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Peugeot 208 GTi - Hertz ML + AudioSystem HX + JL 12w3 - Zuschaubericht

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x12z34
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 15. Mrz 2018, 08:10
Hallo, Ihr audiophilen Audiofanatiker,

Das Vorgeplänkel - Was Ihr wissen müsst

Vorab: Drüben bei den Klangfuzzies in diesem Thread habe ich den gleichen Bericht gepostet. Ich hoffe, Ihr nehmt mir das nicht übel.

Das Wichtigste: Wenn Ihr mich kennt, wisst Ihr, dass ich extrem viel schwafele. Wenn Ihr mich nicht kennt, dann wisst Ihr es jetzt. Ihr seid hiermit ausdrücklich gewarnt worden !

Dieser in seiner Länge doch sehr ausufernde und weitschweifende (!) Bericht soll letztendlich beschreiben, was dazu geführt hat, dass ich mit dem Sound in meinem fahrbaren Untersatz nicht mehr zufrieden war und wie schließlich, nach einigen Irrungen und Wirrungen eine gute HiFi-Anlage die alten Komponenten verdrängt hat.

Das habe ich allerdings nicht selber getan, sondern auf professionelle Hilfe vertraut. Dies ist somit kein Eigenbau-Einbaubericht, sondern eher ein "Zuschaubericht" über die von mir gemachten Beobachtungen, gewürzt mit einem guten Schuss Entwicklungs-Roman.

Weil ich aber im Endeffekt doch weiterhin ahnungslos bin, möge man mir die Fehler, die sich sicherlich eingeschlichen haben verzeihen. Oder besser noch, Ihr sagt mir, was falsch ist, dann bessere ich es aus...

Dieser Bericht ist ein Follow-Up zu diesem Thread im HiFi-Forum, in dem ich vor ein paar Monaten um Rat gebeten hatte bezüglich einer Anlage, die ich mir anschaffen wollte und in dem ich gebeten wurde, die Ergebnisse der Beratung mitzuteilen.

Auch hat Alexander vor kurzem bereits den Umbau bei den Klangfuzzis in diesem Thread vorgestellt und ich will das Ganze nochmal aus meiner Sicht beleuchten.

Die ersten Kapitel dieses Berichts beschäftigen sich mit der "Vorgeschichte" und greifen nochmal einiges auf, was ich bereits in den vorgenannten Threads geschrieben habe. Das ist für den Einbaubericht an sich uninteressant und für die meisten auch wohl extremst langweilig und langatmig, daher könnt ihr einfach zur Überschrift "Die Anlage - Was eingebaut worden ist" springen, um den eigentlichen Einbaubericht zu lesen, der leider deutlich kürzer als das ganze Vorgeplänkel ist.

Somit will ich nun versuchen, den Umbau meiner Car-HiFi-Anlage vom Zustand "Naja-geht-scho'" zu "Waaaaaaaahhhhhhgeilgeilgeilgeil!!!!!!OMG!!!!1!einszwölf" zu beschreiben.

Mein neues Schätzchen - Was den Stein ins Rollen brachte

Alles hat damit angefangen, dass es meine alte Kleine nicht mehr mit vertretbarem Aufwand durch den nächsten TÜV geschafft hätte. Und so wurde Anfang 2017 mein alter heißgeliebter Peugeot 206 nach 17 Jahren mit einem weinenden Auge in den wohlverdienten Ruhestand entlassen. Allerdings auch mit einem lachenden Auge, denn eine würdige Nachfolgerin stand bereits seit ein paar Tagen auf dem Hof:

03 10

Peugeot 208 GTi, 1.6L, 143kW, Bj 2015

Es muss einer der letzten GTIs gewesen sein, die vor dem Anfang 2015 stattgefundenen Facelift vom Band gefahren sind.


Die kleine Schönheit zu finden war aber nicht ganz so einfach. Es war für mich klar, dass es nach dem 206er wieder eine Französin werden soll - ich bin Peugeot-Fanboy . Einen Kombi wollte ich nicht (zu groß!), die Wahl fiel schnell auf den 208er. Nur beim Ausstattungspaket war ich mit mir uneins: Ein Vernunft-Auto mit einem 90 PS Motor oder eben einen kleinen Flitzer mit 200 Pferdestärken unter der hübschen Haube.

Und wie es bei mir immer ist, wenn ich etwas will, habe ich solange mit mir gehadert, andere Projekte und wichtige Anschaffungen nach hinten geschoben, bis das Budget bereit stand, mich auf die Suche nach einer Rennmaus zu machen. Wobei von Anfang an feststand, dass es etwas Gebrauchtes werden wird.

Doch sucht Ihr mal ein solches Auto, das nicht älter als drei Jahre sein soll, nur "wenige" Kilometer auf dem Tacho hat und in Euer Budget passt. Besonders dann, wenn das Auto auch noch etwas Sonderausstattung haben soll. Und von einem Händler kommt, bei dem man hoffen darf, dass er nicht mit allen schmutzigen Tricks arbeitet.

Ich hatte von Anfang an vor, mein Auto schwarz-rot folieren zu lassen. Mein Folierer gab mir daher den Rat, dass das Auto im besten Fall schwarz oder rot und nach Möglichkeit nicht weiß lackiert sein sollte. Ich wollte das Panorama-Glasdach. Und ich wollte das JBL-Soundsystem.

Es ist nun nicht so, dass es solche Autos nicht gibt; nur gibt es eben nicht viele in meinem Budget. Um mir Kandidaten anzusehen (ich komme aus der Region Schweinfurt, es gab hier im Umkreis absolut nichts) war ich in München, in Hamburg und bei Aachen, bevor schließlich bei Saarbrücken alles passte und ich mein Schätzchen mit nach Hause nehmen konnte.

Die Kleine ist ein Import aus Luxembourg, dessen Vorbesitzer - soweit ich weiß - zum stärkeren 308 GTi gewechselt ist. Mir soll's recht sein, ist das Schätzchen doch jetzt mein... Damals zwei Jahre alt, 31Tkm auf dem Buckel, schwarzer Lack, Panorama-Glasdach und JBL-Soundsystem. Und ein Steinschlag-Lackschaden auf der Motorhaube; daher auch im Budget. Doch da das Auto sowieso foliert werden sollte, störte mich das nicht so sehr.

Und weil niemand sagen soll, dass ich meine Kleine nicht zuvorkommend behandle, hat sie gleich ein neues Kleid und schönere Schuhe bekommen. Dann habe ich aber, frech wie ich war, noch 50mm von den High-Heels abgesägt.

DSCN0977 DSCN1331_

Ich hatte von Anfang an vor, das Auto in einen Tribut an meine Lieblingsband zu verwandeln. Das Logo auf der Motorhaube ist das Logo von Blutengel und die Texte sind meine persönlichen Lieblingslieder von Blutengel.

Insofern finde ich es nur passend - wenn das Auto schon einer Musikgruppe "gewidmet" ist - dass jetzt auch eine gute Sound-Anlage Einzug hält.

Und ja, mein Auto ist dort inzwischen bekannt. Das mag auch damit zu tun haben, dass ich 2017 bei allen 16 Konzerten von Blutengel war

Insofern ist es auch nicht verwunderlich, dass mein Kilometerzähler letzte Woche die 57Tkm überschritten hat...


Ich war zufrieden, die Kleine fährt spritzig und klang mit dem JBL-Soundsystem - vor allem im Vergleich zum alten 206er - genial. Dort hatte ich Anfang des Jahrtausends das OEM-Radio - weil es gar zu scheußlich klang - gewechselt gegen ein Sony XPlod CDX-CA700X mit gigantischen 4x50W - meine Güte war ich damals leichtgläubig . Damit wurde die Situation schon mal etwas besser, doch wirklich zufrieden war ich nie gewesen; das Scheppern, Klappern und das massive Verzerren bei höheren Lautstärken war unschön, der so komplett fehlende Bass schade.

Wenigstens hatte das Radio damals eine DSO ("digital soundstage organiser") genannte Funktion, mit der die Hochtöner virtuell angehoben wurden. Und das klang für meine Ohren erstaunlich gut. Aber mit dem Tausch des Radios hatte sich mein damaliges HiFi-Wissen erschöpft. Den Aufwand, die OEM Lautsprecher zu tauschen, habe ich gescheut und von Dämmung hatte ich noch nichts gehört... Und je älter mein Auto wurde, desto weniger wollte ich noch in ein Upgrade des Soundsystems investieren.

Zwischen den 206er Werkströten und dem 208er JBL-System sind Welten, ich war begeistert. Im Auto gibt's jetzt Bass! Und ich kann lauter hören, ohne dass es grässlich verzerrt... Ich war zufrieden. Für eine gewisse Zeit. Denn im Lauf der Wochen kam ein wenig die Ernüchterung durch, dass das exklusive Soundsystem der Nobelmarke JBL (nein, hier ist kein Sarkasmus versteckt, das war anfangs wirklich meine Meinung!) vielleicht dann doch nicht restlos alles konnte, was ich mir erhofft hatte.

Das war ein langsamer Prozess. Anfangs hatte ich diese Gedanken ignoriert, schließlich hatte ich doch eine gute Anlage im Auto. Also musste das Einbildung sein. "Wenn ich mich nur auf die neue Anlage einlasse, wird sie mir schon ans Herz wachsen", dachte ich mir. Nur... diese Vertrautheit ließ auf sich warten.

Die Unzufriedenheit hingegen wuchs. Diese hatte ich mir anfangs noch verboten: "Du hast jetzt eine gute Anlage im Auto. Du hast extra ein Auto mit dieser Anlage gesucht. Sei jetzt zufrieden damit! Wie größenwahnsinnig willst Du noch werden?" Doch das Gefühl, dass etwas fehlt, hat mich nicht mehr in Ruhe gelassen und schließlich musste ich mir selbst eingestehen:

Die neue Anlage klang zwar insgesamt runder und besser abgestimmt als in meinem alten Auto, aber die Höhen waren deutlich dumpfer (oder waren sie beim alten 206er durch das DSO einfach massiv überzeichnet?) und davon, dass ein extra Subwoofer im Kofferraum verbaut war, hatte ich mir deutlich mehr versprochen... so traurig es ist, ich war nicht zufrieden.


[Beitrag von x12z34 am 15. Mrz 2018, 09:17 bearbeitet]
x12z34
Ist häufiger hier
#2 erstellt: 15. Mrz 2018, 08:12
Die Odyssee - Was ich bei den Händlern erlebt habe

Und was tut ein in Car-HiFi-Sachen gänzlich Unbewanderter, wenn er "mehr Bass" will? Richtig: Eine Bassbox musste her...

Auch wenn oder gerade weil mein Auto nicht unbedingt "unauffällig" ist, hoffe ich doch ehrlich, dass es einen halbwegs positiven Eindruck hinterlässt. Über Geschmack lässt sich bekanntlich trefflich streiten, aber ich will vermeiden, dass sich Leute für mein Auto fremdschämen müssen... Und das beinhaltet auch, dass ich keine blau leuchtende Bassbox vom Elektromarkt in meinem Auto haben will, die durch die Poser- und Proll-Fraktion ohnehin keinen sonderlich guten Ruf genießt.

Dass diese als Brüllwürfel verschrienen Kisten auch klanglich nicht das Optimum darstellen, hatte ich zwar schon mal gehört, ohne jedoch sagen zu können, warum das so ist, oder was "nicht passt". Dennoch bin ich einfach mal durch einen Elektromarkt geschlendert, um zu sehen, was sie so anbieten. Vielleicht fände sich ja doch was Brauchbares? Und ich bekäme auch ein Gespür dafür, was Car-HiFi mindestens so kostet... Vermutlich war es mein Glück, dass die Auswahl recht mau war und mir nichts ins Auge gesprungen ist. Denn sonst hätte ich mich vielleicht doch von einem geschickten Verkäufer breit quatschen lassen.

Also gut, Elektromarkt war wohl nichts. Ein paar Wochen später ging es deshalb auf zum lokalen (10km entfernten) Car-HiFi-Fachhändler, der wird schon weiter wissen. Ist schließlich ein Fachhändler, der muss sich doch auskennen. Nach Rat befragt, was ich für 1000€ tun könnte, um den Bass zu verbessern, bekam ich das folgende Angebot:

Fachhändler 1:
SUB: Audio-System X 12 Plus BR
AMP: Audio-System CO650.1
Gesamtpreis inkl. "Kleinkram", Einbau und Einstellen: 1000€-1100€

Die Kombination fand ich dann doch etwas seltsam und dachte mir: Vielleicht sollte ich mir das doch lieber nochmal überlegen? Der Händler scheint realisiert zu haben, dass ich keine Ahnung habe und dass er mit mir leichtes Spiel hat. Zumal er, wie er selber sagte, nicht einbaut, sondern nur verkauft. Zum Einbau hätte er mich an einen "Kooperationspartner" weitergeleitet (was aber nicht schlecht sein muss (!) ).

Außerdem war mir inzwischen auch nicht mehr sicher, ob eine Krachbox im Kofferraum wirklich der Weg ist, den ich gehen soll. Oder ob ich nicht vielleicht doch auch das Frontsystem anfassen sollte; schließlich war der fehlende Bass nicht das Einzige, was mich an meiner Anlage störte. Doch das Gesamtsystem zu verändern wäre mit höheren Kosten verbunden... würde sich das überhaupt lohnen?

Die Frage hatte sich jedoch ziemlich schnell von selbst beantwortet, nachdem ich einen anderen (50km entfernten) Händler, der mir von einem Arbeitskollegen empfohlen wurde, um Rat gefragt hatte. Bei ihm wurde ich ausführlich beraten und habe auch zum ersten Mal eine gute Anlage gehört. Ich war hin und weg. Nie hätte ich gedacht, dass Musik im Auto so gut klingen kann.

Von dem Zeitpunkt an war ich verloren, denn mit jedem Tag war ich weniger zufrieden mit dem, was bei mir im Auto verbaut ist. Die Höhen sind dumpf und stumpf, der Bass grummelt vor sich hin und taugt maximal zur Untermalung, von Kick und Druck keine Spur. Je nach Musikrichtung und Lautstärke kommt ab und zu mal so etwas wie eine Bühne zustande, die jedoch dann beharrlich hinter den Lüftungsschlitzen in der Mittelkonsole steht. Oder es gibt meist gar keine Bühne und der Sound kommt hörbar aus den Tür-Lautsprechern links und rechts, obwohl die HU des 208er eigentlich eine einfache Laufzeitkorrektur hat...

DSCN1336_

Auch wenn ich anfangs wirklich froh um und stolz auf die JBL-Anlage in meinem Auto war, ärgert es mich jetzt beinahe, beim Kauf darauf geachtet zu haben, denn es hat die Suche nach einem passenden Auto nicht gerade vereinfacht. Wenn ich gewusst hätte, dass sie ein Jahr später sowieso raus fliegt...

Anfangs hatte ich mich bei diesem zweiten Händler wohl beraten gefühlt. Nur war das Angebot, welches wir "zusammen" erarbeitet hatten, etwas komplexer und deutlich teurer als ich gehofft hatte:

Fachhändler 2:
DSP: Rockford-Fosgate DSR-1
FRONT: Audio-System HX 165 Dust EVO
REAR: Audio-System H165 EVO
SUB: Audio-System HX 12 SQ G 2
AMP-HT: Audio-System CO95.2
AMP-TMT: Audio-System X170.4 (Front+Rear)
AMP-SUB: Audio-System R1250.1D
Dämmung: Brax ExVibration auf Türpappe, keine Dämmung auf Außenhaut
Strom: 40Ah AGM Batterie im Heck
Gesamtpreis inkl. "Kleinkram", Einbau und Einmessen: 3500€-3800€

Daher habe ich den obengenannten Thread aufgemacht, um die Meinung und Erfahrung der HiFi-Forumianer zu diesem Angebot gebeten und ein paar - in meinen Augen harmlose - Fragen gestellt. Wie sich herausstellte, waren die Fragen durchaus nicht so harmlos und die folgende Diskussion hat dazu geführt, dass ich auch von dem zweiten Händler abgerückt bin.

Ich will aber nicht schlecht über ihn sprechen, weil sicherlich viele Missverständnisse und Unstimmigkeiten durch mein eigenes Unwissen entstanden sind. Ich hatte mir nämlich selber in meiner Ignoranz eine komplette Anlage auf dem Papier zusammengestellt und bin dann mit dieser Liste zum Händler marschiert und habe ihn gefragt, was er von dieser Anlage halte. Begeistert war er nicht, aber er meinte, man könne etwas draus machen. Also wurde der Rotstift angesetzt, das grundlegende Konzept aber beibehalten:

Er hatte mich zwar von den Vorzügen eines DSP überzeugt; damals war ich jedoch der Meinung, je mehr Lautsprecher desto besser. Also wollte ich Lautsprecher im Rear. Und habe auch drauf bestanden, als mir der Händler dezent davon abriet. Denn wozu hat das JBL-System in meinem 208er sonst Rear-Lautsprecher? Die müssen das doch gemacht haben, weil es besser klingt...

Es ließe sich jetzt trefflich darüber streiten, inwieweit die Schuld für ein suboptimales Angebot beim Händler liegt, der einen unwissenden Kunden hat. Hatte der Händler ein einfaches Geschäft gewittert oder verzweifelte er an der Sturheit seines Kunden, der in seiner Dummheit auf den eigenen - falschen - Standpunkten beharrt? Ich suche hier die Schuld vollkommen bei mir selbst.

Dass der Händler allerdings von der Verwendung von Alubutyl abgeraten hatte und somit ein anderes Dämmkonzept zu verfolgen scheint als so ziemlich jeder andere, machte mich doch ein wenig skeptisch. Vielleicht ist Dämmpaste ein durchaus valider und gängiger Weg, vielleicht habe ich ihn auch einfach falsch verstanden (was ich nicht ausschließen will (!) ), doch ich war ein wenig nachdenklich geworden. Und die Tatsache, dass ich meine Hochtöner in die A-Säule eingebaut haben wollte, der Händler aber keine GFK-Arbeiten anbietet, hat dann den letzten Nagel in den Sargdeckel getrieben.

Gleichzeitig wurde mir in dem genannten Thread der Alexander Maier (alias Gack, speaker-city in Schwandorf) empfohlen. Für einen Typen, der wisse, was er tue, würde sich ein Weg von 200km durchaus lohnen, hieß es...

Unter anderem die Tatsache, dass Alexander schon beim ersten Telefonat einige "bauliche" Besonderheiten des 208er kannte, hat mich beeindruckt. Die zwei Stunden Anfahrt nahm ich gerne für eine Beratung in Kauf...

Beim ersten Beratungsgespräch hatte er mir darüber hinaus schnell den Zahn gezogen, dass mehr Lautsprecher immer besser seien. Und er hatte mir erklärt, dass mit einem Subwoofer in der Reserveradmulde deutlich mehr möglich sei als ich angenommen hatte. Dass es also nicht zwangsweise eine große Bassbox im Kofferraum sein muss.

Oder zusammengefasst: Ich hatte hier wirklich das Gefühl, dass der Typ weiß, was er tut. Nur über eine Sache musste ich auf der Heimfahrt doch nachdenken: Der Kerl ist ganz offensichtlich ein audiophiler Klangfanatiker, für den erstklassige Tonwiedergabe die absolute Grundvoraussetzung für eine Anlage zu sein scheint.

Er würde nicht versuchen, mir auf-Teufel-komm-raus das Teuerste zu verkaufen, was er mir aufschwatzen kann. Wenn er jedoch jede seiner Anlagen ausschließlich nach der Maxime einbaut, dass das Beste gerade gut genug ist... Wenn er nur höchstwertige Komponenten im Programm hätte, weil alles andere "unter seiner Würde" sei... Wenn er durch seine Erfahrung und sich einstellende "Betriebsblindheit" einfach vergessen hätte, dass nicht jeder so hohe Ansprüche wie er selbst hat, dann würde ich mich auf stark gesalzene Preise einstellen müssen...

Um es gleich klarzustellen: So "extrem" ist Alexander dann auch wieder nicht . Klar ist er ein Klangfanatiker mit deutlich feinerem Gehör als meines, das bedeutet aber nicht, dass er nicht auf die Wünsche seiner Kunden eingeht. Das könnte er sich auch gar nicht erlauben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er einem Kunden Komponenten auf Neuschrott-Niveau vorschlagen würde, da hat er schon seine Mindest-Ansprüche. Aber er beharrt auch nicht auf dem Teuersten. Die gesunde Mitte macht's...

Diese "preisliche Mitte" im Angebot eines Experten aber ist immer noch recht teuer für jemanden, der vor nicht allzu langer Zeit mit dem Gedanken gespielt hat, beim nächsten Elektromarkt einzukaufen... Einige Posts in dem oben verlinkten Frage-Thread beschäftigen sich dann zwangsweise damit, dass ich nicht wusste, welches "Niveau" ich mit meiner neuen Anlage anstreben soll. Muss es denn wirklich das High-End Paket sein?

Fachhändler 3 = Alexander
Angebot 1
DSP: audison bit ten
FRONT: Hertz Mille Legend ML1650.3 + ML280.3
SUB: JL 12w3v3
AMP: audison Voce AV5.1K
Dämmung: Türen mit Alubutyl
Gesamtpreis inkl. "Kleinkram", Einbau und Einmessen: 3000€-3100€

Oder tut es für einen in Klangsachen Untrainierten nicht auch eine günstigere Anlage für vielleicht 2T€? Oder es geht vielleicht sogar noch günstiger? Vielleicht sogar für etwa 1T€? Schließlich bin ich nicht bereits (wie Alexander) von einer guten Anlage verwöhnt und somit einfacher zufrieden zu stellen...

Man muss sich das doch einmal vor Augen führen: Wir reden bei 3T€ über etwa das 10 fache dessen, was man beim Elektromarkt ausgeben müsste. Ist der Klang denn wirklich auch "zehnmal besser"?

Es muss ja nicht das billigste sein... aber muss es wirklich das teuerste sein? Tut es ein Mittelweg nicht auch? Was muss ich wirklich ausgeben, um eine Anlage zu bekommen, die mich zufriedenstellen wird?

Doch je mehr ich darüber nachgedacht habe und je mehr ich im Internet und in verschiedenen Foren mitgelesen habe, desto mehr wurde mir klar, dass ich höchstvermutlich mit einer günstigen Anlage nicht zufrieden sein werde, zumindest nicht lange.

Erstens aus psychologischen Gründen, über die ich leider absolut nicht erhaben bin: "Teuer = gut". Oder im Umkehrschluss bei einer günstigen Anlage: "Die Anlage war nicht sehr teuer, also kann sie auch nicht sehr gut sein..." Das ist Bullshit, ich weiß; aber diese Denkweise abzustellen, fällt mir leider schwer.

Zweitens - etwas überspitzt formuliert - packe ich Dinge nicht gerne mehrfach an. Ich habe, anders als viele von Euch, nicht die Geduld, mich wieder und immer wieder mit denselben Dingen zu beschäftigen. Über Monate hinweg an meiner Anlage zu basteln, wäre für mich ein Graus. Ich will mich einmal (intensiv) mit einer Sache auseinandersetzen, dann muss es gut sein. Denn danach - ich kenne mich hier zu gut - wird es auf ewig so bleiben, wie es ist. Schließlich bin ich in meinem alten Auto auch 17 Jahre mit "schlechtem" Sound umhergefahren. Daher schieße ich jetzt lieber über das Ziel hinaus, als dass ich später wieder unzufrieden werde...

Drittens wurde mir immer mehr klar, dass ich mich selbst nicht als "Pegelmimi" beschreiben würde. Ich kann mich keinesfalls als "vergeistigten Schönhörer" bezeichnen, aber wenn ich schon Geld ausgebe, dann soll die Anlage nicht nur laut, sondern auch gut klingen. Das braucht es nicht auf AYA-Referenzniveau zu tun, aber falls Klangerfahrene mitfahren, sollen weder die noch ich Ohrenbluten bekommen; auch dann nicht, wenn der Lautstärkeregler Richtung Anschlag wandern sollte...

Auch wenn ich - viertens - nie ein besonders gutes Gehör haben werde, hörte ich doch damals deutlich die Unterschiede zwischen meinem 206er und meinem 208er; genau wie die Unterschiede zwischen meinem 208er und den Vorführfahrzeugen. Und je mehr ich mich mit der Materie beschäftige, desto mehr bemerke ich Dinge, auf die ich früher nie geachtet habe. Mit anderen Worten: Mein Gehör trainiert sich langsam aber sicher doch selbst und ich bin inzwischen wohl auch ein klein wenig anspruchsvoller geworden... Besonders nachdem es solche schwierigen Worte wie Laufzeitkorrektur, Druckkammereffekt und Freiluftresonanzfrequenz in meinen Wortschatz geschafft haben .

Fünftens hat das schließlich auch etwas mit dem Repräsentativen zu tun: Wenn ich mein Auto äußerlich "verschönere", dann soll auch im Inneren eine Verbesserung (zu sehen und) zu hören sein. Es wäre mir sehr unangenehm, wenn das Urteil eines Klangerfahrenen lauten sollte: "Mit HiFi hat das aber nichts zu tun..." Und wenn ich mein Auto schon einer Musikgruppe "gewidmet" habe, wäre es auch denen gegenüber sehr peinlich, wenn mein Auto dafür bekannt wäre, grässlich zu klingen...

Oder kurzum: Wenn ich mich nach dem unten stehenden Graphen richte, werde ich wohl-oder-übel investieren müssen.

Drawing1_

Und nachdem mir das alles erst einmal klar wurde, hat sich meine Denkweise schnell umgedreht: Von "Wie günstig kann ich eine zufriedenstellende Anlage bekommen?" zu "Wie gut kann ich werden, wenn ich mein Budget maximal ausreize?"

Dieser Entscheidungsfindungsprozess - von einem blau leuchtenden 200€ Brüllwürfel zu der jetzigen Anlage, die inklusive "Kleinkram", Einbau und Einmessen satte 4,6T€ kostet - war ein subjektiv sehr langer Weg, auch wenn objektiv nur etwa ein dreiviertel Jahr vergangen ist, seitdem ich mit meiner Anlage nicht mehr vollständig glücklich war...

Es hat im Endeffekt einen Elektromarkt, drei verschiedene Fachhändler und beim dritten Händler fünf Angebote gebraucht, bis ich genau wusste, was ich wollte. Und das dann doch wieder teilweise umgeworfen habe.
x12z34
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 15. Mrz 2018, 08:14
Vorbereitungen - Was vorab getan wurde

Da mich die Verwandlung meines Autos sehr interessiert, hatte ich Alexander gebeten, beim Umbau dabei sein zu dürfen, womit er keine Probleme hatte. Ihm wäre es natürlich lieber gewesen, wenn er eine ganze Woche daran arbeiten könnte, was ganz verständlich ist. Das aber war mir nicht so recht, unter anderem weil mich das eine Woche Urlaub und Hotel gekostet hätte. Letztendlich haben wir uns daher entschieden, das "Projekt 208" an einem Wochenende, also Freitag und Samstag, zu stemmen.

Weil aber die Zeit für den Umbau mit nicht ganz zwei Tagen recht knapp bemessen war, wurde ich gebeten, das Radio, das anscheinend beim 208er notorisch schwer auszubauen ist und dabei gerne einmal kaputt gehen soll, vorab in meiner Werkstatt lösen zu lassen, damit hier etwas Zeit gespart werden kann. Das habe ich am Montag vor dem Termin auch machen lassen, nur war die Werkstatt etwas sehr eifrig und sie haben das Radio komplett demontiert, anstatt nur die Verkleidungen zu lösen.

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Das Auto funktionierte nach wie vor, nur hätte ich jetzt auf Musik, Navi und Einparkhilfe verzichten müssen. Weil ich das nicht wollte, habe ich das Radio wieder provisorisch zusammengebaut.

Das Reserverad wurde in den Keller verbannt, da die Mulde ab sofort für andere Dinge gebraucht wird.

Vorfreude und ein Mini-Urlaub - Was niemanden interessiert

Weil ich mich aber entschlossen hatte, die Gelegenheit für einen "Mini-Urlaub" zu nutzen, habe ich mein Zimmer für zwei Nächte gebucht und bin am Donnerstag nach der Arbeit direkt nach Schwandorf gefahren. Dass nun ein zusätzlicher Nachmittag nicht erlaubt, viele urlaubsmäßige Dinge zu tun, ist schon klar.

Aber es blieb immerhin genügend Zeit, Schwandorfs Innenstadt zu durchstreifen. Leider muss ich hier Alexanders Meinung teilen, dass es eindrucksvollere Innenstädte gibt. Nun ja, dann eben ein gutes Abendessen im Gasthof und danach ab ins Bett.

Am nächsten Morgen blieb nach dem Frühstück noch genügend Zeit für einen Spaziergang entlang der Naab bevor es schließlich auf zu Alexander ging.

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Um die letzten Tage zusammen zu fassen: Ein wenig Erholung und viel Vorfreude auf das Kommende.

Wie viel Vorfreude und Ungeduld jedoch in diesem "Projekt" tatsächlich involviert ist, lässt sich vielleicht auch daran erkennen, dass ich diesen Bericht nicht erst begonnen habe, nachdem der Einbau fertiggestellt wurde. Nein, weit gefehlt... Vor mehr als vier Wochen habe ich bereits die erste Version dieses Berichtes geschrieben. Natürlich musste ich da noch den eigentlichen Umbau außen vor lassen, aber der Rest war schnell geschrieben. Seitdem habe ich diesen Bericht jedoch fast jeden Tag quer gelesen und immer wieder Dinge daran verändert, ausgebessert oder dazu gesetzt. Ich konnte es kaum abwarten, dass es endlich los geht...

