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Circlotron bzw. Gegenparallel-Endstufe+A -A |
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GüntherGünther
Inventar |
#51
erstellt: 05. Mrz 2026, 12:39
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Guten Morgen Matthias,
Wegen des sehr geringen Schirmgitterdurchgriffs hatte ich auf jeden Fall eine Stabilisierung der Schirmgitterspannung vorgesehen. Die Anodenspannungen hätte ich so niederohmig wie möglich mit einfacher C-Siebung gestaltet. Es wäre aber sicher auch möglich, dort noch einen (entsprechend dimensionierten) Linearregler ranzuhängen. Der müsste aber viel Verlustleistung abkönnen..
Ich habe mal eine Anfrage bei Pechan gestellt, dort will man sich in den kommenden Tagen mit mir in Verbindung setzen. M102b wird vermutlich nicht ausreichen, oder? Derweile habe ich auch ein wenig weiter am Schaltungsentwurf gearbeitet: im Radiomuseum-Beitrag über die EL509-Nachfertigungen wurde ja vom thermischen Weglaufen der JJ EL509 berichtet, wahrscheinlich bedingt durch G1-Ströme. Auch das original Philips-Datenblatt zur PL509 sagt Folgendes aus: "The circuit design has to be such that negative control grid currents up to 5 micro-amperes do not have any detrimental effect upon tube adjustment or circuit performance. Care should be taken that with 5 micro-amperes grid current the limiting values for Ik, Wa and Wg, are not exceeded.". 5µA ist natürlich schon eine Ansage für einen maximal zu erwartenden G1-Gleichstrom. An einem (bisher von mir angedachten) 330k-Gitterableitwiderstand der EL509 würde das einen Spannungsabfall von 1,65V bedeuten, was bei einer Steilheit von etwa 10mA/V im Ruhestromarbeitspunkt die Röhre schon massiv abseits der angedachten Werte befördern würde. Deshalb habe ich bei McIntosh abgeguckt und einen Kathodenfolger DC-gekoppelt vor die Endstufen gehängt - das bedingt aber eine zusätzliche negative Gleichspannung von min. -300V in der Schaltung. Mit einem Kathodenwiderstand von 47k kann sich nur noch eine Arbeitspunktverschiebung von 0,235V ergeben, das ist zu vernachlässigen. Schaltbild folgt.. |
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Valenzband
Inventar |
#52
erstellt: 06. Mrz 2026, 16:40
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Diese Schlussfolgerungen sind nicht korrekt. 1) Die Induktivität L wird in allgemeiner Form nicht durch die Energie "definiert", sondern über die induzierte (Gegen-) Spannung durch einen zeitveränderlichen Strom dI/dt. Das beinhaltet auch, dass 2) die Induktivität von der Stromstärke I selbst abhängen kann, was bei ferromagnetischen Kernen infolge deren Sättigungsverhalten sehr ausgeprägt ist. Die von dir angeführten Gleichung gelten nur für ideale Spulen, d.h. ganz frei von Sättigung. Sättigungseffekte sind aber entscheidende Auslegungskriterien für Spulen und Transformatoren jeder Art.
Das stimmt, solange man nur die Ströme betrachtet. Ein typisches Szenario wäre ein klassischer Stromtransformator, wie er u.A. in Mess-Sonden seit Jahrzehnten eingesetzt wird. Ohne Sekundärlast geriet dessen Kern schon bei geringer Stromstärke in Sättigung. Erst der in der Sekundärwicklung induzierte Gegenstrom reduziert die magn. Feldstärke im Kern. Dieser Strom kann naturgemäß erst fließen wenn eine (Sekundär-) Last angeschlossen ist. Infolge dieser Feldkompensation wird auch die über beiden Wicklungen induzierte Spannung erheblich reduziert. Im physikalischen Bild eines (vereinfachten, idealen) Transformators wird der magnetische Fluss phi (Produkt von Feldstärke B und (effektivem) Querschnitt A) und die induzierte Spannung U_ind (für Windungszahl N=1) betrachtet. Aus einer vereinfachten Maxwellgleichung leitet man ab, dass d_phi/dt = -U_ind ist. Mittels Integration kann man daraus die Maximalwerte des Flusses und der Spannung bei harmonischer Anregung mit der Frequenz f herleiten: phi_max= U_ind_max/(2*pi*f*N). phi_max soll / darf nun nicht den Sättigungsfluss phi_sat überschreiten, was mit gegebenem Kernquerschnitt A der Forderung gleichkommt phi_sat > B_max * A was zusammen an der Sättigungsgrenze ergibt: B_max * A = U_ind_max/(2*pi*f*N) Die induzierte Spannung eines idealen Trafos ist identisch der "angelegten" Spannung. Der entscheidende Punkt bei einem Audioübertrager die Spannungstransformation, denn dadurch ist das Audiosignal ja in aller Regel definiert. Die Gleichung drückt im Grunde alle Beobachtungen aus: Kleine Frequenzen > großes B_max (und damit frühe Sättigung) Kleiner Kernquerschnitt A > großes B_max (und damit frühe Sättigung) Kleine Windungszahl N > großes B_max (und damit frühe Sättigung) Um die Sättigung bei gegebenen Kernquerschnitt und B_sat, minimaler Frequenz, Spannung (<-> Leistung) zu vermeiden kann bzw. muss die Spannung reduziert werden, gleichbedeutend mit Leistungsreduktion. Diese Zusamenhänge sind zwar vereinfacht, stellen aber das physikalische Limit dar. In der Praxis wird man den Kern sicher nicht so weit aussteuern, dass er in die Sättigung gerät, weil er schon relativ weit davor deutlich erhöhten Klirrfaktor und andere Probleme verursachen wird. An anderer, leider unauffindbarer, Stelle hatte ich einmal auseinandergelegt, wie ein Luftspalt im Kern die Situation, auch hinsichtlich der Induktivitäten, verändert (erheblich!). Unter dem Strich: Ohne Luftspalt ist ein Audioübertrager, insbesondere ein Ringkern-Typ, sehr ungünstig und reagiert schon auf kleine DC Anteile mit einer Vorsättigung, die den Klirrfakor erhöht (gerade bei kleiner bis mittlerer Leistung). In einem EI-Kern gibt es naturgemäß eine ganze Anzahl kleiner Luftspalte. Selbst dort wird öfters noch ein zusätzlicher, definierter, Spalt hinzugefügt. |
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Dago64
Ist häufiger hier |
#53
erstellt: 06. Mrz 2026, 18:41
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[quote="Valenzband (Beitrag #52)"]Die von dir angeführten Gleichung gelten nur für ideale Spulen, d.h. ganz frei von Sättigung. Sättigungseffekte sind aber entscheidende Auslegungskriterien für Spulen und Transformatoren jeder Art. ] Die von mir angeführten Gleichungen gelten ganz allgemein für die magnetische Feldenergie. Dabei spielt es keine Rolle, ob etwas in Sättigung geht oder nicht. Die magnetische Energie E = 0,5 * L * I * I ist gleich 0,5 * Integral (μ * H * H) dV, wobei die komplexe Permeabilität μ eines Kerns darin enthalten ist. Es ist die allgemein übliche Form zur Berechnung von Induktivitäten. In der Formel für die Maximalinduktion Bmax ist die komplexe Permeabilität μ nicht aufgeführt, da Bmax ein Grenzwert ist. B ist aber μ * H und H = i * N und da steckt dann sowohl die komplexe Permeabilität als auch der verursachende Strom wieder drin. Mit einem Luftspalt im Kern wird die komplexe Permeabilität geändert, und zwar in Richtung kleiner. Je größer der Luftspalt, desto kleiner wird die Permeabilität und damit auch Bmax, da B = μ * H ist. Zu Rolf_Meyer und seinem speziellen Schreibstil werde ich keine Kommentare mehr abgeben. Das Niveau ist mir einfach zu pöbelhaft und zu egozentrisch. Mag mit ihm diskutieren, wer will. [Beitrag von Dago64 am 06. Mrz 2026, 18:45 bearbeitet] |
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Valenzband
Inventar |
#54
erstellt: 06. Mrz 2026, 22:15
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Definitiv nicht korrekt. Die "allgemein übliche" Definition ist NICHT über die Feldenergie, sondern über die induzierte Spannung. Eine Definition über die Feldenergie hätte mehrere entscheidende Schwächen: 1) Man müsste dazu die Energie des Feldes messen oder rechnerisch bestimmen, was extrem unpraktikabel ist. Bei der tatsächlich üblichen Definition braucht man lediglich gewöhnliche Strom-und Spannungsmessungen bei einer gegebenen Frequenz, was auch jeder LCR Messplatz (mit Verfeinerungen) ausführt. 2) Wenn ein Kern verwendet wird gibt es zwangsweise Sättigungsefekte. Sobald diese Sättigung eintritt verändert sich die aber auch Feldgeometrie gravierend. Das Feld ist dann so gut wie gar nicht mehr durch die Form des Kerns bestimmt, sondern durch die Geometrie der Spule. Der größte Teil des Feldes tritt dann einfach aus dem Kern. Das würde nebenbei eine messtechnische Bestimmung der Feldenergie nochmals bedeutend erschweren. 3) Gemäß deiner Interpretation von E=0.5 *L * I^2 wird die Induktivität L mit zunehmedem Strom immer kleiner, weil die Feldenergie Emim Kern konstant bliebe. Im Grenzfall sehr hoher Strome ginge die Induktivität dann aber sogar gegen Null ! Das ist beides falsch. Die Feldenergie nimmt tatsächlich weiter zu, sowohl außerhalb des Kerns als auch innerhalb des gesättigten Kerns (mue_sät=1, entspricht dann dem Vakuum) während die Induktivität nur auf den Wert der Spule ohne Kern zurückgeht.
