Harman Kardon Sub TS 11 - geht nicht an

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Philz123
Neuling
#1 erstellt: 26. Jul 2017, 08:19
Hallo,

Ich bin neu hier im Forum und hoffe deshalb bei der Erstellung dieses Threads keine zu groben Fehler zu machen. Wenn doch, schonmal Sorry dafür

Es geht um den Harman Kardon Sub TS 11. Also Subwoofer mit aktiv Verstärker wenn ich das richtig sehe. Ich habe den Defekt bekommen und Spaß am basteln also würde ihn gerne wieder fit machen.
Wenn man ihn an den Strom anschließt leuchtet die LED nicht und es kommt kein Ton raus wenn ich ein Signal drauf gebe. Scheint also nicht anzugehen.
Ich habe eine neue Sicherung eingebaut 1,6A, die hat es direkt durchgebrannt.
Geplatzte Kondensatoren konnte ich nicht sehen. Es gibt zwei Stellen auf der Platine die etwas dunkel sind aber sonst sieht alles gut aus.

Hat jemand eine Idee wie ich jetzt vorgehe bei der Fehlersuche? In einer Anleitung konnte ich dieses Flussdiagramm finden.
Bildschirmfoto 2017-07-26 um 10.03.26
Wie ich den Trafo checke, bzw. den D501 weiß ich aber leider nicht.

Wäre über jede Hilfe sehr Dankbar.

Viele Grüße,
Philipp
PBienlein
Inventar
#2 erstellt: 26. Jul 2017, 08:54
Hallo Philipp,

D501 ist der Brückengleichrichter im Hauptnetzteil. Der besteht intern aus vier einzelnen Dioden und so lässt er sich auch mit der Diodenfunktion eines Vielfachmessgerätes überprüfen. Da hier ja die Primärsicherung fliegt, ist von einem glatten Kurzschluss auszugehen, welcher sich rasch finden lassen sollte.

Ich würde aber eher auf den Class-D Power-Amp als Fehlerursache tippen. Das ist das kleine Ding direkt am silberfarbenen Alu-Kühlkörper auf dem Mainboard. Darin verabschieden sich gerne einer der beiden MosFETs und in der Folge die beiden bipolaren Elkos C16,17 (10µF/100V) im Ausgangsfilter der Endstufe.

Eine weitere Fehlerquelle bei diesen Dingern ist häufig das Standby-Netzteil (STB-NT). Der hier verlinkte Schaltplan ist in diesem Punkt meist falsch! Das STB-NT wiederum gibt es als "herkömmliche" Trafovariante oder als Schaltnetzteil und befindet sich unter dem großen Schrumpfschlauch in der Nähe des Netzschalters. ACHTUNG! Wenn es sich um die Schaltnetzteilvariante handelt, können die Primärelkos noch hohe Spannungen (>180V DC!) eine ganze Weile halten. Also bitte äußerste Vorsicht mit den Fingern. Das kann böse enden. Der Schrumpfschlauch ist nicht umsonst drauf. Um zu sehen, was verbaut ist, muss der aber ab. Möglichst so entfernen, bzw. aufschneiden, dass man ihn später wieder mit langen Kabelbindern anbringen kann.

Um wirklich helfen zu können, müssten also einige Fragen zuerst geklärt werden. Ein paar scharfe Fotos vom Innenleben und möglicherweise auch vom Standby-Netzteil wären sicherlich hilfreich, denn die Kisten wurden in den unterschiedlichsten Versionen gebaut. Die Bilder sollten hier dann mit der "Img"-Funktion eingestellt werden. Bitte keine externen Bilderdienste nutzen - hauptsächlich, weil die Bilder meist nach einer Weile gelöscht werden. Dann ist der Thread wertlos, weil man ohne Bilder vieles nicht mehr nachvollziehen kann.

Gruß
PBienlein
Philz123
Neuling
#3 erstellt: 26. Jul 2017, 15:25
Wow, erstmal vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Ich hab mal ein paar Bilder von den erwähnten Bereichen gemacht.

IMG_1346 FullSizeRender-2 FullSizeRender-1
FullSizeRender IMG_1344 IMG_1345


FullSizeRender-4 IMG_1335
IMG_1336 IMG_1338

Wie kann ich bei diesem "Class-D Power-Amp" überprüfen ob es den zerlegt hat?

Gruß,
Philipp
PBienlein
Inventar
#4 erstellt: 27. Jul 2017, 07:22
Ok, das ist wieder mal etwas anders, aber wenigstens passt es zum Schaltplan. Ein gesondertes STB-NT gibt es hier offenbar doch nicht. Irren ist menschlich ...

