Noch nicht angemeldet? Hier klicken für kostenlose und unverbindliche Anmeldung mit zahlreichen Vorteilen.


Hifi-Forum
Anmelden Login
Suche FAQ
Nutzungsbedingungen Werbung

Neueste BeiträgeGalerieSitemap

Autor
Beitrag
MusikGurke
Hat sich gelöscht


   erstellt: 17. Mai 2006, 22:15
der gute alte class a eintakt verstärker in seiner einfachsten Form...



alle transistoren liefern zu jedem zeitpunkt strom, der arbeitspunkt liegt in der mitte des linearen teils der transistor kennlinie.

und ein normaler gegentaktverstärker:



immer nur ein transistor arbeitet. der arbeitspunkt liegt im unteren drittel der kennlinie, da immer nur ein transistor arbeitet gibt es einen niedrigeren ruhestrom und einen höheren wirkungsgrad - dafür übernahmefehler beim wechsel der zuständigkeiten.

wie würde jetzt ein class a gegentaktverstärker aussehen? alle bauteile liefern immer strom, dennoch wird der arbeitsberreich aufgeteilt? ist die kombination von class a und gegentakt automatisch ein class ab verstärker? gibt es noch andere class a schaltungen als den einfach eintakt fall?

danke für jede hilfe!
richi44
Hat sich gelöscht
   erstellt: 18. Mai 2006, 14:12
...aber das hatten wir doch schon und Du warst beteiligt...
http://www.hifi-foru...orum_id=42&thread=35
MusikGurke
Hat sich gelöscht
   erstellt: 18. Mai 2006, 16:29
habe mir den thread gestern nochmals durchgelesen, auch vor meinem post. wirklich schlau bin ich aus den zeilen nicht geworden. möglicherweise hätte ich allerdings in diesen thread posten sollen.

ein gegentakverstärker kann in class a, b oder ab betrieben werden.

wie aber genau eine class a gegentakverstärker funzt...?
Lutz_Ludwig
Ist häufiger hier
   erstellt: 18. Mai 2006, 17:00
A,AB,B,C Betrieb gibt nur die Aussage wo der Arbeitspunkt der Endtransistoren (Röhren) liegt.
Die Funktionsweise der Schaltung ist abhängig vom Aufbau entweder Eintakt oder Gegentakt Betrieb.

hoffe das hilft dier weiter

mfg Lutz
MusikGurke
Hat sich gelöscht
   erstellt: 18. Mai 2006, 17:05
ahso, klingt logisch. danke für die antwort.
richi44
Hat sich gelöscht
   erstellt: 18. Mai 2006, 17:21
Du hast den Eintaktverstärker gezeichnet. Und Du hast geschrieben
alle transistoren liefern zu jedem zeitpunkt strom, der arbeitspunkt liegt in der mitte des linearen teils der transistor kennlinie.
Und genau so ist es bei der Klasse A Gegentaktstufe auch. Der Ruhestrom ist einfach so gross, dass NIE nur ein Ausgangstransistor Strom zieht. Dass es keinen linearen Teil der Kennlinie gibt, ist ein anderes Kapitel, siehe später.

Nehmen wir mal an, wir hätten eine Klasse B Endstufe. Dann haben wir beispielsweise einen Ruhestrom von 0,02A und einen Maximalstrom von (+ und -) 2A. Das bedeutet, dass der eine Transistor im Moment 2A zieht, der andere nichts. Erst unter 40mA Strom (weil wir ja den Ruhestrom beider Transistoren zusammen rechnen müssen) kommt der zweite Transistor hinzu und zieht bei 35mA des ersten 5mA.

Wenn wir diesem Beispiel einen 8 Ohm Lautsprecher zugrunde legen, so ist die Spannung jeweils maximal 16V, also bekommen wir eine maximale Leistung von 32W. Ohne jetzt den Spitzenpegel zu berücksichtigen (für Strom und Spannung jeweils Faktor 1,414 bei Sinussignalen) und ohne auf Restspannungen einzugehen, haben wir in diesem Fall eine minimale Verlustleistung pro Transistor von 16V * 0,02A = 0,32W. Würden wir jetzt die Peakpegel und die Spannungsverluste berücksichtigen, bekämen wir an den Transistoren eine Verlustleistung von jeweils ca. 8 bis 10W.

Beim Klasse A ist es so, dass der Ruhestrom grösser ist als der halbe maximale Ausgangsstrom. Diesen nehmen wir wieder mit jeweils 2A. Dann ist der Ruhestrom mindestens 1,1A.
Es passiert also, dass der eine Transistor bis 2,1A ausgesteuert wird und der andere nur noch 0,1A zieht und somit 2A in den Lautsprecher fliessen und genau das gleiche beim anderen Transistor im Maximum.

