An alle, die ein Knacken/Knallen in den Lautsprechern haben, wenn der Lichtschalter betätigt wird

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widescreen2000
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 29. Jul 2015, 13:33
Hallo miteinander,

habe vor kurzem sämtliche Internetforen durchforstet, wie man folgendes Phänomen behebt, aber nirgends eine sinnvolle Lösung gefunden. Da ich diese nun (zumindest für mich) gefunden habe, wollte ich diese hier streuen, damit vielleicht der eine oder andere dadurch auch bei sich eine Lösung findet. Evtl. hat auch jemand mit entsprechendem Background eine bessere Erklärung für mich, als meine nur durch logisches Kombinieren zusammengeschusterte.
Vorab: Es lag an einer kaum vermuteten Stelle und hat mich am Ende ca. 20€ gekostet! Wer nicht die ganze Geschichte lesen möchte, sondern gleich zur Lösung springen möchte: Ganz unten ist diese separat gekennzeichnet.

Aber zuerst einmal die Problembeschreibung, in der sich wohl einige User wiedererkennen dürften:
Bei mir war es so, dass jedes Mal, wenn ich Musik hörte (und ausschließlich da, nicht bei Film oder TV), in unregelmäßigen Abständen die Lautsprecher knackten bzw. knallten und die Musik für ca. 0,5s aussetzte. Ziemlich schnell war erkennbar, dass es unmittelbar mit dem Betätigen der Lichtschalter zu tun hatte, allerdings nicht ausschließlich. Nach längeren Tests konnte ich weitere Störquellen ausmachen. Jeder Schaltvorgang bei Kühlschrank, Waschmaschine, Heizungsthermostaten, Rolladenmotoren etc., egal in welchem Raum wirkte sich identisch aus.
Ich war gerade frisch ins neu gebaute Haus eingezogen und hatte natürlich sofort die Hausverkabelung bzw. Elektrik des Hauses in Verdacht. In der alten Mietwohnung hatte ich das Problem nicht, obwohl alle Komponenten und Kabel dieselben waren.
Angeschlossen an den AV-Receiver Marantz SR5500 waren alle Geräte digital. Zum Musikhören verwende ich einen älteren Netzwerk-Client von Roku, die SoundBridge M2000.

Ich (in der IT tätig) habe versch. Profis befragt (Elektriker, Elektrotechniker, Informationselektroniker). Die einhellige Meinung war, dass es vom Abrissfunken der ganzen Schalter (den es praktisch immer gibt) kommen muss, deren Impuls irgendwie übers Stromnetz an eines der beteiligten Geräte geht. Vielleicht sei das Netzteil des Geräts sehr empfindlich o.ä. Das klang auch plausibel, da ich die SoundBridge aus den USA importiert hatte, weshalb ich das Netzteil erst für Deutschland hatte umbauen müssen. (Keine Sorge, es verträgt 240V. ;-)
Also habe ich eine Steckdosenleiste mit Netzfilter probiert. Fehlanzeige. Ich habe sogar die ganze Anlage oder auch nur Teilbereiche an eine USV gehängt, aber auch das brachte gar nichts.
Dann war ich erst mal eine lange Zeit ratlos und habe kaum mehr Musik gehört, weil diese andauernden Unterbrechungen den Genuss doch sehr stark eingeschränkt haben. Kaum ein Lied war normal durchzuhören, vor allem im Winter, wenn 15 Thermostate ständig an- und ausgehen.

Als nächstes schaute ich mir den Weg an, den die Musik nahm. Vom Musik-Server (ein alter Shuttle Mini-PC mit Mobile Pentium-CPU, passivem Netzteil u. RAID-1), der per Ethernet an einem großen Switch (im Keller) hängt, über die CAT.7-Verkabelung zur SoundBridge und von dort direkt übers digitale Koaxialkabel in den AV-Receiver.
Ich suchte den Ansatz also erst mal beim Netzwerk. Was, wenn ich statt dem LAN-Kabel das eigentlich weniger zuverlässige WLAN verwende? Als Point-to-Point vom Musik-Server zur SoundBridge (die das ja auch unterstützt), um weitere Störquellen (Access Point etc.) auszuschließen. Aber auch dort dieselben Aussetzer.

Dann kam mir ein Defekt des Marantz SR5500 dazwischen. Das Display vorne am Gerät fiel aus. Da ich sowieso gern einen neuen Receiver haben wollte mit HDMI, kaufte ich kurzerhand einen Marantz SR5008. Leider konnte ich hinterher eindeutig sagen: Der alte SR5500 war auch nicht die Ursache für die Aussetzer. Wäre auch zu schön gewesen.
(off-topic: der Marantz SR5500 mit defektem Display kann sehr günstig bei mir erworben werden. Alles andere funktioniert perfekt.)

