Elac EL 141 II . Weichen abgeraucht?

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Kalanahanitzna
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 20. Dez 2020, 15:09
Moin zusammen!

Nachdem ich hier seit gefühlt 100 Jahren stiller Mitleser bin, muss ich jetzt doch mal ein Problem an euch herantragen.

Meine guten Elac EL 141 II Standlautsprecher haben den Geist aufgegeben:

Es funktionieren bei beiden Lautsprechern nur noch die Hoch- und Mitteltöner ... die Tieftöner geben keinen Ton mehr von sich. Was mich ganz besonders wundert ist die Tatsache, dass beide Lautsprecher scheinbar nahezu zeitgleich kaputt gegangen zu sein scheinen: Seit meine Frau im Heimbüro ist, komme ich nicht mehr wirklich oft dazu, Musik richtig laut zu genießen, und so ist mir bei der Alltags-Hintergrundbeschallung erstmal gar nicht aufgefallen, dass nur noch die Elac 121 spielen.

Habe einen der beiden Lautsprecher bereits zerlegt, kann aber an der Weiche mit bloßem Auge nicht erkennen, dass da irgendetwas "in Rauch aufgegangen" wäre:


20201220_144340_resized 20201220_144348_resized



Zur weiteren Information: Das Setup besteht aus zwei Dual CV1460 Verstärkern, von denen einer die EL 121 und einer die EL 141 antreibt. Ich habe die Verstärker bereits testweise untereinander getauscht, aber das Problem bleibt bestehen.


20201220_130931_resized 20201220_130810_resized


Hat irgendjemand zufällig eine Idee, wo mein Problem liegen könnte, bzw. was ich noch ausprobieren könnte, um der Fehlerursache näher zu kommen?

Gruß - Daniel
Mwf
Inventar
#2 erstellt: 20. Dez 2020, 15:49
Hi,
Kalanahanitzna (Beitrag #1) schrieb:
... Hat irgendjemand zufällig eine Idee, wo mein Problem liegen könnte, bzw. was ich noch ausprobieren könnte, um der Fehlerursache näher zu kommen?

Evtl. der Klassiker:
-- die Bi-Wiring-Brücken außen am Anschlussterminal haben nicht wirklich Kontakt zu den Buchsen ? ...

Gruss,
Michael


------------
btw:
Auf der Weiche sitzen zwei Kondensatoren (f. Hoch- und Mittelton), die sich als nicht Langzeit-konstant herausgestellt haben.
Es sind die beiden Elkos glatt, Wego Typ ALR/U 40 VAC, der eine 6.8, der andere 8.2 µF.

Die würde ich bei Gelegenheit gegen frische austauschen, gibts hier:
https://www.lautspre...yt_kondensatoren.htm
https://www.lautspre...lytkondensatoren.htm
entweder die "Mundorf glatt" mit 50 VAC oder "jb advanced" mit 100 Vdc
Kalanahanitzna
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 20. Dez 2020, 16:12
Hallo Michael,


Mwf (Beitrag #2) schrieb:

Evtl. der Klassiker:
-- die Bi-Wiring-Brücken außen am Anschlussterminal haben nicht wirklich Kontakt zu den Buchsen ? ...


Super Gedanke! Habe ich direkt mal überprüft ... also erst die Brücken vom Anschlusspanel gesäubert und remontiert, weiterhin die Lautsprecherkabel vom oberen an das untere Terminal umgesetzt. Nachdem das erfolglos blieb, habe ich das Terminal komplett weggelassen, und alle Kabel direkt händisch verbunden --- keine Veränderung. Das war es also leider nicht.

Bezüglich Deiner Aussage zu den Kondensatoren: Verstehe ich das richtig, dass du nicht der Meinung bist, dass diese das aktuelle akute Problem auslösen, sondern durch ihre Alterung "nur" den Frequenzgang der HT und MT "versauen"?
Dann wäre auch dies ein wertvoller Hinweis, denn dann könnte man diese im Zuge der Reparatur ja gleich mit ersetzen. Denn der Fehler kann doch nur noch von der Weiche ausgelöst werden, oder unterliege ich da einer fatalen Fehleinschätzung?
sealpin
Inventar
#4 erstellt: 20. Dez 2020, 16:23
Wenn Du die Weichen schon ausgebaut hast, löte die Chassis ab und messe den Durchgang der einzelne Chassis mit einem Multimeter.
Mwf
Inventar
#5 erstellt: 20. Dez 2020, 16:48

Kalanahanitzna (Beitrag #3) schrieb:
... Das war es also leider nicht.