Hier werden einige Dinge herumgeworfen, die nicht zutreffen: 1) korrekt lautet es: H = N * I / Länge, bzw. rot(H)=j (ohne Verschiebungsströme) 2) Die komplexe Permeabilität µ_c=µ_r + i * µ_im (oder µ=µ' + í * µ'') spielt hier faktisch keine Rolle. Sie beschreibt Verluste im Kernmaterial bei hohen Frequenzen, was eine ganz andere Sache ist. Ich habe den alten Beitrag zum Luftspalt-Effekt gesucht und wieder gefunden: #104 und ergänzend #109
Das ist nicht nur deine Erfahrung... Aber an der Stelle liegt er richtig. |
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Dago64
Ist häufiger hier |
#55
erstellt: 06. Mrz 2026, 22:45
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Ich habe nicht „Definition“ geschrieben, sondern Berechnung. Beispiele dazu finden sich in "Einführung in die theoretische Elektrotechnik" von Karl Küpfmüller unter dem Kapitel "Magnetische Feldenergie". Bei Meinke/Gundlach heißt es so: „Die Berechnung eines Induktivitätswertes erfolgt zweckmäßig über die in einem Magnetfeld gespeicherte Energie ... Zur Definition der Induktivität: L ist der Proportionalitätsfaktor zwischen dem Induktionsfluss und dem diesen Fluss erzeugenden und mit ihm verketteten Strom i; er ist durch die Abmessungen und die Form des Stromkreises sowie die Permeabilitätswerte bestimmt und wird als Induktivität des Stromkreises bezeichnet. Einfach ausgedrückt: Phi = L * i. Genau so und nicht anders ist die Induktivität definiert.
Ja, stimmt natürlich. Dieser Editor hier ist nicht gerade geeignet für Formeln.
Die komplexe Permeabilität spielt eine ganz entscheidende Rolle in einem Übertrager. Der Realteil ist maßgebend für die Induktivität und der Imaginärteil ist maßgebend für die Verluste. Wäre die Permeabilität unabhängig von der Feldstärke, wäre ein Übertrager spannungsunabhängig, was er leider nicht ist. [Beitrag von Dago64 am 06. Mrz 2026, 23:38 bearbeitet] |
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Valenzband
Inventar |
#56
erstellt: 06. Mrz 2026, 22:53
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Ich will ja nicht kleinlich sein, aber bereits in deinem Beitrag #42 steht doch genau das:
[Beitrag von Valenzband am 06. Mrz 2026, 22:54 bearbeitet] |
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Dago64
Ist häufiger hier |
#57
erstellt: 06. Mrz 2026, 23:32
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Ich werde mich bessern und zukünftig genauer "definieren". |
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Valenzband
Inventar |
#58
erstellt: 07. Mrz 2026, 00:42
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Ich weiß nicht welche Auflage das ist, aber wer heutezutage eine Messung der Felderergie zweckmäßiger als eine Strom-Spannungsmessung bewertet kennt wohl gar keine moderneren Messsysteme. Anders gefragt, hast du schon einmal irgendwie innerhalb eines Tages die Feldenergie auf dem Labortisch gemessen? Unterhaltsame Sache so was... Ich bevorzuge da doch ein kalibriertes LCR Meter, oder in ganz heftigen Fällen auch einen VNA.
Das kann nur ein E-Techniker "erfunden" haben... 1) Der magn. Fluss bzw. die Flussdichte wird in den Maxwell-Gleichungen ausschließlich über die Stromverteilung bzw. die räumliche Stromdichte in dem betracheten Raumelement "definiert" (das ist keine willkürliche Definition, sondern ein bestätigtes Naturgesetz...). Bei Anwesenheit eines magnetisierbaren Mediums (Eisenklotz) wird dessen Magnetisierung hinzugefügt. Dabei sind Spulen nirgend "zu sehen", noch sind sie dabei nötig. 2) Die verkorkste Definition über die Induktivtät ist, wenn überhaupt, nur halbwegs sinnvoll, wenn die Permeabilität konstant bleibt. Das ist aber so gut wie nie der Fall. Sobald sich aber die Permeabilität ändert folgt dem auch die Induktivität, die daher explizit stromabhängig ist. Das Ganze sinnvoll auszuwerten wird schlichtweg unsäglich schwierig im Vergleich zu simplen U-, und I-Messungen. Der Fluss müsste überall im Raum gemessen und integriert werden. Folglich müsste man mit einer Messsonde überall herumfuchteln und dabei Messwerte und mit genauer Position auffnehmen, beides in 3D und extra für jede Stromstärke, versteht sich... Wer zum Teufel würde sich so einen Irrsinn denn antun?
