Stax Lambda Signature/ SRM 313 -> die bessere Nuline 100?

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++Stefan++
Stammgast
#1 erstellt: 22. Nov 2006, 23:48
Vorerst sollte ich natürlich erwähnen, dass dies ein Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen ist, aber er dennoch sehr Aufschlussreich ist. Dieser Beitrag ist auch im Nuforum zu finden, ich denke er ist aber auch für alle nonnubertianer interessant, da ich mich sowieso verstärkt mit dem Stax beschäftige.

Ein paar Worte zu meiner bisherigen Kette:

Lautsprecherkette:
Foobar -> RME DIGI 32 -> DA Wandler (Studiotechnik) -> Revox B 251 -> Nuline 100 (1,5m Horabstand, Horplatz umgeben von 4cm Schaumstoff)
Kopfhörerkette:
Foobar -> RME DIGI 32 -> DA Wandler -> Revox B 251 -> Tape out -> Stax SRM 313 -> Stax Lambda 4040

Die Nuline 100 habe ich in allen vergleichen aufgrund ihrer ausgewogenen Spielwiese immer lautsprechern vorgezogen, die den Hochtonbereich „überspielen“. Im Direkten vergleich war diese Eigenschaft unspektakulärer, allerdings spielte sie so ihren Detailreichtum angenehm im gesammten Musikspektrum aus (bei höhenbetonten Lautsprechern, waren kleine Besetzungen immer sehr differenziert, „härtere Sachen“ aber zu aufdringlich und kalt).

Nun habe ich allerdings notgedrungen (Mehrfamilienhaus) nicht mehr die Möglichkeit das Musikhören vollkommen nach meiner Zeitgestaltung auszuleben, und da ich meist abens emotional am zugänglichsten war, fiel das „intensivmusikhören“ erst einmal flach.

Ich ging also davon aus, dass ich als Notlösung mir einen Kopfhörer anschaffen müsse, der hier und da etwas der Nuline 100 entgegenzusetzen hat.

Kopfhörerwahl:

Meine hörsession bei Hifi im Hinterhof war erst sehr enttäuschend, keine der Scheiben die ich Mitnahm (Dreadg, Pink floyd, Stravinsky) konnten mich auf Beyerdynamik KH (dt 880/990) oder den Akgs (501/601/701) auch nicht an teuren Röhrenvorstufen aus folgenden gründen befriedigen: Entweder die Kopfhörer waren im Hochtonbereich und im Bass deutlich betont, und die Mitteltonwiedergabe fiel dem zum Opfer (Beyerdynamik) oder die Musikwiedergabe klang im vergleich zur Nuline zu „langweilig“ und „durchgespühlt“.

Dann habe ich mal zum vergleich (bis dahin war der preis der Stax- sets erstmal außen vor, aber interessant und vor allem gefährlich ist es mal außerhalb seines eingeplanten bugets zu suchen) das kleine Stax Set ausprobiert-->

Stax 2020 set
Er hatte eine komische tonale balance, der Bass war geschätzt um 80Hz drönig, die details waren etwas besser als bei den Dynamischen Kollegen.

Stax 3030 set:
Tonal immer noch gewönungsbedürftig, aber die Details! Nach etwa 10minuten hören war klar, dass ich jene in den Hintergrund gemixten Aspekte von dreadg definitiv noch nie zuhause gehört hatte (Selbst an den teuren Anlagen, bei denen ich später gehört hab, konnte ich diese nur erahnen  Raumeinflüsse?)

Da einige der Verkäufer bei Hifi im Hinterhof mich nicht wirklich ernst nahmen (ich wohl nicht die unterschiede zwischen CD Spray usw hörte…) habe ich mich entschieden den Stax doch zu importieren bzw. keine 600€ beim Service und der Garantie zu lassen).

Nun steht der Stax also zuhause und der genauere Test konnte nach 4 tagen Lieferzeit (aus JAPAN!) beginnen:

Hörsessions:

In den ersten Stunden hatte ich das gefühl tonalen mist gekauft zu haben, denn der Frequenzgang des Stax offerierte mir, ganz und gar nicht linear ab 3800hz zu sein, und im Vergleich zu den Nuline trug er gerade im Hochtonbereich dicker auf (gerade bei Hihat passagen). Nach einer Stunde „einhörzeit“ habe ich allerdings dieses Manko nicht mehr als nervig empfunden, da ich immer mehr merkte, das jene Hochtonauflösung NUR im Ansatz von meinen Lautsprechern erreicht wurde.
Anließend habe ich mal probiert einen „invers“ eingestellten Eq auf den Stax anzuwenden, dadurch wurde er etwas muffiger, aber die Präzision blieb und ist kein Hirngespinst zurückzuführen auf die „Überhöhung“.

