Gehäuse geneigt bauen?!?

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leenor
Stammgast
#1 erstellt: 12. Feb 2004, 11:29
Hallo.

Ich möchte die MIVOC SB 180-II beim Strassacker-Shop bestellen und bauen



mir schwebt aber vor das gehäuse statt senkrecht, leicht nach hinten geneigt auzubauen. ich habe an 5° gedacht, das macht bei 1m Gesamthöhe eine Abweichung der oberen Kante zur unteren von ca. 8cm (geschätzt)

vom gehäusevolumen ändert sich nichts, asymetrie ist leider genauso vorhanden wie in einer senkrechten box. das einzige schlechte wäre, dass die Chassis nicht auf einer linie liegen (seitlich gesehen), sondern versetzt sind. Da es aber nur 5° sind ist diese Missstellung eigentlich nichts so stark, oder ist selbst das schon zu fatal bezüglich des verzögerten Abstrahlens?

Kann man in der Weiche Element einbauen, die den unteren bzw. den mittleren Treiber (um die hälfte des unteren) verzögert? Wird das zu kompliziert für nen Anfänger? Habe keinerlei Messtechniken.

KANN SICH ÜBERHAUPT JEMAND VORSTELLEN, WAS ICH MEINE?
realHeineken
Ist häufiger hier
#2 erstellt: 12. Feb 2004, 13:08
Wenn Du eine Neigung meinst, wie bei der Audio Physics auf dem Foto, dann spricht nichts dagegen, denn so werden die Laufzeitdifferenzen zwischen Hochtöner und Tieftöner behoben. Die zeitliche Verzögerung ist also eher positiv und muss nicht korrigiert werden!! Wird von Vance Dickason in seinem Lautsprecher Kochbuch sogar empfohlen!
P.Krips
Inventar
#3 erstellt: 12. Feb 2004, 14:40
Hallo realHeineken,

wenn Du schon einem Anfänger Ratschläge gibst, dann bitte erzähl nix Falsches....

"Die zeitliche Verzögerung ist also eher positiv und muss nicht korrigiert werden!!"
Über den Wert der "Verzögerung kann man sich trefflich streiten...
Wenn aber ein Lautsprecher auf eine senkrecht stehende Schallwand abgestimmt ist, dann wird mit grosser Wahrscheinlichkeit die "zeitliche Verzögerung" durch eine geneigte Schallwand den Frequenzgang verbiegen, wie viel ist abhängig von der akustischen Flankensteilheit der verwendeten Filter und der Übergangsfrequenz.
Wenn man eine geneigte Schallwand baut, wie in Deinem Beispiel, muss man auch die Frequenzweiche dazu passend entwickeln.

@lenoor:
Wie viel eine 5° Neigung ausmacht, kann man eigentlich nur mit einer Messung feststellen, kann sein, dass die Neigung nicht so viel ausmacht, aber es kann auch ganz anders kommen.

Verzögerungsschaltungen sind schon möglich, aber passiv sehr schwer zu machen und gehören schon zur "Hohen Schule" des Boxenbaus, auf keinen Fall etwas für Anfänger. Ich kenne keinen Boxenhersteller, der passive Verzögerungsschaltungen verwendet....

Gruss
Peter Krips
klingtgut
Inventar
#4 erstellt: 12. Feb 2004, 15:57
Hallo,

ergänzend dazu vielleicht auch die Antworten im ersten Thread interessant.

www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&back=1&sort=lpost&forum_id=71&thread=333

Viele Grüsse

Volker
leenor
Stammgast
#5 erstellt: 12. Feb 2004, 20:06
ich habe gerade eine eMail an die Strassacker-Leute geschickt...mal sehen was die meinen.

Wenn ich die Gehäuse nicht geneigt aufbauen kann, lasse ich es ganz. *eingeschnappt*
leenor
Stammgast
#6 erstellt: 12. Feb 2004, 21:11
@ P.Krips

Wenn aber ein Lautsprecher auf eine senkrecht stehende Schallwand abgestimmt ist, dann wird mit grosser Wahrscheinlichkeit die "zeitliche Verzögerung" durch eine geneigte Schallwand den Frequenzgang verbiegen, wie viel ist abhängig von der akustischen Flankensteilheit der verwendeten Filter und der Übergangsfrequenz.
Wenn man eine geneigte Schallwand baut, wie in Deinem Beispiel, muss man auch die Frequenzweiche dazu passend entwickeln.


