Bassreflex , ja oder nein ?

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benolino
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 18. Jul 2012, 00:05
Hallo, ich baue mit meinem Sohn gerade eigene Boxen mit vorhandenen Teilen : Hochtöner Visaton TW 70 , Tieftöner (älteres Modell von Heco ) : Durchmesser 200mm . Frequenzweiche 4Ohm (wie die Lautsprecher ) auch von Heco . Das Gehäuse hat ca 18 Liter Volumen . Lohnt sich da wohl ein Bassreflexrohr , und wenn ja , welchen Durchmesser und welche Länge sollte wohl es haben ? Jörg


[Beitrag von benolino am 18. Jul 2012, 00:07 bearbeitet]
SITD
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 18. Jul 2012, 04:19
Wenn das Gehäuse schon vorhanden ist und kein BR Gehäuse ist wäre das nicht Sinnvoll.
Zumal wir ohne TSP und Typenbezeichnung nicht simulieren können wir das klingt.

Wenn du mehr Bass willst, dann solltest du einen Subwoofer ranschaffen.
Für den Mivoc AW3000 gibt es Bauvorschläge mit einem Aktivmodul (Mivoc AM 120) , das wäre Preislich auch ein schönes Geburtstags oder Weihnachtsgeschenk ^^.

Welchen Verstärker willst du denn benutzen?
So könnte man entscheiden ob du das Mivoc AM 120 über High oder Low Leveleingänge versorgst...


Wenn du die Typenbezeichnung für die Canton Speaker findest, kann ich versuchen einen Frequenzgang zu simulieren...
cwurst
Inventar
#3 erstellt: 18. Jul 2012, 09:20
Moin,

falls ihr keine Wissenschaft draus machen wollt und nicht zwingend das vorhandene Gehäuse verwenden müsst, testet das doch in einer größeren BR-Box mal aus (18 Liter scheinen wir in jedem Fall etwas wenig). 19er Span kostet ja nicht viel.

Tippe mal, dass der Tieftöner ein eher einfaches Exemplar mit schwächerem Antrieb ist. Für viele dieser Sorte passt halbwegs ein Volumen von 35 bis 50 Litern.
Box bauen, mit einer Kreuzverstrebung im Innern die Längsseiten versteifen und die Wände mit Polyesterwatte/Sonofil betackern. Hinten eine Öffnung für ein ca. 7 cm durchmessendes Rohr rein und darin verschiedene Rohrstücke mit z.B. 7 bis 15 cm Länge ausprobieren (also erstmal nicht einkleben).

Falls das total aufgedunsen und schwammig klingt, taugt das Chassis nicht für BR. Dann die Box locker mit Sonofil auffüllen und die Rohröffnung verschließen, z.B. mit einem festen Schaumstoffpfropfen, einem aufgeleimten Brett oder der Anschlussdose.

Wünsche viel Glück (denn das braucht man bei einem solchen Schuss ins Blaue )
benolino
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 18. Jul 2012, 12:04
Hallo , auf dem Heco Tieftöner steht ' 1059 ' und der Magnet hat einen Durchmesser von 6,8cm , der Kern der Membran ca 3,2cm Durchmesser . Ich habe schon 20cm Bässe mit größerem Magneten gesehen . hat das etwas mit dem Antrieb zu tun? Die Tieftöner stammen wohl aus einer alten Heco 2-Wege-Box aus den 80er Jahren . Die Sicken sind aus Gummi und ok . Auf den dazugehörigen Frequenzweichen steht : Heco 635 / 4Ohm . Vielleicht hilft das ja zur Bestimmung .Mein Sohn hat einen älteren Pioneer A - 656 vom Sperrmüll , der ist echt super . Das Ding wiegt bestimmt 15Kg . Jörg


[Beitrag von benolino am 18. Jul 2012, 12:08 bearbeitet]
cwurst
Inventar
#5 erstellt: 18. Jul 2012, 15:32
Nach der Weichenbezeichnung zu urteilen, könnten die Bässe aus der Heco SM 635 stammen, einer geschlossenen Regalbox mit Hochtonkalotte. Frag doch mal im Klassiker-Unterforum nach, ob jemand die Parameter kennt.

