[b]Erfahrungsbericht:[/b] Standboxen PLUS Subwoofer (Kappas + Canton AS50) *lang*

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cavry
Stammgast
#1 erstellt: 25. Apr 2004, 15:03
Hallo,

ich habe meine Infinity Kappa 6.2i II mit einem AS50 von Canton aufgestockt. Ich wollte einfach mal herausfinden, ob sich auch der Klang von halbwegs ausgewachsenen Standboxen durch so einen Würfel verbessern lässt. Das Testobjet wurde der AS50, da ich ihn günstig (300 Euro neu) bekommen habe und hier im Forum öfters gesagt wurde, dass er halbwegs "musikalisch" sein soll.

Zunächts einmal gibt es Anmerkungen zum AS50, dann später zum Ergebnis des Tests.


Einige Beobachtungen zum AS50

- Der Lack ist recht empfindlich

- Die Box sieht schwarz, schlicht, solide, edel aus. Sie ist aber echt groß, gut daß meine Freundin nicht bei mir wohnt

- Der Lautsprecher selber sieht bei abgenommenem Gitter echt billig aus - wie bei einer Boom-Box. Ich hoffe, das reflektiert nicht die wahre Qualität des Lautsprecher (innere Werte und so weiter )

- Entgegen allen Angaben in Tesberichten und bei Canton selber ist der AS50 KEIN 31cm-Woofer. Wenn man korrekt misst (also der Mitte der Sicke links - Mitte der Sicke rechts) das hat das Teil gerade mal 25 cm. Die 31 cm beziehen sich auf die Außenkante des Korbrandes. Mir ist aufgefallen, daß diese Art zu messen (die ja keinen Sinn macht, wichtig sind ja nur die schwingenden Teile) langsam überall einreisst. Marketing halt. Ich finde, für einen seriösen LS-Hersteller ist das peinlich.

- Es gibt keinen Unterschied zwischen AS50 und AS50sc (hatte bei Canton angefragt). Diese Frage wurde hier im Forum schon mehrfach diskutiert, daher jetzt die offizielle Antwort

-Der AS50 reicht realistisch bis etwa 25 Hz. Ich habe mit Sinus-Tönen (32-16 hz, chromatisch) nachgemessen, nach dem 3-4 Ton gab es einen starken Abfall. Bei ca. 20 Hz schiebt er nur noch Luft hin und her.

-Die maximalen Pegel sind in Ordnung, sprich: jeder normale Mensch hat das Zimmer schon verlassen



Einstellungen und Klang - das Ergebnis

Zunächst einmal war ich enttäuscht. Der Knackig-trockene Bass der Kappas schien mir durch den AS50 aufgeweicht zu werden, alle blubberte nur. Also hieß es, mit der Abstimmung rumzuspielen.

Phase: Ich habe echt lange gebraucht, bis ich eine vernünftig klingende Phasen-Einstellung hinbekommen habe. Das Problem ist, daß das Problem der "Klanginseln", welches man schon mit Stereolautprechern hat (also "Spots" mit viel Bass und welche ohne), noch viel extremer wurde. Es war nicht möglich, den guten Klang im gesamten Raum hinzubekommen.
Ich habe die Phase zunächst auf 180° gehabt und mich darüber etwas gewundert, da der AS50 in der Mitte zwischen den Kappas auf einer Höhe steht - eigentlich müsste man annehmen, daß die Phase dort 0° ist. Des Problems Lösung: die Kappas strahlen ihren Bassreflex-Schallanteil nach hinten ab, dieser ist daher um 180° verdreht. Um dieses Problem zu entschärfen, da es an sich nicht lösbar ist, habe ich einfach die BR-Kanäle der Kappas mit Socken verschlossen. Die Abstimung wurde nun sehr viel einfacher und die Phase klang wieder bei 0° ab besten.

Übernahmefrequenz: Nacheinigem Probieren habe ich die Übernahmefrequenz auf "Anschlag links", sprich 50 Hz eingestellt. Das haz weniger mit Ortungsproblemen zu tun, als viel mehr damit, daß die Kappas linear bis 45 Hz spielen und dann abfallen. Der "Kickbass" der Kappas (60-120 Hz) ist allerdings um Längen besser als der des AS50. Unter 40 Hz tut sich bei den Kappas allerdings nicht mehr viel.

Mit meiner Einstellung addiert der AS50 also nur etwa 15 Hz nach unter hin (40-25 Hz). Lohnt sich der Aufwand klanglich ?

