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Reaktivierung Cyrus1

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sunnyside
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 13. Jan 2004, 11:13
Liebe Freunde,
nach fast 5 Jahren Kellerdasein möchte ich meinen heißgeliebten Cyrus1 Verstärker wieder aktivieren.

Beim ersten Einschalten - Puff und Rauch... also im Web die Schaltpläne besorgt, Gerät aufgeschraubt und 3 Elkos, die mir verdächtig ausgesehen haben ausgelötet und neue rein (ich bin kein Techniker und mußte mich erst mit dem "Lesen" von Schaltungen vertraut machen..).

Wieder eingeschaltet und Teilerfolg: auf dem rechten Kanal wunderbar - allerdings links gar nichts, nur wenn ich das Gerät abschalte, kommt ganz kurz auf dem linken Kanal ein Signal für ca. 2 Sekunden (Musik).

So und ab hier komme ich nicht mehr weiter und brauche Eure Hilfe: habt Ihr eine Idee, was das sein könnte und wo ich noch etwas tun kann - ich habe halt den naiven Ehrgeiz, den Cyrus selbst wieder zum Laufen zu bekommen...
Zu meiner Lötaktion: ich habe auf die Polung der Elkos und saubere Lötstellen geachtet - es gibt einen Unterschied zu den Originalteilen, nämlich daß diese für 50V ausgelegt waren und ich welche mit 63V eingelötet habe (nach Auskunft Conrad, wo ich die Dinger gekauft habe, ist das völlig iO).

Um Euch nicht unnötig zu belästigen, habe ich Euer Froum bereits nach ähnlichen Themen abgesucht, bin aber nicht fündig geworden - daher wäre ich Euch wirklich sehr dankbar, wenn Ihr mir bei meinem Problem helfen könntet. Ganz herzlichen Dank vorab,
Rainer
Wiesonik
Inventar
#2 erstellt: 13. Jan 2004, 17:10
Hallo Rainer,

leider ist das von Dir beschriebene Problem typisch für "ältere" Geräte, die länger gelagert wurden.

An den passiven Bauteilen und Halbleiterelemente verändert sich nichts, aber die Elkos !

Wie Du den Fehler beschrieben hast, sind wahrscheinlich noch weitere Elkos defekt. Konsequenterweise würde ich nun alle Elkos des Netzteiles und der Endstufe erneuern !

Mit etwas Glück tut der Cyrus dann wieder.

Conrad hat übrigens Recht. Du kannst ohne weiteres Elkos mit gleicher Kapazität aber höherer Spannungsfestigkeit (das besagt diese Angabe) verwenden.
Nie Elkos mit geringerer Spannungsfestigkeit verwenden, denn es macht gleich wieder "Pfuuuitpeng" !!
sunnyside
Schaut ab und zu mal vorbei
#3 erstellt: 13. Jan 2004, 17:29
Lieber Wisonik,

vielen Dank für Deine Antwort!

Dann werde ich mir mal sämtliche Elkos besorgen....

Bei einigen ist keine Polung angegeben - kann ich hier einen gepolten Elko einbauen, egel wie herum? Und würdest Du in einer bestimmten Reihenfolge arbeiten (ich meine, außer daß ich nur den linken Kanal angehe)?

Nochmals danke für Deine Antwort, das hilft mir schon weiter - auch für die Erklärung mit der Spannungsfestigkeit! Deine lautmalerische Beschreibung für den Tod eines Elkos war übrigens deutlich realitätsnäher als meine!

Beste Grüße,
Rainer


[Beitrag von sunnyside am 13. Jan 2004, 17:46 bearbeitet]
detegg
Administrator
#4 erstellt: 13. Jan 2004, 17:57
Hallo Sunnyside,

wenn Du das Ganze angehst, musst Du unbedingt in BEIDEN Kanälen (R+L) die Elko´s tauschen. Ich würde beim funktionierenden (R) anfangen.

Manchmal ist auf dem Elko keine Polaritätsangabe zu finden. Meistens hat er dann am Becherboden eine Marke, siehst Du aber erst nach dem Auslöten. Die Möglichkeit der langen und kurzen Beinchen hast Du ja nicht mehr. Wenn ausgelötet, kannst Du als letzte Möglichkeit einmalig den "Explosionstest" machen ...