Schade.

... der Fehler kann doch nur noch von der Weiche ausgelöst werden, oder unterliege ich da einer fatalen Fehleinschätzung?

Ja.
(bei gezeigter Weiche sehr unwahrscheinlich)

Wie schon vorgeschlagen:
-- Tieftöner (mit MM testen, sollten je ca. 6 Ohm ergeben; alternativ: Batterie 1.5 - 9 V- anschließen, Treiber müssen eine Bewegung zeigen)
-- Verkabelung (Bruch, Lötstellen, Steckverbindung am Terminal, obwohl deine Tests das eigentlich schon ausgeschlossen haben)


[Beitrag von Mwf am 20. Dez 2020, 16:50 bearbeitet]
Kalanahanitzna
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 20. Dez 2020, 17:32
Vielen Dank euch beiden ..... leider war euer Tipp mit dem Durchmessen der Tieftöner sehr hilfreich:

Beide TT des zerlegten Lautsprechers haben einen Widerstand außerhalb des Messbereichs des Multimeters, oder umgangsprachlich: Unendlich.
Und weil ich das nicht glauben wollte, habe ich eine Packung 9V-Blöcke entjungfert, und damit die Treiber getestet: Keinerlei Lebenszeichen.

Das kann doch nicht wahr sein, dass sich vier Tieftöner "mal eben so" verabschieden! Das muss man doch mitbekommen, wenn die abrauchen, oder liege ich da falsch?


Und nun?

Die beiden großen Elacs mag ich nicht abschreiben, das sind doch meine besten Pferde im Stall. Kann man die Chassis reparieren? Und wenn nicht --- was baut man stattdessen ein?
Kalanahanitzna
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 20. Dez 2020, 17:57
Hier haben sich gerade die Ereignisse ein bisschen überschlagen:

Ich habe eben mal nach Firmen gegoogelt, die LS-Chassis reparieren. Auf der Homepage einer dieser Betriebe waren Bilder von typischen Defekten zu sehen --- unter anderem auch von defekten Spulenzuführungen.

Und da schoss es mir in den Kopf: Wir hatten vor ca. 14 Tagen eine Maus im Haus, die hier mehrere Tage unbemerkt ihr Unwesen getrieben hat, ehe ich sie einfangen und umsiedeln konnte. Mitbekommen hatten wir ihre Anwesenheit dadurch, dass aus der Ecke, in welcher die Anlage steht, Knabbergeräusche zu hören waren. Und siehe da: Mausspuren in den vier Bassreflex-Rohren, Mausekot am Boden der Lautsprecher, und --- ihr ahnt es schon --- durchgeknabberte Spulenzuführungen.


To cut a long story short:

Wohin schicke ich die vier TT-Chassis am besten zur Reparatur?


Gibt es da Firmen, die zu empfehlen sind?

.


[Beitrag von Kalanahanitzna am 20. Dez 2020, 17:59 bearbeitet]
Mwf
Inventar
#8 erstellt: 20. Dez 2020, 18:33
Mein inzwischen veralteter Text:


Kalanahanitzna (Beitrag #6) schrieb:
... Das kann doch nicht wahr sein, dass sich vier Tieftöner "mal eben so" verabschieden! Das muss man doch mitbekommen, wenn die abrauchen, ...

Ja, das sollte man mitbekommen bzw. am schlechten Gewissen der Kinder erkennen ...
Abgerissene /gelöste Zuleitungsdrähte (vom Korb-Anschluß nach innen zu den Schwingspulen) würdest du erkennen und ließen sich reparieren, alles andere eher nicht.


... Und nun?

-- den Elac Service kontaktieren (ist natürlich genau jetzt die allerschlechteste Zeit dafür).
-- in der großen Bucht suchen, vllt. gibts irgendwann defekte EL 141 /II /S mit defekten Hoch-/Mitteltönern zum Ausschlachten.