Die erste Aussage stimmt, die zweite Aussage ist im Kontext falsch, bzw. du hast dort die Bedeutung der "komplexen Permeabilität" falsch interpretiert. Die komplexe Permeabilität beschreibt den Real- und Imaginärteil dieser Größe in, und das ist wichtig, einem linearem System. Das betrachete System kann auch weit außerhalb des "Nullpunkts" liegen, setzt dann aber voraus, dass die betracheten Feldvariationen klein genug für eine linearisierte Betrachtung bleiben. Aus der linearisierten Betrachtung erschließen sich u.A. auch Nullpunkt- und Anfangspermeabilität(en). Was du im zweiten Teil deiner Ausssage ansprichst ist aber das nichtlineare Verhalten der Induktivtät, was eben durch Sättigung erklärbar wird. Das eine hat jedoch mit dem andern nichts zu tun, weil es völlig verschiedene Ansatzpunkte bzw. Vorraussetzungen hat. |
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Dago64
Ist häufiger hier |
#59
erstellt: 07. Mrz 2026, 00:43
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Folgendes sollte noch geklärt werden:
Formeln gelten für gewisse Bereiche. In diesem Fall zeigt die Formel eine Abnahme der Induktivität bis die Sättigung eintritt, also bis zu einer Kernpermeabilität >1. Erst wenn die Kernpermeabilität gleich 1 geworden ist, also Sättigung eingetreten ist, ist einzig die Induktivität der Spule ohne Kern wirksam. Und diese Induktivität ist konstant, da sie nur noch von der Geometrie der Spule bestimmt ist und nicht mehr abhängig von der Feldstärke ist. |
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Valenzband
Inventar |
#60
erstellt: 07. Mrz 2026, 01:01
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Dann widersprichst du eben deiner generellen Aussage von weiter oben. Auch egal. Die ganze Herangehensweise, L über den Fluss im Raum bzw. die Feldenergie zu ermitteln ist völlig realitätsfremd, ebenso wie die implizierte Annahme, dass die Permeabilität oder die im Kern vorhandene Energie konstant blieben. Das ist doch gerade ein Grund warum (namhafte) Hersteller zwischen Kleinsignalinduktivität und Arbeitsinduktivität unterscheiden, Der Verlauf der Induktivität über der Stromstärke ist tatsächlich sehr verschieden von der vereinfachten Formel / deiner interpretation. Insbesondere ist der Übergang nicht so schlagartig, sondern setzt je nach Werkstoff schon bei 70-80% der Sättigungsmagnetisierung deutlich ein. Die eigentliche Sättigungsmagnetisierung wird in einer vernünftigen Anwendung ohnehin nicht erreicht, denn der Induktivitätsabfall soll meist unter 10%, in Ausnahmen evt. 20%, betragen dürfen. [Beitrag von Valenzband am 07. Mrz 2026, 01:08 bearbeitet] |
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Dago64
Ist häufiger hier |
#61
erstellt: 07. Mrz 2026, 01:03
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Besorg Dir mal das Buch von Richard Feldtkeller "Theorie der Spulen und Übertrager" und studiere das Kapitel "Komplexe Permeabilität". Danach können wir uns gerne nochmal über dieses Thema unterhalten, obwohl das dann sicher nicht mehr notwendig sein wird. |
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Valenzband
Inventar |
#62
erstellt: 07. Mrz 2026, 01:18
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Nichts für ungut. Ich kenne das Buch wie viele andere zur Genüge und halte mich dennoch, bzw. gerade deswegen, viel lieber an die wegbereitenden Physiker, die den ganzen Kram schon begrifflich wesentlich systematischer und stringenter abhandeln als fast alle Ingenieuspäpste, die ich kenne. Deren ad-hoc Methoden sind manchmal etwas zu holprig und dann auch inkonsistent. Hier eine Referenz: Jackson John David; Klassische ElektrodynamikDie "komplexe Permabilität" (und vieles andere) wird aber schon in jedem Datenbuch über Ferrite (Siemens, Philips; TDK,) seit Jahrzehnten in allen Details und mit echten Daten von realen Bauteilen/Komponenten vorexerziert. P.S:: Was macht deine Energiemessung ? [Beitrag von Valenzband am 07. Mrz 2026, 01:23 bearbeitet] |
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Dago64
Ist häufiger hier |
#63
erstellt: 07. Mrz 2026, 01:33
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Ich versuch's mal über die Hysterese-Kurve. Ich geh' mal davon aus, dass Du mit folgendem d'accord gehst: * die Hysteresekurve wächst mit steigendem Strom * die Hysteresekurve erreicht ein Maximum und wenn der Strom erhöht wird, dann steigt B nicht weiter (Sättigung). Dann gilt: Die Fläche innerhalb der Hysteresekurve entspricht der Energie. Wenn die Fläche nicht mehr größer wird, dann ist die Energie auch konstant. |
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Dago64
Ist häufiger hier |
#64
erstellt: 07. Mrz 2026, 01:53
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Ich kenne das Datenbuch von TDK mit seinen Ferriten sehr gut, da ich es für die Entwicklung von Übertragern für Schaltnetzteile benötige. Was da drinsteht, ist eine extrem kurze Zusammenfassung der magnetischen Grundlagen. Und ganz wichtig: Es setzt voraus, dass man versteht, was die Kurven zu bedeuten haben und wie man sie zu interpretieren hat. Und jetzt mache ich Schluss damit, ist ja auch nur ein Randthema. Auf ein Bier |
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Valenzband
Inventar |
#65
erstellt: 07. Mrz 2026, 01:57
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Warum machst du ein ganz neues Fass auf, wenn du das alte noch nicht einmal verdaut hast? Reiner Whataboutism... Dann auch gleich noch mit den gerade angesprochenen Schwächen in der Formalität, typisch E-Techniker eben ;-) : 1)Was genau soll denn an deiner Hysterese "wachsen"? Etwas mehr Detail wäre hierzu angebracht. 2) Die Hysteresekurve erreicht wo welches "Maximum"? Kann man es deiner Meinung nach wirklich nicht weiter ausdehnen? B steigt jedenfalls munter und unbegrenzt weiter, selbst wenn der Kern längst gesättigt ist. Genau so gibt es für die gespeicherte Energie keine Begrenzung, solange die Spule nicht abbrennt (wieder ein neues Problem, auf das du nun Aufmerksamkeit zu lenken versuchen könntest). 3) Welche Energie soll wohl dieser Innen-Fläche entsprechen? Jedenfalls nicht die Energie, um die es bis eben noch ging! [Beitrag von Valenzband am 07. Mrz 2026, 01:59 bearbeitet] |
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Dago64
Ist häufiger hier |
#66
erstellt: 07. Mrz 2026, 23:43
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Kann es sein, dass Du Dich noch nie mit der Hysterese-Kurve eines weichmagnetischen Kerns beschäftigt hast? |
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Valenzband
Inventar |
#67
erstellt: 08. Mrz 2026, 00:08
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Mein lieber Freund: Wie jedermann hier unschwer erkennen kann, hast du hier bislang so gut keinen sachlich fundierten und noch weniger einen korrekten Zusammenhang dargelegt. Lediglich ein paar simple und ungeeignete Formelchen, die du zum Überdruss auch noch komplett falsch interpretierst. Das deutet auf große Lücken im grundlegenden Verständnis hin (sogar der Logik), oder eben schlicht auf Vergessen. Sofern deine Behauptung überhaupt stimmt, dass du "Übertrager von Schaltnetzteilen entwickelst", dürfte sich das angesichts der hier dargebotenen "Kenntnisse" auf das Bedienen einer Anwendungssoftware beschränken. BTW: Du hast es an dieser Stelle mit einem emeritierten Ingenieur / Naturwissenschaftler zu tun, du trägst Eulen nach Athen bzw., "pinkelst gegen den Wind". Erzähle deine Räuberpistolen jemand anderem. [Beitrag von Valenzband am 08. Mrz 2026, 13:51 bearbeitet] |
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Dago64
Ist häufiger hier |
#68
erstellt: 08. Mrz 2026, 00:25
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Aber mit Sicherheit weder aus dem Gebiet der Physik noch aus dem Gebiet der Elektrotechnik.
Diese Aussage disqualifiziert Dich jedenfalls und zeigt, dass die Grundlagen über das magnetische Feld bei Dir einfach nicht vorhanden sind. Die Profs, die bei mir ihren Industrie-Monat absolviert haben, zeigten jedenfalls ein ganz anderes Know-How. Was willst Du also in so einem Forum? |
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Valenzband
Inventar |
#69
erstellt: 08. Mrz 2026, 01:08
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Fast richtig: Sowohl Physik als auch Nachrichtentechnik.