Gruss
Detlef
sunnyside
Schaut ab und zu mal vorbei
#5 erstellt: 13. Jan 2004, 18:21
Hallo Detegg,

auch Dir besten Dank - lauter Pyromanen am Werk

Ich bin wie Ihr an meinen Fragen merkt, ein echter Anfänger und es gibt halt auch auf dem Schaltplan Kondensatoren eingezeichnet (zwei gleich starke schwarze paralelle Striche) wo kein + oder - dabeisteht und das verunsichert mich, weil ich auch gelesen habe, daß es spezielle "ungepolte" Elkos gibt. Daher meine Frage, ob ich solche Elkos suchen muß, oder eben ganz "normale", halt mit den richtigen Werten, verwenden kann.

Kannst Du bitte auch so nett sein und mir erklären, warum ich unbedingt bei beiden Kanälen die Elkos tauschen soll - also auch beim funktionierenden? Nicht daß ich zu faul wäre, aber ich will's halt gerne verstehen.

Danke auch für den Tip mit dem Becherboden - ich sehe schon, Ihr macht mich zu einem besseren Menschen...

Beste Grüße,
Rainer
gst
Stammgast
#6 erstellt: 13. Jan 2004, 18:39
die mit den beiden schwarzen sind auch keine Elkos (Elektrolyt-Kondensatoren), sondern andere, deren Polung egal ist. WIMA-Kondensatoren z.B. das hört meistens bei 0,5 bzw 1µF auf. Darüber sind es meist Elkos. Also - Größenangabe beachten!
Gutes Gelingen wünscht
gst
TTimm
Schaut ab und zu mal vorbei
#7 erstellt: 13. Jan 2004, 19:14
Hallo Sunnyside,

das kann eine längere/schwierige Sache werden!

Habe selbst einen CyrusOne geschenkt bekommen - mit Wasserschaden in der Vorstufe (also besser keine Blumen oder Getränke auf elektrische Geräte stellen ).

Nach Austausch diverser aufgepilzter Elkos lief zwar der eine Kanal, der andere blieb jedoch stumm. Tuchfühlung ergab: Endstufentransis und Treibertransis wurden schnell sehr warm - also neue eingebaut (allein die BUV28 der Endstufe kosten fast 6 EUR das Stück!!).
Jetzt läuft die Kiste, aber nur bedingt, denn ab und zu haut's die Sicherungen der Endstufe 'raus (auch wenn kein Eingangssignal anliegt) - achso, der Phonoeingang geht auch noch nicht.

Du siehst also: Das kann 'ne ziemlich aufwändige Sachen werden und ist mit wenig Elektronikkenntnissen schwierig (und nicht ungefährlich!)

Ich wünsche Dir trotzdem/deshalb viel Glück und Erfolg.

Ciao,
Thomas
andalo
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 13. Jan 2004, 20:18
Hallo Sunnyside,

Du schreibst Du bist ein Laie.

Ich denke, dass Du um den Einsatz von Meßgeräten aber nicht herum kommen wirst um dem Fehler auf die Schliche zu kommen.

Meiner Meinung nach macht es keinen Sinn, einfach "wild" Bauteile zu erneuern.

Wenn Du ein Multimeter hast und Spannungen messen kannst, solltest Du auf dem Schaltplan nachschauen, ob irgendwelche Meßpunkte eingezeichnet sind.

Du hast ja auch die Möglichkeit die gemessenen Spannungen mit dem funktionierenden Kanal zu vergleichen !

Am geeignetsten währe sichlich ein Oszilloskop und ein Tongenerator, um das Signal stückweise zu verfolgen.
Vielleicht hast Du ja jemand im Bekannten oder Verwandtenkreis, der so was hat (aber wahrscheinlich nicht, sonst würdest Du ja nicht im Forum fragen )

Du könntest auch mal optisch kontrollieren ob Du irgenwo "kalte Lötstellen" siehst, die einen schlechten bzw. keinen Kontakt haben.

Kannst mir ja mal den Schaltplan mailen, vielleicht kann ich Dir helfen.

Gruss
Anderl
detegg
Administrator
#9 erstellt: 14. Jan 2004, 00:51
@andalo
@TTimm
@gst
@Wiesonik

Ihr habt natürlich Recht. Aber nehmt sunnyside bitte nicht den Wind aus den Segeln. SO ein Laie scheint er nämlich auch nicht zu sein (Schaltplan, Löten etc.). Auch ist der überlegte Austausch von Kondensatoren nicht wirklich gefährlich ....