Und das war auch gut so, wie ich im Nachhinein feststellen musste. Denn in den ersten Tagen nach dem Umbau war ich so durch den Wind, dass ich mich absolut nicht darauf konzentrieren konnte, den Bericht weiterzuschreiben. Ständig musste ich zum Auto runter, nochmal eine kleine Runde drehen und dabei breit grinsend durch meine Playlist scrollen. Das ist der Grund, warum dieser Bericht ein paar Tage auf sich hat warten lassen. Ich hoffe, Ihr könnt mir das verzeihen... falls nicht... nicht mein Problem
x12z34
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 15. Mrz 2018, 08:16
Eine Entwicklung - Was meine Platzansprüche anbelangt

Bei all meinen Überlegungen, wie meine Anlage aussehen und aufgebaut sein könnte, war mir immer wichtig, dass mein Auto zumindest noch halbwegs alltagstauglich bleiben muss. Sprich, im Kofferrum muss genug Platz bleiben, um Einkäufe unterzubringen oder Gepäck, wenn ich in den Urlaub fahre...

Anfangs war ich deutlich "extremer" mit meinen Anforderungen, was das Platzangebot im Kofferraum anbelangt. Denn da hatte ich jegliche Woofer-Box im Kofferraum abgelehnt. Maximal eine leichte Anhebung der Bodenplatte war ich bereit, zu dulden. Mein Kofferraum ist ohnehin schon nicht sonderlich groß, da wollte ich nicht noch mehr Platz opfern. Das war damals für mich ein KO-Kriterium.

Da ich eigentlich immer alleine unterwegs bin, ist die Rücksitzbank verwaist. Daher war mein ursprünglicher Plan auch gewesen, die Rücksitzbank auszubauen und dort die große Woofer-Box zu montieren. Bei den ersten beiden Händlern bin ich mit dem Konzept vorstellig geworden. Der erste hat mit den Schultern gezuckt, der zweite wollte mir davon abraten, doch ich blieb stur.

Erst Alexander hatte mich davon überzeugt, dass ich die Rücksitzbank doch drin lassen solle und dass es keine große Box sein muss. Sondern dass mit einem Reserveradgehäuse deutlich mehr möglich ist, als mir bewusst war. Und dass eine Wooferbox anstelle der Rücksitzbank auch klanglich nicht das Beste ist... Das Problem hatte sich gelöst, alles passt unter den doppelten Boden. Wunderbar!

Doch meine Ansprüche haben sich - wie es sehr häufig bei mir der Fall ist - immer mehr gesteigert. Ich wollte mehr. Ohne zu wissen, was mit einem Reserveradwoofer möglich ist, wollte ich mehr. Ohne jemals eine potente Reserveradlösung gehört zu haben, wollte ich mehr. Wenn mehr geht, will ich auch mehr... Bald war mein Wunsch definitiv nicht mehr mit einer Reserveradlösung vereinbar. Ich stand vor dem Dilemma: Belasse ich es bei dem, was Alexander aus der Reserveradmulde herauskitzeln kann oder freunde ich mich doch mit einer Lösung an, die mir zumindest Teile des Kofferraum klaut?

Ich wollte einfach mal wissen, wie groß denn die Box überhaupt werden könnte, wenn ich darauf bestehe, dass jederzeit eine Klappbox ohne Quetschen und Verrenkungen in den Kofferraum passen muss? Das Ergebnis war etwas ernüchternd: Maximal 70l netto könnte ich herauskitzeln. Das ist auch nicht sooo viel mehr, als das, was in meine Reserveradmulde passt. Dort wären 58l netto möglich gewesen. Ein Großteil des Kofferraums würde dran glauben müssen, ohne viel mehr zu erreichen zu können als eine Lösung unter dem doppelten Boden...

Peugeot 208 Kofferraum

Mit einem Karton habe ich zu Hause versucht, zu simulieren, wie groß maximal eine Bassbox sein darf, sodass noch eine Klappbox reinpasst...

Im Endeffekt würde es jetzt also davon abhängen, ob der Sub doch noch in die Reserveradmulde passt oder ob unter dem doppelten Boden neben den Endstufen, dem DSP und der Batterie kein Platz mehr dafür ist. Bis wenige Tage vor dem Umbau war mir nicht klar, wie diese Frage beantwortet werden könnte. Ich war zumindest inzwischen bereit, eine Box im Kofferraum zu akzeptieren.

Doch dann kam es nochmal ganz anders: Durch Alexanders und Didis Antworten in diesem Thread wurde ich daran erinnert, dass Alexander schon bei unserer ersten Besprechung einen Bandpass vorschlug und dessen Überlegenheit gegenüber einem Bassreflex-Gehäuse lobte. Ein ordentlich abgestimmter Bandpass, so habe ich verstanden, ist einem Bassreflex so gut wie immer überlegen.

Mit einer Ausnahme: Der Platzbedarf. Da ein Bandpass nochmals mehr Platz als ein Bassreflex braucht, hatte ich diese Lösung damals noch kategorisch ausgeschlossen. Keine Box im Kofferraum und schon gar keinen riesigen Bandpass.

Doch da ich mich im Lauf der letzten Wochen immer mehr damit abgefunden habe, dass mir eine Bassreflex-Box zumindest Teile des Kofferraums klauen könnte, ist es von dort auch nur noch ein weiterer Schritt zu einer Lösung, die den größten Teil meines Kofferraums beansprucht.

Sprich: Ich habe meine Ansprüche an die Alltagstauglichkeit über Bord geworfen

Hundertprozentig glücklich bin ich nicht, wenn ich daran denke, dass ich vielleicht den gesamten Kofferraum verliere. Aber wenn ich mir überlege, was ich in den letzten Monaten tatsächlich im Kofferraum transportiert habe... Die Einkäufe landeten in der Vergangenheit sowieso schon so gut wie immer im Beifahrer-Fußraum, das Gepäck für den Urlaub würde auch auf die Rückbank passen. Und falls ich wirklich mal viel Platz brauche - für einen Umzug oder so - ließe sich die schwere Wooferbox dann doch aus dem Auto wuchten...

Meine Vorstellungen - Was ich erreichen wollte

Jetzt also stand ich einen Tag vor dem Einbau wieder vor der Frage: Was will ich eigentlich... Und einen Tag später, als ich neben dem Stapel der Komponenten stand, überlegte ich mir, ob die das umsetzen können, was ich mir von ihnen erhoffe.

image1

Naja, eigentlich hatte ich keine Zweifel... Denn bei einem früheren Gespräch hatte Alexander extra einen Bekannten "herbeizitiert", damit ich dessen Anlage probehören könne. Denn die würde relativ stark dem entsprechen, was wir inzwischen auf dem Papier zusammengestellt hatten: Hertz Mille (Pro) 2-Wege Front und ein 12w3 Bassreflex. Ich solle es mir einfach anhören. Wenn es mir nicht zusage, hätte er noch andere Ideen... Doch dazu kam es nicht, denn ich war von der Anlage begeistert. das war die beste Anlage, die ich bisher gehört hatte... Mangels Erfahrung und mangels Wortschatz kann ich leider nicht beschreiben, was mir so gut gefallen hatte, aber ich wusste jetzt, was ich wollte...

Aber was wollte ich eigentlich genau erreichen? Im Grunde lässt sich das einfach definieren: Die neue Anlage sollte besser werden als die Anlage, die sie ersetzt. Das ist erstaunlich selbstverständlich und gleichzeitig doch erstaunlich schwer... denn was ist "besser?" An welchen Kriterien will und kann ich den Qualitätszuwachs festmachen?

Die Antwort darauf ist sicherlich unbefriedigend: Natürlich könnte ich Schlagworte wie Bühnenabbildung in den Ring werfen und auf Zahlenwerte wie dbSPL und fs verweisen, doch diese Dinge sind mangels Vergleichswerten und ohne Erfahrung sehr wenig aussagekräftig.

Die einzige Antwort, die ich geben kann, ist schwer zu fassen: Es muss sich einfach für mich "richtig" anhören. Was sich für mich richtig anhört, ist in dem Fall auch richtig.

Da ich aber keine Ahnung habe, auf was ich genau achten sollte, muss ich zwangsweise den Experten ranlassen. Wenn ich Wünsche äußere und der Fachmann dann Vorschläge einbringt, wie die Anlage aussehen könnte, muss ich mich drauf verlassen, dass das so seine Richtigkeit hat.

Meiner Meinung nach klangen die Höhen der JBL-Anlage dumpf. Das sollte besser werden. Ich wollte spürbaren Bass und keine dezente Bassuntermalung. Es sollte auch laut noch verzerrungs- und schepperfrei spielen. Ich wollte mit dem Finger zeigen können: Dort steht die Sängerin.

Eine gewisse "Unterputz-Arbeit" ist damit natürlich Pflicht, schließlich ist Dämmung und Dämpfung ein integraler Teil der Klangverbesserung. Meine Ambition geht aber nicht so weit, den Innenraum in einen schalltoten Raum wandeln zu wollen; eine Extremdämmung soll bei mir nicht gemacht werden. Die Türen und die Reserveradmulde zu dämmen soll fürs erste ausreichen. Wenn dann doch noch etwas stört, wird nachgearbeitet. Zumal eine Dachdämmung mit dem Panorama-Glasdach auch nicht wirklich gewünscht ist

Doch die Klangverbesserung ist nicht das einzige Ziel, das ich mit der Dämmung bezwecke: Nach Möglichkeit soll der Sound auf den Innenraum meines Flitzers beschränkt bleiben. Ich habe keine Ambitionen und auch keine Lust, zur Beschallung der Nachbarschaft beizutragen. Es ist mir klar, dass ich es nicht schaffen werde, die Geräuschkulisse außerhalb des Fahrzeugs auf niedrigem Niveau zu halten, wenn der Bass richtig loslegt. Aber auf laut dröhnende Autos, flatternde Bleche und klappernde Nummernschilder, sodass sich alle Passanten nach mir umdrehen... darauf habe ich auch keine Lust.

Klarere Höhen und eine bessere Bühne lassen sich meiner Meinung nach nur erreichen, wenn die Hochtöner nicht nur ausgetauscht, sondern auch versetzt werden. Denn deren Position ist, gelinde gesagt, ungünstig, wie man auf dem Bild sehen kann...

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Ich will spürbaren Bass. Doch damit meine ich nicht den für SPL-Events wichtigen und bei Krachboxen berüchtigten "One-Note-Bass". Es soll sich harmonisch einfügen, kicken können, aber auch tief runtergehen. Der Bass soll durchaus spürbar sein, braucht dies aber nicht auf einem Niveau zu tun, der eine komplette Wall oder andere Extremumbauten nötig macht. (Kennt hier jemand die Videos von EXOcontralto )

Es soll - kurz gesagt - rundherum "besser" werden. Dass ich vermutlich mit den ausgewählten Komponenten in Kombination mit dem Aufbau keine Chance bei klangpuristischen Events haben werde, stört mich nicht, denn das hatte ich auch nie vor. Es soll insgesamt runder und harmonischer klingen, ohne dass es das auf einem hohen Referenzniveau tun müsste.

Zusammengefasst ist mein Ziel eine Spaß-Anlage, die durchaus gut klingen soll, bei der mir aber Bassdruck wichtiger ist als das letzte Quäntchen Tonneutralität.

Und es sei vorweggenommen: Das Ziel habe ich erreicht. Ich brauche mich vor niemandem mit meiner neuen Anlage zu verstecken, die ein so breites Grinsen in mein Gesicht zeichnet, dass es mir beinahe die Lippen zerreißt.

Es ist jedoch klar, dass dieser Zustand nicht der Endzustand sein wird. Denn die Anlage schreit geradezu danach, erweitert zu werden; zu viel Potential liegt (vor allem im Bassbereich) noch brach.

Aber mein Budget ist derzeit restlos ausgeschöpft, für "Mehr" muss erst wieder gespart werden.


[Beitrag von x12z34 am 15. Mrz 2018, 09:23 bearbeitet]
x12z34
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 15. Mrz 2018, 08:18
Die Anlage - Was eingebaut worden ist

Das zweite Gehirn der Anlage wird von einem audison bit ten inkl. DRC MP Fernbedienung dargestellt.

Die originale HU bleibt dabei erhalten, weil ich mir recht sicher bin, dass sie aus einbautechnischen Gründen gar nicht getauscht werden könnte und sie mir funktionsmäßig auch zu sehr in das Fahrzeug integriert ist.

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Derzeit und auch in absehbarer Zeit wird ein mit FLAC und MP3 bestückter USB-Stick zu 95% die Signalquelle darstellen. Den Rest der Zeit wird das FM-Radio Nachrichten abspielen. Der eingebaute CD-Spieler im Handschuhfach hat für mich maximal dann Relevanz, wenn ich auf dem Heimweg von einem Konzert unbedingt die neue CD hören will. Die vorhandene Anbindung über Bluetooth scheidet derzeit mangels Smartphone vollkommen aus.

Verbaut worden ist in der Front das vielfach beschworene und bei Klang-Enthusiasten nicht unbekannte Hertz Mille-Legend als 2-Wege System. Diese Wahl mag nun nicht mehr in der Lage sein, Klangfuzzis zu überraschen oder für staunende oder gar fragende Blicke zu sorgen, doch das macht die Lautsprecher sicherlich nicht schlecht.

Im Kofferraum sorgt ein JL 12w3v3-4 in einem etwa 35+70L großen fortissimo Bandpass dafür, dass die Luft in meinem Auto keine Möglichkeit hat, abgestanden zu werden.

Zur Unterstützung der Starter-Batterie wird eine Stinger SPV20 eingesetzt, die aber auch nötig ist, die beiden potenten Endstufen zu versorgen. Denn eine Audio System HX175.4 für die Front und eine Audio-System HX265.2 für den Sub wollen doch ein stabiles Fundament haben.

Auf der anderen Seite liefert die HX265.2 gebrückt bis zu 2.1kW RMS an 2 Ohm. Die langweilt sich doch zu Tode, wenn da nur ein 500W Woofer dran hängt (ja, Leistung und Belastbarkeit sind unterschiedliche Dinge, ich weiß ) Das aber meinte ich, als ich sagte, es liege viel Potential brach. Die Endstufen sind bewusst "zu groß" dimensioniert und das Budget jetzt vollkommen ausgeschöpft worden, damit eine spätere Erweiterung umso einfacher wird. Wenn ich die dann aber im Sand verlaufen ließe, wäre es schade um das zu viel investierte Geld...

Die Hochtöner sollen in die A-Säulen integriert werden. Da das Interieur des 208er (wie man auf einem Bild weiter oben sieht) schwarz-rot gehalten ist, und das Armaturenbrett schwarz be(kunst)ledert ist mit roten Ziernähten, sollten die neuen A-Säulen diesem Vorbild folgen. Die Spachtel- und Einbauarbeiten macht Alexander selber, die Sattler-Arbeiten vergibt er.

Zusammengefasst sieht das Angebot, auf das wir uns geeinigt haben, so aus:

Fachhändler 3 = Alexander
Angebot 5
DSP: audison bit ten + DRC MP
FRONT: Hertz Mille Legend ML1650.3 + ML280.3
SUB: JL 12w3v3-4 @ ~35+70L fortissimo-BP
AMP-FR: Audio-System HX175.4
AMP-SUB: Audio-System HX265.2
Dämmung: Türen + Reserveradmulde mit Alubutyl
Strom: 1x Stinger SPV20
A-Säulen: Einbau der HT, Spachteln und Sattlerarbeiten
Gesamtpreis inkl. "Kleinkram", Einbau und Einmessen: 4600€

Der eigentliche Umbau - Was alles getan wurde

Mir war klar, dass ich mit meinem Bericht versuchen muss, einen Mittelweg zu gehen. Auf der einen Seite will ich meine - und Eure - Neugier befriedigen, auf der anderen Seite darf ich Alexander nicht zu häufig auf die Zehen treten, um Bilder vom Einbau zu machen. Und wenn er von meinen Fragen so genervt ist, dass er mich am liebsten rausschmeißen würde, habe ich auch nichts gewonnen...

Doch bevor der Umbau beginnen kann, gibt es eine - für mich - wichtige Frage zu klären: Ich bin mit der JBL-Anlage nicht mehr zufrieden, das ist Fakt. Aber klingt diese Anlage wirklich nicht gut, oder ist das nur Einbildung? Ist das System objektiv wirklich miserabel oder habe ich mich nur zu sehr hineingesteigert? Verbessere ich mich durch den Umbau oder hätte ich es mir sparen können? Mit anderen Worten: Klingt die Anlage für mich schlecht, weil sie schlecht ist oder weil ich (zu) fest daran glaube, dass sie schlecht ist?

Um dieses Problem zu lösen, gibt es für mich nur einen sinnvollen Weg: Jemand mit "guten Ohren" muss sich die Anlage anhören und seine fachkundige Meinung dazu preisgeben. Erst dann habe ich Gewissheit, ob ich mit der neuen Anlage einen kleinen oder einen großen Schritt in Richtung Soundverbesserung mache.

Alexanders Eindrücke lassen sich recht schnell und einfach zusammenfassen: Für eine OEM-Anlage in dem Preissegment gar nicht mal so schlecht, da gebe es schlechteres. Aber im Vergleich zu dem, was in das Auto rein kommen werde, würden die Mitten fehlen, von den Höhen ganz zu schweigen. Und der Bass grummele müde vor sich hin... Soll heißen, ich würde mit meiner neuen Anlage nicht einen, sondern zwei Schritte nach vorne machen...

Mit der Ausnahme einiger weniger Tage irgendwo in der Mitte des Ideenfindungsprozesses war mir eigentlich immer klar, dass ich den Umbau nicht selbst durchführen will, sondern dass ich einen Fachmann ranlasse.

Ich behaupte nun einfach mal, nicht gerade handwerklich ungeschickt zu sein. Ich habe mein Fahrrad beispielsweise absichtlich komplett in Einzelteilen gekauft, nur um den Spaß zu haben, es selber zusammenzubauen und darauf anschließend zu Recht stolz darauf sein zu dürfen. Im Keller steht eine Standbohrmaschine und ich kann mit einer Handkreissäge umgehen. Aber ich traue mich ums Verrecken nicht an mein Auto ran. Ich habe einfach zu viel Angst, etwas kaputt zu machen oder am Schluss nicht mehr zusammen zu bekommen, sodass andere das dann teuer reparieren müssen. Auch wenn HiFi nun kein sicherheitsrelevantes Teil des Fahrzeugs ist... oder bei einer Türverkleidung außer den leicht beschaffbaren Klipsen nicht allzu viel kaputt gehen kann...

Als ich dann gesehen habe, wie Alexander und Stefan teilweise mit so viel Kraft an die Sache gegangen sind, dass mir Angst und Bange um die Türverkleidungen wurde, die sich aber gänzlich unbeeindruckt gezeigt hatte... da habe ich mich vollkommen in meiner "Furcht" bestätigt gefühlt. Aus Angst, irgendetwas kaputt zu machen oder nicht mehr zusammen zu bekommen, hätte ich schon aufgehört, lange bevor die Türverkleidung herunter gewesen wäre...

Auch wenn oder gerade weil zum größten Teil an mehreren Baustellen gleichzeitig gearbeitet worden ist, will ich hier von der zeitlichen Reihenfolge abweichen und die einzelnen Baustellen lieber getrennt voneinander beschreiben, da dies der Übersichtlichkeit doch sehr zuträglich ist. Ständig zwischen Türen, Innenraum, Kofferraum und Motorraum hin-und-her zu springen würde sicherlich alle verwirren.

Bitte entschuldigt, dass die Bildqualität teilweise etwas miserabel ist. Besonders als es draußen dunkel wurde, hatte mein Photo trotz Bildstabilisator Probleme und die Bilder wurden verwackelt. Bei zu hoher ISO-Empfindlichkeit wurde das Grieseln zu stark. Außerdem wollte ich die beiden Experten so wenig wie möglich von der Arbeit abhalten...
x12z34
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 15. Mrz 2018, 08:23
Ausbau & Dämmung - Was wo wie entfernt wurde

Dann also geht es los, als erstes müssen die Türverkleidungen dran glauben... Wie gesagt, die beiden sind teilweise mit soviel kraft zu Werke gegangen, dass ich mir sicher war, gleich kracht die Türpappe in der Mitte durch... Doch es ging alles gut, puuh

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Die festgeklebte Plastik-/Styropor-Abdeckung muss runter, was sie nicht an einem Stück überlebt hat . Spaßig fand ich auch die Tatsache, dass sich der Türgriff auf der Fahrerseite zusammen mit der Türpappe vom Auto gelöst hat, während er auf der Beifahrerseite fest mit dem Innenblech verbunden blieb...

Anscheinend hatte ich falsche Vorstellungen, doch ich hatte mir gedacht, dass die Türen wenigstens etwas gedämmt sind, wenn mein Auto schon mit dem hochwertigeren Sound-System ausgerüstet ist. Doch Fehlanzeige. Die Lautsprecher waren auch direkt direkt auf das Blech geschraubt.

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Das Außenblech wurde gedämmt und dann auch das Innenblech. Aber auch die Türpappe blieb nicht verschont

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Die genaue Menge des Dämmmaterials dürft Ihr mich nicht fragen, ich war zu abgelenkt, zwischen den einzelnen Baustellen hin-und-her zu springen und staunend und gaffend im Weg zu stehen
Soweit ich mich aber erinnern kann, waren es geschätzt pro Türe eine gute halbe Matte STP Bomb Aero und eine Matte STP Gold aufs Außenblech, zwei Matten STP Gold aufs Innenblech und zwei Matten STP Silver auf die Türpappe. Viel fehlt da nicht mehr, um ein Kleinkalibergeschoss abhalten zu können.

Auch wenn ein Klopftest nicht das Maß aller Dinge ist, ist der Unterschied zwischen der gedämmten und bedämpften Türe im Vergleich zum Flatterblech daneben schon gigantisch. Das Schließgeräusch der Türen erinnert jetzt an eine Nobelkarosse und nicht mehr an einen französischen Kleinwagen.

Während sich der eine um die Türen gekümmert hat, war der andere am Kofferraum zugange. Auch hier wurden zuerst die Verkleidungen entfernt und dann die Reserveradmulde gedämmt.

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Als ich gesehen habe, was sich hinter der Seitenabdeckung verbirgt, muss ich gestehen, war ich beinahe etwas schockiert, doch dazu später etwas mehr.

Auch hier kann ich keine Auskunft zu den genauen Mengen geben, aber es dürften schon 3 Matten STP Silver gewesen sein, die benötigt wurden, um die Reserveradmulde etwas ruhig zu stellen.

So nebenbei: Die roten Schnallen im unteren Bilddrittel gehören zur Befestigung meines Feuerlöschers, den ich aus meinem alten Auto übernommen und an die linke Seitenwand geschraubt hatte. Der musste im Zuge des Umbaus nun leider erst einmal weichen, ich suche jedoch bereits einen Platz, an dem ich den Feuerlöscher wieder anbringen kann. Furchtbar zeitkritisch ist das allerdings nicht, schließlich hatte der 208er, als ich ihn gekauft hatte, schon einen Feuerlöscher am Fuß des Beifahrersitzes. Zur Not ist also ein kleiner Löscher vorhanden, aber wenn ich schon zwei habe, dann will ich den zweiten auch wieder montieren. Ich weiß nur noch nicht wo...

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Dann hat sich meine Aufmerksamkeit auf eine dritte Baustelle verschoben: Um das zusätzliche Stromkabel aus dem Motorraum in den Innenraum verlegen zu können, musste das Handschuhfach ausgebaut werden. Und weil das natürlich bei jedem Auto anders geht und man nicht mit jedem Auto Erfahrung haben kann durfte ich hier für einige Minuten miterleben, wie Alexander das halb ausgebaute Handschuhfach in der Hand hält, es aber nicht aus der Verankerung herausbekommt

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Die Menge an Verkleidungsteilen, die aus dem Auto ausgebaut wurde, hat immer größere Ausmaße angenommen. Gelagert wurden meine Verkleidungsteile neben und manchmal auch zwischen den Komponenten in Alexanders "Verkaufsraum". Das kommt davon, wenn ich damit beauftragt werde, einen Platz für die Verkleidungsteile zu finden

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x12z34
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 15. Mrz 2018, 08:27
Einbau - Was einen neuen Platz sucht

Wieder beginne ich meinen Bericht bei den Türen. Als erstes mal ein Vergleich der Lautsprecher. Ich denke, ich muss nicht sagen, welcher der beiden in meinem Auto war und welcher hineinkommen soll... Wobei sich hier allgemein die Frage stellt, warum ein so flacher Lautsprecher verbaut worden war, wenn doch genügend Einbautiefe für einen ML1650.3 vorhanden ist.

Die alten Lautsprecher stammen aus dem Hause Harman, zum dem ja JBL gehört. Natürlich stehen keine weiteren Angaben wie Impedanz oder Belastbarkeit auf dem Lautsprecher...

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Der Plan war ursprünglich gewesen, MPX-Ringe als Lautsprecher-Adapter zu verwenden, um den TMTs ein mehr oder minder stabiles Fundament zu geben. Doch dieser Plan musste leider verworfen werden. Wenn man nämlich sich die Türpappe etwas genauer ansieht, stellt man fest, dass da kaum Platz für einen solchen Ring ist.

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In der Tat ist so wenig Platz unter dem Gitter, dass schon der Stecker des alten Lautsprechers, der ja ohne jeden Adapter montiert war, Abdrücke in dem Schaumstoffring in der Türpappe hinterlassen hat. Da ich das OEM-Lautsprecher-Gitter nicht bearbeiten bzw. entfernen lassen wollte, blieb also bei dem neuen TMT kaum Platz für einen Adapterring.

Letztendlich blieb, um einerseits dem Fenster Platz zu lassen und andererseits nicht an der Türpappe anzuschlagen, nur ein etwa 5mm hoher Plastikring übrig.

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Das ist jetzt nicht die stabilste aller Aufnahmen, aber ich bezweifle einfach mal, dass zwischen einem 5mm starken Ring aus Plastik, MPX und Metall ein so großer Unterschied besteht. Und solange ich an der OEM Abdeckung festhalten will, gibt es keinen anderen Weg.

Hier auch noch ein Vergleich der Hochtöner: Die äußeren Abmessungen sind etwa identisch. Während der ML280.3 gemäß seines Namens eine 28mm Kalotte hat, sind es bei dem anderen geschätzt 20-22mm. Auch das Gewicht des neuen Hochtöners ist signifikant höher, er wiegt beinahe das Doppelte.

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Die neuen Hochtöner werden natürlich nicht an die Position der alten Hochtöner montiert, sondern sie kommen, wie weiter oben schon geschrieben, in die A-Säulen. Zum Entstehungsprozess der A-Säulen gibt es leider keine Bilder, denn die hat Alexander am Morgen des zweiten Tages gebaut, bevor ich wieder dazu gestoßen bin.

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Das ist noch nicht der endgültige Zustand, da wurde natürlich noch etwas mehr geschliffen und etwas nachgespachtelt. Drei Tage nachdem ich ihn verlassen habe, bekam ich eine eMail von Alexander, dass er jetzt Zeit findet für den Feinschliff und dass sie danach zum Sattler rausgehen. Jetzt heißt es nur warten, bis auch der Sattler Zeit findet...

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Im Auto eingesetzt machen die A-Säulen schonmal einen hervorragenden Eindruck, auch wenn noch keine Hochtöner eingebaut sind und sie ihren Platz nur provisorisch gefunden haben. Denn leider beledern sie sich nicht von selbst und wenn ich schöne und fertige A-Säulen haben will, dann muss ich die nächsten Wochen erst einmal darauf verzichten und "nackig" umherfahren. Während dieser Zeit sind die Hochtöner einfach mit Butylband an das Armaturenbrett geklebt.

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x12z34
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 15. Mrz 2018, 08:30
Als nächstes will ich einen Blick unter die Motorhaube werfen: Von vorne wurde ein 35mm² Kabel nach hinten zum Sicherungsverteiler verlegt.

Einen Ort für die Kabeldurchführung durch die Spritzwand zu finden, war jedoch nicht leicht. Die Durchführung auf der Fahrerseite, die am besten gepasst hätte, weil sie der Batterie am nächsten ist, musste verworfen werden, denn der Lochdurchmesser in der Spritzwand war kaum größer als das, was sowieso schon durchging. Da passt das zusätzliche Kabel nicht mehr durch.

Eine weitere Durchführung so etwa in der Gegend des Mitteltunnels war zwar von innen spürbar, von außen aber nicht sichtbar. Schließlich und endlich blieb - wenn kein neues Loch gebohrt werden sollte - nur eine Lösung auf der Beifahrerseite. Deswegen musste auch, wie vorhin schon angedeutet, das Handschuhfach ausgebaut werden.

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Weil dort in der Spritzwand aber ein Plastik-Adapter und keine Gummitülle verbaut war, wurde das Kabel mit einem Gewebeschlauch geschützt und die Durchführung von Innenseite und Außenseite mit Dichtmasse abgedichtet.

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Vorne wurde das Kabel dann weiter in der Wasserablaufrinne auf die Fahrerseite verlegt und durch einen Gummistopfen in den Motorraum geführt. Für den obligatorischen Sicherungshalter fand sich in der Nähe kein passender zugänglicher Montageort, sodass der Halter mit extrafestem Spiegelklebeband direkt auf die Batterie gesetzt wurde. Ich werde einfach mal beobachten, ob der Sicherungshalter Anzeichen macht, sich lösen zu wollen, wobei ich das ehrlichgesagt bezweifele.

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Das Big3-Upgrade wurde bisher noch nicht gemacht. Erstens kommt man verflucht schlecht an die Lichtmaschine ran, zweitens weiß ich nicht, was genau Peugeot an Batteriemanagement verbaut hat und drittens ist die Leistung der jetzigen Anlage noch nicht so hoch, dass es zwingend erforderlich ist. Wenn ich aber die Anlage erweitere, ist es bereits für mich fest eingeplant, das Big3-Upgrade mitzumachen.