Du hast anscheinend schon im zweiten Semester (oder früher ) nichts mehr dazu gelernt und solltest noch einmal "studieren": B = µ_0 * µ_r * H = µ_0 * (H + M ) = µ_0 * H * (1 + chi) µ_r = (1 + chi) B ist die Flussdichte, H die Feldstärke (auch Erregung), M ist die Magnetisierung des Materials und chi ist die magn. Suzeptibiltät des Materials. Mit dieser elementaren Formel aus dem Physik-Grundkurs der Oberstufe ergibt sich, dass B immer größer wird solange H größer wird ! Selbst bei vollständiger Sättigung ! Bei vollständig gesättigter Magnetisierung gilt: µ_r = 1, bzw. µ=µ_0, und chi = 0. Das einzige was nicht mehr wachsen kann ist M ! Wenn du das immer noch nicht kapierst, schau dir evtl. eine x-beliebige wikipedia Seite zum Thema an. Soll ich dir die Links dazu auch noch geben, oder bekommst du das tatsächlich selbst hin?
Na, deine "Profis" tun mir wirklich wirklich leid. Nach deinem "Lehrgang" (oder Leergang ?) können sie wohl nur noch in Fernost irgendwelche Netzteile zusammenfriemeln, die dann so eindrucksvoll abfackeln..
Z. Bsp. Hochstapler entlarven [Beitrag von Valenzband am 08. Mrz 2026, 02:19 bearbeitet] |
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Dago64
Ist häufiger hier |
#70
erstellt: 08. Mrz 2026, 10:45
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Der einfache Zusammenhang von B = μ*H ist so simpel, dass man ihn gar nicht mehr erwähnen muss. Außerdem hab ich versucht, Dir klarzumachen, was passiert, wenn die komplexe Permeabilität gegen 1 geht. Hier mein Text dazu:
Allerdings sagt Dir die Permeabilität nichts, sonst würde Dein Zitat nicht so lauten:
Eine derartige Aussage würde ein Nachrichtentechniker niemals von sich geben! Du kennst nicht die Definition für die Induktivität; Dir ist nicht bekannt, dass die Berechnungen der Induktivität über die Energie erfolgen, und die komplexe Permeabilität ist für Dich ein Buch mit sieben Siegeln, und daher kannst Du weder die Vorgänge in einem ungesättigten Übertrager noch in einem gesättigten Übertrager verstehen. Und eine Hysteresekurve natürlich erst recht nicht. Trotzdem viel Spaß hier im Forum, vielleicht lernst Du ja noch was. |
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Dago64
Ist häufiger hier |
#71
erstellt: 08. Mrz 2026, 12:18
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Profs ist übrigens die Abkürzung für die Mehrzahl von Professor. Wer studiert hat, sollte das wissen. |
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Valenzband
Inventar |
#72
erstellt: 08. Mrz 2026, 12:59
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Für dich kann man es gar nicht oft genug wiederholen...
Genau, da hattest du wenigstens erkannt, dass die Induktivität nicht gegen Null geht, was du kurz zuvor mit der Simpel-Formel E=1/2*L*I^2 mitsamt deiner komplett falschen Interpretation noch impliziert hattest.
Mein Gott, was für ein renitentes Geschwätz .. Du hast wirklich gar nichts kapiert und willst es einfach auch nicht zugeben Weil du offensichtlich noch nicht einmal in der Lage bist, dich auch nur halbwegs zu informieren, hier ein Link aus wikipedia, gegen die du als Anfänger erst einmal anstinken solltest, bevor du dich zu weit aus dem Fenster lehnst: Komplexe Permeabilität , Auszug aus wikipedia"Abhängigkeit von der Frequenz: Komplexe Permeabilität, Permeabilitätszahl Vor allem in der Elektrotechnik werden zur Erfassung zeitabhängiger Effekte Phasoren für die Felder und entsprechend eine komplexe Permeabilität benutzt. ... Der Realteil der komplexen Permeabilität μ' entspricht der normalen Permeabilität. Der Imaginärteil μ'' hingegen beschreibt die Größe der Ummagnetisierungsverluste. Fällt dir an dieser Stelle vielleicht doch etwas auf? Kleiner Tipp: Es verhält sich genau so wie ich es bereits weit oben erklärt hatte, einschließlich der dort gegebenen klaren Unterscheidung zu nichtlinearen Vorgängen, wie eben der Sättigung. Auf deine thematisch ausweichenden Einwürfe zur "maximalen Hysterese", der "Energie in der Fläche" usw. gehe ich nicht mehr ein, u.A. weil es die ursprüngliche Thematik verwässert und, zumindest bei dir, auf keinen fruchtbaren Boden fällt.
Schenk dir deine grotesken Anmaßungen. Deine Hose hast du dir selbst schon lange runtergezogen, mach dich nicht noch mehr lächerlich
An deinem Beispiel kann man allenfalls Psychologie in der Praxis lernen. [Beitrag von Valenzband am 08. Mrz 2026, 13:03 bearbeitet] |
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Valenzband
Inventar |
#73
erstellt: 08. Mrz 2026, 16:40
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Das lese ich ja gerade erst richtig, ich hatte zuerst "Profis" gelesen !! Du behauptest tatsächlich allen Ernstes, dass du als genialer "Spulenversteher" mehreren "Profs" (Professoren) eine Art Lehrgang verpasst haben willst, wörtlich einen "Industrie-Monat". Einmal ganz abgesehen davon, dass jeder Universitäts-Professor solche depperten Praktika spätestens im Diplom- oder Masterstudium hinter sich gelassen hat, möchtest du mit deiner narzisstischen Selbstdarstellung wohl suggerieren, dass du noch schlauer bist als diese "Profs". Sonst "müssten" sie ja nicht bei meim großen Dagobert-Allwissend , quaak-quaak, zwecks Erleuchtung antreten. So viel kackdreiste Anmaßung schlägt dem Fass den Boden aus. |
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Dago64
Ist häufiger hier |
#74
erstellt: 08. Mrz 2026, 18:32
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Dir scheint nicht bekannt zu sein, dass Professoren das Recht auf Forschungs-, Industrie- und Praxissemester haben. Und das nutzen sie sehr gerne, um die theoretischen Probleme mit den realen Problemen der Industrie abzugleichen. Aber egal, auch hier zeigt sich wieder Deine Unwissenheit. Mach Dich mal schlau, was die komplexe Permeabilität ist und was sie aussagt. Dann kannst Du vielleicht (aber auch nur vielleicht) einen vernünftigen Beitrag ohne Pöbelei hier liefern. |
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Valenzband
Inventar |
#75
erstellt: 08. Mrz 2026, 19:01
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Du musst wohl noch immer einen draufsetzen, egal wie lächerlich es schon ist. Es wird immer grotesker. Kein Uni-Professor vergeudet doch seine wertvolle Zeit bei einem selbsternannten Spulenversteher, um auch noch ausgerechnet von so jemandem irgendwelche "Abgleiche zwischen Theorie und realen Problemen" über sich ergehen zu lassen. "Spulenwickeln für Fortgeschrittene, Teil 1+2", oder was soll das werden? Und so einen Schwachsinn auch gleich noch ein ganzes Forschungssemester lang ?!? Bis eben war es bei dir übrigens noch ein "Industrie-Monat". Ist etwa deine besondere "Praxis des Spulenwickelns" schon innerhalb eines halben Tages so viel komplexer geworden, dass man nunmehr ein ganzes "Forschungssemester" dafür veranschlagen muss? Meine Güte, wie halten so etwas deine Mitmenschen nur aus. So wie du von "Praxis" daherfaselst hast du evtl. ein paar Semester an einer FH, bestimmt aber nicht an einer Uni, absolviert, sonst wüsstest du wenigstens halbwegs wie eine Uni tickt.
