Unterschied Jazz/Blues/Soul

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Wilke
Inventar
#1 erstellt: 09. Okt 2006, 11:33
Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen Jazz/Blues und
Soul. Bin Anfänger und im Jazz nicht so versiert.
Gibt es eine kleine "jazzgeschichte" für Anfänger in Buchform?

gruß Wilke
poubelle
Inventar
#2 erstellt: 09. Okt 2006, 13:03
versuch's mal mit dem 'Jazzbuch' von Joachim E. Berendt.
halte ich für nen guten einstieg.
arnaoutchot
Moderator
#3 erstellt: 09. Okt 2006, 14:33
Um es ganz kurz zu formulieren: Der Blues ist ein wichtiger Bestandteil des sich um die Jahrhundertwende (1900) entwickelnden Jazz und blieb immer ein wichtiges Element. Der Soul (als Musikstil) entstand aus dem Jazz, namentlich aus dem Hard Bop der 50er Jahre. Soul als Begriff, nämlich Seele, sollten natürlich alle Stile haben, egal ob Jazz, Blues oder Soul. Grüße Michael
timmkaki
Hat sich gelöscht
#4 erstellt: 03. Nov 2006, 21:09

arnaoutchot schrieb:
Um es ganz kurz zu formulieren: Der Blues ist ein wichtiger Bestandteil des sich um die Jahrhundertwende (1900) entwickelnden Jazz und blieb immer ein wichtiges Element. Der Soul (als Musikstil) entstand aus dem Jazz, namentlich aus dem Hard Bop der 50er Jahre. Soul als Begriff, nämlich Seele, sollten natürlich alle Stile haben, egal ob Jazz, Blues oder Soul. Grüße Michael


NEE!!

guckts Du hier:
Soul

Besten Gruß

Timm
arnaoutchot
Moderator
#5 erstellt: 03. Nov 2006, 23:53
Du schreibst:


Man muss als erstes das (schwarze) Umfeld der Protagonisten des Soul beachten.


Ja, richtig. Und bevor die Herrschaften Ray Charles, Otis Redding oder Wilson Pickett das machen konnten, was sie dann erfolgreich machte, musste erst mal eine rhythmische Grundlage gelegt werden, die m.E. zweifelsfrei aus dem Hardbop der 50er kommt. Beispiel: "The Preacher" (1955) oder "Soulville" (1957, trägt den späteren Namen ja schon in sich !) des Horace Silver Quintets. Ray Charles kommt eindeutig aus dieser Richtung. Ich bleibe dabei: Der klassische Soul kommt aus dem Hardbop.

Aretha Franklin hat einen etwas stärker gospelorientierten Background.

Beides (Hardbop und Gospel) sind stark auf schwarzen Wurzeln basierende Musikstile.

P.S. Ich mag den klassischen Soul nicht mal besonders (James Brown, Marvin Gaye und Konsorten ...

Grüße Michael
poubelle
Inventar
#6 erstellt: 04. Nov 2006, 00:12
um auch noch meinen senf dazuzugeben

Blues ist KEIN bestandteil des jazz, sondern ein eigene selbstständige musikform.
der klassische soul entstand bei, mit und durch Sam Cooke.
Cooke kommt vom Gospel und seine verbindung dessen mit der weißen popmusik brachte den soul.
bei vielen anderen musikern (wie z.B. James Brown) lagen die wurzeln im Rhythm & Blues.
etc.etc.
timmkaki
Hat sich gelöscht
#7 erstellt: 04. Nov 2006, 22:11
Hi

ich freue mich, dass die Diskussion über SOUL auf diesem Thread wiederbelebt wird.

Es ist m.E. wie bei der Interpretation aller Stile: es gibt kaum 2 gleiche Meinungen - egal ob Jazz, Blues, Folk, Rock etc. - oder eben Soul. Mittlerweile sind ja auch die Grenzen derart fließend und überschneidend, dass Trennschärfen vergeblich gesucht werden.

Wo wir aber bei Ray Charles sind, haben wir ja schon mal eine Gemeinsamkeit: mit/nach Sam Cooke hat er das angestoßen (ich will bewusst nicht sagen "erfunden"), was erst später (aus politischen Gründen?) in den Begriff SOUL mündete.

Trotzdem bleibe ich dabei, dass letzlich die Synthese aus dem ('sauberen') Gospel mit dem ('schmutzigen') Blues, bei diesen beiden, wie bei anderen Interpreten zu dem Ergebnis Soul führte. Dass viele Interpreten und Begleitmusiker auch einen starken Jazz-Hintergrund hatten, ist unbestritten. Die Rythmik-Fragmente des Hardbob würde ich allerdings immer noch nicht als Basis des Soul ansehen.

m.E. kommt R.C. auch nicht aus dem Hardbob - er hat diese Musik im Laufe seiner Entwicklung mal mitgemacht - mehr nicht. Dazu waren sein musikalischer Horizont und seine grenzüberschreitende Neugier viel zu groß. Das machte ihn auch zum dem initialisierenden Katalysator f.d. Soul.

Aber das ist jetzt schon fast wieder "des Kaisers Bart" ...

Noch ein Wort zum "klassichen Soul": m.E. gibt's den nicht.
Ich selbst bin bekennender 'Stax'-Anhänger. Die Interpreten des Souther Soul sind idR. etwas ursprünglicher und ehrlicher in der Interpretation als die Pop-getrimmten Weichspüler aus der Motown-Ecke.

Das Schönste ist aber doch immer noch: hören, hören, hören ...

(Hörtipp an Michael: Al Green - die alten Sachen, nicht sein neues 'Renten'-Album)

Schönen Abend noch

Timm
arnaoutchot
Moderator
#8 erstellt: 04. Nov 2006, 22:51
Timm,

ok, das klingt plausibel. So wie der Jazz ein Amalgam verschiedener Stile und Einflüsse war, die sich regional auch stark unterschieden haben, so war vermutlich der Soul von noch viel mehr Ingredenzien gekennzeichnet. Wir können uns sicherlich darauf einigen, daß es eine Mischung all der unten genannten Einflüsse war. Werde Deinen Tipp mit Al Green mal beherzigen.

Poubelle,

ich will ja nicht dauernd dagegenreden, aber: Blues ist meiner Ansicht nach sehr wohl ein wesentlicher Bestandteil des frühen Jazz und er ist selbstverständlich eine eigene Musikform. Der Blues ist auch viel älter als das was man heute Jazz nennt. Ich teile die Meinung vieler Musikforscher dass es archaische Bluesformen schon im frühen 19. Jhdt. gegeben hat (Field Holler, Work Songs).

Wen's interessiert, dieses Album (3 CDs) ist immer noch eine der besten Einführungen in das Thema (allerdings beleuchtet es den Soul aus verständlichen Gründen eher weniger):

amazon.de
poubelle
Inventar
#9 erstellt: 04. Nov 2006, 22:59
@timmkaki:
unterschreib

@arnaoutchot:
ich bestreite ja nicht, daß der blues als form ein wichtiger bestandteil des jazz war und ist.
so wie du es aber oben geschrieben hast, wäre der blues nicht mehr.
und da widerspreche ich, da es ja den blues auch als eigenständige musik gibt.
das hast du ja jetzt auch geschrieben, also können wir getrost, äh, ..prost.
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