Im einen (nicht ausgesteuerten) Fall wäre ohne Peak-Berücksichtigung die Verlustleistung pro Transistor 17,6W. Und mit Aussteuerung würde die Leistung zwischen 1,6W und 33,6W schwanken. Die mittlere Leistung ist folglich mit oder ohne Signal genau gleich.

Der Vorteil ist, dass erstens keine Übernahmeverzerrungen entstehen, weil es keine Um- oder Abschaltung von Transistoren gibt. Und zweitens ist eine Transistorkurve krumm. Die Steilheit nimmt mit einem konstanten Faktor stromabhängig zu. Je höher der Strom, desto stärker die Zunahme. Bei Strom unendlich wäre die Kurve absolut gerade und senkrecht. Dieser Umstand führt dazu, dass mit steigendem Ruhestrom die Aussteuerspannung des Transstors immer kleiner und damit im Verhältnis zur Ausgangsspannung unbedeutend wird. In der normalen Schaltung ist ja die Ausgangsspannung gleich der Eingangsspannung abzüglich der Basis-Emitterspannung, die nötig ist, den gewollten Strom zu ermöglichen. Es kann daher sein, dass bei Klasse B und kleinsten Leistungen eine Steuerspannung von 50mV nötig sind, damit am Lautsprecher 100mV ankommen. Dann ist die Krümmung deutlich als Verzerrung wahrnehmbar. Bei einem hohen Ruhestrom wäre für die gleiche Leistung am Ausgang nur Bruchteile eines mV nötig. Und für die volle Leistung nur wenige mV, sodass die Krümmung kaum mehr ins Gewicht fällt.

Tatsächlich ist Klasse A die einfachste (aber uneleganteste) Methode, wenig Klirr zu erzeugen. Dafür erzeugt man Wärme, was letztlich unrentabel ist.
Es wäre daher eleganter, die Kurvenkrümmung bei der Ansteuerung zu kompensieren und das Ansteuersignal entsprechend vor zu verzerren. Da die Sache nicht ganz einfach ist und von verschiedenen Faktoren abhängt (Transistor-Temperatur), erhöht man in der Praxis die Stufenverstärkung und reduziert diese zusammen mit den Verzerrungen und anderen Störungen durch eine kräftige Gegenkopplung.

Der Vollständigkeit halber: Klasse AB arbeitet mit einem höheren Ruhestrom als Klasse B, sodass Leistungen von wenigen Watt noch so verarbeitet werden, dass beide Transistoren mehr oder weniger leiten. Das wäre in unserem Beispiel etwa 0,3A Ruhestrom.

Und nochmals der Vollständigkeit halber: Es ist also im Wesentlichen nur eine Einstellungsfrage des Ruhestroms, in welcher Klasse das Ding spielt. Im Schaltbild ist es ohne Stromangaben oder Einstellungshinweisen kaum ersichtlich.
richi44
Hat sich gelöscht
   erstellt: 18. Mai 2006, 17:22
Lutz hat mich rechts überholt!

Ich muss dringend schneller schreiben lernen

MusikGurke
Hat sich gelöscht
   erstellt: 18. Mai 2006, 17:54

Ich muss dringend schneller schreiben lernen


10-Fingerschreiben hat seine Vorteile. Allerdings kümmert man sich dann immer weniger um Groß/Kleinschreibung.

Auf alle Fälle nochmals Danke für deine Antwort. Class A,B, AB ist also nur eine Einstellungssache.

ok, ich glaub jetzt hab ichs endlich.
richi44
Hat sich gelöscht
   erstellt: 18. Mai 2006, 19:21

Einstellungssache.

Richtig, dem wäre nichts bedeutendes mehr hinzuzufügen
richi44
Hat sich gelöscht
   erstellt: 18. Mai 2006, 19:23
...doch, eines noch...

10-Fingerschreiben hat seine Vorteile

Ich schreib halt Adler: Kreisen, Ziel anvisieren und runterstechen. Und das braucht seine Zeit
Werbung
MusikGurke
Hat sich gelöscht
   erstellt: 18. Mai 2006, 19:28
dafür respektierst du sogar die rechtschreibung. das hat mir noch keiner nachgesagt. wenn man schneller tippt als man denkt, merkt man das beim lesen schon

Andere Themen:
Welche Bitrate haben die AC3 5.1 Tonspuren bei Pro7 und Co?
verstärker und boxen
Keine reinen Frequenzen im Spektrumanalysator
Verschoben: PGH_HIFI 50
Frequenzweiche trennt nicht
Bi-Amping über A+B?
Was tun bei Verzerrung von XLR auf XLR
Kabelklang - eine Theorie
FAQ zu Watt und Ohm..
High End 2007 - Mastering Workshop


Neueste Beiträge
KontaktImpressumDatenschutzerklärungLinks


HIFI-FORUM V 2.5
© 2002-2010 K&K GmbH
Webhosting by Host Europe