Im Innenraum wurde das Kabel auf der Beifahrerseite unter den Verkleidungen nach hinten in den Kofferraum verlegt. Dort hat inzwischen eine Bodenplatte in die Reserveradmulde Einzug gehalten. Die Zusatzbatterie, der Sicherungsverteiler und der DSP haben darauf ihren Platz gefunden. Wobei die Batterie so angebracht wurde, dass eine zweite Batterie gleicher Bauart ohne Probleme daneben passt, wenn ich meine Anlage später erweitern werde.

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Die beiden Endstufen sind vielleicht zwei oder drei Zentimeter zu lang um unten in die Reserveradmulde zu passen. Eigentlich wäre das ideal gewesen, denn beim 208er ist die Reserveradmulde mit 18cm Tiefe noch sehr geräumig. Wäre der Durchmesser zwei Zentimeter größer gewesen, hätte man alles in der Mulde unterbringen können.

Stattdessen musste eben etwas Kreativität walten: Die untere Endstufe ruht auf einem "Podest", das auf der Bodenplatte aufgeschraubt wurde. Da sich die Reserveradmulde nach oben etwas weitet, konnte die Endstufe doch noch halbwegs versenkt werden. Und die zweite Endstufe ruht auf einer Art "Tablett", welches auf dem eigentlichen Kofferraumboden aufsitzt und mit Butylband festgeklebt wurde.

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Dadurch tragen die Endstufen dann doch nicht so "dick" auf wie zunächst befürchtet und der neue Boden sitzt kaum höher als das originale wabbelige Teil. Ich habe vielleicht vier oder fünf Zentimeter in der Höhe verloren.

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x12z34
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 15. Mrz 2018, 08:32
Wobei dieser Wert dann aber auch eher akademischer Natur ist, denn eine wesentliche Komponente des Gesamtsystems fehlt noch: Richtig, der Subwoofer. Bisher fristet der 12w3 noch sein Dasein in dem Karton, in dem er ausgeliefert worden ist. Er wartet darauf, in ein anderes Gehäuse verpflanzt zu werden.

Nur stellt sich jetzt die alles entscheidende Frage: Welches Gehäuse, verdammt noch mal? Ich habe weiter oben schon geschrieben, dass ich mich anfangs für ein Bassreflex-Gehäuse entschieden hatte, dass ich aber verunsichert wurde, als Alexander und Didi den fortissimo Bandpass so in den Himmel gelobt hatten... Vielleicht will ich das ja doch auch? Oder nicht?

Ich hatte zwar einen 12w3 im Bassreflex probegehört, nur hatte ich keine Ahnung, wie sich ein 12w3 im Bandpass daneben ausnimmt. Die Lösung für dieses Dilemma ließ sich einfach finden: Ich muss einfach beide Versionen mal probehören. Die Front war zu dem Zeitpunkt schon fertig gebaut, sodass ich einen halbwegs realistischen Eindruck meiner Anlage bekommen würde.

Einen Bassreflex hatte ich damals probegehört, als Alexander seinen Bekannten herbeizitiert hatte. Der einzige Bandpass, den ich je gehört hatte, war ein blau leuchtender Brüllwürfel.

Der 12w3 in einem passenden Bassreflex-Gehäuse von Helix war etwa so, wie ich den Bassreflex in Erinnerung hatte: Das Beste, was ich bisher gehört hatte. Nicht ganz so druckvoll wie der blau leuchtende Brüll-Würfel, dafür harmonischer und deutlich weniger "matschig". Sorry, ich kann es nicht besser beschreiben.

Dann wurde gewechselt und eine 10" Bandpass-Kiste in meinen Kofferraum gewuchtet. Nach dem Test bin ich mit den Worten ausgestiegen: "Welcher Idiot hat mich damals zu dem Bassreflex überredet?". Der Bandpass war deutlich druckvoller, tiefer und dabei knackiger als der Bassreflex. Die einzige Gemeinsamkeit, die dieser Bandpass mit dem Brüllwürfel hat, ist, dass beide "Bandpass" heißen. Klanglich sind Welten dazwischen.

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Nun war aber klar, welche Gehäuseform ich bevorzuge. Und der Bandpass hatte mich so beeindruckt, dass ich jetzt endgültig alle Anforderungen, die ich an die Alltagstauglichkeit des Kofferraums hatte, über Bord geworfen habe. Alexander solle das Ding einbauen und ich kümmere mich anschließend darum, wo ich künftig alles unterbringe, was vorher in den Kofferraum gehört hatte.

Alexander hat sich also über den Gehäusebau gemacht. Ich teile Alexanders Meinung: der 12" Woofer wirkt in dem Gehäuse irgendwie klein... doch das täuscht, spielen tut er wie ein "großer".

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Zu den genauen Dimensionen und der exakten Abstimmung müsstet Ihr Alexander fragen; ich habe vergessen, mich danach zu erkundigen. Zuhause nachgemessen und daraus zurückgerechnet und anhand von Bildern abgeschätzt, ergibt sich für mich jedoch das folgende Bild. Wie gesagt sind die Werte unverbindlich und vermutlich mit recht großem Fehler behaftet
Maße: 93 x 40 x 32/46
Geschlossene Kammer: 35L
Ventilierte Kammer: 75L
Zu Qtc und f3 kann ich absolut nichts sagen.
x12z34
Ist häufiger hier
#10 erstellt: 15. Mrz 2018, 08:35
Die Elektronik - Was Alexander beinahe in den Wahnsinn trieb

Als das Auto fertig aufgebaut war, konnte eine erste kleine Einstell-Session loslaufen. Jetzt alles fertig einzustellen machte natürlich wenig Sinn, wenn sich einerseits die Lautsprecher noch einspielen müssen und zweitens die Hochtöner nur mit Butylband provisorisch an die A-Säulen geklebt sind. Wenn ich das nächste Mal dort bin, wird der Spaß mit Einmessen erst richtig losgehen.

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Doch der Weg zur fertigen Anlage war nicht sonderlich leicht: Weil für alle Funktionstests und Einstellarbeiten das Radio und die gesamte Anlage längere Zeit laufen musste, wurde während der Arbeiten ein potentes Netzteil an die Batterie angeklemmt.

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In den ersten Sekunden waren die beiden Batterien ganz schön "gierig", nach einiger Zeit ist der Strom bei ausgeschalteter Zündung aber auf beinahe Null gefallen. Was mich aber etwas überrascht hatte, war die Tatsache, dass das Netzteil bei eingeschalteter Zündung (ohne jedoch Musik zu spielen) bis zu 11A nachliefern muss. Natürlich brauchen sämtliche Komfort-Funktionen des Autos 'ne Menge Strom und die HX-Endstufen sind sicherlich auch keine Energiespar-Wunder, doch hat mich die Höhe einfach ein wenig erstaunt.

Eine weitere nervige Eigenschaft ist der Energiesparmodus meines Autos. Ich kann Euch nicht sagen, wann der getriggert wird. Manchmal lief die Anlage fünf Minuten, bevor sich alles abschaltete, manchmal verging mehr Zeit. Vielleicht wird die Batteriespannung überwacht und das Anschließen des Netzteils hatte geholfen? Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass der Energiesparmodus sehr nervig war. Denn es reicht nicht, die Zündung aus und wieder an zu machen. Um den Energiesparmodus zu verlassen, muss der Motor gestartet werden. Es reicht, wenn er eine Sekunde läuft, um den Timer zurück zu setzen. Aber das hilft auch nur bis zum nächste Timeout. Dann musste der Motor wieder gestartet werden... Glücklicherweise war der Samstag der erste Tag in diesem Jahr, der halbwegs warm genug war, das Tor für eine gewisse Zeit offen zu lassen, sodass die Abgase nicht zu einem Problem wurden...

Dann gab es nicht nur mechanische Hürden wie das Handschuhfach, sondern auch elektrische. Wie die verbaute JBL-Endstufe. Die hatte uns das Leben etwas schwerer gemacht als nötig gewesen wäre. Naja, was heißt "uns", ich stand nur neben dran und habe mit dem Kopf geschüttelt.

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Denn anscheinend ist das kleine Teil eine 8- oder sogar 10-Kanal Endstufe, bei der mehr Drähte raus- als reingehen. Hier erst mal die richtigen Adern zu finden war schon nicht leicht, denn die Farbzuordnung folgte anscheinend keinem System. Oder zumindest keinem mir verständlichen. Das ganze wurde auch dadurch nicht gerade vereinfacht, dass im Innenraum andere Farben verwendet wurden als in der Türe. Wenn ich mich richtig erinnere, war das Aderpaar für den linken TMT in der Fahrgastzelle rosa-rot und in der Türe rosa-braun, wobei rot auf rosa und rosa auf braun ging... Verwirrt? Wir auch...

Wir haben es uns aber gespart, neue Kabel durch die Türdichtung zu ziehen. Vielleicht später mal, falls jemals potentere Lautsprecher in die Türen kommen sollten. Stattdessen wurden die Kabel vor und nach der Türdurchführung gekappt und mit den neu verlegten Lautsprecherkabeln verbunden. Die restlichen Leitungen in der Türdurchführun sind dick genug, dass ich mir da keine großen Sorgen mache...

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Die alten Lautsprecher im Rear bleiben an Ort und Stelle. In der Laufzeitkorrektur-Einstellung in der original HU sind sie jedoch so weit wie möglich rausgedreht.

Ich hätte eigentlich gerne den alten Subwoofer zusammen mit der Endstufe rausgeschmissen. Sie werden ja ersetzt, also brauche ich sie nicht mehr. Dann hätte ich auch eine platzsparendere Seitenverkleidung bei Peugeot bestellen können. Doch halt, wie war das: "sie werden nicht mehr gebraucht"? Das ist leider falsch. Denn einerseits laufen auch noch andere Signale und Geräusche (wie der Abstandswarner) über die Endstufe und zweitens...

Für einen ersten Funktionstest hatte Alexander das Signal der HU vor dem JBL-Verstärker abgegriffen und auf einen kleinen Breitbänder gelegt. Einfach um zu sehen, ob es funktioniert. Und wirklich, es kam Musik aus dem kleinen Lautsprecher. Klasse, das passt schon mal. Die erste Hürde ist genommen. Oder ist sie das wirklich? Denn die Musik wurde weder lauter noch leiser, wenn ich vorne am Lautstärkeregler gedreht hatte. Die HU sendet doch tatsächlich mit Festlautstärke und die Lautstärkeregelung geschieht in dem Verstärker, während der Lautstärkeregler per CAN-Bus (oder einem anderen Protokoll) eingebunden ist.

So richtig klasse... Wenn ich die Lautstärke weiterhin gewohnt an der HU oder am Lenkrad regeln will, bleibt nichts anderes übrig, als die Signale nach der Endstufe abzugreifen... Mit allen Nachteilen, die sich aus einer doppelten Verstärkung ergeben.

Eine weitere interessante Tatsache konnte uns der Breitbänder jedoch mitteilen: So "rund" wie er gespielt hatte, bekommt er ein breites Spektrum ab. Anscheinend werden die TMTs mit einem Vollbereichssignal versorgt? Wenn ich schon einen Vielkanal-Verstärker habe, warum bekommen die TMTs dann den gesamten Frequenzbereich ab? Macht das Sinn? Nicht wirklich. Ist aber so.

Das aber macht die Sache etwas einfacher, da von der JBL-Endstufe nur zwei Signale (links / rechts) zum DSP gezogen werden mussten. Dort konnten die beiden Signale dann auf TMTs, HTs und SUB aufgeteilt werden.

Dann aber die nächste Freude: Jetzt funktioniert gar nichts mehr. Ich stand komplett ratlos daneben, während sich Alexander und Stefan die Köpfe gekratzt haben. Haben wir versehentlich beim Test mit dem Breitbänder etwas gehimmelt? Unwahrscheinlich... Schließlich kam dann doch die Lösung: Der Verstärker macht einen Impedanz-Check und zwar anscheinend einen genaueren als "Ja, da ist irgendwas angeschlossen, das passt schon..." Und weil weder der DSP noch der Breitbänder die passende Impedanz hatten, hatte sich die Endstufe entschlossen, komplett abzuschalten. Die Lösung kam dann in der Form eines schwarzen Kästchens mit der Bezeichnung audison USS4 - universal speaker simulator. Alles in Butter.

Tja, schon wieder zu früh gefreut... Denn während der Einstell-Arbeiten hat sich herausgestellt, dass die Hochtöner nur bis 8kHz hochspielen. Also bekommen die TMTs doch kein Vollbereichssignal ab, sondern "nur" ein Weitbereichssignal, vom Frequenzkeller bis etwa 8kHz und die Hochtöner laufen getrennt... Macht noch weniger Sinn, ist aber trotzdem so. Also doch noch zwei neue Leitungen zum DSP verlegen...
x12z34
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 15. Mrz 2018, 08:36
Reaktionen - Was ich und die Umwelt sagen

Schließlich war Samstagnachmittag alles fertig gebaut, verkabelt und eingestellt und ich konnte meinen Heimweg antreten.

Ihr könnt mir glauben, wenn ich sage, dass der Heimweg länger gedauert hat als der Hinweg zwei Tage zuvor. Im Grund gab es zwei Gründe, warum ich nicht sonderlich schnell gefahren bin: Erstens hatte mir meine Werkstatt - als ich dort war, um das Radio ausbauen zu lassen - mitgeteilt: Ihre Bremsen sind im Eimer und Ihr Radlager vorne rechts - oh, ganz böse... Aus Erfahrung weiß ich, dass dort gerne etwas übertrieben wird, und dass mir während der Heimfahrt nichts um die Ohren fliegen wird, aber ich musste es ja nicht drauf ankommen lassen und mit Höchstgeschwindigkeit rasen.

Zumal ich das auch gar nicht wollte. Denn das würde mir weniger Zeit lassen, die Anlage zu hören, durch meine Playlist zu scrollen und bei jedem Lied wieder in breites Grinsen auszubrechen oder wie ein Schulmädchen zu kichern. Ich wollte nicht schnell heim, ich wollte mehr Musik hören. Und so kam es, dass ich einen Großteil der Zeit hinter LKWs hergefahren bin, die hatten gerade das richtige Tempo...

Ich gestehe ganz offen und ehrlich, dass es mir einen Großteil des Heimwegs darum ging, herauszufinden, welches der Lieder auf dem USB-Stick am meisten "drückt". Ich hatte nicht die Muße, mich auf Dinge wie Bühnenstabilität zu konzentrieren, zu aufgeregt und euphorisch war ich.

Ich war nicht nur zu aufgeregt, mich auf "Feinheiten" zu konzentrieren, ich war wirklich ZU aufgeregt. Das hat mit Sicherheit etwas mit der Freude über eine geniale Anlage zu tun. Aber auch vielleicht damit, dass der Tiefbass plötzlich und zum ersten Mal in meinem Leben deutlich spürbar geworden ist. Ich war aufgeregt, ich war nervös, ich war ekstatisch. So stark, dass ich tatsächlich begonnen habe, körperlich unruhig zu werden... Ich habe nicht gezittert, mir war nicht schwindelig, das wäre stark übertrieben. Aber ich war unruhig. So wie vor einem wichtigen Test oder einem Bewerbungsgespräch

Zur Sicherheit habe ich am DRC den Bass ein paar dB herausgedreht, das Fenster aufgemacht und das Gefühl hat sich schließlich gelegt. Jetzt gibt es mehrere Möglichkeiten, das Symptom zu erklären:

Ist der Bass zu kräftig gewesen? Es ist - denke ich - sehr wohl möglich, dass starke Luftdruckschwankungen solche Symptome auslösen können (Mythbusters "Brown Note" lässt grüßen). Zumal bei den Klangfuzzis in diesem Thread noch jemand anderes (Likos1984) über Schwindel bei starkem Bass klagt. OK, bei ihm waren es zwei 13w7, also eine ganz andere Hausnummer, aber trotzdem... Er hatte bereits Erfahrung mit spürbarem (Tief)bass, ich nicht... Ist das bei mir passiert? Ich kann es nicht widerlegen, ich kann es aber auch nicht bestätigen.

Denn ich habe weitere Faktoren gefunden, die genauso schuld gewesen sein werden: Einerseits war ich müde und erschöpft, da ich die Nacht zuvor im Gasthof so gut wie gar nicht geschlafen (das Bett war VIEL zu weich). Und außer einer Pizza zum Mittagessen hatte ich sonst auch einen Tag lang nichts gegessen, Mittagessen und Abendessen am Tag zuvor sind ausgefallen. Wenn ich so unter Spannung stehe und herumwusele, habe ich keinen Hunger, der kommt immer danach...

Und dann gibt es drittens noch einen weiteren Faktor: Die Bassbox ist erst ein paar wenige Stunden alt gewesen, der Kleber, mit dem der Bezugsstoff aufgeklebt wurde, hat vielleicht noch ausgedünstet?

Am folgenden Tag habe ich versucht, das Geschehene zu reproduzieren. Denn das wäre potentiell eine gefährliche Angelegenheit, sollte so ein Unwohlsein, bedingt durch zu starken Bass, nochmal auftreten. Auf einem einsamen Feldweg, wo ich niemanden stören würde, habe ich laut aufgedreht. Und passiert ist... nichts. Egal welche Songs ich gehört habe und wie laut ich aufgedreht habe, das Gefühl des körperlichen Unwohlseins kam nicht zurück. Und ist es seitdem auch nicht mehr. Inzwischen gehe ich davon aus, dass der Kleber, die körperliche Erschöpfung und die Aufregung, endlich eine so geniale Anlage zu haben, einen nicht unwesentlichen Einfluss hatten.

Aber ich behalte das im Hinterkopf und sollte ich jemals dasselbe Gefühl des Unwohlseins nochmal haben, ist eine Erweiterung des Bassabteils gestrichen. Oder mache ich mich hier total lächerlich? Habe ich mich zu sehr in die Sache hineingesteigert?

Ich schrieb weiter oben, dass ich etwas enttäuscht war, als die Seitenverkleidung im Kofferraum entfernt worden ist. Denn der Subwoofer dahinter sah so klein und flimsig aus. Ein kleiner 8" Woofer in einer geschlossenen Plastikbox mit geschätzten maximal 8-10L Inhalt... Hallo? Kein Wunder, dass da nicht das rauskam, was ich mir davon erhofft hatte. Dass eine Woofer-Box nicht vollkommen quadratisch sein muss, ist klar; aber ich denke mir auch, dass so eine verwinkelte Konstruktion nicht gerade ein Leistungs- und Effektivitätswunder sein kann. Oder anders gesagt: Sicherlich kann man aus einem 8" Woofer deutlich mehr herausholen, als es hier geschehen ist?

Vergleicht einfach mal die Dimension des alten und des Subs. Behaltet dabei bitte in Erinnerung, dass ich mit dem alten Bass schon lange unzufrieden war, bevor der neue Einzug gehalten hat. OK, zugegeben, das ist ein unfairer Vergleich...

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Ich war natürlich Freitag und Samstag nicht der einzige Kunde. Da gab es - unter Anderem - noch einen anderen Menschen, der irgendwelche Probleme mit seinem Autoradio hatte. Natürlich kam man ins Gespräch und schließlich wollte er auch wissen, was denn mein Umbau so kosten würde. Als er den Preis hörte, bekam er große Augen, doch dann zuckte er mit den Schultern. Das sei es ihm nicht wert, meinte er. Er höre ja auch gerne laut Musik, aber das sei ihm zu viel. Dagegen habe ich absolut nichts, denn Geschmäcker sind selbstverständlich und dankenswerterweise verschieden. Andere fliegen zum Urlaub in die Karibik, ich gönne mir eine teure Musik-Anlage. Und ich muss ja auch zugestehen, dass 4,6T€ eine ordentliche Stange Geld sind.

Als er dann aber anfing, über die seiner Meinung nach übertriebene Anlage und den zu schwachen Motor, auf den er an meiner Stelle "ja nicht stolz sein würde", herzuziehen, hatte ich das Gefühl, dass aus ihm der kalte Neid spricht. Tut mir leid, dass Ihr das jetzt lesen müsst, aber ich ärgere mich über so etwas. Die Kleine ist mein Schätzchen, ist bin stolz auf sie und dementsprechend vielleicht zu empfindlich. Gegen berechtigte / positive Kritik habe ich nicht das Geringste, aber wenn jemand meint, aus irgendeinem Grund alles schlecht machen zu müssen... das kann ich nicht ab.

Den Vogel hatte er aber meiner Meinung nach damit abgeschossen: Er meinte, dass sich so eine Anlage ja überhaupt nicht lohnen würde, nachdem ich ihm sagte, dass ich in der Stadt nicht laut Musik hören will.

Hallo? Geht's noch? Glaubt er wirklich, dass der Hauptzweck einer solchen Anlage darin besteht, in der Stadt laut aufzudrehen und aufzufallen? Was ist Eure Meinung dazu? Ist es für Euch der Hauptzweck MEINER Anlage? Ist es für Euch der Hauptzweck EURER Anlage?

Für mich ist es das jedenfalls NICHT. Mir ist es am Wichtigsten, in der Stadt im Zweifelsfall das Martinhorn von Feuerwehr, Notarzt und Co. nicht zu überhören. Ich will mir nicht nachsagen lassen müssen, dass ich Rettungskräfte behindert habe, nur weil die Musik zu laut war.

Und ich will auch nicht, dass sich die Leute auf der Straße nach mir umdrehen, wenn ich vorbei fahre, weil sie das dröhnende "ummp, ummp ummp" von weitem hören. Das ist nämlich sehr PEINLICH. Zumindest für mich. Wenn sie sich schon nach meinem Auto umdrehen, dann doch bitte wegen der ungewöhnlichen Folierung.

Aus dem gleichen Grund wird man mich sicher nicht auf einem Fastfood-Parkplätzen mit dröhnender Anlage sehen.

Ja, ich gebe ganz offen zu, das Fahrzeug soll einen gewissen repräsentativen Charakter haben. Da finde ich nichts schlechtes dran. Es soll kein vollwertiges Showfahrzeug werden, denn das könnte ich mir finanziell nicht leisten. Aber es soll mit der Folierung Aufmerksamkeit erregen, das ist durchaus wahr. Ich will und kann auch nicht abstreiten, dass auch die Sound-Anlage eine bestimmte Botschaft nach außen tragen soll. Wiederum kommt da ein wenig der Show- und Repräsentativcharakter des Fahrzeugs durch.

Das aber soll nicht wahllos geschehen, und schon gar nicht mit den Passanten auf der Straße, die dann ihren Kopf schütteln und sich für den Poser und Proll fremdschämen. Nein, das Umfeld ist ziemlich stark begrenzt.

Das Auto ist auf Freunde, Bekannte und Noch-Fremde zugeschnitten, die einen ähnlichen Musikgeschmack haben wie ich und deshalb dieselben Konzerte besuchen. Ziemlich weit oben habe ich ein Bild von den Autogrammen auf meinem Armaturenbrett. Diese stammen von den Mitgliedern der Bands, die ich mag (und von denen ich hoffe, d noch mehr sammeln zu können).

Diese Leute sind die Zielgruppe, die ich mit meinem Auto ansprechen will. Ich bin eitel und realistisch genug, um nicht vollständig ausschließen zu können, dass es in diesem Umfeld nicht doch zu einem Soundbattle kommen könnte; vor allem wenn jemand hören will, was meine Anlage alles kann

Aber ich stelle jetzt ganz einfach mal provokant die Frage, ob das bei Euch so viel anders ist... Diejenigen von Euch, die zu AYA- und EMMA-Events gehen, wollt Ihr Euer Fahrzeug nicht auch präsentieren? Wollt Ihr Euch nicht gegen andere messen und der/die beste sein? Der Wettbewerbsgedanke ist vorhanden, nicht wahr? Das aber nicht willkürlich auf der Straße oder dem nächsten Fastfood-Parkplatz, sondern in einem speziellen Umfeld...

So direkt ohne Überleitung zum nächsten Thema: Meine Eltern waren alles andere als begeistert, als sie erfahren haben, dass ich mir eine andere Anlage ins Auto einbauen lassen will. Bis zum Schluss haben sie es nicht verstanden, warum ich nicht mehr mit der OEM-Anlage zufrieden war. Natürlich wollten sie dann auch sehen, wie die Anlage im Endeffekt aussieht. Der wenig begeisterte Kommentar war: "Hauptsache Du bist zufrieden"

Für meine Mutter ist - gemäß dem Motto: "Musik wird störend oft empfunden..."- jede Art von Beschallung, egal ob im Auto oder zuhause, nur Lärm und sie kann auch nicht verstehen, dass ich meinen "wertvollen" Kofferraum für so etwas geopfert habe. Mein Vater kann mit meinem Musikgeschmack absolut nichts anfangen und er kann nicht verstehen, wie man so viel Geld für etwas ausgeben kann, das man auch viel billiger haben könnte. Letztendlich blieb ihnen aber nichts anderes übrig, als das einfach zu akzeptieren
x12z34
Ist häufiger hier
#12 erstellt: 15. Mrz 2018, 08:38
Meine Eindrücke - Was ich von der neuen Anlage halte

Zu guter Letzt will ich aber auch noch ein paar Eindrücke schildern, die ich von meiner Anlage gewonnen habe:

Nachdem Alexander die ersten Einstellarbeiten erledigt hatte, meinte er, ich solle doch mal hören, was meine Anlage so alles kann. Er selbst wirkte recht zufrieden mit dem, was er in den letzten Tagen eingebaut hatte. Nach relativ kurzer Zeit war ich jedoch wieder aus dem Auto draußen und bat ihn, nochmal Platz zu nehmen. Ich hatte das Gefühl, dass die Hochtöner massivst überzeichnet wären.

Ich wollte wissen, ob das, was ich höre, harmonisch klingt. Nein, eigentlich war ich mir sicher, dass die Anlage harmonisch abgestimmt ist, sonst wäre Alexander nie zufrieden gewesen. Aber er hörte "seine" Lieder und ich habe die Anlage mit "meiner" Musik getestet. Ist die vielleicht grottenschlecht abgemischt und ich habe es bisher einfach nicht gehört, weil meine Anlage so schlecht war? Alexander stieg achselzuckend aus: "Passt scho'". Er und Stefan haben mir dann schonend beigebracht, dass der Hochton nicht stark überhöht ist, sondern, wie Stefan sagte: "Du HAST jetzt Hochton".

Ich weiß ehrlich gesagt noch nicht, was ich da machen soll. Natürlich werde ich noch weiter hören, bis es das nächste Mal nach Schwandorf geht. Aber bei höheren Lautstärken klingen mir die Höhen nach wie vor zu schrill... Vielleicht bitte ich ihn, wenn sich bis dahin nichts geändert hat, im zweiten Preset des bit ten die Höhen ein oder zwei Dezibel zurück zu nehmen...

Der Bass ist für mich leicht zu definieren: Alles was, "bumm bumm" macht, ist Bass. Die Höhen lassen sich ebenfalls leicht verständlich machen: Tarja Turunen. Aber wie definiert man Mitten? Wie merkt man, ob die Mitten fehlen? Oder wie merkt man bitteschön, dass sie eben nicht mehr fehlen? Als Alexander eingangs sagte, bei meiner alten Anlage würde es kaum Mitten geben, war ich skeptisch, ob ich es überhaupt merken würde, wenn sich in diesem Frequenzbereich etwas tun würde...

Dieser Effekt ist schwächer ausgeprägt als der plötzlich deutlich stärkere Bass, aber bei einem Country-Sänger, dessen Lieder ich recht gut kenne, bilde ich mir ein, doch einen Unterschied zu hören. Es ist schwer zu beschreiben, aber ich finde, dass der Sänger weniger knarzig und rau klingt, sondern eher so, als hätte er ab sofort extra viel "Schmelz" in der Stimme.

Zum Bass will ich gar nicht viel sagen, das ist gigantisch. Ich habe inzwischen ein Lied gefunden - Eskmo - Lifeline - das "drückt" so stark, dass ich während der Fahrt aufpassen muss. Denn wenn ich zu laut aufdrehe, wackelt der Innenspiegel so stark, dass ich den Abstand der Autos hinter mir nicht mehr abschätzen kann. Auch die Außenspiegel fangen dann an, zu vibrieren. Und das, obwohl ich nicht "ganz laut" aufdrehe, weil ich die Lautsprecher während des Einspielens noch "schonen" will...

Allerdings ist nicht alles Gold, was glänzt. Es gibt auch ein paar (kleinere) Dinge, an denen ich nochmal ansetzen bzw. die ich noch beobachten will.

Vor allem bei dem oben genannten basslastigen Lied höre ich durchaus, wie die Dachverkleidung in der Nähe meines Ohres das Klappern anfängt. Es kann sein, dass mich das in Zukunft so stark stören wird, dass die Verkleidung um das Panoramadach herum noch gedämmt werden muss.

Als ich von Schwandorf nach hause fuhr, hatte ich auf den letzten Kilometern durch die Dörfer das Radio leise gedreht. Ich wollte schließlich nicht negativ auffallen. Und doch haben sich Leute, die deutlich vor mir gelaufen sind, die mich also nicht gesehen haben konnten, nach mir umgedreht. Das zeigt mir, dass mein Ziel, den Bass soweit wie möglich im Fahrzeug zu halten, noch nicht so ganz erreicht ist.

Im ganz oben genannten Thread sagt Alexander, dass die Bühne stabil stehen bleibe und aufgrund des langen Armaturenbrettes eine große Tiefe erreicht werde. Ich muss gestehen, dass das für mich aktuell nur Begrifflichkeiten sind.