Lesen oder logisch denken kannst du anscheinend auch nicht (Bist du am Ende gar ohne Abi unterwegs?). Das Thema wurde doch hier inzwischen mehrfach, zuletzt gerade noch einen einzigen Beitrag zuvor mit Verweisen beantwortet ! Anscheinend dringt das nicht in deinen frontalen Kortex. Dein Narzissmus ist einfach stärker. Mach einfach weiter, bis dich jemand abholt. [Beitrag von Valenzband am 09. Mrz 2026, 00:50 bearbeitet] |
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Just_music
Stammgast |
#76
erstellt: 08. Mrz 2026, 19:06
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erschreckendes Niveau gerade |
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Valenzband
Inventar |
#77
erstellt: 08. Mrz 2026, 19:16
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Tut mir ja leid, aber mein Bullshit-Filter kann so viel Unfug nicht durchgehen lassen. |
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Dago64
Ist häufiger hier |
#78
erstellt: 08. Mrz 2026, 20:12
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Was das Pöbeln betrifft, haben wir jetzt einen zweiten Matthias. Wobei Matthias 1 aber zumindest was von der Thematik versteht. Valenzband hat durch seine Kommentare gezeigt, dass er das Fachwissen einfach nicht hat. Er kann auch nicht begreifen, dass Profs Industriesemester belegen und diese in verschiedenen Abteilungen einer Firma und in verschiedenen Zeiträumen vornehmen; z.B in Monaten. Stattdessen kommen Diffamierungen und abstruse Gedankengänge. Warum er sich so benimmt, wie er sich benimmt, kann ich nur vermuten. Schade um die Zeit, hier was zu schreiben, deshalb lasse ich das jetzt. Wer sich wirklich über die Thematik „Übertrager“ informieren möchte, der sollte sich das Buch von R. Feldtkeller besorgen. Das war der Spulenpapst schlechthin und in seinem Buch steht alles, was man zu dem Thema wissen muss, auch wenn es für den einen oder anderen etwas kompliziert sein mag. |
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Valenzband
Inventar |
#79
erstellt: 08. Mrz 2026, 20:41
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Dagobert-Allwissend hätte besser gar nicht erst angefangen solche Räuberpistolen zu erzählen. Wickle ein paar Spulen mit komplexer Permeablität und meinetwegen mit maximaler Hysterese. Lesen und Verstehen selbst simpler Zweizeiler haben hier ja nicht den Weg zu dir gefunden. Und bitte lass' Professoren in Ruhe, die ohnehin nie bei dir angefragt haben, oder je fragen werden. [Beitrag von Valenzband am 08. Mrz 2026, 20:42 bearbeitet] |
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GüntherGünther
Inventar |
#80
erstellt: 09. Mrz 2026, 10:01
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Könnt ihr bitte aufhören, diesen Thread zu kapern? Solche Diskussionen kann man doch bitte einfach per PN austragen.. |
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Just_music
Stammgast |
#81
erstellt: 09. Mrz 2026, 10:02
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volle Zustimmung !!! |
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GüntherGünther
Inventar |
#82
erstellt: 14. Mrz 2026, 00:25
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Hallo zusammen,
ich würde gerne nochmal dieses Thema aufgreifen. Ein Kathodenfolger vor den Endröhren zieht den Aufwand schon merklich nach oben: min. -300V Negativspannung (um bei -45V Gittervorspannung den Spannungshub hinzubekommen..), mehr Heizstrom, mehr Platzbedarf. Es gibt nicht viele kommerzielle Endstufen mit EL/PL509, aber der BEAG APX100 (Stromlaufplan: HIER zu finden) hat beispielsweise 330k Gitterableitwiderstände, hätte also theoretisch ebenfalls mit den möglichen 1,65V Spannungsabfall zu kämpfen.Für wie problematisch haltet ihr das Thema? Man könnte der Sache z.B. entgegenwirken, indem man regelmäßig (ich hätte mal pauschal aller 100Bh geschätzt) den Ruhestrom kontrolliert.. oder gibt es irgend eine Möglichkeit (abgesehen von automatischer Gittervorspannung), dass die Sache mittels Schaltungstrick elegant gemindert werden kann? |
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DB
Inventar |
#83
erstellt: 14. Mrz 2026, 13:05
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Da wirst Du mit Rg1 deutlich runter müssern. Für SRS552 und GU50 waren auch Werte um 20k vorgesehen. So ungewöhnlich ist das also nicht. [Beitrag von DB am 14. Mrz 2026, 14:10 bearbeitet] |
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GüntherGünther
Inventar |
#84
erstellt: 14. Mrz 2026, 18:03
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Hallo, naja - das Datenblatt erlaubt für feste Gittervorspannung eigentlich max. 500k Gitterableitwiderstand, aber eben mit der Bedingung, dass 5µA Gitterstrom die Grenzwerte für Ik, Pa und Pg2 nicht überschritten werden. Beim BEAG APX100 habe ich keine expliziten Maßnahmen gegen "weglaufende" Arbeitspunkte im Stromlaufplan finden können. Gerade für kommerzielle Geräte hätte ich irgend eine Art Gegenmaßnahme erwartet, die Geräte mussten ja zuverlässig laufen. Ich hätte noch eine - zugegeben sehr unkonventionelle - Idee: Anstatt der Gitterableitwiderstände könnte man doch einfach eine sehr kleine Gegentakt-Anodendrossel nutzen - dann sieht der Gitterstrom nur den Rcu und die Vorstufe würde dennoch nicht zu stark belastet werden. Wurde irgendwo schon mal sowas verbaut oder ausprobiert? [Beitrag von GüntherGünther am 14. Mrz 2026, 19:21 bearbeitet] |
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Rolf_Meyer
Inventar |
#85
erstellt: 15. Mrz 2026, 15:41
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Moin, Die Sache mit dem Gitterableitwiderstand wird oft völlig überbewertet. Die 500k laut DaBla sollten im Falle dieser Anwendung ganz sicher klein genug sein. Natürlich können so extreme Gitterströme (5µA) durchaus auftreten, was man auch bedenken sollte. Allerdings treten so hohe Gitterströme nur auf, wenn die Röhre ganz neu oder total "ausgeballert" ist. Hintergrund: Negative Gitterströme haben ihre Ursache in erhöhtem Ionenstrom wegen unreinen Vakuums. Bei 5µA sind wir da bei einer Endstufenröhre dieses Kalibers bei einem Vakuum in der Größenordnung 1 x 10 exp -5 mBar, ein Vakuum, bei dem eine Vakuumröhre anfängt sinnvoll zu arbeiten... Sowas hat man in den ersten Betriebsstunden, wenn die Röhre neu ist und nicht richtig eingebrannt (heute normaler Auslieferungszustand). Innerhalb der ersten 10 bis 100 Stunden wird das Vakuum dann wesentlich besser, da unter (warmen) Betrieb die Materialien nach und nach aufhören auszugasen und der Getter seinen Job macht. Am Ende landet man dann bei einem Vakuum in der Größenordnung 1 x 10 exp -10 bis 1 x 10 exp -12 mBar... entsprechend niedirigen 3-stelligen nA negativen Gitterstromes. In diesem Zustand verbleibt die Röhre sehr lange Zeit (die angegebene Lebensdauer). Leider ist das Ausgasen der Röhrenmaterialien ein fortlaufender Prozeß (wenn auch mengenmäßig immer geringer werdend)... irgendwann ist der Getter gesättigt und kann keine Restgase mehr aufnehmen... das Vakuum wird wieder schlechter und die Röhre ist verbraucht. So läuft das grob bei Röhren mit Oxid-Kathoden ab... bei Röhren mit thorierten Wolfram Kathoden ist das etwas anders... die