Bis hierher kann man jedenfalls festhalten: Der Magnet ist recht klein, die Schwingspule dürfte 25 mm haben. Das spricht für einen relativ schwachen Antrieb (deshalb damals ja auch im geschl. Gehäuse). Aber Versuch macht kluch, einfach mal im beschriebenen BR-Gehäuse ausprobieren und ggf. dichtmachen, falls es nicht klingt.

Schwieriger wird es mit der Weiche. Sofern die aus der SM 635 stammt, setzt sie einen anderen Hochtöner voraus. D. h., die Schaltung wird nicht wirklich zum TW70 passen. Aber auch das einfach ausprobieren. Außerdem dürften die Kondensatoren eingetrocknet sein, am besten neue einlöten. Kostet nicht viel, lohnt sich aber.

Und Glückwunsch zu diesem Sperrmüll-Amp!
benolino
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 18. Jul 2012, 22:37
Ja , ich habe schon 4 folienkondensatoren mit gleichen Parametern gekauft und eingelötet . Sind denn Frequenzweichen für Konushochtöner anders berechnet als für Kalottenhochtöner . Jörg
HiFi-Selbstbau
Inventar
#7 erstellt: 19. Jul 2012, 08:16
Hi benolino,


Sind denn Frequenzweichen für Konushochtöner anders berechnet als für Kalottenhochtöner

Frequenzweichen werden nicht berechnet, sondern werden abgestimmt. Dort geht dann u.a. das Verhalten der Chassis mit ein. Und da sich ein Konushochtöner in einigen Punkten deutlich anders als eine Kalotte verhält sieht auch die Weiche entsprechend anders aus:

  • Konushochtöner haben in aller Regel eine Überhöhung am unteren Ende ihres Übertragungsbereichs (wobei der TW70 (links) da noch recht harmlos ist; rechts eine 25mm Kalotte SC10N):



  • Auch ist die Resonanzfrequenz oft etwas höher (1500-2000 Hz) als bei üblichen 25er Kalottenhochtönern (häufig 800-1500 Hz). Außerdem ist das Rundstrahlverhalten von Konushochtönern schlechter, daher werden sie meist so eingesetzt, dass der Frequenzgang auf Achse leicht ansteigt.
  • K&T verwendet bei ihrer CT230 z.B. eine Weiche mit 18 dB/Oktave und relativ hoher Trennfrequenz um die Überhöhung am unteren Ende in den Griff zu bekommen. Bei der Sippo wurde dafür sogar ein Acoustical Butterworth-Filter verwendet, eine Modifikation der 18 dB/Oktave-Filters, die genau auf das Verhalten des Hochtöners am unteren Übertragungsende abgestimmt ist, allerdings auch nur dann funktioniert, wenn die Hochtöner nicht streuen.


Gruß Pico
cwurst
Inventar
#8 erstellt: 19. Jul 2012, 09:06
Genauso sieht's aus ...

benolino, versuch doch mal, die Weichenschaltung nachzuvollziehen und zusammen mit den Bauteilewerten in eine Skizze zu übertragen. Dann könnte man zumindest ungefähr abschätzen, wohin die Reise mit dem TW 70 gehen würde.
benolino
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 19. Jul 2012, 10:30
Guten Morgen , ich habe die Heco - Weiche mal als Skizze eingefügt . Warum ein kleiner 2uf Kondensator parallel zur Tiefpass-spule eingesetzt ist , weiß ich nicht .Vielleicht hilft das ja weiter ? IMG_1642 . Könnte man eventuell auch statt dem originalen10uf einen 8,2uf Folienkondensator in den Hochtonpass einlöten , dann wird doch der Frequezgang etwas nach oben verschoben , oder ? Und vielen Dank für die Hilfe .- Halt , ein Fehler ist in der Skizze , im Hochpass sitzt der Kondensator vor der Spule . Jörg


[Beitrag von benolino am 19. Jul 2012, 13:04 bearbeitet]
cwurst
Inventar
#10 erstellt: 19. Jul 2012, 16:24
Hmm. Aus den Zahlen an den Spulen wird man nicht wirklich schlau. Könnten 0,55 mH haben ...