NETZSPANNUNG ist lebensgefährlich - also VORSICHT

@sunnyside

Ungepolte Elko´s werden in elektr. Schaltungen (AMPs) nicht verwendet. Diese findest Du ausschließlich in Frequenzweichenschaltungen für passive Lautsprecher. Gepolte Elko´s können aber durch in Reihe gegeneinander geschaltete gepolte Typen mit doppeltem Wert nachgebildet werden (+--+ oder -++-). (siehe Schaltplan)

In einem Schaltplan ohne Polung angegebene C´s sind ergo KEINE Elko´s. Neben den dort angegebenen Kapazitäts-/Spannungsfestigkeitwerten ist dann aber der Typ (Dielektrikum) des Kondensators äusserst wichtig.

Elko´s sind Bauelemente, die ihre charakteristischen Werte (Kapazität) mit der Zeit verändern. Sie werden zur Spannungsstabilisierung/-siebung verwendet (große C´s), oder eben zusammen mit Widerständen (R) in frequenzbestimmenden Schaltungsteilen (eher kleine C´s). Wenn Du jetzt in EINER Endstufe die Elko´s erneuerst, kann sich die Summe der Abweichungen neu/alt in BEIDEN Endstufen verheerend auf den Klang auswirken. Beispiel: die beiden Eingangshochpässe (RC-Glied) der Endstufen (R/L) bestimmen mit die untere Grenzfrequenz des wiedergegebenen Musiksignals .... Also in diesem Sinne (das Ohr hört mit...) immer korrespondierende C´s (eigentlich alle Bauelemente) in BEIDEN Endstufen tauschen.

Ich denke, Du hast die reaktivierten Cyrus mit angeschlossenen Lautsprechern in Betrieb genommen. Wenn die Endstufentransistoren durchschlagen, hört sich das mehr nach "mmmm!!!iiii!yyyy!knall!!" an.

Wenn Du nicht weiterkommst, veröffentliche mal den Schaltplan (Link), wahrscheinlich geht´s dann aber nicht mehr ohne Messequipment.

Gruss
Detlef


[Beitrag von detegg am 14. Jan 2004, 03:05 bearbeitet]
Wiesonik
Inventar
#10 erstellt: 14. Jan 2004, 08:45
@detegg

Moin, moin

den Wind wollte ich natürlich nicht aus den Segel nehmen !
Deshalb auch der Tipp mit dem Austausch der Elkos.

@Sunnyside

Meine Vorredner haben mit der "Beschreibung" der Kondensatoren ohne Polaritätsbezeichnung Recht.

Ich würde in der "nächsten Stufe" auch nur die ELKOS austauschen. Die erkennst Du an der zumeist größeren, zylindrischen (stehend oder liegend)Bauform.

Natürlich ist die Fehlerbehebung nach der "try and error"-Methode zeit- und u.U. auch kostenintensiv. Besser wäre, wenn Du Messequipment hättest.
sunnyside
Schaut ab und zu mal vorbei
#11 erstellt: 14. Jan 2004, 09:39
@Wiesonik,detegg,gst,TTim,andalo

Also, zuallererst möchte ich mich bei Euch Allen bedanken! Ich bin wirklich beeindruckt, daß Ihr Euch die Mühe macht, mir zu helfen und meine für Euch wahrscheinlich ziemlich dämlichen Fragen zu beantworten! Vielen, vielen Dank! Das hilft mir und baut mich echt auf!

@TTim, andalo

Ja, ich bin ein absoluter Laie verglichen mit Euch und mir ist bewußt, daß ich das nicht mit "links" hinkriegen werde - nicht umsonst gibt es hier mehrjährige Ausbildungsprogramme. Und doch hoffe ich, daß ich es langsam lernen kann, zumindest Schaltungen zu verstehen und vielleicht sogar einmal selbst etwas zu bauen. Ich meine es wirklich ernst - klingt für Euch vielleicht lächerlich, aber ich habe mir neben anderer Basisliteratur sogar ein Kinderbuch gekauft, wo die Grundmechanismen ganz einfach erklärt werden...
Ein einfaches Meßgerät habe ich, ein Osziloskop und Tongenerator kann ich natürlich nicht vorweisen und kenne auch leider niemanden, der sich mit dem Thema beschäftigt.
Danke für die Unterstützung zum Schaltplan - link am Ende der Antwort.