Prüfen würde ich zunächst den Gleichrichter auf offensichtliche Kurzschlüsse einer der Diodenstrecken (gelber Pfeil).

fullsizerender_790275

Im Bereich der beiden Längsregler (grüne Pfeile) sollte die Platine auf defekte Lötstellen überprüft, bzw. gleich nachgelötet werden, weil sie durch die starke Hitze häufig leiden. Für die fliegende Sicherung sind sie aber vermutlich nicht verantwortlich. Außerdem muss der Wärmefühler (roter Pfeil) unbedingt wieder am Kühlblech angebracht werden, denn so kann die Elektronik bei Überhitzung nicht abschalten, was möglicherweise der erneute Ausfallgrund für das Modul ist, denn...

fullsizerender-2_790273

die beiden bereits zuvor erwähnten bipolaren Elkos sind nicht mehr original (rote Kreise) und wurden schon einmal ersetzt. Auch wurde bereits der Fixierkleber entfernt. Nach derzeitigem Kenntnisstand denke ich, dass einer der Endstufen MosFETs defekt ist (violette Pfeile). Um den zweiten MosFET hinter der gelben, eckigen Filterspule vernünftig ausbauen zu können, muss diese zuvor ausgelötet werden. ACHTUNG! Sie kann leicht kaputt gehen, wenn sie runter fällt! Wenn das passiert, kann das Modul in die Tonne, also vorsichtig arbeiten.

Bei einem Defekt der MosFETs sind auf jeden Fall die blauen bipolaren Elkos zu prüfen und ggf. zu ersetzen. Auch sollten sämtliche SMD-Bauteile auf der Rückseite der kleinen Platine überprüft werden. Das Ganze ist nicht so trivial, wie es aussieht und eine erfolgreiche Reparatur des Moduls nicht immer möglich.

img-1345_790277

Ach ja: die kleine Netz-Filterplatine am Netzschalter sollte unkritisch und intakt sein. Bitte wieder mit dem Schrumpfschlauch verschließen und fest schrauben.

Gruß
PBienlein
Rabia_sorda
Inventar
#5 erstellt: 27. Jul 2017, 21:53

Bei einem Defekt der MosFETs sind auf jeden Fall die blauen bipolaren Elkos zu prüfen und ggf. zu ersetzen.


Sind das nicht fälschlicher Weise sogar gepolte Elkos? Ich kann da nur den Minuspol, und keine B.P.-Kennung an den Nichicons erkennen.
PBienlein
Inventar
#6 erstellt: 28. Jul 2017, 06:09
Stimmt! Karsten hat völlig recht, das scheinen normale Elkos zu sein. Die sollten auf jeden Fall dann korrigiert werden.

Gut gesehen
PBienlein
Philz123
Neuling
#7 erstellt: 17. Nov 2017, 23:58
Tut mir leid für die super späte Antwort.

Die Lötstellen der Längsregler sahen gut aus, habe sie aber trotzdem nachgelötet.

Die beiden MosFETs habe ich mit dieser Anleitung gemessen. Hier hieß es: "Plus des Multimeters an Source, Minus an Drain, dann sollten 0,3 bis 0,6V zu messen sein, wie bei einer Diode."
Das war aber nicht der Fall. Also kann ich davon ausgehen das sie wirklich kaputt sind und kaufe zwei neue IRF 640N?

Die beiden Kondensatoren haben bei Durchfluss-Messung nicht gepiepst aber ihr sagt da brauche ich sowieso andere. Wären diese dann die richtigen? TON 10/100 (Aktuell sind es 10 µF, 100 V deshalb kam ich auf die.)

Hoffe ich habe mich nicht ganz so blöd angestellt
Viele Grüße,
Philipp
Rabia_sorda
Inventar
#8 erstellt: 18. Nov 2017, 00:48

Die beiden Kondensatoren haben bei Durchfluss-Messung nicht gepiepst


Bei 10µF wird es auch kaum "piepsen", aber dennoch brauchst du Bi-/Non-polare Elkos, ja.
Das sind zwar Tonfrequenz-Elkos, aber das sollte kein Beinbruch sein. Leider sind es aber Axiale und recht groß.
85°C-Elkos würde ich hier auch nicht empfehlen/verbauen. Dazu würde ich nur 105°C-Elkos verwenden.
Philz123
Neuling
#9 erstellt: 16. Feb 2018, 10:45
Nochmals Sorry für die späte Antwort.

Ich habe die Längsregler (grüne Pfeile) ausgetauscht. Die MosFETs (violetten Pfeile) ausgetauscht und die Kondensatoren mit Bipolaren getauscht.

Eben habe ich den Sub zusammengebaut und angeschaltet und er ging tatsächlich wieder an. Er funktionierte auch, allerdings hat er ein wenig "gequitscht". Das Geräusch konnte ich sogar manuell erzeugen indem ich die Membran etwas mit dem Finger bewegt habe während der SUB angeschaltet war.

Zum testen habe ich das Sub Level mal ein bisschen hochgedreht und dann kam hinten eine Rauchwolke raus und der seitdem brummt er, im eingeschalteten Zustand, nur noch konstant vor sich her. Ich hatte auch leider trotz eures Hinweises vergessen den Wärmefühler wieder anzubringen.

Was ist hier schief gelaufen? Jemand eine Idee?
PBienlein
Inventar
#10 erstellt: 16. Feb 2018, 12:19
Die MosFETs sind Irf640 und Irf9640, also zwei unterschiedliche. Ich hoffe, das wurde beachtet. Die beiden Längsregler sind ebenfalls unterschiedlich!
Ansonsten bliebe die Frage, wo genau es geraucht hat.

Gruß
PBienlein
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