Ich kann zu dieser Zeit nicht mit dem Finger deuten und sagen: Genau an diesem Punkt steht die Sängerin. Der Sound kommt zwar nicht mehr - wie beim 208er - hörbar aus den Lautsprechern, aber einen Ort zu definieren, von dem die Stimme stattdessen zu kommen scheint, kann ich auch nicht.

Ich höre zwar bei einem Lied, das mit "Plopp"-Geräuschen wechselnd links/rechts beginnt (Blutengel - Du tanzt), dass die Plopps jetzt auch wirklich von links und rechts kommen - eine Verbesserung zu vorher, wo das eben nicht zu hören war. Die vielbeschworene Forderung, dass eine Bühne nur dann gut ist, wenn man den Keyboarder links, den Gitarristen rechts und den Sänger in der Mitte auf der virtuellen Bühne vor sich sehen kann, das kann ich nicht erkennen.

Vielleicht liegt das daran, dass die Anlage noch nicht final eingestellt ist, vielleicht daran, dass die Hochtöner nur festgeklebt wurden, vielleicht daran, dass die Musik, die ich höre, das einfach nicht hergibt, vielleicht auch an meinem Gehör, das sich erst hineinhören muss...

Eigenarbeit - Was ich selbst noch am Auto gemacht habe

Ich war und bin zufrieden, was die verbauten Komponenten anbelangt. Allerdings noch nicht ganz mit dem aktuellen Status der Dämmung. Nachdem ich beobachtet hatte, wie Alexander und Stefan die Verkleidungen mit "grober Gewalt" entfernt haben und nichts dabei zu Bruch ging, ist meine Hemmschwelle, das auch zu probieren, etwas gesunken.

Daher habe ich mir jetzt auch ein paar kleine Matten STP Silver und Aushebe-Werkzeug gekauft und will mich mal an der Heckklappe versuchen. Wenn das klappt, freue ich mich wie ein Schnitzel!

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Die Heckklappen-Verkleidung ging erstaunlich einfach ab, ich hätte mir das wesentlich schwerer vorgestellt. Doch dann ging sofort das Dilemma los. Keinerlei große und gerade Flächen, überall Ecken, Vorsprünge und Senken und dazwischen die obligatorischen Montagelöcher, die ich nicht verdecken darf.

Am Ende blieb mir nichts übrig als das Alubutyl in mehr oder minder kleine Sektionen aufzuteilen und mühselig jeden Ausschnitt mit dem Fingernagel anzuzeichnen, auszuschneiden, mich zu ärgern, dass ich falsch gemessen habe und dann zu korrigieren. Am Ende haben die einzelnen Stücke eher einem Flickenteppich mit Löchern geglichen als einem sinnvollen Stück Dämmaterial...

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Doch am Schluss war die Tat getan und das Innenblech mit einer Schicht Alubutyl versehen. Das Außenblech war nur durch kleine Öffnungen erreichbar und ich muss gestehen, das habe ich mir geschenkt... Dann habe ich auch noch die Verkleidung gedämmt. Ich muss sagen, das ging ja so viel einfacher... Und am Schluss war auch mehr STP Silver auf der Verkleidung als auf dem eigentlichen Blech...

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So, das war jetzt ja gar nicht mal so schlimm, wie ich es mir vorgestellt hatte. Etwa 0,6m², das entspricht etwas mehr eineinhalb großen Bögen, habe ich insgesamt verarbeitet. Dafür habe ich aber fast zwei Stunden gebraucht. Ich beklage mich nicht, ich meine nur, dass andere Leute mit Erfahrung in dieser Zeit viel mehr erledigt hätten... Mein Vorrat an Alubutyl ist jedoch beinahe aufgebraucht...

Mir fehlt hier leider vollkommen die Erfahrung, wie viel bzw. welches Alubutyl ich hätte verwenden sollen. Reicht eine Lage Silver, so wie ich es gemacht habe, oder hätte ich besser mehrlagig mit Aero Bomb und Gold gearbeitet?

Wenn ich in den nächsten Tagen noch Lust habe, schaue ich mal, ob ich den Dachhimmel abbekomme. Wenn ja, wird das Dach um das Panorama-Glasdach herum auch gedämmt. Wenn nicht oder falls ich es nicht mehr zusammenbekomme, muss Alexander es richten
x12z34
Ist häufiger hier
#13 erstellt: 15. Mrz 2018, 08:38
Ein Ausblick - Was meine weiteren Pläne sind

Wie ich schrieb, reicht mir der aktuelle Zustand vollkommen aus. Zumindest solange, bis genug Geld vorhanden ist, das Bassfach noch etwas weiter zu öffnen . Denn wie ebenfalls schon geschrieben, wäre es rausgeschmissenes Geld, das später nicht zu tun. Dann hätte nämlich auch die Voce 5.1 aus Alexanders erstem Angebot gereicht, es hätten keine zwei separaten Endstufen sein müssen...

Was mir so im Kopf herumspukt, um noch "bässer" zu werden, wäre einerseits, einen zweiten 12w3 dazu zu kaufen. Doch die dann nötige Bandpass-Box würde so groß werden, dass ich mir gar nicht sicher bin, ob sie überhaupt noch in den Kofferraum passen würde...

Stattdessen vielleicht besser den 12w3 verkaufen und einen 12w6 in das vorhandene Gehäuse packen?

Oder ich werde komplett größenwahnsinnig, verzichte doch auf die Rückbank und baue dort ein Monster-Bandpass-Gehäuse mit zwei 12w6? Das sollte die HX265.2 noch hinbekommen... Oder ich wechsle zu zweimal HX360.2 und suche dann potentere Subwoofer, Doppel-13w7 lässt grüßen... Natürlich vorausgesetzt, mein "Schwindelgefühl" tritt nicht mehr auf.

Eine andere Überlegung wäre die Frage, ob ich das Frontend auf 3-Wege aufbohren will. Bei einem 2-Wege System driftet die Bühne bei tieferen Stimmen ja theoretisch leichter und schneller nach unten als bei einem 3-Wege-System. Es wäre nun zu beobachten, ob ich diesen Effekt überhaupt feststellen sollte... und falls ja, ob er mich sehr stört... Alexander meinte in dem oben verlinkten Thread, dass die Bühne trotz 2-Wege Systems stabil stehe. Wie gesagt, ich werde das beobachten.

Wobei die Platzierung des Mitteltöners dann aber auch schwierig werden würde: Laut Alexander eignet sich das Armaturenbrett des 208er nicht wirklich für den Einbau von Mitteltönern (zu uneben) und in der A-Säule würde mir das Ganze vermutlich zu klobig... Denn der 208er hat keine Spiegeldreiecke, die diese Bezeichnung verdienen, es müssten also wohl Mittel- und Hochtöner in die A-Säule.

Wenn sich abzeichnen sollte, dass bei höheren Lautstärken trotz aller Einstellversuche das Frontend nicht mehr mit dem Bass mithalten kann und "absäuft", muss ich mir Gedanken machen, was ich dagegen machen will und kann... Vielleicht passen doch irgendwie die potenteren 18cm TMT (ML1800.3) in die Türen. Die müsste man dann jedoch ein Stück nach vorne holen wodurch das OEM Abdeckgitter nicht mehr passen würde. Und eigentlich will ich die Türpappe nicht massiv bearbeiten, der OEM-Look der Türen gefällt mir nämlich ganz gut.

Aus demselben Grund (und auch aus finanzieller Sicht) will ich keine Custom-Doorboards. Bis die so aussehen, dass es mir gefällt, inkl. Lederbezug mit passenden Ziernähten etc., geht viel Zeit und noch mehr Geld den Bach runter... Dann aber ließe sich einbauen, was mein Herz begehrt... hmm...

Wobei... vielleicht muss ich doch darüber nachdenken? Denn ich überlege bereits jetzt, wie die Bassbox bearbeitet werden kann. Die mit Nadelfilz bezogene MPX-Box sieht nun nicht schlecht aus, ganz und gar nicht, aber irgendwie schwebt mir eine geschwungene Hochglanz GFK-Konstruktion vor, die dann (wie die Mittelkonsole) schwarz-rot lackiert werden soll.

Und auch wenn ich noch nicht weiß, was so eine individuelle GFK-Konstruktion kosten wird, ist mir klar, dass es alles andere als billig werden wird. Darf ich dann wirklich noch wegen der Kosten von Doorboards zögern?

Und dann gibt es noch weitere Dinge, die meine Anlage betreffen, aber über das hinausgehen, was derzeit verbaut ist:

Was ist mit DAB-Empfang? Hat mein Auto noch nicht... Vielleicht lässt sich das nachrüsten? Und möglicherweise dabei gleich auch eine Stoßstangenantenne für den FM-Funk verbauen, sodass die Dachantenne weg kann?

Was mich auch noch interessieren würde, wäre der audison bit Play HD mit einer großen SSD. Denn mein USB Stick vermag nicht, alle Songs zu speichern, zumindest nicht in FLAC-Qualität. Dazu müsste ich mir aber auch ein neues Handy anschaffen, denn der bit Play will per App gesteuert werden und ich bin wohl einer der letzten Leute ohne Smartphone... Puuhhh.

Bei einem weiteren Ausbau wäre dann aber auch das Big3-Upgrade und vielleicht auch eine neue LiMa Pflicht. Und ob das Fahrwerk die ständige Zusatzbelastung des schweren Einbaus so einfach verträgt... ist doch schließlich trotz allem nur ein tiefergelegter Kleinwagen und kein "stabilerer" Kombi oder SUV oder so...

Und das waren nur die Dinge, die sich mit der Audio-Anlage beschäftigen... Es gibt aber auch noch andere potentielle Baustellen:

Ich denke darüber nach, die Sitze neu beziehen zu lassen. Der Fahrersitz zeigt inzwischen deutliche Anzeichen der Abnutzung. Dabei könnte ich dann auch gleich ein anderes Logo als das "GTi" einarbeiten lassen - das Blutengel-Logo lässt grüßen.

Die hinteren Scheiben, die mit Werkstönung ausgeliefert wurden, hätte ich gerne einen Ticken dunkler, also müsste ich nochmal beim Folierer vorbei...

Und dann gibt es noch solche Gedankenspiele wie Sportauspuff-Anlage oder Chiptuning.

Ich schrieb weiter oben, dass ich Dinge nicht gerne mehrfach anpacke. Das beißt sich in dem Fall jedoch nicht damit, dass ich hier über Erweiterungen meiner Anlage nachdenke. Denn die Erweiterung des Bassabteils ist jetzt schon beschlossen, nur das fehlende Geld hindert mich daran, es sofort umzusetzen. Und der Rest: 3-Wege-Front, GFK-Ausbau, bit Play, Chiptuning und so weiter? Ob das wirklich kommt, hängt wohl wirklich davon ab, wie sehr es mich später in den Fingern kribbelt...

Fragen über Fragen... Warten wir doch erst einmal ab, bis genügend Geld da ist, mein Bassabteil aufzustocken. Danach sieht man weiter... Vorher zu spekulieren bringt nichts.

Mit anderen Worten: Es gibt noch genügend Möglichkeiten, Geld im Auto zu versenken...

Letzte Worte - Was noch gesagt werden muss

So, das soll es von meiner Seite aus gewesen sein. Noch ein paar letzte Worte, dann seid Ihr erlöst:

Ich hoffe, dass der Baubericht halbwegs lesbar und trotz seiner Länge wenigstens etwas lesenswert war.

Wenn ich die ganze Zeit von "wir" oder "Alexander" geredet habe, meine ich eigentlich "sie" - Alexander und Stefan. Auch wenn Alexander die ganze Zeit herumgewirbelt ist wie ein Derwisch, ohne Stefan hätte der Umbau nicht zwei, sondern vier Tage gedauert.

Ich bin mit der Hoffnung nach Schwandorf gefahren, mit kleinen Handreicherarbeiten beweisen zu können, dass ich nicht immer vollkommen im Weg stehe, ansonsten die Experten machen zu lassen und staunend zuzusehen. Und dem war auch so. Ich war größtenteils Zuschauer, während die beiden an meinem Auto zugange waren.

Auf diesem Weg will ich mich zu guter Letzt nochmal bei allen Beteiligten bedanken, und zwar bei

- Alexander und Stefan, die mein Auto in eine Traummaschine verwandelt haben,

- einem weitereren Stefan, dessen Anlage ich ausgiebig probegehört habe,

- dem "anonymen" zweiten Händler für die ausführliche Beratung, auch wenn ich mich am Ende gegen ihn entschieden habe,

- und natürlich auch bei Euch, die Ihr mich hier freundlich aufgenommen und wohl beraten habt.

Wenn das Thema Car-HiFi bei mir wieder aktuell werden sollte, werde ich mich wieder melden.

Bis dahin...
x12z34 / Tobias
woeba93
Stammgast
#14 erstellt: 15. Mrz 2018, 11:13
Hallo Tobias,

Sehr, !SEHR! ausführlich und lesenwert dokumentiert. Ich hab mir das ganze richtig gerne Durchgelesen.
Freut mich, dass du soviel Freude mit dem Ergebnis hast und schon wieder an die next Steps denkst.

Verhältnismäßig zu deinem Text ist meine Antwort sehr kurz, aber mir fehlen die Worte

P.S. Bist nicht der letzte ohne Smartphone
Ocramj
Stammgast
#15 erstellt: 15. Mrz 2018, 12:42
Alter Falter!
Ausführlicher Bericht! Danke für die reingesteckte Arbeit!

Mit meiner ersten "richtigen" Anlage war ich auch komplett geplättet und mit dauergrinsen im Gesicht. Zu dem Zeitpunkt wusste ich zwar, was nun eine Bühne ist, aber das qualitativ zu bewerten fällt mir immer noch schwer. Was ich dir aber sagen kann, es wird mit der Zeit besser. Man erkennt mehr Details in der Musik, die vorher nicht hörbar werden, dadurch schulst du auch dein Gehör und kannst später Aussagen für dich treffen, was an einer anderen Anlage fehlt/ für dich anders/ schlechter klingt. Das braucht Zeit, kommt aber.

Viel Spaß mit der neuen Stufe in Sachen Klangqualität und Pegel.

PS: Ich bin sehr gespannt, ob es bei dir bei "einmal intensiv beschäftigen" bleibt. Oder du doch (wie die meisten hier) anfängst später an der ein oder anderen Stelle nachzubessern
x12z34
Ist häufiger hier
#16 erstellt: 15. Mrz 2018, 13:06

Ocramj (Beitrag #15) schrieb:
Mit meiner ersten "richtigen" Anlage war ich auch komplett geplättet und mit dauergrinsen im Gesicht. Zu dem Zeitpunkt wusste ich zwar, was nun eine Bühne ist, aber das qualitativ zu bewerten fällt mir immer noch schwer. Was ich dir aber sagen kann, es wird mit der Zeit besser. Man erkennt mehr Details in der Musik, die vorher nicht hörbar werden, dadurch schulst du auch dein Gehör und kannst später Aussagen für dich treffen, was an einer anderen Anlage fehlt/ für dich anders/ schlechter klingt. Das braucht Zeit, kommt aber.


Alexander hatte mir bei den Klangfuzzis inzwischen schon geantwortet und bestätigt, dass es derzeit noch keine Bühne gibt, da noch nichts final eingemessen ist und somit Laufzeit noch der Frequenzgang. Außerdem sind die Hochtöner nur provisorisch angeklebt.
Es scheint also zumindest momentan doch nicht an meinen Ohren zu liegen Oder, wie er es audrückte:

Für Verkehrsfunk reichts
Car-Hifi
Inventar
#17 erstellt: 15. Mrz 2018, 23:45
Danke für den ausgiebigen Einbaubericht.


Ich hoffe, dass der Baubericht halbwegs lesbar und trotz seiner Länge wenigstens etwas lesenswert war.

Gerade auf Grund seiner Länge und Deiner Begabung zu schreiben war er sehr lesenswert. Es würde mich freuen, wenn Du ihn nach dem Einbau der A-Säulen und dem Einmessen ergänzen würdest. Viel Freude beim Musikhören.
DerSamoaner
Stammgast
#18 erstellt: 16. Mrz 2018, 00:50

Car-Hifi (Beitrag #17) schrieb:
Gerade auf Grund seiner Länge und Deiner Begabung zu schreiben war er sehr lesenswert. Es würde mich freuen, wenn Du ihn nach dem Einbau der A-Säulen und dem Einmessen ergänzen würdest.


Volle Zustimmung
x12z34
Ist häufiger hier
#19 erstellt: 16. Mrz 2018, 09:38

Car-Hifi (Beitrag #17) schrieb:
Gerade auf Grund seiner Länge und Deiner Begabung zu schreiben war er sehr lesenswert.


Uiuiuiui, das geht runter wie Öl Das mit der Begabung streite ich einfach mal kategorisch ab (Widersprich mir! ), aber es macht mir einfach Spaß, zu schreiben


Car-Hifi (Beitrag #17) schrieb:
Es würde mich freuen, wenn Du ihn nach dem Einbau der A-Säulen und dem Einmessen ergänzen würdest. Viel Freude beim Musikhören.


Ihr könnt sicher sein, dass das geschehen wird.


[Beitrag von Joze1 am 16. Mrz 2018, 13:05 bearbeitet]
st3f0n
Moderator
#20 erstellt: 16. Mrz 2018, 13:24
Ich habe mir nicht wirklich alles durchgelesen, das ist ja schon wirklich ein Roman, den du hier abgeliefert hast. Aber ich muss sagen, dass ich es gut finde, wenn jemand mal wirklich alles beschreibt, was da vor sich geht und ich muss sagen, dass der Einbau soweit echt super aussieht.

Kannst ja nochmal ein paar Bilder von dem Ganzen machen, da gibts sicherlich einige, die das interessiert.

Weiter so.
Car-Hifi
Inventar
#21 erstellt: 16. Mrz 2018, 22:20

x12z34 (Beitrag #19) schrieb:
Uiuiuiui, das geht runter wie Öl Das mit der Begabung streite ich einfach mal kategorisch ab (Widersprich mir! ), aber es macht mir einfach Spaß, zu schreiben ;)

Das merkt man. Gramatik und Rechtschreibung sind ok, Satzbau ist korrekt und das Geschriebene bildet einen Fluß und Du schaffst es immer wieder einen Spannungsbogen zu bauen. Die Freude, die Du beim Einbau hattest merkt man Dir an. Und dadurch macht das Lesen Spaß.
Bastet28
Inventar
#22 erstellt: 17. Mrz 2018, 03:27
oftmals gibt man sich bei so einem Hobby Mühe, anderen Teilnehmern Tipps, andere Sichtweisen oder Hilfe anzubieten. Oftmals nimmt man sich Zeit dafür - liest selbst nochmal nach - und zum Schluss kommt entweder keine Antwort - oder ein "ah ok" zurück. Da macht es doch richtig Freude deinen Bericht zu Lesen. Toll geschrieben, super erklärt und verständlich und nachvollziehbar geschildert welche Zweifel+Prozesse da in dir Abgelaufen sind. Mir hat es viel Freude bereitet deinen Bericht zu lesen.

DANKE !! Du hast die sehr viel Mühe gegeben und reflektierst und hinterfragst nicht nur Anregungen / Standpunkte anderer, sondern auch von dir Selbst - ohne gleich (vor-) Eilige Bewertungen daraus abzuleiten. Das finde ich gut und erklärt auch sehr schön, welche "kleine Reise" solch ein Entscheidungsprozess gehen kann wenn sich jemand ernsthaft damit beschäftigt.

Mein Senf dazu:
Glückwunsch, Du hast fast alle deine Vorsätze über Bord geworfen und bist deinem eigentlichen Ziel somit deutlich näher gekommen - als vorher Vermutet.

Der Kofferraum sollte unangetastet bleiben für Kuscheldecken - wurde gestrichen.
Die Rückbank sollte rausfliegen für einen Fetten Show-Woofer - wurde gestrichen und das Auto muss nun nicht gleich Augenscheinliche Fragen aufwerfen.
Das Hecksystem war gesetzt - und wurde gestrichen.
Die Musikanlage sollte einmal angegangen werden und dann erledigt sein - gestrichen, der 3-Wege Ausbau wird sicherlich kommen und spätestens mit einem nachfolgend größerem Auto auch die Erweiterung der Subwoofer.
Somit ist auch der Punkt gefallen dass mit dem Auto die Musikanlage mit verkauft wird - beim Verkauf wirst du sehen, dass ein Auto ein Verschleißgegenstand ist dass seinen Wert und wirtschaftliche Nutzbarkeit zusehends verliert - die Musikanlage aber den Geldwert nicht einbringt und gerne in das neue Fahrzeug übernommen (und nicht verschleudert) wird. Vieleicht nicht 100% und 1:1 wie vorher - aber in weiten Teilen.
Das anfänglich geplante Budget wurde ebenso deutlich erweitert.

Und dennoch: die AudioSystem HX Stufen mit reichlich Leistungsreserven und Spürbarem Körperschall - und gutem Klang wurden umgesetzt.

Mein Glückwunsch und viel Freude beim Musik-Genuss wenn alles fertig gestellt ist.

Was mir besonders Gefällt ist auch die kritische Betrachtung und Selbst-Einschätzung zur Hörfähigkeit und Bewertungsgrundlage der Musikanlage. Ich bin mir sicher dass wir da viele Gemeinsamkeiten haben (auch in der Wahrnehmung + zweiseitigen Reflektion verschiedener Meinungen) und finde gut, dass bei dem jetzigen - nicht fertiggestellten Zustand - die tonalen Mängel klar angesprochen wurden. Das schreit ja förlich nach einem Update wenn alles eingespielt, fertig gestellt und eingestellt wurde.

Zu deinen Kritikpunkten:
wenn jemand gerne laut, fühlbar und auf gutem Niveau Rock/Metal hört, ist für mich ein Mitteltöner auf/über dem Amaturenbrett ein Muss - zumindest bei dem Budget und der aktiven Ansteuerung. Ob dann Hoch- und Mitteltöner passiv getrennt werden ist mir egal. Passen Einbau, Abstrahlwinkel und die Treiber zueinander ist das ein relativ einfacher Ausbau der immer lohnt (und ich nicht ganz verstehe warum das nicht gleich so eingeplant wurde). Dein Musikgeschmack mit Blutengel ist für eine hochwertige Musikreproduktion schon recht anspruchsvoll - das kenne ich als alter Fan von Sisters of Mercy und 80ér HeavyMetal (auch Helloween, Saxon, Queensryche und so Zeugs) oder Crossover wie InExtremo schon.

Die Entscheidung zu den ausbaufähigen Stufen finde ich gut und folgt deinem Eingangs-Grundsatz "Einmal Richtig" - auch wenn nicht jetzt sofort alles umgesetzt wird - dennoch bin ich mir sicher das wird zu einem späteren Zeitpunkt irgendwann kommen.

Den "schrillen" Hochton unter Pegel wird man beim Endergebniss mit fertigem Einbau und einmessen weitest beikommen, dennoch halte ich eine Mittel/Hochtoneinheit für Harmonischer. Wobei immernoch das Werksradio und die JBL Stufe im Auto fristen.

Womit wir beim letzten (unnötigen) Vorsatz wären:
USB und DAB ingegration haben ordentliche Radios von Alpine, Pioneer oder Kenwood schon ab Haus drin - und einen Anschluss für eine Rückfahrkamera, welche auch diese Parkhilfen-Piepser unnötig machen. Die Kamera gibts für 25 Euro bei Ebay, das ist wirklich kein Aufwand. Für mich wäre das - gerade gemessen der sonstigen Komponenten und dem Einbau - der einzig logische Schritt. Ich habe bei meinem Auto mit voll-integriertem Navigations/Klima/Bordcomputer Touchscreen auch lange gehadert bis ich den Schritt gemacht habe - ich bereue nur, dies nicht von Anfang an so geplant und durchgezogen zu haben.

In disem Sinne: Willkommen bei den Bekloppten wir sind hier ja Quasi auch "unter uns".Ob man sich nun im HiFi-Forum oder Klangfuzzis austauscht - es sind eben verschieden gelagerte Schwerpunkte der Plattform - aber innerhalb der Sparte dann oftmals doch relativ gleiche Mitglieder. Darum sprechen viele ja auch von dem "HiFi Virus" es ist begeisternd, ansteckend - und so richtig geheilt wird man wohl auch nie wenn man weiss, was mit Musik alles vermittelt werden kann.

Die Sichtweise der Eltern kenne ich gut, bei mir hat es viele Jahre und Ausbaustufen gedauert bis mein Vater sich in mein Auto setzen konnte und ( auch mit "Seiner Musik") mich zu dem Ausbau beglückwünschen / Loben konnte. Richte dir einfach dein Leben so ein wie es gut für dich ist und deine Eltern sich entsprechend "keine Sorgen" machen müssen und die Toleranz für dein kostspieliges Hobby wird steigen. Das bedarf manchmal auch einfach etwas Zeit. Vieleicht trifft man sich ja mal irgendwo und ich kann mal ein Ohr reinhalten.

Um noch deine Fragen zu beantworten:
Ist es für Euch der Hauptzweck MEINER Anlage? Nein, aber die Vorurteile kennt man zu Genüge. Gibt aber auch genug Prolls die rumfahren.
Ist es für Euch der Hauptzweck EURER Anlage? - Nein auch nicht. Ich sehe das genauso wie Du auch - Ich dämme mein Auto nicht nur gegen Lärm der Aussenwelt sondern auch für die Aussenwelt gegen den Lärm von mir. Nicht jeder muss meinen Musikgeschmack teilen - dennoch möchte ich immer und jederzeit Warntöne im Straßenverkehr hören können und nicht völlig isoliert in meiner Wahrnehmung sein.

Allzeit gute Fahrt, lass die Neider in Ihrem eigenen Sumpf dümpeln und hab Spaß mit deiner Musik.


[Beitrag von Bastet28 am 17. Mrz 2018, 04:23 bearbeitet]
Ocramj
Stammgast
#23 erstellt: 17. Mrz 2018, 14:49

Bastet28 (Beitrag #22) schrieb:
...kompletter voheriger Post...

Dem schließe ich mich an!


[Beitrag von Ocramj am 17. Mrz 2018, 14:49 bearbeitet]
x12z34
Ist häufiger hier
#24 erstellt: 19. Mrz 2018, 11:09

Bastet28 (Beitrag #22) schrieb:

wenn jemand gerne laut, fühlbar und auf gutem Niveau Rock/Metal hört, ist für mich ein Mitteltöner auf/über dem Amaturenbrett ein Muss - zumindest bei dem Budget und der aktiven Ansteuerung.
[...]
(und ich nicht ganz verstehe warum das nicht gleich so eingeplant wurde).


Da gibt es eigentlich drei Gründe:
Erstens ist der Einbau nicht ganz trivial, wie ich schon geschrieben habe: Im Armaturenbrett, welches relativ uneben ist, würde der Einbau wohl ebenso zu einer Spachtelorgie führen wie wenn ich die MT zusätzlich in die A-Säulen integrieren wollte. In den zwei Tagen, die für den Umbau angesetzt waren, wäre es vollkommen utopisch gewesen, noch die Mitteltöner einzubauen.

OK, das war jetzt kein wirklich gültiges Argument, das folgende aber schon: Das liebe Geld:

Der Einbau/Umbau ist aufwändig, kostet also viel Zeit und mit "Zeit ist Geld" würde es auch nicht billig werden.

Wobei ich mir grundsätzlich ein paar verschiedene Szenarios vorstellen könnte:

Szenario 1 - nachträgliche Erweiterung Front:
HX85.4 - für HT & MT, kommt neu dazu
HX175.4 - gebrückt jetzt nur für TMT (oder TMT + Rear )
HX260.2 - für SUB, bleibt wie es ist
Kosten ~+650€

Szenario 2 - nachträgliche Erweiterung Sub:
HX175.4 - jetzt für HT & MT statt für HT & TMT
HX260.2 - jetzt für TMT statt für SUB
HX360.2 - für SUB, kommt neu dazu
Kosten ~+950€

Szenario 3 - 3-Wege Auslegung gleich von Anfang an
HX85.4 - für HT & MT
HX175.2 - für TMT
HX260.2 - für SUB
Kosten ~+400€

Du siehst: Ich habe mir schon Gedanken gemacht

Bei einer späteren Erweiterung (Szenario 1 & 2) wäre ich für die neue Endstufe allein schon zwischen 650€ und 950€ los. Wenn ich gleich von Anfang an das 3-Wege System verfolgt hätte (Szenario 3), hätte ich die Endstufen "passender" wählen und so etwas Geld sparen können. Es wären aber immer noch so etwa 400€ Aufpreis für die dritte Endstufe gewesen.

Und ich sehe keine Möglichkeit, ohne 3 Endstufen wegzukommen. Wenn ich den Sub erweitern will, brauche ich Leistungsreserven, d.h. der Sub braucht allein seine eigene Endstufe. Somit bleibt nicht aus, dass ich für die Front zwei Endstufen brauche, wenn ich nicht eine 6-Kanal-Stufe nehmen wollte. Die aber sind nicht sonderlich billig, besonders dann, wenn sie genügend Leistung haben sollen, um die ML1650.3 ordentlich anzutreiben...

Die ML700.3 alleine kosten nochmal 240€, von solchen Sachen wie zweiter Batterie, Kabel, evtl. neuer Sicherungsverteiler erst einmal zu schweigen... Einen neuen DSP braucht es dann auch (wobei ich dann wohl zum Hertz H8 wechseln würde). Für den Einbau (incl. Spachtelarbeiten etc.) veranschlage ich - aus dem Bauch heraus (!) - nochmal MINDESTENS 300-500€.

Das sind Gesamtkosten für das Upgrade von 2-Wege auf 3-Wege von 1100€-1800€, je nachdem, wann und "wie groß" ich die Änderung aufziehen würde... Das Geld hatte ich einfach nicht übrig; wie ich schon schrieb, war mein Budget maximal ausgeschöpft.