sterben nicht nur an nachlassendem Vakuum. Das bedeutet in der Praxis: Bei Schaltungen, bei denen die Gittervorspannung fix eingestellt und nicht regelbar ist, muß dieses Verhalten berücksichtigt werden... siehe Zeilenendstufen, wofür diese Röhren gedacht sind. Wenn die Schaltung über Autobias per Kathodenwiderstand verfügt, regelt sich das selbstständig aus... Wenn die Schaltung über einstellbares Fix-Bias verfügt, wird man in den ersten paar Betriebstunden die Bias-Spannung ständig nachregeln müssen, da der Anodenstrom wegen der Verschiebung des Arbeitspunktes immer wieder absackt (nicht weil die Emission nachläßt, wie oftmals angenommen)... Also auch keine Gefahr der Röhrenüberlastung. Die Umgehung dieser Gitterstrom-Problematik durch Anwendung von Interstage-Transformatoren oder Gitter-Drosseln ist ein sehr effektives Mittel, da damit ein sehr niederohmiger Gleichstrompfad (nur der geringe Rdc der Wickelungen) entsteht. Leider begrenzt die Induktivität solcher Bauteile sehr oft den sinnvollen Einsatz in der Praxis. Wenn die Treiberstufe sehr niederohmig (<5kOhm) ist, kann man sinnvoll Interstage-Trafos mit >>100H einsetzen... für Grid-Chokes sollten es >>1000H sein... Ich kenne nur SAC in Thailand, die solche Grid-Chokes anbieten. Das Problem mit den AÜ ist wesentlich brisanter... Gruß, Matthias |
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GüntherGünther
Inventar |
#86
erstellt: 15. Mrz 2026, 16:38
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Hallo Matthias, tausend Dank für die Erläuterung! In der Praxis würde das also bedeuten, dass man einfach Anfangs ein wenig intensiver die Arbeitspunkte im Blick haben sollte, wahrscheinlich werden die Ruheströme aber eher sinken (da weniger Gitterstrom fließen wird), richtig? Ich denke, dann wären die 330k Gitterableitwiderstände, die auch im APX100 genutzt werden, in Ordnung. Die Differenzverstärkerstufe vor den Endröhren soll mit ECC88 bestückt werden - der Innenwiderstand bei Ua = 300V und Ia = 5mA pro System sollte bei etwa 5k liegen. Die Grid Chokes von SAC sehen äußerst interessant aus... HIER zu finden...mit knapp 150€ aber nicht ganz billig und bedingt durch den Aufbau mit Mittenanzapfung ließe sich keine Symmetrierung der Endröhren-Ruheströme durchführen. Man müsste dann entweder für jede Endröhre eine Drossel nehmen, oder auf bestmögliches Matching hoffen. Zum Thema AÜ: Ich habe die Tage mit Herrn Pechan telefoniert bzgl. AÜ. Er hat erstmal nicht direkt abgewunken, sondern möchte sich mit einer konkreten Idee in den kommenden Tagen melden. Danach soll erstmal ein Prototyp aufgebaut und vermessen werden. Ich bin zuversichtlich! Er hatte aber von sich aus ebenfalls das Thema Ringkern-AÜ angebracht und ob ich mir sowas vorstellen könnte.. Ich habe aber erstmal Standard-Kerne bevorzugt. Ich werde euch diesbezüglich auf dem Laufenden halten. |
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GüntherGünther
Inventar |
#87
erstellt: 23. Apr 2026, 12:38
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Hallo zusammen, Müller hat mir derweile leider für die AÜs abgesagt, auch von Pechan habe ich nun längere Zeit nichts mehr gehört (nach vorherigem Telefonat und Mailkontakt). Ich werde weiter schauen, aber der Ausgangsübertrager wird wohl die Achillessehne in der Beschaffung. Von Lundahl gibt es den LL1627 PP, der auf 650R Primärimpedanz verschaltet werden kann. Mit höherer Betriebsspannung könnte das machbar sein, aber der Übertrager ist schon echt teuer und mit max. 250W auch massiv überdimensioniert.. Zwischenzeitlich habe ich mir die Literatur zum PPP-Verstärker nochmal genauer angeschaut und bin auf einen Fehler meinerseits gestoßen: Die Gitterableitwiderstände bzw. die Gittervorspannung soll nicht nach Masse, sondern nach Kathode geschaltet werden. Das erfordert eine eigene Gitterspannungserzeugung für jede Endröhre, aber die durch den Gitterableitwiderstand vorhandene Impedanz, welche die Vorstufe sieht, steigt stark an. Aus diesem Grund war es in der Simulation jetzt möglich, 100k-Gitterableitwiderstände vorzusehen, ohne die Vorstufe zu stark zu belasten. Das hat dazu geführt, dass ich eine weitere Sekundärwicklung benötige, damit wird die Anzahl der Sekundärwicklungen nun ein wenig groß für einen einzelnen Trafo. Ich habe aus diesem Grund für die Röhrenheizung einen getrennten Trafo vorgesehen. Weiterhin habe ich herausgefunden, dass die TAD E88CC mit einer maximalen Anodengleichspannung von 300V angegeben ist, somit taugt die super als Differenzverstärkerstufe. Als Vorstufe reicht dann die Verstärkung einer EF86 locker aus. ![]() ![]() ![]() |
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RoA
Inventar |
#88
erstellt: 23. Apr 2026, 14:55
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Frag doch mal bei Experience an. Die wickeln bzw. lassen inzwischen wickeln von 2*EL34 bis 6*KT88, und 2*EL509 liegt irgendwo dazwischen. Passende Trafos haben die auch. Auch würde ich konsequent auf Doppel-Mono setzen. |
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DB
Inventar |
#89
erstellt: 26. Apr 2026, 10:05
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Dann Ruf halt nochmal beim Pechan an. Als ich damals einen Übertrager wollte, mußte ich auch nachhaken. |
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Rolf_Meyer
Inventar |
#90
erstellt: 26. Apr 2026, 23:30
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Moin,
Also nach meinen Simulationen ändert sich genau NIX, wenn die -Ug statt gegen GND gegen die jeweiligen Kathoden referenziert wird. Vielleicht sieht das ja in Deinem komischen komplizierten Konstrukt anders aus... ich mag es nicht, wenn eben alles floatet... Masse sollte schon für irgendetwas da sein. Das Ganze verkompliziert den ohnehin schon sandkastenlastigen Entwurft nochmals... Röhrenverstärker sind zutiefst EINFACHE Gebilde! Und die E88CC ist nun, ob ihrer Fassung alles andere als genügend spannungsfest. Auch wenn da 300V als Uamax spezifiziert sind... die Dinger werden nicht dauerlastfest sein. Ich würde an dieser Stelle irgendetwas mit Oktalsockeln (und hierbei auch nur ALTE spannungsfeste Fassungsausführungen) vorsehen.. schau mal, was an dieser Stelle (egal ob Gittervorspannung gegen Masse oder Kathode) an Spannung gegen Masse entsteht... oder willst Du die Fassungen dafür teflonisoliert abseits verbauen? Du hast mich übrigens bald soweit, Testübertrager zu wickeln... Ist doch kein Hexenwerk. Gruß, Matthias [Beitrag von Rolf_Meyer am 26. Apr 2026, 23:31 bearbeitet] |
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GüntherGünther
Inventar |
#91
erstellt: 27. Apr 2026, 08:56
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Guten Morgen Matthias,
Bei mir kam die Simulation auf folgende Ergebnisse: Mit -Ug1 nach den jeweiligen Kathoden geschaltet - 306,5µAeff Strom über den Gitterableitwiderstand mit 100k: ![]() ![]() Mit -Ug1 nach Masse - 1,588mAeff Strom über den Gitterableitwiderstand mit 100k: ![]() ![]() Die unterschiedlichen Sinusformen liegen darin begründet, dass beim ersten Bild der Aussteuergrad sehr hoch ist (zwischen -5V Ug1 und 0V Ug1 gibt es quasi keinen Anstieg des Anodenstroms der EL509 mehr).
