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2.1-Retro-Test: Cambridge Soundworks PC Works

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audiophilanthrop
Inventar
#1 erstellt: 03. Dez 2007, 01:16
Zur Abwechslung mal etwas "fun stuff" - was mag wohl ein historisches 2.1-Soundsystem taugen?

Ob das 2.1-Lautsprechersystem CSW100 "PC Works" von Cambridge Soundworks (gegründet in den 80ern von Henry Kloss, offenbar um 2000 von Creative geschluckt) das erste 2.1-Multimedia-System für den Rechenknecht war, vermag ich nicht zu sagen, es war aber auf jeden Fall ganz früh dabei. Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wann wir das damals gekauft haben, muß so '98/'99 gewesen sein. Kostenpunkt seinerzeit 150 DM (später gab's das dann auch für 100). Weiße Ausführung, gab es hierzulande vielleicht auch nur so.

Diese Antiquität jedenfalls lag hier nach Einsatz an meinem Rechner jahrelang nutzlos im Keller und sollte jetzt eigentlich gen Ebay entsorgt werden - da ich allerdings schon länger nach einer lautsprecherbasierten Beschallungslösung für den Anschluß an meinen Nachttischtuner suchte (man kann ja nicht immer Kopfhörer benutzen), habe ich den Spaß neugierhalber nochmal in Betrieb genommen.

Naja, der "Sub" dröhnt was zusammen, und die Mini-Satelliten (mit 5-cm-Treiberchen) sind ziemlich höhenlastig, grundsätzlich aber bei korrekt eingestelltem Baßpegel eine recht komplette Abdeckung des hörbaren Spektrums.

Also zuerst mal die Dröhntüte von Sub wie früher mit einer alten Socke im BR-Rohr gezähmt (die Pegelfestigkeit ist trotzdem noch gut) und verschiedene Aufstellungen ausprobiert. Die übliche Position liegend am Boden ist die ungünstigstmögliche! Erstens werden so prima die vertikalen Raummoden angeregt, zweitens reicht der Abstrahlbereich des Subs bis in die unteren Mitten, so daß bei Abdeckung des Subs durch einen Tisch o.ä. dort eine Senke im Frequenzgang entsteht (das hat mich seinerzeit an dem System auch gestört). Und ja, er ist durchaus ortbar (vertikal nicht wirklich, aber horizontal).
Folglich Kiste hochkant in deutlicher Entfernung vom Boden aufgestellt. Am besten wäre mittig zwischen den Satelliten. Der Baß bleibt etwas brummelig, ist aber schon deutlich besser.

Die Satelliten sind nicht gerade Wunder zeitgenössischen Lautsprecherbaus. Natürlich bündeln sie im Höhenbereich deutlich (das Grill-Gedöns vor dem eigentlichen Treiber scheint noch zusätzlich mit reinzuspucken), der Höhenanstieg dürfte aber ob der kompakten Abmessungen der Gehäuse schlicht einem nicht kompensierten Bafflestep geschuldet sein - bei gut 6 cm Schallwandbreite geht es schon unterhalb von ca. 3 kHz abwärts. (So kann man natürlich auch eine Mittensenke realisieren.) Naja, drehen wir sie halt zur Wand - schon besser.

Die Gehäuse von Sub wie Satelliten bestehen aus schnöder ABS-Plaste und sind in beiden Fällen nicht wirklich schalltot zu nennen.

Durchaus gefallen kann der Verstärkerteil, nur leichtes Rauschen dringt aus den Satelliten, der Sub brummt praktisch gar nicht, und lautes Ploppen beim Ein- oder Ausschalten gibt es nicht. Man muß recht weit aufdrehen, bevor interne Störungen den Rauschpegel deutlich erhöhen. Das Trafonetzteil liefert 12 V= und 1,5 A, ein bißchen Krach machen kann man also schon (zuerst werden dabei die Satelliten unangenehm).