Von fremden TT wird hier im Forum meist abgeraten.
Ich wäre da nicht so kritisch, wenn evtl. notwendige mechanische Anpassungsarbeiten am Gehäuse und die veränderte Optik kein Hinderungsgrund sind.

Die Akustik-Parameter (nominell 8 Ohm und 200er Außen-Durchmesser) werden nicht dramatisch abweichen (auch im preisgünstigen Segment), und im Ergebnis würde der Bass-/Grundton etwas lauter oder leiser spielen, d.h. die Box etwas dunkler oder heller spielen. Auch der Tiefbass wird je nach TSP etwas anders ausfallen, aber wenn du an den Teilen hängst ...

-------------------------
P.S.:
es sind also Mäuse die ein schlechtes Gewissen haben müssten ...
Bilder des Schadens hier einstellen
CarlM.
Inventar
#9 erstellt: 20. Dez 2020, 18:47
Man sollte natürlich auch überprüfen, ob der Verstärker/Receiver einen Defekt wie z:B. zu hohe Gleichspannungsanteile an den Ausgängen hat.
Dazu im Messbereich 0 .. 20 V DC direkt an den Buchsen messen (natürlich Kurzschlüsse vermeiden!).
Lautstärke auf "0" . Die Werte sollen so niedrig wie möglich liegen (< 0,1 V DC).
Kalanahanitzna
Ist häufiger hier
#10 erstellt: 20. Dez 2020, 18:54

Mwf (Beitrag #8) schrieb:

P.S.:
es sind also Mäuse die ein schlechtes Gewissen haben müssten ...
Bilder des Schadens hier einstellen :X

Ja genau ... und ich ich mache hier noch einen auf Gutmensch, und fange die Maus lebendig: Hätte ich das mit den Lautsprechern eher mitbekommen, hätte ich extra für sie einen kleinen Scheiterhaufen errichtet!



So sieht der Schaden aus:


20201220_173549_resized


Hast du zuuuuufällig eine Ahnung, was so eine Reparatur kostet?

Die Firma Elac habe ich auch bereits angeschrieben --- auch wenn ich befürchte, dass ich einen Herzinfarkt erleide, wenn ich den Preis für vier Ersatz-Chassis sehe...


.
Kalanahanitzna
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 20. Dez 2020, 18:57

CarlM. (Beitrag #9) schrieb:
Man sollte natürlich auch überprüfen, ob der Verstärker/Receiver einen Defekt wie z:B. zu hohe Gleichspannungsanteile an den Ausgängen hat.
Dazu im Messbereich 0 .. 20 V DC direkt an den Buchsen messen (natürlich Kurzschlüsse vermeiden!).
Lautstärke auf "0" . Die Werte sollen so niedrig wie möglich liegen (< 0,1 V DC).

Auch wenn ich den Fehler ja bereits gefunden habe --- das ist ein interessanter Tipp, den ich auf jeden Fall umsetzen werde! Man lernt ja jeden Tag was dazu...

Was müsste man für Maßnahmen ergreifen, wenn der Gleichspannungsanteil zu hoch wäre?
CarlM.
Inventar
#12 erstellt: 20. Dez 2020, 19:14
Ich würde sowohl an ELAC wie auch an andere professionelle Anbieter eine Anfrage mit dem (beigefügten) Photo senden.
http://www.lautsprec...e&id=5062&Itemid=159

Hier würden also ca. 200 € als Summe herauskommen.

Zum Photo:
Ich sehe an den Enden der Kupferadern geschmolzene Metallkügelchen. Die Zuleitungen sind also durchgebrannt. Dies kann durchaus aufgrund eines Verstärker-Defekts passieren.
Am besten, Du machst erst einmal die Messung. Dann sehen wir weiter. Nur solltest Du erst einmal keine anderen Lautsprecher anschließen.
Kalanahanitzna
Ist häufiger hier
#13 erstellt: 20. Dez 2020, 20:34

CarlM. (Beitrag #12) schrieb:

Ich sehe an den Enden der Kupferadern geschmolzene Metallkügelchen. Die Zuleitungen sind also durchgebrannt. Dies kann durchaus aufgrund eines Verstärker-Defekts passieren.
Am besten, Du machst erst einmal die Messung. Dann sehen wir weiter. Nur solltest Du erst einmal keine anderen Lautsprecher anschließen.