Ich vermute, dass Du davon ausgehst, dass ich die Chassis gewinkelt einbauen will, sodass sie wieder senkrecht stehen. ich möchte sie aber ganz normal so einbauen, als wäre es eine einfache senkrechte Front. quasi wie einen LS, dem man unter die vordere Kante einen Klotz legt. die box bleibt ja gleich, wurde nur vorderseitig ein wenig aufgebockt. die chassis sind immernoch "bündig".

ich glaub nicht, dass man da so ein heckmeck mit der weiche machen brauch


[Beitrag von leenor am 12. Feb 2004, 21:12 bearbeitet]
P.Krips
Inventar
#7 erstellt: 12. Feb 2004, 22:00
Hallo Leenor,

vielleicht habe ich mich nicht klar genug ausgedrückt:

Angewinkelten Einbau habe ich nicht gemeint.

Grob gesagt ist es so, dass durch die Anwinkelung die Treiber, die bei senkrecht stehender Schallwand alle den gleichen Abstand zu Deinen Ohren hatten, nun einen unterschiedlichen Abstand haben. Somit können die beschriebenen Effekte eintreten.

Du kannst das Problem aber einfach umgehen:
Wenn wir mal annehmen, dass Du die Schallwand nach hinten neigen willst, dann setze die Chassis (da hilft ein wenig Geometrie) so viel tiefer, dass sie bei Deiner bevorzugten Hörentfernung wieder gleichen Abstand zum Ohr haben.

Praktisch müsstest Du die Box dann niedriger machen (Die Position der Treiber zur Oberkante Box und zu den Seiten dann aber nicht verändern !). Das, was Du an Volumen verlierst, weil Du die Box unten kürzt, musst Du dann halt in der Tiefe ausgleichen.

Wenn Du so verfährst, musst Du an der Frequenzweiche nichts ändern.
Allerdings kann sich trotzdem die Klangcharakteristik der Box im Bass- und Grundtonbereich etwas ändern, da die Tieftöner nun näher zum Boden positioniert sind...

Gruss
Peter Krips
leenor
Stammgast
#8 erstellt: 13. Feb 2004, 17:26
die Strassackers haben mir nun (sehr fix) geantwortet:

da LS strahlen bei 8° Neigung noch genauso gut ab, wird gesagt. und dann ist da noch ein Satz mit dem Ich nichts anfangen kann:


Der Phasenunterschied zwisch Hoch- und Mitteltöner von ca. 2 cm entspricht bei 2 kHz
45 Grad. Das dürfte wohl gerade noch so gehen, wenn die Box einen sauberen Übergang
mit Phasengleichheit hat.


kann mir das kurz jemand erklären? danke
Evingolis
Hat sich gelöscht
#9 erstellt: 13. Feb 2004, 17:59
meinst du wirklich, es ist der richtige ansatz, bei der 1. selbstbaubox direkt das gehäuse nicht unerheblich komplizierter zu gestalten?

ich bewundere deinen mut und wünsche glück & erfolg
P.Krips
Inventar
#10 erstellt: 13. Feb 2004, 18:20
Hallo leenor,

ich will Dir nicht zu nahe treten, aber kann es sein, dass Du Null Komma Null Ahnung von Lautsprechertechnik hast ?

Wenn Du welche hättest, könntest Du mit der Angabe 45° Phasenverschiebung nämlich was anfangen....
Nebenbei halte ich 45° Phasenverschiebung bei 2000 Hz nicht für unbedenklich.

Wenn Du tatsächlich keine Ahnung hast, dann bist Du gut beraten, einen Lautsprecherbausatz 1:1 exakt nachzubauen und von Veränderungen abzusehen.
Dann bist Du auf der sicheren Seite und der Lautsprecher funktioniert auch so wie vorgesehen.

Gruss
Peter Krips
leenor
Stammgast
#11 erstellt: 13. Feb 2004, 22:15
klasse erklärung. danke. Da werden sie geholfen
qnorx
Stammgast
#12 erstellt: 14. Feb 2004, 07:25
Bei Standlautsprechern würde ich, wenn das so nicht vorgesehen und getestet wurde vom Entwickler, auf eine Anschrägung der Schallwand verzichten.
Ausser einem optischen Effekt kannst Du akustisch dadurch meiner Meinung nach gar nichts gewinnen und nimmst das Risiko in Kauf, dass Du im Rundstrahlverhalten (hier vorallem hinsichtlich der Vertikalen) Einbussen hinnehmen musst. Es kann nämlich ganz gut sein, dass der HT und MT vielleicht nicht über den gesamten Frequenzgang aber an Stellen schon unter einigen Grad hörbare Einbrüche aufweist.

Ein horizontales Einbauen bei schräger Schallwand würde ich auch unterlassen, weil damit dann das Rundstrahlverhalten zusätzlich noch in der Horizontalen beeinträchtigt werden könnte (ich gehe mal davon aus, dass Du die Chassis dann teilweise versenken würdest).