@detegg

Danke nochmals für die ausführliche Erklärung - leuchtet mir absolut ein, was Du sagst.
Grundsätzlich habe ich genügend Respekt vor Strom, so daß ich mir schon genau überlege, wo ich herumfummle, auch die großen Kondensatoren habe ich (sogar) über einen Widerstand entladen, bevor ich mit meinen Wurstfingern drangegangen bin...
Den Cyrus hatte ich nach Einbau der Elkos zuerst ohne Signal und LS angeschlossen, eingeschaltet: Seh-, Hör- und Riechprobe erfolgreich - dann etwas gewartet und geguckt ob was heiß wird, dann ausgeschaltet, Signal und LS dran, Lautstärke auf null, eingeschaltet und langsam Lautstärke hochgefahren. Wie gesagt, ich hatte offensichtlich Glück, weil die LS noch heil sind und Paolo Conte nicht plötzlich ein noch kratzigeres Timbre bekommen hat...


@Wiesonik, detegg und andalo
OK - Andalo's Vorschlag folgend habe ich mir den Schaltplan angeguckt und nach Meßpunkten gesucht - leider nichts gefunden. Hochwertiges Messequipment habe ich wie gesagt nicht, aber wenn Ihr mir sagt, wo ich messen soll, kann ich es ja versuchen - ich verspreche auch eine besonders detaillierte Beschreibung sämtlicher Abbrenn-, Verrauch- und Explosionsvorgänge


Hier ist das Netzteil:
http://www.tcaas.btinternet.co.uk/cyrus1ps.gif
und hier die Endstufe:
http://www.tcaas.btinternet.co.uk/cyrus1pwr.gif

Beste Grüße,
Rainer
Wiesonik
Inventar
#12 erstellt: 14. Jan 2004, 11:39
Hallo Rainer,

ich habe mir mal die Schaltpläne angesehen. Ist relativ übersichtlich.
Wenn Du ein Multimeter hast, kannst Du auch "messtechnisch" an die Sache herangehen. Multimeter dazu in den Widerstandsmessbereich schalten. Den Cyrus vom 230 Volt Netz trennen !!

Du mißt dann im Widerstandsmessbereich folgendes durch:

1. Sämtliche Dioden "D"
...und zwar in beide Richtungen, d.h. nach der ersten Messungen die Polarität am Messgerät wechseln.
In beiden Fällen darfst Du keinen Kurzschluß messen (0 Ohm).

2.Sämtliche Kondensatoren "C" (auch nicht ELKOS).

Nach anfänglichem Kurzschluß (wirklich nur ganz kurz)mußt Du einen steigenden Widerstandswert bis auf einen Endwert messen (e-Funktion). Bleibt der anfängliche Kurzschluß, Kondensator erneuern oder auslöten und im ausgelöteten Zustand erneut messen.

3. Widerstände "R" würde ich vorerst nicht messen, da eher unwahrscheinlich das defekt.

4.Transistoren "Q" auch erstmal nicht messen (wäre an dieser Stelle zu schwierig zu erklären, wie das geht).

5. Unbedingt messen die beiden Spannungsregler auf dem Netzteil VR2 (LM317 für positive Spg) und VR1 (LM337 für negative Spg.). Die Regler sind "dreibeinig". Mittlerer Pin ist Masse. Auch hier jeweils von Masse gegen die anderen beiden Pins messen. Du darfst in beiden Fällen keinen Kurzschluß haben.

Mit etwas Glück findest du auf diesem Weg noch defekte Bauteile.

Grundsätzlich (bevor jetzt noch 100 andere Meinungen zur Fehlersuche kommen)sei gesagt, daß das Ausmessen von Bauteilen, wenn sie in einer Schaltung eingebaut sind eine recht "haarige" Sache ist, und nicht immer eine eindeutige Diagnose zuläßt (ander Bauteile der Schaltung wirken auch mit auf die Messung ein !).
Satte Kurzschlüsse lassen sich aber so relativ sicher ausmessen.
andalo
Ist häufiger hier
#13 erstellt: 14. Jan 2004, 17:37
Hallo Sunnyside,

Laie na und ist doch nicht schlimm.
Mir scheint Du bist verbissen genug, um die Sache auch mit rechts hinzubekommen (nicht mit links).