Du hast absolut Recht - das Ganze verkompliziert die Schaltung noch weiter. Allgemein ist der Aufwand im Netzteil recht groß, gerade auch für die Stabilisierung der G2-Spannung. Du hattest ja den Ansatz mit einem Glimmstabi, aber der Platzbedarf für 2 weitere Röhren ist größer als für die Halbleiter-Linearregler, welche die G2-Spannungen bereitstellen. Ohne stabilisierte G2-Spannung wird es aber wirklich gar nichts. Für mich gilt das Prinzip: Keine Halbleiter im Signalweg, wobei ich auch kein Problem mit halbleiterbasierten RIAA-Vorverstärkern habe. Im Netzteil ist das Thema Halbleiter für mich ohnehin nicht relevant. Das Netzteil lässt sich im Moment recht bequem auf eine Platine aufbauen, da würden nur die Lade-Elkos für die Anodenspannung auf dem Chassis montiert werden müssen. Gibt es irgendwelche Nachteile/Probleme, wenn die Endröhren floaten? Deren einziger Massebezug ist im Moment die Mittenanzapfung der Primärwicklung im AÜ.
Die E88CC hat bei Vollaussteuerung gegen Masse eine max. Spitzenspannung von 525V, beide Anoden gegeneinander sehen max. 475V. Ich wollte Belton-Sockel verbauen, mit denen habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Wenn Du eher Oktal empfiehlst, würde ich wahrscheinlich eine 6SN7 vorsehen. Siehst Du die Probleme direkt im Sockel oder eher innerhalb der Röhre in ihrem Sockelaufbau? um die Spannungsfestigkeit des Noval-Sockels zu erhöhen, könnte man beispielsweise Schrumpfschlauch für die verlöteten Punkte vorsehen.
Für div. Wickeleien scheinbar schon, leider. Ich hatte letzte Woche mal noch bei Experience angefragt, auf Anraten von RoA hin. Mal schauen, was dort zurück kommt. |
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Rolf_Meyer
Inventar |
#92
erstellt: 28. Apr 2026, 00:31
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Moin, Ja, Thomas, Du hast Recht. Mit 100k am Gitter kann ich das nachvollziehen, mit 500kOhm relativiert sich das Ganze... auch ein ausgeprägter Unterschied, aber auf einem ganz anderen Niveau. Da habe ich dann massereferenziert ähnliche Stromwerte, wie Du mit Deinem doppelten Ug-Netzteil... also, was solls. Hätte ich mir ja auch meinen Vortrag in #85 sparen können. Das miot dem kleineren Gitterableitwiderstand ist genau so ein Unsinn, wie die tausenden µF Kapazitäten im Netzteil. Ich denke mal, daß Deine Sicherungen beim Einschalten schneller durch sind, als Du "Quidditch" sagen kannst. Das sind doch kalt alles glatte Kurzschlüsse... 2A träge... wohl besser 8A superträge... aber ich glaube, daß das auch noch nicht reichen wird. Was sollen diese Riesenkapazitäten??? Ich habe bei meinem Entwurf weiter vorn schon übertrieben (z.B. 100µF für die Anodenspannungen, nicht 2 x 470µF!), die Hälfte tut es auch. 2000µF für die popeliege Ug... da tun es doch glatt 47µF vorn und 1µF hinten... und da wird nichts brummen. Studiere mal historische Schaltungen. Übrigens, viel macht es auch nicht viel besser.
Keine Ahnung. Ist wohl eher gefühlsmäßig.
Die Dinger gibt es ja auch in Noval... ist dann gar nicht sooo groß, hält aber weit über Deine Urenkel hinaus. Es geht mir ja gar nicht um Größe, sondern darum, daß ich nicht andauernd rumbasteln und reparieren will... und da ist jedes weggelassene Sand-Bauteil zielführend. Übrigens, Silizium-Gleichrichter im Netzteil bevorzuge ich auch. Die einzige Ausnahme... Die Dinger halten länger als Röhrengleichrichter.
Na dann darfst Du doch gar keine verwenden... Selbst Deine Spannungsregler liegen mitten im Signalweg, von Konstantstromquellen mal ganz zu schweigen... Mir geht es aber auch nicht um irgendwelche klanglichen Unterschiede zwischen Röhre und Sand. Die Schaltung klingt, nicht das Bauteil. Nun werden wieder welche aufspringen und meinen, daß ein Verstärker gar nicht klingen kann/soll... gähn, bitte nicht. Am Ende des Tages bleibt, daß Röhrengeräte langlebiger und besser reparierbar (so denn wirklich mal was ist) sind. Habe gerade mal wieder ein Netzteil an meinem PC getauscht. Aber gut, wenn das mit konventionellen Trafos und Röhrentechnik arbeiten würde, bräuchte mann einen zusätzlichen Raum und nen Gabelstapler für so ein 1kW Netzteil. Ist nicht praktikabel, also alle 3 bis 4 Jahre wechseln... Spannungsfestigkeit Röhren... Innerhalb der Röhre gibt es wohl kaum Probleme. Vakuum ist der beste Isolator. Nach meiner Erfahrung entstehen die Probleme immer an den Fassungen. Und neee, Schrumpfschlauch hilft nicht gegen auftretende Kriechströme (durch jahrelange Verschmutzung z.B. Nikotin oder einfach nur Staub), die dann irgendwann zu Überschlägen führen. Merke, die Zeit und die Schwerkraft arbeitet immer gegen uns... Helfen kann dabei nur größerer Abstand zwischen den Röhrenpins und gegen das Gehäuse / Metallteile der Fassung... Also andere Bauform, die spannungsfester ausgelegt ist. 6SN7 mit brauchbaren Fassungen sind da schon gaaanz weit vorn. Gruß, Matthias |
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Valenzband
Inventar |
#93
erstellt: 28. Apr 2026, 13:21
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Die Erde ist eine Scheibe und Frauen sind klüger als Männer. |
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GüntherGünther
Inventar |
#94
erstellt: 28. Apr 2026, 13:34
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Moin Matthias,
Die Sicherungswerte waren erstmal nur für den statischen Fall aus der Hüfte geschossen, da muss ich mal noch den max. Einschaltstrom errechnen. Ja - in den alten Schaltungen werden deutlich kleinere Kapazitäten in den Netzteilen verwendet, für die PPP-Verstärker sogar meist nur Einweggleichrichter. Mein Ansatz war für die Anoden-und Schirmgitterspannung 1µF pro 1mA Anodenspitzenstrom (maximal stehen knapp 750mA Anodenspitzenstrom und 110mA G2-Strom pro Endröhre an) und wegen der ohnehin verhältnismäßig hohen Wicklungsimpedanz der Ug1-Wicklung einfach pauschal 1000µ für den Ladeelko vorgesehen. Sicher kann man die Elkos auch massiv verkleinern, als sinnvoll würde ich 470µF für Anodenspannung und 100µF für die Ug1 vorsehen. Ug2 würde ich wegen des nachgeschalteten Längsreglers so lassen, der Platz auf der Platine ist dafür vorhanden.
