gute Monitorkonstrukte kommen mit Gewebekalotte im Horn auf ca. -60 bis -70db IMD. Selbst mein Zweiwege-Coax aus GF 250 und Neo 3PDR kommt auf durchgehend -60db IMD im Mittelton. Vielleicht mal ne andere Kalotte verbauen...

Gruß
Hermes
ax3
Inventar
#77 erstellt: 28. Apr 2009, 19:09

Daraus kann man eigentlich schlussfolgern dass der aktuelle Trend viele Chassis in schlanke Boxen zu bauen klanglich nicht zielführend ist sondern ein Tribut ans Design ist. Zwar ist eine Box mit vielen kleinen Chassis besser als mit einem einzelnen, vor allem bei hohen Pegeln, allerdings erreicht sie niemals die Messwerte von großen Membranen, unabhängig vom Pegel.


Das kannst Du nicht verallgemeinern.
Es gibt genügend Beispiele, wo mehrere kleinere Membranen einer großen weit überlegen sind.

Das ist auch kein Trend der Jetztzeit sondern kommt immer mal wieder.
eksperte
Gesperrt
#78 erstellt: 28. Apr 2009, 19:40

Christoph_Gebhard schrieb:
Hallo,
P.S. Ich habe die Ergebnisse mehrfach gegengeprüft, die Messreihenfolge gewechselt und die Anregungsfrequenzen auch mal komplett ausgeschaltet - immer das gleiche Ergebnis.
Mit unterdrückter Membranresonanz liegen die IMD-Werte im unteren Bereich deutlich höher.


Hallo,

wie oft liegt der teufel mit dem detail unter der bettdecke. Zunächst misst Du IM und HD zugleich. Ausserdem misst Du vorzugsweise die IMD mit den niedrigeren frequenzen. Die daraus folgende zusammensetzung der IMD ist nicht ganz einfach richtig zu interpretieren. Nützlich wäre, den amplitudenfrequenzgang des treibers vor der messung per filter zu linearisieren - aber darum geht es ja hier. Betachte die relation zum basiston, statt nur die absolute höhe!

Wie wurde gefiltert?

Du wirst eingestehen, nicht ganz genau hingeschaut zu haben. Berechne für eine störkompenente - ich meine die linien - in dem Dich interessierenden frequenzbereich, aus welchen anregungsfrequenzen sie gemischt wurde. Vorzugweise aus zweien. Dann wiederhole die messung allein mit diesen (beiden). Ergibt sich auch dann ein unterschied zwischen mit und ohne vorfilter? Ändern sich die verhältnisse, wenn weitere frequenzen dazukommen?

Ich empfehle, für die betrachtung eines speziellen frequenzbereichs, diesen durch passende spreizung des messfensters zu vergrößern: "FrLow" und "FrHigh".

Schließlich wäre noch möglich, den unteren frequenzbereich aus dem anregungssignal herauszunehmen, wieder durch filterung. Bleiben die störkomponenten stehen? Was passiert bei einer breitbandigen filterung der hohen anteile? Was passiert bei einer bandbreitenbegrenzung des mikrofons?!

Viel spaß!

ps: um das problem übersichtlich zu halten, ist vieleicht die messung bei niedrigerer samplerate günstig. Dann liegen die linien nicht ganz so dicht und durcheinander.


[Beitrag von eksperte am 28. Apr 2009, 19:52 bearbeitet]
Christoph_Gebhard
Inventar
#79 erstellt: 28. Apr 2009, 22:09
Nabend zusammen,

ich habe gar nicht gefiltert, ich habe nur die Anregungsfrequenzen im Pegel gesenkt (vielleicht geht das mit Arta nicht?), also im Bereich der Membranresonanz die Anregungsfrequenz 12,5kHz um 19dB und 16kHz um 11dB runtergepegelt, versuchsweise auch mal komplett abgeschaltet.
Das kann man auch gut in den Diagrammen erkennen und entspricht nach meinem Verständnis auch dem, was eine Weiche macht.
Genauso habe ich auch die 6dB und 18dB-Filterung "simuliert".

Allgemein zum Niveau der IM-Verzerrungen: Ich habe mit 90dB gemessen, meine alten Messungen sind fast alle mit 80dB oder 70dB.
90dB ist schon richtig laut (ich muss mir in zwei Meter Abstand die Ohren zu halten) und der Lautstärkesteller steht in etwa auf der Höhe wie bei der 100dB-Klirrmessung.
Die Küchenbox z.B. hat bei gleichem Pegel ein IMD-Niveau von knapp -30dB.
Wenn ich im Pegel 10dB runter gehen, wird das Niveau bestimmt auch niedriger werden, ich kann die Messung morgen nachreichen.
Hermes, du gibst bei deinen Messungen ja nie den absoluten SPL an. Wieso eigentlich?