Meine Meinung: Ja, auf jeden Fall. Das gesamte System klingt noch einmal um eine Klasse erwachsener. Die Bässe (bei den Kappas eigentlich nicht zuwenig) werden jetzt nicht nur hör- sondern auch Fühlbar. Die Musik macht einfach noch ein bisschen mehr Spaß. Die im Vergleich zu den Kappas etwas größere, prinzipbedingte Trägheit des AS50 stört auch unter 50 Hz nicht wirklich.

Das war ja eigentlich auch zu erwarten.

Was mich allerdings völlig überrascht hat (und ich kann es mir eigentlich auch nicht recht erklären), ist daß mir die Kappas auf einmal wieder gefallen (mist, die stehen schon auf der grossen bösen Internetbörse). Sie spielen auf einmal so frei und luftig, so unangestrengt, so dynamisch, wie ich sie schon lange nicht mehr wahrgenommen habe. Ich hatte nach meinem Umzug das Gefühl, daß die Kappas irgendwie muffig, mittig, wenig detailreich klangen.
Das ist nun vollkommen verschwunden, und ich sitze seit langem mal wieder mit Freude stundenlang beim Musikhören!
Kann mir irgendjemand diesen Effekt - abgesehen von der Psychologie - erklären ?

FAZIT:
Die 300 investierten Euros haben sich zu 100 % gelohnt. Ich glaube jedoch, daß das Ergebnis mit Kompaktboxen anders ausgefallen wäre, da der AS50 bei mir ja nur den absoluten Tiefbass übernimmt, der Haupt-Bassanteil kommt immer noch von den Kappas.

Beste Grüße

Cavry
Alex8529
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 25. Apr 2004, 15:10
wenn man Subwoofer zur "Verstärkung" der Standboxen für Stereowiedergabe
einsetzen will, sollte man mit 2 Subs arbeiten, da sonst das Klangbild
zerrissen wird. Auch sollten sie 2 Subs an/unter den Standboxen stehen.

Ein Sub erzeugt eine Kugelwelle, wobei 2 Subs eine horizontale Welle
erzeugen, die viel resistenter gegen Resonanzen im Raum ist.

Siehe mein Profil, ich habe auch mit einem Sub experimentiert, für Musik
war das nicht zu gebrauchen.

Frank
cavry
Stammgast
#3 erstellt: 25. Apr 2004, 15:27

wenn man Subwoofer zur "Verstärkung" der Standboxen für Stereowiedergabe
einsetzen will, sollte man mit 2 Subs arbeiten, da sonst das Klangbild
zerrissen wird.


Ah ja, wieso? Der Sub steht genau mittig zwischen den Boxen. Die Boxen stehen 2m auseinander. Es sind nach einiger Fummel-und Einstellungsarbeit (siehe Text) keine Phasenauslöschungen oder Raumresonanzen mehr zu hören. Schallwellen unter 50 Hz breiten sich IMMER kugelförmig aus. Bei 2 Subs hat man 2 Kugeln, die ihre Phasen überlagern (addieren) und dann wummern. Oder verstehe ich was falsch ?



Siehe mein Profil, ich habe auch mit einem Sub experimentiert, für Musik
war das nicht zu gebrauchen.

Kommt wohl auf dei Musik an. Ich höre Jazz, Rock/Pop, aber auch mal Orgelmusik. Wurde alles besser.

Cavry


[Beitrag von cavry am 25. Apr 2004, 15:28 bearbeitet]
Alex8529
Hat sich gelöscht
#4 erstellt: 25. Apr 2004, 15:35
wolltest Du Erfahrungsaustausch, oder nur etwas mitteilen ??


Frank
cavry
Stammgast
#5 erstellt: 25. Apr 2004, 15:43

wolltest Du Erfahrungsaustausch, oder nur etwas mitteilen ??


Ersteres, nix für ungut. Aber deine Ausführung mit den "horizontalen Wellen" verstehe ich trotzdem nicht - kannst Du das noch einmal detaillieren, vieleicht hast Du ja Recht...

Cavry
Jazzy
Inventar
#6 erstellt: 25. Apr 2004, 18:05
Hi!
Meine Erfahrungen besagen,das BR-Boxen(vor allem mit Bassbetonung wie die Kappa) nicht sehr gut mit Subwoofern harmonieren. Deswegen musstest du wahrscheinlich auch erst mal die BR-Rohre verschließen. Ich würde dir empfehlen,einen Subwoofer mit noch mehr Tiefgang zu benutzen,meiner geht noch leidlich bei 17Hz, ist allerdings auch ziemlich groß(90 Liter, 38cm Chassis),das bringt ungeahnte Erlebnisse zum Vorschein(z.B. bei Madonna, oder Peter Gabriel)!
Meiner wird auch schon bei 45Hz aus dem Rennen genommen,da hast du ja schon eine gute Einstellung gefunden.
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