Ruhestrom für RS 1003 bei Ultralinearschaltung

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Tunfisch
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 30. Mai 2016, 17:24
Hallo,
habe einen Bauplan aus Jogis Röhrenbude nachgebaut .Ein Ultralinearverstärker von Hans Koch mit RS 1003.Weil ich die Stereoendstufe nur mit 300V Ua fahre fehlen mir Angaben zur Ruhestromeinstellung.Hans Koch gibt bei 385V 100-110mA Ruhestrom an.
Der Ausgangsübertrager von Reinhöfer hat drei Schirmgitteranzapfungen: bei 25%; 50% und 75% primärseitig. Ich habe 50% als Anschluß gewählt,bin aber nicht sicher, ob 75% nicht die bessere Variante sind für den Klang?
Für Ideen dazu wäre ich dankbar,

Grüße tunfisch
DB
Inventar
#2 erstellt: 31. Mai 2016, 14:54
Hallo,

bei Ua=300V hast Du über der Röhre nur noch 250V, bei maximaler Verlustleistung näherst Du Dich dem Wert von Ikmax, was der Lebensdauer nicht zuträglich ist.
Wenn Du Dir die Arbeitsgerade in das Kennlinienfeld einzeichnest, wirst Du feststellen, daß für eine nennenswerte Leistungsabgabe das Steuergitter bis in den positiven Bereich ausgesteuert werden muß.


MfG
DB
Tunfisch
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 01. Jun 2016, 08:48
Hallo,

danke für die Hinweise. Muß mich korregieren. Ub ist 300V .Wie sieht es mit der Ruhestromeinstellung bei dieser Spannung aus?Hast Du auch Hinweise
auf die Schimgitteranzapfung am Ausgangsübertrager?

MfG Tunfisch
Röhrenzauber
Gesperrt
#4 erstellt: 01. Jun 2016, 11:16
Hallo

Ist nicht so schwer.60Watt Anodenverlust kann die ja ab.Kathodenstrom max. 200mA.

300V x 0.15A = 45Watt Anodenverlustleistung.Also kannst die mit 150mA Ruhestrom fahren.
Mehr als 150mA würd ich nicht machen.

Schirmgitteranzapfungen war glaubich so: grosse Anzapfungswerte (75%) =höhere Verstärkung und mehr Klirr.

Gruss Chris
DB
Inventar
#5 erstellt: 01. Jun 2016, 14:36

Tunfisch (Beitrag #3) schrieb:

danke für die Hinweise. Muß mich korregieren. Ub ist 300V .

Genau davon ging ich aus. Betriebsspannung 300V, über der Katodenkombination stehen etwa 50V, am Ausgangstrafo gehen auch noch ein paar Volt weg -bleiben für die Röhre?


Tunfisch (Beitrag #3) schrieb:
Wie sieht es mit der Ruhestromeinstellung bei dieser Spannung aus?

Ikmax = 260mA, Ua = 250V (s.o.), Qamax = 60W.
Ia = Qamax / Ua
Das wäre dann das Maximum.

Wie groß ist denn der Ra des Ausgangstrafos?



Tunfisch (Beitrag #3) schrieb:

Hast Du auch Hinweise auf die Schimgitteranzapfung am Ausgangsübertrager?

http://www.tubebooks.org/file_downloads/ultralinear.pdf



MfG
DB


[Beitrag von DB am 01. Jun 2016, 14:38 bearbeitet]
Röhrenzauber
Gesperrt
#6 erstellt: 01. Jun 2016, 17:00
Glaube es ist andersrum ,bei 75% Schirmgitteranzapfung bekommst weniger Verstärkung /Leistung mit weniger Klirr =Triodeneigenschaft.
50% ist bestimmt eine gute Wahl.

Würde da ein Schalter einbauen ,für UL und Triodemodus.
Siehe hier:

UL und Triode Mode

Gruss Chris
Tunfisch
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 01. Jun 2016, 17:13
Hallo,

danke für eure Hilfen. Bringt mich weiter. Der Ra des Ausgangstrafos ist 2,4 kOhm.

MfG Tunfisch
DB
Inventar
#8 erstellt: 01. Jun 2016, 17:45

Tunfisch (Beitrag #7) schrieb:

danke für eure Hilfen. Bringt mich weiter. Der Ra des Ausgangstrafos ist 2,4 kOhm.

Wie hast Du denn den notwendigen Ra errechnet? Welcher Typ des AÜ ist es denn genau?


MfG
DB
Tunfisch
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 02. Jun 2016, 09:02
Hallo,

es handelt sich um einen Ausgangstrafo der Firma Reinhöfer Elektronik. Die Werte für Ra stammen aus der Bauanleitung in "Jogis Röhrenbude",von Hans Koch,

MfG Tunfisch
DB
Inventar
#10 erstellt: 02. Jun 2016, 09:56

Tunfisch (Beitrag #9) schrieb:
es handelt sich um einen Ausgangstrafo der Firma Reinhöfer Elektronik.

So schriebst Du bereits. Etwas präziser wäre schön.