Tipp: Wenn Du optisch Deine Lautsprecher aufwerten willst, arbeite mich einem schönen Furnier. Es muss ja nicht überall dasselbe sein, ich mag z.B. einen dunkel abgehobenen Streifen in der Mitte der Schallwand. Macht die Box auch noch etwas schlänker.
qnorx
Stammgast
#13 erstellt: 14. Feb 2004, 07:29
oder, wenn's denn dann doch unbedingt abgeschrägt sein muss, dann mach die Abschrägung nich an der Schallwand sondern montiere eine Stoff auf einem schrägen Rahmen davor. Keine Ahnung wie das aussieht, ist mir nur gerade so eingefallen.
leenor
Stammgast
#14 erstellt: 14. Feb 2004, 11:25
hmmmm, ich glaub ihr habt recht...schade

kennt jemand einen Bausatz für eine D'appolito-Standbox mit Transmissionsline, die für nen schüler bezahlbar ist? soetwas wäre nämlich mein Zweitwunsch.
das_n
Inventar
#15 erstellt: 14. Feb 2004, 12:08
transmissionslinien: ct 197 (sogar d´appolito), ct 188, ct 206
klingtgut
Inventar
#16 erstellt: 14. Feb 2004, 12:11
Hallo Leenor,

CT 197 aus Klang und Ton mit fast identischer Mivoc Bestückung zur SB 180...

Viele Grüsse

Volker
das_n
Inventar
#17 erstellt: 14. Feb 2004, 14:24
cool, gleicher gedanke, gleiche zeit......

die tiefmitteltöner sind bei der ct 197 eine nummer kleiner geraten als bei der sb 180.
klingtgut
Inventar
#18 erstellt: 14. Feb 2004, 19:27
Hallo das n,

deswegen schrieb ich fast...

Viele Grüsse

Volker
Heissmann-Acoustics
Inventar
#19 erstellt: 15. Apr 2004, 20:29
Muss mal Werbung machen:
Die Mivocs (die 180er Serie aber auch die ct´s) kannste auch bei Volker (Klingtgut) kaufen. Die sind da sogar noch günstiger, ausserdem haste da ne super Beratung und kannst auch probehören:

Preise: Klingtgut/Strassacker (jeweils pro Box)

Sb180: 69EUR/74EUR
Sb180II: 99EUR/112EUR
CT206: 109EUR/126EUR
CT197: 79EUR/89EUR

Angaben selbstverständlich ohne Gewähr

Hoffe es ist o.k so direkt auf einen günstigeren Anbieter hinzuweisen. Wenn nicht bitte bescheidsagen

mfG
christophb
Stammgast
#20 erstellt: 15. Apr 2004, 21:31
ich habe wahrscheinlich nicht ein zehntel soviel ahnung wie die meisten, die hier vor mir geantwortet haben, aber ich als laie kann mir nicht vorstellen, das eine schräge front einen unterschied wie tag und nacht, vor allem nicht, wenn der winkel nur 5° beträgt, bewirken kann.
es gibt doch so viele faktoren, die wesentlich ausschlagskräftiger sind.
wird der lautsprecher nicht in einem perfekten raum, unter den idealen bedingungen bei audiophilen hörern eingesetzt, wird weder der normalverbraucher, noch der versiertere normalverbraucher einen unterdschied schmecken....glaube ich.
für meinen teil finde ich eine schräge front auch sinnvoll, um effektiv stehenden wellen vorzubeugen. der laufzeit unterschied von ungefähr 0,00006 sec kan kein mensch mehr wahrnehmen.

ihr könnt mich jetzt in der luft zerreissen ob meiner aussage, oder mich mit stichhaltigen gegenargumenten eines besseren belehren, aber solange würde ich raten, die box zugunsten des persönlichen geschmacks, der wahrscheinlch mehr gewinnt, als klangliche einbußen zu erwarten sind, anzupassen.

skeptische grüße,
christoph
MojoMC
Inventar
#21 erstellt: 15. Apr 2004, 21:38

[...]ich als laie kann mir nicht vorstellen[...]glaube ich.
für meinen teil finde ich[...]der laufzeit unterschied von ungefähr 0,00006 sec kan kein mensch mehr wahrnehmen.


Hmmm...

...ich (als Laie) versuche mich immer dann zurückzuhalten, wenn ich nur Vermutungen anstellen kann.



Aber soweit mir (als Laie) bewusst ist, geht es hier weniger um den Laufzeitunterschied als um die Phasenverschiebung (eventuelle Auslöschungen).
christophb
Stammgast
#22 erstellt: 15. Apr 2004, 21:51
hallo,
ich hoffe das ist jetzt nicht falsch rübergekommen.
ich habe ja oben nicht versucht, mit einem nicht vorhandenen halbwissen zu glänzen, sondern nur die mir bekannten faktoren zu einem gesamtbild zusammenzufügen und dieses aus meiner sicht zu beurteilen.
zudem habe ich auch meine aussage selbst in frage gestellt und bin jeder belehrung offen.
danke fürs mitlesen und nothing for ungood

gruß,
christoph
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