Hab mir die Schaltpläne angeschaut.

Denke nicht, dass es am Netzteil liegt, den vermutlich ist ein Netzteil für die beiden Kanäle zuständig.

Kenne den Cyrus 1 nicht, ist das nur eine Endstufe oder ein Vollverstärker.
Ich frage deshalb, weil dann könnte der Defekt ja auch woanders liegen als nur in der Endstufe an sich.

Häufig ist z.B. der Fall das Umschaltrelais die in Vorstufen sitzen bei langer Lagerung keinen sauberen Kontakt mehr haben. Lässt sich evtl. mit etwas Kontaktspray oder Justage der Kontakte beheben.

ACHTUNG: Ich würde mir für alle Versuche an diesem Verstärker einen kleinen rumliegenden Lautsprecher herrichten, evtl. auch mit einer davorliegenden Sicherung.

Denn es kann Dir beim experimentieren sonst passieren, dass deine Lautsprecher beschädigt werden und daran möchte ich in keinem Fall schuld sein !!!!

Zur Endstufe selbst würde ich mal vorsichtig versuchen mit einem Stück unisolierten Draht (Vorsicht) zwischen R85 und R83 dort wos auf die Basis von Q39 geht draufhalten.

Je nach Empfindlichkeit der Nachfolgenden Schaltung müsstest Du ein mehr oder weniger Starkes Brummen aus dem Lautsprecher vernehmen können.

Denn es kann Dir beim experimentieren sonst passieren, dass das Brummen o.Ä. so stark ausfällt, das deine Lautsprecher beschädigt werden und daran möchte ich in keinem Fall schuld sein !!!!

Wenn Du nach o.g. Test mit dem Brummen einen Ton im Lautsprecher vernimmst, so liegt der Defekt in der Verstärkerstufe vor Q39, wenn nicht danach.

Noch ein Tipp, vergleiche alles Messwerte mit denen des funktionierenden Kanals, so hast du eine Kontrolle ob richtig.

Den im eingelöteten Zustand müssen die Messwerte nicht unbedingt das ergeben, was im Schaltplan für die Bauteile angegeben ist.


Du sagtest beim Ausschalten hörst Du für 2 sek. einen Ton, ist das noch immer so ?
Und wird der Ton zum Ende leiser oder ist er sofort zu Ende ?

Gruss
Andalo
shoemaker
Ist häufiger hier
#14 erstellt: 14. Jan 2004, 17:40
Hallo zusammen,

ich möchte Wiesonik ja ungern widersprechen, aber


Die Regler sind "dreibeinig". Mittlerer Pin ist Masse.


stimmt nur bei 78xx oder 79xx u.ä. Spannungsreglern! Der LM 317 z.B. hat, von links nach rechts gesehen, die Anschlußbelegung "Adjust" "Output" "Input", der LM 337 im TO220 Gehäuse hingegen "Adjust" "Input" "Output".

Nur am Rande, damit es keine großen Fragezeichen beim messen gibt...

Was das kurzfristige "Lautgeben" beim Ausschalten angeht, scheint da beim Erreichen eines wie auch immer gearteten Arbeitspunktes kurzfristig die Schaltung zu funktionieren. Sind da normale Transistoren oder FET´s drin? Hatte sowas mal bei ner Endstufe, die kurz beim einschalten und kurz beim ausschalten funktionierte. Schuld war eine defekte (knapp halb so große) Gatespannung, beim ent -bzw. aufladen der Siebelkos paßte dann kurzfristig alles...


[Beitrag von shoemaker am 14. Jan 2004, 17:44 bearbeitet]
detegg
Administrator
#15 erstellt: 14. Jan 2004, 18:07
Recht hat er, der Schuhmacher!

Die Endstufe ist von 1988, sowohl Treiber- als auch Endtransis sind bipolare NPN/PNP-Typen.

Was das kurzfristige "Lautgeben" beim Ausschalten angeht: Mache sich doch mal wer mit viel Ahnung über die Beschaltung um Q35/Q37 (über den Emitterwiderständen R107A/B) in Verbindung mit der Zeitkonstanten C37/R67/68 Gedanken. Sieht aus wie eine elektr. Ein-, Ausschaltverzögerung .....

Find´ ich spannend hier!