Blieb nur noch das Digitalkabel zum Receiver. Ein ziemlich dickes Koaxialkabel, das ich in der gleichen Ausführung auch am BD-Player im Einsatz hatte. Dort gab es keine Aussetzer. Trotzdem wollte ich es mal mit dem optischen Ausgang versuchen, immerhin KANN zumindest bei einer optischen Kabelstrecke Elektrizität keine Auswirkung haben. Allerdings könnte die Störung ja schon vor der Wandlung in optische Signale auftreten. Ich tauschte es also mehr zum Eingrenzen bzw. Ausschließen.

Aber siehe da: Sobald die SoundBridge über das Toslink-Kabel angeschlossen war, gab es KEINE Aussetzer mehr! Also war es entweder das Kabel oder der Koax-Ausgang selbst.

Es war zwar genial, die Ursache für das Problem gefunden zu haben, aber eine Lösung war das leider noch nicht. Warum? Ich MUSSTE die SoundBridge über Koaxialkabel an den Receiver binden! Denn wie praktisch jeder AV-Receiver hat auch der Marantz SR5008 insgesamt 4 digitale Eingänge: 2x optisch, 2x koaxial. Kennt jemand einen Receiver mit mehr? Habe auf Anhieb keinen gefunden.

Jedenfalls haben meine 4 Endgeräte folgende digitale Ausgänge:
Panasonic-TV: 1x optisch
Dune HD-Player: 1x optisch
Philips BD-Player: 1x optisch, 1x koaxial
Roku SoundBridge: 1x optisch, 1x koaxial

Also MUSSTE ich die beiden optischen Eingänge ja mit TV und HD-Player belegen. Ich spielte zeitweise schon mit dem Gedanken, den TV wieder analog anzuschließen. Aber hey, zurück in die 90er??
Und ein optischer Umschalter kam für mich auch nicht in Frage. Wie umständlich, egal ob manuell oder per Fernbedienung.

LÖSUNG:
Nachdem also die Ursache bei der koaxialen Digital-Verbindung der SoundBridge mit dem AV-Receiver gefunden war, und die SoundBridge nun optisch per Toslink angebunden war, musste ich nur noch einen Weg finden, wie ich eins der Geräte, die ausschließlich einen optischen Ausgang hatten, trotzdem digital an den Receiver bringe.
Die Lösung war ein kleiner Konverter von optisch auf koaxial. Gibt es für 15-25€ zuhauf bei Amazon und anderen Elektronikversendern. Meiner ist von deleyCON/memoryking. Leider pfiff das erste Netzteil etwas unangenehm, ein problemloser Garantietausch brachte ein etwas leiseres Pfeifen, das nur in direkter Nähe zu hören ist.
Nun ist der wesentlich unkritischere TV-Ton per Konverter von optisch auf koaxial mit einem Koax-Eingang des Receivers verbunden, um einen wertvollen optischen Eingang für die SoundBridge freizumachen.


Diskussion über die Ursache:
Kam die Störung nun übers Stromnetz? Ist ausgerechnet der Koax-Ausgang der SoundBridge so schlecht verbunden, dass trotz Netzfilter und USV Interferenzen aus dem Stromnetz zu solchen Aussetzern führen? Ich kann das nicht glauben!
Oder ist das Koax-Kabel so schlecht isoliert? Ich habe dasselbe Kabel an 3 anderen Stellen im Einsatz, nie gab es Probleme.

Mein anderer Erklärungsansatz ist aber auch irgendwie nicht 100% zufriedenstellend. Kann es sein, dass ALLE Schalter in ALLEN Geräten bei mir im Haus (also auch Waschmaschine, Staubsauger, Kühlschrank, Backofen usw). solche fetten Abrissfunken erzeugen, dass diese durch die LUFT (inkl. Kellerdecke aus Stahlbeton) ein elektrisches Digital-Signal UNTERBRECHEN können?
Jedenfalls MUSS die Störung entweder im Kabel oder direkt am Ausgang passieren. Wodurch genau, würde ich mich über weitere Erklärungsansätze sehr freuen.

Zusammenfassung der Fragen:
1. Wer hat bessere Erklärungsansätze?
2. Wer kennt einen AV-Receiver mit mehr als 2 optischen Eingängen bzw. mehr als 4 Digital-Eingängen (Audio)?

Hoffe, euch hat der lange Text nicht erschlagen.
Fuchs#14
Inventar
#2 erstellt: 29. Jul 2015, 13:42

Wer kennt einen AV-Receiver mit mehr als 2 optischen Eingängen bzw. mehr als 4 Digital-Eingängen (Audio)?


Der Ton wird normalerweise über HDMI übertragen, deshalb braucht es so viele digitale Eingänge gar nicht mehr.
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