Ja, ich hätte noch ein halbes Jahr mit dem Umbau warten können, bis das Geld für 3-Wege zusammen ist.
Aber: Wo ziehe ich dann die Grenze? Wenn ich mich entschieden hätte, zu warten: auf was hätte ich dann alles sparen sollen?
Nur auf das 3-Wege System oder auch noch darauf, den Bass gleich von anfang an "größer" zu machen? Oder hätte ich noch länger warten sollen um dann den Subwoofer gleich in ein Hochglanz-Show-GFK Gehäuse einbauen zu lassen? Oder oder oder...
Ich habe mich einfach entschieden, nicht länger warten zu wollen und das zu machen, was mit dem verfügbaren Geld möglich ist.

Und da kommt dann auch der dritte Punkt ins Spiel: Ich war mir ja gar nicht sicher, ob ich diesen ominösen "Bühneneffekt" wirklich hören würde. Schließlich hatte ich das in meiner alten Anlage nicht gehört, vielleicht würde ich das grundsätzlich nicht wahrnehmen können?

Da war mir der Gedanke, erst einmal abzuwarten, sympathischer. Wenn ich in der Tat merken würde, dass z.B. die Bühne wandert oder wenn Alexander nach dem Einstellen die fehlenden Mitten bemängeln würde, dann könnte ich immer noch aktiv werden...
Ich spare jetzt sowieso schon für den neuen Sub, wenn mich die wandernde Bühne / die fehlenden Mitten wirklich stören, dann weiß ich, wofür ich noch sparen muss
Der nachträgliche Einbau der MT ist zwar nicht ideal, in dem Fall aber für mich der einzige gangbare Weg...
x12z34
Ist häufiger hier
#25 erstellt: 19. Mrz 2018, 12:15

Bastet28 (Beitrag #22) schrieb:
USB und DAB ingegration haben ordentliche Radios von Alpine, Pioneer oder Kenwood schon ab Haus drin -


Der Leidensdruck, die Original-HU zu ersetzen, war bei mir noch nicht so groß, dass ich mich nach Alternativen umgesehen hätte.

Zumal ich MOMENTAN nicht bereit bin, mich vom Funktionsumfang her zu verschlechtern.
Wie bei anderen Aspekten meiner Audio-Anlage kann sich das natürlich noch ändern, ich will und kann nicht garantieren, dass meine Ansprüche in einem jahr ganz anders aussehen...

Derzeit sind für mich die folgenden Forderungen jedoch absolute Dealbreaker:
- 7" Bildschirm (oder größer)
- integriertes Navi
- Lenkradbedienung muss weiterhin funktionieren
- PDC vorne muss weiter funktionieren, hinten meinetwegen per Kamera
- Auf solche Dinge wie Trip-Computer / Verbrauchsmessung will ich ebenfalls nicht verzichten.

Ich denke, dass es sehr schwer ist, eine HU zu finden, die sich so stark integrieren ließe...

Allerdings kommt es beim 208er auch zu einer Besonderheit: Durch den "speziellen" Einbauort ganz oben in der Mittelkonsole passen normale 2DIN-Moniceiver nicht.
Vielmehr ist es quasi eine 1-Din Logikeinheit mit einem vorgelagerten Display. Vermutlich in einer Peugeot-eigenen Halterung, sodass Ersatzgeräte von Kenwood, JVC, Clarion und wie sie alle heißen, vermutlich kaum möglich sein werden.
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Und nein, ich habe definitiv nicht vor, so stark am A-Brett zu feilen und flexen, bis eine "normale" 2-DIN Lösung rein passt.
Denn dazu ist der Leidensdruck nicht stark genug:
Der bitTen-DSP kann viele (wenn auch nicht alle) Definzite der OEM-HU ausbügeln. Die HU hat einen USB-Anschluss, das reicht mir. Media-Steuerung via Smartphone ist momentan noch für mich sehr uninteressant...

Ja, sicherlich, Rückfahrkamera & DAB sind sehr interessante Features, für die ich bereit wäre, Geld hinzulegen.
Aber nur dann, wenn es sich ohne Funktionseinbußen und ohne optische Veränderungen einfügen ließe.

Wie gesagt: Umbaumaßnahmen am A-Brett, dass ein 2Din Moniceiver reingefrickelt werden kann - Nicht mit mir


[Beitrag von x12z34 am 19. Mrz 2018, 12:18 bearbeitet]
Bastet28
Inventar
#26 erstellt: 19. Mrz 2018, 15:29
Das ist verständlich und auch völlig in Ordnung.

Nur um das nochmal klar und deutlich zu sagen:
Du hast dir da eine absolut geile Anlage reibauen lassen mit der Du, wenn alles fertig gestellt ist - deine pure Freude haben wirst.

Nur für den Fall, dass dir das Geld irgendwann über ist und dir gerade nichts damit einfällt wobin es sollte - dann sehe ich die Rechnung mit dem Mitteltöner anders. Paar Mitteltöner 150-200€ plus passende Passivweiche ca. 80€ - wären weniger als 300€
Die A-Säulen wurden ja jetzt sowiso umgearbeitet, der Mittelton- Ring und mehraufwand beim Sattler hätten vieleicht 100€ unterschied gemacht.

Passiv über einen Endstufenkanal der HX75.4 das passt und so viele Frequenzbänder beim Equalizer braucht das auch nicht, da reicht auch der BitTen von jetzt völlig aus.

Aber das ist alles auf ganz hohem Niveau - das sind geile Komponenten und die TMT sitzen in deinem 308er sowiso schon recht hoch. Im Moment kann man das wahrscheinlich schlecht beschreiben, es ist wirklich sehr viel Geld für die Musikanlage und wenn alles eingestellt ist wird dir nichts fehlen. Wie das dann in ein, zwei Jahren odernspäter aussieht - naja da hab ich den Floh halt jetzt schon hüpfen lassen..
Gack
Ist häufiger hier
#27 erstellt: 22. Mrz 2018, 23:15

Bastet28 (Beitrag #26) schrieb:

Die A-Säulen wurden ja jetzt sowiso umgearbeitet, der Mittelton- Ring und mehraufwand beim Sattler hätten vieleicht 100€ unterschied gemacht.



So jetzt muss ich auch mal meinen Senf dazu geben, bevor es hier in die völlig falsche Richtung abdriftet.

1. A-Säulen für Hochtöner spachteln 120-150€
A-Säulen spachteln für einen Mitteltöner 350€ (das ist ein erheblicher Mehraufwand wenn es nach was aussehen und gut hinterlüftet sein soll)
2. Sattlerarbeiten für Hochtöner ca. 200€, bei einem MT 350-400€

Also allein bei den A-Säulen geht der Preis und der Aufwand weit auseinander
'
3. wenn die A-Säule fertig ist, muss der HT irgendwo hin. Beides in die A-Säule sieht bescheuert aus. Wie 2 ineinander gesteckte Röhren. Kann ich mir gleich noch ne 3er Batterie Zusatzinstrumente hinspaxen

4. Wer sich mal mit der Laufzeitmessung per Impulsantwort beschäftigt hat, wird nie wieder was mit Passiv-Weichen anfangen. Laufzeit gibt es nur einen und zwar die Richtige. Nur da passt Phase, Addition und Impulswiedergabe. Alles andere ist Murks und nur eine Solala-Lösung.

Meine Rede ist schon immer: Wenn 3-Wege Front, dann richtig. Ansonsten spielt ein richtig!! eingestelltes 2-Wege System einfach immer dynamischer und JA da ist dann ein richtiger Preissprung drin


Wer jetzt behauptet, dass man das eh nicht hört, hat anscheinend noch nie ein perfekt eingestelltes Auto gehört.

Zu den Einsteigern in die High-end-Hifi-Welt: Wenn man ein gut eingestelltes Auto besitzt und täglich damit unterwegs ist, geht das "Hören-Lernen" verdammt schnell. Weniger auffallend dass ihr Sachen raus hört, was ihr vorher nicht gehört habt. Viel mehr merkt ihr das, wenn ihr mal wieder "standard" hört.


PS: Anbei mal ein Bild wie eine A-Säule mit MT von mir aussieht, damit ihr ein Gespür für den Aufwand bekommt

A-Säulen Golf
x12z34
Ist häufiger hier
#28 erstellt: 12. Apr 2018, 09:24
Hallo zusammen,

ich muss mich dafür entschuldigen, dass ich mit dem Bericht so lange gebraucht habe. Einer der Gründe dafür war, dass ich mich einige Tage lang nicht wohl gefühlt und das Bett gehütet habe. Und danach war ich noch ein paar Tage "neben der Spur" und hatte irgendwie vergessen, dass ich Euch noch einen Bericht schulde... Whupps...

Nachdem ich mich nun jedoch wieder halbwegs befähigt fühle, meine Gedanken in einer kohärenten Weise niederzuschreiben will ich berichten, was sich in der letzten Zeit getan hat.

Da die meisten von Euch mich zwar für meine Mühe, den ellenlangen Bericht zu verfassen, gelobt haben, aber auch gleich dazu sagten, dass sie nicht alles gelesen hätten, will ich versuchen, mich hier und jetzt kürzer zu fassen. Dass es mir gelingen wird, kann ich freilich nicht garantieren

Ich starte mit einem Nicht-Audio Thema: Nachdem der Frühling dann doch so langsam Einzug hält, war es wieder Zeit, meinem Mädchen die Sommerschuhe anzuziehen. Und ja, ich müsste wieder mal in die Waschkabine...

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Die Verkleidungen der A-Säulen sind nun an Ort und Stelle. Etwa zweieinhalb Wochen nachdem die restliche Anlage bei mir eingebaut worden war, bekam ich eine eMail von Alexander, dass er die A-Säulen habe und dass ich am folgenden Samstag (dem Ostersamstag) zum Einbau vorbeikommen könne. Das habe ich natürlich dankend angenommen.

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Und ich bin der Meinung, dass sich das Ergebnis mehr als sehen lassen kann. Die neuen Säulen fügen sich wunderbar in das "Gesamtbild" ein. Aber seid bitte so freundlich und schaut Euch die Bilder von Alexander an, der das Ganze schon vor einigen Tagen in dem folgenden Bericht vorgestellt hat: Klangfuzzis - Peugeot 208 GTI, Audio System HX, Hertz Mille, JL - Post 12

Seine Bilder sind wesentlich besser als meine. Mit meiner Kamera ist es mir nämlich nicht gelungen, Bilder zu schießen, mit denen ich zufrieden bin. Meine Kamera mag Gegenlicht, Reflexionen oder harte Kontraste überhaupt nicht.



Bei der Gelegenheit hat Alexander gleich das Klappern der Heckklappe beseitigt. Das existierte noch nicht, als ich ihn nach dem zweitägigen Einbaumarathon verließ . Es trat erst auf, nachdem ich mir in den Kopf gesetzt hatte, die Kofferraumklappe in Eigenregie zu dämmen (ich hatte schon darüber berichtet).

Obwohl beim Demontieren alle Clips heil blieben, waren die doch anscheinend etwas ausgeleiert. Oder ich hatte sie bei der Remontage nicht ordentlich befestigt bzw. verbogen. Ich will auch nicht ausschließen, dass ich stellenweise Alubutyl an ungünstige Stellen geklebt haben mag, sodass die Verkleidung der Heckklappe nun nicht mehr bündig anlag. Das äußerte sich jedenfalls in einem Klappern und vor allem einem lauten Schnarren, wenn die Verkleidung zum Mitschwingen angeregt wurde.

Mit Hilfe von strategisch angebrachtem Schaumstoff wurde das Problem aber fachmännisch aus der Welt geschafft und die Heckklappe wieder ruhig gestellt. Danke dafür, Alexander!



Ich muss aber auch gestehen, dass ich es wieder nicht habe sein lassen können. Ich wusste, dass ich die Dämmung der Heckklappe vermurkst hatte, aber ich hatte mir in den Kopf gesetzt, weiter an meinem Auto Hand anzulegen. In vielen Berichten konnte ich Eure Einbauten bewundern und bestaunen, wie viel Eifer und Energie Ihr hinein gesteckt habt, um die Montageplatte aufzuhübschen, alle Kabel ordentlich zu verlegen und so weiter. Mir war klar, das wollte ich auch.

Bei mir gibt es nun keine Grundplatte, auf der alles fein sauber nebeneinander verbaut ist. Stattdessen ist alles auf drei Ebenen verteilt: Die eigentliche Grundplatte mit DSP, Sicherungsverteiler und Batterie, darüber auf einem Podest die Endstufe für die Front und darüber auf einer Art "Tablett" die Subwoofer-Endstufe. Da die obere Endstufe weggehoben werden muss, um an die untere zu kommen, lässt sich der Einbau bzw. die Kabelführung nicht vollkommen "festdübeln".

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Als dann schließlich alles abgebaut war, habe ich die Batterie mit schwarzem Tape abgeklebt (ich will nichts Gelbes im Auto haben!) und eine Halterung für die Batterie gebaut. Leider hatte ich nur grünen Moosgummi da. Eingebaut und von oben betrachtet sieht man jedoch weder das Gelb der Batterie noch das grüne Moosgummi.

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Alle Kabel, bei denen es mit vertretbarem Aufwand möglich war, wurden gesleevt. Ich habe jedoch darauf verzichtet, sie mit Kabelschellen auf der Grundplatte zu befestigen, da das - wie gesagt - erschwert hätte, die Endstufen wegzuheben o.Ä., wenn man an die Komponenten darunter müsste... Ja, das Remote Kabel und den bitTen Kabelbaum habe ich "für später" zur Seite gelegt und dann vergessen zu sleeven...

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Statt den 8 Rundsteckern, die die Signale von der JBL-Endstufe zum DSP führen, habe ich einen 8poligen Stecker verbaut. Allerdings muss ich inzwischen zugeben, dass das keine so sonderlich gute Idee war, da das die Wartung erschwert. Sollte mal etwas sein, hätte man die Rundstecker selektiv abstecken können. So geht nur ganz oder gar nicht. Ich muss wohl bei Gelegenheit einen zweiten Stecker bauen, der dann zur Diagnose zwischengeschaltet werden kann...

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Außerdem habe ich schon genügend geflucht, bis der dämliche Stecker endlich montiert war... Ich war froh, als letztendlich alles wieder an Ort und Stelle war und sogar fehlerfrei funktioniert hatte! Wow, ich bin so stolz auf mich

Jetzt sieht es etwas hübscher aus, aber ob es den Aufwand wert gewesen ist? Sieht doch sowieso niemand, denn alles ist ja unter dem doppelten Boden versteckt und da steht dann noch der Subwoofer drauf... Und so ordentlich wie ich es mir vorgestellt hatte, ist es dann auch nicht geworden... Meh... alles in allem: vergebene Liebesmüh, würde ich sagen...

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Ist häufiger hier
#29 erstellt: 12. Apr 2018, 09:27
Da nun die Anlage vollständig eingebaut war und bisher drei Wochen Zeit hatte, sich einzuspielen, konnte auch das endgültige Einmessen und Einstellen stattfinden. Eigentlich hatte ich Alexander dabei Löcher in den Bauch fragen wollen bezüglich Frequenzgang, Equalizer-Einstellungen und so weiter, doch dazu kam ich nicht.

Kleine Anekdote am Rand: Stefan kam mit seinem Golf 6 GTI vorbei: Alexanders Magix Fotoalbum
Das Angebot, da mal probe zu hören, konnte ich nun wirklich nicht ausschlagen. Doch als ich mit einem breiten Grinsen aus dem Auto ausgestiegen war, musste ich erleben, dass Alexander mit dem Einstellen quasi schon fertig war. Verdammt, Chance verpasst...

Um es vorweg zu nehmen, ich war und bin nach wie vor mit meiner neuen Anlage hochzufrieden, aber ich sehe es so, dass der Golf mich locker gegen die Wand spielt. Wobei beide Anlagen auch nur bedingt miteinander vergleichbar sind: Es sind beides "kleine" Autos, wir setzen beide in der Front auf Mille Legend und beide werden von demselben Profi eingestellt. Doch da hören die Gemeinsamkeiten auf.

In den Golf sind so viel mehr Material und vor allem Zeit und unabschätzbarer Aufwand geflossen, die Ansprüche an beide Autos gehen hier so weit auseinander, dass ich einfach neidlos anerkenne, dass der Golf in einer anderen Liga spielt. So weit will ich mit meinem Auto nicht gehen, Zeit und Geld sind mir dann doch zu schade dafür...

Wobei es hier auch meiner Meinung nach eine Einschränkung gibt: Ich habe im Golf "seine" Musik gehört. Die entspricht vermutlich schon seinem Hörgeschmack, ist aber auch - da bin ich mir sicher - zumindest teilweise so ausgesucht, dass die Vorzüge seiner Anlage gut zur Geltung kommen. Wie groß der Unterschied beider Anlagen wäre, wenn auf beiden dieselbe Musik laufen würde, kann ich nicht sagen... Vermutlich nach wie vor groß, aber ich denke, dass meine Anlage etwas aufholen könnte...

Zurück zum Thema: Bitte beachtet wie gesagt, dass ich mich einige Tage lang nicht sonderlich wohl gefühlt habe. Daher habe ich meine eingestellte Anlage noch nicht so viel gehört wie ich gerne hätte. Der hier im Folgenden geschilderte Eindruck kann sich durchaus noch ändern, wenn ich die Gelegenheit hatte, meine Anlage länger und mit verschiedenen Liedern und Musikrichtungen zu testen...

Nachdem meine Anlage jetzt final eingestellt ist, höre ich wirklich einen Unterschied zu vorher. Der Sänger / die Sängerin ist jetzt durchaus verortbar und steht so etwa in der Mitte des Armaturenbretts.

Allerdings habe ich das Gefühl, dass diese Zone etwas "weichgezeichnet" ausfällt. Sorry, besser kann ich es nicht beschreiben. Ich kann den Sänger zwar sehr wohl etwa in der Mitte des Armaturenbretts verorten. Die Stimme scheint jedoch aus einer Art "Wolke" zu kommen, die eine exakte(re) Ortung nicht zulässt.

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Diese Wolke ist etwas asymmetrisch und erstreckt sich von der Mitte des Armaturenbrettes nach links bis etwa zur Mitte des Tachohügels.

Allerdings habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass sich höhere Stimmen besser orten lassen, dass also die imaginäre Wolke kleiner ist und mittiger liegt als bei tieferen Stimmen.

Eine "Auflösung" der Bühne, also Keyboarder links und Gitarrist rechts, habe ich bisher überhaupt nicht nachvollziehen können.

Ich nehme das Wort der Experten (also Alexander und Stefan) dafür, dass die Bühne vorhanden ist und dass sie, wie hier Klangfuzzis - Peugeot 208 GTI, Audio System HX, Hertz Mille, JL - Post 3 geschrieben, stabil steht und eine "gigantische Tiefe" hat. Nur... ich höre es nicht wirklich...

Allerdings gibt es dafür meines Erachtens nach zwei Gründe:

Erstens habe ich bisher nur "meine" Musik (mit großem Elektronik-Anteil) gehört und da zum größeren Teil alte Werke, die meiner Meinung nach darüber hinaus auch recht schlecht abgemischt sind. Es kann sehr gut sein, dass diese Musik eine Auflösung der Bühnenaufbauten bzw. bessere Ortbarkeit des Sängers gar nicht zulässt.

Ich werde mich in den nächsten Tagen und Wochen Stück für Stück durch meine Musiksammlung durchhören und beobachten, ob bzw. was sich beim Bühnenaufbau bemerken lässt.

Und zweitens denke ich vermutlich einfach zu viel darüber nach: Wenn ich mich nur berieseln und die Musik einfach Musik sein lasse, klingt es für mich stimmig, der Sänger steht "da vorne" vor mir, so etwa in der Mitte des Armaturenbretts. Es klingt gut.

Je mehr ich jedoch versuche, den Sänger zu orten, desto unsicherer werde ich, was dessen genaue Position angeht. Desto schwerer tue ich mir, mir einen Sänger an einer Stelle am Armaturenbrett vorzustellen, wo ich genau weiß, dass dort eben kein Sänger steht. Desto mehr wird mir bewusst, dass dieser Effekt nur durch Phasenverschiebung und Laufzeitkorrektur hervorgerufen wird und somit dem Gebiet der Psychoakustik zuzurechnen ist. Denn ich sehe den Sänger dort nicht. Außer dem Sensor meiner Klimaautomatik ist dort nichts, vor allem nicht der Sänger des Lieds, das gerade aus meinen Lautsprechern kommt.

Je mehr ich versuche, die Stimme exakt zu orten oder mir Gedanken zu machen, wo jetzt das Schlagzeug relativ zum Sänger stehen könnte, desto größer wird die imaginäre Wolke und irgendwann nimmt sie das ganze A-Brett zwischen den A-Säulen ein...

Wie gesagt, solange ich "einfach nur" Musik höre, passt der Höreindruck für mich. Dann bin ich in der Lage, die Musik zu genießen. Vielleicht liegt es an der Musik, vielleicht analysiere ich zu viel. Vielleicht höre ich diesen Effekt einfach nicht so gut wie die Profis, denn ich wüsste ja gar nicht, worauf ich zu achten hätte. Vielleicht kommt das mit der Zeit, vielleicht auch nicht. Vielleicht sind meine Ohren auch einfach zu schlecht... Vielleicht fehlt mir einfach nur ein Aha-Erlebnis...

Wie dem auch sei: ich kann nicht behaupten, dass mir massiv etwas fehlen würde, nur weil ich die Stimme nicht auf den Zentimeter genau orten kann... Es ist ja nicht so, dass gar keine Bühne da ist, es ist nur so, dass ich eine exakte Aufdröselung nicht vornehmen kann...

Aber ich würde gleichzeitig Euch bitten, mir ein paar Tipps zu geben, welche Musikstücke besonders geeignet wären, diese Symptomatik auf den Prüfstand zu stellen. Bei welchen Liedern habt IHR bei EURER Anlage das Gefühl, die Positionen der einzelnen Instrumente und den genauen Standort des Sängers / der Sängerin heraushören zu können?



Anderes Thema: Ich schrieb an einer Stelle in meinem ellenlangen Bericht, dass ich mich nicht als Pegelmimi bezeichnen würde, dass eher das Gegenteil zutreffe. Nunja, das muss ich doch teilweise relativieren: Ich höre schon eher laut, aber die neue Anlage ausreizen kann ich dann doch nicht, ohne Ohrenschmerzen zu bekommen:

Meine HU lässt sich maximal auf 30 aufdrehen. Mit der alten JBL-Anlage bin ich nie über die 20 hinaus gegangen. Nicht weil es zu laut war, sondern weil darüber die Musik so stark verzerrte, dass es keinen Spaß mehr gemacht hatte. Lautstärke 10 war ausreichend leise, um in der Stadt die Sirene von Notarzt und Co. nicht zu überhören.

Bei der neuen Anlage muss ich mich, um die Einsatzkräfte nicht zu behindern, auf 4-5 begrenzen. Die Lautstärke 12 entspricht etwa dem, was in der alten Anlage die 20 war. Mit anderen Worten: Alles über 12 ist lauter als ich mit der alten Anlage gehört hatte. Laut Alexander darf ich so bis etwa 20-24 aufdrehen, bis die Hochtöner oder der Subwoofer - je nach Musikrichtung & Lied - an die Grenzen kommen. Die 20 bekomme ich gerade so noch hin, aber alles darüber ist in meinen Ohren definitiv zu laut.

Ich muss gestehen, dass ich nicht gedacht hätte, dass ein so großer Unterschied zwischen alter und neuer Anlage herrscht und dass die ML1650 so loslegen können. Mehr "Front" muss nicht sein, ein Umbau auf ML1800.3 oder Doorboards mit je 2x ML1650 in den Türen ist gestrichen. Ich frage mich inzwischen sogar, wie die Leute das aushalten können ;-)

Ich schrieb auch, dass mir der Hochtöner arg aufdringlich und schrill vorkam. Der war damals mit Butyl auf das A-Brett geklebt. Mit der richtigen Montage und dem Einmessen hat sich das Problem auch gegeben, es klingt sehr viel harmonischer. Nur bei sehr hohen Lautstärken (also jenseits der "20") ist es vor allem der Hochton-Bereich, der mir in den Ohren wehtut.



Aber dass nicht der falsche Eindruck entsteht: Meine neue Anlage kann nicht nur "laut", sondern selbstverständlich auch "gut" Bei manchen Liedern zeigen mir die Hochtöner, dass die Lieder ganze Oktaven oberhalb dessen, was ich bisher gehört habe, enthalten. Und bei manchen Liedern vermittelt mit der Subwoofer plötzlich, dass da "untenrum" deutlich mehr abgeht, als die alte Anlage darstellen konnte. Und wie ich schon schrieb, klingt vor allem die Stimme eines Country-/Folk-Sängers (Hobo Jim, einer meiner absoluten Favoriten, hier ein Beispiel: Hobo Jim - Where Legends are born) durch die jetzt vorhandenen Mitten nicht mehr so knarzig und beinahe schon "zu weichgezeichnet"...

Ich habe leider keine Fachworte, um genau beschreiben zu können, was ich von meiner Anlage halte, deswegen einfach so: Solange wie ich das Ganze nicht überdenke sondern einfach "Musik höre", fühle ich mich mit meiner Anlage pudelwohl. Ich bin mit dem jetzigen Stand zufrieden, die Anlage macht Spaß und klingt in meinen Ohren um Welten besser als die alte Anlage. Ob ich AYA-Events gewinnen könnte, ist mir sowas von egal, die Anlage muss für mich gut klingen...

Naja, ganz und vollkommen auf mich zugeschnitten darf die Anlage nicht sein, denn ich will, dass auch Leute mit Klang-Erfahrung in meinem Auto Musik hören können, ohne Ohrenbluten zu bekommen. Aber hier stehe ich auf dem Standpunkt: Eine gute Anlage kann, wenn sie professionell eingestellt wurde, eigentlich nicht schlecht klingen, auch wenn sie etwas auf die individuellen Wünsche eingestellt und angepasst wurde.

Dass auch der "professionelle Einsteller", dass also auch Alexander mit dem Ergebnis zufrieden ist, ist ein weiteres Indiz, dass ich mich eigentlich entspannt zurücklehnen und genießen könnte.

"Eigentlich" ist jedoch ein blödes Wort, denn es impliziert, dass es dann doch nicht ganz so ist, wie man es gerne hätte. Und es ist in der Tat auch so: Es gibt noch ein paar kleine Ecken, an denen in der nahen oder mittleren Zukunft nochmals Hand angelegt werden muss:



Beim Einstellen habe er den Gain des Subwoofers-Amps etwas zurückgedreht, sagte mir Alexander nach dem Einstellen. Damit würde sich der Bass - wenn ich ihn richtig verstanden habe - nochmal harmonischer einfügen und das Gesamtbild klänge nochmals etwas runder. Ich solle es mir mal anhören. Ihm würde diese Einstellung ziemlich gut gefallen, aber wenn mein Musikgeschmack doch nach mehr Bass verlangt, ließe sich der Gain wieder aufdrehen.

Ich muss leider sagen, dass ich den Effekt hier deutlich spüre, im wahrsten Sinne des Wortes. Als Beispiel sei das folgende Lied genannt: Chiasm - Formula. Beim Wort "Kick" spürte ich vorher so etwas wie einen leichten Schlag auf den Hinterkopf, jetzt ist dieser Effekt deutlich abgemildert.

Zu sagen, dass der Bass jetzt nur noch zur Untermalung taugt, wäre lachhaft übertrieben, er legt immer noch um Welten besser los als mein JBL-Bass das konnte. Aber ich hätte doch gerne wieder den alten Zustand zurück. Mein Ziel war von Anfang an eine Spaßanlage, bei der der Bass wichtiger ist das das letzte Quäntchen Qualität...

Auf der anderen Seite habe ich das Gefühl, dass der Bass jetzt nochmal eine Spur "kickiger" klingt als vor dem Einmessen und Einstellen. Wenn ich Alexander richtig verstanden habe, kommt das eben auch durch den zurückgedrehten Gain. Ich würde ungern auf den knackigen Kick verzichten. Lieber will ich auf den Schlag in den Nacken verzichten als die Box in eine Wummerkiste verwandeln... Lieber etwas weniger Druck und dafür mehr Kick. Oder ist das unabhängig vom Gain? Keine Ahnung, muss der Profi wissen...

Also, Alexander, wenn Du das lesen solltest, dann weißt Du, dass ich mich demnächst bei Dir melden werde Wie er schon selbst vorgeschlagen hatte, denke ich mir, dass ich wirklich gerne die zwei Presets des bitTen ausnutzen würde: Eines zum gepflegt-Musik-hören und eines zum "Bass-Galore!"-Hirn-wegblasen.



Unvermittelter Themenwechsel: Bei manchen Liedern (nicht bei allen) fängt an der Fahrertüre die Zierleiste an, zu klappern. Obwohl die Tür recht gut gedämmt ist, macht der TMT so viel Radau, dass das Außenblech und damit auch die Zierleiste vibriert. Wenn man Fahrer- und Beifahrertüre miteinander vergleicht, fällt auf, dass die Zierleiste auf der Fahrerseite etwas "gebaucht" ist, also in der Mitte nicht mehr voll anliegt. Ob das vorher schon so war oder beim Folieren (ja, die Zierleiste ist auch foliert worden) passiert ist, kann ich nicht sagen. Fakt ist jedenfalls: Zierleiste auf Fahrerseite klappert, auf Beifahrerseite nicht...