Du hast absolut Recht, da bin ich nicht konsequent. Zugegebenermaßen habe ich bei meinem 7591-Verstärker auch einen OPV-MM-Vorverstärker und einen aktiven Klangsteller mit OPV verbaut, das ist dann erst recht im Signalweg. Es ist aber einfach sehr einfach und unkompliziert möglich, mittels Halbleitern das Verhalten der Schaltung zu verbessern, beispielsweise durch Verwendung einer Konstantstromsenke im Kathodenzweig des Differenzverstärkers. Lass es mich umformulieren: Wenn es eine massive und messbare Verbesserung gibt, ohne dass es ein allzu schlimmer Stilbruch ist (z.B. Phasensplitter als Halbleiter), ist es für mich vertretbar
Mit der 6SN7 scheint das Ganze machbar zu sein unter Verringerung des Anodenstromes und damit Erhöhung von -Ug1 und Ua. Die Verstärkung der EF86 musste dafür erhöht werden, aber an sich scheint die 6SN7 absolut problemlos einsetzbar zu sein. Welche 6SN7 (nicht NOS) haben brauchbare Fassungen? Tung-Sol/EHX oder muss es was richtig Teures sein? Auch wenn es "nur" ein optisches Thema ist - es gibt Oktal-Kleinsignalpentoden nur noch NOS, oder? [Beitrag von GüntherGünther am 28. Apr 2026, 13:36 bearbeitet] |
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Rolf_Meyer
Inventar |
#95
erstellt: 29. Apr 2026, 23:59
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Moin, Vor etlichen Jahren, als ich aus der Ecke Hardware- und Softwareentwicklung kommend in die Röhrentechnik eingestiegen bin, habe ich auch solchen Unfurg mit Riesenkapazitäten getrieben. DB wies mich damals darauf hin, daß solches Treiben nicht zielführend ist. Da ich mich hauptsächlich mit SE-Trioden befasse, habe ich da irgendwann meine Regeln bezüglich Netzteilkapazitäten gefunden. Je angefangene 100mA Ruhestrom benutze ich meist 100µ. Natürlich immer in Kombination mit Siebdrosseln, sonst kann es brummen. Bei PP-Verstärkern kommt man sehr gut mit viel weniger zurecht. Da tut es weniger als die Hälfte und mit Drosseleingangsfilter sogar weniger als 1/4. Bei dieser PPP-Schalterei kommt es aber auf ein möglichst niederohmiges Netzteil an. damit die Spannungsschwankungen bei Lastwechseln nicht zu heftig werden. Große Kapazitäten verursachen dann sehr hohe Einschaltströme und das Netzteil wird recht träge... die Spannungseinbrüche bekommt man mit größeren Kapazitäten auch nicht weg... also besser kleinere Kapazitäten, die schneller nachgeladen werden... und dabei soweit herunter gehen, daß die IM-Verzerrungen mit der Gleichrichterfrequenz immernoch akzeptabel bleiben. Hier lohnt es sich dann, das komplette Netzteil mit zu simulieren. Und dann reicht ein simples "tran 10m" leider nicht aus. Da muß die Simulation schon mal einige Sekunden umfassen, bis die ganzen Kapazitäten geladen sind und sich die Spannungen stabilisiert haben. Leider sind Spice-Simulationen nicht die schnellsten Software-Implimentierungen, denn die Parallelisierung von Prozessen hat Grenzen. Ich habe da gerade einige Wochen viel Zeit und auch etwas Geld in die Optimierung der Simulationsgeschwindigkeit gesteckt, denn leider hilft da Viel auch nicht viel... Zwei 12-Core Xeons mit insgesamt 48 Threads haben da krachend versagt, obwohl mit 2,7Ghz Basistakt und 3,5GHz Turbo nicht die gaaaanz langsame Variante... die dann im Schnitt mit 3,2GHz auf den verwendeten Kernen läuft. Viel besser ist da ein übertakteter 6-Kerner, bei dem alle Cores mit 5GHz laufen, durchgängig, nicht ein einzelner Thread im Turbo-Boost. Habe früher z.B ca 10 Minuten für eine 10-sekündige Simulation mit MaxTimestep=1µS benötigt... 2 x 8 Kerne = 32 Threads mit 96GB Ram und SSD-RAID-System... Jetzt brauche ich dafür noch 150 Sekunden... 1 x 6 Kerne = 12 Threads 16GB Ram und eine einzelne NVME SSD... Eine Spice-Simulations-Rakete. Nächster Angriff, ein 8-Kerner auf 5GHz übertaktet mit noch schnellerem Ram... hoffe mal, daß ich dann unter 2 Minuten lande. Alles nur am Rande, da ich weiß, daß hier einige "Simulanten" unterwegs sind...
Da entwickelt jeder über die Jahre seinen eigenen Stil. Der muß MIR doch nicht gefallen. Allerdings weise ich trotzdem gern auf Unsinnigkeiten hin, vor allem, wenn ich selbst durch diese Erfahrungen schon "durch" bin. Spart vielleicht Zeit und Geld bei Fehlversuchen... Man MUß aber diesen Hinweisen auch nicht folgen.
Die Teile aus Russland sind ALLE super. Kommen ja auch aus der gleichen Bude (New Sensor)... ob da nun EH oder TungSol oder Sovtek oder "Weiß der Geier" drauf gestempelt ist. Mit die linearsten Trioden, die ich kenne... und 2,5W/Anode ist mächtig untertrieben. Ich denke Du meinst nicht die Fassungen, sondern die Sockel. Fassungen... nahezu egal, aber möglichst alte, keine China-Modelle... und nix mit aufe Platine! Gruß, Matthias |
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DB
Inventar |
#96
erstellt: 01. Mai 2026, 10:29
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Man kann bei Röhrenverstärkern den Aufwand für ein gutes Ergebnis im Anodenstromkreis herumschieben. Wenn der Ausgangstrafo einfacher werden soll, wird das Netzteil aufwendiger. Von all dem, was hier schon durchdekliniert wurde, halte ich mittlerweile die Unity Coupled Endstufen für das Optimum hinsichtlich Aufwand und Nutzen. Hätte ich früher auch nicht gedacht, mittlerweile bin ich aber schon der Ansicht. Mich wundert nur, daß dieses Prinzip bei Studiogeräten keine Anwendung fand. Aber möglicherweise hatte das mit Patenten und Lizenzgebühren zu tun. |
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Dago64
Ist häufiger hier |
#97
erstellt: 01. Mai 2026, 12:27
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Für mich kommt nur noch ein Hybrid-Röhrenverstärker in Frage. Ein Halbleiter-Treiber in Kombination mit einer PP-Class-A-Trioden-Endstufe mit Gegenkopplung aus dem Übertrager in die Kathoden der Trioden hat gegenüber allen anderen Varianten enorme Vorteile: * es sind bis zum AÜ keine Koppelkondensatoren nötig, * konstanter Strom aus dem Netzteil unabhängig von der Aussteuerung * sehr geringe Klirrfaktoren * keine Klirrkompensation durch die Treiberstufe nötig * extrem niederohmige Ansteuerung der Trioden bis in den A2-Bereich So ein Teil macht richtig Spaß. Ich habe das mit den russischen 6S4S aufgebaut, dagegen verblassen alle SE mit 300B. |
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.. Du hast wirklich gar nichts kapiert und willst es einfach auch nicht zugeben




wohl besser 8A superträge... aber ich glaube, daß das auch noch nicht reichen wird.
Was sollen diese Riesenkapazitäten??? Ich habe bei meinem Entwurf weiter vorn schon übertrieben (z.B. 100µF für die Anodenspannungen, nicht 2 x 470µF!), die Hälfte tut es auch.