Detlef
sunnyside
Schaut ab und zu mal vorbei
#16 erstellt: 14. Jan 2004, 18:59
....ähmm, ja ich find's auch recht spannend, Detlef!
Aber es macht mir echt Spaß - Ihr kennt ja sicher die Szenen, wo der Pilot ausgefallen ist und ein mehr oder weniger Schwachsinniger versucht, den völlig überfüllten Jumbojet nach Anweisung der erfahrenen Piloten, die ihm über Funk Tips geben, zu landen...

Ich habe nach Euren vortrefflichen Kommentaren gleich den Termin für heute Abend abgesagt, damit ich mich mal an das Messen machen kann.

@ andalo
Hier ist der Plan für die Eingangswahl:
http://www.tcaas.btinternet.co.uk/cyrus1inp.gif
Der Cyrus ist ein Vollverstärker. Deinen Tip mit dem Draht werde ich versuchen, wenn ich einen alten LS irgendwo finde. Das mit dem Ton werde ich mir nochmals anhören - gebe Dir bald Bescheid.

@ shoemaker & Wiesonik
OK - mache ich, hoffe, ich kann kurzfristig mit einem Ergebnis der Messungen zurückkommen.
andalo
Ist häufiger hier
#17 erstellt: 14. Jan 2004, 20:21
@detegg

Wegen Q37 etc. könnte auch eine Gleichspannungsschutzschaltung für den Ausgang sein oder ?
Zweck0r
Moderator
#18 erstellt: 14. Jan 2004, 20:37
Hi,

das mit Q37/Q35/Q15 scheint eine Lautsprecherkurzschluss-Sicherung zu sein. Wenn der Spannungsabfall an den Emitterwiderständen R107 zu groß wird, wird der Strom durch den Differenzverstärker gekappt und beide Endtransistoren werden hochohmig. R35/C39 sind wohl eine Einschaltverzögerung (Muting).

Übrigens wusste ich gar nicht, dass in den 80ern noch quasikomplementäre Endstufen gebaut wurden

Grüße,

Zweck
Wiesonik
Inventar
#19 erstellt: 15. Jan 2004, 08:46
Jo,

shoemaker hat mit der Pinbelegung von LM 317 und LM 337 Recht.

So ist das halt, wenn man Pinbelegungen "aus dem Kopf" abfragt.
sunnyside
Schaut ab und zu mal vorbei
#20 erstellt: 15. Jan 2004, 09:42


Liebe Freunde,
wenn dieser smiley Hochachtung und Dankbarkeit ausdrücken kann, dann könnte ich Euch jetzt die ganze Seite damit vollstellen!

Also, um es kurz zu machen: die Operation war mit Eurer Unterstützung erfolgreich!

Etwas längere Version:
Wiesonik's Vorschlag folgend habe ich zuerst sämtliche Dioden gemessen und keine Auffälligkeiten festgestellt.

Dann kamen die Kondensatoren dran (und ich weiß jetzt, was saubermachen heißt, weil die Werte halt erst stimmen, wenn die Kontakte wirklich funzen..). Das hat dann schon etwas länger gedauert (wie macht Ihr das eigentlich, daß Ihr erkennt, wo auf der Unterseite die pins zum Bauelement, das auf der Oberseite "steht", zu finden sind?) und ich habe einen einzigen Kondensator gefunden, der mir verdächtig aussah: C37, weil der Wert auf 0 ging im Gegensatz zum "Partner" C38.
Also habe ich, wie Detlef empfahl, beide Kondensatoren getauscht (gottseidank hatte ich gerade diese Werte vorrätig).

Die LM 317 und LM 337 habe ich natürlich auch in alle Richtungen gemessen - und obwohl ich natürlich kein Wort von den letzten Kommentaren zu quasikomplementären Endstufen oder bipolare NPN/PNP Typen verstanden habe, hatte ich zumindest überall Werte und keinen "Kurzschluss".

Dann habe ich noch, wie Anderl empfahl, das Umschaltrelais mit Kontaktspray bearbeitet und schön brav herumgeschaltet, damit sich das WD40 gut auf den Kontakten verteilt.

Tja, um 2:30 war ich dann soweit, daß ich einen Versuch machen konnte: meine Nachbarn haben nun eine völlig neue Beziehung zu mir ;).
Der Cyrus funktioniert, auch bei höherer Lautstärke (was ich aber erst heute Morgen ausprobiert habe - vor Freude herumgesprungen bin ich allerdings schon gestern...)