Mehr und mehr wurde mir klar, dass der Stax Kopfhörer durch seine Detailwiedergabe regelrecht die Musik „zerschneidet“, die einzelnen Instrumente sind durch die Auflösung derartig separierbart, dass man teilweise sogar Probleme dabei hat jene im Kopf wieder zu einem „ganzen“ zusammenzufügen. Dies war z.b. bei alten Depeche Mode Stücken der Fall, ehrlich gesagt weiß ich auch nicht, ob ich mich daran noch gewöhnen werde. Hier hat die Nuline zusammen mit dem Raum in der sie steht, die Nase vorn, Instrumente und Stereosignale mischen sich viel mehr, „sie“ macht auf der hälfte der Strecke zur Hallmatsche stopp. Bei „Tracks“ mit einem recht groß gemixten „Raum“ und vielen überlagerten Instrumenten des gleichen Frequenzspektrums zieht der Stax der Nuline wieder davon (z.B. bei Madgurada (We Are Go). Dies könnte zum Teil aber auch daran liegen, das der Frequenzgang überhalb von 3800hz recht steil und wellig ist, sodass ein Instrument schneller „in eine andere Lautstärke fällt“.

Bei der Räumlichkeit ist der Stax für einen Kopfhörer einfach nur klasse, ich hatte schon häufiger das Gefühl, das Effekte von hinten kommen, allerdings scheine ich es weiterhin gewohnt zu sein, dass die Musik eigentlich immer von Vorne kam, sodass die Bühne des Stax eher zu rechts/links tendiert.

Sicherlich kann der Stax nicht das „fühlen“ der Musik ersetzten (was für einige wohl das hauptargument gegen einen KH ist), allerdings haben „klackende“ geräusche (klatschen, hart angeschlagende Tom, Schnipsen) mehr dynamik als das bei dem Nuline/Raum Gespann der Fall ist. Der Stax soll bei 100db immernoch unter 1% verzerren, ich denke meine Ohren machen vor ihm schlapp--> man hört dennoch schnell zu laut.

Ergonomie und Haptik am rande erwähnt:

Beim Umzug in den 4 Stock musste ich feststellen, dass der Tragekomfort der Nuline100 weiter hinter dem Stax liegt, obwohl jener mit Kabel (das ist bei dem 6 Adrigen von Stax nicht zu unterschätzen’) auch recht viel auf die Waage bringt. Personen mit abstehenden Ohren könnten beim Stax probleme mit dem Staubschutz innerhalb des Ohrpolsters bekommen, da jenes recht rau ist, wenn man es mit dem Ohr berührt. Ich denke hier haben andere Kopfhörer (Sennheiser Hd 650/ AKG 701) die Nase vorne.
Akustisch hat man mit aufgesetztem Stax nicht das gefühl, dass man von der Außenwelt abgeschirmt ist (bei weitem weniger als bei anderen offenen Systemen), was ich wohl auf die dünne Membran zurückführe dies trägt auch dazu bei, dass er „räumlicher“ klingt als andere Kopfhörer (gerade bei geringem Pegel)
Auch sieht die Verarbeitung des Kopfhörers „billiger“ aus als die seiner Dynamischen Kollegen. Der Stax Verstärker ist jedoch sehr gut verarbeitet und die Haptik aufgrund des Vollmetalllaustärkereglers ist es ebenfalls. Das Netzteil scheint mir für zig „Enstufen“ ausgelegt zu sein, innerhalb findet man 2x 400V mit 200uf Stabilisiert, das reicht für 5sekunden Netzunterbrechung.

Fazit:

Jeder der Detailverliebt ist oder Kopfhörerskeptiker (oder jemand der beides ist) sollte sich bei Gelegenheit eine Staxkombo anhören um vielelicht, so wie ich, seine „Scheiben“ neu zu entdecken.

http://img54.imageshack.us/img54/6283/image002wg4.jpg
SRM 313

http://img247.imageshack.us/img247/5054/image001qw6.jpg
SR-LAMBDA Singature (SR 404)


[Beitrag von ++Stefan++ am 22. Nov 2006, 23:50 bearbeitet]
Wolfiman
Stammgast
#2 erstellt: 23. Nov 2006, 00:37

++Stefan++ schrieb:
Der Stax soll bei 100db immernoch unter 1% verzerren, ich denke meine Ohren machen vor ihm schlapp--> man hört dennoch schnell zu laut.


Wo hast das gehört?, ich hab noch nie sowas gesehn, und der vom amp ist eh viel niedriger.