Alexander gab mir den Tipp, doch mal zum Beulendoktor zu fahren und zu fragen, ob die da was machen können. Das habe ich in den letzten Tagen auch gemacht, das Ergebnis war aber wenig ermunternd:

Im ersten Betrieb bekam ich den Tipp: "Wenn etwas an der Türe klappert, müssen Sie dämmen, da gibt es solche Dämmplatten..." Mein Hinweis, dass die Türe bereits bombenfest gedämmt sei, wurde nicht beachtet, stattdessen wurde darauf bestanden: Wenn ich die Türe gescheit dämmen würde, würde das Klappern verschwinden. Es bestand auch kein Interesse daran, dass ich den Effekt mal vorführe...

Im zweiten Betrieb hatten sie anscheinend noch weniger Lust, denn dort war quasi die einzige Antwort ein beinahe pampiges: "Wenn es bei gedämmter Türe immer noch klappert, hören Sie zu laut Musik, da können wir nix machen..." Keinerlei Interesse, sich die Zierleiste wenigstens mal anzusehen. Lohnt sich wohl nicht...

Im dritten Betrieb (ein Unfallinstandsetzer) wurde vermutet, dass irgendein Fehler gemacht wurde, als die Türverkleidung zum Dämmen abgenommen war. So als ob ein lockeres Teil in der Türverkleidung umherklappert oder die Türpappe nach dem Dämmen nicht mehr richtig angebracht worden sei. Das käme nicht von der Zierleiste, wurde gesagt, wieder ohne sich das Ganze anzuhören.

Schließlich bin ich in meine Peugeot-Fachwerkstatt gefahren. Dort habe ich einen Mitarbeiter gefunden, bei dem ich den Sachverhalt mal vorführen durfte. Soweit so gut. Er hat auch erkannt, dass wirklich die Zierleiste die Schuldige ist. Hurra! Doch eine Reparatur hält er für nicht möglich. Man könne höchstens eine neue Leiste einbauen, natürlich ohne Garantie, dass es dann ruhiger werde... Die Türen seien einfach nicht für "so starke Boxen" (sic!) gedacht, da könne schon was klappern... Die neue Leiste würde auch nur 130€ (inkl. Montage) kosten... Die wäre dann zwar nicht mehr mattschwarz foliert, aber man könnte ja mit einer Mattlack-Sprühdose dran... Ja ne, is' klar...

Ich werde in den nächsten Tagen mal versuchen, die Leiste selber abzumachen und gerade zu biegen (oder mit etwas Butylband festzukleben). Wenn ich sie dabei kaputt machen sollte oder das Klappern nicht verschwunden ist, kann ich immer noch eine neue kaufen...



Ein weiteres Thema liegt aber erst noch mal ein paar Monate in der Zukunft: Ich schrieb in meinem langen Post, dass die Endstufe für den Subwoofer absichtlich zu groß dimensioniert wurde, um eine spätere Erweiterung zu vereinfachen. Denn schon bei der Konzeption der Anlage war mir mehr oder minder klar, dass ich "mehr Bass" haben will. Das gilt immer noch und ich sehe für mich jetzt zwei mögliche Wege:

Ich ersetze, sobald wieder genügend Geld vorhanden ist, den 12w3 durch einen 12w7, ebenfalls im fortissimo-Bandpass. Der 12w7 würde laut Alexander genauso "hart" und knackig spielen wie der 12w3, jedoch deutlich mehr Pegel zusammen bringen. Und mein Verstärker würde damit klar kommen. Ein anderes Gehäuse wäre aber nötig. Dafür rechne ich insgesamt mit etwa 1200€. Ein paar Monate muss ich drauf sparen, dann aber sollte das machbar sein...

Eine neue Alternative habe ich durch Stephans Golf kennengelernt: Mehrere leistungsfähige Subwoofer machen auch in geschlossenen Gehäusen gut Dampf Ich will den Golf GTI keineswegs 1:1 kopieren, aber ich möchte mir die Idee einfach mal im Hinterkopf behalten. Wobei sie preislich deutlich teurer ausfallen würde: 4x ML2500 oder zwei 12w7, eine zweite HX265.2 und neue Gehäuse... da wäre ich wohl so um die 4k€ los... das ist mir momentan dann doch deutlich zu viel des Guten... aber man darf doch noch träumen...



Eine andere Sache, die ich machen will, ist das Blutengel-"Branding" etwas zu verstärken. Wie ich es genau machen will, weiß ich noch nicht, aber mir schwebt momentan vor, das Blutengel-Logo in ein Plexiglas-Panel eingravieren / sandstrahlen zu lassen und das dann seitlich zu beleuchten. Diese Idee ist schon gesetzt, nur stellt sich mir die Frage, wie und wo ich das beleuchtete Plexiglas montiere...

Eine Idee wäre, das Ganze im Kofferraum anzubringen, wo natürlich schon der Subwoofer steht. Also war mein Gedanke, die beiden zu verheiraten. Alexander meinte, bei der neuen Box für den 12w7 würde er den Port nach oben legen, weil "nach hinten" dann zu wenig Platz wäre, als dass er noch frei "atmen" könnte. Das beleuchtete Logo wollte ich dann oben auf die Woofer-Kiste neben den Port aufsetzen.

Dazu habe ich in den Tagen, in denen ich mich nicht so wohl gefühlt hatte, ein 3D-CAD Modell erstellt, wie ich mir die neue Subwoofer-Box vorstellen könnte. Die Box wird noch mit schwarzem Bezugsstoff bezogen, das darzustellen habe ich mir jedoch erspart...

Box Box2

Der rote Streifen soll das Logo darstellen, das ich beleuchten will (das richtige Logo war mir zu komplex, daher nur ein roter Streifen als Platzhalter...). Das "Display" ist hier 15° Richtung Heckklappe geneigt, um dem am Fahrzeugheck stehenden Betrachter "entgegenzukommen".

Das Volumen, das ich mit der Box erreiche, hängt davon ab, ob ich den gesamten Kofferraum ausnutzen will und wie hoch ich die Box baue. Mit dem aufgesetzten "Display" passt die Box nicht mehr unter die Kofferraumabdeckung, auf die ich somit keine Rücksicht nehmen muss. Der einschränkende Faktor in Sachen Höhe ist vielmehr der Blick in den Rückspiegel: Ich will mit der Box nicht den Blick nach hinten verdecken, ich darf also nur minimal über die Höhe der Rücksitzbank hinaus...

Diese maximale Höhe habe ich grob ausgemessen, damit berechnet mir das CAD-Programm ein Volumen von 40-45l geschlossen und 80-90l ventiliert (je nach Tiefe und Höhe der Box), wobei die Chassis-Verdrängung und ein 500cm² Port mit 20cm Länge bereits berücksichtigt wurden. Ich weiß nicht mehr, wo ich es gelesen habe, aber ich meine, mich erinnern zu können, dass die Werte für einen 12w7v3 passen sollten... Was ist Eure Meinung?

Doch je mehr ich überlege, desto weniger gefällt mir die Box mit "aufgeflanschtem" Display. Ich überlege inzwischen, doch "nur" eine einfache rechteckige Box für den Subwoofer zu bauen. Stattdessen würde ich die Plexiglasplatte mit dem Logo anstelle der Kofferraumabdeckung anbringen. Natürlich nicht über ganze Länge, sonst hätte ich den Kofferraum ja "schalldicht" abgetrennt. Vielmehr eine Art halber, feststehender und gleichzeitig transparenter Kofferraum-Teiler.

Oder ich mache es noch "einfacher", schneide ein Loch in die vorhandene Kofferraumabdeckung und lasse die Plexiglas-Platte da ein...



So, das war es jetzt erst einmal wieder von mir. Mitte Mai geht es in den Urlaub, da warten dann etwa 25h Autofahrt für den Hinweg und dann nochmal die gleiche Zeit auf dem Rückweg auf mich. Genügend Zeit, die Anlage ordentlich spielen zu lassen. Dann will ich aber noch einen größeren USB-Stick, um mehr Lieder mit auf Reisen nehmen zu können...

Bis dahin...
x12z34 / Tobias
Bastet28
Inventar
#30 erstellt: 12. Apr 2018, 16:59
Hallo und willkommen zurück.

Wegen dem abwandern der Bühne - Johnny Cash hätte nie vor mir gekniet, daher von Anfang an mein Hinweis zum oben montierten Mitteltöner.

Musiktipps: Johnny Cash When the Man comes arround und Ring of Fire
Heather Nova Island
Melissa Etheridge Chrome platet Heart, Babe you can sleep while i drive,
Dire Straits Telegraph Road, die ganze Money for Nothing CD,
Test/Demo-CD von Ultrasone zur Räumlichkeit
Einige Testtracks der früheren AutoHiFi CDs "Die perfekte Räumlichkeit"
NAS If i ruled the world, Michael Jackson mit Speed Deamon und Labirian Girl
Tonalität: Böhse Onkelz, Nightwish und für den Basstest mal ScarSymmetry pkräftig Pegeln..

Die Zierleiste demontieren, Montagekleber drauf (dauerelastisch) und wieder montieren - fertig.

Mir wären 1200€ für einen Woofer immernoch zu viel, solange es einen ImageDynamics ID Max 15 gibt oder Gebrauchtmarkt Alternativen auch aus dem HomeHiFi Bereich.

das ist mal aus dem Kopf heraus die Nicht Preofessionelle Antwort.
ich nehme es ja mit so einigen Dingen nicht so genau und ignoriere auch mal dem Spaß halber wenn mir was Freude bereitet. zum Beispiel bei den alten RaveBase und Futuretrance / TranceMission CDs den völlig ü erzogenen Subwooferpegel....


[Beitrag von Bastet28 am 12. Apr 2018, 17:04 bearbeitet]
x12z34
Ist häufiger hier
#31 erstellt: 13. Apr 2018, 07:12

Bastet28 (Beitrag #30) schrieb:

Musiktipps:[gekürzt]


Danke dafür, werde mich in den nächsten Tagen mal damit beschäftigen.


Bastet28 (Beitrag #30) schrieb:
Wegen dem abwandern der Bühne - Johnny Cash hätte nie vor mir gekniet, daher von Anfang an mein Hinweis zum oben montierten Mitteltöner.


Kann ich Dir momentan nicht widersprechen.

Für mich stellt sich momentan die Frage, ob es durch ein eneutes Einstellen besser werden könnte (Alexander erwähnte einen aufgrund seiner Mittelohrentzündung eventuell übersehenen Phasenversatz zwischen TMT und HT) oder ob ich persönlich gar nicht in der Lage bin, das Phänomen der "Bühne" überhaupt nicht so vollkommen zu erfassen (mein Gehör ist leider nicht mehr das Beste). Oder ob vielleicht zusätzliche MT doch deutlich hilfreich wären, die Bühne fest auf's A-Brett zu zimmern.

So oder so sind MT momentan eine teure Option für mich. Meine Anlage ist eingebaut, das Geld dafür ist ausgegeben. Rückgängig machen kann ich nichts mehr. Ich muss also mit dem Status Quo erst einmal leben.
Das Update auf ein 3-Wege System wird mich, so wie meine Anlage derzeit aufgebaut ist, etwa 1500€ +-300€ kosten, das habe ich ja mal vorgerechnet, ist also alles andere als billig.

Übermäßig eilig habe ich es nicht, aber ich werde bei Gelegenheit nochmal bei Alexander vorbei fahren, wenn sich das Phänomen vorher nicht mit "guter Musik" deutlich bessern sollte. Denn, wie gesagt, übermäßig stören tut es mich momentan nicht.


Bastet28 (Beitrag #30) schrieb:
Mir wären 1200€ für einen Woofer immernoch zu viel, solange es einen ImageDynamics ID Max 15 gibt oder Gebrauchtmarkt Alternativen auch aus dem HomeHiFi Bereich.


Es ist schon 'ne ganze Stange Geld, da hast Du definitiv recht, aber :
Gebrauchtkauf fällt für mich raus, da ich (bei Werkzeug) schon böse auf die Schnauze gefallen bin. Bei Verstärkern / Woofern, bei denen ich noch weniger testen kann als bei Werkzeug, wäre mir das viel zu riskant.

Ich will nicht sagen, dass der 12w7 für mich alternativlos ist, es wäre für mich eben die logische Wahl als Upgrade des 12w3. Wenn es gute Alternativen gibt, die dann auch noch preiswerter sind, lasse ich mich jedoch gerne überzeugen Wenn es soweit ist, werde ich mich sicher nochmal mit dem Thema Woofer beschäftigen. Danke aber schonmal für den Vorschlag des ID Max15.
Ocramj
Stammgast
#32 erstellt: 13. Apr 2018, 10:12
Hallo.

Mal kurz meine Meinung:
Du hast ne ganze Stange Geld in die Hand genommen und dir eine professionelle Anlage einbauen lassen.
WENN dir Geld nicht egal ist, dann würde ich jetzt kurz die Füße still halten und aufhören deine Anlage mit besseren zu vergleichen.

Wichtig ist aktuell nur, dass du mit deiner Musik aus deiner Anlage zufrieden bist!

Ich kenne das Phänomen, vor allem im Bereich Hifi gibt es kein "Ende", es geht immer weiter/höher/tiefer
Gerade nach dem Einbau der eigenen Anlage ist man noch unsicher, ob das jetzt das ist was man wollte/ ob das Eingebaute das Geld wert ist oder anderes Komponenten das Sounderlebnis verbessert hätten... Hätte hätte Fahrradkette!
Ich weiß noch nach dem Einbau meines Fronstsystem (ggü. OEM) hatte ich ein fettes Grinsen im Gesicht - WOW. Laut, tief, Wahnsinn. Aber schon auf der Heimfahrt, mit meiner Musik und dann auch am Anschlag... kamen die Gedanken: Hmmm könnte das nicht mehr Kicken, sollten andere TMTs her? Hätte ich doch die Lautsprecher aus der anderen Serie nehmen sollen?!?
Die Frage kann ich dir heute noch nicht beantworten! Was ich aber weiß: Die TMT sind immernoch genauso verbaut.

Meine Empfehlung:
Setzt dich in dein Auto und beantworte dir die Frage: Bin ich zufrieden?
Genau wirst du es vermutlich nach den beiden 25h Fahrten wissen... bist du dann zufrieden?
Wenn ja, hör auf nach Optimierungen zu suchen, denn die gibt es! Und wenn bei dir Geld nicht auf Bäumen wächst, ist das Geld dann an anderer Stelle sinnvoller investiert.
Bist du nicht zufrieden, DANN schreibe dir auf, was dich stört/ dir fehlt. Und dann lass es beheben.

--> Das ist der ganz normale Wahnsinn, dem hier alle verfallen sind. Die einen schaffen es, für sich zu entscheiden, das ist genug und ich bin zufrieden. Den großen Rest, triffst du im "Projekte der Nutzer"-Teil des Forums. Herzlich willkommen, bei den Wahnsinnigen.
Simon
Inventar
#33 erstellt: 13. Apr 2018, 10:37

Søren Aabye Kierkegaard schrieb:
Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.


Und freundlich grüßt
der Simon
Bastet28
Inventar
#34 erstellt: 13. Apr 2018, 11:13
Wären wir im Home Hifi Bereich, würde die Vorgehensweise oder Antwort ganz anders gesehen werden.

Ich habe Betrag X zur Verfügung und es ist völlig legitim und empfohlen! zu testen bzw. andere Systeme Probe zu hören. Und das, obwwohl die Lautsprecher ein jeweils nahezu identisch "perfektes" Gehäuse ab Werk haben. Wären wir im Kopfhörerbereich, würde man auch zum Probehören und Vergleichen raten - nicht nur wegen der Passform sondern auch weil KH trotz guter/vergleichbarer Klasse unterschiedlich klingen oder gewisse Nuancen anders darstellen. Und das fängt bei 300-600€ schon auf.

Dass hier nun bei der Investition von über 4 Tausend Euro die Aussage kommt "lass es zu vergleichen, nimms hin dass dir die Spielart nicht passt" - obwohl in der Kette am DSP eine maßgebliche Stellschraube ist mit deren Einstellung die Anlage "steht und fällt" verstehe ich nicht. Mir ist völlig egal wie gut der Einbauer hört oder wie gut er sein kann.- bei dem Material- und Geldeinsatz erwarte ich eine Einstellung die mir zusagt.

Wenn ich als nicht gelernter KFZ Techniker nicht zufrieden bin mit der Diagnose und Montageleistung einer Werkstatt, dann belasse ich es nicht dabei dass die Werkstatt mir erzählt "das ist halt so, kann man nix machen". Denn diese diskrepanzen waren noch NIE in meinem Leben, egal welche Sache es betrifft, Richtig. Es war nie im Endeffekt der Fall, dass diese Mängel wenn etwas offensichtlich nicht gut funktioniert tatsächlich dem technisch angedachten Funktionszustand entsprach. Nein, ich konnte diese Fehler mit Mühe entweder selbst beheben oder habe zu späterem Zeitpunkt jemand gefunden, der das konnte/gemacht hatte was die anderen Werkstätten nicht taten - die Fehlerursache nachverfolgen, lokalisieren und beheben. Dann war ich zufrieden. Nicht, weil ich es mir eingebildet habe - sondern weil der Misstand beseitigt wurde.

Ich schiebe dein "missfallen" weder auf das zwei Wege Konzept und aucb sonst nicht als "Schuld" irgendetwas zu solange nicht lokalisiert wurde was konkret fehlt oder Stört. Ich bin kein Perfektionist, ich war mit den werwendeten Bauteilequalitäten des VW Polos und mit dem billigsten Bandel Bremss heibenset zufrieden - weil es spürbar seinen Zweck erfüllt. Vieleicht sind die Aufnahmen murks, oder eine schlechte MP3 Konvertierung oder... Das sollte man eben Stück für Stück abarbeiten / ausschließen. Und vieleicht mag dein Hörempfinden eine "falsche" abstimmung des Tonalen Frequenzverlaufes. Vieleicht ist dein Psyhoakustisches Empfinden der Ortung anders. Das gibt es beim Sehvermögen auch - dann gibt es angepasste Gläser oder Sehschulung. Mal schauen wo dein Weg hinführt. Jedenfalls sollte es nicht am Material liegen, der Einbau sieht nach sehr hohem Niveau aus und auch die Stellschraube ist vorhanden..

Die Anlage wurde schon auf Deine (!) übliche Hör- und Sitzposition eingestellt - oder hast du den Sitz verstellt? Wurde "One-Spot" eingemessen oder auf eine "Blase" mit mehreren Positionen?


[Beitrag von Bastet28 am 13. Apr 2018, 11:33 bearbeitet]
Simon
Inventar
#35 erstellt: 13. Apr 2018, 11:29
Da hast du etwas ganz falsch verstanden.

Der Einbauer und Einsteller des Systems hatte am Tag des Einstellens eine Mitteltohrentzündung.
Er hat natürlich angeboten, das System nochmals (nach der Einspielphase) perfekt und auf die Kundenbedürfnisse einzustellen.

Das "nicht vergleichen" bezieht sich auf Systeme unterschiedlicher Preisklassen.
Wenn du dir eine Heimanlage für 1000€ aufstellst und dann dauernd mit Anlagen im Bereich 10000€ vergleichst, wirst du unglücklich.
Bei Kophöhrern und CarHiFi-Anlagen sieht das genauso aus.

Wenn das aktuelle Setup also perfekt eingemessen ist, einfach die Musik genießen.

Und freundlich grüßt
der Simon
Ocramj
Stammgast
#36 erstellt: 13. Apr 2018, 11:40

Bastet28 (Beitrag #34) schrieb:
Dass hier nun bei der Investition von über 4 Tausend Euro die Aussage kommt "lass es zu vergleichen, nimms hin dass dir die Spielart nicht passt"


Die Aussage ist ja nicht, das jetzige Ergebnis einfach hinzunehmen! Das würde ich auch nicht. Erst recht nicht bei dem Geldeinsatz.
Grundsätzlich ist er mit der Anlage zufrieden. Und ich lese auch nirgends, dass er der Meinung ist zu viel Geld ausgegeben zu haben. Das heißt, wenn man den Status quo einfach einfriert ist eigentlich alles in Ordnung! Geld passt, Qualität passt. Alles gut.

Nur was passiert, wenn er seine Anlage mit anderen Anlagen oder Einstellungen oder Erfahrungen vergleicht. -> Man findet immer etwas, was in Nachbars Garten grüner aussieht.
Auch das ist noch in Ordnung.
Doch was passiert, wenn für das Extra Grün nicht das extra Geld zur Verfügung steht.
OK, man kann sparen.
ODER man kann mal kurz einen Schritt zurück gehen und überlegen, möchte ich das gerade nur haben oder BRAUCHE ich das wirklich.
(Ich verrenne mich regelmäßig in einem aber ich möchte doch...). Deswegen mein Tipp.

Und wenn man dann zu dem Schluss kommt, dann wäre die Frage, warum man es nicht gleich "richtig" gemacht hat, zumal es hier nicht um kleine sondern fast schon konzeptionelle Änderungen geht.
Ja diese Erfahrung haben hier sicher >80% selber schon gemacht (etwas anschließend doch verbessert, was man vorher eigentlich ausgeschlossen hat).

Wenn man aber wieder an dieser Stelle steht, sollte man sich kritisch hinterfragen: Ändere ich jetzt mein Konzept um es danach nochmal zu ändern, ODER gehe ich es richtig an und definiere meine Anforderungen konkret um dann das zu bekommen, was ich auch möchte/brauche.

Das alles hat nur Relevanz wenn Geld eine Rolle spielt.

Ich bin nicht gegen Testen oder Probehören. Das sollte man nur machen, BEVOR man sich was einbauen lässt.
Jetzt ist der Einbau erfolgt. Bevor sinnlos Geld in Änderungen gesteckt wird, sollte man sich über die geänderten Anforderungen klar werden!!! Sonst wird das eine Neverending Story die einen selbst nicht glücklich macht.
Bastet28
Inventar
#37 erstellt: 13. Apr 2018, 13:05
"Ich schiebe dein "missfallen" weder auf das zwei Wege Konzept und auch sonst nicht als "Schuld" irgendetwas zu solange nicht lokalisiert wurde was konkret fehlt oder Stört"

der Themensteller sagt ja selbst von sich, dass er nicht das Tonal Perfekte sucht.
auch habe ich gelesen dass der Einsteller eine Mittelohrentzündung hat(te) - gute Besserung an dieser Stelle (er liest ja mit)
ebenso habe ich weder den Einbau noch das Material in Frage gestellt (uch auch nicht die Fähigkeiten des Einbauers).

Allerdings wirft der Themensteller auf, ob seine Erwartungen oder sein Hörvermögen vieleicht falsch liegen.
Das kann natürlich sein, dann hätte aber auch die anderen gehörten Autos schon ein gleiches Missfallen aufzeigen müssen.

Dieser "Gedanken-Rennerei" wollte ich etwas Einschränken.
Ich denke, dass es verschiedene Einstellmöglichkeiten gibt - welche sehr komplexe auswirkungen haben
und da "das Richtige" für einen selbst zu finden ist nicht einfach.

Ich würde jedenfalls nicht mit dem Status Quo - so wie es jetzt ist - weitergrübeln über weitere Maßnahmen und wie viel kostet der nächste Subwoofer und und und... sondern erstmal den jetzigen Stand optimieren und ausreizen.

vieleicht habe auch ich mich da missverständlich ausgedrückt aber so ist das ja allgemein wenn man zu viel Labert und nicht auf den Punkt kommt


[Beitrag von Bastet28 am 13. Apr 2018, 13:47 bearbeitet]
Ocramj
Stammgast
#38 erstellt: 14. Apr 2018, 00:09
[quote="Bastet28 (Beitrag #37)"Ich würde jedenfalls nicht mit dem Status Quo - so wie es jetzt ist - weitergrübeln über weitere Maßnahmen und wie viel kostet der nächste Subwoofer und und und... sondern erstmal den jetzigen Stand optimieren und ausreizen.[/quote]

Zustimm.
x12z34
Ist häufiger hier
#39 erstellt: 19. Apr 2018, 12:04
Hallo zusammen,

wieder muss ich mich entschuldigen, dass meine Antwort so lange hat auf sich warten lassen. Ich hatte sie mit der Absicht zurückgehalten, erst dann wieder einen Post absetzen zu wollen, wenn sich signifikante Dinge zugetragen haben. Das ist bis jetzt nicht in dem gewünschten Maße geschehen. Trotzdem will ich nun antworten, um nicht als unhöflicher als nötig zu gelten

Bastet28 schrieb in diesem Post im HiFi-Forum den beinahe prophetischen Satz:
vieleicht habe auch ich mich da missverständlich ausgedrückt aber so ist das ja allgemein wenn man zu viel Labert und nicht auf den Punkt kommt

Ich habe herzlich lachen müssen. Wie heißt es so schön: YMMD! Ich werde dennoch meinen Schreibstil beibehalten

Wenn Ihr das folgende lest, werdet Ihr vermutlich mehrfach mit den Augen rollen. Denn ich schaffe es, mich über eigentlich selbstverständliche Dinge zu wundern und mich von "erstaunlichen Entdeckungen" verblüffen zu lassen. Seht daher diesen Post einfach als eine Art Entwicklungsroman meinerseits an




Ich hatte im letzten Post über mehrere Absätze dargelegt, was ich von meiner Anlage halte und wo meine Unsicherheiten liegen. Das will ich nun wieder aufgreifen:

Die folgenden Dinge hatte ich im Verdacht, daran schuld zu sein, dass für mich die Bühne nicht wie festgenagelt auf dem A-Brett steht:
- Meinen Musikgeschmack - Vielleicht ist der Effekt mit "meiner Musik" einfach nicht hörbar?
- Einstellung der Anlage - Vielleicht ist die Anlage doch noch nicht perfekt eingestellt?
- Mangelnde Erfahrung - Vielleicht muss ich mich erst hineinhören und lernen, worauf ich achten muss?
- Meine Ohren - Vielleicht höre ich es einfach nicht, denn meine Ohren sind zugegebenermaßen nicht mehr die besten?

Ihr habt dann einen neuen Punkt ins Spiel gebracht, der bisher vielleicht schon unterschwellig mitgeschwungen hatte, der mir so explizit jedoch gar nicht wirklich bewusst war:
- Übersteigerte Erwartungshaltung - Vielleicht erwarte ich Dinge von der Anlage, die gar nicht möglich sind?

Dieser letzte - neue - Punkt hat mich zum Nachdenken gebracht. Überall (zumindest da, wo HiFi ernst genommen wird ) liest man von "Bühnenabbildung", "Stabilität der Bühne", "Bühnenbreite" etc. Diese Begriffe habe ich wohl zum Teil unreflektiert in meinen Wortschatz übernommen. Ich bilde mir zwar ein, zu wissen, was darunter verstanden wird... jedoch: Ich habe derartige Effekte bisher nie erlebt, wie kann ich mir da sicher sein, dass wir wirklich von der gleichen Sache reden?

Oder wenn wir das Gleiche meinen, wie kann ich sicherstellen, dass meine Ansprüche dem Machbaren entsprechen? Diese Begriffe werden von den Profis, die sich ihr Wissen und ihre Erfahrung über Jahre erarbeitet und "erhört" haben, wie selbstverständlich verwendet. Vermutlich bin ich - aufgrund dieser Selbstverständlichkeit - einfach davon ausgegangen, dass diese Effekte so deutlich hörbar und wahrnehmbar sein müssen, dass ich verwirrt war, als sie mich nicht mit roher Gewalt angesprungen haben...

Mein Subwoofer legt richtig gut los, hier kann ich die "ungebändigte Kraft" hören und im wahrsten Sinne des Wortes spüren. (Ja, Ihr alle mit 'ner Wall im Auto, lacht ruhig über meine "ungebändigte Kraft", aber so kommt es mir im Vergleich zu meiner alten Anlage wirklich vor).

Bisher bin ich immer davon ausgegangen, dass es sich mit der Bühnenabbildung ähnlich verhalten muss. Dass sie ähnlich leicht zu erkennen sein muss wie ein Schlag auf den Hinterkopf durch den Bass-Kick. Zu verstehen, dass die Bühne jedoch im Vergleich dazu eben doch eine diffizilere und subtilere Angelegenheit ist, das dauerte ein Weilchen.

Um ein Bild zu gebrauchen: Je mehr ich davon las, wie sich bei einer guten Anlage die einzelnen Instrumente auf der Bühne orten lassen sollten, desto mehr hatte ich mir vorgestellt, dass die Musik geradezu "plastisch" sein müsse. So als ob ich mit Knete alle Musiker auf dem A-Brett nachbilden, dem Sänger ein winziges Mikrophon in die Hand drücken und ihnen dann beim Musizieren zusehen könnte. Als ob die Musik nicht mehr aus den Lautsprechern, sondern direkt von den winzigen Instrumenten käme.

Das ist natürlich nicht möglich und auch in der Erwartungshaltung übertrieben, doch so etwa hatte ich es mir wohl tatsächlich vorgestellt. Zu sagen, dass ich enttäuscht war, als sich die Knete-Musiker beim Probehören nicht von selbst auf dem A-Brett aufgestellt haben, wäre übertrieben. Denn die Anlage klang ja jetzt nochmal eine ganze Ecke besser als vor dem Einmessen und um Welten besser als meine alte Anlage. Aber ich habe die Musik nicht so "plastisch" wahrgenommen, wie ich sie mir vorgestellt hatte.

Der räumliche Eindruck entsteht ja im Endeffekt durch nichts anderes als eine gezielte Laufzeitmanipulation. Und ich tue mir schwer, in so eine psychoakustische Maßnahme jene Knete-Figuren hinein interpretieren zu können... Das war meine Erklärung, warum ich keinen klaren Aufbau heraushören konnte. Das und die Vermutung, dass mit meiner Musikrichtung eine Ortung einfach nicht möglich sein könnte.