Davon ausgehend, dass Original-Kalotte und TT 4 Ohm hatten bzw. haben, würde die Weiche sie mMn bei ca. 2700 Hz trennen. Nun hat der TW 70 aber 8 Ohm. Das würde bedeuten, dass er an einem Serien-C von 10 müF schon bei 1,5 kHz übernimmt – also bei seiner Resonanzfrequenz! Das kann ihn im schlimmsten Fall sogar zerstören. Der Visaton sollte bei mind. 3 kHz getrennt werden, also mit max. 4,5 müF und mind. 0,6 mH. Aber selbst das würde die von Pico beschriebenen Eigenheiten nicht berücksichtigen.

Außerdem müsste noch ein Dämpfungsglied aus Widerständen (ein Spannungsteiler) in den HT-Zweig, da der Visaton mit Sicherheit deutlich lauter ist als der TT.

Kurz: Das wird so nicht funktionieren.


[Beitrag von cwurst am 19. Jul 2012, 16:25 bearbeitet]
TJ05
Inventar
#11 erstellt: 19. Jul 2012, 17:16
Moin,

Ich möchte mir anmaßen zu Pico´s Beitrag eine andere/ergänzende Meinung zu haben :


Außerdem ist das Rundstrahlverhalten von Konushochtönern schlechter

Es mag so sonderbare Hörer ( wie mich ) geben, die daß gut finden.


... um die Überhöhung am unteren Ende in den Griff zu bekommen. ...

Ich denke bei CT 230 spielt hierbei auch der spezielle Saugkreis im Hochtonfilter eine Rolle.

Gruß, Theo
benolino
Ist häufiger hier
#12 erstellt: 19. Jul 2012, 22:28
Hallo, das stimmt nicht ganz , der Tw 70 hat " 4 Ohm " , es ist ein älteres Modell , aber noch nie benutzt . JörgIMG_1644


[Beitrag von benolino am 19. Jul 2012, 22:38 bearbeitet]
cwurst
Inventar
#13 erstellt: 20. Jul 2012, 12:40
Ah ja, ich kannte den nur in 8 Ohm. Also einfach mal testen. Aber um einen Spannungsteiler wirst du wohl nicht rumkommen. Ein Pegelregler ist ganz sinnig, wenn man sich das Experimentieren mit verschiedenen Widerstandswerten sparen will.
benolino
Ist häufiger hier
#14 erstellt: 20. Jul 2012, 14:08
Dann will ich mich mal ans anschließen machen . Vielen Dank auch für die Tips Jörg
.........P.S. Ich mag den Klang von Konushochtönern auch lieber , aber ich denke , da teilen sich die Meinungen ....


[Beitrag von benolino am 20. Jul 2012, 14:18 bearbeitet]
benolino
Ist häufiger hier
#15 erstellt: 20. Jul 2012, 23:57
So , ich habe die Lautsprecher mit den Frequenzweichen verbunden und in die Gehäuse eingebaut . Der erste Eindruck war ernüchternd .. der Klang beschissen , Hochtöner zu laut und , ich glaube zu tief abgetrennt . Die mittleren Frequenzen meiner Meinung nach zu stark . Ich habe nun die Hochtöner mit passenden Widerständen ( R1 & R2 ) um ca 3DB abgeschwächt und im Hochtonpass den 10uf erst gegen einen 8,2uf , dann , nach einigem Probieren , gegen einen 5,6uf Folienkondensator ausgetauscht . Beim Tiefpass habe ich den 10uf Kondensator entfernt und nur die Spule belassen , also den Tiefpass als 6DB Weiche ausgelegt . Jetzt klingen sie richtig gut , wobei die Mittleren Frequenzen jetzt etwas mehr abgeschwächt sind , da der Tiefpass bei ca 1800 Hz trennt und der Hochton bei ca 2500 - 3000 Hz ( Werte sind aus Tabellen entnommen , die ich im Internet gefunden habe) Jörg .
cwurst
Inventar
#16 erstellt: 21. Jul 2012, 12:21
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