Edit: Die "normalen" Klirrwerte findet man hier

Das "Streuen" der Membranreso auf den restlichen Übertragungsbereich kann ich auch nur bis herunter auf ca. 4kHz erkennen. Darunter dürfte der "Hartmembrannachteil" eigentlich keine Rolle mehr spielen....

Gruß, Christoph


[Beitrag von Christoph_Gebhard am 28. Apr 2009, 22:27 bearbeitet]
hermes
Inventar
#80 erstellt: 28. Apr 2009, 22:59

Allgemein zum Niveau der IM-Verzerrungen: Ich habe mit 90dB gemessen, meine alten Messungen sind fast alle mit 80dB oder 70dB.

Das erklärt einiges. Für diesen Pegel sieht die Box wiederrum gut aus. Ich bin natürlich von deinem Standardpegel ausgegangen (80db).
Zur Vergleichbarkeit wäre es tatsächlich interessant die 80db-Messung zu haben.


Hermes, du gibst bei deinen Messungen ja nie den absoluten SPL an. Wieso eigentlich?

Normalerweise immer 80db, sprich entsprechend 90db-Klirrmessung. Ich gebe das deshalb nie an weil ich nicht kalibriert messen kann. Ich berechne den SPL über den Wirkungsgrad der Treiber den ich ja ungefähr kenne aber es ist nicht so genau, deshalb...


Das "Streuen" der Membranreso auf den restlichen Übertragungsbereich kann ich auch nur bis herunter auf ca. 4kHz erkennen. Darunter dürfte der "Hartmembrannachteil" eigentlich keine Rolle mehr spielen....

Es ging mir eigentlich nicht um die Resonanz. Es ist auch unterhalb von 4khz eine schlecht bedämpfte Metallmembran und dementsprechend sind sämtliche IMD die auch unterhalb von 4khz entstehen so geprägt. Ausgenommen das was im Antrieb und Doppler passiert. Das hat mit der Resonanz nix zu tun. Die Membran wird bei 1khz genau so "gebogen" wie bei 6 khz und deshalb gibts auch bei 1khz IMD, die den Materialeigenschaften "Härte" und "Dämpfung" entsprechen.
Kannst jetzt aber eh nix dran ändern außer zu vergleichszwecken wissenschaftlicher Art mal ne Gewebekalodde reinlegen...

Grüße
Hermes
Christoph_Gebhard
Inventar
#81 erstellt: 29. Apr 2009, 14:46
Hi Hermes,

hier sind die pegelabhängigen IMD von 70dB bis 100dB der kugelwellenhorngeladenen Dayton RC52:






Wie man sieht habe ich nur Anregungsfrequenzen genommen, die dem späteren Übertragungsbereich entsprechen, konkret von 500Hz bis 4kHz.
Auch hier war es übrigens so, dass sich die IM-Verzerrungen unter 1kHz verringert haben, wenn ich die Anregungsfrequenzen oberhalb von 4kHz dazu geschaltet habe. Ich werde demnächst mal bei anderen Lautsprechern gegenprüfen, ob das nur ein Einzelfall ist...

Gruß, Christoph
hermes
Inventar
#82 erstellt: 29. Apr 2009, 15:04
Hi Christoph,

danke für die nachgereichten Messungen! So ergibt sich schon ein normales Bild. Diesen Sprung in den IMD zwischen 80db und 90db messe ich auch öfters. Schade, dass das selbst im Horn so ist. Aber man kann das sicher verkraften, 10 90db-Peaks sind auch schon eine sehr ordentliche Musikleistung...

Gruß
Hermes
Christoph_Gebhard
Inventar
#83 erstellt: 29. Apr 2009, 15:41

hermes schrieb:
Hi Christoph,

danke für die nachgereichten Messungen! So ergibt sich schon ein normales Bild. Diesen Sprung in den IMD zwischen 80db und 90db messe ich auch öfters.


Komisch, oder? Diesen Sprung habe ich jetzt zum wiederholten Male auch beim Klirr zwischen 85dB und 90dB gemessen (und das vollkommen unabhängig vom Wirkungsgrad der Chassis, also auch unabhängig von Leistung und Verstärker).
Ob das irgendwie am sonstigen Messaufbau liegt?
hermes
Inventar
#84 erstellt: 29. Apr 2009, 19:40
Schwer zu sagen. Du könntest das aber überprüfen indem du für die 90db-Messung einfach den Abstand vergrößerst sodass das Messsystem keinen höheren Pegel "sieht".