Und jetzt neu dazugekommen auch die Meinung, dass ich einfach mehr erwartet hatte als möglich ist... Ich hörte ja eine "gewisse" Bühne heraus, ich konnte die Musiker in einer Art "Wolke" orten. Ist alles darüber hinaus Gehende nur Wunschdenken?

So ganz sicher war ich mir da nicht, schließlich habe ich ja ein paar Vorführ-Autos gehört, in denen mir die Bühne präsenter vorkam als bei mir. Aber ich dachte mir, dass die Vorführ-Anlagen deswegen besser klingen, weil ungezählte Feinarbeit und exzessive Materialschlacht (vergleiche Golf GTI) in sie hineingeflossen seien... Vielleicht, so habe ich mich gefragt, ist das, was ich höre, die Grenze dessen, was bei mir im Auto machbar ist?

Weil meine Anlage - ich wiederhole mich zum wiederholten Male - auf mich keinen schlechten Eindruck macht und ich ihr viel Spaß abgewinnen konnte und kann, war ich bereit, es auf dem aktuellen Stand zu belassen. Die Musik spielt " da vorne", so wie es sein soll. Außerdem klang es für mich "gut genug", ich war zufrieden.

Ich sagte ja immer, dass ich nicht das "tonal perfekte" suche, sondern eine Spaßanlage haben will. Das ist auch definitiv gelungen. Ich will mich nicht in "Kleinigkeiten" verlieren und Schatten jagen. Auf der anderen Seite ist - meiner Meinung nach - das Vorhandensein einer Bühne keine unwichtige Sache...

Daher habe ich mich weiter stückweise durch meine Musiksammlung durchgehört, weil ich dann doch wissen wollte: Beruht alles nur auf "mangelnder Einbildungsfähigkeit" und zu hohen Erwartungen, oder hat mein Musikgeschmack eine objektive Mitschuld?

Denn wenn ich mir Threads zum Thema "Welche Lieder sind gut, um mit der eigenen Anlage anzugeben", so durchlese, dann sehe ich, dass sich mein Musikgeschmack praktisch gar nicht mit dem deckt, was ich in diesen Angeber-Listen so finde. Das meiste von dem, was dort aufgeführt wird, habe ich nie gehört, häufig kenne ich nicht mal die Namen der Künstler...

Diese Listen sind nun sicher nicht der Weisheit letzte Schluss, aber sie geben mir einen deutlichen Hinweis auf zwei Dinge:

Erstens sollte ich wohl meine Erwartungshaltung bei meinem Musikgeschmack tatsächlich genauer auf die Probe stellen als ich es bisher getan habe. Und zweitens sollte ich wirklich mal über meinen Schatten springen und meine Anlage mit anderer Musik testen als ausschließlich Blutengel rauf und runter laufen zu lassen...

Deswegen hatte ich Euch um Musiktipps gebeten. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich noch nicht dazu gekommen, Eure Vorschläge wirklich anzuhören, dafür hatte ich am Wochenende zu viel anderes zu tun.




Dann aber hat meine Playlist ein Lied angespielt, bei dem mir die Augenbrauen bis zum Haaransatz hochgeklettert sind:

Adele - Rolling in the Deep

Die Stimme kommt glasklar aus der Mitte des Armaturenbretts, steht dort, wie mit Sekundenkleber festgeklebt, und bewegt sich keinen Millimeter. So gut hatte ich es bisher noch bei keinem anderen Lied erlebt...

Ich bilde mir sogar ein, die Gitarre von einer anderen Stelle wahrzunehmen als die Sängerin. Und das Schlagzeug wieder von einer anderen Stelle. Das aber, gebe ich frei und offen zu, kann ich mir auch einfach einbilden. Es kann sein, dass ich hier diesmal zu viel hinein interpretiere anstatt zu wenig. Bei den anderen Liedern und Musikrichtungen habe ich die Bühne bei weitem nicht so klar wahrgenommen wie hier. Vielleicht verführt mich das jetzt dazu, dass ich hier noch mehr heraushören können will, als eigentlich drin steckt?

Auf jeden Fall bin ich momentan euphorisch: Es geht also doch, meine Anlage KANN klasse spielen und ich KANN es (zumindest teilweise) hören! YAY!!!!!OheMGee!!!!11!!111! Ich bin so durch den Wind Nein, ernsthaft, ich bin momentan wirklich begeistert.

Mir stellt sich nur die Frage: WARUM? Warum kann ich die Knet-Puppe "Adele" auf mein A-Brett hinstellen, andere Sänger(innen) jedoch nicht?

Alexander hatte angedeutet, dass es auch zum Teil an der Anlage liegen könnte: Wenn eine Phasendifferenz zwischen TMT und HT existiere, könnte das ein Wandern der Bühne und damit die von mir angesprochene "Wolkenbildung" erklären. Vielleicht ist das auch der Fall, das kann nur ein Profi herausfinden, ich wüsste nicht, worauf ich überhaupt achten sollte.

Aber die Tatsache, dass Adele fest in der Mitte des Armaturenbretts verankert ist, zeigt mir, dass das nicht der Hauptgrund sein kann. Denn Adele ist keine Tarja Turunen. Sie kann natürlich auch "hoch", Adele ist aber mehr auf TMTs und HTs verteilt, als wenn Tarja so richtig loslegt... Wenn da eine (massive) Phasenverschiebung zwischen TMT und HT existieren würde, die andere (meist männliche) Stimmen in eine Wolke zerlegt, dann müsste das doch bei Adele auch zumindest ansatzweise hörbar sein? Ist zumindest meine Meinung, Profis dürfen mir gerne widersprechen.

Im Endeffekt muss ich sagen: Es ist genial, dass ich erkennen konnte, dass ich doch (abhängig vom Lied) eine Bühne vorne auf dem A-Brett stehen habe. Nur kann ich die Frage nach dem "Warum" nicht wirklich beantworten... Warum sehe bei dem einen Lied die Musiker beinahe vor mir stehen, während sich bei anderen Lied die Bühne total auflöst und viele Lieder irgendwo zwischen den Extremen liegen?

Ich habe immer mehr meine bevorzugte Musikrichtung in Verdacht. Was aber genau ist daran so "schlecht" ist, dass es mit dem Bühnenaufbau nicht klappen will. Das kann mir vielleicht ein Experte erklären?




Ein paar Tage später: Das Ganze hatte mir jedoch keine Ruhe gelassen, sodass ich in der letzten Zeit nochmals verstärkt ins Auto gesetzt und probegehört habe...

Und siehe da: Eine "neue und wundersame" Entdeckung sorgt dafür, dass ich das Gefühl habe, meine Anlage plötzlich besser zu verstehen. Die Frage, warum ich bei manchen Liedern den Sänger bzw. die Sängerin besser orten kann als bei anderen, macht für mich jetzt zunehmend Sinn. Ich habe das Gefühl, einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht zu haben.

Irgendwie ist es ziemlich peinlich, so lange gebraucht zu haben, um so eine einfache und eigentlich selbstverständliche Sache zu verstehen... Und bevor ich noch mehr um den heißen Brei rede, komme ich lieber zur Sache:

Denn mich hat die einfache Erkenntnis getroffen, dass ich Stimmen umso leichter orten kann, je distinkter sie sind. Je mehr sich eine Stimme vom Untergrund abhebt, desto leichter ist es für mich, ihr einen Platz auf der Bühne zuzuordnen. Je mehr aber der Sänger in der Geräuschkulisse untergeht, desto größer wird die imaginäre Wolke.

Eine erstaunliche Entdeckung, nicht wahr Wie gesagt, es ist peinlich, dass ich so lange gebraucht habe, das festzustellen... Genau an dieser Stelle gebe ich meiner übersteigerten Erwartungshaltung die Schuld: Ich hatte einfach angenommen, dass sich Stimmen jederzeit gut und deutlich orten lassen müssen, unabhängig davon, in welchem Umfeld sie zu hören sind... Doch dem ist anscheinend wirklich nicht so...

Ich will diese Vermutung mal an den folgenden Beispielen darstellen...
Von oben nach unten nimmt die Ortbarkeit ab:
- Adele - Rolling in the Deep --- Stimme prägnant gegenüber dem Hintergrund - Extrem gut ortbar
- Tom Waits - Time --- sparsame Untermalung der Stimme - Auch sehr gut ortbar
- Roxette - Real Sugar --- Per Gessle besser ortbar als Marie Fredriksson, da der Hintergrund deutlich aufdreht, wenn sie singt
- Nightwish - Feel for you --- Tarja besser ortbar als Marco, da sie einfach die durchdringendere Stimme hat
- Abba - Dancing Queen --- schlechter ortbar als die oben genannten Songs, da der Hintergrund generell lauter ist
- Blutengel - Black --- Stimme nicht wirklich vom Rest getrennt - die ominöse Wolke, die ich beschrieben hatte
- Blutengel - I will follow --- Stimme teilweise beinahe leiser als der Hintergrund - welche Bühne? Echt jetzt, hier geht alles flöten...

Die Erfahrung, dass die Bühne schwer ortbar ist, habe ich nicht nur bei (meiner Lieblingsband) Blutengel gemacht: Bei eigentlich allen Bands mit großem Electronic-Anteil oder Techno etc. habe ich Schwierigkeiten, mit Präzision sagen zu können, wo die imaginäre Knet-Puppe steht. Aber auch bei vielen Pop-Songs, bei denen der Hintergrund einfach "zu laut" ist. Je einfacher bzw. dezenter hingegen die Begleitband bzw. die Effekte sind, desto einfacher und genauer kann ich die Puppe auf dem A-Brett platzieren.

Das erklärt auch, warum meine ehemalige Vermutung, dass ein Sänger / eine Sängerin umso ortbarer ist, je mehr die HTs an der Wiedergabe beteiligt sind, nicht haltbar ist. Zumindest kann das nicht der einzige Grund sein. Denn sonst müsste sich ja Abba besser orten lassen als Tom Waits, doch genau das Gegenteil ist der Fall...

Ich habe also "Fortschritte" gemacht, allerdings hatte ich bisher nur bei Adele das Gefühl, auch die Bühnenaufbauten vor meinem geistigen Auge sehen zu können; das ist mir bei den anderen Liedern so noch nicht gelungen. Eine Differenzierung der Bühne scheint für mich immer noch sehr schwer zu sein...

Ich bin aber der Meinung, hier einen Verdächtigen zu haben: Ich weiß, dass meine Ohren leider nicht besonders gut sind. Nicht auf einem ohne-Hörgerät-bin-ich-taub-Niveau, sondern eher: Bei Veranstaltungen, bei denen viele Gespräche gleichzeitig stattfinden, tue ich mir schwer, einem leise sprechenden Gesprächspartner zu folgen.

Genau wie ich mir schwer tue, einen Sänger vor lautem Hintergrund zu orten. Oder etwa gleichlaut spielende Instrumente auseinander zu halten...

Ich bin der Meinung, dass das in gewisser Weise eine universelle Tatsache ist: Dass sich jeder mehr oder minder schwer tut, in einem lauten Umfeld die imaginäre Ordnung zu behalten. Nur ich tue mir vermutlich etwas schwerer als Leute mit einem intakten Gehör...




Je mehr ich meine Musiksammlung quer höre, desto mehr bin ich inzwischen jedoch auch überzeugt, dass es mehrere Gründe geben muss, dass ich nicht einer Ursache die alleinige Schuld zuschieben kann.

Ich kann weder meinen Ohren noch meinem Musikgeschmack die alleinige Schuld zuschieben. Daher will ich die Liste von oben erneut auf den Prüfstand stellen:

- Meine Ohren - Sie sind sicherlich dran mitschuld, dass ich mir schwerer tue als andere und dass ich verschiedene Feinheiten vermutlich nie hören werde...

- Einstellung der Anlage - Vielleicht kann man noch mehr aus meiner Anlage herauskitzeln (die angesprochene, evtl. existierende Phasenverschiebung zum Beispiel). Weil ich selber nicht einmal wüsste, wie ich das heraushören könnte, muss Alexander das klären, wenn ich das nächste Mal bei ihm bin. Schlecht eingestellt kann die Anlage aber auf jeden Fall nicht sein... Furchtbar pressieren tut's mir also nicht.

- Mangelnde Erfahrung - Nein, diesen Punkt streiche ich: Es kann gut sein, dass die Differenzierung mit Zeit und Erfahrung einfacher und/oder besser wird, aber die Frage "Bühne ja/nein" kann ich ziemlich schnell beantworten. Bei manchen Liedern habe ich das instinktive Bedürfnis, den Kopf zum Sänger drehen zu müssen, bei manchen eben nicht. Mit Erfahrung hat das nichts zu tun.

- Übersteigerte Erwartungshaltung: Ich musste erkennen, dass sich mir die Bühne nicht mit roher Gewalt aufdrängt; nachdem ich meine Erwartung aber angepasst habe, bleibt der Effekt nach wie vor bestehen, dass es bei manchen Liedern besser klappt als bei anderen...

- Meinen Musikgeschmack - Ich mache es inzwischen nicht mehr an einem bestimmten Musikgeschmack fest, denn ein "lauter Hintergrund" ist nicht an ein bestimmtes Genre gebunden, sondern kann überall auftreten. Vielmehr versuche ich, den Bühnenaufbau an bestimmten Merkmalen des jeweiligen Liedes festzumachen.

Einen anderen Grund, den Ihr auch schon angedeutet hattet, möchte ich noch schnell anmerken:

- Die Sitzposition: ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Bühne komplett kaputt geht, wenn ich auf den Beifahrersitz wechsle; da kommt praktisch alles exklusiv aus den rechten Lautsprechern. Auf dem Fahrersitz hat eine Bewegung des Kopfes im Bereich von einigen Zentimetern seitlich / vor-zurück für mich (!) keinen hörbaren Einfluss. Wenn ich mich jedoch weit vor lehne, wird die linke Seite dominant. Und wenn ich den Sitz deutlich zurückklappe, wird der Bass extrem aufdringlich... Das alles ist für mich aber kein Wunder, denn die Anlage ist ja spezifisch auf mich, den Fahrer, abgestimmt worden. Um etwas anderes hatte ich auch nie gebeten, da ich eigentlich immer alleine fahre... Ich wollte es nur erwähnt haben. Und im Folgenden als Ursache ausschließen, da ich immer in derselben Sitzposition bin...

Für mich gibt es zusammengefasst zwei große Schuldige: Mein Gehör und das jeweilige Lied an sich.




Es ist mir jedoch auch klar geworden, dass die "Distinktivität" des Sängers zwar eine große (vielleicht die größte) Rolle spielt, ob ich die Knet-Puppe instinktiv platzieren kann oder nicht. Aber komme immer mehr zur Erkenntnis, dass dies nicht der einzige Grund sein kann, der mit hineinspielt.

Denn selbstverständlich hatte ich nun extra nach Songs gesucht, bei denen der Sänger / die Sängerin möglichst "alleine" ist, bei denen die Erkennbarkeit also möglichst hoch sein sollte... Und siehe da: Da habe ich Songs gefunden, bei denen ich den Sänger / die Sängerin nicht so gut orten kann wie ich es inzwischen vermutet hätte.

Aber auch die Umkehrung gilt: Es gibt Lieder, bei denen der Sänger / die Sängerin gegen den Hintergrund ansingen muss und ich ihn/sie trotzdem besser als erwartet auf dem A-Brett platzieren kann...

"Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor..." wusste schon Goethe. Auf mich trifft das auch zu... Was ist nun der Grund dafür, dass sich bei manchen Liedern eine deutliche Bühne aufbaut, während andere Künstler weiterhin im Trüben stochern?

Liegt der Hauptgrund bei der Abmischung der Lieder, gibt es noch Verbesserungspotenzial bei der Anlage oder muss ich beim Ohrendoktor meine Gehörgänge entknoten lassen? Oder ist es eine Kombination aus mehreren oder allen diesen Gründen? Gibt es etwas, an das ich bisher nicht gedacht habe?

Aber wozu lest Ihr Experten denn hier eigentlich meine Schwafeleien... Könnt Ihr mir sagen, ob meine Schlussfolgerungen halbwegs logisch und folgerichtig sind?

Mag sein, dass das für Euch total einfache und selbsterklärende Dinge sind und Ihr den Kopf über so viel Unverstand schütteln müsst, aber, ich wiederhole mich: Ich hatte bisher nie eine Anlage (weder Home- noch Car-HiFi), mit der ich solche Effekte hätte hören können. Ich habe zum ersten Mal eine gute Anlage, für mich ist bisher alles spannend und ich erlebe jeden Tag neue Dinge, die mich begeistern. Oder auch - wie hier - fragend zurücklassen...

Eure Meinung würde mich interessieren, wobei mir auch sehr bewusst ist, dass hier eigentlich mit der Glaskugel gespielt wird. Eine Ferndiagnose durch Euch, ohne die Anlage selbst gehört zu haben, ist extrem schwer bis unmöglich. Vor allem dann, wenn ich mir sehr schwer tue, die Phänomene richtig und klar zu beschreiben...




Insgesamt komme ich zu dem folgenden Schluss: Mit dem, was in meinem Auto verbaut ist, bin ich sehr zufrieden. Nachdem ich es mit verschiedener Musik getestet habe, habe ich erkennen können, dass meine Anlage besser spielt, als ich im ersten Moment vermutet hatte.

Für mich, für meine Verhältnisse, klingt die Anlage hervorragend. Zumindest bei bestimmten Liedern. Bei den anderen klingt sie immer noch sehr gut. Und ich freue mich darüber wie ein Schnitzel.

Dass es nicht mit jedem Lied gleich "gut" klingt und dass ich nicht verstehe, woran das genau liegen mag, ist eine Sache, die mich nicht wirklich ärgert. Denn - zum wiederholten Mal - eine gewisse Bühne ist ja bei (fast) jedem Lied da, mal besser mal schlechter. Es gibt keine Lieder, bei denen ich sage(n muss): Das klingt grauenhaft...

Wie gesagt, es ärgert mich nicht, aber es beschäftigt und interessiert mich: Falls Ihr mir also eine Erklärung anbieten könnt, dann immer her damit. Was kann / soll / muss ich mir genauer anschauen? Wo würdet Ihr den "Hauptschuldigen" sehen?

Den anderen bestehenden Kritikpunkt, dass der Bass noch einen Tick "bummsiger" sein könnte, werde ich erst einmal so belassen. Denn ich bemerke sehr wohl, dass der Subwoofer immer noch kraftvoll spielt, auch wenn Alexander ihn aus audiophilen Gründen etwas gezügelt hat. Dadurch, dass der Sub immer noch kräftig antreten kann, wird der Drang, das ändern zu lassen, deutlich abgemildert.

Soll heißen, der Aufwand, zu Alexander zu fahren und die neuen DSP-Settings einmessen zu lassen, ist mir momentan zu groß, oder anders formuliert: Der Leidensdruck ist nicht groß genug Für mich klingt die Anlage dazu einfach zu gut.

Ich werde jetzt erst einmal bis nach meinem Urlaub die Füße still halten und die Anlage solange weiter spielen lassen. Erst wenn ich in einigen Wochen immer noch das Bedürfnis habe, dass etwas geändert werden soll, werde ich Alexander bitten, noch etwas an den DSP-Settings zu spielen...

So, das soll es von meiner Seite aus fürs Erste gewesen sein.
Simon
Inventar
#40 erstellt: 19. Apr 2018, 13:18
Der Grund für eine schlechte Bühnenabbildung liegt oft an der Aufnahme.

Du brauchst unbedingt eine Vergleichsmöglichkeit zu Hause.
Die Geräte müssen kein Vermögen kosten. Das System sollte nur als Stereodreieck aufgebaut sein und möglichst symmetrisch mit min. 0,5m Abstand zu allen Wänden im Raum stehen.

Der Einfachheit halber würde ich mit aktiven Nahfeldmonitoren arbeiten.
Z.B. ein Paar JBL LSR 308 bekommt man für ca. 350€.
Für eine deutliche Steigerung muss man das Budget übrigens um ca. den Faktor 10 erhöhen. Dann wäre der Neumann KH 310 ein schöner Lautsprecher.

Und freundlich grüßt
der Simon


[Beitrag von Simon am 19. Apr 2018, 13:30 bearbeitet]
x12z34
Ist häufiger hier
#41 erstellt: 19. Apr 2018, 14:29

Simon (Beitrag #40) schrieb:
Du brauchst unbedingt eine Vergleichsmöglichkeit zu Hause.
Die Geräte müssen kein Vermögen kosten. Das System sollte nur als Stereodreieck aufgebaut sein und möglichst symmetrisch mit min. 0,5m Abstand zu allen Wänden im Raum stehen.


Das ist sicherlich ein sehr vernünftiger Vorschlag, doch hier sage ich mit aller Entschiedenheit: Wird nie und nimmer geschehen!

Ich habe keinerlei Interesse, zuhause ein Home-HiFi-System aufzubauen, das auch nur entfernt der Rede wert ist.

Das hat mehrere Gründe, der allerwichtigste aber ist der folgende:

Ich habe zuhause absolut keine Muße, Musik alleine um der Musik willen zu hören. Wie Du selbst schreibst, ist für einen guten Effekt das Stereodreieck extrem wichtig: Wenn mein Kopf nicht im dritten Punkt des Dreiecks ist, passt es nicht. Und eben die dazu nötige Geduld, zuhause über längere Zeit halbwegs still zu sitzen, die habe ich nicht.

Dort läuft Musik NIE um der Musik willen, immer nur als Hintergrund. Das bedeutet aber auch, dass ich in der ganzen Wohnung herumwusele, während die Beschallung läuft.

Mal sitze ich am Computer, um zu arbeiten oder zu spielen. Dann lehne ich zurückgelehnt im Stuhl, um Videos (am Computer) zu schauen. Oder ich bastele in der Elektronikecke (neben dem Computer) vor mich hin. Oder ich nähe am Esstisch (ja, ich kann nähen ).

So oder so, mein Kopf wäre ausschließlich dann längere Zeit im Stereodreieck, wenn ich am Computer sitze. Doch gerade dann läuft NIE Musik. Beim Arbeiten oder spielen würde mich das Geklimper massiv stören. Oder ich schaue YouTube-Videos (ich folge viel zu vielen Youtube Channels, als dass ich die Chance habe, alle interessanten Videos zu sehen). Etwas polemisch formuliert: Am Computer habe ich besseres zu tun als Musik zu hören.

Musik läuft maximal dann, wenn ich andere Dinge tue, also Elektronikbasteln, Nähen oder so. Das passiert aber NIE im Stereodreieck um den Computer... sondern irgendwo im Wohnzimmer. Und meist laufen bei dieser Gelegenheit auch "nur" Hörspiele

Und zum Spielen, für YouTube Videos oder Hörspiele braucht es kein Stereodreieck und hochqualitatives Wiedergabeequipment.

Zumal ich auch gar keinen Platz hätte, die Lautsprecher so wie von Dir angesprochen aufstellen zu können... Das einzige, was ich anbieten könnte wäre, die Lautsprecher in Monitorbreite entfernt aufzustellen. Mehr ist nicht drin. Selbst dann wird eine symmetrische Aufstellung schwer, so wie ich mir meinen Raum eingerichtet habe...

Wie Du sicher inzwischen erkannt hast: Home-HiFi ist mir in den eigenen vier Wänden "keinen Pfifferling wert".

Deswegen wollte ich ja eine Anlage im Auto, denn dort bin ich während der Fahrt an eine bestimmte Position gebunden. Ich kann nicht einfach während der Fahrt auf den Beifahrersitz wechseln Außerdem habe ich auch nichts anderes zu tun als Auto zu fahren. In dieser Situation ist mir Musik willkommen.

Also danke für den Vorschlag und Deine Mühe für die Antwort, aber meine Erwiderung ist ein sehr entschiedenes "Nö". Nimms mir bitte nicht übel.
Simon
Inventar
#42 erstellt: 19. Apr 2018, 15:51
Ich kann deine Argumentation sehr gut nachvollziehen.

Das eröffnet aber natürlich eine entscheidende Frage:
Wenn du dir zu Haus nicht die Zeit nimmst, Musik in vollem Umfang zu genießen, wie wichtig ist dir dann eine korrekte Bühnenabbildung im Auto?
Sollte es eigentlich darum gehen, deine Lieblingsmusik in gewünschter Lautstärke sauber wiederzugeben?
Wenn du das mit der jetzt installierten Anlage erreich hast, ist doch alles gut und du kannst beim Autofahren einfach deiner Musik hingeben.


Søren Aabye Kierkegaard schrieb:
Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.

Wenn dir jetzt aber jemand (der Fachhändler ist in erster Linie Verkäufer) erkärt, dass man noch mehr haben kann, kann man dem natürlich verfallen und nach der idealen Bühnenabbildung usw. streben.
Ich habe das lange Zeit gemacht und hatte eine teure und gut eingestellte Anlage im Auto. In vollem Umfang genießen kann man das am besten mit abgestellten Motor, idealer Temperatur (nachts) und geschlossenen Augen.
Während der Fahrt habe ich mir über die Bühne eigentlich kaum Gedanken gemacht, da muss die Musik einfach Spaß machen.

Und freundlich grüßt
der Simon
x12z34
Ist häufiger hier
#43 erstellt: 19. Apr 2018, 15:56

Simon (Beitrag #42) schrieb:
Wenn du dir zu Haus nicht die Zeit nimmst, Musik in vollem Umfang zu genießen, wie wichtig ist dir dann eine korrekte Bühnenabbildung im Auto?


Ich habe garantiert nicht vor, jedes kleinste Detail zu verbessern. Ich will weder Schatten jagen noch Luftschlösser bauen.
Ich will auch "nicht mal" zwangsweise erreichen, dass bei jedem Lied eine stabile Bühne vor mir steht.

Was ich aber gerne will, ist wissen, woran es liegt, dass es manchmal klappt und manchmal nicht.
Wenn sich dann herausstellen sollte, dass es entweder gar nicht oder nur mit hohem finanziellen Aufwand zu tun ist, dann lasse ich das bleiben.
Ich denke, ich habe häufg genug gesagt, dass ich mit meienr Anlage zufrieden genug bin. Wenn es "nicht geht", dann ist dem so, dann bin ich auch zufrieden damit.
Nur meine Neugier lässt mich momentan einfach vorwärts streben, Richtung Antwort auf das "Warum..."

Ich hoffe, das beantwortet Deine Frage

P.S. Ich habe hier bei den Klangfuzzis von Alexander den Hinweis auf eine CD erhalten, bei der das Schöne an der Sache ist, dass einem Anfänger wie mir erklärt wird, was man hören können soll.

Die CD habe ich mir bestellt und werde sie mal ins Auto schmeißen. Vielleicht beantwortet das meine Fragen, vielleicht zeigt sie mir weitere Wege auf, viellei´cht lässt sie mich auch weiterhin ratlos zurück. Dann aber kann ich sagen: Ich hab's versucht und jetzt ist gut


[Beitrag von x12z34 am 19. Apr 2018, 16:01 bearbeitet]
Ocramj
Stammgast
#44 erstellt: 19. Apr 2018, 22:11
Wow... so ein langer Text... und immer liegt es mir auf der Zunge... aber wenigstens kommst du sogar selbst in einem Nebensatz drauf:

x12z34 (Beitrag #41) schrieb:
Liegt der Hauptgrund bei der Abmischung der Lieder


Genau das ist der Punkt.
Dein Hörpunkt auf dem Fahrersitz (und ja die ganze Bühne und Abstimmung geht an anderer Stelle komplett in die Hose) kann nur das wiedergeben, was auch wiedergegeben wird.
Um es zu übertreiben: Wenn nur ein Monosignal auf eine StereoCD gepresst wird, dann kannst du im Stereodreieck sitzen wie du möchtest, außer Brei wird es nie eine Bühnenmitte geben...
Wenn die CD/ der Song nicht entsprechend gemischt wird, das Links und Rechts eines einzelnen Instruments um die entsprechende Laufzeit verschoben sind, dann wird das Instrument NIE links oder rechts ortbar sein, sondern immer in der Mitte...
Wenn du bei einer Band nur ein Mikrofon in die Mitte stellst, kannst du zwar noch die Entfernungen der einzelnen Instrumente/Personen erahnen aber nie ob sie sich links oder rechts befinden...

Genug Beispiele?

Der Hauptgrund wird in der Aufnahmequalität und damit Abmischung der Lieder liegen. Danach kommen alle deine aufgeführten Dinge...
x12z34
Ist häufiger hier
#45 erstellt: 21. Apr 2018, 18:05
So, da bin ich wieder,

die bestellte Test-CD (siehe hier bei den Klangfuzzies kam heute an und wurde gleich auf den USB-Stick kopiert.

Und ich muss sagen... ich bin erstaunt... ich bin wirklich erstaunt... wie wenig mir die CD geholfen hat...

Tut mir wirklich leid, das so direkt sagen zu müssen, aber die CD war für mich nutzlos. Das soll bitte BITTE BITTE nicht als Kritik an dem Vorschlag, diese CD zu kaufen, aufgefasst werden. Es soll auch nicht als generelle Beschwerde anzusehen sein, sondern als humoriger und stellenweise nicht ganz ernst gemeinter Ausblick auf die Erkenntnis, dass ich und HiFi wohl vermutlich nie Freunde sein werden...

Denn ich merke immer wieder, wie wenig Ahnung ich doch von der Materie habe. Daher habe ich vor allem bei dieser CD das intensive Gefühl, dass sie "zu hoch" für mich ist und Dinge als gegeben voraussetzt, die ich nicht verstehe.

Dass es zwischendurch im Auto 40°C hatte und ich die Klimaanlage abgeschaltet hatte, um mich besser auf die Musik zu konzentrieren, hat auch nicht dazu beigetragen, dass ich übermäßig viel Geduld hatte, die CD eventuell mehrfach zu hören.