Ich werde heute Abend ausgiebig Probehören und einen guten und alten Burgunder auf Euer Wohl drinken (ich bin wirklich selbstlos, gell? )


((Der Cyrus ist für ein kleines System gedacht, das ich bei uns im Schlafzimmer installieren möchte, weil aufgrund der Platzverhältnisse meine schöne "gewachsene" Anlage (Kuzma PS - alt aber noch immer gut und Rega Planet, Musical Fidlity X-series Verstärker und Tanoy R2s) im Wohnzimmer nicht richtig nutzbar ist der typische Kompromiss, wenn man verheiratet ist und eine zu kleine Wohnung hat? - daher werde ich wahrscheinlich auf dem "kleinen" System viel mehr Musik hören... Dazu habe ich übrigens mit den FE103 von Fostex kleine Bassreflex Monitore gebaut, die auf geringen Abstand WIRKLICH gut klingen - hätte ich so, ehrlich gesagt, nicht erwartet!))

Also, ich kann nur sagen D*A*N*K*E !!!! Ihr seid einfach genial - vielen, vielen und ganz herzlichen Dank für Eure Hilfe!!!
Sollte mal einer von Euch in Frankfurt sein, würde ich mich freuen, wenn ich ein Bier oder ein gutes Glas Wein spendieren kann (einfach anmailen).

Der Elektronik-bug hat mich jedenfalls gepackt und ich verspreche Euch, Euch bald wieder zu nerven...

Nochmals Danke.

Beste Grüße von einem superglücklichen
Rainer


[Beitrag von sunnyside am 15. Jan 2004, 09:44 bearbeitet]
detegg
Administrator
#21 erstellt: 15. Jan 2004, 11:11
Guten Morgen, sunnyside!
Ausgeschlafen?

Freut mich ungemein, das Du den Cyrus wieder zum laufen bekommen hast. Und wenn man sich einem solchen technischen Teil einmal intensiv gewidmet hat, hat man hinterher ein fast persönliches Verhältnis dazu.

Nachtrag zum Fehler: der defekte C37 hat die Endstufe "stummgeschaltet". Warum sie beim Ausschalten kurz einschaltete - mmmhhh?! - vielleicht hat ein ungleichmässiges Abfallen der Versorgungsspannungen zum kurzfristigen Durchschalten des Eingangsdifferenzverstärkers geführt.

Viel Spaß beim Probehören - und stöbere mal ein bisschen im Forum. Hier gibt es neben Bastlern noch viel Interessantes ...

Gruss aus dem Münsterland
Detlef

PS: habe den FE103s in einer CT164 - ist schon beeindruckend für ein 10cm Chassis!
Wiesonik
Inventar
#22 erstellt: 15. Jan 2004, 12:01
Moin Sunnyside,

Glückwunsch zur gelungenen Operation am Patienten.

Freut mich wirklich, daß unsere Tipps zur "Wiederbelebung" beigetragen haben.

Viel Spass beim Musik hören mit dem Cyrus!!

Tipp am Rande: Den Cyrus nieee wieder in den Keller stellen !!
vgapsycho
Stammgast
#23 erstellt: 15. Jan 2004, 13:46
Soll noch mal einer behaupten, hier würden keine Begeisterung und Emotionen gezeigt

Ich denke, ich hole dann heute abend mal meinen alten Luxman L-400 aus dem Keller.
Der hat nämlich nur noch ganz leise Tönchen von sich gegeben...

Gruß
Gerald
Wiesonik
Inventar
#24 erstellt: 15. Jan 2004, 13:58
@ Gerald

Hilfe gibt es aber nur, wenn Du den Schaltplan hast.
shoemaker
Ist häufiger hier
#25 erstellt: 15. Jan 2004, 15:20
Moin Sunnyside,

na siehste, mit etwas logischem Denken und ner gehörigen Portion "achwattdattgehtschon" braucht man nicht zwingend eine Elektronikerausbildung - weiß ich aus Erfahrung :D. Glückwunsch!