Abstehende Ohren.
Der Schaumstoff dürfte bei jedem drücken, es sei den er hatt 1cm flache ohren, und etwas schmall ist er auch, dafür hatt man in der länge geklotzt.

Ja, der Trafo ist völlig überdimensioniert, er bringt 1,3Kg auf die waage, und dürfte damit so ca in die 50W klasse fallen.
Es zieht aber nur 10W und ändert sich nicht im geringsten bei belastung, ebenso die 4sec nachlaufzeit.
Ich habe auch 2 KH (SR-303+HE60) gleichzeitig ohne nachteile betreiben können.
Der Pegel fällt auch nicht im geringsten ob KH angeschloßen oder nicht. (100v für 100db)
Und der verbrauch kommt, auf ein paar µA.
Bias zieht nur beim aufladen für 1-2sec µA, dann reichte die auflösung vom multimeter nicht 0,1µA
Vermutlich könnte man locker 10KH gelichzeitig betreiben, würde mich nicht wundern wenns auch mit 100 ohne Probleme läuft.
Die KH haben ja auch keinen Meßbaren wiedertstand, zumindest über 2000 Mega Ohm.

An den Kondensatoren konnte ich 559V messen, am Bias vor dem 4,7 Megaohm Wiederstand 613V.
Am Trafo selber aber nur um 450V AC, da spinnt irgendwie mein Multimeter.
Dagegen die Spannung für der KH stimmt genau mit den angaben überein, 100mv Rein 100V am KH = 60db bzw 1000x Vertärkung.
Wenn die angabe stimmt 100db = 100mv kann man so gut den Pegel messen.
Ich komm da schon oft in den Spizzen auf 30-50V = 94db.
Aber aufs db kann mans wohl nicht nehmen, den der HE60 hatt die gleiche angabe 100V/100db, spielt aber geschätzt ca 3db lauter.


Den SRM-313 finde ich auch sehr schön verarbeiter, auch die Elektronik ist sehr sauber konstruiert.
Beim Alps poti konnt ich von 9Uhr bis 17Uhr eine Abweichung von nur 0,3db messen, wenn man der Linken Regler auf Rechtsanschlag bringt. (Bei Linksanschlag ist er sonst doppelt ungenau)


Die große offenheit vom KH finde ich einen großen vorteil, das Hören ist natürlicher und man hatt weniger das gefühl einen KH aufzuhaben.
Das ist SR-303 vs HE60 auch ungefähr gleich, wirkt nur beim HE60 stärker da die Ohren berührungslos bleiben.
Eingentlich erstaunlich wo sie ja zum Ohr hin geschlossen sind, muß wirklich von der Membran kommen.





Sagmal, kannst du den Linken Kanalregeler auch rechts und links jeweils 1mm überdrehn im vergleich zum rechten Kanal (Dicker Poti Teil)
Das find ich ein wenig billig.
Und um Rechts/Links auf gleiche pegel zu bringen muß man den Poti einmal auf rechts/linksanschlag bringen (Ohen Musik)

Mein HEv70 hatt das gleiche Rutschkuplungssystem, aber eine übderdrehn gibts nicht, das past ganz exakt.


[Beitrag von Wolfiman am 23. Nov 2006, 00:53 bearbeitet]
++Stefan++
Stammgast
#3 erstellt: 23. Nov 2006, 08:55
Die Verzerrarmut kommt aus dem testbericht der Stereoplay, die PDF des Artikels hab ich aus dem Netz, finde ihn allerdings momentan nicht wieder, die datei heißt stp0906stax.pdf

Bei mir muss ich etwas mehr kraft aufwenden, damit es sich verschiebt, es wird besser, wenn du den oberen knopf abziehst und den potischaft etwas nach den seiten verbiegst (das ganze vll noch mit schraubensicherer sicherst).
Wolfiman
Stammgast
#4 erstellt: 24. Nov 2006, 05:36
Das hilft leider nicht.
Ich hab die 2 Metallringe vom Poti schon mal komplett abgeschraubet.

Die Potiachse selber hatt das Problem.

Der obere ist wie du schon sagst nur drauf gesteckt, und geht wenn man den dicken ring als zweites anschraubt auch weiter rein.

Der Knopf ist im auslieferungszustand schon etwas Rausgezogen angeschraubt, viel mir beim wieder anschrauben auf, das der Knopf auf einmal etwas flacher ist.
Ich hab ihn sogar jetzt noch etwas weiter rausgezogen festgeschraubt, sieht besser aus und gibt ein schöneres drehgefühl.
Auf die 1mm spiel hatt das keinen spürbaren einfluß.
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