Wie gesagt, sie hat mir nicht wirklich viel bei der Entschlüsselung des "Bühnen"-Mysteriums geholfen. Dafür mache ich im Grund mehrere Faktoren verantwortlich:

Es wird im ersten Track bereits erklärt, dass diese CD eigentlich der Komponenten-Auswahl dient, somit mitunter dem Vergleich von Anlagen oder Anlagenteilen. Also dem Vergleich, welche der Anlagen natürlicher / klarer / transparenter/ etc. klingt.

Die CD dient also in erster Linie nicht, wie ich es eigentlich beabsichtigt hatte, dem Erkennen, ob bestimmte Attribute überhaupt vorhanden bzw. bei meiner Anlage heraushörbar sind. Es ist gut möglich, dass die CD das auch ermöglichen kann, das ist mir jedoch nicht gelungen.

Ich kann mir selbst gut vorstellen, dass ich beim direkten Vergleich von Anlagen Unterschiede heraushören könnte und dass ich anhand dieser Unterschiede beurteilen kann, welche der Anlagen mir besser gefällt. Da ich jedoch keinerlei Anlage habe, mit der ich mein Car-Hifi System vergleichen könnte (und ich werde mir auch keine zulegen, wie hier im HiFi-Forum erklärt), fällt der direkte Vergleich also raus. Ich kann nur versuchen, aus dem, was mir auf der CD erklärt wird, meine Schlüsse zu ziehen.

Es wird in dieser CD vor jedem Lied / Musikstück kurz erklärt, was man in der jeweiligen Aufnahme hören / bemerken können soll. Doch schon diese Erklärung, die dazu gedacht ist, dem Hörer die Sache leichter zu machen und zu erklären, worauf er zu achten ist, geht deutlich über meinen Kopf hinweg. Denn dort werden Begriffe verwendet und als bekannt vorausgesetzt, die mir absolut nichts sagen. Ich habe keine Ahnung, wie sich das, was der Erklärer gerade mit diesen Begriffen beschrieben hat, klingen soll...

Wie soll ich erkennen, ob meine Anlage das Merkmal X, das in dem jeweiligen Musikstück in den Fokus gestellt ist, überhaupt hat, wenn ich keinen blassen Dunst habe, wie sich dieses Merkmal anhören soll. Die Erklärung des CD-Autors ist für mich da wenig hilfreich:

(Und das liegt nicht so sehr an meinem English, das ist gar nicht mal schlecht. Aber auch wenn ich im Kopf das Gesagte ins Deutsche übersetze, weiß ich mit den Begriffen immer noch nichts anzufangen. Es sind und bleiben für mich leere Worthülsen)

Beispiel: Es wird versucht, mir den Begriff "Atmosphäre" näher zu bringen. Dazu wird vor dem Musikstück das Folgende erklärt:

"Atmosphere: Leny Andrade performs 'Maiden Voyage'. There is a warm inviting soundstage in this recording. The stage should be expansive, yet Leny's voice is quite immediate with a wide dynamic range. The bass is full and warm, the drums and cymbals ethereal. "

Wie bitte soll ich mir eine "ausgedehnte" Bühne vorstellen und einen im Vergleich dazu "unmittelbaren" Sänger? Ich habe doch sowieso Schwierigkeiten, mir überhaupt eine Bühne - welcher Art auch immer - vorzustellen. Dass also schon vorausgesetzt wird, zu wissen, was eine ausgedehnte Bühne ist, hilft mir hier herzlich wenig.

Der "große Dynamikumfang" wird weiter hinten auf der CD erklärt und ist eines der Merkmale, die ich besser verstehe, als andere.

Wie das Becken ätherisch klingen soll, kann ich mir wieder schlechter vorstellen. Wenn ich einen Begriff für das Gehörte finden müsste, würde ich sagen: metallisch, kalt, blechern. Wie ich diesen Klang mit ätherisch in Verbindung bringen soll, bleibt mir verschlossen... Die verdammten Dinger sind doch aus Metall, wie sollen die dann anders klingen als... metallisch?

Ja, der letzte Satz ist nicht ganz ernst gemeint, ist aber im Grunde wahr: Je blumiger die Erklärungen sind, desto schwerer tue ich mir, mir darunter etwas vorstellen zu können.

Ich bekomme es ohne größere Probleme hin, eine mechanische Konstruktion zu entwerfen und sicherzustellen, dass die dort eingesetzten Motoren nicht überlastet werden. Dazu gibt es Formeln und CAD-Programme. Aber ich tue mir verdammt schwer, mir etwas vorzustellen und auf etwas einzugehen, für das es keine "greifbare" Handhabe gibt

Anderes Beispiel:

"Midrange Purity: Livingston Taylor performs 'Grandma's Hands'. On this A-Cappella-Track, Livingston is accompanied by three soulful backup singer and it's a remarkable example of midrange purity. First, let's try an experiment: Snap your fingers! Keep going. While listening to 'Grandma's Hands', pay close attention to those recorded finger-snaps. There should be a flesh-and-bone quality to them, just like yours... Livingston's voice should have a good sense of 'chest', that is, you should hear that his body is contributing to his sound. Far too many recordings have voices that sound detached from the bodies creating them. And the result is a less human, less natural sounding voice"

Hä? Was will er? Wie zum Geier soll ich mir vorstellen, dass sein Brustkorb zum Gesang beiträgt? Oder besser gesagt, wie soll ich mir vorstellen, dass er es nicht tut? Die Lunge ist doch im Brustkorb. Und wie soll eine entkoppelte Stimme im Vergleich dazu klingen? Das wird natürlich nicht erklärt...

Ok, dass die Fingerschnipser klar und "hart" rüberkommen sollen, kann ich mir als Beispiel für "Klarheit der Mitten" angehen lassen. Aber wie spielt da mit rein, ob der Sänger jetzt aus dem Brustkorb singt oder nicht?

Ganze davon abgesehen, dass meine Finger sowieso mehr Fleisch auf den Knochen haben als Eure... und dass meine "Snaps" eher klingen wie "Platsch". Also genau das Gegenteil dessen, was ich eigentlich hören sollte...

Und nein, bitte versucht nicht, mir das zu erklären, ich würde es vermutlich ohnehin nicht verstehen, es wäre vergebene Liebesmüh'.



Ich höre jetzt auf, ich könnte noch viel mehr Beispiele anführen, wie mir die CD nicht geholfen hat Aber anstatt nur sinnlos zu meckern, will ich kurz erklären, was ich mir an einer Test-CD gewünscht hätte:

Ich hätte gerne eine CD, die absolut nichts an Vorwissen oder Vorstellungsvermögen voraussetzt.

Im Beispiel für midrange-purity wurde gesagt "it's a remarkable example of midrange purity".
Ja, schön... und weiter? Jetzt weiß ich also, dass das Beispiel besonders gut diesen Effekt hervorheben soll. Nützt mir absolut nichts, wenn ich keinen Vergleich habe, wie ein schlechtes Beispiel klingt.

Wie soll ich vergleichen, wenn ich keine Vergleichsmöglichkeit habe? Weder als Anlage direkt vor Ort noch als bereits gesammelten Erfahrungsschatz, auf den ich zurückgreifen könnte...

Der letzte Satz beschreibt also, was ich gerne bei einer für mich geeigneten Test-CD hätte: Alles, was erklärt wird, ist in verschiedenen "Abstufungen" auf der CD enthalten, um einen direkten Vergleich zu haben.

Im Beispiel für "depth" ist das ansatzweise zu erkennen: The trumpet that opened this track was ten feet from the microphone and provides us with a true test of depth reproduction. The artist should be close, yet her voice fills the studio with reverberation."

Die Trompete ist also weiter entfernt als die Sängerin. Eigentlich also ein schöner Test. Nur nützt mir das nichts, denn die Trompete ist durch die Entfernung deutlich leiser als die Sängerin. Ich habe (wie im letzten Post dargestellt) Probleme, etwas zu orten, das leiser ist als die anderen Geräusche. Einen Effekt der Tiefe habe ich nicht feststellen können.

Stattdessen wäre es mir lieber gewesen, wenn der Testtrack so aufgebaut gewesen wäre:
Ein Trompetensolo:
Die Trompete ist 10 Meter vom Mikrofon entfernt
[20sec Musik]
Die Trompete ist jetzt 5 Meter vom Mikrofon entfernt
[20sec Musik]
Die Trompete ist jetzt 1 Meter vom Mikrofon entfernt
[20sec Musik]
Die Trompete steht jetzt auf der anderen Seite des Mikrofons
[20sec Musik]

Dann wäre ich vermutlich deutlich eher in der Lage gewesen, zu sagen, ob ich den Effekt der Tiefe wahrnehme oder nicht. Dann hätte ich mich nur auf eine Sache konzentrieren müssen und nicht gleichzeitig darauf, die Trompete von der Sängerin zu trennen und die Gitarre nochmals getrennt zu behandeln...

Oder einen Sänger, der, während er singt, einmal langsam im Kreis um das aufgestellte Mikrofon herumläuft.

Mit anderen Worten: Womit mir vermutlich mehr gedient wäre, wäre eine CD mit "technischen" Tracks: Unterscheidung links-rechts / vorne-hinten. Tracks mit hohem und niedrigem Dynamikumfang, Tracks mit und ohne Rauschen. Dasselbe Musikstück, einmal in einem großen und einmal in einem kleinen Raum aufgenommen.



Jetzt muss ich mir natürlich die berechtige Frage gefallen lassen: Was nützt es mir, wenn ich weiß, was meine Anlage kann und was sie nicht kann? Warum betreibe ich überhaupt diesen "Aufwand"? Was nützt es mir, die Musik so zu sezieren, die einzelnen Effekte und Merkmale quasi steril zu extrahieren und separat zu betrachten?

Ehrlich gesagt ziemlich wenig, denn die Musik, die ich höre, ist so, wie sie ist. Nur deswegen, weil ich jetzt eventuell herausgefunden haben könnte, was eine Bühne ist, ändert sich die Musik deswegen noch lange nicht... Und in egal welchem Musikstück treten die Effekte ja auch nicht getrennt voneinander auf - das wäre sehr seltsame Musik.

Das Einzige, was ich eventuell herausfinden könnte, wäre, zu wissen, wer oder was der/das Schuldige ist:
- Sind es meine Ohren, die diese Effekte nicht hören können?
- Ist es mein mangelndes Vorstellungsvermögen, das vor komplexen Begriffen einfach kapituliert?
- Ist es meine Anlage, die in ihrer Einstellung noch optimiert werden könnte?
- Ist es die Musik, durch ihre "schlechte" Abmischung diese Effekte einfach nicht enthält?

Nur ein Beispiel: Wenn ich wüsste, dass das gerade spielende Musikstück abwechselnd aus den linken und rechten Lautsprechern kommen würde, wäre der Musikgeschmack und mein Vorstellungsvermögen außen vor. Links und rechts zu unterscheiden, das bekomme ich noch hin. Wenn ich es nicht hören würde, wären entweder meine Ohren total kaputt oder die Anlage falsch eingestellt.

Doch, wie gesagt, das nützt mir nicht viel, denn dadurch wird mein Gehör auch nicht besser. Und der Produzent wird einen Teufel tun, und seine Musik extra für mich neu abmischen, damit ich einen besseren Eindruck der Bühne habe.

Und sobald - wie es bei normaler Musik immer der Fall ist - mehrere Effekte kombiniert werden, ist es sowieso mit der klinischen Sterilität vorbei. Dann bringt es absolut nichts mehr, das Musikstück zu Tode analysieren zu wollen, da geht der ganze Spaß n der Musik flöten. Es sei denn, man ist AYA-Juror dann muss das so sein (diesen Satz bitte nicht ernst nehmen!)



Und zu guter Letzt noch ein "humoriger" Punkt: Es wurde in der Erklärung zum Thema Atmosphäre vom Autor behauptet:

"This is a lush recording that you'll find very relaxing"

Ich halte entgegen:

Das ist eines der scheußlichsten Musikstück, die ich je gehört habe. Alles andere als entspannend. Nun, zugegeben, ich habe etwas übertrieben, aber die auf dieser CD gesammelten Musikstücke entsprechen durch die Bank so ÜBERHAUPT NICHT meinem Musikgeschmack, dass ich mit Bestimmtheit sage:

Wenn es derartige Musik erfordern sollte, um die Feinheiten meiner Anlage zur Geltung zu bringen,
- dann kann ich besten Gewissens darauf verzichten.
- dann höre ich meine Musik und lass es gut sein.
- dann will ich die Feinheiten meiner Anlage gar nicht weiter erforschen.
- dann bin ich sehr zufrieden mit dem, was ich habe.



Insgesamt sehe ich diesen Punkt inzwischen auch als abgeschlossen an. Ich habe mich (für kurze Zeit) bemüht, ein wenig mehr über meinen Höreindruck zu erfahren und herauszufinden, warum sich bei manchen Liedern der Eindruck von "Ordnung" auf dem A-Brett förmlich aufdrängt, während es bei anderen Liedern bei einem trüben Nebel bleibt.

Meine Versuche waren nicht in dem Maße von Erfolg gekrönt, wie ich es mir gehofft habe. Dafür mache ich in letzter Konsequenz die einfache Tatsache verantwortlich, dass HiFi kein einfaches Thema ist...

So langsam versiegt aber mein Eifer, mich noch mehr mit der Materie auseinander zu setzen. Ich erwähnte es in meinem ersten Post: Ich habe weder die Lust noch die Geduld, mich über "lange Zeit" hinweg mit derselben Sache auseinander zu setzen. Einmal zu Anfang versuche ich, so viele offene Fragen wie möglich zu klären. Alles, was danach noch unbeantwortet ist, wird es auch auf ewig bleiben. Es sei denn, ich stolpere aus purem Zufall über eine Lösung, denn Energie werde ich nicht mehr viel hineinstecken...

Einen letzten Versuch, etwas mehr Klarheit zu bekommen, werde ich vermutlich noch unternehmen und direkt nach meinem Urlaub beim Nordfuzzitreffen vorbei schauen. Vielleicht ergib sich die Chance, dass ich andere Anlagen anhören kann oder dass einer der Anwesenden seinen Eindruck meiner Anlage preisgibt. Wird auf jeden Fall interessant... Danach ist es aber auch gut, unabhängig davon, ob ich Antworten gefunden habe oder nicht...

Das heißt jedoch NICHT, dass ich meine Anlage "aufgebe" oder abschreibe, ganz im Gegenteil. Ich höre jetzt auf, mir Gedanken über Sachen zu machen, deren Lösung "viel" Energie und Zeit kosten würde.

Ich lasse die sinnlose Grübeleien sein und mache vielmehr das, was ich schon früher hätte machen sollen:

Ich habe Spaß mit meiner Anlage und genieße meine Musik.
Matth82
Stammgast
#46 erstellt: 22. Apr 2018, 10:59
Du hast es ja jetzt schon herausgefungen, aber noch mal kurz von mir, einem der durch seinen recht Monotonen Musikgeschmack weniger Wert auf eine Bühne usw legt.:

Hör auf mit der ganzen Theorie und damit unbedingt etwas hören zu wollen/müssen, Musik soll Spaß machen! Setz dich ins Auto, mach ein Lied an das dir gefällt, dreh auf und habe Spaß daran! Das schaffen die Komponenten schon ohne komplizierte Einstellungen sofern der Sub halbwegs ans FS angepasst ist. Ich habe das gleiche Frontsystem, passiv, derzeit ohne Sub und nur an einem Drittel der Leistung. Was soll ich sagen, es macht einfach nur Spaß ohne Ende. Ich habe mich nie darin belesen wie etwas klingen sollte, weil 99% meiner abgespielten Musik das alles eh nicht hergeben und ich meine Musik am liebsten aus allen Richtungen in der Mitte stehend genieße.

Kurz nach dem Einbau bemerkte ich jedoch das fast all meine gesammelte Musik (DJ-Sets von Soundcloud/Mixcloud/Youtube usw.) sich richtig bescheiden anhörten weil die Qualität einfach zu mies für das Hifi-Upgrade war. So änderte sich über die Monate die Musikquelle immer mehr von MP3 hin zu DAB/CD/DVD und die Übertragung via Bluetooth vom Smartphone ist komplett weggefallen. Nach einiger Zeit (Wochen/Monate) vielen mir dann Kleinigkeiten auf die ich vorher nie so gehört habe. Das war gleich zu Beginn nach dem Einbau eher etwas befremdend als dass es sich gut anhörte, aber über die Zeit habe ich mich daran gewöhnt und will darauf nicht mehr verzichten. Am deutlichsten wurde mir das als es für meine Frau einen EOS BJ2007 gab, als ich dort das Radio anhörte, fühlte ich mich als wäre ich auf einem Ohr taub und auf dem anderen war alles nur Dumpf und Flach, als hätte ich Wasser im Ohr.

Wohl gemerkt, das ganz hat sich über 9 Monate abgespielt und spielt sich auch weiterhin ab. Ich habe bei weitem nicht das Gefühl am Ende angekommen zu sein, eher wird es jetzt Zeit für das nächste Upgrade denn ich betreibe das FS noch passiv über die originale Frequenzweichen, ohne LZK, Sub und nach 9 Monaten ist auch der Punkt da an dem ich sage: An viel zu wenig Leistung. Das größte Problem ist jedoch das ich keine Quellen finde die meinen Musikgeschmack in der benötigten Audioqualität bereitstellen.

Ich hoffe das hilft dir etwas und denke du wirst das ähnlich empfinden wenn du dich erst einmal darauf fokussierst das deine Anlage Spaß macht! Um vorhandene Zweifel zu beseitigen hast du ja auch schon den richtigen Weg gefunden, fahre zu anderen und lasse sie hören was du noch nicht hören kannst! Kleiner Tipp: Mach es genau so und nicht anders herum, denn auf solchen Treffen findet man viele Menschen die sehr viel mehr investieren und somit eine ganz andere Basis in ihrem Fahrzeug haben. Das sollte dir zumindest immer bewusst sein denn ansonsten wirst du sehr schnell sehr unzufrieden mit dem was du hast.


[Beitrag von Matth82 am 22. Apr 2018, 11:10 bearbeitet]
Bastet28
Inventar
#47 erstellt: 22. Apr 2018, 15:09
Math82, ohne igerdetwas abstreiten zu wollen: wenn du so deutliche Unterschiede von MP3 zu sogar DAB hörst solltest du dich ggf. nochmals mit der MP3 Konvertierung beschäftigen. Von eigens konvertierten CDs auf 320kbit MP3 höre ich keinen Unterschied. Wohl aber schon, wenn der Zuspieler des Musiktitels nicht der Hit ist also die Qualitätsunterschiede vom abspielenden Telefon wenn ich nicht direkt den USB Stick nehme. Von USB MP3 gu CD \ DVD höre ich jedoch keinen Unterschied. Falls dich die Scheiben nicht stören, bleib dabei - halte ich nach wie vor für Optimal.
Matth82
Stammgast
#48 erstellt: 22. Apr 2018, 18:06
Es ging mir darum das die miesen MP3s mich vorher nicht gestört haben da es mit dem Seriensound kaum einen hörbaren Unterschied gab. Diese miesen MP3s gibt es nicht als WAV oder CD und werden nicht von mir konvertiert, es sind halt aufnahmen und Mitschnitte von Events mit schlechter Qualität.
x12z34
Ist häufiger hier
#49 erstellt: 12. Jun 2018, 12:09
So, hallo zurück,

von mir ein kleines Update, um die letzten Wochen zusammen zu fassen:


Mitte Mai fuhr ich in den Urlaub und hatte mir dafür vorgenommen, meine Anlage nochmal etwas besser kennen zu lernen, schließlich war ich doch - nur von kurzen Pausen unterbrochen - 28 Stunden am Stück unterwegs, um mein Urlaubsziel zu erreichen. Da sollte doch genügend Zeit sein, ein "paar" Lieder zu hören, oder?

Denkste! Genauer: Zeit war wohl genug vorhanden, aber keine Lust. Ich merke immer mehr, dass ich Musik nur auf kürzeren Strecken höre. Je länger die Fahrt wird, desto mehr stelle ich fest, wie die Musik mich ablenkt. Denn da ich während der Fahrt nicht viel machen kann, fangen meine Gedanken relativ schnell an zu wandern. Und ehe ich mich versehe, ist die Musik aus, da sie mich davon abhält, meinen Gedanken dorthin zu folgen, wo sie mich hinführen. Ich kann entweder Musik hören oder meinen Gedanken nachhängen, nicht beides auf einmal

Und so kam es, dass meine Anlage, trotz der zweieinhalb Tage, die ich im Urlaub auf der Straße war, nur wenig gelaufen ist. Das ist allerdings für mich kein Beinbruch, denn wenn ich Musik hören will, weiß ich ja, dass die Anlage für mich da ist



Ich schrieb, kurz nachdem Alexander vor einigen Wochen die Anlage eingebaut hatte, dass für mich das Woofer-Upgrade vom 12w3 auf den 12w7 bereits feststehe, dass ich nur warten müsse, bis wieder genügend Geld da ist.

Nun, jetzt war es soweit, aber plötzlich war ich mir nicht mehr sicher, ob ich den "Monster"-Woofer überhaupt noch will, oder ob mir nicht in der Zwischenzeit andere Dinge wichtiger geworden sind: Genauso verlockend wie das Bass-Upgrade war nämlich geworden, mir ein Schweißgerät und/oder Metallbandsäge für die heimische Werkstatt anzuschaffen.

Ein paar Wochen war ich mir unsicher, mal gewann der Woofer das Rennen, mal entschied ich mich für die Werkstattausrüstung. Den Ausschlag gab letztendlich, dass ich kein stimmiges Konzept hatte, wie ich die Werkstatt umräumen wollte, denn so, wie sie derzeit aufgebaut ist, passt es hinten und vorne nicht. Und solange das nicht geklärt ist, macht es meines Erachtens nach keinen Sinn, noch mehr Werkzeug / Maschinen anzuschaffen... Der Woofer hat zwar nicht gewonnen, die Gegenseite jedoch verloren.



Also war ich letzten Samstag kurzfristig bei Alexander (O-Ton Alexander: "Spontanfrage: hast du morgen gegen 11:00 Zeit"), da er angedeutet hatte, ein Testgehäuse für den 12w7 zu haben. Soll heißen: Ich kann hinfahren, die Test-Box ins Auto wuchten und sofort die Unterschiede zu meinem derzeitigen Setup hören. Und mich auf diese Art und Weise einfach und schnell entscheiden, ob mir der Zuwachs an Bass den Preis wert ist.



Ganz so schnell sollte es jedoch dann doch nicht gehen, denn Alexander hat meine Anlage nochmal ein etwas anders eingestellt, da ihm noch etwas aufgefallen war, was man besser lösen konnte. Und ja, ich denke, dass ich den Unterschied durchaus heraushören kann:

Ich schrieb in meinen letzten Posts, dass ich mir grundsätzlich mit der Bühnenabbildung schwer tue. Dass ich den Sänger nur dann gut orten kann, wenn er / sie alleine vor sich hin singt und sich die Hintergrundmusik sehr zurückhält. Sobald jedoch mehrere Geräuschquellen gleichwertig nebeneinander spielten (z.B. mehrere Sänger und/oder lauterer Hintergrund), kam eine imaginäre Wolke, hinter der sich die Teilnehmer versteckten und die die Bühne in Brei zerlegte.

Das ist mit der neuen Einstellung deutlich besser geworden, der Sänger / die Sängerin steht inzwischen wie festgenagelt in der Mitte des A-Brettes, unabhängig davon, wie viel im Hintergrund passiert oder ob mehrere Leute gleichzeitig singen. Eine "Auflösung" der Bühne, also die Ortung der einzelnen Instrumente war mir aber immer noch nicht klar möglich. Alexander gab mir deshalb eine Test-CD mit, die ich mal anhören sollte. Und mit dieser kann ich tatsächlich teilweise - so bilde ich mir zumindest ein - die Positionen mancher Instrumente herausfiltern.

Höchstvermutlich nicht so schnell, umfassend und präzise wie Ihr Profis und Klangerfahrenen, aber ich habe das Gefühl: Da geht was. Gut möglich, dass mit mehr Hörerfahrung die Sache nochmals einfacher und deutlicher wird.

Ich werde mich aber nicht geißeln, wenn die Ortung nicht überall gleich gut klappt, denn ich bin inzwischen auch sicherer als jemals zuvor, dass die Ortbarkeit stark von der jeweiligen Musik bzw. der Abmischung abhängt. Und dass die Musik, die ich normalerweise höre, häufig eben keine vollumfassende Bühnenabbildung beinhaltet, sondern dass alles zu einem "elektronischen Brei" zusammengemischt wurde.

Doch das ist - wie schon geschrieben - nicht schlimm, denn meine Anlage macht Spaß, jetzt nochmal mehr als vorher. Ich wollte nie eine Competition-Anlage, sondern etwas, das mir ein Dauergrinsen ins Gesicht zeichnet.

Nehmt diesen Absatz bitte nicht ernst: Mein Ziel war es nie, das Schlagzeug auf der virtuellen Bühne zentimetergenau orten zu können. Wenn das mit bestimmter Musik funktioniert, schön und gut. Mein Musikgeschmack wird sich aber nicht so leicht ändern und - 'tschuldige Alexander - die Musik der Test-CD ist wirklich grauenhaft. Wenn ich solche Musik hören müsste, um das Optimum aus meiner Anlage herauszuholen, dann verzichte ich dankend Ich will mich nicht durch "ungeliebte" Musik durchkämpfen müssen, nur damit ich die Bühne aufdröseln kann. Ich will Spaß haben!



Und das ist erreicht worden, nicht zuletzt mit dem Testgehäuse, in dem ein 12w7 vor sich hin werkelt. Der Zuwachs an Bass ist deutlich, mehr als deutlich. Für mich war nach kurzer Zeit klar: Das Geld ist es mir wert. Es wird nicht billig werden, aber das Geld ist - meiner Meinung nach - gut angelegt. Ganz besonders auch deswegen, weil ich denke, dass das für die absehbare Zukunft der letzte "Ausbauschritt" sein wird.



Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen werde, aber mit dem 12w7 im Kofferraum bin ich der Meinung, dass "zu viel Bass" wirklich möglich ist!

Nicht in dem Sinn, dass man jemals zu viel Bass haben kann Nein, keine Sorge, es wird immer Lieder geben, bei denen der Bass nicht genug drücken kann. Aber, auf der anderen Seite habe ich auch festgestellt, dass es Lieder gibt, die von einem mehr an Bass nicht profitieren. Im Gegenteil, der unterste Frequenzbereich wird schnell übermächtig.

Bei beinahe allem, was nicht den verschiedenen Spielarten des Metal zuzuordnen ist, muss ich den Sub um -4db bis -6db rausdrehen, damit es brauchbar klingt. Dann steht alles in einem - vermutlich immer noch bassbetonten - sinnvollen Verhältnis zueinander. Zumindest für meine Ohren.

Bei Metal (und auch bei Techno) habe ich nichts gegen einen durchdringenden Bass, hier wird der Sub eher auf 0dB aufgedreht. Aber auch hier habe ich die Erfahrung gemacht, dass es ein "Zuviel" gibt.

Auf meinen Wunsch hin hat Alexander zwei verschiedene Abstimmungen des Subwoofers im DSP gespeichert, genauer gesagt zwei verschiedene LP-Frequenzen des fortissimo-Bandpasses. Einmal wird bei 35Hz getrennt und einmal - für maximalen Overkill - bei 40Hz.

Allerdings klingt die Trennung bei 40Hz nur bei wenigen Liedern gut, bei den meisten Liedern führt es hingegen zu einem übereifrigen, dröhnenden und wummernden Bass.

Mit anderen Worten: Während die Trennung bei 35Hz - zumindest in meinen Ohren - knackig und präzise klingt, ist der 40Hz getrennte Bandpass ein Brüllwürfel, wie ich es eher von einem Subwoofer aus einem Elektromarkt erwarten würde.

Aber es gibt ein oder zwei Lieder in meiner Sammlung, die dann doch von dem überzogenen Bass profitieren - wiederum: zumindest in meinen Ohren.



Am kommenden Samstag geht es nun wieder zurück zu Alexander, wo dann mein eigener 12w7 in einem brandneuen Gehäuse in meinem Kofferraum Einzug halten wird. Wenn das geschehen ist, werde ich Euch mit Bildern auf dem laufenden halten.
Simon
Inventar
#50 erstellt: 12. Jun 2018, 13:23
Schön, dass du mit dem neuen Woofer und vor allem der neuen Einstellung zufrieden bist.

x12z34 (Beitrag #49) schrieb:
... Ganz besonders auch deswegen, weil ich denke, dass das für die absehbare Zukunft der letzte "Ausbauschritt" sein wird.

"absehbare Zukunft" würde ich wohl auf max. 6 Monate beschränken.

Gedankenspielerei:
Das analoge Signal aus der HU und der kleine DSP verschenken noch ordentlich Potential.
Wenn das Signal dann digital an einen hochwertigen DSP übertragen wird, sind bestimmt auch noch zwei Kanäle am Prozzi frei.
Also noch schnell das Armaturenbrett raus und passende Mitteltöner verbauen.
Die 4-Kanal ist prädistiniert für HT und MT und die TT freuen sich dann über etwas mehr Leistung von der jetztigen Sub-Stufe.
Und am Sub gibt es dann etwas Neues mit richtig Power.

Und freundlich grüßt
der Simon
x12z34
Ist häufiger hier
#51 erstellt: 12. Jun 2018, 14:02

Simon (Beitrag #50) schrieb:
"absehbare Zukunft" würde ich wohl auf max. 6 Monate beschränken.

Sag mal... Ich versuche mich hier mühevoll, davon zu überzeugen, dass es "reicht" und jetzt kommst Du so einfach daher...
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