Da bekomme ich doch glatt Lust, meine beiden Meisterstücke in Form eines Dual CV 1200 und eines Sony TAF 210-R wieder rauszukramen. Das sind nämlich die einzigen Verstärker, die ich bislang nicht oder nur auf einem Kanal wieder zum Laufen gebracht habe

Much Fun mit deinem Cyrus!
_axel_
Inventar
#26 erstellt: 15. Jan 2004, 15:52
Ich habe gestern Abend --leicht verschreckt nach sunnysides Horrorerlebnis-- erstmal meinen alten Cyrus III vorgeholt. Ging nach ca. 3 Jahren Ruhe glücklicherweise auch ohne Operation und nach über 30 Minuten klang er auch wieder sehr nett <seufz>.
Axel
sunnyside
Schaut ab und zu mal vorbei
#27 erstellt: 15. Jan 2004, 16:18
@shoemaker, Wiesonik & detegg (und alle anderen Helfer)

jou, logisches Denken und die Abwesenheit von Berührungsängsten sind schon ganz brauchbar - aber ohne Eure Hilfe wäre ich über das Aufschrauben der Kiste nicht wirklich hinausgekommen...

Das ist ausschließlich der "Verdienst" der Hifi-Forum-Community: Eure klaren Erklärungen waren einfach klasse.

Lieber Detlef, zum Cyrus habe ich sowieso ein persönliches Verhältnis, weil ich mir damals im Studium das Teil nur leisten konnte, indem ich superleichte und superstabile Spezialtische für Plattenspieler gebaut und an den Händler verkauft habe...
Habe sowieso vor ein Projekt für eine gute Plattform zu starten, da ich jetzt Zugriff auf UP-Harze habe, die man gut mit resonanzdämpfenden und eventuell schirmenden Materialien abmischen könnte - das Thema poste ich aber dann bei "Voodoo"..

Beste Grüße,
Rainer
Zweck0r
Moderator
#28 erstellt: 15. Jan 2004, 16:49
Viel Spaß mit dem Cyrus

Und danke für den Schaltplan. Ich habe den Amp zwar nicht, aber neue Schaltpläne interessieren mich immer.

Ebenfalls Grüße aus dem (gerade mal nicht verregneten) Münsterland,

Zweck
sunnyside
Schaut ab und zu mal vorbei
#29 erstellt: 16. Jan 2004, 09:05
...also, wie versprochen, habe ich gestern ausgiebig den braven, alten Cyrus1 probegehört. Erstaunlicherweise habe ich das Gefühl, dass er sogar besser mit den Tannoy R2s harmoniert, als der viel, viel teurere Musical Fidelity X1...

Das Probehören hat deutlich länger gedauert, als gedacht - und ich habe natürlich mehr Rotwein getrunken, als vorgesehen...

Die fatale Folge: mir kam die Idee, ob wir nicht gemeinsam den kleinen Cyrus zu musikalischen Höhenflügen bringen könnten.

Mich würde Eure Meinung, ob das geht, sehr interessieren und werde dazu ein neues Thema öffen.

Ich hatte wirklich enormes Glück. Nochmals Danke an alle Helfer.
Beste Grüße,
Rainer
micstar*
Neuling
#30 erstellt: 18. Sep 2004, 12:26
Ich hänge mich hier einfach mal dran:

Habe einen Cyrus 3
http://www.cyrus.co.uk/handbooks/Cyrus%203%20Handbook.pdf

Das Problem, was mich ziemlich auf die Palme bringt:

Der Verstärker rauscht nach einer Weile hochfrequent.

Lautstärke und Verstärkungsleistung sind bei hoher Leistung 1a. Allerdings wenn ich leiser drehe, kommt es zu diesem blöden Rauschen, das auftritt, wenn ich mit irgendwas (Chinch-Kabel) an die Eingänge bzw. das Gehäuse komme.
Noch was: Das Rauschen verändert seine "Tonhöhe" und Lautstärke, wenn ich den Verstärker anfasse.

ANY IDEAS?

Ich hatte das Gerät kurz offen - viel integriertes Zeug (IC´s),
aber die Eingangs"stufe" ist auf einer eigenen Platine...

Für eine fachmännische Reparatur (Einsenden zu Cyrus) ist das Teil einfach zu alt: BJ 1995 - das wird wohl nicht mehr lohnen, oder?


Danke im voraus

Michael

P.S.: Irgendwer mit Ahnung und Bastellust in München oder Umgebung?
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hifi-katze am 11.10.2006  –  Letzte Antwort am 09.11.2006  –  11 Beiträge

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