Die Messung habe ich vorhin gemacht:
Verstärker im Leerlauf, Lautstärke auf null ..... Ergebnis: Beim einen Verstärker 0,005V, beim anderen 0,007V DC.
Wenn das ganze, wie du schriebst, also kleiner als 0,1V DC sein soll. ist das aber mal sowas von im grünen Bereich!

Das ist doch ausnahmsweise mal eine gute Nachricht.

Und nein, die Zuleitungen sind --- wie die Herren Rechtsverdreher gerne zu sagen pflegen --- mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht durchgebrannt. Im zweiten Lautsprecher habe ich noch mehr Mäusekot gefunden, und dort waren zwei der Spulenzuleitungen in zig kleine Einzelteile zerschreddert: Da ist nichts mehr am Chassis dran, was nach Zuleitung aussieht ... liegt alles als "Zuleitungs-Müsli" im Dämmstoff drin. Das war definitiv unser kleiner Gast...
CarlM.
Inventar
#14 erstellt: 20. Dez 2020, 20:51
Ja, prima, dass die Ursache nun bekannt ist. Mäuse in LS-Boxen habe ich noch nicht gehabt.
Kalanahanitzna
Ist häufiger hier
#15 erstellt: 20. Dez 2020, 20:56

CarlM. (Beitrag #14) schrieb:
Ja, prima, dass die Ursache nun bekannt ist. Mäuse in LS-Boxen habe ich noch nicht gehabt.

Nee ... ich auch noch nicht. Das ist überhaupt erst das zweite Mal in meinem Leben, dass ich eine Maus im Haus hatte --- und dann auch gleich mit so einem Schaden!

Aber die Bassreflexrohre auf der Rückseite der LS waren wohl einfach zuuuuu einladend...
Kalanahanitzna
Ist häufiger hier
#16 erstellt: 21. Dez 2020, 13:33
Moin zusammen,

ich habe heute Vormittag eine Antwort von ELAC auf meine gestrige Anfrage erhalten:


Hallo Herr *****,

leider ist dieses Ersatzteil bei uns nicht mehr lieferbar. Anbei ein Link, wie Sie zu einem brauchbaren Ersatz kommen:

Viel Erfolg!

Ersatz Fremd:

https://www.thomann.de/de/visaton_w_200_8_ohms.htm

Mit freundlichen Grüßen

***** ********
*****************
ELAC Electroacustic GmbH
Fraunhoferstraße 16
24118 Kiel


Erstmal habe ich mich sehr gefreut, dass mein Anliegen ernst genommen und schnell bearbeitet wurde. Auch den Hinweis auf ein Fremdfabrikat als passenden Ersatz fand ich gut .... und wenn man die Bewertungen zu den Visaton W 200 liest, bekommt man schon das Gefühl, dass es sich dabei tatsächlich um etwas recht solides handelt --- und das zu einem geradezu lächerlichen Preis.

Ich bin wohl geneigt, dem Tipp zu folgen .... irgendwelche Einwände?
CarlM.
Inventar
#17 erstellt: 21. Dez 2020, 13:57
Wenn die Empfehlung von ELAC kommt, würde ich sie auch annehmen.
Es gibt die W200 in 8Ohm zwar auch bei anderen Anbietern preiswerter. Dafür sind dann die Versandkosten höher.

Ich würde die bestellen. Ich bin dann später auf Deine Rückmeldung gespannt.

HG
Carl

p.s.
Denke beim Ausbauen daran, die Kabel wegen der korrekten Polung zu markieren.
Zudem könntest Du Dir überlegen wie Du das Mausloch verschließen kannst, ohne dass es zu Problemen führt (sehr grobes Gitter?).
Und last-not-least ... alle reden nur noch von Corona aber auch Mäusekot kann hoch infektiös sein (Hanta-Virus etc ...) ----> Schutzmaske, Handschuhe.
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