Summa summarum:
Kann das System nun mit meinem Pärchen Tascam VL-X5 am Rechner mithalten? - No way.
Mit dem HD590 am modifizierten BTech (normalerweise am Nachttisch benutzt)? - No way.
Mit dem Uhrenradio (Grundig Sonoclock 900, 3"-Treiber und ziemlich wenig Platz drinnen, aber es gibt klanglich weit schlimmeres, empfangstechnisch sowieso)? - Na klar, dagegen ist es fast Hifi pur. Für ein bißchen Musik beim Anziehen allemal gut genug. Ergo: Das bleibt jetzt da!

Schade, daß ich keine heutigen (guten) 2.1-Systeme der 40-50€-Klasse kenne, der Vergleich ware sicherlich nicht uninteressant.


[Beitrag von audiophilanthrop am 03. Dez 2007, 01:20 bearbeitet]
Gelscht
Gelöscht
#2 erstellt: 03. Dez 2007, 13:42
netter Bericht!

habe es zwischendurch auchmal mit nem DTT2500 (gleiche Sats, soweit ich weiss auch gleicher Sub) probiert...war dann doch etwas schockiert ob der schlimmen Klangqualität.
Roman78
Schaut ab und zu mal vorbei
#3 erstellt: 20. Jul 2016, 11:18
Nunja, ich bin ja mal gespannt. Hab mir gerade eins auf eBay geschossen für 4,90 Euro. Hoffe das es besser ist wie das US Blaster was ich jetzt da stehen hab. Vor allem passt es farblich besser zum beigen Pentium.
audiophilanthrop
Inventar
#4 erstellt: 22. Jul 2016, 23:27
Himmel, der Thread ist ja schon im Rentenalter. Anyway, das System habe ich tatsächlich bis vor 3-4 Monaten verwendet, dann bin ich umgezogen. Zwischenzeitlich hat ihm der Gilb schon ganz schön zugesetzt (Sonneneinstrahlung). Vermutlich liegt's jetzt mitsamt meinem ganzen anderen alten Krempel im Keller... Sollte ich vielleicht mal holen...
Roman78
Schaut ab und zu mal vorbei
#5 erstellt: 23. Jul 2016, 18:33
Tja, tot geglaubte leben länger.

Habe meine Heute erhalten. Sehen aus wie neu, also gar kein Gilb. Was mich wunderte ist das der Subwoofer komplett aus Plastik besteht. Und ja er dröhnt, habe hin dann erst mal mit Dämmmaterial ausgestattet. Die Satelliten allerdings haben einen guten klang, hoch und sauber, nicht so matt und dumpf wie bei den US Blaster boxen. Passt prima zum Pentium II, also richtig Retro.

Gegen gilb gibt es ja Retrobright, oder halt H2O2 12% Lösung vom DM und der gleichen. Anleitungen kann ich ja mal verlinken wenn du willst. Habe aber noch selber nicht damit experimentiert. Wollte jetzt mal als Test einen wertlosen PC bleichen.
kampfmeersau
Stammgast
#6 erstellt: 17. Aug 2016, 01:29
Habe auch noch ein Cambridge Audio 2.1 in Betrieb, 2001 als Auslaufmodell gekauft, für 49 statt 99 Mark.
Da merkt man erst wie alt man geworden ist. Damals war das System echt super, verglichen mit anderen (auch nicht billigen!) zeitgenössischen Plastiksystemen. Zumindest ich kannte es noch nicht besser, und habe damit meine Nachbarin im elterlichen Doppelhaus genervt. Aber gegen ein paar Selbstbau-Breitbänder oder günstige Monitor- oder Stereoboxen heutzutage kommt es kaum noch mit, allein im Mittelton fehlt extrem viel. Selbst mit Sub auf der Fensterbank fast hinterm Bildschirm ist von unteren Mitten nur zu träumen, daher wird es ersetzt und kommt als Hintergrund-Lala in den Schuppen.

Effekt hat es trotzdem noch. Mein Kumpel hat ein 1999er 4.1-Cambridge auf einem Soundbollerwagen verbaut, das macht riiichtig Krach und verbraucht kaum Strom. Gegen den fehlenden Mittelton sind noch zwei weitere Boxen mit billigstem Kinter-Digital-Amp verbaut, die ich mal für 2 Euro aufm Flohmarkt bekommen habe.
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