Wie schon gesagt, man sollte darüber nachdenken, ob die RS1003 überhaupt mit so geringer Anodenspannung brauchbar betrieben werden kann (daß die Leistungsfähigkeit der Röhre im Eintaktbetrieb nicht annähernd ausgenutzt wird, steht außer Frage).
Hier
http://frank.pocnet.net/sheets/190/r/RS1003.pdf
sind Ausgangskennlinien für Ug2 < 300V gar nicht zu finden, die Restspannung über der Röhre wird weiter ansteigen und der Aussteuerungsbereich durch Absinken der Ug1 = 0V -Kurve weiter verkleinern. Mit Ug2 = 400V sieht das Ganze schon besser aus.


MfG
DB


[Beitrag von DB am 02. Jun 2016, 10:01 bearbeitet]
Tunfisch
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 04. Jun 2016, 14:24
Hallo,

habe hier mal den Schaltplan von Hans Koch gepostet. Frage ist doch, wenn die Betriebsspannung höher sein soll um die Röhre zu betreiben, wie ein Netzteil für den Plan von Hans Koch aussehen müßte, um auf seine angegebenen Spannungen zu kommen. Mich würde vor Allem die Spannung eines Trafos und die zu liefernde Amperezahl interressieren.1841003

MfG Tunfisch
DB
Inventar
#12 erstellt: 04. Jun 2016, 15:23
Das kommt darauf an, was für ein Netzteil es werden soll, in M2U oder B2U-Schaltung; mit Röhren- oder Halbleiterdioden, mit Kondensator- oder Drosseleingang und welche Anodenspannung / Anodenstrom Du nun anhand des Datenblattes verwenden willst.
B2U mit Siliziumdioden und Ladekondensator wäre hinsichtlich des Aufwandes zu bevorzugen.

Tja, was brauchst Du ...

Röhrenheizung:
2x EF184
Uf = 6,3V If=0,3A
2x RS1003
Uf = 6,3V, If=2,3A
Du brauchst also eine Heizwicklung 6,3V 5,2A (oder zwei Stück zu je 2,6A).

Anodenspannung:
Ich würde vielleicht 380-400V erzeugen. Man braucht ja nicht nur die Rohspannung, sondern auch etwas Reserve über Siebdrosseln oder elektronischen Siebgliedern.
Der Ladekondensator lädt sich auf den Scheitelwert der Wechselspannung auf (UB = Ueff * Wurzel2). Von 400V rückgerechnet:
Ueff = UB / Wurzel2
Ueff = 400V / 1,1415
Ueff = 282V


Vorröhre, aus den Werten im Schaltplan:
Ia = (UB-Ua)/R
Ia = (360 - 39)V / (180 + 470)kOhm
Ia = 0,5mA, also insgesamt sehr klein.

Endröhre (nach Info bei Jogi):
Ia = 110mA
Ig2 = 25mA (Datenblatt, Seite K1)
Iges = 135mA

Es wird wohl um einen Stereoverstärker gehen. Rechnen wir pro Kanal mit 140mA.

Gesamtleistung auf der Anodenseite:
Pa = U * I
Pa = 400V * (280)mA
Pa = 112W

Welchen Strom muß nun der Trafo mit seiner Anodenspannungswicklung liefern:
I = P / U
I = 112W / 282V
I = 398mA

Gesamtleistung des Netztrafos:
P = Pa + Pf
P = 112W + (6,3V * 5,2A)
P = 112W + 32,8W
P = 145W

Bei http://duncanamps.com/ kannst Du Dir den PSU-Designer herunterladen und ein wenig herumprobieren.


MfG
DB
Tunfisch
Ist häufiger hier
#13 erstellt: 04. Jun 2016, 17:30
Hallo,

vielen Dank für Deinen guten Vorschlag zum Trafo.Habe mich beim Trafo verrechnet! Mein Trafo bringt nur 260V Anodenspannung bei 250mA, was viel zu wenig ist für eine Stereoendstufe, weil ich eine LCL Siebung nach Brückengleichrichter eingebaut habe mit 540 uF je Seite und einer 10H Drossel. Die Heizungen laufen über drei Gleichstromregler und versorgen die Röhren gut.Werde alos einen neuen Trafo ordern,um ein gutes Endergebnis zu bekommen.
Nochmals vielen Dank und ich werde vom Ergebnis berichten,

MfG Tunfisch
DB
Inventar
#14 erstellt: 04. Jun 2016, 17:39

Tunfisch (Beitrag #13) schrieb:
Mein Trafo bringt nur 260V Anodenspannung bei 250mA, was viel zu wenig ist für eine Stereoendstufe, weil ich eine LCL Siebung nach Brückengleichrichter eingebaut habe mit 540 uF je Seite und einer 10H Drossel. Die Heizungen laufen über drei Gleichstromregler und versorgen die Röhren gut.Werde alos einen neuen Trafo ordern,um ein gutes Endergebnis zu bekommen.

Aufpassen, wenn Du mit Drosseleingang (also gänzlich ohne Ladekondensator) arbeitest, ergibt sich eine niedrigere Gleichspannung. UDC = 0,9 * UAC.

MfG
DB
Tunfisch
Ist häufiger hier
#15 erstellt: 20. Jul 2016, 22:05
Hallo DB,
danke noch mal für Deine Hilfe bei der Trafoberechnung. Der Verstärker arbeitet super mit dem Trafo, den Du berechnet hast,

Gruß tunfisch
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