Ich hab übrigens noch einen anderen "Verdächtigen" für hohe IMD-Messungen im Wohnraum: Die Einrichtung. Ich messe inzwischen viel mit Gefühl, d. h. ich höre genau zu während der Messung, achte auf Klangveränderungen und fahre meist in kleinen Schritten so weit bis der Treiber schreit. Dabei ist mir aufgefallen dass manchmal die Einrichtung bei hohem Pegel mitklappert. Wenn man das dann behebt sieht man das auch in der Messung. Ich hab aber auch das Gefühl dass alles im Raum irgendwie mitscheppert auch wenn es nicht so laut ist dass es hervorsticht. Ich kann schwer sagen wieviel die Einrichtung ausmacht aber ich hatte schon Fälle wo das Beheben eines mitschwingenden Einrichtungsgegenstands in der Messung Änderungen zeigte.

Bei mir variiert der Sprung schon je nach Wirkungsgrad der Chassis und verbautem Horn etc. Bisher haben aber alle Boxen, die ich hatte irgendwo zwischen 80db und 90db recht plötzlich einen Anstieg der IMD um 10-20db gezeigt. Ganz erstaunlich sind da z. B. die Neo3: Lange Zeit misst er sich exzellent und dann gibts schlagartig einen Sprung in den IMD und man hört in der Messung wie das Teil plötzlich "schreit".

Grüße
Hermes
hermes
Inventar
#85 erstellt: 13. Apr 2011, 23:00
Grüß euch,
nach langer Pause will ich dieses Thema mal wieder ein wenig lebendiger machen.

Ich hab mir jetzt ein besseres Messmikro gekauft und nochmals die vier AL 130 in OB gemessen, die ich schon im anderen IMD-Thread erwähnt habe:



Momentan spiele ich mit dem Gedanken noch vier AL 130 zu kaufen und einen Zweiweger daraus zu bauen, bei dem alle vier Chassis bis in den Mittelton laufen. Das dürfte die nichtlinearen Verzerrungen im Mittelton massiv senken.
Christoph_Gebhard
Inventar
#86 erstellt: 11. Mai 2012, 18:10
So,

hier mal etwas Praxis-Futter für all die IMD-Theoretiker

Lautsprecher ist ein 3-Wege-Koax mit Eminence Kappa Pro 12, Craaft 8/250 PCD und Carpower DT-284S:
user7_pic8382_1336563283

Lautstärke war gehobener HiFi-Pegel, Unterhaltung nicht mehr möglich, aber noch ausreichend Pegelreserven.

Trennung zwischen Bass und Mittelton ca. 200/400/600 Hz
Trennung zwischen Mittelton und Hochton ca. 1,5/2,5/4 kHZ

Alle möglichen Kombinationen ergeben neun Diagramme:

600 / 2500 Hz:
IMD 500 2,5

400 / 2500 Hz:
IMD 300 2,5

200 / 2500 Hz:
IMD 100 2,5

200 / 4000 Hz:
IMD 100 4

200 / 1500 Hz:
IMD 100 1,5

400 / 1500 Hz:
IMD 300 1,5

600 / 1500 Hz:
IMD 500 1,5

600 / 4000 Hz:
IMD 500 4

400 / 4000 Hz:
IMD 300 4

Ich gespannt auf eure Meinung.
Ich denke, die Interpretation ist nicht ganz so trivial, aber spannend und lehrreich...

Gruß, Christoph
Cpt._Baseballbatboy
Inventar
#87 erstellt: 12. Mai 2012, 10:18
Moin,

da kann ich folgendes lesen:

- der Tieftöner mag keine hohen Trennungen, max. 400 Hz sind drin (erhöhter IMD bei Trennung 600 Hz)
- der Mitteltöner mag keine tiefen Trennungen, unter 400 Hz sollte man nicht (dann fiese IMD bei 4 kHz); wobei das nicht ganz eindeutig ist, sicher, das die Zuordnung immer passt?
- dem Hochtöner scheint es ziemlich egal zu sein, 1.5 kHz sind drin

Ich würde die Trennung 400/2500 bevorzugen, die sieht mir am ungefährlichsten aus.

Cpt.
elephantino
Hat sich gelöscht
#88 erstellt: 12. Mai 2012, 13:06
Hallo Christoph,

was ich erkennen kann, ist die Bestätigung, dass sich ein Hochtöner in stark hupender Umgebung nicht gut macht. Kann man das 4 kHz-Phänomen mit einem Rauschsignal hören?

Dem Mitteltöner selbst scheint es egal, wieviel Hub er ausführen muss.

Ansonsten vermute ich eine Korrelation zwischen Klirr- und IMD-Spektrum. Wie ich dich kenne, hast du die Klirrspektren drüben schon gepostet. Mal gucken...

Gruß, Peter
Cpt._Baseballbatboy
Inventar
#89 erstellt: 12. Mai 2012, 13:19
Moin,

einen schönen "Guten Morgen" an mich selber, ist ein Koax. Dann passt die Zuordnung natürlich.

Cpt.
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